Die kleine Kuh Berta
EUR 26,90
Format: 18 x 27 cm
Seitenanzahl: 42
ISBN: 978-3-99146-855-4
Erscheinungsdatum: 20.08.2024
Da der Bauer Hans Julante verarmt ist, muss er seine letzte Kuh, die kleine Berta, voller Wehmut an den Viehhändler Wallner verkaufen. Auf geht es in die Fleischfabrik. Ob Berta diesem Schicksal wohl wird entrinnen können? Ein Kinderbuch voller Esprit und Charme.
Als Opa Axel noch ein kleiner Junge war, lebte er mit seiner Familie Anfang der 1950er-Jahre ganz im Süden Deutschlands, unweit der Grenze nach Österreich. Diese, seine Flüchtlingsfamilie, war ziemlich arm. Damals, nach dem furchtbaren Krieg, gab es für viele Menschen immer noch wenig zu essen, häufig war nicht einmal genügend Geld da, um satt zu werden, Kleidung oder Schuhe für die Kinder zu kaufen oder Bücher für die Schule. So war es auch in Opa Axels Familie. Die wohnte in dieser Zeit sehr bescheiden in zwei kleinen Dachzimmern in einer alten Gastwirtschaft, die sich in einem Alpendorf namens Ainring befand.
Die Kinder dort verbrachten damals ihre Freizeit häufig auf Bauernhöfen, spielten dort, und vor allem gab es von den freundlichen Bauern gerade für die Flüchtlingskinder, also auch für den kleinen Axel, ab und zu etwas zu essen. Mal ein Schmalzbrot, einen Becher Magermilch, einen Apfel und hin und wieder konnte der kleine Axel auch etwas mit nach Hause nehmen, zur Freude seiner Mami, wie er damals seine Mutter nannte. Zum Beispiel schenkte ihm die Bäuerin, die von allen Dorfkindern „Wingeimama“ gerufen wurde, gelegentlich ein Säckchen mit Kartoffeln oder ein paar Möhren, eine kleine Kanne Magermilch oder Ähnliches.
Vollmilch, wie wir sie heute kennen und in jedem Supermarkt für wenig Geld kaufen können, bekam er natürlich nicht mit nach Hause, daraus wurde nämlich auf dem Bauernhof Butter hergestellt, und die war schon damals sehr teuer. Wingeimama wurde die kleine, dicke Bäuerin mit ihrem langen, schwarzen, um ihren breiten Kopf sorgfältig geschlungenen Haarzopf von allen Dorfkindern deswegen genannt, weil sie auf dem Wingeihof lebte und zu allen Dorfkindern so liebevoll wie eine Mutter war.
Eines Tages schlich sich der kleine Axel wieder einmal heimlich in den Kuhstall der Wingeimama. Das durfte er ja eigentlich nicht. Aber das war schon damals nicht anders als heute: Alles, was man nicht darf, ist eben besonders reizvoll. Und ganz besonders Kühe, mit ihren wunderschönen, sanften Augen, ihrer geruhsamen Ausstrahlung, ihrem gelegentlichen ausgedehnten „Muhhhh“, die hatten es dem kleinen Axel so richtig angetan, die konnte er stundenlang beobachten und mit ihnen konnte er seine heimlichen Gedankenspiele machen.
Da standen sie nun, die 15 Kühe der Reihe nach nebeneinander, vorne am Kopf angekettet, damit sie nicht weglaufen konnten. Im Sommer liefen sie auf der Weide umher und konnten den ganzen Tag Gras fressen, wann immer sie wollten, und im Herbst, wenn nicht mehr genug Gras auf der Weide wuchs und das Wetter nass und kühl zu werden begann, da kamen sie in den Stall. Sie hatten hier alle ein schönes weiches Bett aus Stroh, wo sie sich gemütlich hinlegen konnten und wo sie es auch warm und trocken hatten. Manche von ihnen standen stundenlang und dösten vor sich hin, andere lagen und schliefen. Eine Kuh aber, die stand da, sie war sehr unruhig und strengte sich die ganze Zeit an, als wenn sie etwas loswerden wollte. Der Rücken krümmte sich immer öfter, sie stöhnte mehrfach und plötzlich erblickte der kleine Axel, hinten aus einer Öffnung herauskommend, erst zwei Beinchen, dann einen kleinen Kopf und schließlich kam das ganze Kälbchen zum Vorschein. Es plumpste herunter und da lag es nun im Stroh. Der kleine Axel, der noch nie zuvor die Geburt eines Kälbchens gesehen hatte, rannte in das Bauernhaus zur Wingeimama und erzählte ihr völlig außer Atem, was er gerade eben gesehen und erlebt hatte.
Die kam auch gleich in den Kuhstall zu dem neugeborenen Kälbchen, rieb es kräftig mit Stroh trocken, und da fing es auch schon an, heftig mit seinen dünnen Beinchen zu strampeln.
„Willst du es mal streicheln?“, fragte Wingeimama und lächelte den kleinen Axel an.
„Na klar!“, antwortete er und strich dem neugeborenen Kälbchen liebevoll über den Kopf.
„Und wie sollen wir es denn nennen?“, fragte Wingeimama nach einer Weile. „Jedes Kälbchen bekommt einen Namen, das ist so Brauch bei uns.“
„Mir fällt gar kein Name ein, ist es denn ein Junge oder ein Mädchen?“, fragte der kleine Axel.
„Es ist ein Junge, also ein männliches Kälbchen. Und wir haben ja schon einige männliche Kälbchen bekommen und ihnen Namen gegeben, aber einen Namen haben wir noch nicht dabei: ‚Jonathan‘. Was hältst du von Jonathan, kleiner Axel?“
„Jonathan ist ein schöner Name, ja, lass es uns Jonathan nennen.“
Und während Wingeimama und der kleine Axel einen Namen gesucht und gefunden hatten, strich Wingeimama immer noch lächelnd mit der einen Hand über den blonden Lockenkopf vom kleinen Axel und mit der anderen Hand über das Rückenfell des kleinen Jonathan. Der aber machte jetzt erste Versuche, aufzustehen, was ihm aber zunächst überhaupt nicht gelingen wollte. Schließlich half ihm Wingeimama dabei, und nach mehreren Versuchen, da stand der kleine Kerl, ziemlich wackelig noch, nach und nach aber immer fester, auf seinen staksigen, dünnen Beinchen. Und nun machte er seine ersten ungelenken Schrittchen zielsicher zum Euter seiner Mama, die ihn nun auch mit ihrer rauen, langen Zunge erreichen und belecken konnte. Wingeimama steckte ihm vorsichtig eine der Zitzen des Euters in sein Mäulchen und schon begann er zu saugen, dabei wippte sein Schwanz heftig hin und her.
...
Die Kinder dort verbrachten damals ihre Freizeit häufig auf Bauernhöfen, spielten dort, und vor allem gab es von den freundlichen Bauern gerade für die Flüchtlingskinder, also auch für den kleinen Axel, ab und zu etwas zu essen. Mal ein Schmalzbrot, einen Becher Magermilch, einen Apfel und hin und wieder konnte der kleine Axel auch etwas mit nach Hause nehmen, zur Freude seiner Mami, wie er damals seine Mutter nannte. Zum Beispiel schenkte ihm die Bäuerin, die von allen Dorfkindern „Wingeimama“ gerufen wurde, gelegentlich ein Säckchen mit Kartoffeln oder ein paar Möhren, eine kleine Kanne Magermilch oder Ähnliches.
Vollmilch, wie wir sie heute kennen und in jedem Supermarkt für wenig Geld kaufen können, bekam er natürlich nicht mit nach Hause, daraus wurde nämlich auf dem Bauernhof Butter hergestellt, und die war schon damals sehr teuer. Wingeimama wurde die kleine, dicke Bäuerin mit ihrem langen, schwarzen, um ihren breiten Kopf sorgfältig geschlungenen Haarzopf von allen Dorfkindern deswegen genannt, weil sie auf dem Wingeihof lebte und zu allen Dorfkindern so liebevoll wie eine Mutter war.
Eines Tages schlich sich der kleine Axel wieder einmal heimlich in den Kuhstall der Wingeimama. Das durfte er ja eigentlich nicht. Aber das war schon damals nicht anders als heute: Alles, was man nicht darf, ist eben besonders reizvoll. Und ganz besonders Kühe, mit ihren wunderschönen, sanften Augen, ihrer geruhsamen Ausstrahlung, ihrem gelegentlichen ausgedehnten „Muhhhh“, die hatten es dem kleinen Axel so richtig angetan, die konnte er stundenlang beobachten und mit ihnen konnte er seine heimlichen Gedankenspiele machen.
Da standen sie nun, die 15 Kühe der Reihe nach nebeneinander, vorne am Kopf angekettet, damit sie nicht weglaufen konnten. Im Sommer liefen sie auf der Weide umher und konnten den ganzen Tag Gras fressen, wann immer sie wollten, und im Herbst, wenn nicht mehr genug Gras auf der Weide wuchs und das Wetter nass und kühl zu werden begann, da kamen sie in den Stall. Sie hatten hier alle ein schönes weiches Bett aus Stroh, wo sie sich gemütlich hinlegen konnten und wo sie es auch warm und trocken hatten. Manche von ihnen standen stundenlang und dösten vor sich hin, andere lagen und schliefen. Eine Kuh aber, die stand da, sie war sehr unruhig und strengte sich die ganze Zeit an, als wenn sie etwas loswerden wollte. Der Rücken krümmte sich immer öfter, sie stöhnte mehrfach und plötzlich erblickte der kleine Axel, hinten aus einer Öffnung herauskommend, erst zwei Beinchen, dann einen kleinen Kopf und schließlich kam das ganze Kälbchen zum Vorschein. Es plumpste herunter und da lag es nun im Stroh. Der kleine Axel, der noch nie zuvor die Geburt eines Kälbchens gesehen hatte, rannte in das Bauernhaus zur Wingeimama und erzählte ihr völlig außer Atem, was er gerade eben gesehen und erlebt hatte.
Die kam auch gleich in den Kuhstall zu dem neugeborenen Kälbchen, rieb es kräftig mit Stroh trocken, und da fing es auch schon an, heftig mit seinen dünnen Beinchen zu strampeln.
„Willst du es mal streicheln?“, fragte Wingeimama und lächelte den kleinen Axel an.
„Na klar!“, antwortete er und strich dem neugeborenen Kälbchen liebevoll über den Kopf.
„Und wie sollen wir es denn nennen?“, fragte Wingeimama nach einer Weile. „Jedes Kälbchen bekommt einen Namen, das ist so Brauch bei uns.“
„Mir fällt gar kein Name ein, ist es denn ein Junge oder ein Mädchen?“, fragte der kleine Axel.
„Es ist ein Junge, also ein männliches Kälbchen. Und wir haben ja schon einige männliche Kälbchen bekommen und ihnen Namen gegeben, aber einen Namen haben wir noch nicht dabei: ‚Jonathan‘. Was hältst du von Jonathan, kleiner Axel?“
„Jonathan ist ein schöner Name, ja, lass es uns Jonathan nennen.“
Und während Wingeimama und der kleine Axel einen Namen gesucht und gefunden hatten, strich Wingeimama immer noch lächelnd mit der einen Hand über den blonden Lockenkopf vom kleinen Axel und mit der anderen Hand über das Rückenfell des kleinen Jonathan. Der aber machte jetzt erste Versuche, aufzustehen, was ihm aber zunächst überhaupt nicht gelingen wollte. Schließlich half ihm Wingeimama dabei, und nach mehreren Versuchen, da stand der kleine Kerl, ziemlich wackelig noch, nach und nach aber immer fester, auf seinen staksigen, dünnen Beinchen. Und nun machte er seine ersten ungelenken Schrittchen zielsicher zum Euter seiner Mama, die ihn nun auch mit ihrer rauen, langen Zunge erreichen und belecken konnte. Wingeimama steckte ihm vorsichtig eine der Zitzen des Euters in sein Mäulchen und schon begann er zu saugen, dabei wippte sein Schwanz heftig hin und her.
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