Cover: Einfache Therapien, die kaum einer macht

Einfache Therapien, die kaum einer macht
obwohl sie wirken, inklusive Therapie gegen Long COVID


EUR 27,90

Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 124
ISBN: 978-3-99130-629-0
Erscheinungsdatum: 25.03.2025
Viele Menschen misstrauen der Medizin oder fürchten Nebenwirkungen. Manche greifen daher zur Homöopathie, darüber freut sich nur der Apotheker. Einfaches Denken ist gefragt und kann Therapien und Gesundung bringen …
Kopf


1 Migräne

Weltweit leiden etwa 13 % der Bevölkerung an Migräne. In Österreich sind dies deutlich mehr als eine Million Betroffene. Migräne ist in der internationalen Klassifikation für Kopfschmerzerkrankungen gelistet (ICHD).
Die Ursache ist unklar, einen Biomarker zur Diagnose gibt es nicht.
Eine auf der Dementia World Conference in San Francisco im September 2024 von Tomas Sobrino vorgestellte Studie deutet allerdings an, dass die Bestimmung von Autotaxin hilfreich sein kann.
Vorerst ist man ist auf die Anamnese (Krankengeschichte) angewiesen.
Überraschenderweise aber finden sich in der Literaturdatenbank des NIH (National Institute of Health) PubMed 421 Publikationen, wenn man die Stichwörter „migraine and histamine“ eingibt.

Histamin kann Migräne auslösen, ist aber in der Neurologie offenbar kein Thema.
Spannend!

Brössner schreibt in einem „state of the art-Artikel über Migräne“ in der Österreichischen Ärztezeitung, dass die Schmerzen meistens von Übelkeit und Erbrechen beziehungsweise auch Licht- und Lärmempfindlichkeit begleitet sind.
Übelkeit und Erbrechen sind die klassischen Symptome der Seekrankheit, die primär Histamin als Ursache hat.
Übelkeit und Erbrechen sind klassische Symptome im Rahmen eines anaphylaktischen Schocks (z. B. bei auf Wespengift allergischen Menschen), der primär Histamin als Ursache hat.
Übelkeit und Erbrechen begleiten etwa 28 % der Schwangeren in den ersten 3 Monaten und haben wahrscheinlich Histamin (und nicht humanes Choriongonadotropin, wie immer wieder behauptet) als Ursache.
Die Übelkeit vergeht, wenn dann, ab der 12. Woche der Schwangerschaft, die Diaminoxydase (DAO = Histamin-abbauendes Enzym) auf das Hundertfache ansteigt und Histamin keine Rolle mehr spielt.
In dem Zusammenhang ist interessant, dass die österreichische Pionierin der Medizin, Regine Kapeller-Adler (1900–1991), auch „Histamin-Queen“ genannt,
einen Schwangerschaftstest mit Histidin (eine Vorstufe zu Histamin) entwickelte.
Prof. Dr. Göbel (leitet eine Kopfschmerzklinik in Kiel) schreibt in seinem Buch, dass es keine bessere Therapie gegen Migräne gibt als die Schwangerschaft, da ab dem 3. Monat Kopfschmerzen und Migräne verschwinden: Anstieg der DAO siehe oben und Hinweis auf die wichtige Rolle von Histamin.
Brössner schreibt in seinem „state of the art“-Artikel, dass Stressreduktion grundsätzlich das Ziel in der Therapie sein sollte.
Nun: Stress löst Histamin aus.
Auch vor Operationen in Allgemeinanästhesie kommt es schon vor der Operation zu einem Histamin-Anstieg: Ursache ist wieder Stress.
In einer Doppelblindstudie an der Universität in Trier mit Studenten konnte gezeigt werden, dass die Gruppe, die Vitamin C erhielt, beim Stresstest besser abgeschnitten hat.

Histamin kann durch das Enzym Diaminoxydase (DAO) enzymatisch, aber auch durch Vitamin C dosisabhängig abgebaut werden.

Aspirin C bei Migräne:
Interessant ist in diesem Zusammenhang auch, zu welchen Medikamenten Patienten mit Migräne am meisten greifen:
1) Aspirin C, 2) Tryptane (z. B. Sumatriptan) und wieder 3) Aspirin.
Da Aspirin C gegenüber Aspirin bevorzugt wird, könnte auch das ein Hinweis in Richtung Histamin sein.
Brössner schreibt auch, dass alimentäre Diäten ohne Wirksamkeitsnachweis und daher nicht zu empfehlen sind!?
Wenn nun aber Histamin Migräne auslösen kann, dann wäre doch der Versuch einer Histamin-freien Diät die einfachste Maßnahme!

Und diese Diät kostet nichts!

Da der Histamin-Gehalt in Lebensmitteln nicht angegeben wird, kann sich der Konsument nur an allgemeine Richtlinien halten.

Kopfschmerzen und Histamin-freie Diät:

Dass eine Histamin-freie Diät bei Kopfschmerzen helfen kann, konnten wir in einer Studie an 35 Patienten mit Kopfschmerzen zeigen.

Die durchschnittliche Frequenz ging von 14 Tagen/Monat auf 2 Tage/Monat zurück. Im Klartext:
Von den 35 Patienten wurden nach einem Monat 20 beschwerdefrei, 8 zeigten eine 50 %ige Besserung und bei 5 Patienten zeigte sich keine Wirkung.
Trotz dieser Datenlage hat die Histamin-Vermeidung bei den Neurologen meines Wissens bisher keinen Stellenwert.

FAZIT: Umso mehr sollten Migränepatienten die Histamin-freie Diät versuchen.


Literatur

Brössner G, Frank F, Kaltseis K
Österreichische Ärztezeitung 9/19 Mai 2021, 22–29.
Jarisch R. (Herausgeber), Histamin Intoleranz, Trias Verlag 2022.




2 Grünes Licht für die Migräne?


Peter Heilig

Was ist Migräne?

Betroffene können ein Lied davon singen. Schlicht auf die Frage „Kopfschmerzen?“ zu antworten, wäre geschmeichelt. Treffendere Bezeichnung: „Folterkammer im Kopf.“

Attacken sind es, „höllische“, schlimmer als „ordinäres Schädelweh“ – wiederkehrend, oft einseitig, strafverschärft durch Geruchsempfindlichkeit und Übelkeit bis zum Erbrechen. Das Geräusch zufallender Türen hört sich an wie Saturn-Raketenstarts. „Ganz schlimm schmerzt helles Licht: Das ist die Hölle!“ Es bleibt nur die Flucht in den dunkelsten und ruhigsten Winkel der Behausung. Alltäglich gewohnte Aktivitäten müssen ruhen, die Berufsausübung pausieren, ebenso physisch anstrengende Tätigkeiten.

Migräneanfälle werden verschärft durch zu helles Licht.

Sehbehinderte Migränepatienten empfinden blaues Licht am schmerzhaftesten, denn sie fühlen sich schon im Anfall-freien Intervall häufig „geblendet“. Während der Anfälle wird helles Licht für sie geradezu „unerträglich“ und als stechender Schmerz beschrieben. Im Straßenverkehr haben Blendungen extrem zugenommen. Unfälle sind unter diesen Umständen „vorprogrammiert“, denn schwere Blendungseffekte können vorübergehende Orientierungslosigkeit verursachen – besonders fatal im Straßenverkehr –, ganz besonders für Menschen, die unter Migräne leiden.
Apropos:
BLENDUNG kann länger wirken, als dies allgemein bekannt ist und je bewusst wird. Über das Fahren „wie in einem schwarzen Tunnel“ klagen von blitzblauen KFZ-Scheinwerfern Geblendete. In diesem Zustand legen diese – je nach Fahrgeschwindigkeit – ziemlich weite Strecken zurück. Es kann einen Hauch zu lange dauern, bis sich die Netzhaut vom „Licht-Stress“ erholt hat und „Straßenverkehrstauglichkeit“ erreicht wurde. Auch geringfügige Sehbehinderungen, wie zarte Unregelmäßigkeiten der Augenlinsen oder geringfügige Netzhautschäden, können empfindlich stören. Bei augenärztlichen Untersuchungen im abgedunkelten Raum, vorausgesetzt keine Blendung, gibt es meist kein nennenswertes Problem, aber am „Kriegsschauplatz“ Straße ist mit Überstrahlungen, „Nebelwand“-Effekten und ernsten passageren Sehstörungen zu rechnen – Fazit: erhöhte Unfallgefahr.

Um kein Missverständnis aufkommen zu lassen: Weder Netzhautexperte noch (Grauer-) Star-Chirurg sind hier gefordert, sondern die KFZ- und Beleuchtungs-Industrie.
Die Partner von Migränepatienten beklagen, dass sie wie in einer dunklen Höhle leben müssen, auch zwischen Migräneanfällen ihrer Lieben. Das höchste der Gefühle war früher das warme, gelbliche Licht alter, schwacher Glühbirnen. Grell-kaltblauweißes Licht ist nun überall im Einsatz, von Krabbelstuben bis zum Pflegeheim; in den Straßenverkehr-Szenarios besonders problematisch – sowohl mit als auch ohne Migräne oder Sehstörung. Eigenartige „Blaulichtbrillen“ waren einst sogar zur Behandlung der Demenz im Einsatz, vielleicht als magisch-spirituelle „Aufheller“.
Dies erinnert an das „Antiblendlicht“ – gegen KFZ-Scheinwerfer-Blendungen. Derartige Konstrukte strahlen Licht aus kurzer Distanz in die Augen von Patienten oder gesunden unbescholtenen Autolenkern – eine Renaissance der Schildbürgerstreiche oder anders formuliert: „Schnurrpfeifereien.“
Migräne-Forscher, auf der Suche nach den Auslösern von Migräneanfällen, „stolperten“ über einen auffallenden Befund: In den Spezialuntersuchungen der Augen von Migränepatienten fanden sie „unerwarteterweise“ eine besonders hohe (bio)elektrische Zacke. Wie ein Hinweispfeil zeigt dieses Potential auf die primär „über“-empfindliche Netzhaut des „Migräneauges“. Das Licht führt – auch messbar – zu überschießenden Reaktionen, zuerst im Auge, dann im Gehirn und letztendlich in der von Schmerzen geplagten Seele/Psyche.
Blaues Licht verstärkt die bestehende Licht- und Blendungsempfindlichkeit noch mehr.

Wie kann geholfen werden?

Ganz einfach: Blaustichiges Licht meiden, so gut es geht. Die Helligkeit reduzieren, dimmen, Blau filtern etc. Im Zentrum der Netzhaut, an der Stelle des schärfsten Sehens, fehlen Blau-empfindliche Zapfen. „Blaues Licht liefert keinen nennenswerten Beitrag zu Sehschärfe oder Formensehen“ – dies ist seit „ewigen Zeiten“ bekannt. (Brindley 1954)
Beleuchtungsindustrie, Lichttechniker, Verkehrskommissionen, die Umwelthygiene, Umwelt-Anwaltschaften und Medizin etc. werden ebenfalls „seit ewigen Zeiten“ informiert.
Regelmäßig, immer wieder. Dennoch dominiert im Kunstlicht-„Dschungel“ das kurzwellige, blaustichige Licht immer mehr. Blau blendet stärker, streut und lenkt mehr ab, macht deutlich mehr Kopfweh.
Gelbes und gelbliches Licht blendet und streut weniger, verbessert das Kontrastsehen und schützt die Netzhaut vor möglichen Lichtschäden.
Grünes Licht wird von Migränepatienten am besten vertragen.
Grün wirkt auf sie ausgesprochen „beruhigend und entspannend“. Es verringert sogar Kopfschmerzen. Dimmbar sollte es sein; betroffene Patienten können die Helligkeit (während des Anfalls) so weit wie erforderlich abschwächen – viele individuelle Wünsche lassen sich von der modernen Lichttechnik erfüllen. Von grünen LEDs und anderen Leuchtmitteln abgesehen, stehen grüne Filter und Beleuchter-Folien etc. zur Verfügung.
Grüne Brillen, vor etwa 100 Jahren entwickelt, weil Flugzeugpiloten, geblendet von der Sonne, „über Kopfschmerzen und Übelkeit“ klagten (dies erinnert an Migränesymptome), diese damals „stylischen Sonnenbrillen“ kamen später wieder aus der Mode. Optiker beraten gerne über – auf Wunsch – grün getöntes Glas in „Flip-Up“- oder Aufsteck-Modellen etc.
Im Freien: bei Bedarf Sonnenbrillen, angepasst an die Tageslicht-Intensität, bräunlich (z. B. Sport- oder Radfahrbrillen – „wrap around“ – als Schutz vor seitlich einfallendem Licht). Am Berg, am Gletscher, in Schnee und Eis, beim Wassersport – ausreichend dunkel. Bei extremer Lichtempfindlichkeit kämen auch die noch dunkleren „Gletscherbrillen“ in Frage; beim Bootfahren oder Fischen evtl. polarisierende Gläser. Auch Hutkrempen oder ein Kappenschirm machen sich bei extremer Lichtempfindlichkeit wohltuend bemerkbar.
„Nachtfahrbrillen“ heftig, jedoch irreführend beworben, reduzieren, wie jeder Filter, die zentrale Sehschärfe. Im Stadtbereich, bei heller Straßenbeleuchtung – kein Problem. Bei Überlandfahrten während stockdunkler Nacht sind diese Produkte nicht zu empfehlen.
Handy bis Tablet, PC etc.: Grell-kaltblauweißes Licht ihrer Monitore, nun scheinbar ein „Qualitätsmerkmal“, quält empfindliche Netzhäute, Tag und Nacht – ein Leben lang, in Form lange anhaltender „Über-Reizung“. Offenbar wurde vergessen, wie sehr sich unsere Augen an beinahe jede Helligkeit anpassen können.

Empfohlen wird daher

„Dunkler Hintergrund mit heller – z. B. grüner – Schrift auf allen Smartphones, Tablets, PCs etc. und diversen Monitoren.“ Die Gesamthelligkeit des jeweiligen Schirms sinkt dadurch auf erträgliche Werte. Viele Sehbehinderte ziehen diese Option seit jeher vor. Sie fühlen sich weniger geblendet, das Lesen wird erleichtert, Müdigkeit, „trockenes Auge“ etc. stellen sich später bis gar nicht ein.
Abgesehen vom störenden hellen Lichteinfluss sollten auch andere in Verdacht geratene Auslöser von Migräneanfällen vermieden werden:
„Histamin kann Kopfschmerzen und Migräne auslösen, speziell bei Personen mit Histamin-Intoleranz. Betroffene wissen das spätestens nach einem Glas Rotwein oder Champagner. Ein Antihistaminikum vor dem Konsum kann das verhindern. Die beste „Therapie“ gegen Migräne ist allerdings die Schwangerschaft – tatsächlich gibt es kaum eine bessere vorbeugende Maßnahme.“ (Buch: Göbel, Die Kopfschmerzen, Springer 2003)

Auch zu geringe Flüssigkeitsaufnahme kann ein mitschuldiger Faktor sein, besonders bei nächtlicher Dehydrierung (Austrocknung). In den frühen Morgenstunden häufen sich Herz-Kreislaufprobleme – mögliche Vorreiter und Vorboten für Kopfschmerz und Migräne.
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Top - 17.07.2025

5 Sterne

5 Sterne
Schön dass mal jemand das Thema anspricht  - 17.07.2025
R.Graf

Long COVID ist wirklich ne üble Sache. Schlimmer noch, dass es kaum anerkannt wird.

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