Cover: Zahlenmäßig unterlegen

Zahlenmäßig unterlegen


EUR 20,90

Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 248
ISBN: 978-3-7116-0225-1
Erscheinungsdatum: 07.11.2024
Als Kai, Peter und Trina im Unterricht der Willkür eines Lehrers ausgesetzt sind und die Schulleitung wegsieht, wird ihnen bewusst, dass sie auf sich allein gestellt sind – und dass Erwachsene nicht die moralischen Wesen sind, für die sie sich gern ausgeben.
Kapitel 1


„Wach auf!“
Das warnende Zischen wurde von einem leichten Stups in die Rippen begleitet. Kai öffnete die Augen und blickte geradewegs in das erboste Gesicht seines Mathelehrers. Neben ihm rutschte Peter verlegen auf seinem Stuhl ein wenig von ihm weg, so, als ob er damit den Zorneswellen entgehen könnte, die an seinen Banknachbarn gerichtet waren.
„Wiederhol doch bitte, was ich eben erläutert habe!“, befahl Herr Tasnoff mit einem gemeinen Lächeln in seinem hageren Gesicht. „Oder möchtest du dich lieber in der Direktion melden und denen erklären, dass du mal wieder überhaupt nichts mitbekommst vom Unterricht?“
Verständnislos starrte Kai ihn weiter stumm an, denn er wusste einfach nicht, wie er schon wieder in so einer schwierigen Lage gelandet war. Mann, er hatte echt die Nase voll davon, dass alles, aber auch alles zurzeit mies für ihn lief. Er hätte sich ohrfeigen können, weil er ausgerechnet in dieser Stunde eingenickt war, denn er wusste sehr genau, dass Herr Tasnoff sich diese Gelegenheit kaum entgehen lassen würde, Kai zu zeigen, wer Meister im Klassenzimmer war. Das hatte wenig mit Mathekenntnissen zu tun, sondern lediglich damit, dass er Lehrer und Kai Schüler war. Wäre es um Begreifen und Begeisterung in punkto Mathematik gegangen, so wäre die Situation wohl eher umgedreht gewesen: Kai war so stark in diesem Fach, dass sich sein Lehrer von ihm herausgefordert und sogar bedroht fühlte. Um unangenehme Konfrontationen an der Tafel zu vermeiden, bemühte sich der Junge eben, sich so unauffällig wie möglich zu benehmen, doch Einschlafen war dann doch nicht die richtige Tarnung. Was sollte er tun, der Kurs war so langweilig und trocken dargeboten, dass er einfach abschalten musste, um nicht wieder und wieder mit diesem Lehrer anzuecken. Leider hatte er ihn schon mehrmals auf Fehler und falsche Darstellungen hingewiesen, und das machte die Sache nicht wirklich besser.
„Bitte entschuldigen Sie, Herr Tasnoff“, sagte er betont unterwürfig, „ich fühle mich nicht besonders gut und würde mich am liebsten im Sekretariat abmelden und nach Hause gehen.“
Er schaute von unten mit hoffentlich flehentlichem Blick zu dem wütenden Lehrer hinauf und vervollständigte seinen geistesgegenwärtigen Notfallplan mit einem trockenen Hüsteln, gefolgt von theatralischem Seufzen und einer Hand an seiner Stirn, so als hätte er Kopfschmerzen. Sofort trat Herr Tasnoff einen Schritt zurück: Nachdem sich dieses Virus vor ein paar Jahren ausgebreitet hatte, waren alle vorsichtiger im Umgang mit Krankheiten geworden.
Auf keinen Fall konnte Herr Tasnoff jetzt noch sein Spiel verlängern, er wollte schließlich nicht derjenige sein, der ein Schließen der Schule zu verantworten hätte. Mit einer unwirschen Geste gab er Kai also zu verstehen, dass dieser seine Sachen packen und verschwinden sollte.
„Vergiss bloß nicht, dich abzumelden, Freundchen, und ohne ärztliches Attest kommst du morgen nicht um die Prüfung herum, das kann ich dir jetzt schon versichern!“ Er machte einen weiteren Schritt rückwärts, um Kai nicht zu nahezukommen und dabei trat er auf Trinas Schultasche, die nicht am dafür vorgesehenen Haken seitlich an ihrem Tisch hing, sondern wie so oft am Boden lag. Erschrocken hob er den Fuß, dann kickte er ungehalten die Schultasche von sich weg, so dass sie gegen die Wand schlitterte, wo der Großteil des Inhaltes herausquoll.
„Hat eigentlich überhaupt noch jemand hier einen Sinn für Ordnung?“, brüllte er durch die Klasse. Trina wagte nicht einmal, ihre Sachen einzusammeln, obwohl sie innerlich vor Wut kochte. Kai fing ihren Blick ein und schüttelte fast unmerklich den Kopf. Wenn sie jetzt den Mund nicht hielt, würde ihnen allen mal wieder ein lautstarker Vortrag gehalten werden während dem sich ihr Lehrer immer weiter in Rage redete. Wäre nicht das erste Mal, doch es war immer echt anstrengend, solche unbeherrschten Ausbrüche auszusitzen, und dabei war es noch nicht mal neun Uhr!
Kai blickte von Trina zu Peter, nickte kurz und verließ die Klasse mit einem heiseren „Auf Wiedersehen, Herr Tasnoff“. Der hatte sich zum Glück abgewendet und marschierte auf das Lehrerpult zu, ohne Kai noch eines einzigen Blickes zu würdigen. Puh! Nur weg hier, dachte dieser und zog erleichtert die Tür hinter sich zu. Er lief den Gang entlang Richtung Ausgang und blieb an der vorletzten Tür stehen. Er klopfte an und während er auf eine Antwort von innen wartete, überlegte er sich schnell eine plausible Geschichte. Er ging die gängigen Symptome durch, von denen jeder mittlerweile gehört hatte und beschloss, ein Zwischending zu erfinden um sich nicht für die nächsten drei Wochen ins Abseits zu bugsieren. Man nahm diese Sache hier sehr ernst, doch drei Wochen zu Hause sitzen und Schulstoff verpassen, das war nicht das, was er sich jetzt wünschte oder brauchen konnte.
„Herein!“, tönte der übliche Sing-Sang der Sekretärin und Kai trat ein. Heizungsluft mit Kaffeegeruch und betäubendem Duft von Puder und Seife schlugen ihm entgegen. Es schnürte ihm fast die Kehle zu und er brauchte sich nicht mal großartig zu verstellen, um seine Geschichte nur mit Mühe herauszubringen.
„Soso, Halsschmerzen, Kopfschmerzen und Übelkeit, ja?“, wiederholte Frau Mirbach seine Aufzählung. „Hm, also ich bin kein Arzt, doch ich denke, du solltest wirklich das Schulgebäude verlassen, man will ja nicht wieder so ein Drama wie letztes Jahr, nicht wahr?“, meinte sie und griff nach den Scheinen in der zweiten Schublade.
„Name?“
„Kai Lessner.“
„Klasse?“
„12B“
„Klassenlehrer?“
„Frau Andres.“
„Hast du vor, noch auf dem Heimweg einen Arzt aufzusuchen oder gehst du geradewegs nach Hause?“
Hmm, was wäre jetzt besser? Ohne Attest würde er die Matheprüfung mitschreiben müssen, doch wenn er die Option Arzt wählte, dann würde Frau Mirbach seine Eltern erreichen müssen, bevor er das Gebäude verlassen durfte. So war das eben, wenn man noch nicht achtzehn war! Mann! Ihm fehlten gerade mal drei Monate und fünf Tage! Außerdem wäre es sicher schwieriger, einem Arzt etwas vorzumachen als einem cholerischen Mathelehrer mit Minderwertigkeitsgefühlen oder einer älteren Schulsekretärin, die eigentlich schon fast zu betagt war, um die ganze Arbeit zu bewältigen und deswegen nie Zeit hatte, lange zu diskutieren.
„Ich möchte erst mal heim, um mich hinzulegen“, sagte er also. Das war nicht mal gelogen. Frau Mirbach griff nochmals in die Schublade und reichte ihm den gelben Zettel für Abwesenheit. Den würde er datiert und unterzeichnet wieder hier abgeben müssen, wenn er innerhalb von zwei Tagen wieder zum Unterricht erscheinen würde. Er bedankte sich, schniefte noch einmal laut und verabschiedete sich. Bevor er zur Tür hinaus war, hatte sich Frau Mirbach schon wieder über einen ihrer dicken Ordner gebeugt und ihre Brille zurechtgerückt. Sie sah Kai noch einmal eindringlich an, lächelte dann völlig überraschend und wünschte ihm viel Glück.
Viel Glück? Seltsam. Wie wäre es denn mit „gute Besserung“? Sein Herz klopfte schneller als gewöhnlich und ihm wurde ganz heiß in der Magengegend. Dieser Blick und dann das Lächeln: Sie hatte ihn durchschaut und trotzdem gehen lassen. Vielleicht wendeten sich seine Umstände doch wieder zum Besseren. Er dankte ihr gedanklich, während er die schwere Sicherheitstür aufdrückte und über den Hof vom Schulgelände lief. Doch was jetzt? Etwas ratlos blieb er am Fußgängerübergang stehen, obwohl die Ampel auf Grün stand. Menschen hasteten an ihm vorbei und er fühlte fast ein wenig Neid über ihre geschäftige Zielstrebigkeit. Alle wussten wohin, nur er offensichtlich nicht. Er schüttelte den Kopf über seine trüben Gedanken, rückte seine Tasche zurecht und machte sich auf den Weg zu seiner Straßenbahnstation. Zufrieden stellte er fest, dass er nur drei Minuten zu warten hatte und sah erwartungsvoll in die Richtung, aus der die Bahn kommen würde. Schon bald begann der Boden unter den Sohlen seiner Schuhe leicht zu vibrieren, die Bahn hielt, er stieg in ein fast leeres Abteil und setzte sich an einen Fensterplatz. Die Scheibe war eklig verschmiert und er nahm sich in Acht, den Kopf dagegen zu lehnen, doch die übertriebene Hitze im Abteil machte ihn schon wieder schläfrig und müde. Nur mit Mühe blieb er wach, bis er endlich aussteigen konnte. Als die Türen sich öffneten, sog er dankbar die frische Luft ein und fühlte sich sofort ein wenig besser. Er überquerte die Straße und ging zügig die Baumallee entlang, an der sich Einfamilienhäuser reihten, bis er zu Nummer 47 kam. Hier wohnte er mit seinem älteren Bruder, seinem Vater und dessen zweiter Frau Yvonne. Die beiden waren seit über zehn Jahren ein Paar, doch verheiratet waren sie nicht. Kais Mutter war nicht mehr am Leben. Er konnte sich kaum noch an sie erinnern, doch er hatte zwei schöne Fotos von ihr in seinem Zimmer. Eines stand auf seinem Nachttisch. Sie saß auf ihrem Pferd, welches sich von der Kamera abgewendet hatte, und beide, Pferd und Reiterin, schauten zurück zu demjenigen, der das Bild aufnahm. Seine Mutter lachte strahlend, und das Pferd spitzte freundlich und neugierig die Ohren. Das zweite Foto war ein Schnappschuss, auf dem sich seine Eltern lachend an den Händen hielten, während sie gemeinsam in einen See hüpften. Das war noch vor Ulrichs Geburt gewesen, und auch wenn das Foto alt und etwas verwackelt war, so spiegelte es für Kai dennoch ihre Liebe und Lebensfreude wider. Es war für die beiden Jungs und ihren Vater sehr hart gewesen, ohne Marion auszukommen. Als Yvonne in ihr Leben trat, wurde vieles einfacher.
Kai zog seinen Schüsselbund aus der Jackentasche und öffnete die Haustür. Gleichzeitig rief er ein munteres „Hallo“, doch er war nicht sicher, ob jemand zu Hause war. Ulrich war sicher in der Uni, denn er bereitete sich auf seine Prüfungen vor. Yvonne müsste eigentlich da sein, außer sie wäre zum Laden oder mit dem Hund raus. Doch ein Blick ins Wohnzimmer klärte diese Frage schnell: ein dickes schnarchendes Fellbündel lag in der Mitte des Teppichs. Kai musste lächeln, als der Hund ein Auge öffnete und ihn förmlich anlachte, dann gähnte er und rollte seine Zunge aus und wieder ein. Gina war eine zweijährige Leonberger Hündin und war als Welpe in die Familie gekommen. Sie war unaufdringlich und gehorsam, doch mit Yvonne verband sie eine besondere Freundschaft, die aus mehr als nur Futternapf und Spaziergängen bestand. Da Yvonne nicht berufstätig war, verbrachten die beiden eine Menge Zeit zusammen und waren ein gutes Team. Kai wandte sich der Küche zu, als er oben rasche und leichte Schritte hörte. Yvonnes freundliche Stimme rief: „Ist jemand da? Kai, bist du das?“ Er änderte die Richtung und stieg die Stufen zu ihr hoch, während er den Reißverschluss seiner Jacke öffnete. „Ich bin’s, Yvonne.“
„Hallo Kai, warum bist du nicht in der Schule?“, fragte seine Stiefmutter erstaunt. Dann sah sie ihn genauer an und fragte mit leichter Besorgnis in der Stimme:
„Sag mal, geht es dir nicht gut?“
Sie kam ihm entgegen und griff nach seiner Hand, ihre hellen Augen auf sein Gesicht gerichtet.
„Ich weiß nicht so recht“, antwortete Kai und bemühte sich, harmlos und gesund auszusehen. „Ursprünglich wollte ich dem Mathelehrer entkommen, doch jetzt, wo ich zuhause bin, wird mir klar, dass ich wohl nicht ohne Grund eingeschlafen bin.“ Yvonne musste lachen:
„Du bist im Unterricht eingepennt? Na das wird euer Arbeitsverhältnis ganz sicher stärken und positiv beeinflussen!“ Doch dann wurde sie wieder ernst, denn Kai war mittlerweile leicht grau im Gesicht. Seine Hand in ihrer fühlte sich heiß und etwas feucht an, seine Stirn glänzte und über seiner Oberlippe perlten winzige Schweißtropfen.
„Kai, du solltest dich hinlegen, denke ich“, riet sie ihm und zog ihn leicht in Richtung seines Zimmers. Sie ging voraus und öffnete die Tür. Das Fenster war noch offen und das Federbett zurückgeschlagen; es war kalt im Zimmer. Mit zwei, drei schnellen Handgriffen war alles bereit: Fenster zu, Bett gemacht, Heizung ein wenig aufgedreht. Der Holzboden begann sogleich zu knacken, das tat er immer, wenn das Holz sich am Leitungsrohr ausdehnte und die Nachbardielen die Spannung aufnahmen. Kai schlüpfte erst aus der Jacke und hängte sie sorgsam an den Kleiderhaken an seiner Tür, doch dann überkam ihn eine solch heftige Übelkeitswelle, dass er an Yvonne vorbei ins Bad stürzen musste und es noch gerade so zur Toilette schaffte. Yvonne wandte sich mit ihrem üblichen zarten Taktgefühl ab, ging die Treppe hinunter in die Küche und sah nach, ob sie noch Tee im Haus hatten.




Kapitel 2


Im Laufe des Nachmittags besserte sich Kais Zustand allmählich; er hatte den größten Teil davon verschlafen. Am Abend saß er im Bademantel auf dem Sofa und sah fern. Er bekam recht wenig vom Programm mit, da er sich immer noch müde und abgeschlagen fühlte. Er war sich ziemlich sicher, dass er am nächsten Tag noch nicht zur Schule gehen konnte. Das brachte einige Schwierigkeiten mit sich: Er hatte kein ärztliches Attest und würde die Mathearbeit also mitschreiben müssen. Doch eigentlich ging das nicht, da er die letzte Stunde vor der Prüfung abgebrochen hatte. Die Regeln der Schule sahen in solchen Fällen vor, dass die Prüfung nachgeschrieben werden muss. Das würde mehr Arbeit für seinen Lehrer bedeuten, der ja dann zum selben Stoff zwei Tests zusammenstellen müsste. Kai war sich sicher, dass die Nachprüfung wohl um einiges schwerer werden würde. Er ließ sich seitwärts auf das Sofa sacken, legte seinen schmerzenden Kopf auf ein kühles Kissen und schloss die Augen. Dann war da auch noch die Sache mit Paula. Er hatte den Abend gestern nicht so toll gefunden. Sie war ihm oberflächlich und ein wenig albern vorgekommen, als sie ihm erklärte, seine Art sich zu kleiden und seine Freunde würden ihr nicht so recht passen. Dass er das Essen bezahlt hatte, war ihr allerdings recht gewesen. Er hatte sich noch nicht einmal bei ihr gemeldet, um zu fragen, ob sie auch krank geworden war. Er fand das eher unwahrscheinlich, denn er hatte einen anderen Nachtisch als sie gehabt. Als sie sich voneinander verabschiedet hatten, war er beinahe erleichtert gewesen, dass sie ihn lediglich auf die Wange geküsst hatte. Er hatte noch nicht viel Erfahrung in Sachen Mädchen und Beziehungen, doch dass diese Verabredung nicht optimal gelaufen war, begriff er dann doch.
Seine trüben Gedanken wurden unterbrochen, als er Ullis Schlüssel an der Haustür hörte. Er wusste, dass Yvonne und sein Vater noch nicht aus dem Schwimmbad zurück sein konnten, welches die beiden wöchentlich gemeinsam besuchten. Es hatte Kai einiges an Überzeugungskraft gekostet, bis sie ihn endlich alleine zurückließen, doch sie wussten schließlich, dass er zurechtkommen würde. Das Schlimmste hatte er ja bereits hinter sich.
„Hallo Kai“, rief Ulli, während er seine Jacke aufhängte. „Lebst du noch?“
Er kam ins Wohnzimmer, warf einen Blick auf das Gesicht seines Bruders und konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen. „Mann, siehst du schlecht aus! Wenn ein Mädel dich so krank macht, dann lass es besser ziehen!“, lachte er. Kai stöhnte und schüttelte leicht den Kopf, doch dann musste er auch ein wenig lachen.
„Ach Ulli, ich glaube, du hast recht. Das wird wohl nichts mit Paula und mir.“
„Weißt du, sie ist wohl ganz nett zum Anschauen, aber ich habe mich bereits öfter gefragt, was dir an ihr gefällt“, gab Ulli zu. Er wollte Kais Gefühle nicht verletzen, vor allem, weil er sehen konnte, dass es ihm immer noch nicht besonders gut ging. „Stört es dich, wenn ich mir ein Brot mache und dann wieder zu dir komme? Wie schlimm ist der Brechreiz?“, erkundigte er sich. Kai winkte ab.
„Yvonne hat mir tolles Zeug besorgt, übel ist mir gar nicht mehr, ich habe nur Kopfschmerzen und fühle mich müde. Du kannst also gerne in meiner Gegenwart essen, ich werde dich nicht anreihern.“ Ulli verschwand in der Küche. Als er kurze Zeit später wieder ins Wohnzimmer kam, hatte er neben seinem eigenen Abendbrot auch noch einen Tee und Salzstangen für Kai mitgebracht. Gemeinsam sahen sie sich einen recht hohlen Fernsehfilm an, froh, den anderen in der Nähe zu haben, ohne sich unterhalten zu müssen. Sie waren schon immer nicht nur Brüder, sondern auch Freunde gewesen. Kai lag später in seinem Bett und war froh, diesen anstrengenden Tag hinter sich zu lassen. Seine letzten Gedanken, bevor er einschlief, drehten sich um seine Familie, seine Leute, die so selbstverständlich für ihn dagewesen waren und auf die er sich immer verlassen konnte … und sie sich auf ihn.
...
5 Sterne
Zahlenmäßig unterlegen - 16.10.2025
Schmalen Sylvie

Mir hat das Buch sehr gut gefallen.Es erfreut sich eines reichen Wortschatzes und beschreibt die sozialen und schulischen Herausforderungen derer unsere Kinder tagtäglich ausgesetzt sind. Es beschreibt ein Schulsystem, das auch ich schon so erlebt habe.

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