Exposé schreiben: Schritt-für-Schritt Anleitung

Geöffnetes Buch mit Buchstaben

Mit diesem Exposé zeigen Sie sich von Ihrer besten Seite.

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Wenn ein Werk erst geschrieben wurde, gibt es noch eine letzte Hürde zu überwinden: Das Schreiben des Exposés. Vielleicht kennen Sie den Begriff des Exposés aus der Wissenschaft. Dort beschreibt das Exposé jenen Teil einer Arbeit, in dem Problemstellung, Forschungsfrage und Methode erklärt werden. Bei Romanen übernimmt das Exposé allerdings eine andere Funktion. Ein Exposé vermittelt dem Verlag einen ersten Eindruck von einem Werk. Die meisten Verlage verlangen sogar ein Exposé, wenn Sie ein Manuskript einreichen wollen. Ist es gut geschrieben, verleitet es zum Weiterlesen. Wenn der*die Lektor*in die Tür zum Verlagsvertrag ist, dann ist das Exposé der Schlüssel. Die Gründe für ein stichhaltiges Exposé sprechen für sich. In diesem Beitrag zeigen wir Ihnen, wie Sie ein Exposé schreiben können, mit dem Sie den Verlag von sich überzeugen.
 

Kürzen, kürzen, kürzen

Die große Herausforderung des Exposés besteht darin, das gesamte Werk auf nur wenigen Seiten zusammenzufassen. Ein Exposé sollte nie länger als ein bis zwei Seiten sein. Die Vorgaben können aber von Verlag zu Verlag variieren. Für Autor*innen, die ein ganzes Epos geschrieben haben, könnte sich die Kurzzusammenfassung als schwierig erweisen. Darüber hinaus enthält das Exposé auch Angaben zum*zur Autor*in sowie allgemeine Angaben zum Werk. Insgesamt besteht ein Exposé also aus Eckdaten, einer Kurzbeschreibung – vergleichbar mit einem Klappentext – sowie einer kompakten Inhaltsangabe.
 

Exposé schreiben - Buch aufklappen

Exposé schreiben Schritt für Schritt

1. Schritt: Eckdaten

Der erste Teil des Exposés dient der groben Orientierung. Hier vermitteln Sie erste Eckdaten zu Ihrem Werk. Folgende Angaben sollte dieser Abschnitt enthalten:

  • Titel: Hier ist Platz für den Titel oder Arbeitstitel Ihres Werks.
  • Genre: Gehen Sie präzise vor und definieren Sie nicht nur Genre, sondern auch Subgenre Ihres Werks. „Roman“ zum Beispiel ist eine zu allgemeine Kategorie. Studieren Sie die Subgenres des Romans. Es macht einen Unterschied, ob Sie einen Gesellschaftsroman, einen Jugendroman oder einen Coming-of-Age-Roman geschrieben haben.
  • Zielgruppe: Wer könnte Ihr Buch lesen wollen? Wie stellen Sie sich Ihre Leser*innen vor? Definieren Sie Alter, Geschlecht und Demographie Ihrer Leserschaft.
  • Umfang: Den Umfang Ihres Buchs können Sie entweder in Seiten- und Zeichenzahlen (inkl. Leerzeichen) und/oder in Normseiten angeben. Eine klassische Normseite entspricht einer DIN-A4-Seite mit 30 Zeilen und 1.600 bis 1.800 Zeichen (inkl. Leerzeichen). Wie Sie eine Normseite einrichten, finden Sie hier heraus. 
  • Erzählzeit: In welcher Zeit spielt Ihre Geschichte? Bestimmen Sie Jahr und Zeitspanne Ihrer Handlung.
  • Schauplatz: Beschreiben Sie den Hauptschauplatz Ihrer Handlung.
  • Autor*in: Hier geben Sie Vor- und Nachname, Anschrift, Kontaktdaten und Publikationen sowie Links zu Autorenwebseiten und Social-Media-Profilen an.
     

2. Schritt: Kurzbeschreibung

Die Kurzbeschreibung ist ähnlich aufgebaut wie ein Klappentext. Hier dürfen Sie richtig Werbung für Ihr Buch machen und in fünf bis zehn Sätzen beschreiben, worum es geht. Eine gelungene Kurzbeschreibung weckt in einem*einer Leser*in die Lust auf mehr. Wenn es Ihnen schwerfällt, einen werblichen Text zu schreiben, folgen Sie der AIDA-Regel. Die AIDA-Regel ist ein bewährtes Marketing-Instrument, wenn es um die Entwicklung von wirksamen Werbebotschaften geht:

  • A (Attention): Am Anfang sollte ein starker, emotional ansprechender Satz stehen. Der erste Satz Ihres Exposés darf auch ein bisschen provozieren.
  • I (Interest): Hier steht die Information im Vordergrund. Beschreiben Sie den Plot Ihres Buchs sowie die wichtigsten Plot Points.
  • D (Desire): Sprechen Sie die Gefühle der Leserschaft an. Erzeugen Sie Mitgefühl für den Konflikt Ihrer Figur oder beschreiben Sie die beklemmende Szenerie Ihres Horrorromans.
  • A (Action):  Nach all der Überzeugungsarbeit wird der*die Lektor*in nicht widerstehen können und Ihr Werk unbedingt lesen wollen.
     

3. Schritt: Inhaltsangabe

Die Inhaltsangabe ist eine Zusammenfassung Ihres Buchs, die nicht länger als eine bis maximal eineinhalb Seiten sein sollte. Außerdem dient sie dem*der Lektor*in als erste Stilprobe Ihres Schaffens. Sollte Ihnen das Kürzen schwerfallen, bitten Sie Testleser*innen um Hilfe. Sie verfügen über die objektive Distanz, um zu entscheiden, welche Textstellen Sie aus Ihrer Inhaltsangabe streichen können und welche nicht.

Sobald Ihr Exposé geschrieben ist, können Sie auch schon Ihr Manuskript einreichen. In manchen Fällen wird zusätzlich zum Exposé auch noch eine Vita sowie eine Leseprobe verlangt. Beherzigen Sie die Richtlinien Ihres Verlags zur Manuskripteinreichung und beweisen Sie schon bei der ersten Kontaktaufnahme Professionalität. Gepaart mit einem spannenden Exposé, das schon auf wenigen Seiten Lust auf mehr macht, haben Sie den Verlagsvertrag praktisch schon in der Tasche.

Sie haben Ihr Manuskript und Ihr Exposé schon geschrieben und können es kaum erwarten, es endlich einem Verlag zu schicken? Wir sind noch auf der Suche nach neuen Autor*innen. Zur Manuskripteinreichung geht es hier!
 

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