Unfruchtbar? Nein, danke!
Mein Sieg über die Unfruchtbarkeit
EUR 20,90
Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 90
ISBN: 978-3-7116-0636-5
Erscheinungsdatum: 03.04.2025
Der Kinderwunsch ist da – nur die Natur macht nicht so ganz mit. Es folgt die jahrelange Suche nach der richtigen Therapie und unzählige Behandlungen. Doch am Ende steht der Erfolg. Ein intimer Einblick in den langen Weg zur Mutterschaft.
Es gibt einen bekannten und bewährten Spruch, der genau das aussagt, was ich in diesem Buch erklären werde: „Viele Wege führen nach Rom.“ Denn genauso verhält es sich mit dem Kinderwunsch. Es gibt viele Möglichkeiten, ein Kind zu bekommen, wir müssen nur die eine finden, die zu uns passt.
Ich werde in diesem Ratgeber/Sachbuch verschiedene Behandlungen erklären. Denn Fakt ist: Die eine Behandlung schlägt bei jemandem an, zeigt aber bei jemand anderem wiederum keine Wirkung. Dass die eine oder andere Behandlungsmethode bei mir nicht gewirkt hat, bedeutet noch lange nicht, dass sie bei Ihnen nicht von Erfolg gekrönt sein könnte. Tatsache ist, man muss erst das eine oder andere erfahren und eventuell ausprobieren, bevor man überhaupt behaupten kann, es wäre für einen nicht geeignet.
Und, was meinen Sie? Wie viele Seiten braucht ein Buch, um jemandem zu seinem ganz privaten Glück zu verhelfen? Dem Glück, ein Kind in den Armen halten zu dürfen …
Bestenfalls gar keine!
Aber was, wenn sich das Glück nicht sofort einstellen will?
Dann doch massenweise Seiten oder doch nur Glück?
Und glückliche Zufälle und viiiiiiiiel Ausdauer. So war es bei mir zumindest.
Eines müssen Sie sich aber immer vor Augen halten, und das ist die meiner Meinung nach wichtigste Prämisse, um ein Baby zu bekommen: Immer positiv denken!
Ich gehöre mittlerweile zu den Glücklichen dazu, die nach einem langen, langen Leidensweg – in meinem Fall dauerte er acht Jahre und genau einen Tag an – endlich ein Kind ihr eigen nennen dürfen.
Wenn Sie sich für dieses Buch entschieden haben, dann wohl auch nur aus einem Grund: Sie wünschen sich nichts sehnlicher, als auch ein Kind zu haben.
Vielleicht haben auch Sie bereits gewisse Schwierigkeiten und Enttäuschungen erlebt. Aber lassen Sie sich nicht entmutigen! Denn auch Sie können es! Wie gesagt, es gibt so viele Möglichkeiten! So unendlich viele! Man darf nur nicht aufgeben, auch wenn man oft genug verzweifelt und Hiobsbotschaften erhält. Es gibt immer noch einen Plan B. Und der lohnt sich!
Davon werde ich Ihnen jetzt erzählen.
Als ich meinen Mann kennenlernte, war ich bereits 33 Jahre alt, man könnte also sagen, dass es eigentlich keine Probleme mit der Fruchtbarkeit geben sollte. Ja, sicher, ich war nicht mehr in den sogenannten ‚besten Jahren‘, und Sprüche wie ‚die Uhr tickt‘ vernahm ich auch schon im Minutentakt, was natürlich nicht wirklich hilfreich ist. Dennoch, ich war, wie gesagt, noch nicht so alt.
Da ich mir nichts mehr wünschte als ein Kind, sagte ich es auch immer frei heraus … und das war dann so ziemlich das Erste, was ich meinem damaligen Noch-Bekannten und späteren Ehemann sagte. „Ich möchte ein Kind haben!“
Ich habe meinen Mann kennengelernt und sofort geliebt. Erst später kam die Verliebtheit hinzu. Das war interessant, denn so etwas hatte ich noch nie erlebt.
Zwei Tage später haben wir uns wiedergetroffen. Bei diesem ersten Date betonte ich, dass ich auf jeden Fall ein Kind haben wollte und dass, sollte das nicht in seine Lebensplanung hineinpassen, es ihm freistand zu gehen. Das tat er glücklicherweise nicht.
Ich bin jemand, der großen Wert auf Ehrlichkeit legt und daher mit offenen Karten spielt. Ich wollte nicht irgendwann sagen: „Ups, ich bin schwanger, obwohl ich die Pille nehme …“
So entschieden wir also, dass ein Baby zu unserem Leben dazugehören würde, aber wir hatten keinen genauen Zeitpunkt vereinbart. Wir wollten erst mal Zeit für uns haben und schauen, ob wir zusammenpassen.
Und so floss viel Wasser die Donau hinunter, und wir blieben tatsächlich zusammen. Mein Freund machte von sich aus auch weitere Pläne für unsere gemeinsame Zukunft: Arbeitsaufenthalte im Ausland, Zusammenziehen, usw. Ich fühlte mich geschmeichelt und in meinem Vertrauen zu ihm bestärkt. Dann, eines Tages, sprach er mich – von sich aus – auf das Thema Kind an. Und das gerade mal ein Jahr später.
Als er von sich aus zu mir sagte: „Lass es uns versuchen“, wusste ich zuerst gar nicht, worauf er abzielte, und so fragte ich schließlich: „Was meinst du?“
„Ein Kind. Ich finde, wir sollten versuchen, ein Kind zu bekommen“, betonte er dann mit einem Lächeln im Gesicht.
Meine Hände fingen sofort zu zittern an, als ich endlich begriff, was er zu mir sagte. Und wir stießen darauf an. Die Stimmung passte wunderbar zu diesem heiklen Thema, denn es passierte im Urlaub, ganz romantisch in einem Restaurant direkt am Meer. Ich habe oft überlegt, ob es am Wein oder am romantischen Ambiente lag, aber egal, denn er stand wie immer zu seinem Wort.
Als ich ihn später darauf ansprach, ob es aus einer spontanen Stimmung heraus geschah, dass er es vorschlug, verneinte er. Er betonte, dass er es geplant hätte, und genau mit dieser Absicht dieses bestimmte Restaurant am Meer ausgesucht hatte.
Ist er nicht toll, dieser Mann?
Ich muss noch dazu sagen, dass wir zu diesem Zeitpunkt bereits zusammengezogen waren, was für ihn (betrachtet man seine früheren Beziehungen) sehr untypisch war.
Also legten wir los!
Es vergingen ein paar Monate und es passierte nichts, aber ich dachte mir noch nichts dabei.
Eines Abends, als wir Besuch von seinem Cousin und dessen Familie hatten, kam endlich etwas Bewegung in unsere momentane Situation. Nicht zu sagen: in unsere „Sackgasse“.
Das kam so: Wir saßen abends gemütlich am Tisch, nachdem die Kinder ins Bett gegangen waren, und unterhielten uns über alles Mögliche. Die Männer gingen zum Rauchen auf den Balkon und wir Frauen saßen in der Küche. Wie es der Zufall wollte, kamen wir ganz ungezwungen auf das Thema Kinder zu sprechen. Carola, die Frau des Cousins, erzählte mir, dass auch sie nicht sofort schwanger geworden war und sie daher auf den Temperaturkalender schwören würde. Ich hatte schon mal was davon gehört, es aber eben nur unbewusst zur Kenntnis genommen und mich nicht weiter damit beschäftigt. Also bat ich sie, mir mehr davon zu erzählen. Und so erklärte sie mir, wie dieser Temperaturkalender funktioniert.
Ich habe den Kalender für die Körpertemperatur sofort nach ihrem Besuch eingeführt.
Was ist das? Falls Sie das auch nicht kennen, werde ich versuchen, es mit so einfachen Worten wie möglich zu erklären.
Der Temperaturkalender, oder Eisprungkalender, ist ein Verfahren, um den eigenen Zyklus und die Abläufe im Körper genaustens kennenzulernen und danach zu handeln, wenn Sie sich für ein Baby entschieden haben (aber auch sonst ist er eine gute Stütze im Alltag).
Mit Hilfe dessen können nämlich der Zeitpunkt des Eisprungs und die fruchtbarsten Tage bestimmt werden (Zeichnung dazu siehe Anlage 1 am Ende des Buches).
Was Sie dazu tun müssen, ist, täglich die Körpertemperatur zu messen, diese in die Tabelle einzutragen und so die Basaltemperatur zu bestimmen.
Die Basaltemperatur ist die Kurve, die entsteht, wenn Sie alle Messungen vom ersten Tag der Periode bis zum letzten Tag miteinander verbinden. Also setzen Sie ein Kreuz für jeden Tag ein und verbinden diese zu einer einheitlichen Kurve.
Normalerweise schwankt die Körpertemperatur nur wenig, also ca. 0,1 °C bis 0,2 °C. Beim Einsprung dagegen steigt sie um ca. 0,4 °C bis 0,5 °C. Sollte bereits eine Schwangerschaft eingetreten sein, bleibt sie sogar konstant hoch, ansonsten fällt sie wieder ab auf die ursprüngliche Temperatur kurz nach dem Eisprung.
Zusätzlich zur Temperaturmessung kann man den Muttermund abtasten.
Und was ist der Muttermund? Muttermund, oder Gebärmuttermund, ist die Öffnung, die Sie abtasten können, wenn Sie den Finger in die innere Scheidewand einführen, wie wenn Sie ein Tampon einführen würden. Er bewirkt, dass die monatliche Blutung aus dem Körper hinaustreten kann, und verhindert, dass Bakterien in den Körper hineinkönnen. Eine sehr wichtige Funktion, die der Muttermund erfüllt, ist es, die Spermien zum erhofften Ziel zu transportieren.
Dabei kann man drei Phasen beobachten. Nach der Periode und nach dem Eisprung ist die Lage des Muttermundes tief und die Öffnung ist geschlossen.
In der Zyklusmitte ist die Lage höher als gewöhnlich und der Muttermund ist bereits halb geöffnet.
Beim Eisprung ist seine Lage hoch und der Muttermund ist endlich offen, um die Spermien abtransportieren zu können, wie bereits erwähnt.
Bei regelmäßiger Anwendung des Kalenders sind die Aussichtschancen auf eine Schwangerschaft recht hoch. Früher gab es schließlich auch keine anderen Hilfsmittel und so benutzten die Frauen die einfachsten Methoden. Und dazu zählt eben dieser Kalender. Bitte beachten: Der Eisprung selbst findet meist am Tag vor dem Temperaturanstieg statt. Die Wahrscheinlichkeit für eine Schwangerschaft liegt somit 1–2 Tage vor dem Eisprung am höchsten. Deshalb ist es auch so wichtig, diesen Kalender länger zu führen und mehrere Zyklen zu notieren.
Auch mein Mann und ich haben auf dieses Verfahren zurückgegriffen. Ich maß brav die Temperatur ab, machte die Kreuzchen …
Aber auch damit tat sich nichts. Mal wieder Zeit vertan, dachte ich mir.
Als Nächstes habe ich ClearBlue gekauft. Das sind Ovulationstests, bei denen der Urin täglich kontrolliert wird, damit man erkennt, wann die fruchtbarsten Tage sind (als ‚fruchtbarste Tage‘ werden die Tage bezeichnet, die direkt vor dem Eisprung sind, bzw. der Tag des Eisprungs selbst).
Erklärung zum Produkt: ClearBlue (es gibt natürlich auch andere, ähnliche Produkte) erkennt den Anstieg des luteinisierenden Hormons (LH) im Urin. Bevor Ihre Eierstöcke eine Eizelle ausstoßen (auch Eisprung genannt), steigt der LH-Wert an. Das passiert meistens 24–36 Stunden vor dem Eisprung. Das sind die fruchtbarsten Tage, also die mit der besten Aussicht, schwanger zu werden.
Was ist ein Eisprung, wozu wird er benötigt? Beim Eisprung gibt der Eierstock eine herangereifte Zelle frei. Diese wandert Richtung Eileiter und anschließend Richtung Gebärmutter. Sollten in dieser Phase Samen darauf treffen, kann es zur Schwangerschaft kommen. Rund um den Eisprung ist also die beste Zeit, um die so sehr erwünschte Schwangerschaft eine Tatsache werden zu lassen (siehe Anlage 2).
Voller Zuversicht habe ich meine täglichen Kontrollen eingehalten, von den einen fruchtbarsten Tagen zu den nächsten hin gefiebert und gehofft, dass sich bald etwas tun würde.
Ich brauche nicht zu erwähnen, dass man als verliebtes Paar sowieso öfters spontanen Geschlechtsverkehr hat, als ein Paar, das schon seit Ewigkeiten zusammen ist. Dennoch, diese Kontrollen, wann man mit größter Wahrscheinlichkeit schwanger werden könnte, zerrten schon manchmal an meinem Nervenkostüm. Und nicht nur an meinem, denn ich bläute auch meinem Mann ein, dass wir immer zwei oder drei Tage vor diesen bestimmten Tagen keinen Geschlechtsverkehr haben sollten. Angeblich sind die Spermien eines Mannes aktiver, nachdem man eine Pause einlegt (das halte ich mittlerweile für ziemlichen Quatsch).
Wir machten aber dennoch brav weiter und versuchten, alle möglichen Einschränkungen einzuhalten und hinzunehmen. Dafür bin ich meinem Mann wirklich mehr als dankbar! Also hofften wir, dass sich bald etwas tun würde. Die Monate zogen ins Land und es tat sich nichts. Jeden Monat, pünktlich auf den Tag genau, bekam ich meine Periode.
Zumindest darauf konnte ich mich verlassen: dass die Tage pünktlich kamen und ich mir nicht grundlos Hoffnungen machen musste.
Manchmal kaufte ich auch keine Tampons, wenn sie mir ausgingen, um meinen Körper und meine Psyche zu beeinflussen, aber vergebens. Verrückt, oder?
Ein- oder zweimal passierte es dann doch, dass meine Periode erst später kam, und schon hofften wir, dass das Schicksal es auch mit uns gut meinte. Aber dann wieder die Enttäuschung: zu diesem Zeitpunkt leider noch nicht.
Tatsache ist, dass manche Körper auf Klimaveränderungen wie Urlaub und sogar auf Krankheiten reagieren, und dadurch den Monatszyklus beeinflussen. Dadurch kann sich die Periode verspäten und sogar für einen Monat komplett aussetzen. Aber: nichts, es tat sich einfach nichts! So sehr wir es hofften und alles versuchten.
Also entschieden wir uns dafür, den nächsten Schritt zu gehen. Es musste schließlich kontrolliert werden, ob einer von uns eventuell eine körperliche Beeinträchtigung hatte.
Ich habe vorher gar nicht gewusst, wie viele Komponenten zusammenhängen und wovon es alles abhängen kann, ob man schwanger wird oder nicht. Daher mussten wir uns beraten lassen. Und was ist dann normalerweise der erste Schritt? Natürlich! Zuerst muss die Frau alles kontrollieren lassen, denn ein Mann würde es nie auch nur annähernd in Erwägung ziehen, dass es an ihm liegen könnte.
Ich ging mit herabhängenden Schultern zu meiner Frauenärztin und musste feststellen, dass sie von einem jungen Frauenarzt ersetzt worden war.
Was für eine Enttäuschung! Ich war meine Frauenärztin seit Ewigkeiten gewohnt, ich hatte zu ihr Vertrauen und fühlte mich wohl bei ihr. Dieser Mann, wahrscheinlich gerade mal so alt wie ich, zog mein Problem und meine Enttäuschung ins Lächerliche. Er machte Sprüche wie: „In Ihrem Alter geht es nicht mehr so schnell“ und „Warten Sie noch eineinhalb Jahre ab, Sie dürfen nicht ungeduldig sein. Falls sich bis dahin noch immer nichts getan hat, dann müssen wir schauen.“ Eineinhalb Jahre! Ich war bereits 34. Und ich sollte noch EINEINHALB JAHRE warten?
Ich ging nach Hause und erzählte meinem Freund von diesem Arztgespräch. Wir dachten uns: „Na ja, er wird es schon wissen!“ Dennoch, ein ungutes Gefühl blieb. Ich war so blind und blöd, darauf zu vertrauen, dass sich noch etwas von allein tun würde. Ich will nicht über Ärzte schimpfen, denn sie alle haben mehr Erfahrung und Kenntnisse als ich, aber einem Ertrinkenden zu sagen, dass er sich noch kurz gedulden soll, ist nicht wirklich hilfreich. Dennoch nahmen wir es so hin und dachten uns: „Wir versuchen es einfach weiter, er ist schließlich vom Fach.“
Ein halbes Jahr später folgte die nächste Kontrolluntersuchung. Bei dieser Untersuchung kamen, so ungern ich das sage,, wirklich nur blödsinnige Sprüche, die ich nicht mal erwähnen möchte. Ich entschied mich also, den Frauenarzt zu wechseln. Zum Glück! Dazu möchte ich mir im Nachhinein gratulieren, denn das brachte endlich den Stein ins Rollen. Ja, meine Damen, manchmal fällt es einem schwer, Gewohntes gegen Neues einzutauschen, aber manchmal lohnt es sich wirklich, etwas zu wagen.
Ich muss aber vorab noch erwähnen, dass sich meine Lebenssituation zwischenzeitlich grundlegend geändert hatte: Mein Freund und ich waren nicht mehr nur Freund und Freundin, sondern hatten geheiratet. Somit waren wir mittlerweile Mann und Frau, und seit unserer Entscheidung, ein Baby zu bekommen, war bereits über ein ganzes Jahr verstrichen. Was für eine Zeitverschwendung!
Nun, ich hatte mich im Freundeskreis umgehört und dann endlich einen Termin bei einem anderen Frauenarzt ausgemacht. Natürlich hatte ich im Bekanntenkreis nichts über unser Problem erzählt, sondern nur gesagt, dass ich auf der Suche nach einem anderen Frauenarzt sei.
Vom ersten Augenblick an habe ich mich hier wieder wohlgefühlt. Und nicht nur das! Als ich diesem Frauenarzt von unserem Wunsch erzählte, wurde ich zuerst gründlich untersucht und sofort auch ein Chlamydien-Test gemacht. Wieso nicht gleich so?
Sie werden sich vermutlich fragen, wieso überhaupt ein Chlamydien-Test?
Chlamydien sind fiese Bakterien, die durch Geschlechtsverkehr übertragen werden. Da sie leider keine Symptome aufweisen, also weder Ausfluss noch sonstige Beschwerden wie vielleicht Bauchschmerzen, Jucken oder Ähnliches verursachen, kann man sie unbemerkt mit sich tragen und ungehindert auf den nächsten Partner übertragen. . Bleiben diese unbehandelt und unbemerkt, können sie böse Folgen bei uns Frauen haben, nicht aber beim Mann. Der Mann ist nur der Überträger und hat keine Auswirkungen zu befürchten. Bei uns Frauen dagegen geht es ums Ganze! Und zwar, weil die Eileiter (Erklärung in der Anlage 3) verstopfen können, wodurch eine vorübergehende (und ohne Behandlung permanente) Sterilität entsteht und die Frau nicht schwanger werden kann.
Das ist aber zum Glück kein irreparabler Prozess, wie ich später erfuhr, als ich wegen einer speziellen Behandlung ins Ausland flog. Aber dazu später noch mehr. Und siehe da, ich hatte tatsächlich Chlamydien. Ich bekam die nötige Versorgung mit Antibiotika und einen sehr guten Rat. Mit den Worten „Falls Sie Kinder haben möchten, dann dürfen Sie nicht mehr warten! Sie müssen sofort einen Termin hier vereinbaren.“ drückte mir mein Arzt eine Telefonnummer in die Hand. Denn ja, dieser Arzt hatte endlich eine Lösung für uns, speiste mich nicht mit lapidaren Kommentaren ab und vertröstete mich auch nicht auf später.
Die Lösung war jemand, der sich sowohl um meinen Mann als auch mich kümmern sollte, nicht nur gezielt um mich, und dadurch nicht noch mehr Zeit verstreichen ließ: Es ging dabei um eine IVF-Klinik. Ich hatte davor noch nie etwas davon gehört.
Weder wusste ich von solchen Behandlungen noch von der Existenz solcher Kliniken.
2004 waren diese Kliniken eben, im Gegensatz zu heute, noch kein gängiger Begriff.
Aber zu diesem Zeitpunkt war ich noch zuversichtlich, dass sich etwas auf normalem Wege ereignen würde, und hatte mich noch gar nicht richtig nach anderen Möglichkeiten umgeschaut oder umgehört. Außerdem hatte ich gar nicht angenommen, dass außer uns sonst noch jemand im Bekanntenkreis solche Probleme haben könnte. Ich sollte mich darin irren, aber das stellte sich auch erst viel später heraus.
...
Ich werde in diesem Ratgeber/Sachbuch verschiedene Behandlungen erklären. Denn Fakt ist: Die eine Behandlung schlägt bei jemandem an, zeigt aber bei jemand anderem wiederum keine Wirkung. Dass die eine oder andere Behandlungsmethode bei mir nicht gewirkt hat, bedeutet noch lange nicht, dass sie bei Ihnen nicht von Erfolg gekrönt sein könnte. Tatsache ist, man muss erst das eine oder andere erfahren und eventuell ausprobieren, bevor man überhaupt behaupten kann, es wäre für einen nicht geeignet.
Und, was meinen Sie? Wie viele Seiten braucht ein Buch, um jemandem zu seinem ganz privaten Glück zu verhelfen? Dem Glück, ein Kind in den Armen halten zu dürfen …
Bestenfalls gar keine!
Aber was, wenn sich das Glück nicht sofort einstellen will?
Dann doch massenweise Seiten oder doch nur Glück?
Und glückliche Zufälle und viiiiiiiiel Ausdauer. So war es bei mir zumindest.
Eines müssen Sie sich aber immer vor Augen halten, und das ist die meiner Meinung nach wichtigste Prämisse, um ein Baby zu bekommen: Immer positiv denken!
Ich gehöre mittlerweile zu den Glücklichen dazu, die nach einem langen, langen Leidensweg – in meinem Fall dauerte er acht Jahre und genau einen Tag an – endlich ein Kind ihr eigen nennen dürfen.
Wenn Sie sich für dieses Buch entschieden haben, dann wohl auch nur aus einem Grund: Sie wünschen sich nichts sehnlicher, als auch ein Kind zu haben.
Vielleicht haben auch Sie bereits gewisse Schwierigkeiten und Enttäuschungen erlebt. Aber lassen Sie sich nicht entmutigen! Denn auch Sie können es! Wie gesagt, es gibt so viele Möglichkeiten! So unendlich viele! Man darf nur nicht aufgeben, auch wenn man oft genug verzweifelt und Hiobsbotschaften erhält. Es gibt immer noch einen Plan B. Und der lohnt sich!
Davon werde ich Ihnen jetzt erzählen.
Als ich meinen Mann kennenlernte, war ich bereits 33 Jahre alt, man könnte also sagen, dass es eigentlich keine Probleme mit der Fruchtbarkeit geben sollte. Ja, sicher, ich war nicht mehr in den sogenannten ‚besten Jahren‘, und Sprüche wie ‚die Uhr tickt‘ vernahm ich auch schon im Minutentakt, was natürlich nicht wirklich hilfreich ist. Dennoch, ich war, wie gesagt, noch nicht so alt.
Da ich mir nichts mehr wünschte als ein Kind, sagte ich es auch immer frei heraus … und das war dann so ziemlich das Erste, was ich meinem damaligen Noch-Bekannten und späteren Ehemann sagte. „Ich möchte ein Kind haben!“
Ich habe meinen Mann kennengelernt und sofort geliebt. Erst später kam die Verliebtheit hinzu. Das war interessant, denn so etwas hatte ich noch nie erlebt.
Zwei Tage später haben wir uns wiedergetroffen. Bei diesem ersten Date betonte ich, dass ich auf jeden Fall ein Kind haben wollte und dass, sollte das nicht in seine Lebensplanung hineinpassen, es ihm freistand zu gehen. Das tat er glücklicherweise nicht.
Ich bin jemand, der großen Wert auf Ehrlichkeit legt und daher mit offenen Karten spielt. Ich wollte nicht irgendwann sagen: „Ups, ich bin schwanger, obwohl ich die Pille nehme …“
So entschieden wir also, dass ein Baby zu unserem Leben dazugehören würde, aber wir hatten keinen genauen Zeitpunkt vereinbart. Wir wollten erst mal Zeit für uns haben und schauen, ob wir zusammenpassen.
Und so floss viel Wasser die Donau hinunter, und wir blieben tatsächlich zusammen. Mein Freund machte von sich aus auch weitere Pläne für unsere gemeinsame Zukunft: Arbeitsaufenthalte im Ausland, Zusammenziehen, usw. Ich fühlte mich geschmeichelt und in meinem Vertrauen zu ihm bestärkt. Dann, eines Tages, sprach er mich – von sich aus – auf das Thema Kind an. Und das gerade mal ein Jahr später.
Als er von sich aus zu mir sagte: „Lass es uns versuchen“, wusste ich zuerst gar nicht, worauf er abzielte, und so fragte ich schließlich: „Was meinst du?“
„Ein Kind. Ich finde, wir sollten versuchen, ein Kind zu bekommen“, betonte er dann mit einem Lächeln im Gesicht.
Meine Hände fingen sofort zu zittern an, als ich endlich begriff, was er zu mir sagte. Und wir stießen darauf an. Die Stimmung passte wunderbar zu diesem heiklen Thema, denn es passierte im Urlaub, ganz romantisch in einem Restaurant direkt am Meer. Ich habe oft überlegt, ob es am Wein oder am romantischen Ambiente lag, aber egal, denn er stand wie immer zu seinem Wort.
Als ich ihn später darauf ansprach, ob es aus einer spontanen Stimmung heraus geschah, dass er es vorschlug, verneinte er. Er betonte, dass er es geplant hätte, und genau mit dieser Absicht dieses bestimmte Restaurant am Meer ausgesucht hatte.
Ist er nicht toll, dieser Mann?
Ich muss noch dazu sagen, dass wir zu diesem Zeitpunkt bereits zusammengezogen waren, was für ihn (betrachtet man seine früheren Beziehungen) sehr untypisch war.
Also legten wir los!
Es vergingen ein paar Monate und es passierte nichts, aber ich dachte mir noch nichts dabei.
Eines Abends, als wir Besuch von seinem Cousin und dessen Familie hatten, kam endlich etwas Bewegung in unsere momentane Situation. Nicht zu sagen: in unsere „Sackgasse“.
Das kam so: Wir saßen abends gemütlich am Tisch, nachdem die Kinder ins Bett gegangen waren, und unterhielten uns über alles Mögliche. Die Männer gingen zum Rauchen auf den Balkon und wir Frauen saßen in der Küche. Wie es der Zufall wollte, kamen wir ganz ungezwungen auf das Thema Kinder zu sprechen. Carola, die Frau des Cousins, erzählte mir, dass auch sie nicht sofort schwanger geworden war und sie daher auf den Temperaturkalender schwören würde. Ich hatte schon mal was davon gehört, es aber eben nur unbewusst zur Kenntnis genommen und mich nicht weiter damit beschäftigt. Also bat ich sie, mir mehr davon zu erzählen. Und so erklärte sie mir, wie dieser Temperaturkalender funktioniert.
Ich habe den Kalender für die Körpertemperatur sofort nach ihrem Besuch eingeführt.
Was ist das? Falls Sie das auch nicht kennen, werde ich versuchen, es mit so einfachen Worten wie möglich zu erklären.
Der Temperaturkalender, oder Eisprungkalender, ist ein Verfahren, um den eigenen Zyklus und die Abläufe im Körper genaustens kennenzulernen und danach zu handeln, wenn Sie sich für ein Baby entschieden haben (aber auch sonst ist er eine gute Stütze im Alltag).
Mit Hilfe dessen können nämlich der Zeitpunkt des Eisprungs und die fruchtbarsten Tage bestimmt werden (Zeichnung dazu siehe Anlage 1 am Ende des Buches).
Was Sie dazu tun müssen, ist, täglich die Körpertemperatur zu messen, diese in die Tabelle einzutragen und so die Basaltemperatur zu bestimmen.
Die Basaltemperatur ist die Kurve, die entsteht, wenn Sie alle Messungen vom ersten Tag der Periode bis zum letzten Tag miteinander verbinden. Also setzen Sie ein Kreuz für jeden Tag ein und verbinden diese zu einer einheitlichen Kurve.
Normalerweise schwankt die Körpertemperatur nur wenig, also ca. 0,1 °C bis 0,2 °C. Beim Einsprung dagegen steigt sie um ca. 0,4 °C bis 0,5 °C. Sollte bereits eine Schwangerschaft eingetreten sein, bleibt sie sogar konstant hoch, ansonsten fällt sie wieder ab auf die ursprüngliche Temperatur kurz nach dem Eisprung.
Zusätzlich zur Temperaturmessung kann man den Muttermund abtasten.
Und was ist der Muttermund? Muttermund, oder Gebärmuttermund, ist die Öffnung, die Sie abtasten können, wenn Sie den Finger in die innere Scheidewand einführen, wie wenn Sie ein Tampon einführen würden. Er bewirkt, dass die monatliche Blutung aus dem Körper hinaustreten kann, und verhindert, dass Bakterien in den Körper hineinkönnen. Eine sehr wichtige Funktion, die der Muttermund erfüllt, ist es, die Spermien zum erhofften Ziel zu transportieren.
Dabei kann man drei Phasen beobachten. Nach der Periode und nach dem Eisprung ist die Lage des Muttermundes tief und die Öffnung ist geschlossen.
In der Zyklusmitte ist die Lage höher als gewöhnlich und der Muttermund ist bereits halb geöffnet.
Beim Eisprung ist seine Lage hoch und der Muttermund ist endlich offen, um die Spermien abtransportieren zu können, wie bereits erwähnt.
Bei regelmäßiger Anwendung des Kalenders sind die Aussichtschancen auf eine Schwangerschaft recht hoch. Früher gab es schließlich auch keine anderen Hilfsmittel und so benutzten die Frauen die einfachsten Methoden. Und dazu zählt eben dieser Kalender. Bitte beachten: Der Eisprung selbst findet meist am Tag vor dem Temperaturanstieg statt. Die Wahrscheinlichkeit für eine Schwangerschaft liegt somit 1–2 Tage vor dem Eisprung am höchsten. Deshalb ist es auch so wichtig, diesen Kalender länger zu führen und mehrere Zyklen zu notieren.
Auch mein Mann und ich haben auf dieses Verfahren zurückgegriffen. Ich maß brav die Temperatur ab, machte die Kreuzchen …
Aber auch damit tat sich nichts. Mal wieder Zeit vertan, dachte ich mir.
Als Nächstes habe ich ClearBlue gekauft. Das sind Ovulationstests, bei denen der Urin täglich kontrolliert wird, damit man erkennt, wann die fruchtbarsten Tage sind (als ‚fruchtbarste Tage‘ werden die Tage bezeichnet, die direkt vor dem Eisprung sind, bzw. der Tag des Eisprungs selbst).
Erklärung zum Produkt: ClearBlue (es gibt natürlich auch andere, ähnliche Produkte) erkennt den Anstieg des luteinisierenden Hormons (LH) im Urin. Bevor Ihre Eierstöcke eine Eizelle ausstoßen (auch Eisprung genannt), steigt der LH-Wert an. Das passiert meistens 24–36 Stunden vor dem Eisprung. Das sind die fruchtbarsten Tage, also die mit der besten Aussicht, schwanger zu werden.
Was ist ein Eisprung, wozu wird er benötigt? Beim Eisprung gibt der Eierstock eine herangereifte Zelle frei. Diese wandert Richtung Eileiter und anschließend Richtung Gebärmutter. Sollten in dieser Phase Samen darauf treffen, kann es zur Schwangerschaft kommen. Rund um den Eisprung ist also die beste Zeit, um die so sehr erwünschte Schwangerschaft eine Tatsache werden zu lassen (siehe Anlage 2).
Voller Zuversicht habe ich meine täglichen Kontrollen eingehalten, von den einen fruchtbarsten Tagen zu den nächsten hin gefiebert und gehofft, dass sich bald etwas tun würde.
Ich brauche nicht zu erwähnen, dass man als verliebtes Paar sowieso öfters spontanen Geschlechtsverkehr hat, als ein Paar, das schon seit Ewigkeiten zusammen ist. Dennoch, diese Kontrollen, wann man mit größter Wahrscheinlichkeit schwanger werden könnte, zerrten schon manchmal an meinem Nervenkostüm. Und nicht nur an meinem, denn ich bläute auch meinem Mann ein, dass wir immer zwei oder drei Tage vor diesen bestimmten Tagen keinen Geschlechtsverkehr haben sollten. Angeblich sind die Spermien eines Mannes aktiver, nachdem man eine Pause einlegt (das halte ich mittlerweile für ziemlichen Quatsch).
Wir machten aber dennoch brav weiter und versuchten, alle möglichen Einschränkungen einzuhalten und hinzunehmen. Dafür bin ich meinem Mann wirklich mehr als dankbar! Also hofften wir, dass sich bald etwas tun würde. Die Monate zogen ins Land und es tat sich nichts. Jeden Monat, pünktlich auf den Tag genau, bekam ich meine Periode.
Zumindest darauf konnte ich mich verlassen: dass die Tage pünktlich kamen und ich mir nicht grundlos Hoffnungen machen musste.
Manchmal kaufte ich auch keine Tampons, wenn sie mir ausgingen, um meinen Körper und meine Psyche zu beeinflussen, aber vergebens. Verrückt, oder?
Ein- oder zweimal passierte es dann doch, dass meine Periode erst später kam, und schon hofften wir, dass das Schicksal es auch mit uns gut meinte. Aber dann wieder die Enttäuschung: zu diesem Zeitpunkt leider noch nicht.
Tatsache ist, dass manche Körper auf Klimaveränderungen wie Urlaub und sogar auf Krankheiten reagieren, und dadurch den Monatszyklus beeinflussen. Dadurch kann sich die Periode verspäten und sogar für einen Monat komplett aussetzen. Aber: nichts, es tat sich einfach nichts! So sehr wir es hofften und alles versuchten.
Also entschieden wir uns dafür, den nächsten Schritt zu gehen. Es musste schließlich kontrolliert werden, ob einer von uns eventuell eine körperliche Beeinträchtigung hatte.
Ich habe vorher gar nicht gewusst, wie viele Komponenten zusammenhängen und wovon es alles abhängen kann, ob man schwanger wird oder nicht. Daher mussten wir uns beraten lassen. Und was ist dann normalerweise der erste Schritt? Natürlich! Zuerst muss die Frau alles kontrollieren lassen, denn ein Mann würde es nie auch nur annähernd in Erwägung ziehen, dass es an ihm liegen könnte.
Ich ging mit herabhängenden Schultern zu meiner Frauenärztin und musste feststellen, dass sie von einem jungen Frauenarzt ersetzt worden war.
Was für eine Enttäuschung! Ich war meine Frauenärztin seit Ewigkeiten gewohnt, ich hatte zu ihr Vertrauen und fühlte mich wohl bei ihr. Dieser Mann, wahrscheinlich gerade mal so alt wie ich, zog mein Problem und meine Enttäuschung ins Lächerliche. Er machte Sprüche wie: „In Ihrem Alter geht es nicht mehr so schnell“ und „Warten Sie noch eineinhalb Jahre ab, Sie dürfen nicht ungeduldig sein. Falls sich bis dahin noch immer nichts getan hat, dann müssen wir schauen.“ Eineinhalb Jahre! Ich war bereits 34. Und ich sollte noch EINEINHALB JAHRE warten?
Ich ging nach Hause und erzählte meinem Freund von diesem Arztgespräch. Wir dachten uns: „Na ja, er wird es schon wissen!“ Dennoch, ein ungutes Gefühl blieb. Ich war so blind und blöd, darauf zu vertrauen, dass sich noch etwas von allein tun würde. Ich will nicht über Ärzte schimpfen, denn sie alle haben mehr Erfahrung und Kenntnisse als ich, aber einem Ertrinkenden zu sagen, dass er sich noch kurz gedulden soll, ist nicht wirklich hilfreich. Dennoch nahmen wir es so hin und dachten uns: „Wir versuchen es einfach weiter, er ist schließlich vom Fach.“
Ein halbes Jahr später folgte die nächste Kontrolluntersuchung. Bei dieser Untersuchung kamen, so ungern ich das sage,, wirklich nur blödsinnige Sprüche, die ich nicht mal erwähnen möchte. Ich entschied mich also, den Frauenarzt zu wechseln. Zum Glück! Dazu möchte ich mir im Nachhinein gratulieren, denn das brachte endlich den Stein ins Rollen. Ja, meine Damen, manchmal fällt es einem schwer, Gewohntes gegen Neues einzutauschen, aber manchmal lohnt es sich wirklich, etwas zu wagen.
Ich muss aber vorab noch erwähnen, dass sich meine Lebenssituation zwischenzeitlich grundlegend geändert hatte: Mein Freund und ich waren nicht mehr nur Freund und Freundin, sondern hatten geheiratet. Somit waren wir mittlerweile Mann und Frau, und seit unserer Entscheidung, ein Baby zu bekommen, war bereits über ein ganzes Jahr verstrichen. Was für eine Zeitverschwendung!
Nun, ich hatte mich im Freundeskreis umgehört und dann endlich einen Termin bei einem anderen Frauenarzt ausgemacht. Natürlich hatte ich im Bekanntenkreis nichts über unser Problem erzählt, sondern nur gesagt, dass ich auf der Suche nach einem anderen Frauenarzt sei.
Vom ersten Augenblick an habe ich mich hier wieder wohlgefühlt. Und nicht nur das! Als ich diesem Frauenarzt von unserem Wunsch erzählte, wurde ich zuerst gründlich untersucht und sofort auch ein Chlamydien-Test gemacht. Wieso nicht gleich so?
Sie werden sich vermutlich fragen, wieso überhaupt ein Chlamydien-Test?
Chlamydien sind fiese Bakterien, die durch Geschlechtsverkehr übertragen werden. Da sie leider keine Symptome aufweisen, also weder Ausfluss noch sonstige Beschwerden wie vielleicht Bauchschmerzen, Jucken oder Ähnliches verursachen, kann man sie unbemerkt mit sich tragen und ungehindert auf den nächsten Partner übertragen. . Bleiben diese unbehandelt und unbemerkt, können sie böse Folgen bei uns Frauen haben, nicht aber beim Mann. Der Mann ist nur der Überträger und hat keine Auswirkungen zu befürchten. Bei uns Frauen dagegen geht es ums Ganze! Und zwar, weil die Eileiter (Erklärung in der Anlage 3) verstopfen können, wodurch eine vorübergehende (und ohne Behandlung permanente) Sterilität entsteht und die Frau nicht schwanger werden kann.
Das ist aber zum Glück kein irreparabler Prozess, wie ich später erfuhr, als ich wegen einer speziellen Behandlung ins Ausland flog. Aber dazu später noch mehr. Und siehe da, ich hatte tatsächlich Chlamydien. Ich bekam die nötige Versorgung mit Antibiotika und einen sehr guten Rat. Mit den Worten „Falls Sie Kinder haben möchten, dann dürfen Sie nicht mehr warten! Sie müssen sofort einen Termin hier vereinbaren.“ drückte mir mein Arzt eine Telefonnummer in die Hand. Denn ja, dieser Arzt hatte endlich eine Lösung für uns, speiste mich nicht mit lapidaren Kommentaren ab und vertröstete mich auch nicht auf später.
Die Lösung war jemand, der sich sowohl um meinen Mann als auch mich kümmern sollte, nicht nur gezielt um mich, und dadurch nicht noch mehr Zeit verstreichen ließ: Es ging dabei um eine IVF-Klinik. Ich hatte davor noch nie etwas davon gehört.
Weder wusste ich von solchen Behandlungen noch von der Existenz solcher Kliniken.
2004 waren diese Kliniken eben, im Gegensatz zu heute, noch kein gängiger Begriff.
Aber zu diesem Zeitpunkt war ich noch zuversichtlich, dass sich etwas auf normalem Wege ereignen würde, und hatte mich noch gar nicht richtig nach anderen Möglichkeiten umgeschaut oder umgehört. Außerdem hatte ich gar nicht angenommen, dass außer uns sonst noch jemand im Bekanntenkreis solche Probleme haben könnte. Ich sollte mich darin irren, aber das stellte sich auch erst viel später heraus.
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