Cover: Filmreife Abenteuer im Hasenland

Filmreife Abenteuer im Hasenland


EUR 17,90

Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 50
ISBN: 978-3-7116-0292-3
Erscheinungsdatum: 21.08.2025
Vier Hasen – ein Ziel: berühmt werden! Und wie wäre dies einfacher, als bei einem großen Faschingsumzug im Fernsehen? Hase Lampe und sein Freund Otto begeben sich auf ein filmreifes Abenteuer, das die Welt so schnell nicht vergessen wird!
Im Hasenland passiert immer irgendetwas. Mal scheint die Sonne und mal nicht.
Na gut, das passiert ja überall auf der Erde. Aber im Hasenland geschehen Dinge, die woanders nicht passieren. Zum Beispiel werden wir unsere Schatzsuche im Hasenland niemals vergessen.

Nun beginnt ein neues Abenteuer, was euch bestimmt gefallen wird.
Ich bin der Hase Lampe und erzähle euch die Geschichte, in der auch Hase Otto, der mein Freund ist, eine wichtige Rolle spielt.
Eigentlich war an diesem sonnigen und etwas windigen Tag gar nichts los. Mit meinem Freund Otto traf ich mich am frühen Nachmittag. Wir waren verabredet, um zum Wochenmarkt zu hoppeln, und wussten, dass die Marktstände ungefähr zu dieser Zeit abgebaut werden. Zielgerichtet erreichten wir unseren Lieblingsstand. Hier hilft der Sohn des Markthändlers, Ferdinand, seinem Papa, wenn er nach der Schule noch etwas Zeit hat.
„Hallo Ferdi“, sprach Otto ihn an. „Hast du wieder ein paar Mohrrüben oder Salat für uns?“ Es blieb immer etwas übrig und davon bekamen wir gewöhnlich das Eine oder Andere.
„Da habt ihr Glück“, sagte Ferdi und fügte hinzu: „Heute ist doch der letzte Tag vor dem Sonntag und da haben wir fast alles verkauft. Aber zum Glück sind ein paar Kohlrabi und Chicorée übrig. Die könnt ihr gerne haben.“ Wir freuten uns und packten alles in unsere Rucksäcke. „In 6 Tagen haben wir Winterferien“, kam es freudig von Ferdi.„Was machst du in den Ferien?“, wollte ich wissen und schaute in den freudigen Blick von Ferdi. „Wir fahren zu den Bergen, wo der Schnee liegt. Ich soll dort in die Skischule gehen, damit ich mit meinen Eltern zusammen Ski fahren kann. Da freue ich mich schon drauf.“ „Das muss ja ein tolles Erlebnis sein“, sagte Otto mit etwas Neid, den er nicht verbergen konnte. Ferdi erzählte voller Begeisterung weiter: „Meine Eltern schauten gestern im Internet nach, wo die besten Schneebedingungen sind, und fanden auch gleich eine Unterkunft.“
„Wir wollen auch mal wieder etwas Besonderes erleben“, kam es fast jauchzend von Otto. Ich konnte das mit einem Nicken meines Kopfes nur bestätigen.
Ferdi schien eine Idee zu haben und grinste uns an, als er anfing: „Gestern durfte ich eine halbe Stunde nach den Schularbeiten fernsehen. Da gab es einen Bericht über einen Zirkus und den dressierten Seelöwen.“ Otto hörte deutlich gelangweilt zu und fragte: „Was hat das mit uns zu tun?“ Für Ferdi schien schon alles klar zu sein, als er von der Fernsehübertragung weiter berichtete: „Die Seelöwen balancierten einen Ball auf der Nase und schubsten ihn zu ihrem Dresseur. Der warf den Ball zu einem anderen Seelöwen, der ihn wieder mit der Nase auffing, als ob sie magnetisch wäre und der Ball aus Blech bestehen würde.“ Als er das erzählte, waren wir doch beeindruckt.
„Das ist noch lange nicht alles. Dann kamen Pudel in die Manege und rannten im Kreis herum. Pudel sind die gelockten, oft schwarzen Hunde“, erklärte uns Ferdi, als ob wir von nichts eine Ahnung hätten. „Im Kreis herum rennen können wir auch“, gab Otto zu verstehen.
„Ja“, sagte Ferdi und fuhr fort: „Aber die sprangen durch einen Reifen, schnappten einen Stock und sprangen durch den nächsten, höher aufgebauten Reifen. Aber der Höhepunkt waren die riesigen Elefanten, die sich auf zwei Beinen drehten. Es waren sechs von ihnen, die das alle gleichzeitig vollbrachten. Der Zirkus war mit vielen Kindern besetzt. Ihr Erstaunen unterstrichen sie mit einem tosenden Applaus.“

Was er gerade vorgetragen hatte, brachte ihn auf eine Idee: „Vielleicht könnt ihr ja auch mal andere begeistern und kommt damit ins Fernsehen?“
„Wir?“, fragte ich Ferdi und gab zu bedenken: „Wir sind weder dressiert, noch können Hasen etwas vorführen.“ Ferdi zuckte die Schultern und schaute etwas entmutigt drein.
Otto schien hungrig zu sein und wollte gerade nach Hause hoppeln, als Ferdi ihn stoppte, indem er ihn an einem seiner Ohren griff. „Aua.“ Otto übertrieb etwas. Ferdi entschuldigte sich trotzdem und war sofort bereit, den Grund dafür preiszugeben.
„Ich habe eine Idee, wie ihr auch berühmt werdet und ins Fernsehen kommen könnt.“ Otto ließ seinen Rucksack abrutschen und spitzte seine Ohren, äh, Löffel. Auch ich war interessiert und schaute Ferdi gespannt an.
„Es ist doch Faschingszeit, wie ihr wisst.“ „Jaaaaa?“, kam es gestreckt gleichzeitig aus unseren offenen Mäulchen. „Meinst du, dass wir uns als Elefanten verkleiden sollen?“, musste Otto Ferdi veralbern. „Es gibt auch sehr kleine Elefanten“, betonte Ferdi und zitierte einen Vortrag von seiner Naturkundelehrerin Frau Bernstein: „Zwergelefanten heißen die und leben auf der Insel Borneo.“ Ferdi ließ sich jedoch nicht veralbern und fuhr mit seiner eigentlichen Idee fort:
„Ihr kennt doch meine Schildkröte Schildi?“ „Ja, na klar“, schwappte es aus Otto heraus, als ob er sagen wollte, du langweilst mich. „Frau Bernstein“, fing Ferdi an, „fragte gestern alle Kinder, wer ein Haustier hätte. Ich meldete mich und gab ihr bekannt, dass ich eine Schildkröte namens Schildi habe. Im gestrigen Unterricht ging es um die Tierarten, die sehr unterschiedlich vorkommen. ‚Es gibt afrikanische Elefanten, die durch ihre großen Ohren bekannt sind, Indische mit kleinen Ohren und die Zwergelefanten, die ungefähr halb so groß sind wie die anderen‘, erklärte uns Frau Bernstein.
‚Ferdi‘, sprach sie mich an und erschreckte mich. Ich glaube, meine Gesichtsfarbe verfärbte sich unnötig ins Rötliche. Nach meinem ‚Ja‘ fragte sie mich, ob ich denn wüsste, dass es auch sehr große Schildkröten gäbe. ‚Nein, ich kenne nur meine Schildi und die ist nicht größer als ein Fußball.‘
Damit habe ich alle Kinder in der Klasse zum Lachen gebracht. Frau Bernstein ließ sich nicht davon abhalten, ihren Vortrag fortzusetzen, und ergriff das Wort: ‚Die heißen Riesenschildkröten oder Galapagosschildkröten und werden schon seit langer Zeit im Züricher Zoo erfolgreich gezüchtet. Ursprünglich kommen sie von den Galapagosinseln. Durch ihren langsamen Lebenswandel, also zum Beispiel Stoffwechsel, werden sie über 170 Jahre alt.‘
Alle hörten gespannt zu und schauten sich die herumgereichten Fotos vom Tablet an.
Wir waren überwältigt.“

„Also“,schlug Ferdi, der in seiner Gedankenwelt offenbar kein Ufer mehr erkannte, den Hasen vor, „ihr verkleidet euch als Riesenschildkröten und macht beim Faschingsumzug in Zürich mit. Der wird vom Fernsehen übertragen und am Ende überrascht ihr alle Menschen, dass ihr es seid, die Hasen. Dann seid ihr plötzlich berühmt.“ Ferdi schaute mich und Otto an, als ob er sich selbst übertroffen hätte und es gar nicht glauben konnte.
Unsere Sprachlosigkeit drückte sich durch geöffnete Mäulchen aus, aus denen kein Wort mehr kam.
Unsere Gehirne schienen im gleichen Takt zu rotieren. Jedenfalls wackelten unsere daran gewachsenen Ohren im Gleichtakt von rechts nach links und zurück.
Otto schaute mich mit fragender Mine an. Ich löste seine Schwerfälligkeit auf und gab ihm deutlich zu verstehen, dass dies die große Chance sei, berühmt zu werden. „Ich dachte an die Faschingsumzüge vom Rosenmontag mit den Tausenden Menschen, die den Umzugswagen zujubelten.“ „Was meinst du für einen Wagen?“, fragte mich Otto und erzeugte erst einmal Zweifel.
Inzwischen war der Marktstand abgebaut und Ferdi verabschiedete sich mit den Worten: „Wo ein Wille ist, findet man auch eine Lösung.“
Am nächsten Tag, es war Sonntag, trafen wir uns mit Ferdi, um an unserer weit entfernten Berühmtheit zu arbeiten. „Gestern Abend habe ich meine Eltern gefragt, ob ich euch mitnehmen könnte.“ „In die Berge?“, schoss es aus Otto mit deutlicher Begeisterung heraus.
„Ja, wir haben das Problem, dass Schildi nicht allein zu Hause bleiben kann. Sie ist nicht gerne allein und braucht hin und wieder frisches Futter. Also, wenn ihr die Riesenschildkröten besucht, bei denen auch kleine Kinder-Schildkröten leben, könntet ihr doch Schildi, solange wir Ski fahren, vielleicht dort unterbringen.“
Ich musste mich nun mal zu Wort melden: „Irgendwie finde ich die Idee zwar gut, aber es gibt noch viele offene Fragen!“
Otto sah mich fragend an und wollte wissen, was ich damit meine.
Ich gab in die Runde: „Wenn wir mit einem Faschingswagen den Rosenmontag belustigen wollen, müssten wir den erst einmal haben.“
Der Wind ließ nach und gab die Sonne frei. Nach einigen Minuten hatten wir das Bedürfnis, einen schattigen Platz aufzusuchen. Es war Zeit für einen Happen vom gestrigen Kohlrabi. Ferdi hatte eine Banane und ein Croissant dabei. Den Durst löschte er mit stillem Mineralwasser und versorgte auch uns damit.
Wie gewohnt war Otto als Erster fertig mit dem Futtern. Darin ist er nicht zu übertreffen.
„Also ihr beiden“, fing er an und wurde von einem Rülpser am Weiterreden gehindert.
Immer wieder schaffte er es, uns zum Lachen zu bringen. „Ok“, sagte Ferdi, „ ist dein Satz schon zu Ende?“, und brachte uns damit alle drei zum Lachen.
Mit den Worten: „Natürlich nicht, ihr Witzbolde“, verschaffte Otto sich wieder Gehör.
„Also ihr beiden“, fing er noch mal an und fuhr fort mit: „Selbst wenn wir einen Wagen haben. Wer sollte den denn ziehen oder schieben. Schließlich haben wir keinen Traktor oder Pferde.“
Es wurde still um uns. Otto hatte offensichtlich ein wichtiges Problem geäußert.
Ich sagte ihm, dass wir schon andere Nüsse geknackt haben, und meinte damit die Lösung irgendwelcher Probleme.
Ferdi, der schon einige Zeit mit dem Essen fertig war, kam auf einen Gedanken, der helfen könnte und flüsterte, weil ihm anscheinend das Selbstvertrauen fehlte:
„Wir brauchen eine Idee und die bekommt jeder, der in sich kehrt – also meditiert.“
Otto schaute mich mit großen Augen an und fragte mich: „Weißt du, wovon er spricht?“
„Keine Ahnung“, und nach kurzer Pause fügte ich hinzu: „Aber davon ganz viel.“
Ferdi amüsierte sich über meinen Humor und erklärte: „Wir müssen uns in eine bequeme Situation begeben. Die Muskeln bleiben total entspannt. Wir achten auf unseren gleichmäßigen Atem, der unser Gehirn mit Sauerstoff versorgt.“ Der Schatten spendende Baum gab uns mit seinem dicken Stamm genügend Fläche zum Anlehnen.

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