Warum Autor*innen auch auf Social Media gute Geschichten erzählen sollten, verrät Stefanie Randak, Autorin und Expertin für Buchmarketing, im Interview.

Sie hat sechs Bücher geschrieben, darunter einen Thriller, einen Gesellschaftsroman und mehrere Kurzgeschichten. Vor kurzem ist ihr Ratgeber für Autor*innen mit dem Schwerpunkt Buchmarketing erschienen, denen sie, aufbauend auf ihren eigenen Erfahrungen, den Weg in die Welt des geschriebenen Wortes weist. Die Rede ist von Stefanie Randak, die schon in jungen Jahren die Feder für sich entdeckte, um ihre Fantasie für sich sprechen zu lassen. In ihren Erzählungen begegnen wir Menschen in Situationen, die immer einen Wendepunkt markieren. Ob es ein Wertewandel, eine tief sitzende Erkenntnis oder die Entdeckung der Selbstliebe ist, immer spüren ihre Protagonist*innen etwas auf, das ihr Weiterleben auf prägende Weise verändert.
In den Geschichten der Autorin entfalten sich Gedanken, die von Lebenserfahrung zeugen. Dabei ist Stefanie Randak erst siebenundzwanzig Jahre jung.
Dem Schreiben begegnet sie mit Strategien statt mit Selbstzweifeln. Denn Scheitern ist besser, als es nie versucht zu haben, ist sie sich sicher. Darüber und über die Frage, warum Autor*innen von heute auch im Buchmarketing gute Geschichten erzählen sollten, haben wir vom novum Verlag mit Stefanie Randak gesprochen.

Autoreninterview mit Stefanie Randak
Stefanie, Sie sind noch keine dreißig Jahre alt und haben schon sechs Bücher veröffentlicht. Das ist eine erstaunliche Bilanz. Wie schaffen Sie es, Ihre Buchprojekte mit so viel Ehrgeiz zu verfolgen?
Vielen Dank! Ich denke, wenn man eine Leidenschaft für etwas hat, das einem einfach guttut und Spaß bereitet, dann ist es einfacher, dran zu bleiben. Für mich jedoch kommt hinzu, dass ich mir ständig neue, realistische Ziele setze und nicht aufgebe, bis ich diese erreiche. Wenn der Wunsch nach etwas groß genug ist, dann kommt der Ehrgeiz von alleine!
In Ihrer letzten Kurzgeschichte, »Es war einmal«, erschienen in unserer neuesten Anthologie novum #15, stellen Sie die Welt der Märchen auf den Kopf. Arielle schwimmt in Müll und Benzin statt im Wasser und der Zauberwald von Schneewittchen ist der Holzindustrie zum Opfer gefallen. Woher nehmen Sie Ihre originellen Ideen?
Ich versuche, meine Reichweite auch sinnvoll zu nutzen und meine Leser und Leserinnen nicht nur mit fantastischer Fiktion zum Träumen zu bringen, sondern sie auch zum Nachdenken anzuregen. Die Ideen aus »Es war einmal« resultieren daraus, dass ich zeigen möchte, dass nicht alles in unserer Welt optimal verläuft.
Der schöne Schein verliert auch in Ihrer Kurzgeschichte »Das Diplom«, veröffentlicht in unserer Winteranthologie novum #13, seinen Glanz. Ist es Zufall, oder spielen Sie in Ihren Geschichten gerne mit vorgestrigen Klischees und Rollenbildern?
Ich persönlich möchte den Lesenden gerne eine unerwartete Wende in meinen Geschichten darbieten. Diese kann durch den Charakter eines Protagonisten, oder aber auch durch eine Wende der gesamten Handlung entstehen. Grundsätzlich beziehe ich mich dabei aber nicht auf klassische Rollenbilder.
Ihre Kurzgeschichten wurden beide in einer Anthologie veröffentlicht. Warum haben Sie sich für diese Publikationsform entschieden und welche Vorteile sehen Sie im Mitwirken an einem Sammelband?
Der Verlag hatte mir eine Einladung zu dieser Sammelanthologie zukommen lassen. Ich nahm die Einladung dankend an, da mir Kurzgeschichten eine willkommene Abwechslung von meinem Hauptwerk, an welchem ich gerade arbeite, bieten und ich auch einmal abweichen kann. Ich denke, dass Sammelanthologien die Sichtbarkeit von Autor*innen erhöhen und Möglichkeiten zum Austausch bieten.
Weitere gute Gründe, um als Autor*in an Anthologien mitzuwirken, finden Sie in diesem Artikel.

Welche Erfahrungen mit dem novum Verlag haben Sie mit der Veröffentlichung Ihrer Kurzgeschichten gemacht?
Das Team des Verlags wirkt stets freundlich und bemüht.
Mit Ihrem neuesten Werk betreten Sie stilistisches Neuland: »How to write a book. Eine junge Autorin erzählt« ist ein Ratgeber, der Autor*innen den Weg weisen soll. Wie sind Sie auf die Idee gekommen, einen Autorenratgeber zu schreiben?
Der Ratgeber ist wirklich ein persönliches Herzensprojekt von mir. Als ich selbst mein erstes Buch veröffentlichte, war ich oft ratlos und habe auch online wenig bis gar keine Tipps gefunden. Daher möchte ich (Nachwuchs-) Autor*innen auf ihrem Weg zur Buchveröffentlichung begleiten. Jedoch nicht nur beim Veröffentlichungsprozess stehe ich dem Publikum zur Seite, sondern von der ersten Idee an – angefangen von der Frage, wie ein Manuskript entstehen kann – hierzu enthält das Buch auch jede Menge Übungen – bis hin zu den Themen Veröffentlichung und Buchmarketing.
Welche Faktoren entscheiden Ihrer Erfahrung nach über Erfolg oder Misserfolg eines Buchs?
Am wichtigsten ist die Vermarktung! Ohne Werbung gibt es keinen Verkauf. Diese kann über Lesungen oder durch Online-Marketing stattfinden.
Welche Tipps können Sie Neuautor*innen geben, die Ihr Werk bei einem Verlag vorlegen wollen, sich aber noch nicht trauen?
Lieber steckt man mal einen Misserfolg ein und bekommt dadurch die Chance, aus seinen Fehlern zu lernen und sein Manuskript zu verbessern, anstatt sich immer zu fragen, ob man gut genug gewesen wäre.
Welche Autor*innen haben Sie persönlich in Ihrem Schaffen beeinflusst oder Sie inspiriert?
Ich persönlich lasse mich von niemandem beeinflussen. Meine Werke kommen aus meinem Kopf und aus meinem Herzen. Jedoch habe ich ein Vorbild! Ich bewundere sehr die Autorin Romy Hausmann.

Sie sind auf Social Media sehr aktiv, planen und realisieren aber auch Lesungen und andere spannende Buchprojekte. Welche Bausteine sind Ihrer Meinung nach entscheidend, wenn man sein Buch erfolgreich vermarkten will?
Wenn es um Buchmarketing geht, habe ich bisher die Erfahrung gemacht: Mehr ist mehr! Gerade wenn man noch neu in der Branche ist, muss man sich seinen Platz im Buchregal hart erkämpfen. Man sollte immer dranbleiben! Mein persönlicher Geheimtipp ist außerdem Authentizität! Der*die Leser*in interessiert sich im Normalfall nicht nur für den Inhalt des Textes, sondern auch dafür, welche Person ihn verfasst hat.
Ihr letzter Thriller war ein voller Erfolg. Verfolgen Sie inzwischen schon wieder ein neues Buchprojekt und können Sie uns schon verraten, an welchem Genre Sie sich dieses Mal versuchen werden?
Sie werden jetzt vermutlich lachen, wenn ich Ihnen verrate, dass im Moment tatsächlich drei Manuskripte von mir in Arbeit sind. Dazu kommt noch ein nationales Buchprojekt einer Sammelanthologie mit regionalen Künstler*innen, welches ich leite. Es wird unter anderem ein neuer Thriller erscheinen, und ich hoffe sehr, dass ich noch dieses Jahr den zweiten Teil zu »Sowieso Single – Carlottas Weg zur Selbstliebe« veröffentlichen kann!
Vielen Dank für das Gespräch!
Ich bedanke mich auch herzlich bei Ihnen für Ihr Interesse und Ihre Zeit.
Sie wollen mehr über erfahren und der Autorin beim Schreiben über die Schulter schauen? Auf Instagram können Sie das Schaffen der Autorin in Wort und Bild erleben.
Über die Autorin

Stefanie Randak aus Eggenfelden konnte sich 2020 einen großen Wunsch erfüllen: Sie machte sich nebenberuflich selbstständig, als ihr Erstlingswerk, der Thriller »Herbstverwesung« als gebundene Ausgabe sowie als e-Book erschien. Die 27-Jährige veröffentlichte danach weitere Werke, unter anderem die Kurzgeschichten »Das Diplom«, welches von Plastikmüll im Ozean handelt. Die zweite Kurzgeschichte trägt den Titel »Kaschmir statt Polyester«, welche im Rahmen eines Kurzgeschichtenwettbewerbs zum Thema »Rosarote Brille« erschien. Die jüngste Kurzgeschichte der Autorin trägt den Titel »Es war einmal« und beschäftigt sich mit bekannten Märchenfiguren in der heutigen Zeit.
Die hauptberufliche Kinderpflegerin veröffentlichte 2022 ein weiteres Werk, den Gesellschaftsroman »Sowieso Single – Carlottas Weg zur Selbstliebe«. Dieser Roman ist auch auf internationalen Buchmessen vertreten, und zusätzlich weltweit als e-Book erhältlich. Aktuell verbreitet sich ihr Ratgeber »How to write a book – eine junge Autorin erzählt« in den Buchläden, welcher frisch aus dem Druck kommt.
Neben den grundliegenden Arbeiten »Bücher schreiben und veröffentlichen« verfolgt Stefanie Randak anderweitige Projekte: Ihre Werke sind in örtlichen Kunstgalerien ausgestellt, sie hält regelmäßig Lesungen mit Signierstunde und hat sogar »How to write a book – eine junge Autorin erzählt« verfilmt. Hierbei sitzt die junge Autorin selbst vor der Kamera und gibt Tipps, wie es jedem gelingen wird, ein Buch zu schreiben und zu veröffentlichen. An dem Kurzgeschichtenwettbewerb »Gerner Geschichten« 2024 in Eggenfelden sitzt Stefanie Randak in der Jury und bewertet die Manuskripte.
Momentan arbeitet Stefanie an dem zweiten Teil zu »Sowieso Single – Carlottas Weg zur Selbstliebe«, sowie an einem weiteren Thriller. Zudem leitet Frau Randak ein nationales Kunstprojekt, eine Sammelanthologie mit Künstlern aus der Region. Diese Arbeit wird ergänzt durch das Korrigieren und Überarbeiten von Manuskripten anderer Menschen, die auch in dieser Branche etwas veröffentlichen wollen.


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