Die drei großen Gs
Wie du dich glücklich, gesund und reich denkst
EUR 26,90
Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 88
ISBN: 978-3-7116-1654-8
Erscheinungsdatum: 13.05.2026
Glück, Gesundheit und Geld – das wünscht sich jeder Mensch. Was, wenn es eine Möglichkeit gibt, endlich das große Glück zu finden und das eigene Leben aktiv zu gestalten? Die drei großen G's zeigen dir, wie auch du ein Glückskind wirst.
Einleitung
Wenn man mit Menschen spricht – und das tue ich täglich in meiner Praxis –, dann tauchen im Kern immer wieder dieselben Themen auf. Ob im Gespräch mit einer Führungskraft, mit einer Mutter, einem Jugendlichen oder einem Unternehmer: Früher oder später drehen sich die Fragen und Sorgen um Glück, Gesundheit und Geld. Es sind diese drei großen Gs, die uns antreiben, uns motivieren, uns aber auch ausbremsen können.
Manche betrachten sie getrennt voneinander, als ob Glück nichts mit Gesundheit zu tun hätte oder Geld nichts mit Freude und Spaß. Doch die Erfahrung zeigt: Sie hängen enger zusammen, als wir es oft wahrhaben wollen. Fehlt einer dieser drei Kernaspekte im Leben, geraten die anderen leichter aus dem Gleichgewicht. Fehlende Gesundheit führt oft zu mangelnder Lebensfreude und Motivation, um Geld zu machen. Geldmangel lässt den Stresspegel steigen, und Existenzangst macht sich breit, was wiederum die Gesundheit belastet. Und ohne Glück wirkt alles, was wir haben, jeglicher Erfolg, aber auch Reichtum und Gesundheit, schal und leer.
Wie heißt es so schön …
„Geld macht nicht glücklich, aber damit kann man sich vieles kaufen, was glücklich macht.“
Oder …
„Die meisten Menschen sind so glücklich, wie sie es sich selbst vorgenommen haben.“ (Abraham Lincoln)
Und genau damit beschäftigt sich dieses Buch – mit dem Sich-Vornehmen, glücklich zu sein.
Die gute Nachricht: Die drei großen Gs sind gestaltbar. Wir sind nicht Opfer äußerer Umstände. Wir haben mehr Einfluss, als wir glauben. Das herauszufinden, zu präzisieren und für sich nutzbar zu machen, das ist die Kernbotschaft dieses Buches. Ich möchte mit diesem Buch jedem Menschen einen Leitfaden an die Hand geben für ein selbstermächtigtes Leben. Sich nicht damit zufriedenzugeben, was andere für Konzepte für uns bereithalten, ist ein wesentlicher Schritt in Richtung ganz großes Glück.
Ich möchte, dass jeder, der dieses Buch liest, danach ein Bild vor Augen hat, was für ihn oder für sie Glück bedeutet. Ich möchte, dass meine Leser und Leserinnen wahrnehmen können, was sie glücklich macht und was nicht, dass sie ganz bewusst entscheiden können, welchen Weg sie gehen wollen. Die Wahrnehmung trainieren, welcher Weg glücklich macht und welcher nicht.
Diese Wege können sich ändern – man kann immer eine neue Wahl treffen, wichtig aber ist, dass wir losmarschieren. Wichtig ist, dass wir uns auf einen Weg machen, und wichtig ist, dass dieser Weg uns glücklich macht, auch wenn die Außenumstände nicht immer perfekt sind. Dieser gewählte Weg kann oft anstrengend sein oder oft einmal kraftraubend. Glücklich zu sein auf diesem Weg, das zu tun, was uns glücklich macht – das ist das Wesentliche. Denn wir haben immer den Augenblick – die Vergangenheit können wir nicht mehr beeinflussen, und wir haben zwar die Möglichkeit, die Zukunft zu beeinflussen, aber wir wissen nicht, wie lange unsere Zukunft dauert.
Wir haben den Augenblick des Glücks, den wir uns gestalten können, den wir kreieren und der in unserer Zuständigkeit liegt, in unserer Macht, in unserer Verantwortung.
Wir sollten unser Glück niemals den anderen überlassen, wir sollten niemals die Entscheidung über unser Glück, die Macht über unser Glück, den anderen überlassen.
Das Glück ist unsere Sache, unsere Wahl, unsere Entscheidung, unser Zuständigkeitsbereich. Wenn wir die Verantwortung dafür übernehmen, wenn wir das Gewahrsein darauflegen, dass wir entscheiden, was uns glücklich macht und was nicht, nicht die anderen – dann ist das ein unglaubliches Geschenk.
Es birgt ein unglaubliches Potenzial, denn mit diesem Wissen können wir zu jeder Zeit in jeder Situation entscheiden, glücklich zu sein. Wir sind nicht davon abhängig, ob andere uns glücklich machen, wir sind nicht davon abhängig, ob Umstände uns glücklich machen – wir entscheiden, glücklich zu sein, wir entscheiden, fröhlich zu sein, und wir entscheiden, dass unser Leben wunderbar ist!
Kapitel 1
Die drei großen Gs:
Glück, Gesundheit, Geld
Glück – das Mysterium
Die meisten Menschen streben nach Glück. Doch frag zehn Menschen, was Glück für sie bedeutet, und du wirst zehn verschiedene Antworten bekommen. Für den einen ist es materieller Wohlstand, für den anderen die Familie, für einen dritten innere Ruhe oder das Erleben von Abenteuern. Für manche ist das größte Glück der eigene Garten, manche lieben ihren bepflanzten Balkon, wieder andere mögen gar keine Pflanzen. Für manche Menschen liegt das größte Glück der Erde auf dem Rücken der Pferde, wieder andere haben eine Tierhaarallergie und können schon aufgrund dessen nicht ihr Glück bei Tieren finden. Viele Menschen reisen gern, aber viele fürchten auch das Reisen und fühlen sich nur in den eigenen vier Wänden glücklich. Es gibt Menschen, die leben sehr zurückgezogen ohne technischen Schnickschnack in entlegenen Waldgebieten und fühlen sich glücklicher als so viele, die täglich in belebten U-Bahnen zur Arbeit hetzen.
Glück ist subjektiv – und gerade deshalb so spannend. Denn wir können es für uns selbst definieren, nicht jedoch für jemand anderen festlegen. Alle Konzepte, Glück messbar, wägbar oder reproduzierbar zu machen, scheitern letztlich, denn sie vergessen etwas sehr Wesentliches: Glück ist individuell, für jeden anders und nur in sich selbst zu finden. Es gibt keine Glückspille, kein Glücksrezept, keine Glücksmethode. Es gibt nur die eine Wahl – Ich bin glücklich. Denn genau das ist Glück – eine Wahl, eine Entscheidung.
Wie sagte bereits Erich Fromm: „Glück ist kein Geschenk der Götter, sondern die Frucht innerer Einstellung.“
„Glücklich ist nicht, wer anderen so vorkommt, sondern wer sich selbst dafür hält.“ (Seneca)
Gesundheit – der Schlüssel zu allem?
Gesundheit hingegen erscheint objektiver. Ohne körperliches und geistiges Wohlbefinden verliert alles andere an Glanz. Doch auch Gesundheit ist nicht nur Schicksal, sondern hängt von unserer Haltung, unserer Ernährung, unserer Bewegung und unseren Gedanken ab.
Es gibt zum Beispiel Erkrankungen, die mit einer Degeneration von Motoneuronen einhergehen. Das bedeutet für die Betroffenen einen Verlust an Autonomie, Mobilität, den Verlust von selbstständiger Atmung und Artikulation, wie wir sie kennen. Viele meiner Leser werden jetzt vielleicht Bedauern äußern oder sich denken, welch ein furchtbares Leben. Doch möchte ich widersprechen – wie gesagt, jeder entscheidet selbst darüber, ob und wie er Gesundheit und Glück in Verbindung bringt. Es gibt Menschen, die sich rasch in solch eine neue Situation einfinden können und ihre Ziele adaptieren. Denn trotz Erkrankung kann man den Wert seines Lebens wahrnehmen, möglichst lange und glücklich leben wollen. Auch erkrankte Menschen haben das Recht, ihr Leben zu genießen. Glücklich zu sein. Ohne Bewertung durch andere. Denn im Grunde ist das vermeintliche Mitleid eine Bewertung. Ein: „Ich maße mir an, darüber zu urteilen, ob dein Leben glücklich sein kann oder nicht.“
Ich kenne Menschen, die ihr Leben trotz Krankheit genießen. Trotz Verlust der Mobilität und Autonomie. Menschen, die für sich Methoden entwickeln, mit der Situation nicht nur zurechtzukommen, sondern sie optimal zu nutzen und Spaß damit zu haben. Manch ein Betroffener nutzt vielleicht sein unglaubliches kognitives Repertoire, um zu schreiben, Missstände aufzudecken und letztlich nicht nur für sich, sondern auch für andere Betroffene die bürokratischen Mühlen zu beschleunigen. Wer würde sich also anmaßen zu behaupten, dass ein erkrankter Mensch in seiner Grunderkrankung nicht glücklich sein darf? Wer würde sich anmaßen, dass man nur mit funktionierender Muskulatur und erhaltener selbstständiger Atmung glücklich sein darf?
Muss man gesund sein, um glücklich zu sein? Gibt es nicht auch demente Menschen, die in ihrer Welt sehr glücklich sind und sich wohlfühlen im Kreise ihrer Familie? Ist es nicht oft auch nur unsere Ansicht von Glück, die Unglück produziert? Denn Ansichten und Wertungen vermehren weder Gesundheit noch Glück. Ganz im Gegenteil. In der Medizin arbeitet man oft mit dem Bewerten von Körpern. Man teilt Körper ein, gibt ihnen Normen, die es zu erfüllen gilt, und hängt ihnen Diagnosen, manchmal, schlimmer noch, Ablaufdaten um. Gesundheit wird als die Abwesenheit von Krankheit definiert, aber wer hat heutzutage denn eigentlich keine Diagnose mehr? Sind dann alle Menschen krank? Oder ist doch jeder so gesund, wie er oder sie sich fühlt? Wir leben in Zeiten, in denen Alter keine Grenze mehr sein darf – das sehe ich auch so –, aber gesund fühlen darf sich eigentlich kaum mehr jemand, denn irgendeine Diagnose findet sich bei jedem.
Geld – ach ja, das liebe Geld!
Das liebe Geld! Viele wollen es nicht ins Zentrum stellen – und doch: Ohne Geld fehlt uns die Freiheit, unser Leben so zu gestalten, wie wir es wollen. Geld ist nicht alles, aber es ist ein Verstärker. Es kann Sorgen lindern und Träume ermöglichen. Oder es kann Druck, Gier und Ängste erzeugen. Geld selbst ist neutral. Wir geben ihm Bedeutung. Wir bewerten Geld ununterbrochen. Etwas kostet viel Geld oder wenig. Man verdient viel Geld oder viel zu wenig. Geld verdirbt den Charakter oder Geld ist das Wichtigste überhaupt. Die Bewertungen und Ansichten zu Geld sind grenzenlos. Dabei ist Geld einfach eine Form von Energie. Geld ist ein Tauschmittel, eine Form des Ausgleichs. Geld macht unser Leben einfacher, zumindest in vielen Teilen der Welt. Es gibt noch Orte, in denen Geld keine Bedeutung hat, und diese Menschen sind glücklich, auch ohne Geld. Lebt man aber weniger entlegen und in weniger unberührter Natur, dann ist Geld eine Möglichkeit, seine Ziele schneller zu erreichen. Glücklich macht es freilich trotzdem nicht, oder sagen wir so – die Wahl, glücklich zu sein, kann man auch ohne finanzielle Ressourcen treffen, denn ich bin davon überzeugt, dass man dann immer das bekommt, was man benötigt. Glücklich zu sein ist sozusagen die Hauptaufgabe auf dieser Welt. Der Sinn unseres Daseins. Denn unglücklich zu sein war sicherlich nicht der Grund der Schöpfung.
Wie kann man aber glücklich sein, wenn man (noch) kein Geld hat oder, schlimmer noch, nicht gesund ist? Das möchte ich in diesem Buch erarbeiten.
Diese drei großen Gs beeinflussen sich gegenseitig. Glück stärkt die Gesundheit und führt zu finanziellem Zustrom. Gesundheit erleichtert das Geldverdienen und natürlich auch das Glücklichsein. Geld wiederum schafft Freiräume für Erlebnisse, die glücklich machen. Wer sie isoliert betrachtet, verpasst den größeren Zusammenhang.
Kapitel 2
Wie wurde Glück mein Herzensthema?
Ich selbst habe viele Jahre geglaubt, dass Glück etwas ist, das anderen zufällt, nur nicht mir. Ich fühlte mich unbeachtet, vernachlässigt und ungeliebt. Aufgewachsen bei einer alleinerziehenden Mutter mit meiner kleinen Schwester, war unser Leben geprägt von Knappheit und Sorgen. Meine Mutter war ein Mensch, der Glück nur im Außen finden konnte und im Besonderen in einer Beziehung. Hatte sie keine, war sie schon allein deshalb unglücklich. Außerdem gab sie uns Kindern immer wieder zu verstehen, dass sie die Tatsache, Kinder bekommen zu haben, ebenfalls als eines ihrer großen Fails betrachtete. Unbewusst übernahm ich diese Muster. Lange Zeit machte ich mich verantwortlich für das Unglück meiner Mutter. Ich dachte, wenn ich anders wäre, würde es ihr besser gehen. Ich versuchte, immer mehr der Mensch zu werden, den sie haben wollte. Keine eigene Identität, kein Widersprechen, keine eigene Meinung, kein Rebellieren. Ich wollte ihr gefallen und von ihr geliebt werden, um jeden Preis. Das hat natürlich mein Selbstbild geprägt, meine Art, Beziehungen zu führen, und auch meinen Körper. Ständiges Bewerten, zuerst durch meine Mutter, dann durch mich, ständige Selbstgeißelungen und ununterbrochener Selbsthass haben ihre Spuren hinterlassen. An Körper und Seele. Berufliche Erfolge konnten dieses Loch nicht ausreichend füllen. Ja, es gab Momente von Freude und Spaß, doch tief in mir blieb das Gefühl: „Ich bin kein Glückskind.“ Ich war sehr lange Zeit der Überzeugung, nicht liebenswert zu sein. Denn wenn mich schon meine Mutter nicht lieben kann, wer sollte es denn können?
Ich habe es selbst erlebt, inwiefern man in der Lage ist, sein Leben mit seinen Visionen, Worten, Gedanken und Ansichten umzugestalten, denn wie schon weiter oben erwähnt, war ich früher definitiv kein Glückskind. Wohl in der Schule eine sehr gute Schülerin und äußerst angepasst, wurde ich immerzu von meinen Schulkollegen gemobbt. Mobbing, Beschimpfungen und auch körperliche Übergriffe waren sowohl in der Schule als auch in meinem familiären Setting an der Tagesordnung. Man hat sich nicht um meine Bedürfnisse gekümmert, ich selbst, ein schweigsames und stilles Kind, war nicht in der Lage, meine Bedürfnisse adäquat auszudrücken oder ihre Durchsetzung zu forcieren. Ich fühlte mich immer übergangen – meine Bedürfnisse wurden nicht beachtet, und das hat mein Selbstwertgefühl und auch meine psychische Stabilität doch deutlich reduziert. Als ich ein Teenager wurde, zeichnete sich das auch im Äußerlichen ab, ich wurde unzufrieden mit meinem Körper und hatte Schwierigkeiten damit, Anklang beim männlichen Geschlecht zu finden. All diese Dinge haben mich zu einem sehr traurigen, unglücklichen und frustrierten Teenager gemacht. Im Studium war ich wiederum sehr erfolgreich, immer habe ich meinen beruflichen oder schulischen Erfolg als Hauptmotivation gesehen, denn das war letztlich gesehen die einzige Stütze für mein marodes Selbstwertgefühl. Ich konnte mich weder über meinen Charme noch über mein gutes Aussehen freuen. Auch hatte ich keine tollen Klamotten, denn auch in meiner Familie waren Geldknappheit und ständiges Sparenmüssen Thema. Wir lebten ein sehr zurückgezogenes, doch fast karges Leben – wie sicherlich viele Familien in den Achtzigern und Neunzigern. Ich lernte junge Männer kennen, diese Beziehungen waren meistens sehr frustrierend und auch nicht im Guten endend, was mich immer wieder bestätigte, dass ich doch ein unglücklicher Mensch sei – vom Glück verschmäht und von den Männern ebenso. Dass es eigentlich niemanden gab, der mich mag, toll findet und dass, kurz gesagt, das Leben nicht lebenswert sei. In diesem Konstrukt von Unglück, Depression und Selbstzweifeln war ich über viele Jahre gefangen, ich suchte, so wie zuvor meine Mutter, die Schuld im Außen. Ich meinte, Männer seien böse, die Menschen seien schlecht und überhaupt. Mein Leben sei so einfach nicht lebenswert. Glücklicherweise hatte ich immer viel Humor, ich konnte scherzen und ich lernte, zwanghaft witzig zu sein und Leute zu unterhalten, was eine Form von Beziehung ermöglichte. Ich wollte mir mein Leben immer wieder selbst gestalten, ich wollte die Herrin meines Lebens sein und bestimmen, wie es läuft und ob es glücklich ist. Derartige Bemühungen wurden immer von Phasen der Selbstzweifel unterbrochen, aber ich hatte schon früh das Talent, ein Stehaufmännchen zu sein. Immer wieder konnte ich mich aufrappeln und meinen Weg fortsetzen – diese Beständigkeit und auch dieses Durchsetzungsvermögen haben mich in meinem Leben immer begleitet, und das anerkenne ich bis heute sehr.
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Wenn man mit Menschen spricht – und das tue ich täglich in meiner Praxis –, dann tauchen im Kern immer wieder dieselben Themen auf. Ob im Gespräch mit einer Führungskraft, mit einer Mutter, einem Jugendlichen oder einem Unternehmer: Früher oder später drehen sich die Fragen und Sorgen um Glück, Gesundheit und Geld. Es sind diese drei großen Gs, die uns antreiben, uns motivieren, uns aber auch ausbremsen können.
Manche betrachten sie getrennt voneinander, als ob Glück nichts mit Gesundheit zu tun hätte oder Geld nichts mit Freude und Spaß. Doch die Erfahrung zeigt: Sie hängen enger zusammen, als wir es oft wahrhaben wollen. Fehlt einer dieser drei Kernaspekte im Leben, geraten die anderen leichter aus dem Gleichgewicht. Fehlende Gesundheit führt oft zu mangelnder Lebensfreude und Motivation, um Geld zu machen. Geldmangel lässt den Stresspegel steigen, und Existenzangst macht sich breit, was wiederum die Gesundheit belastet. Und ohne Glück wirkt alles, was wir haben, jeglicher Erfolg, aber auch Reichtum und Gesundheit, schal und leer.
Wie heißt es so schön …
„Geld macht nicht glücklich, aber damit kann man sich vieles kaufen, was glücklich macht.“
Oder …
„Die meisten Menschen sind so glücklich, wie sie es sich selbst vorgenommen haben.“ (Abraham Lincoln)
Und genau damit beschäftigt sich dieses Buch – mit dem Sich-Vornehmen, glücklich zu sein.
Die gute Nachricht: Die drei großen Gs sind gestaltbar. Wir sind nicht Opfer äußerer Umstände. Wir haben mehr Einfluss, als wir glauben. Das herauszufinden, zu präzisieren und für sich nutzbar zu machen, das ist die Kernbotschaft dieses Buches. Ich möchte mit diesem Buch jedem Menschen einen Leitfaden an die Hand geben für ein selbstermächtigtes Leben. Sich nicht damit zufriedenzugeben, was andere für Konzepte für uns bereithalten, ist ein wesentlicher Schritt in Richtung ganz großes Glück.
Ich möchte, dass jeder, der dieses Buch liest, danach ein Bild vor Augen hat, was für ihn oder für sie Glück bedeutet. Ich möchte, dass meine Leser und Leserinnen wahrnehmen können, was sie glücklich macht und was nicht, dass sie ganz bewusst entscheiden können, welchen Weg sie gehen wollen. Die Wahrnehmung trainieren, welcher Weg glücklich macht und welcher nicht.
Diese Wege können sich ändern – man kann immer eine neue Wahl treffen, wichtig aber ist, dass wir losmarschieren. Wichtig ist, dass wir uns auf einen Weg machen, und wichtig ist, dass dieser Weg uns glücklich macht, auch wenn die Außenumstände nicht immer perfekt sind. Dieser gewählte Weg kann oft anstrengend sein oder oft einmal kraftraubend. Glücklich zu sein auf diesem Weg, das zu tun, was uns glücklich macht – das ist das Wesentliche. Denn wir haben immer den Augenblick – die Vergangenheit können wir nicht mehr beeinflussen, und wir haben zwar die Möglichkeit, die Zukunft zu beeinflussen, aber wir wissen nicht, wie lange unsere Zukunft dauert.
Wir haben den Augenblick des Glücks, den wir uns gestalten können, den wir kreieren und der in unserer Zuständigkeit liegt, in unserer Macht, in unserer Verantwortung.
Wir sollten unser Glück niemals den anderen überlassen, wir sollten niemals die Entscheidung über unser Glück, die Macht über unser Glück, den anderen überlassen.
Das Glück ist unsere Sache, unsere Wahl, unsere Entscheidung, unser Zuständigkeitsbereich. Wenn wir die Verantwortung dafür übernehmen, wenn wir das Gewahrsein darauflegen, dass wir entscheiden, was uns glücklich macht und was nicht, nicht die anderen – dann ist das ein unglaubliches Geschenk.
Es birgt ein unglaubliches Potenzial, denn mit diesem Wissen können wir zu jeder Zeit in jeder Situation entscheiden, glücklich zu sein. Wir sind nicht davon abhängig, ob andere uns glücklich machen, wir sind nicht davon abhängig, ob Umstände uns glücklich machen – wir entscheiden, glücklich zu sein, wir entscheiden, fröhlich zu sein, und wir entscheiden, dass unser Leben wunderbar ist!
Kapitel 1
Die drei großen Gs:
Glück, Gesundheit, Geld
Glück – das Mysterium
Die meisten Menschen streben nach Glück. Doch frag zehn Menschen, was Glück für sie bedeutet, und du wirst zehn verschiedene Antworten bekommen. Für den einen ist es materieller Wohlstand, für den anderen die Familie, für einen dritten innere Ruhe oder das Erleben von Abenteuern. Für manche ist das größte Glück der eigene Garten, manche lieben ihren bepflanzten Balkon, wieder andere mögen gar keine Pflanzen. Für manche Menschen liegt das größte Glück der Erde auf dem Rücken der Pferde, wieder andere haben eine Tierhaarallergie und können schon aufgrund dessen nicht ihr Glück bei Tieren finden. Viele Menschen reisen gern, aber viele fürchten auch das Reisen und fühlen sich nur in den eigenen vier Wänden glücklich. Es gibt Menschen, die leben sehr zurückgezogen ohne technischen Schnickschnack in entlegenen Waldgebieten und fühlen sich glücklicher als so viele, die täglich in belebten U-Bahnen zur Arbeit hetzen.
Glück ist subjektiv – und gerade deshalb so spannend. Denn wir können es für uns selbst definieren, nicht jedoch für jemand anderen festlegen. Alle Konzepte, Glück messbar, wägbar oder reproduzierbar zu machen, scheitern letztlich, denn sie vergessen etwas sehr Wesentliches: Glück ist individuell, für jeden anders und nur in sich selbst zu finden. Es gibt keine Glückspille, kein Glücksrezept, keine Glücksmethode. Es gibt nur die eine Wahl – Ich bin glücklich. Denn genau das ist Glück – eine Wahl, eine Entscheidung.
Wie sagte bereits Erich Fromm: „Glück ist kein Geschenk der Götter, sondern die Frucht innerer Einstellung.“
„Glücklich ist nicht, wer anderen so vorkommt, sondern wer sich selbst dafür hält.“ (Seneca)
Gesundheit – der Schlüssel zu allem?
Gesundheit hingegen erscheint objektiver. Ohne körperliches und geistiges Wohlbefinden verliert alles andere an Glanz. Doch auch Gesundheit ist nicht nur Schicksal, sondern hängt von unserer Haltung, unserer Ernährung, unserer Bewegung und unseren Gedanken ab.
Es gibt zum Beispiel Erkrankungen, die mit einer Degeneration von Motoneuronen einhergehen. Das bedeutet für die Betroffenen einen Verlust an Autonomie, Mobilität, den Verlust von selbstständiger Atmung und Artikulation, wie wir sie kennen. Viele meiner Leser werden jetzt vielleicht Bedauern äußern oder sich denken, welch ein furchtbares Leben. Doch möchte ich widersprechen – wie gesagt, jeder entscheidet selbst darüber, ob und wie er Gesundheit und Glück in Verbindung bringt. Es gibt Menschen, die sich rasch in solch eine neue Situation einfinden können und ihre Ziele adaptieren. Denn trotz Erkrankung kann man den Wert seines Lebens wahrnehmen, möglichst lange und glücklich leben wollen. Auch erkrankte Menschen haben das Recht, ihr Leben zu genießen. Glücklich zu sein. Ohne Bewertung durch andere. Denn im Grunde ist das vermeintliche Mitleid eine Bewertung. Ein: „Ich maße mir an, darüber zu urteilen, ob dein Leben glücklich sein kann oder nicht.“
Ich kenne Menschen, die ihr Leben trotz Krankheit genießen. Trotz Verlust der Mobilität und Autonomie. Menschen, die für sich Methoden entwickeln, mit der Situation nicht nur zurechtzukommen, sondern sie optimal zu nutzen und Spaß damit zu haben. Manch ein Betroffener nutzt vielleicht sein unglaubliches kognitives Repertoire, um zu schreiben, Missstände aufzudecken und letztlich nicht nur für sich, sondern auch für andere Betroffene die bürokratischen Mühlen zu beschleunigen. Wer würde sich also anmaßen zu behaupten, dass ein erkrankter Mensch in seiner Grunderkrankung nicht glücklich sein darf? Wer würde sich anmaßen, dass man nur mit funktionierender Muskulatur und erhaltener selbstständiger Atmung glücklich sein darf?
Muss man gesund sein, um glücklich zu sein? Gibt es nicht auch demente Menschen, die in ihrer Welt sehr glücklich sind und sich wohlfühlen im Kreise ihrer Familie? Ist es nicht oft auch nur unsere Ansicht von Glück, die Unglück produziert? Denn Ansichten und Wertungen vermehren weder Gesundheit noch Glück. Ganz im Gegenteil. In der Medizin arbeitet man oft mit dem Bewerten von Körpern. Man teilt Körper ein, gibt ihnen Normen, die es zu erfüllen gilt, und hängt ihnen Diagnosen, manchmal, schlimmer noch, Ablaufdaten um. Gesundheit wird als die Abwesenheit von Krankheit definiert, aber wer hat heutzutage denn eigentlich keine Diagnose mehr? Sind dann alle Menschen krank? Oder ist doch jeder so gesund, wie er oder sie sich fühlt? Wir leben in Zeiten, in denen Alter keine Grenze mehr sein darf – das sehe ich auch so –, aber gesund fühlen darf sich eigentlich kaum mehr jemand, denn irgendeine Diagnose findet sich bei jedem.
Geld – ach ja, das liebe Geld!
Das liebe Geld! Viele wollen es nicht ins Zentrum stellen – und doch: Ohne Geld fehlt uns die Freiheit, unser Leben so zu gestalten, wie wir es wollen. Geld ist nicht alles, aber es ist ein Verstärker. Es kann Sorgen lindern und Träume ermöglichen. Oder es kann Druck, Gier und Ängste erzeugen. Geld selbst ist neutral. Wir geben ihm Bedeutung. Wir bewerten Geld ununterbrochen. Etwas kostet viel Geld oder wenig. Man verdient viel Geld oder viel zu wenig. Geld verdirbt den Charakter oder Geld ist das Wichtigste überhaupt. Die Bewertungen und Ansichten zu Geld sind grenzenlos. Dabei ist Geld einfach eine Form von Energie. Geld ist ein Tauschmittel, eine Form des Ausgleichs. Geld macht unser Leben einfacher, zumindest in vielen Teilen der Welt. Es gibt noch Orte, in denen Geld keine Bedeutung hat, und diese Menschen sind glücklich, auch ohne Geld. Lebt man aber weniger entlegen und in weniger unberührter Natur, dann ist Geld eine Möglichkeit, seine Ziele schneller zu erreichen. Glücklich macht es freilich trotzdem nicht, oder sagen wir so – die Wahl, glücklich zu sein, kann man auch ohne finanzielle Ressourcen treffen, denn ich bin davon überzeugt, dass man dann immer das bekommt, was man benötigt. Glücklich zu sein ist sozusagen die Hauptaufgabe auf dieser Welt. Der Sinn unseres Daseins. Denn unglücklich zu sein war sicherlich nicht der Grund der Schöpfung.
Wie kann man aber glücklich sein, wenn man (noch) kein Geld hat oder, schlimmer noch, nicht gesund ist? Das möchte ich in diesem Buch erarbeiten.
Diese drei großen Gs beeinflussen sich gegenseitig. Glück stärkt die Gesundheit und führt zu finanziellem Zustrom. Gesundheit erleichtert das Geldverdienen und natürlich auch das Glücklichsein. Geld wiederum schafft Freiräume für Erlebnisse, die glücklich machen. Wer sie isoliert betrachtet, verpasst den größeren Zusammenhang.
Kapitel 2
Wie wurde Glück mein Herzensthema?
Ich selbst habe viele Jahre geglaubt, dass Glück etwas ist, das anderen zufällt, nur nicht mir. Ich fühlte mich unbeachtet, vernachlässigt und ungeliebt. Aufgewachsen bei einer alleinerziehenden Mutter mit meiner kleinen Schwester, war unser Leben geprägt von Knappheit und Sorgen. Meine Mutter war ein Mensch, der Glück nur im Außen finden konnte und im Besonderen in einer Beziehung. Hatte sie keine, war sie schon allein deshalb unglücklich. Außerdem gab sie uns Kindern immer wieder zu verstehen, dass sie die Tatsache, Kinder bekommen zu haben, ebenfalls als eines ihrer großen Fails betrachtete. Unbewusst übernahm ich diese Muster. Lange Zeit machte ich mich verantwortlich für das Unglück meiner Mutter. Ich dachte, wenn ich anders wäre, würde es ihr besser gehen. Ich versuchte, immer mehr der Mensch zu werden, den sie haben wollte. Keine eigene Identität, kein Widersprechen, keine eigene Meinung, kein Rebellieren. Ich wollte ihr gefallen und von ihr geliebt werden, um jeden Preis. Das hat natürlich mein Selbstbild geprägt, meine Art, Beziehungen zu führen, und auch meinen Körper. Ständiges Bewerten, zuerst durch meine Mutter, dann durch mich, ständige Selbstgeißelungen und ununterbrochener Selbsthass haben ihre Spuren hinterlassen. An Körper und Seele. Berufliche Erfolge konnten dieses Loch nicht ausreichend füllen. Ja, es gab Momente von Freude und Spaß, doch tief in mir blieb das Gefühl: „Ich bin kein Glückskind.“ Ich war sehr lange Zeit der Überzeugung, nicht liebenswert zu sein. Denn wenn mich schon meine Mutter nicht lieben kann, wer sollte es denn können?
Ich habe es selbst erlebt, inwiefern man in der Lage ist, sein Leben mit seinen Visionen, Worten, Gedanken und Ansichten umzugestalten, denn wie schon weiter oben erwähnt, war ich früher definitiv kein Glückskind. Wohl in der Schule eine sehr gute Schülerin und äußerst angepasst, wurde ich immerzu von meinen Schulkollegen gemobbt. Mobbing, Beschimpfungen und auch körperliche Übergriffe waren sowohl in der Schule als auch in meinem familiären Setting an der Tagesordnung. Man hat sich nicht um meine Bedürfnisse gekümmert, ich selbst, ein schweigsames und stilles Kind, war nicht in der Lage, meine Bedürfnisse adäquat auszudrücken oder ihre Durchsetzung zu forcieren. Ich fühlte mich immer übergangen – meine Bedürfnisse wurden nicht beachtet, und das hat mein Selbstwertgefühl und auch meine psychische Stabilität doch deutlich reduziert. Als ich ein Teenager wurde, zeichnete sich das auch im Äußerlichen ab, ich wurde unzufrieden mit meinem Körper und hatte Schwierigkeiten damit, Anklang beim männlichen Geschlecht zu finden. All diese Dinge haben mich zu einem sehr traurigen, unglücklichen und frustrierten Teenager gemacht. Im Studium war ich wiederum sehr erfolgreich, immer habe ich meinen beruflichen oder schulischen Erfolg als Hauptmotivation gesehen, denn das war letztlich gesehen die einzige Stütze für mein marodes Selbstwertgefühl. Ich konnte mich weder über meinen Charme noch über mein gutes Aussehen freuen. Auch hatte ich keine tollen Klamotten, denn auch in meiner Familie waren Geldknappheit und ständiges Sparenmüssen Thema. Wir lebten ein sehr zurückgezogenes, doch fast karges Leben – wie sicherlich viele Familien in den Achtzigern und Neunzigern. Ich lernte junge Männer kennen, diese Beziehungen waren meistens sehr frustrierend und auch nicht im Guten endend, was mich immer wieder bestätigte, dass ich doch ein unglücklicher Mensch sei – vom Glück verschmäht und von den Männern ebenso. Dass es eigentlich niemanden gab, der mich mag, toll findet und dass, kurz gesagt, das Leben nicht lebenswert sei. In diesem Konstrukt von Unglück, Depression und Selbstzweifeln war ich über viele Jahre gefangen, ich suchte, so wie zuvor meine Mutter, die Schuld im Außen. Ich meinte, Männer seien böse, die Menschen seien schlecht und überhaupt. Mein Leben sei so einfach nicht lebenswert. Glücklicherweise hatte ich immer viel Humor, ich konnte scherzen und ich lernte, zwanghaft witzig zu sein und Leute zu unterhalten, was eine Form von Beziehung ermöglichte. Ich wollte mir mein Leben immer wieder selbst gestalten, ich wollte die Herrin meines Lebens sein und bestimmen, wie es läuft und ob es glücklich ist. Derartige Bemühungen wurden immer von Phasen der Selbstzweifel unterbrochen, aber ich hatte schon früh das Talent, ein Stehaufmännchen zu sein. Immer wieder konnte ich mich aufrappeln und meinen Weg fortsetzen – diese Beständigkeit und auch dieses Durchsetzungsvermögen haben mich in meinem Leben immer begleitet, und das anerkenne ich bis heute sehr.
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