Wer kennt noch das wohlige Gefühl aus der Kindheit, wenn die Eltern eine Geschichte vorlesen? Sich etwas vorlesen zu lassen ist auch für Erwachsene schön und kann im Alltag praktischer sein als selbst ein Buch aufzuschlagen. Da verwundert es nicht, dass sich Hörbücher wachsender Beliebtheit erfreuen. Manche Verfechter*innen des gedruckten Buches mögen missbilligend den Kopf schütteln, aber die Statistik ist eindeutig: Hörbücher sind sehr gefragt. 2021 schaltete jede*r Dritte in Deutschland mindestens einmal im Monat ein Hörbuch oder einen Podcast ein. Dabei haben digitale Angebote zum Herunterladen oder Streamen mit 74 % klar die Nase vorn vor anderen Formen wie der CD. Doch gibt der Erfolg dem Hörbuch uneingeschränkt recht? Wir vom novum Verlag verraten Ihnen, welche Vor- und Nachteile Sie berücksichtigen müssen, wenn Sie ein Hörbuch veröffentlichen wollen.
Hörbuch veröffentlichen: Die Vor- und Nachteile von Hörbüchern im Überblick
Hör- und Leseerlebnis
Einige Bücherfreund*innen begegnen dem Hörbuch mit Skepsis: Gehört es nicht zum Buchgenuss, den Duft der Seiten einzusaugen, sie leise rascheln zu hören und mit den Fingern über das Papier zu streichen? Das kann ein Hörbuch natürlich nicht bieten. Dafür ist es entspannend und beruhigend, einer angenehmen Erzählstimme zu lauschen. Gerade kurz vor dem Einschlafen ist das eine gute Alternative zum Selbstlesen. Die meisten Hörbuchfans nutzen das Medium in erster Linie zum Entspannen zuhause.
Außerdem lässt das Vorlesen ein Buch auf besondere Weise lebendig werden, wenn etwa die Charaktere verschiedene Stimmen bekommen. Allerdings hat das klassische Buch den Vorteil, dass man im eigenen Tempo lesen kann. Dadurch kann man eine komplizierte Stelle wiederholen, leichter zu einer früheren Stelle zurückspringen oder eine besonders schöne Formulierung auskosten.
Praktisch im Alltag
Hörbücher sind beliebte Begleiter in vielen Alltagssituationen. Es ist wenig praktikabel, mit einem dicken Schmöker vor der Nase Hemden zu bügeln, zu joggen oder das Badezimmer zu putzen. Ein spannendes Hörbuch macht solche Tätigkeiten angenehmer und hält die Hände frei. Viele genießen auch unterwegs im Auto oder in öffentlichen Verkehrsmitteln ein Hörbuch. Laut einer Studie nutzen fast 60 % der Befragten Hörbücher im öffentlichen Nahverkehr. Dass digitale Hörbücher keinen zusätzlichen Platz brauchen und nicht wie Ziegelsteine in der Tasche liegen, ist ein offensichtlicher Vorteil. Ebenso muss man sich mit Hörbüchern weniger Gedanken machen, wie man denn noch ein Bücherregal in der Wohnung unterbringt.
Dem Buch eine Stimme geben
Für Autor*innen, die ein Hörbuch veröffentlichen wollen, steht eine wichtige Frage im Raum: Wer wird mein Buch vorlesen? Einige tun dies selbst, insbesondere wenn sie schon Erfahrung mit dem Vortragen haben. Dies spart Kosten und gewährleistet, dass das Buch so gelesen wird, wie man es sich als Autor*in vorstellt. Außerdem fällt gleich auf, wenn ein Dialog unnatürlich klingt. Es kann aber auch eine Chance sein, eine professionelle Sprecherin oder einen Sprecher zu engagieren und dadurch die Geschichte noch einmal neu entstehen zu lassen. Darüber hinaus kann man seinem Buch einen entscheidenden Marktvorteil verschaffen, wenn man auf bekannte Sprecher*innen, wie etwa eine*n Schauspieler*in, setzt. Sprecher*innen können einer Figur durch den Einsatz ihrer Stimme außerdem mehr Farbe und Authentizität verleihen. Die sorgfältige Auswahl der Vorlesenden ist also entscheidend.

Vervielfältigung
Zwar bedeutet der Einsatz eines*einer Sprecher*in zusätzlichen Aufwand und Kosten. Jedoch können digitale Hörbücher inzwischen auf unzähligen Plattformen, wie etwa Audible, Apple Books, Bookbeat oder Spotify, vertrieben werden. Durch die Distribution auf mehreren Kanälen erhöhen sich sowohl die Bekanntheit eines Buchs als auch sein Absatz. Ein Hörbuch kann also als zusätzliche Einnahmequelle verstanden werden, weswegen sich die Investition in eine*n Sprecher*in durchaus lohnen kann. Darüber hinaus ist das Buch schon geschrieben, muss nicht mehr gekürzt werden und kann sein Potential durch ein Hörbuch noch vervielfältigen.
Barrierefrei lesen
Hörbücher ermöglichen es auch blinden und sehbeeinträchtigten Menschen, Bücher zu genießen. Für Kinder, die noch nicht selbst lesen können, ist ein Hörbuch ebenfalls eine gute Alternative. Hier erweitern Hörbücher also den Publikumskreis, was auch den Autor*innen zugutekommt.
Fazit
Die Mehrheit der Bücherfans wird wohl kaum vollständig auf gedruckte Bücher verzichten. Selbst neuere Entwicklungen wie E-Books konnten diese bisher nicht verdrängen, weil sie wie Hörbücher bestimmte Vorteile, aber auch Nachteile mit sich bringen. Leseratten lieben das sinnliche Gefühl eines dicken Schmökers. Das ist nicht so einfach zu ersetzen.
Hörbücher sind jedoch praktisch und bieten ihr ganz eigenes literarisches Erlebnis. Für Autor*innen sind sie eine interessante Möglichkeit, ihr Werk neu ans Publikum zu bringen und dieses zu erweitern. Hörbücher sind also kein Ersatz, wohl aber eine gute Ergänzung ihrer Pendants aus Papier und vielleicht auch eine zusätzliche Einnahmequelle.
Haben Sie eine Buchidee, die Sie als Hörbuch veröffentlichen wollen? Machen Sie den ersten Schritt zur Veröffentlichung im Druckformat und senden Sie uns gerne Ihr Manuskript! Hier finden Sie alle wichtigen Informationen.
Lassen Sie Ihrer Tastatur freien Lauf!
Ihr novum Verlag





