Spannung in einem Roman erzeugen: 10 Goldene Regeln

Holzfigur liest ein Buch

Wenn Sie diese Techniken umsetzen, werden Ihre Leser*innen Ihr Buch so schnell nicht mehr aus der Hand legen.

Sicher kennen Sie es selbst: Es ist spät in der Nacht, der Uhrzeiger schiebt sich unbarmherzig weiter nach vorne und doch können Sie nicht schlafen, denn in Ihren Händen halten Sie ein spannendes Buch, das Sie einfach nicht weglegen können. Damit ist die Grundfunktion der Spannung in einem Roman beschrieben. Spannung erzeugt einen Zustand, der mit dem Wunsch nach seiner Beseitigung einhergeht. Doch um das zu erreichen, bleibt einem*einer Leser*in nur ein Mittel: Weiterlesen. Ein*e Autor*in, der*die Spannung in einem Roman erzeugt, sichert sich die Aufmerksamkeit des Lesepublikums bis zum Schluss. Doch wie lässt sich das bewerkstelligen und welches Maß an Spannung ist richtig? In diesem Beitrag teilen wir zehn Tipps zum Spannungsaufbau in einem Roman mit Ihnen.

10 Tipps zur Steigerung der Spannung in einem Roman

Spannung erzeugt ein Gefühl, eine Emotion, die sich in Angst, Beklommenheit, Unbehagen oder Ungeduld äußern kann. Als Stilmittel kommt die Spannung vor allem in Romanen zum Einsatz, während sie in Sachbüchern, Fachbüchern oder Ratgebern verfehlt wirkt. Die Spannung ist ein unangenehmes Gefühl, das immer nach der Aufhebung seiner selbst strebt. Ein*e Autor*in sollte aber immer das richtige Maß an Spannung für seinen*ihren Text finden. Denn auf Dauer kann ein spannender Text auch zu Überspannung und Überreizung führen, was den Effekt der Spannung ins Gegenteil verkehrt: Die Leser*innen werden des Buchs überdrüssig. Doch wie lässt sich Spannung in einem Roman erzeugen, ohne das Publikum zu überfordern? Mit diesen Kunstgriffen gelingt es:

1. Wettlauf gegen die Zeit

Literaturwissenschafter*innen haben herausgefunden, dass Spannung ein Phänomen der Zeit ist. Etwas, was sich in der Vergangenheit oder Gegenwart auftut, kann nur in der Zukunft aufgelöst werden. Doch die Zukunft enthüllt sich den Lesenden erst auf den letzten Seiten. Um den Spannungszustand aufzuheben, muss man weiterlesen. Diesen Effekt können Sie noch verstärken, wenn Sie in Ihrem Roman Zeitnot schaffen. Bekannt ist diese Technik zum Beispiel aus Krimis, wo jeder verstrichene Tag ein Opfer mehr bedeuten könnte. Doch auch, wenn Sie Wettbewerbe, Drohungen, Prophezeiungen o. Ä. in Ihre Handlung integrieren, schaffen Sie Zeitnot. Nutzen Sie dieses Prinzip, übertreiben Sie es aber nicht. Zeitnot sollte von Kapitel zu Kapitel, nicht von Anfang bis zum Schluss bestehen. Andernfalls überspannen Sie die Nerven Ihrer Leser*innen.

2. Konfliktbewältigung

Konflikte zwischen Individuen, Gruppen oder Institutionen sind die Voraussetzung für einen spannenden Plot. Der Konflikt eines Buchs ist sein zentrales Thema. Er kann sowohl in der Handlung als auch in den Charakteren verortet sein. Ein Handlungskonflikt besteht zum Beispiel im Krieg zwischen zwei Parteien. Der Konflikt eine*r Protagonist*in könnte beispielsweise auf der Überwindung von Ängsten beruhen.

3. Interessante Figuren

Durch die Entwicklung interessanter Figuren können Sie gleich auf mehreren Ebenen Spannung in einem Roman erzeugen. Einerseits identifizieren sich Leser*innen gerne mit ansprechenden Figuren. Durch den so entstehenden, persönlichen Bezug steigt der Grad an Spannung automatisch und wird durch die Sorge um die Figur intensiviert. Darüber hinaus schüren auch spannende Antagonist*innen die Lust am Lesen und können das Spannungspotential noch vergrößern.

Spannung in einem Roman erzeugen - Laptop schreiben

4. Variation des Erzähltempos

Auch durch den Schreibstil können Sie den Spannungsbogen Ihres Buchs beeinflussen. Mit langen, ausladenden Sätzen und Nebensätzen sollten Sie die entspannenden Kapitel Ihres Buchs gestalten. Sie kommen zum Beispiel bei Beschreibungen zum Einsatz. Kurze Sätze hingegen unterstützen die spannenderen Abschnitte. Wenn Sie das Lesetempo durch den Einsatz kurzer, atemloser Sätze erhöhen, entsteht beim Lesen der Eindruck, dass sich auch das Tempo des Geschehens steigert. Passen Sie das Erzähltempo dem Geschehen an, um die Spannung noch zu maximieren.

5. Gute Unterhaltungen

Auch Dialoge treiben, gekonnt eingesetzt, den Verlauf der Handlung weiter voran und können dadurch Spannung erzeugen. Wenn Ihre Figuren sich zum Beispiel in einen Streit verlieren oder sich ihre Liebe gestehen, steigt das Spannungslevel unweigerlich an. Darüber hinaus können Sie auch Schreie oder Stoßgebete in einen Dialog packen, um das Spannungsniveau zu steigern. Wenn Ihre Figuren außerdem flüstern, wimmern, krächzen oder flehen, entstehen lebhafte Bilder im Kopf des Publikums, die Spannung schüren. Wie man gute Dialoge schreibt, erklären wir in diesem Artikel.

6. Die allwissende Erzählperspektive

Wenn Sie ganz sicher gehen wollen, dass Ihr Roman spannend wird, entscheiden Sie sich für die auktoriale, auch allwissend genannte, Erzählperspektive. Durch den geschickten Einsatz des allwissenden Erzählens können Sie Gedanken von Nebenfiguren eröffnen, die für Ihre Hauptfigur eine potentielle Bedrohung sind. Ihr*e Antagonist*in plant, Ihre Protagonist*in in einen Hinterhalt zu locken? Lassen Sie es Ihre Leser*innen wissen!

7. Alarmierende Wortwahl

Spannung in einem Roman erzeugen Sie auch durch den Einsatz alarmierender Adjektive. Darunter fallen Wörter wie „abrupt“, „auf einmal“, „beißend“, „besorgt“, „blindwütig“ „blitzschnell“, „drängend“, „quälend“ oder „plötzlich“. Diese Wörter sind Codes für Gefahr, die fast jede*r Leser*in problemlos dechiffrieren kann.

8. Cliffhanger

Der Begriff eines Cliffhangers beschreibt den offenen Ausgang eines Kapitels oder sogar Buchs. Cliffhanger können Sie gleichzeitig für mehrere Handlungsstränge kreieren. Wenn zum Beispiel die Nebenhandlung mit einem Cliffhanger endet, können Sie es sich erlauben, im nächsten Kapitel die Haupthandlung fortzuführen und die Nebenhandlung erst später wieder aufzugreifen. Ihre Leser*innen werden wissen wollen, was aus der Nebenhandlung geworden ist, und weiterlesen.

9. Die Kunst der Andeutung

Spannungen gestalten Sie auch durch einen kleinen Vorgriff auf die Zukunft. Inhaltlich gelingt dieser Kniff, indem Sie Ihre Protagonist*innen Träume, Vorahnungen oder Prophezeiungen erleben lassen. Auch bestimmte Vorzeichen wie Briefe, Warnungen oder Geräusche könnten auf eine Verschärfung des Konflikts hindeuten und Ihre Leser*innen in die Handlung ziehen. Bekannt ist diese Technik aus Horror-Romanen, wo es wiederholt zu seltsamen, unheimlichen Ereignissen kommt, die auf eine Katastrophe hinweisen.

10. Plot Twists

„Damit habe ich nicht gerechnet!“ Unerwartete Wendungen beenden jede Langeweile. Ein spannender Roman darf nicht vorhersehbar sein. Wenn Leser*innen den Ausgang der Geschichte schon zu Beginn erahnen können, ebbt deren Interesse schnell ab. Planen Sie bei einfachen Geschichten beim Plotten bewusst einen oder mehrere Plot Twists mit ein. Techniken zum Plotten zeigen wir Ihnen in diesem Beitrag.

 

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