Mit Romanen haben Ratgeber mehr gemeinsam, als es auf den ersten Blick scheint: Beide Genres berühren Menschen meist auf einer persönlichen Ebene. Anders als Sachbücher, die am Buchmarkt als eigene Warengruppe geführt werden, sind Ratgeber praktisch ausgerichtet und regen Menschen mitunter zu massiven Veränderungsprozessen an. Umso größer ist die Verantwortung, die die Publikation eines Ratgebers mit sich bringt. Sie wollen einen Ratgeber schreiben und alles richtig machen? In diesem Beitrag verraten wir Ihnen, was einen ausgezeichneten Ratgeber ausmacht.
Welche Art von Ratgeber schreiben?
Im Unterschied zu einem Sachbuch, das sich mit der Theorie beschäftigt, vermittelt ein Ratgeber praktisches Wissen. Ratgeber befähigen ihre Leser*innen zur Lösung und Bewältigung von Problemen verschiedenster Bereiche. Das Themenspektrum des Genres reicht von Beziehungsratgebern, Finanzratgebern, Moderatgebern und Hobbyratgebern bis zu Reise- und Haustierratgebern über Aqua- oder Terraristik. Auch Ratgeber über Ratgeber sind möglich, wie dieser Beitrag beweist. Die Vielfalt an Themen ist schier unendlich. Doch nicht jeder Ratgeber glänzt mit Qualität. Wenn Sie wirklich einen solchen schreiben wollen, dann sollte Ihr Buch folgende Kriterien erfüllen:
Die Merkmale eines wertvollen Ratgebers
Thema
Wenn Sie einen Ratgeber schreiben wollen, sollten Sie von einer zu allgemeinen Themenwahl absehen. Konzentrieren Sie sich auf Nischenthemen, indem Sie Ihr Themengebiet spezialisieren. Ratgeber über Motivation zum Beispiel gibt es wie Buchstaben in einem Buchregal. Ratgeber über Motivation nach einer Krankheit, Trennung oder Traumaerfahrung sind schon seltener. Trendforschung kann bei der Eingrenzung sehr hilfreich sein. Sie wollen einen Do-it-yourself-Ratgeber mit Strickanleitungen schreiben? Wie wäre es, wenn Sie aktuelle Modetrends recherchieren und stattdessen einen Strickratgeber mit Schnitten für Oversized-Pullover schreiben?
Struktur
Die Struktur ist das Wesen eines Ratgebers. Schließlich und endlich soll ein Selbsthilfebuch, wie es ein Ratgeber ist, Orientierung bieten. Die Inhalte Ihres Buchs können noch so wertvoll sein, wenn es ihnen an Ordnung fehlt, werden Sie Ihre Leser*innen nicht halten können. Ratgeber verlangen sowohl nach einer makellosen textlichen als auch optischen Struktur. Lesbarkeit und Layout sind bei einem Ratgeber entscheidend. Die Kapitel sollten logisch gegliedert sein. Navigieren Sie Ihre Leser*innen mit Kapiteln, Titeln und Zwischentiteln durch Ihr Buch. Lange Textblöcke sollten durch Zitate, Infoboxen oder Illustrationen ergänzt werden. Auch Textblöcke im Checklistenformat sind sehr beliebt. Beim Plot folgt meistens der Praxis- dem Theorieteil, der in das Thema einführt. Wenn Sie unsicher sind, welche Struktur Sie Ihrem Ratgeber geben wollen, so blättern Sie in Ihren eigenen Ratgebern im Bücherregal. Hier finden Sie zahlreiche Inspirationen und erschließen außerdem für sich, welches Design Sie anspricht und welches nicht.
Praxisbezug
Ein Ratgeber ohne Praxisteil ist eine Themenverfehlung. Ohne Praxisbezug handelt es sich bestenfalls um ein Sachbuch. Die Zielgruppe von Ratgebern sind Autodidakt*innen, die neue Techniken, Einstellungen oder Verhaltensmuster lernen wollen. Befriedigen Sie dieses Bedürfnis, indem Sie Übungen, Best-Practice-Beispiele, Vorlagen, Muster, Schnitte, Rezepte, Selbsttests, Schritt-für-Schritt-Anleitungen oder Downloadmaterial zur Verfügung stellen. Letzteres bietet besonderen Mehrwert. Bei einem Buch zur Bestimmung von Vogelstimmen zum Beispiel ist der Verweis auf ergänzende Audiodateien essenziell. Die Gestaltung des Praxisteils sollte außerdem visuell ansprechend sein und sich durch Farben oder andere Elemente vom Rest des Texts abheben.
Realisierbarkeit
Ihr Praxisteil ist umfangreich, aber ist er auch umsetzbar? Bitten Sie Testleser*innen, Ihre Schritt-für-Schritt-Anleitungen, Selbsttests oder Übungen durchzuführen. Gibt es Probleme beim Verständnis oder der Umsetzung, müssen die Übungen noch einmal überarbeitet werden. Die Klarheit des Praxisteils ist übrigens nicht nur eine Frage der Qualität. Auch die Sicherheit aller Übungen muss gewährleistet sein. Schon ein Fehler in einem Buch über das Sammeln und Bestimmen von Pilzen kann schwerwiegende Folgen haben. Die Zuverlässigkeit Ihrer Übungen ist nicht zuletzt eine rechtliche Frage. Autor*innen können hier nicht akribisch genug arbeiten.

Aktualität
Die Angaben, Daten und Statistiken in einem Ratgeber sollten so aktuell wie möglich sein. Beziehen Sie sich ausschließlich auf aktuelle Studien und Quellen. Auch bereits publizierte Ratgeber müssen immer wieder auf ihre Aktualität hin überprüft werden. Gilt die Datenlage als überholt, ist gegebenenfalls eine Neuauflage erforderlich.
Verständlichkeit
Im Gegensatz zu einem Fachbuch, das sich an ein Publikum aus Spezialist*innen richtet, bilden nicht kundige Personen die Zielgruppe eines Ratgebers. Oft sind es Anfänger*innen, die sich mit Hilfe eines Ratgebers erstmals einem Thema annähern. Der Verzicht auf Fremdwörter und Fachjargon sowie ein einfacher, klarer Sprachstil sind Voraussetzung, wenn Sie einen möglichst großen Leserkreis erreichen wollen.
Quellenangaben und Copyrights
Transparenz ist ein Qualitätsmerkmal von Ratgebern. Ein lückenloses Literatur- und Bildverzeichnis sowie korrektes Zitieren untermauern die Standpunkte Ihres Buchs. Wenn Sie mit wissenschaftlichem Arbeiten nicht vertraut sind, kann ein Kurs zur korrekten Nutzung von Informationsquellen von echtem Mehrwert sein. Viele Bibliotheken bieten kostenlose Basiskurse zu Literaturrecherche, Urheberrechten, Plagiaten und Zitation an. Greifen Sie auf dieses Angebot zurück, die Qualität Ihres Ratgebers kann von Ihrer persönlichen Fortbildung nur profitieren.
Ihr Ratgeber ist schon geschrieben und Sie suchen noch nach einem Verlag für Ihr Manuskript? Wir vom novum Verlag sind ständig auf der Suche nach interessanter Ratgeberliteratur! Reichen Sie hier noch heute Ihr Manuskript zu einer unverbindlichen Prüfung ein und vielleicht dürfen wir bald auch schon Ihr Werk bei uns verlegen.


