„Tue Gutes und rede darüber“ lautet der Leitsatz jeder soliden Pressearbeit. Wer ein Buch geschrieben hat, hat zweifellos etwas Gutes getan und sollte damit dem Anspruch der Public Relations gerecht werden und der Welt davon erzählen. Die Welt, das ist die Öffentlichkeit, die sich außerhalb des eigenen Aktionsradius erstreckt und von den Medien erreicht wird. Doch um einen Medienbericht zur eigenen Buchveröffentlichung anzustoßen, braucht es Geduld, Gespür und Können. Als Autor*in bringen Sie diese Qualitäten zum Glück schon mit. Langmut und Ausdauer haben Sie beim Schreiben Ihres Buchs schon bewiesen. Nun gilt es, sich mit ihren Talenten in der Pressearbeit zu bewähren und eine Pressemitteilung über Ihr neues Buch aufzusetzen. In diesem Beitrag verraten wir Ihnen, welche Gründe für effektive Pressearbeit sprechen und wie Sie eine gelungene Presseaussendung zur Buchveröffentlichung schreiben.
Gute Gründe für Pressearbeit
Wie und wo finde ich ein Publikum für mein Buch? Als Autor*in bei einem Verlag brauchen Sie sich diese Frage nicht zu stellen. Verlage wie der novum Verlag stellen Ihr Werk sowohl im Buchhandel als auch bei der Presse vor und gewinnen stellvertretend für Sie das Publikum für Ihr Buch. Vernetzung und Infrastruktur in der Buchbranche sind nur einige der Vorteile, die eine Buchveröffentlichung bei einem Verlag mit sich bringt. Dennoch kann es nicht schaden, die eigene Reichweite durch effektive Öffentlichkeitsarbeit noch zu steigern. In Zeiten von Social Media ist es so leicht wie noch nie, das Publikum aus eigener Kraft für sein Buch zu begeistern. Doch auch die Reichweite klassischer Medien ist nicht zu unterschätzen. Vor allem die Zielgenauigkeit ist ein attraktiver Vorteil klassischer Medienberichterstattung. Berichtet eine Zeitung, ein TV- oder Radiosender über Ihr Werk, so kommt die Botschaft genau in der Zielgruppe an, die Sie sich für Ihr Buch wünschen. Doch das ist nur ein Vorteil, den Sie sich verschaffen können, wenn Sie selbst eine Presseaussendung zur Buchveröffentlichung schreiben.

Presseaussendung zur Buchveröffentlichung schreiben: Praxistipps für Autor*innen
1. Länge
In den Massenmedien herrscht die Zeit permanenter Aktualität und Verfügbarkeit. Die wichtigste Ressource eines*einer Redakteur*in ist Zeit. Die Länge Ihrer Presseaussendung sollte also auf den schmalen Zeithorizont von Redakteurinnen und Redakteuren zugeschnitten sein. „Keep it short and simple“ – zu Deutsch: „Halte es kurz und einfach“ – ist das Credo jeder professionellen Pressearbeit. Ihre Presseaussendung sollte also eine bis maximal eineinhalb Seiten nicht überschreiten. Im stressigen Arbeitsalltag entscheidet ein*e Journalist*in innerhalb von Sekunden, ob er einen Beitrag schreibt oder doch verwirft. Je kürzer und kompakter Ihre Presseaussendung ist, desto größer sind die Chancen einer Veröffentlichung.
2. Stil
Passend zum Credo der Kürze und Komplexitätsreduktion sollte auch der Schreibstil gehalten sein. Verzichten Sie auf Ausschmückungen, Adverbien und ausfallende Satzkonstruktionen. In einer Presseaussendung geht es nicht darum, literarisches Geschick zu beweisen. Die Information steht im Vordergrund, die Ästhetik kommt später. Schreiben Sie kurze, klare sowie sachliche Sätze und beschränken Sie sich aufs Wesentliche. Der Schreibstil Ihrer Presseaussendung sollte dem eines Zeitungsartikels angepasst sein.
3. Aufbau
Auch beim Aufbau der Presseaussendung sollten Sie sich an den Regeln der Berichterstattung orientieren. Halten Sie sich an die W-Fragen und verfolgen Sie strikt das sogenannte Pyramidenprinzip. Eine Presseaussendung muss aufgebaut sein wie eine Pyramide. Die wichtigsten Informationen beantworten die Fragen: „Was?“, „Wer?“, „Wo?“ und „Wann?“ und befinden sich im ersten Teil des Texts, der Spitze der Pyramide. Diese Abschnitte entsprechen dem Buchtitel und -inhalt, dem*der Autor*in sowie dem Verlag, wenn Sie eine Presseaussendung zur Buchveröffentlichung schreiben. Im zweiten Abschnitt des Texts werden Fragen wie „Wieso?“, „Woher?“ oder „Wozu?“ erörtert. Hier ist Platz für Hintergrundinformationen, wie etwa Details zur Entstehungsgeschichte. Grundsätzlich gilt, dass die Aussendung so geschrieben sein muss, dass man den unteren Teil des Texts kürzen könnte, ohne einen wesentlichen Informationsverlust zu riskieren.
4. Inhalt
Die Presseinformation sollte wesentliche Informationen wie Buchtitel, Buchinhalt, Autor*in, Genre und Verlag beinhalten. Auch bei der Beschreibung der Handlung gilt es, sich so kurz und kompakt wie möglich zu halten. Wenn Sie schon einen Klappentext für Ihr Buch geschrieben haben, so können Sie diesen eins zu eins in Ihre Pressemitteilung übertragen. Die richtige Vorgehensweise für das Verfassen eines Klappentexts finden Sie auch in diesem Beitrag. Zusätzliche Eckdaten wie etwa Schauplatz, Erzählzeit oder auch Zitate aus Ihrem Buch können Sie am Ende der Aussendung ergänzen. Außerdem müssen unbedingt auch formale Angaben wie eine Preisauskunft, die Seitenanzahl oder ISBN-Nummer berücksichtigt werden.
5. Aufmachung
Will man eine Presseaussendung zur Buchveröffentlichung schreiben, sollte man auch Gedanken in die visuelle Aufmachung investieren. Die Lesbarkeit der Aussendung ist essenziell, denn ein*e Redakteur*in schenkt deren Inhalt zunächst nur wenige Sekunden seiner*ihrer Aufmerksamkeit. Erst wenn Journalist*innen sich zu einer Weiterverarbeitung der Inhalte entschließen, widmen sie sich dem Text in der Tiefe. Achten Sie auf ausreichende Zeilenabstände, aussagekräftige Titel und Zwischentitel sowie ansprechende Bilder – diese können im Zweifelsfall für oder gegen eine Publikation entscheiden.

6. Timing
Die Chancen auf eine Veröffentlichung erhöhen sich, wenn eine Presseaussendung ein aktuelles Thema behandelt. Wann Sie Ihre Presseaussendung ausschicken, sollten Sie nach Jahreszeiten, Feiertagen, Veranstaltungen, Ereignissen oder Welttagen entscheiden. Wenn Sie zum Beispiel ein Buch übers Joggen geschrieben haben, verschicken Sie Ihre Aussendung nahe am nächsten Marathon. Zu einem Artikel über Ihren Liebesroman können Sie eine Zeitung vielleicht rund um den Valentinstag verlocken. Und ein Horrorroman wird sicher in der Zeit um Halloween als Buchtipp für begeisterte Leser*innen aufgegriffen.
7. Medium
Bevor man eine Presseaussendung verschickt, muss man einen sogenannten Verteiler aufsetzen. Dieser enthält sowohl Namen als auch Kontaktdaten jener Journalist*innen, denen Sie Ihre Presseinformation zukommen lassen wollen. Bei der Recherche sollte man gründlich vorgehen und den Vorteil von sogenannten Special-Interest-Medien für sich nutzen. Die Zielgruppen von Nischenmedien sind klar definiert und decken sich im Optimalfall mit Ihren eigenen. Ein Reiseführer zum Beispiel findet in Reisemagazinen und -blogs passende Medien zur Berichterstattung. Bücher über Rückengesundheit könnten sich in Fachmedien für Medizin und Gesundheit eine Platzierung sichern. Die Inhalte und Zielgruppen der Medien sollten beim Erstellen des Verteilers gewissenhaft berücksichtigt werden.
8. Rückfragehinweis
Der sogenannte Rückfragehinweis ist wesentlicher Bestandteil einer professionellen Presseaussendung. Als wesentlicher Baustein einer Pressemitteilung enthält er Namen und Kontakt eines*einer Ansprechpartner*in, bei welchem*welcher Medien weitere Infos oder auch Bildmaterial einholen können. Auf die Integration eines Rückfragehinweises sollte man bei der Pressearbeit stets achten. Manche Journalist*innen verwerfen eine Presseaussendung, wenn sie merken, dass im Zweifelsfall kein*e Ansprechpartner*in für Rückfragen zur Verfügung steht. Darüber hinaus sollten Sie hier auch eine Möglichkeit zur Anforderung von Rezensionsexemplaren offerieren. Vielleicht können Sie so eine*n Journalist*in für eine Buchbesprechung gewinnen?
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