Kreatives Schreiben: 5 Übungen für mehr Spaß am Schreiben

Wie schreibe ich ein Buch - Buch schreiben auf Laptop mit Brille

Wie schreibe ich ein Buch? Mit Freude! Mit diesen fünf Übungen verbessern Sie Ihren Schreibstil auf spielerische Art!

Wie schreibe ich ein Buch? Mit Freude! Mit diesen fünf Übungen verbessern Sie Ihren Schreibstil auf spielerische Art!

Ohne Frage, die Lockdowns brachten viele Nachteile mit sich. Doch ein Bereich hat von der Auszeit profitiert wie kein anderer: unsere Kreativität. Endlich konnten wir wieder singen, lesen, schreiben und schaffen, ohne ständig auf die Uhr zu schauen. Verborgene Potentiale wurden freigesetzt und mehr Bananenbrot gebacken, als man in einem Leben essen kann. Diejenigen, die das Schreiben für sich entdeckt haben, verspüren nun vielleicht den Wunsch, ein Buch zu schreiben und stellen sich die Frage: „Wie schreibe ich ein Buch?“

Die Antwort lautet: mit Freude. Denn der Weg zum Buch wird steinig, wenn man den Spaß an der Sache verliert. Für alle, die dem Schreiben mit mehr Freude und Leichtigkeit begegnen wollen, haben wir vom novum Verlag fünf spielerische Schreibübungen vorbereitet. Technik und Stil kommen bei den Übungen aber auch nicht zu kurz. Denn auch für das spielerische Schreiben gelten gewisse Spielregeln, die sicherstellen, dass Ihr Buch den Anforderungen eines Verlages genügt. Diese fünf Übungen fördern den Spaßfaktor und folgen doch allen Regeln der Kunst.  

5 Übungen für mehr Spaß am Schreiben

  • Übung 1: „Impulsivität“ 

Wie schreibe ich ein Buch? Wer sich diese Frage stellt, setzt sich ganz schön unter Druck und sorgt für steife Finger. Gerade am Anfang sollten Sie sich von strengen Vorgaben lösen und Ihre dichterische Freiheit entfesseln. Betrachten Sie das Blatt Papier wie eine Leinwand, die bunt bemalt werden will. Es gibt keine Linien, keine Grenzen, die sie beachten müssen. Schreiben Sie, was immer Sie wollen – ohne es zu bewerten! So funktioniert es: Füllen Sie mindestens eine Seite mit allem, was Ihnen zu einem der folgenden Wörter einfällt: „ZELLE“, „FEDER“, „FEURIG“, „GANG“, „WILD“, „HAARIG“. Sollten Sie einmal ins Stocken geraten, schreiben Sie Ihr Impulswort einfach so oft aufs Papier, bis Ihnen wieder etwas Neues einfällt. Sie werden überrascht sein, was alles in Ihnen steckt.

  • Übung 2: „Altpapier“

Wie schreibe ich ein Buch? Die Antwort darauf ist so individuell wie Sie selbst. Stellen Sie sich also folgende Frage: Was macht für Sie einen schlechten Schreibstil aus? Mögen Sie kitschige, blumige Sprache? Wie stehen Sie zu kurzen Sätzen im Stenografiestil und wie zu Schachtelsätzen über mehrere Zeilen? Überlegen Sie, was einen schlechten Stil für Sie ausmacht und – übernehmen Sie ihn. Schreiben Sie absichtlich Schrott. Das macht nicht nur Spaß, sondern hilft Ihnen auch, Ihren eigenen Stil zu entwickeln. Am Ende schreiben Sie das kleine Wörtchen „Versagen“ auf Ihren Zettel, zerknüllen ihn und werfen ihn voller Genugtuung zum Altpapier.

Wie schreibe ich ein Buch? - Bunte Bleistifte

 

  • Übung 3: „Anschauung“ 

Voraussetzung für einen eigenen Stil ist ein großer Wortschatz. Erweitern Sie ihn! Um zu vermeiden, dass Ihre Beschreibungen von Natur, Mensch und Dingen in Ihrem Werk gleich klingen, ist es unerlässlich, sich im Beobachten und Beschreiben zu üben. Wählen Sie zu diesem Zweck eine Person aus ihrem näheren Umfeld aus und versuchen Sie, sie zu beschreiben. Das kann ein*e Freund*in, ein*e Nachbar*in oder auch ein*e Arbeitskolleg*in sein. Betrachten Sie die Person so, als ob Sie ihr zum ersten Mal begegnen würden. Wie sieht sie aus? Welche Zeichnung haben ihre Gesichtszüge? Welche Farbe hat ihre Aura? Für die ersten Versuche bietet sich eine Person an, die sie kaum persönlich kennen. Manchmal ist es leichter, etwas mit Abstand zu beschreiben. Das steigert den Schwierigkeitsgrad und Sie wachsen auch noch an der Herausforderung.

  • Übung 4: „Hundstage“

Was haben Leonie Swann, Anna Sewell und Jack London gemeinsam? Tierische Hauptfiguren! Sie alle sind Verfasser*innen von Tierromanen, die die Welt aus der Perspektive von Hunden, Schafen oder Pferde betrachten. Die Empathie hat sich gelohnt, denn sowohl „Glennkill“ als auch „Black Beauty“ und „Ruf der Wildnis“ zählen zu hoch geachteten Weltbestsellern. Nehmen Sie sich ein Beispiel und schreiben Sie eine Kurzgeschichte aus dem Blickwinkel eines Tiers. Verwandeln Sie sich in ein Schwein, eine Schlange oder ein Faultier. Diese Übung verspricht nicht nur Spaß, sondern auch ein besseres Gespür für die Kunst der richtigen Perspektive.

  • Übung 5: „Yolo!“

Yolo, Smombie oder Swag? Boomer, Bobo oder Cringe? Alle diese Wörter finden Sie in den Listen zu den internationalen Wörtern, Unwörtern und Jugendwörtern des Jahres. Eine Übung für mehr Kreativität und Sprachkompetenz: Schreiben Sie im ersten Schritt Ihren Tag in Form einer kleinen Nacherzählung nieder. Im zweiten Schritt versuchen Sie, den gesamten Text im Dialekt oder mit Akzent wiederzugeben. Wählen Sie einen Jargon, der Ihnen vertraut ist und übersetzen Sie das Geschriebene ins Britische, Plattdeutsche oder in Schwyzerdütsch.  Sie können aber auch eines der oben genannten Wörter verwenden, um so einen völlig neuen Text zu verfassen. Diese Übung wird auch Ihre Romandialoge verbessern. Autor Anthony Burgess hat diese Kunst in „Uhrwerk Orange“ bis zur Spitze getrieben und das gesamte Werk in der erfundenen Jugendslangsprache „Nadsat“ geschrieben. Tipps und Tricks für spannende Romandialoge finden Sie übrigens hier. Und nicht vergessen: „Nich lang schnacken, Kopp in Nacken!“


Eine Antwort auf die Frage „Wie schreibe ich ein Buch?“ finden Sie übrigens auch in unserem erfolgreichen Autorenratgeber „Fakt und Fiktion“, den Sie hier bestellen können.

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