Cover: Ziemlich lustige Gedichte

Ziemlich lustige Gedichte
Band 4


EUR 24,90

Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 486
ISBN: 978-3-7116-0572-6
Erscheinungsdatum: 18.02.2025
„Ziemlich lustige Gedichte“ – der Titel bringt es auf den Punkt.Mit einer Fülle von witzigen – zum Teil vielleicht aberwitzigen – Gedichten bring der Autor sein geschätztes Publikum gekonnt zum Lachen, aber auch zum Nachdenken.
ALLERLEI


Neapel

Auf dem Fernflug nach Zaire
sprach an Bord der Ingenieur:
„Achtung, liebe Passagiere,
schenkt mir kurz Euer Gehör!

Einstmals unter einer Papel
stöhnte Goethe sorgenschwer:
Wenn ich jemals seh’ Neapel,
möcht’ ich sterben hinterher!

Nunmehr kann es Ihnen glücken,
dieses Sprichwort zu versteh’n:
Wenn Sie links nach unten blicken.
können Sie Neapel seh’n.

Und wer auf der rechten Seite
durch das Fenster blicken könnt’,
sieht, wie auf der ganzen Breite
lichterloh das Triebwerk brennt!“



Navi

Zu dem Kurt sprach ein Verwandter:
„Weißt d’, wo ich mir sicher bin:
Keine Frau ist toleranter
als die Frau im Navi drin.

Selbst wenn du es ihr gestattest,
stellt sie nie die Frage dir:
Sag’, wie viele Navis hattest
du bis jetzt bereits vor mir?“



Saurer Wein

Ins Casino von Montana
nach der Arbeit huscht hinein
durstig ein Liliputaner
und bestellt sich ein Glas Wein.

Als er dieses hat bekommen,
ruft er zu der Kellnerin:
„Dieses Zeug schmeckt unbenommen
so, als wär’n Zitronen drin.

Dieser Rebensaft ist sauer,
ungenießbar und perfid,
und da krieg’ ich solchen Schauer,
dass es mich zusammenzieht!“

„Sparen Sie sich diese Thesen“,
mahnt die Kellnerin geschwind.
„Sie sind schon so klein gewesen,
als Sie reingekommen sind!“



Maturatreffen

Eine alte Frau ins Taxi
stieg mit Krücken abgehetzt
und der Lenker sprach: „Ich frag’ Sie:
Wohin geht die Reise jetzt?

Wollen Sie nach Lainz ins Grüne
zu dem Seniorenhaus
oder, was mir besser schiene,
zum Zentralfriedhof hinaus?“

Da erwiderte sie: „Freilich
droht mir lange schon das Grab.
Trotzdem geht’s zum Sacher, weil ich
dort Maturatreffen hab’!“

„Das ist seltsam sozusagen“,
meinte er mit Ironie.
„Darf ich nach dem Alter fragen?“
„Neunundneunzig!“, sagte sie.

„Darf ich“, frug er, „noch erfahren:
Finden sich noch viele ein?“
„Nein“, sprach sie, „seit sieben Jahren
sitz’ ich dort nur noch allein!“



Liliputaner im Saloon

Eines Abends in Montana
an der Theke im Lokal
standen nur Liliputaner –
zweiundzwanzig an der Zahl.

Als die Whisky-Gläser klirrten,
da kam Django ins Objekt,
sah sich um und frug den Wirten:
„Ist der Tischfußball defekt?“



Schiffsuntergang

Als ein Schifflein war im Sinken,
sprach der Captain in der Not:
„Achtung, um nicht zu ertrinken,
müssen wir ins Rettungsboot.

Hier sind elf Personen drinnen,
das macht die Entscheidung schwer,
um dem Schicksal zu entrinnen.
Meine Frage ist daher:

Kann an Bord hier jemand beten?“
„Klar“, sprach seine Gattin, „ich!“
„Super!“, sagte er: „Vonnöten
ist jetzt nichts mehr unterm Strich.

Also sag’ ich einvernehmlich:
Du bleibst auf dem Schiff, mein Schatz.
In dem Rettungsboot ist nämlich
nur für zehn Personen Platz!“



Hellseher und Christ

„Wissen will ich auf die Schnelle“,
sprach zum Hellseher ein Christ,
„ob mein Vater in der Hölle
oder eh im Himmel ist!“

Jener hat nach fünf Sekunden
diese Antwort aufgetischt:
„Ihr Herr Vater fährt in Gmunden
auf dem Ausflugsboot und fischt!“

Wütend rief der Christ: „Verräter!
Geb’n Sie mir mein Geld retour!
Denn man ein Vater starb in Kreta
vor zwei Wochen an der Ruhr!“

„Das ist peinlich ohne Ende!“,
sprach der Hellseher alsdann.
„Bitte zeig’n Sie mir die Hände,
dass ich nochmals schauen kann.

Ja, denn Gatten Ihrer Mutter
hat der Tod bereits erwischt.
Und Ihr Vater fährt im Kutter
auf dem Traunsee grad und fischt!“



U-Boot Drama

„Ich bin mächtig angefressen!“,
rief der U-Boot-Kapitän.
„Welcher Trottel hat vergessen,
seine Dusche abzudreh’n?“

Darauf sprach der Maat: „Gestatten
Sie mir nur ein kurzes Wort
jetzt zur Lage. Dusche hatten
wir noch nie eine an Bord!“



Namensänderung

„Mir“, sprach Arnold Schwarzenegger
zu dem Mann am Standesamt,
„geh’n die Menschen auf den Wecker –
und zwar ehrlich: allesamt.

Für die Rassen in den Ländern
Süd- und Nordamerikas
muss ich meinen Namen ändern,
also bitte machen S’ das!“

Der Beamte sprach integer:
„Schon seit Jahren ich erwart’s!
Trennen Sie sich jetzt vom Neger
oder nur vom Wörtchen schwarz?“



Verschrotten

„Ihnen bring’ ich meinen flotten,
alten Borgward“, sprach ein Preuß’,
„hier nach München zum Verschrotten.
Nennen Sie mir Ihren Preis!“

„Tausend Euro ohne Steuer!“,
sprach der Münchner Händler drauf.
„Mann, das ist ja viel zu teuer!“,
regte sich der Preuße auf.

„Gut“, meinte der Bayer trocken,
„weil ich weiß, woher du kommst:
Bleibst du drin im Auto hocken,
ist die Prozedur umsonst!“

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