Cover: Magisches Indien

Magisches Indien
oder als ich fast dem Sri Krishna die Hose runterzog


EUR 18,90

Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 108
ISBN: 978-3-7116-1360-8
Erscheinungsdatum: 12.01.2026
Von Yogis, Wundern, Chaos und Gestank. Von einem magischen Zwerg, von Martin Luther in Indien, von Sri Krishna, Gott und Gurus. Von Astrologie, Medizin, Liebe und Leben. Informativ wie ein wissenschaftliches Werk, spannend wie ein Kriminalroman.
Indien – Vom Agrarland zur Industrienation

Als ich im Jahre 1977 als 20-jähriger Mann zum ersten Mal nach Indien reiste, war Indien ein anderes Land als heute. Mit rasanter Geschwindigkeit schrumpfte das ländliche Indien und wuchs das industrialisierte. Was man halt so „Fortschritt“ nennt. So stieg zum Beispiel die Anzahl der Telefone von weniger als einer Million Festnetzapparaten auf mehr als eine Milliarde Mobiltelefone. Damals gab es auf Indiens Straßen zwei verschiedene Typen von Pkw, den noblen Ambassador (ein Morris-Oxford-1956-Nachbau) und den Premier Padmini, ein Fiat 1100. In meiner Erinnerung, und gewiss auch in Erinnerung vieler Inder meines Alters, ist der Ambassador immer noch das beste Auto der Welt. Weit abgeschlagen folgt auf dem zweiten Platz vielleicht ein Rolls-Royce. Je älter wir werden, desto besser waren wir. Dieser spaßige Spruch passt auch für unsere Autos. Jetzt, Ende 2019, da ich diese Zeilen schreibe, ist fast jeder namhafte Autohersteller mit seinen Produkten in Indien vertreten und viele haben hier Fabriken. Wo früher Feldwege waren, sind heute Straßen, und wo Straßen waren, sind Autobahnen. Wo früher Autobahnen waren, … hoppala: Autobahnen gab es damals in Indien keine einzige. Jetzt, im Jahre 2019, sind es mehrere tausend Kilometer vier- und sechsspuriger Autobahn. Hin und wieder kommt einem halt ein Geisterfahrertraktor entgegen, weil ein Bauer den Weg vom Feld zu seinem Hof abkürzen möchte. Solch gefährlicher Leichtsinn entgeistert allerdings nur uns Westler. Der Inder sagt: „Chalta hai“, wird schon gutgehen. Wir Österreicher haben – so scheint mir manchmal – eine indische Ader, sind aber etwas realistischer und sagen in ähnlichen Situationen: „Wird schon schiefgehen“.

Ich bearbeite mein vor einigen Jahren geschriebenes Büchlein in der für indische Verhältnisse kleinen Stadt Vrindavan in einem netten, modernen Zimmer und kann um zehn Uhr abends beim Licht elektrischer Lampen schreiben, denn alle indischen Städte sind jetzt elektrifiziert (wie auch die große Mehrheit der Dörfer). Erzeugung und Jahresverbrauch elektrischer Energie stiegen von damals 150 TWh/Jahr auf weit mehr als 3000 TWh/Jahr, der Benzin- und Dieselverbrauch erhöhte sich in dieser Zeitspanne um mehr als das Zehnfache. Insbesondere in Nordindien sind die Straßen ständig überlastet und humorig sagen die Südinder, dass andere Länder zuerst Straßen bauen und dann Autos, in Nordindien sei es umgekehrt. Und wenn ich Zahlen oder Statistiken recherchieren möchte, habe ich 24 Stunden am Tag recht flottes 4G-mobiles Internet. Dem aufmerksamen Leser wird nicht entgangen sein, dass dies den vorhergehenden, im Internet recherchierten Zeilen durchaus zugute kam.
Wie es so kommt, sind auch Stolz und Egos vieler Inder gewachsen wie Anzahl, Größe und Preis der Autos, welche sie fahren. Trotzdem sind Demut und Bescheidenheit hier in Indien immer noch weitverbreitete, weise Wesenszüge, welche im Land eine angenehme Stimmung verbreiten.
Auch in Europa hat sich ja einiges verändert seit 1977. Denken wir an unsere Autos zurück. Viele von Volkswagen gebaute Käfer sah man auf den Straßen, einige meiner Studentenfreunde fuhren den Kultwagen 2CV (wegen der weichen Federung auch Affenschaukel genannt). 2CV habe ich schon seit Jahren keinen mehr auf der Straße gesehen. Mein erster Wagen war ein Renault 4, auch eine Affenschaukel. Aber ich liebte ihn. Langsam kamen die Japaner ins Straßenbild, meine Eltern kauften nach einem Peugeot einen Mazda. Ohne Internet und Mobiltelefonie war der Alltag anders, besser oder schlechter, je nachdem, von welcher Seite man es betrachtet. Permanent erreichbar zu sein, hat schon seine Vorteile. Ein Spaziergang über die grüne Wiese ist ohne Handy allerdings sicher erholsamer.
Anders als Europa, welches nach dem Zweiten Weltkrieg zwar zum Großteil zerstört war, aber damals schon auf etwa 200 Jahre industrieller Entwicklung zurückblickte, begann Indien 1947, als es unabhängig wurde von kolonialer Herrschaft, nicht bei null, sondern bei minus hundert. So waren zum Beispiel 88 Prozent der Inder Analphabeten, als die Briten abziehen mussten, damals, als Jawaharlal Nehru, der erste Ministerpräsident des riesigen Landes, im Parlament die klassisch gewordenen mächtigen Worte sprach: „Pünktlich um Mitternacht, da die Welt schläft, erwacht Indien zu neuem Leben“.



Furchtbare Kolonialzeit

Blicken wir ganz kurz zurück. Die Bevölkerung Südasiens war 1947 in ihrer Gesamtheit schwer traumatisiert. Mehrere Hungersnöte während der Britenherrschaft, welche in manchen Regionen innerhalb weniger Jahre jeweils etwa ein Viertel der Bevölkerung hinwegrafften, brachen gewissermaßen das psychosoziale Rückgrat der Gesellschaft (solch menschengemachtes Hungerelend erlebte Europa nur einmal, in der Zeit der Religionskriege, und es brauchte 30 Jahre von 1618 bis 1648, um die Bevölkerung Europas fast zu halbieren). Steuern wurden der Bevölkerung zuerst von der East India Company und dann von der britischen Krone mit brutaler Gewalt abgepresst. Nach Aufständen haben die Briten öfter die gesamte männliche Bevölkerung ganzer Großstädte hingemetzelt. Selbst Greise wurden abgeschlachtet. So geschehen in Delhi 1857 nach dem erfolglosen ersten Befreiungskrieg, als alle Männer ab dem sechzehnten Lebensjahr in einem mehrtägigen Gemetzel ermordet wurden. Oder das berühmte Jallianwala-Bagh-Massaker von Amritsar. Es wurde nur deshalb so berühmt, weil ausnahmsweise internationale Medien darüber berichteten. Hunderte friedlich demonstrierende Menschen starben bei diesem Gemetzel in einem Park. Der befehlshabende General sagte später: „Ich halte es durchaus für möglich, dass ich die Versammlung hätte auflösen können, ohne zu schießen. Wahrscheinlich wären sie dann zurückgekehrt und hätten mich ausgelacht.“ Wollte nicht ausgelacht werden der Herr General und ließ deshalb aus fünfzig Gewehrläufen in eine dichtgedrängte Menschenmenge schießen. Dies nur zwei Beispiele. Die Zeiten des Kolonialismus, da wir Europäer in der ganzen Welt furchtbar wüteten und ganz bewusst versuchten, die anderen Kulturen zu zerstören, sind hier im Westen noch lange nicht aufgearbeitet. Die meisten Gräueltaten wurden nie ehrlich und öffentlich diskutiert. Für Indien waren es die bittersten Jahre in tausenden Jahren Zivilisation.
Nicht unerwähnt soll bleiben, dass die Geschichte der Ausbeutung Indiens, beginnend mit der Gründung der East India Company im Jahr 1600 bis zur Übernahme der Herrschaft in Indien durch die britische Krone 1858, eine exemplarisch kapitalistische Geschichte ist: Wie der erste global agierende Konzern einen Staat durch Verbreitung von Fake News und Kaufen von Parlamentariern in London dazu bringt, seine Flotte zum Schutz von Konzerninteressen in fremde Länder zu schicken, wie eine Company „too big to fail“ ist und durch Staatsgarantien vor dem Bankrott gerettet wird und wie eine Aktiengesellschaft bald eine Privatarmee unterhält, welche größer ist als die Armee der Nation. Oder wie Mr. Hastings, der indische Direktor der Aktiengesellschaft, antwortet, als ihm von den verhungernden Massen berichtet wird und der Vorschlag unterbreitet, die Company möge für billigere Grundnahrungsmittel sorgen: „Der freie Markt soll den Preis finden“. Das klingt wie aus einem Lehrbuch des Manchesterliberalismus oder ungezähmten Kapitalismus. Zu vorkolonialem Reichtum und postkolonialer Armut nur eine Zahl: Der Anteil Indiens am Weltbruttosozialprodukt sank während der Kolonialzeit von fast 25 % auf ca. 2 %.



Geheimnisvolles Indien

Vieles hat sich geändert, seit ich 1977 zum ersten Mal Indien bereiste. Und doch ist Indien auch noch immer das gleiche geheimnisvolle, mythenumrankte und oftmals unverstandene Land. Heimat der Weisen aus dem Morgenland. Heimat der Yogis mit ihren Siddhis (Zauberkräften) und von Shangri La, der sagenumwobenen goldenen Stadt im Himalaya mit ihren gigantischen astralen Tempeln, bewohnt von – dem zweifältigen Auge unsichtbaren – Siddhas (Yogis mit überirdischen Fähigkeiten). Seit Jahrtausenden sowohl von spirituell Interessierten als auch von weltlichen Abenteurerngesucht und besucht. Indien. Heimat von Frauen und Männern, die wie Bettler aussehen und zu leben scheinen, die aber Kranke heilen wie Jesus es tat. Jene Weltgegend, in welcher gnädige Göttinnen sich in wallende Gewänder mächtiger Flüsse kleiden und Wunder wirken. Wo Berge, Flüsse, Pflanzen und Tiere heilig sind und Wolken Liebesgrüße überbringen.
Indien ist eine uralte Zivilisation und Hochkultur: Heimat des Yoga, der Wissenschaft von der göttlichen inneren Vereinigung, des Ayurveda, der Wissenschaft von einem langen, gesunden Leben, und der Astrologie, der Wissenschaft der Lebensanalyse und Zukunftsdeutung und der Berechnung heiliger Tage, Feste und Zeiten. Dort wurde auch die Kama Sutra geschrieben, das Lehrbuch erotischer Vollendung. Dort wurden musikalische Systeme entwickelt mit den komplexesten Rhythmen und den größten Freiheiten für den Künstler. Und klassische Tanzsysteme, in welchen ein Augenzwinkern die Welt bedeutet. Und last, not least, sei noch die indische Architektur erwähnt, welche Gebäude hervorgebracht hat, die weltweit keinen Vergleich zu scheuen haben, weder ästhetisch, noch technisch, noch handwerklich.
Indien ist auch das Land der Widersprüche: Land der seidenbrokatgekleideten Multimilliardäre, der zeitgenössischen Maharanis und Maharajas, genauso wie Heimat der aschegewandeten Asketen. Geburtsort vieler der hervorragendsten Wissenschaftler und der weltweit meisten Analphabeten. Zuhause des reichsten Mannes Asiens und der meisten hungernden Kinder weltweit. Land der edelsten Stoffe in fantastischen Farben und gleichzeitig Heimat von Millionen Menschen, welche barfuß und in Fetzen gekleidet ein erbärmliches und hoffnungsloses Leben zu fristen gezwungen sind. Land der Hektik, des Lärms, des Chaos, aber auch eine Region von bezaubernder innerer Ruhe und tröstender Friedlichkeit. Größte Demokratie der Welt mit einer tollen Verfassung (Grundgesetz) und doch auch Land des Rechts des Stärkeren, Reicheren, in höhere Kaste Geborenen. Land mächtiger Frauen und Land aggressiver Frauenunterdrückung.
Von den Schattenseiten Indiens kann man heute täglich in den Zeitungen lesen. Für die Kontostände der Herausgeber sind nur schlechte Nachrichten gute Nachrichten. Ich aber will von einem anderen Indien berichten. Einem Indien, das vielen im Westen noch unbekannt ist. Ich möchte berichten von Erlebnissen und Erfahrungen im „ewigen Indien“. Es ist jenes Indien, welches das Land zu einem heiligen Land macht.



Ewiges Indien

Denn dem, der Indien mit der Seele sucht, offenbart dieses widersprüchliche Land einen Frieden, eine Ruhe, einen inneren Reichtum und ein inneres Licht, welche nirgendwo sonst auf diesem Planeten in solcher Intensität zu finden sind. Es ist das Licht des Sieges des Ewigen über das Vergängliche, des Unsterblichen über das Sterbliche, des Wirklichen über das Unwirkliche, der ewigen Wahrheit über vergängliche Illusionen. „Jenseits dieser Welt, jenseits aller körperlichen Vorstellungen, jenseits von Gedanken, Gefühlen, Leidenschaften und Meinungen liegt die Wahrheit. Wie könnte auch etwas, das nicht von Dauer ist, wahr sein. Die Wahrheit ist ewig, und nur eine Sinnestäuschung lässt uns das Unwirkliche wirklich erscheinen. Diese Wahrheit aber ist das Selbst, der stille Zeuge und Lenker, welcher allein uns für immer frei machen kann. Die Erkenntnis des Selbst gelingt nicht den Feigen oder Schwachen, sondern nur den Mutigen und Starken, die bereit sind, ihr Ichbewusstsein auf dem Altar der Wahrheit zu opfern.“ (Gyanavatar Swami Sri Yukteswar Giri in „Die Heilige Wissenschaft“). Auch in der biblischen Geschichte von Abraham, der bereit sein muss, seinen Sohn (Ego, Ichbewusstsein) zu opfern, ist diese Lehre gleichnishaft wiedergegeben.
Seit undenkbaren Zeiten sind die heiligen Frauen und Männer aller Zeiten und Orte globale Hüter und Künder dieser Wahrheit. Das göttliche Licht der strahlenden Gloriole des vollbrachten Werkes zu bewahren, zu verkünden, auszustrahlen und zu verwirklichen, aber ist die Essenz von Bharat Mata, Mutter Indien, und war ihre Aufgabe in diesem nun endenden Weltzyklus. Von diesem Indien lernen heißt: siegen lernen. Möge dieses Büchlein als Zeuge und Bürge dieses Indiens verstanden werden.



Yogis im Eiswasser

Die ersten „Sieger in Aktion“ sah ich 1977 in Rishikesh, jener Stadt in Nordindien, wo der Ganges aus dem Himalayagebirge in die Ebenen tritt. Wir, meine Gefährtin jener lange zurückliegenden Zeiten und ich, hatten ein Häuschen oberhalb der Stadt gemietet, am Rande des Dschungels mit Blick über das Gangestal. Es waren glückliche, verliebte Monate und wir wurden nicht müde, auf der Terrasse sitzend dem lustigen Treiben der Affen in den Mangobäumen zuzusehen oder den Blick hinunter zum glasklaren Ganges, zur Stadt und über die dschungelartig bewaldeten Berge schweifen zu lassen. Mehrmals wöchentlich spazierten meine Liebste und ich den kurzen, aber herausfordernd steilen Weg hinunter zum Ganges und weiter entlang am sandigen und damals noch unbebauten Ufer zum Gemüsemarkt der Stadt. Um diese Jahreszeit, es war Anfang März, ist das Gangeswasser sehr kalt. In den Höhen ist die Schneeschmelze voll im Gange, und während das Eiswasser durch die tiefen, schattigen Schluchten rauscht, wärmt es sich kaum auf. Für die meisten, ob Einheimische oder Fremde, war es zu kalt, um auch nur kurz darin unterzutauchen. Diejenigen, welche sich überwinden konnten, kamen ganz schön ins Schnaufen ob der Kälte und blieben nur wenige Sekunden im Wasser. Andererseits brennt die Sonne schon sommerlich heiß vom Himmel und Lufttemperaturen von über dreißig Grad sind nicht ungewöhnlich zu dieser Jahreszeit.
Wieder einmal erreichten wir von unserem Häuschen kommend den Ganges, und diesmal bot sich unseren Augen Erstaunliches. Aus dem eiskalten Wasser ragten die Köpfe von sieben jungen Indern. Ihre langen schwarzen Haare hatten sie zu Knoten hochgebunden und sie saßen bewegungslos. Diesmal musste meine Liebste den damals noch fast menschenleeren, idyllischen Weg zum Markt alleine fortsetzen. Der Anblick dieser bewegungslos mit geschlossenen Augen in den Gangesfluten sitzenden und irgendwelche mir unbekannte geistige Yogaübungen verrichtenden Menschen fesselte mich. Es wurde Mittag – sie saßen in Kayasterium (Körperbewegungslosigkeit). Nachmittag – keine auch nur geringste Bewegung. Kopf in der prallen Sonne, der gesamte Körper vom Nacken abwärts im eiskalten Wasser. Erst bei Sonnenuntergang standen sie mühelos auf (nur einer von ihnen hatte offensichtlich ein wenig steife Gelenke und seine ersten Bewegungen waren etwas zäh) und gingen hintereinander hinein in den Dschungel. Gerne wäre ich ihnen gefolgt, um zu sehen, welcher Meister solche Schüler hat, aber eine innere Scheu und Demut hielt mich davon ab. Auch war mir klar, dass ich nicht aus jenem Holz geschnitzt war, das solche Härten und Disziplin ertragen kann, obwohl ich gerne einer von ihnen gewesen wäre.
Dieses faszinierende Schauspiel bot sich uns täglich während der nächsten zwei Wochen. Wie ich beobachtete, kamen sie bei Sonnenaufgang zum Fluss, setzten sich im Abstand von etwa einem Meter nebeneinander ins Wasser und blieben absolut bewegungslos im Lotussitz bis zum Sonnenuntergang. Der Jüngste von ihnen war nach meiner Schätzung kaum älter als 15 Jahre, der Älteste höchstens 25. Bei Sonnenuntergang standen sie auf, sehr dünne, asketische indische Körper, blickten nicht links noch rechts, sondern gingen konzentriert und fokussiert zurück in den Dschungel. Nur einmal schaute mir einer von ihnen im Vorbeigehen tief in die Augen. Es war ein forschender Blick von unendlicher Liebe, Barmherzigkeit und Weisheit. Dieser junge Yogi schaute mir gleichzeitig in die Augen und durch mich hindurch in die Unendlichkeit. Dann lächelte er sanft. Mut und Zuspruch lagen in diesem Lächeln und ich werde es nie vergessen. Sicher kannte er mich nach diesem kurzen Blick besser als ich mich selbst. Eines Tages waren die jungen Yogis verschwunden. Wie ich annehme, in höhere Höhen des Himalaya hinauf wandernd, geführt, beschützt und gesegnet von Gott und Guru.
Viele Fragen begannen mich zu beschäftigen: Wie war es möglich, dass Menschen aus Fleisch und Blut stundenlang in eiskaltem Wasser bewegungslos verharren können, ohne körperliche Schäden zu erleiden? Welche körperlichen und geistigen Techniken ermöglichen solches Tun? Welche Vorbereitung ist dazu nötig? Was geht in Bewusstsein und Geist solcher Yogis vor? Was überhaupt sind Geist und Bewusstsein? Warum machen die so etwas? Warum im Dschungel und nicht öffentlich mit solchen Fähigkeiten Berühmtheit und Reichtum erlangen? Fragen, das war mir klar, welche nur Lehrer solcher Yogaschüler beantworten können. Aber wo und wie einen solchen finden! (Ich schreibe hier des flüssigen Stils wegen immer der Konvention entsprechend in der männlichen grammatikalischen Form von Yogis, Meistern und Schülern. Selbstverständlich – das sei hier ein für alle Mal gesagt – gibt es genauso Yoginis (weibliche Yogis), Meisterinnen und Schülerinnen. Es scheint nur weniger von ihnen zu geben, weil sie viel zurückgezogener leben als ihre männlichen Kollegen).
Die Zeit eilte dahin, und wie es so kommt im Leben und in der Liebe. Alles ändert sich, alles fließt wie die Wasser des Ganges und nichts ist von Dauer. Mich erwarteten nun Zeiten als Single. Nach einem wehmütigen Abschied war meine Liebste zurück in die Heimat gereist und ich lebte allein im idyllischen Dschungelhäuschen oberhalb von Rishikesh.
5 Sterne
Magisch, humorvoll und voller kleiner Wunder - 17.05.2026
Marilyn Ramos Diaz

„Magisches Indien“ von Werner Brandhuber liest sich wunderbar leicht, humorvoll und gleichzeitig faszinierend tiefgründig. Besonders spannend ist die Art, wie der Autor von kleinen „magischen“ Momenten und kaum erklärbaren Zufällen erzählt, die einen beim Lesen immer wieder staunen lassen. Gerade diese Mischung aus persönlichen Erfahrungen, indischer Kultur, Spiritualität und humorvoller Selbstironie macht das Buch so besonders.Werner Brandhuber schreibt sehr fließend und authentisch, sodass man das Gefühl hat, selbst mit ihm durch Indien zu reisen. Die Geschichten regen zum Nachdenken an, ohne belehrend zu wirken, und machen neugierig auf mehr. Vor allem die Erzählungen über sonderbare Fügungen und Situationen, die sich mit dem Verstand kaum erklären lassen, verleihen dem Buch eine besondere Magie.Man merkt beim Lesen die echte Begeisterung des Autors für Indien, seine Menschen und seine spirituellen Seiten. Gleichzeitig bleibt das Buch angenehm bodenständig und oft herrlich humorvoll. Am liebsten würde man direkt weiterlesen und noch mehr dieser außergewöhnlichen Geschichten erfahren. Eine kurzweilige, inspirierende und wirklich besondere Lektüre für alle, die Indien, Spiritualität und kleine Wunder lieben.

5 Sterne
Wundervoll lustig - 25.01.2026
Govinda

Ein wundervoll lustiges Bucj welches einerseits die persönliche Reise von Werner Brandhuber schildert und andererseits spannende Einblicke in die Indische Kultur gibt.

5 Sterne
Ein Muss für alle Indien-Interessierten - 20.01.2026
Maximilian Brandhuber

Zugegeben kann ich als Sohn des Autors wohl nur bedingt objektiv sein ;) Als studierter Germanist kann ich aber mit gutem Gewissen sagen: fließend geschriebene und damit leicht zu lesende Lektüre über Indien mit all seinen Wundern und Widersprüchen. Oder kurz gesagt – echte Geschichten eines ECHTEN Indien-Freaks!

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