Lebe, was du wirklich bist
EUR 21,90
Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 308
ISBN: 978-3-99185-029-8
Erscheinungsdatum: 11.12.2025
Die Begegnung mit einer Heilerin war die Wende in Dr. Andreas Reichstädters’ Leben – in diesem Buch nimmt uns der Autor mit auf seine spirituelle und herausfordernde Reise zur Bewusstwerdung und Heilung.
Vorwort
Dieses Buch entstand intuitiv unter der Anleitung meiner seelisch-geistigen Führung.
Ich habe es mit dem Herzen geschrieben, in der Hoffnung, dass es dir, liebe Leserin, lieber Leser, Freude bereitet und Mut macht. Mut, dich zu erinnern, wer du in Wahrheit bist, und zu leben, was du wirklich bist. Gelassenheit, alles wertfrei anzunehmen, was sich dir auf diesem Weg des Erinnerns zeigt. Geduld, zu transformieren und zu heilen, was in dir noch nicht in Frieden ist. Humor und Mitgefühl dir selbst und anderen gegenüber. Liebe in dir für dich selbst und alles Sein sowie Freude, dich auf den Weg zu machen zum eigenen „Frei-Sein“.
Das Leben ist ein Abenteuer, du hast es in der Hand. Als Miterschaffer deiner eigenen Realität und als Mitschöpferwesen im großen Ganzen.
Dieses Buch entstand nach einem mein gesamtes Leben verändernden Jahrzehnt in dem Zusammentragen von Erlebnissen, Erfahrungen, Lernprozessen und Bewusstwerdungen, die ich seit der Beendigung meiner Spitalstätigkeit 2011 erleben und durchleben durfte.
Es ist die Geschichte einer spirituellen Reise in dieser Zeit des Wandels – von einem Leben voller Zwänge, Ängste, Sorgen, Begrenzungen, Bewertungen, Dogmen, Glaubenssätzen und Prägungen hin zu einem bewussten, selbstbestimmten, selbstverantwortlichen, freien Leben, erfüllt von Liebe und Frieden.
Ich beschreibe in diesem Buch die Realität, so wie sie sich mir in den letzten Jahren offenbarte und mir durch meine Heilerin gezeigt wurde. Eine Realität, die sich ständig verändert und erweitert, größer und schöner wird. Es handelt sich eigentlich nicht um die Realität an sich, sondern um meine Wahrnehmung des Lebens und der Zusammenhänge des großen Ganzen sowie mein Herzensverständnis darüber. Aus dem Blickwinkel der Bewusstseinsebene und somit der Entwicklungsstufe, auf der ich mich gerade befinde. Da Bewusstwerdung ein Prozess ist, verändert und erweitert sich diese Sicht täglich.
Viele Bücher, die ich einst gekauft hatte, lagen jahrelang bei mir zu Hause im Bücherregal, kurz angelesen und vom Verstand als Zeitverschwendung abgetan, bis ich begonnen habe, sie mit meinem Herzen zu lesen.
Daher ermutige ich dich, dieses Buch mit deinem Herzen zu lesen und in deinem Herzen zu prüfen. Nimm nur das an, was sich für dich in dem Moment als richtig anfühlt, sei aber offen für Veränderung und Weitung.
Ein Buch zu schreiben, war seit meiner Kindheit einer meiner Herzenswünsche. Dieses Buch entstand auf meinem Weg der Heilung. In der dadurch in mir wiederentdeckten, in mir wiedererweckten, mich von allen Verhärtungen und Verletzungen erlösenden Liebe und im Mitgefühl. Liebe und Mitgefühl mir selbst gegenüber in meinem Prozess des „Mich-selbst-Kennenlernens“ sowie die dadurch in meinem Herzen wieder freigelegte Liebe und das Mitgefühl mit allen Menschen, Tieren, mit Mutter Erde und allem Sein.
In Dankbarkeit und Liebe, Andi
Erinnere dich, wer du wirklich bist
Es war ein sonniger, milder Tag im Juni 2013. Ich war mit meinem Auto unterwegs ins Waldviertel, zu einem Haus, in dem eine ganz besondere Frau wohnen und arbeiten sollte: eine Heilerin.
Ich war einige Jahre zuvor aus meiner Heimatstadt Wien aufs Land gezogen, in der Hoffnung, mein festgefahrenes Leben, mein verwundetes Herz und meinen schmerzenden Körper mit Hilfe der Natur heilen zu können. Großzügige vier Wochen Zeit hatte ich mir damals für meine eigene Heilung gegeben. Eine Heilung, die sich weit über die Grenzen meines menschlichen Lebens erstrecken und meine gesamte Existenz als Seele miteinbeziehen sollte. Vier Wochen, aus denen fünf Jahre werden sollten.
Die anfängliche Hoffnung auf ein baldiges, heiles Zurückkehren in mein altes Leben war bis zu diesem Tag im Juni unerfüllt geblieben und sollte sich dank der Hilfe dieser wundervollen Frau zum Glück vollständig in mir auflösen. Die Begegnung mit dieser Heilerin bedeutete nach all den Jahren den Startschuss für meine Heilung. Eine Heilung, deren Wirkung bis in die tiefsten Ebenen meiner Existenz als Seele strahlen und mir eine Rückkehr in mein altes, unbewusstes Leben vollkommen unmöglich machen sollte.
Zehn Jahre andauernde Herzschmerzen sowie Schmerzen im Bereich meiner linken Hüfte hatten es mir jeden Tag zunehmend erschwert, zu gehen und auf meiner linken Seite zu liegen. Ein Gefühl von Traurigkeit und Verzweiflung überschattete jeden einzelnen Tag. Viele Jahre schon steckte ich fest. Es fühlte sich so an, als würde ich den Sinn meines Lebens nicht kennen, mein volles Potential nicht leben und die Erfüllung in meinem Sein nicht finden. Meine physischen Schmerzen hatten mich nach sämtlichen Heilversuchen der Schulmedizin, Homöopathie, Osteopathie, Orthomolekularmedizin sowie vieler weiterer Heilmethoden schließlich zu einer spirituellen Heilerin geführt.
Viele von mir unternommene, klassisch-schulmedizinische Versuche der Heilung hatten ihre Berechtigung und manche Versuche sicher auch ihr Gutes. Jedoch vermochte keine Methode, mir bezüglich meiner mich seit Jahren begleitenden Symptome Linderung oder gar Heilung zu bringen. Alle von mir wahrgenommenen Therapien und Richtungen schienen den Grund meiner Schmerzen nicht zu erfassen und zu behandeln. Mein Körper, oder war es meine Seele, schien sich nicht mit dem Betäuben meines physischen Empfindens zufriedenzugeben.
Vieles hatte ich unternommen, jedoch wäre es für meine Heilung wichtig gewesen, mich meinen Ängsten zu stellen. Dazu fehlte mir bis zu diesem alles verändernden Tag der Mut. Für Veränderung fehlte mir Bewusstsein. Zum Aufgeben fehlte mir die Kraft.
All die Behandlungen an sich waren weder schlecht noch falsch. Die Gründe für meine körperliche und emotionale Situation lagen auf einer Ebene, zu der Schulmedizin und Alternativmedizin einfach keinen Zugang hatten und als alleinige Therapien daher erfolglos blieben. Alles Stationen meines Lebens, in denen ich scheinbar keine Heilung finden konnte, die aber lediglich den jeweiligen Entwicklungsstand meines damaligen Bewusstseins widerspiegelten. Kein Versagen meinerseits, so wie ich es empfunden hatte, sondern notwendige Zwischenschritte auf meinem Weg zur Heilung, wie ich heute weiß.
Alle Behandlungen hatten eines gemeinsam. Sie waren aus heutiger Sicht ein wertvoller Teil meines Weges. Damals allerdings war da nur Verzweiflung. Der Nährboden, auf dem mein Mut keimen und wachsen sollte, bis er groß genug war. Groß genug, mich dem zu öffnen, wovon ich damals nicht überzeugt war und worüber ich in Wahrheit auch kein Bewusstsein hatte.
„Schön ist es hier“, dachte ich, als ich nach meiner zweieinhalbstündigen Fahrt durch wunderschöne Wälder an einem Schild vorbeifuhr, auf dem „LichtEnergetik“ zu lesen stand. Die Sonne spiegelte sich in dem Schild und Schriftzug, als wollte mir der Himmel auf subtile und liebevolle Art und Weise mitteilen, dass dies der richtige Weg war, um Licht ins Dunkel meiner Beschwerden zu bringen. Licht in Form von Bewusstsein und Heilung.
Ich bog um eine letzte Kurve. Die Straße war gesäumt von grünen Sträuchern und einer malerischen Föhre, die ihre Äste um die sich mir bietende, waldbedeckte Aussicht legte, als wären sie ein Rahmen, der ein Naturgemälde umfasst. Das Haus lag auf einer Anhöhe. Es schien, als hätte man von hier aus einen wundervollen Blick über den Rest der Welt. Eine höhere Sichtweise auf die mir bisher vertraute Realität?
Als Mensch war ich auf einer Reise an einen mir unbekannten Ort. Als Seele jedoch auf einer Reise des Erinnerns an mein wahres Licht, um es als Mensch bewusst leben zu können. Das Erinnern, wer ich wirklich bin!
Ich parkte mein Auto in gutem Abstand zum Haus, sicher war ich mir ja noch nicht so ganz. Ich nahm noch einen Schluck Quellwasser, das ich in Oberösterreich seit Jahren an einer artesischen Quelle selbst abfüllte, und ging auf das Haus zu. Es war anders als alle Häuser zuvor, in die ich auf der Suche nach Heilung eingetreten war. Viele Blumen, viel Grün, ein wunderbarer Garten, der um das Haus herumführte. Ein Steinkreis war vor dem Haus angelegt, wunderschön geschmückt mit den unterschiedlichsten Pflanzen, Kristallen, Laternen und sich im Wind drehenden, in der Sonne spiegelnden Windrädern.
„Hier wird nichts dem Zufall überlassen“, dachte ich mir. Ich war begeistert und voller Vorfreude. Aufgeregt, aber auch nervös, als würde etwas gänzlich Neues auf mich warten. Eine völlig neue Erfahrung. Jedoch spürte ich auch alle meine eigenen und umfeldbedingten Prägungen und Glaubenssätze mir deutlich im Nacken sitzen und dachte: „Hoffentlich kein esoterischer Umweg, den ich mir auf meiner Suche nach Heilung ersparen könnte.“
Damals wusste ich noch nicht, dass meine Vorfreude und Aufregung nicht nur ein Zeichen für all das Neue waren, das beim Überschreiten der Türschwelle in mein Leben treten sollte, sondern auch für das Reaktivieren eines alten Wissens meiner Seele. In Wahrheit wurde in mir dieses Wissen nicht reaktiviert, da in dem Licht und der Liebe meiner Seele bereits alles existiert und nie etwas verloren gegangen war. Ich hatte nur die bewusste Verbindung zu dem wahren Licht, das ich bin, vergessen und stand nur einen Schritt entfernt von meiner Rückanbindung an mein wahres Sein durch die Hilfe dieser liebevollen Frau. Auch wenn ich mich als Mensch verirrt und verletzt fühlte, so hatte mich die Liebe meiner Seele immer in der fürsorgenden Obhut ihrer Ewigkeit eingebettet. Ich war geliebt, behütet, geschützt und geführt. Vom ersten Tag an. Dass es sich für mich als Mensch nicht so angefühlt hatte, lag an Erfahrungen, die auf meiner Seelenebene abgespeichert waren, sowie an Entwicklungsschritten, die ich als Mensch zu gehen hatte. So lange, bis ich bereit genug war, mich einer höheren Wahrheit zu öffnen. An diesem Tag war es nun endlich so weit. Ich war bereit, ohne dass ich mir dessen bewusst gewesen wäre.
Das Öffnen dieser Haustür war der Startschuss für mein Erinnern an tief in meinem Herzen schlummernde Informationen, auf die ich so lange bewusst keinen Zugriff hatte. Das Erinnern, wer ich wirklich bin. Das Fühlen des „Ich bin“ in meinem Herzen.
Eine mystisch wirkende Frau mit rotem Haar und einem wundervollen, tiefgehenden Lächeln öffnete mir die Tür. Der Duft von Räucherstäbchen stieg mir in die Nase, als sie mich die Treppen hinauf in den Behandlungsraum führte. Es war ein kleiner Raum mit einer Liege, zwei Stühlen, vielen Kristallen und einem Fenster, das mir wieder einen Weitblick über diese wunderschöne Landschaft schenkte. Ein Weitblick, der verheißungsvoll der bevorstehenden Weitung meiner Sicht vorausging. Ein kleiner Raum, der mir jedoch so viel Raum schenken sollte, wie ich ihn in meinem Leben, in meinem Körper bisher nicht erfahren hatte. Außerdem stellte sich heraus, dass dieser Raum voller Lichtwesen war, die ich zu dem damaligen Zeitpunkt noch nicht bewusst wahrnehmen konnte. Gespürt habe ich jedoch die Anwesenheit von etwas Gutem sehr deutlich. „Ein Ort des Friedens und der Heilung“, dachte ich still.
Ich versuchte, ihr einen kurzen, aber effizienten Überblick über meine jahrelange Odyssee zu geben und alle mir wichtig erscheinenden Details zu erwähnen. Ich wollte aber auch keine Zeit und damit auch kein Geld verschwenden. Zu oft schon habe ich einer Therapeutin oder einem Therapeuten alles haargenau erzählt und viel Geld gezahlt, um schließlich festzustellen, dass die Person mir nicht helfen konnte.
Diese Heilerin hörte sich alles in Ruhe an, schrieb ein wenig mit, stellte ein, zwei Fragen und ermutigte mich, mich in einen Bach aus Licht zu legen. Ich sollte mich entspannen und loslassen sowie zulassen, dass Heilung geschehe. Eine sanfte Musik mit wundervollen Klängen vereinfachte mein Bemühen, mich vertrauensvoll dem Licht hinzugeben, während gefühlt hundert negative Stimmen und Glaubenssätze, eigene wie fremde, auf mich herniederprasselten.
Mein Verstand rebellierte, mein Herz jubilierte. Das alles in ein und demselben Augenblick. Es war der Blick in ihre Augen, der Blick in ihre Seele. Jener Augenblick, in dem sich mein Herz öffnete und sich etwas in mir an Heilung, an das Licht erinnerte. An das Licht, in dem ich meinen Ursprung fand, und an das Licht, das ich bin.
Ich kann mich nicht erinnern, wie lange ich auf der Liege gelegen habe, als die Heilerin plötzlich zu sprechen begann. Sie erzählte mir, was sie vor ihrem geistigen Auge sah, und was sie an diesem Tag sah, glich einem meiner Träume, die ich seit meiner Kindheit kannte und ein- bis zweimal pro Jahr träumte. Ein Albtraum, um genauer zu sein. Dieser lief jedes Mal gleich ab. Ich wurde in diesem Traum verfolgt, gejagt und nach langer, verzweifelter, panischer Flucht schließlich mit einem Speer erstochen. Mitten ins Herz. Jede Nacht aufs Neue. Dieser Traum hatte mich in den Jahren zuvor immer seltener heimgesucht. Nie zuvor hatte ich ihn mit meinen Herzschmerzen in Verbindung gebracht. Ihre Erzählung war so lebhaft, irgendwie irreal und gleichzeitig so ident mit meinen nächtlichen Erlebnissen. Ich ahnte, dass auch meine Hüftschmerzen etwas mit diesem Traum zu tun haben mussten.
Verwundert stammelte ich: „Woher wissen Sie, was ich träume?“ Sie antwortete weise lächelnd: „Ich weiß nicht, was du träumst. Ich erzähle dir nur von einer Seelenerfahrung, die auf deiner Seelenebene abgespeichert und noch nicht heil ist!“
„Seelenerfahrung? Nur?“, wunderte ich mich. Ich konnte spüren, wie meinem Verstand die Sicherung durchbrannte. Er schwieg. Ich glaube, zum ersten Mal in meinem Leben. Alle Stimmen, Gedanken, Meinungen, alles weg. Stille!
Mein Herz nutzte die Sekunde der Stille, eine Sekunde, die sich wie eine Ewigkeit anfühlte, ein Zustand losgelöst von Raum und Zeit, und schenkte mir die Gewissheit von „Es ist wahr!“
„Es war also gar kein Traum, sondern eine Erinnerung.“ Sie war wieder und wieder gekommen, weil ich bisher nicht in der Lage gewesen war, zu erkennen, dass es etwas in mir war, das nach Heilung rief. Etwas, was ich widerstandslos umarmen musste, anstatt wegzulaufen und zu entkommen, wie ich es bisher gedacht und erfolglos versucht hatte. Mir hatte bisher das Bewusstsein gefehlt. Nichts anderes. Bewusstsein, das Frieden schafft und Heilung ermöglicht. Da war kein Schuldgefühl, keine innere Bewertung meines bisherigen kräfteraubenden, geldvernichtenden, scheinbar sinnlosen Bestrebens, gesund zu werden. Eine Bewertung, die ich seit Jahren gut kannte und kultivierte, mit jedem scheinbar gescheiterten Versuch mehr.
Ich spürte eine Art von Verwunderung, Freude, Erleichterung, Neugier, eine innere Aufgeregtheit und das Gefühl von Heilung. Zum ersten Mal nach so langer Zeit. Eine Aufgeregtheit, die ich damals noch nicht ganz zuordnen konnte.
Heute weiß ich, es war die Aufregung und Freude meiner Seele. Schließlich stellte diese Begegnung den spürbaren Beginn meines Heilungsweges dar. Nicht nur körperlich, vor allem seelisch. Heute ist mir bewusst, dass meine Entscheidung, aufs Land zu ziehen, um aus meiner gewohnten Lebenssituation herauszutreten, sowie alle therapeutischen Stationen für mich als Mensch den wahren Beginn meiner Heilung ausmachten. Ein Heilungsweg, der von meiner Seele von langer Hand geplant und ersehnt gewesen war. Alle scheinbar erfolglos gebliebenen therapeutischen Versuche waren Teil meines Weges, auf dem ich mich Schritt für Schritt meiner Bereitschaft für ein höheres Bewusstsein und damit für Heilung angenähert hatte. Nur hatte ich dies die Jahre zuvor nicht als solches erkennen können.
Sie ermöglichte mir das Wiedereintreten in ein bewusstes Sein und bedeutete die von mir lang ersehnte Wende auf meinem langen Weg. Mein Vertrauen in sie bedeutete das Positioneinnehmen auf meinem Seelenweg, das bewusste Erfüllen meines Seelenplans, selbst eines Tages als Heiler arbeiten und Menschen auf ihrem Weg der Heilung begleiten und unterstützen zu können. Eine der Erfahrungen, für die sich meine Seele einst auf den Weg in dieses Leben gemacht hatte. Der eigentliche Beweggrund, aus dem heraus ich mich 1998 entschlossen hatte, Medizin zu studieren. Eine Herzensentscheidung, gegen die mein Verstand auch damals heftig protestierte. Wie sich jedoch herausstellen sollte, war es keine wirkliche Entscheidung, mehr ein von meiner Seele geplantes, von meiner geistigen Führung geführtes und von meinem Herzen intuitiv geleitetes „JA!“.
Um also meine Situation heilen zu können, musste ich meine Schatten, in dem Fall das Opfer in mir, umarmen, nicht wegdrücken. Das also musste mir bewusstwerden.
Was dann geschah, ähnelte der Handlung eines Abenteuerfilms. Ich folgte den Anweisungen der Heilerin und begann, allen an meiner noch unheilen Erfahrung beteiligten Seelen zu vergeben. Ich beobachtete in einer Art innerlich ablaufendem Film, wie sie den Speer, den man mir ins Herz gerammt hatte, energetisch aus meiner Brust herauszog und anschließend meine Wunden mit Licht auffüllte und heilte.
Danach verlief alles wieder sehr alltäglich und nüchtern ab. Ich zahlte den auf meinem Heilungsweg bisher niedrigsten Betrag, bat um einen Folgetermin, verabschiedete mich und verließ das Haus.
Aufgewühlt öffnete ich die Autotür, als ich das Zittern meines Körpers bemerkte. „Ich werde noch eine kleine Runde spazieren gehen, um runterzukommen“, dachte ich. „Runterkommen? Nein!“ Irgendein Teil von mir war auf eine andere Ebene gehoben worden, von der ich eindeutig nicht mehr herunterwollte. Also veränderte ich meine Gedanken: „Ich werde noch eine kleine Runde spazieren gehen, damit der Rest von mir Zeit hat, heraufzukommen.“ Denn eine Tür war durch diese lichtvolle Frau in mir aufgestoßen worden, die ich nie wieder schließen wollte. Sie hat mich vom Tellerrand meines damaligen Bewusstseins in das bisher größte Abenteuer meines Lebens hineingestoßen, an dessen Anfang ich gerade stand. Ich spürte deutlich, dass es kein Zurück mehr für mich gab, und dies fühlte sich gut an. Es sollte der Tag sein, an dem sich alles zu verändern begann. Eine Veränderung zum Guten! Ein Erwachen, wenn man so will. Das Ende meiner bisherigen Suche.
Zu dem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, welcher Weg genau vor mir lag. Ein Weg, der mir alles abverlangen sollte. Alles, woran mein niederes Selbst sich klammerte und bis dato nicht bereit gewesen war, loszulassen. Ein Weg, der an Intensität und Selbsterkenntnis alles Bisherige weit in den Schatten stellen sollte, obwohl ich damals schon am Ende meiner Kräfte zu sein schien. Ein Weg in die Selbstermächtigung und Selbstverantwortung. Das Erkennen des Mitschöpfer-Seins meiner Realität und dieser Welt, wie ich sie heute sehe und erlebe. Der Weg in die Heilung, in die Liebe zu allem Sein, in das „Wir sind alle eins“. Das Erinnern, wer ich wirklich bin. Der Weg in die Freiheit!
…
Dieses Buch entstand intuitiv unter der Anleitung meiner seelisch-geistigen Führung.
Ich habe es mit dem Herzen geschrieben, in der Hoffnung, dass es dir, liebe Leserin, lieber Leser, Freude bereitet und Mut macht. Mut, dich zu erinnern, wer du in Wahrheit bist, und zu leben, was du wirklich bist. Gelassenheit, alles wertfrei anzunehmen, was sich dir auf diesem Weg des Erinnerns zeigt. Geduld, zu transformieren und zu heilen, was in dir noch nicht in Frieden ist. Humor und Mitgefühl dir selbst und anderen gegenüber. Liebe in dir für dich selbst und alles Sein sowie Freude, dich auf den Weg zu machen zum eigenen „Frei-Sein“.
Das Leben ist ein Abenteuer, du hast es in der Hand. Als Miterschaffer deiner eigenen Realität und als Mitschöpferwesen im großen Ganzen.
Dieses Buch entstand nach einem mein gesamtes Leben verändernden Jahrzehnt in dem Zusammentragen von Erlebnissen, Erfahrungen, Lernprozessen und Bewusstwerdungen, die ich seit der Beendigung meiner Spitalstätigkeit 2011 erleben und durchleben durfte.
Es ist die Geschichte einer spirituellen Reise in dieser Zeit des Wandels – von einem Leben voller Zwänge, Ängste, Sorgen, Begrenzungen, Bewertungen, Dogmen, Glaubenssätzen und Prägungen hin zu einem bewussten, selbstbestimmten, selbstverantwortlichen, freien Leben, erfüllt von Liebe und Frieden.
Ich beschreibe in diesem Buch die Realität, so wie sie sich mir in den letzten Jahren offenbarte und mir durch meine Heilerin gezeigt wurde. Eine Realität, die sich ständig verändert und erweitert, größer und schöner wird. Es handelt sich eigentlich nicht um die Realität an sich, sondern um meine Wahrnehmung des Lebens und der Zusammenhänge des großen Ganzen sowie mein Herzensverständnis darüber. Aus dem Blickwinkel der Bewusstseinsebene und somit der Entwicklungsstufe, auf der ich mich gerade befinde. Da Bewusstwerdung ein Prozess ist, verändert und erweitert sich diese Sicht täglich.
Viele Bücher, die ich einst gekauft hatte, lagen jahrelang bei mir zu Hause im Bücherregal, kurz angelesen und vom Verstand als Zeitverschwendung abgetan, bis ich begonnen habe, sie mit meinem Herzen zu lesen.
Daher ermutige ich dich, dieses Buch mit deinem Herzen zu lesen und in deinem Herzen zu prüfen. Nimm nur das an, was sich für dich in dem Moment als richtig anfühlt, sei aber offen für Veränderung und Weitung.
Ein Buch zu schreiben, war seit meiner Kindheit einer meiner Herzenswünsche. Dieses Buch entstand auf meinem Weg der Heilung. In der dadurch in mir wiederentdeckten, in mir wiedererweckten, mich von allen Verhärtungen und Verletzungen erlösenden Liebe und im Mitgefühl. Liebe und Mitgefühl mir selbst gegenüber in meinem Prozess des „Mich-selbst-Kennenlernens“ sowie die dadurch in meinem Herzen wieder freigelegte Liebe und das Mitgefühl mit allen Menschen, Tieren, mit Mutter Erde und allem Sein.
In Dankbarkeit und Liebe, Andi
Erinnere dich, wer du wirklich bist
Es war ein sonniger, milder Tag im Juni 2013. Ich war mit meinem Auto unterwegs ins Waldviertel, zu einem Haus, in dem eine ganz besondere Frau wohnen und arbeiten sollte: eine Heilerin.
Ich war einige Jahre zuvor aus meiner Heimatstadt Wien aufs Land gezogen, in der Hoffnung, mein festgefahrenes Leben, mein verwundetes Herz und meinen schmerzenden Körper mit Hilfe der Natur heilen zu können. Großzügige vier Wochen Zeit hatte ich mir damals für meine eigene Heilung gegeben. Eine Heilung, die sich weit über die Grenzen meines menschlichen Lebens erstrecken und meine gesamte Existenz als Seele miteinbeziehen sollte. Vier Wochen, aus denen fünf Jahre werden sollten.
Die anfängliche Hoffnung auf ein baldiges, heiles Zurückkehren in mein altes Leben war bis zu diesem Tag im Juni unerfüllt geblieben und sollte sich dank der Hilfe dieser wundervollen Frau zum Glück vollständig in mir auflösen. Die Begegnung mit dieser Heilerin bedeutete nach all den Jahren den Startschuss für meine Heilung. Eine Heilung, deren Wirkung bis in die tiefsten Ebenen meiner Existenz als Seele strahlen und mir eine Rückkehr in mein altes, unbewusstes Leben vollkommen unmöglich machen sollte.
Zehn Jahre andauernde Herzschmerzen sowie Schmerzen im Bereich meiner linken Hüfte hatten es mir jeden Tag zunehmend erschwert, zu gehen und auf meiner linken Seite zu liegen. Ein Gefühl von Traurigkeit und Verzweiflung überschattete jeden einzelnen Tag. Viele Jahre schon steckte ich fest. Es fühlte sich so an, als würde ich den Sinn meines Lebens nicht kennen, mein volles Potential nicht leben und die Erfüllung in meinem Sein nicht finden. Meine physischen Schmerzen hatten mich nach sämtlichen Heilversuchen der Schulmedizin, Homöopathie, Osteopathie, Orthomolekularmedizin sowie vieler weiterer Heilmethoden schließlich zu einer spirituellen Heilerin geführt.
Viele von mir unternommene, klassisch-schulmedizinische Versuche der Heilung hatten ihre Berechtigung und manche Versuche sicher auch ihr Gutes. Jedoch vermochte keine Methode, mir bezüglich meiner mich seit Jahren begleitenden Symptome Linderung oder gar Heilung zu bringen. Alle von mir wahrgenommenen Therapien und Richtungen schienen den Grund meiner Schmerzen nicht zu erfassen und zu behandeln. Mein Körper, oder war es meine Seele, schien sich nicht mit dem Betäuben meines physischen Empfindens zufriedenzugeben.
Vieles hatte ich unternommen, jedoch wäre es für meine Heilung wichtig gewesen, mich meinen Ängsten zu stellen. Dazu fehlte mir bis zu diesem alles verändernden Tag der Mut. Für Veränderung fehlte mir Bewusstsein. Zum Aufgeben fehlte mir die Kraft.
All die Behandlungen an sich waren weder schlecht noch falsch. Die Gründe für meine körperliche und emotionale Situation lagen auf einer Ebene, zu der Schulmedizin und Alternativmedizin einfach keinen Zugang hatten und als alleinige Therapien daher erfolglos blieben. Alles Stationen meines Lebens, in denen ich scheinbar keine Heilung finden konnte, die aber lediglich den jeweiligen Entwicklungsstand meines damaligen Bewusstseins widerspiegelten. Kein Versagen meinerseits, so wie ich es empfunden hatte, sondern notwendige Zwischenschritte auf meinem Weg zur Heilung, wie ich heute weiß.
Alle Behandlungen hatten eines gemeinsam. Sie waren aus heutiger Sicht ein wertvoller Teil meines Weges. Damals allerdings war da nur Verzweiflung. Der Nährboden, auf dem mein Mut keimen und wachsen sollte, bis er groß genug war. Groß genug, mich dem zu öffnen, wovon ich damals nicht überzeugt war und worüber ich in Wahrheit auch kein Bewusstsein hatte.
„Schön ist es hier“, dachte ich, als ich nach meiner zweieinhalbstündigen Fahrt durch wunderschöne Wälder an einem Schild vorbeifuhr, auf dem „LichtEnergetik“ zu lesen stand. Die Sonne spiegelte sich in dem Schild und Schriftzug, als wollte mir der Himmel auf subtile und liebevolle Art und Weise mitteilen, dass dies der richtige Weg war, um Licht ins Dunkel meiner Beschwerden zu bringen. Licht in Form von Bewusstsein und Heilung.
Ich bog um eine letzte Kurve. Die Straße war gesäumt von grünen Sträuchern und einer malerischen Föhre, die ihre Äste um die sich mir bietende, waldbedeckte Aussicht legte, als wären sie ein Rahmen, der ein Naturgemälde umfasst. Das Haus lag auf einer Anhöhe. Es schien, als hätte man von hier aus einen wundervollen Blick über den Rest der Welt. Eine höhere Sichtweise auf die mir bisher vertraute Realität?
Als Mensch war ich auf einer Reise an einen mir unbekannten Ort. Als Seele jedoch auf einer Reise des Erinnerns an mein wahres Licht, um es als Mensch bewusst leben zu können. Das Erinnern, wer ich wirklich bin!
Ich parkte mein Auto in gutem Abstand zum Haus, sicher war ich mir ja noch nicht so ganz. Ich nahm noch einen Schluck Quellwasser, das ich in Oberösterreich seit Jahren an einer artesischen Quelle selbst abfüllte, und ging auf das Haus zu. Es war anders als alle Häuser zuvor, in die ich auf der Suche nach Heilung eingetreten war. Viele Blumen, viel Grün, ein wunderbarer Garten, der um das Haus herumführte. Ein Steinkreis war vor dem Haus angelegt, wunderschön geschmückt mit den unterschiedlichsten Pflanzen, Kristallen, Laternen und sich im Wind drehenden, in der Sonne spiegelnden Windrädern.
„Hier wird nichts dem Zufall überlassen“, dachte ich mir. Ich war begeistert und voller Vorfreude. Aufgeregt, aber auch nervös, als würde etwas gänzlich Neues auf mich warten. Eine völlig neue Erfahrung. Jedoch spürte ich auch alle meine eigenen und umfeldbedingten Prägungen und Glaubenssätze mir deutlich im Nacken sitzen und dachte: „Hoffentlich kein esoterischer Umweg, den ich mir auf meiner Suche nach Heilung ersparen könnte.“
Damals wusste ich noch nicht, dass meine Vorfreude und Aufregung nicht nur ein Zeichen für all das Neue waren, das beim Überschreiten der Türschwelle in mein Leben treten sollte, sondern auch für das Reaktivieren eines alten Wissens meiner Seele. In Wahrheit wurde in mir dieses Wissen nicht reaktiviert, da in dem Licht und der Liebe meiner Seele bereits alles existiert und nie etwas verloren gegangen war. Ich hatte nur die bewusste Verbindung zu dem wahren Licht, das ich bin, vergessen und stand nur einen Schritt entfernt von meiner Rückanbindung an mein wahres Sein durch die Hilfe dieser liebevollen Frau. Auch wenn ich mich als Mensch verirrt und verletzt fühlte, so hatte mich die Liebe meiner Seele immer in der fürsorgenden Obhut ihrer Ewigkeit eingebettet. Ich war geliebt, behütet, geschützt und geführt. Vom ersten Tag an. Dass es sich für mich als Mensch nicht so angefühlt hatte, lag an Erfahrungen, die auf meiner Seelenebene abgespeichert waren, sowie an Entwicklungsschritten, die ich als Mensch zu gehen hatte. So lange, bis ich bereit genug war, mich einer höheren Wahrheit zu öffnen. An diesem Tag war es nun endlich so weit. Ich war bereit, ohne dass ich mir dessen bewusst gewesen wäre.
Das Öffnen dieser Haustür war der Startschuss für mein Erinnern an tief in meinem Herzen schlummernde Informationen, auf die ich so lange bewusst keinen Zugriff hatte. Das Erinnern, wer ich wirklich bin. Das Fühlen des „Ich bin“ in meinem Herzen.
Eine mystisch wirkende Frau mit rotem Haar und einem wundervollen, tiefgehenden Lächeln öffnete mir die Tür. Der Duft von Räucherstäbchen stieg mir in die Nase, als sie mich die Treppen hinauf in den Behandlungsraum führte. Es war ein kleiner Raum mit einer Liege, zwei Stühlen, vielen Kristallen und einem Fenster, das mir wieder einen Weitblick über diese wunderschöne Landschaft schenkte. Ein Weitblick, der verheißungsvoll der bevorstehenden Weitung meiner Sicht vorausging. Ein kleiner Raum, der mir jedoch so viel Raum schenken sollte, wie ich ihn in meinem Leben, in meinem Körper bisher nicht erfahren hatte. Außerdem stellte sich heraus, dass dieser Raum voller Lichtwesen war, die ich zu dem damaligen Zeitpunkt noch nicht bewusst wahrnehmen konnte. Gespürt habe ich jedoch die Anwesenheit von etwas Gutem sehr deutlich. „Ein Ort des Friedens und der Heilung“, dachte ich still.
Ich versuchte, ihr einen kurzen, aber effizienten Überblick über meine jahrelange Odyssee zu geben und alle mir wichtig erscheinenden Details zu erwähnen. Ich wollte aber auch keine Zeit und damit auch kein Geld verschwenden. Zu oft schon habe ich einer Therapeutin oder einem Therapeuten alles haargenau erzählt und viel Geld gezahlt, um schließlich festzustellen, dass die Person mir nicht helfen konnte.
Diese Heilerin hörte sich alles in Ruhe an, schrieb ein wenig mit, stellte ein, zwei Fragen und ermutigte mich, mich in einen Bach aus Licht zu legen. Ich sollte mich entspannen und loslassen sowie zulassen, dass Heilung geschehe. Eine sanfte Musik mit wundervollen Klängen vereinfachte mein Bemühen, mich vertrauensvoll dem Licht hinzugeben, während gefühlt hundert negative Stimmen und Glaubenssätze, eigene wie fremde, auf mich herniederprasselten.
Mein Verstand rebellierte, mein Herz jubilierte. Das alles in ein und demselben Augenblick. Es war der Blick in ihre Augen, der Blick in ihre Seele. Jener Augenblick, in dem sich mein Herz öffnete und sich etwas in mir an Heilung, an das Licht erinnerte. An das Licht, in dem ich meinen Ursprung fand, und an das Licht, das ich bin.
Ich kann mich nicht erinnern, wie lange ich auf der Liege gelegen habe, als die Heilerin plötzlich zu sprechen begann. Sie erzählte mir, was sie vor ihrem geistigen Auge sah, und was sie an diesem Tag sah, glich einem meiner Träume, die ich seit meiner Kindheit kannte und ein- bis zweimal pro Jahr träumte. Ein Albtraum, um genauer zu sein. Dieser lief jedes Mal gleich ab. Ich wurde in diesem Traum verfolgt, gejagt und nach langer, verzweifelter, panischer Flucht schließlich mit einem Speer erstochen. Mitten ins Herz. Jede Nacht aufs Neue. Dieser Traum hatte mich in den Jahren zuvor immer seltener heimgesucht. Nie zuvor hatte ich ihn mit meinen Herzschmerzen in Verbindung gebracht. Ihre Erzählung war so lebhaft, irgendwie irreal und gleichzeitig so ident mit meinen nächtlichen Erlebnissen. Ich ahnte, dass auch meine Hüftschmerzen etwas mit diesem Traum zu tun haben mussten.
Verwundert stammelte ich: „Woher wissen Sie, was ich träume?“ Sie antwortete weise lächelnd: „Ich weiß nicht, was du träumst. Ich erzähle dir nur von einer Seelenerfahrung, die auf deiner Seelenebene abgespeichert und noch nicht heil ist!“
„Seelenerfahrung? Nur?“, wunderte ich mich. Ich konnte spüren, wie meinem Verstand die Sicherung durchbrannte. Er schwieg. Ich glaube, zum ersten Mal in meinem Leben. Alle Stimmen, Gedanken, Meinungen, alles weg. Stille!
Mein Herz nutzte die Sekunde der Stille, eine Sekunde, die sich wie eine Ewigkeit anfühlte, ein Zustand losgelöst von Raum und Zeit, und schenkte mir die Gewissheit von „Es ist wahr!“
„Es war also gar kein Traum, sondern eine Erinnerung.“ Sie war wieder und wieder gekommen, weil ich bisher nicht in der Lage gewesen war, zu erkennen, dass es etwas in mir war, das nach Heilung rief. Etwas, was ich widerstandslos umarmen musste, anstatt wegzulaufen und zu entkommen, wie ich es bisher gedacht und erfolglos versucht hatte. Mir hatte bisher das Bewusstsein gefehlt. Nichts anderes. Bewusstsein, das Frieden schafft und Heilung ermöglicht. Da war kein Schuldgefühl, keine innere Bewertung meines bisherigen kräfteraubenden, geldvernichtenden, scheinbar sinnlosen Bestrebens, gesund zu werden. Eine Bewertung, die ich seit Jahren gut kannte und kultivierte, mit jedem scheinbar gescheiterten Versuch mehr.
Ich spürte eine Art von Verwunderung, Freude, Erleichterung, Neugier, eine innere Aufgeregtheit und das Gefühl von Heilung. Zum ersten Mal nach so langer Zeit. Eine Aufgeregtheit, die ich damals noch nicht ganz zuordnen konnte.
Heute weiß ich, es war die Aufregung und Freude meiner Seele. Schließlich stellte diese Begegnung den spürbaren Beginn meines Heilungsweges dar. Nicht nur körperlich, vor allem seelisch. Heute ist mir bewusst, dass meine Entscheidung, aufs Land zu ziehen, um aus meiner gewohnten Lebenssituation herauszutreten, sowie alle therapeutischen Stationen für mich als Mensch den wahren Beginn meiner Heilung ausmachten. Ein Heilungsweg, der von meiner Seele von langer Hand geplant und ersehnt gewesen war. Alle scheinbar erfolglos gebliebenen therapeutischen Versuche waren Teil meines Weges, auf dem ich mich Schritt für Schritt meiner Bereitschaft für ein höheres Bewusstsein und damit für Heilung angenähert hatte. Nur hatte ich dies die Jahre zuvor nicht als solches erkennen können.
Sie ermöglichte mir das Wiedereintreten in ein bewusstes Sein und bedeutete die von mir lang ersehnte Wende auf meinem langen Weg. Mein Vertrauen in sie bedeutete das Positioneinnehmen auf meinem Seelenweg, das bewusste Erfüllen meines Seelenplans, selbst eines Tages als Heiler arbeiten und Menschen auf ihrem Weg der Heilung begleiten und unterstützen zu können. Eine der Erfahrungen, für die sich meine Seele einst auf den Weg in dieses Leben gemacht hatte. Der eigentliche Beweggrund, aus dem heraus ich mich 1998 entschlossen hatte, Medizin zu studieren. Eine Herzensentscheidung, gegen die mein Verstand auch damals heftig protestierte. Wie sich jedoch herausstellen sollte, war es keine wirkliche Entscheidung, mehr ein von meiner Seele geplantes, von meiner geistigen Führung geführtes und von meinem Herzen intuitiv geleitetes „JA!“.
Um also meine Situation heilen zu können, musste ich meine Schatten, in dem Fall das Opfer in mir, umarmen, nicht wegdrücken. Das also musste mir bewusstwerden.
Was dann geschah, ähnelte der Handlung eines Abenteuerfilms. Ich folgte den Anweisungen der Heilerin und begann, allen an meiner noch unheilen Erfahrung beteiligten Seelen zu vergeben. Ich beobachtete in einer Art innerlich ablaufendem Film, wie sie den Speer, den man mir ins Herz gerammt hatte, energetisch aus meiner Brust herauszog und anschließend meine Wunden mit Licht auffüllte und heilte.
Danach verlief alles wieder sehr alltäglich und nüchtern ab. Ich zahlte den auf meinem Heilungsweg bisher niedrigsten Betrag, bat um einen Folgetermin, verabschiedete mich und verließ das Haus.
Aufgewühlt öffnete ich die Autotür, als ich das Zittern meines Körpers bemerkte. „Ich werde noch eine kleine Runde spazieren gehen, um runterzukommen“, dachte ich. „Runterkommen? Nein!“ Irgendein Teil von mir war auf eine andere Ebene gehoben worden, von der ich eindeutig nicht mehr herunterwollte. Also veränderte ich meine Gedanken: „Ich werde noch eine kleine Runde spazieren gehen, damit der Rest von mir Zeit hat, heraufzukommen.“ Denn eine Tür war durch diese lichtvolle Frau in mir aufgestoßen worden, die ich nie wieder schließen wollte. Sie hat mich vom Tellerrand meines damaligen Bewusstseins in das bisher größte Abenteuer meines Lebens hineingestoßen, an dessen Anfang ich gerade stand. Ich spürte deutlich, dass es kein Zurück mehr für mich gab, und dies fühlte sich gut an. Es sollte der Tag sein, an dem sich alles zu verändern begann. Eine Veränderung zum Guten! Ein Erwachen, wenn man so will. Das Ende meiner bisherigen Suche.
Zu dem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, welcher Weg genau vor mir lag. Ein Weg, der mir alles abverlangen sollte. Alles, woran mein niederes Selbst sich klammerte und bis dato nicht bereit gewesen war, loszulassen. Ein Weg, der an Intensität und Selbsterkenntnis alles Bisherige weit in den Schatten stellen sollte, obwohl ich damals schon am Ende meiner Kräfte zu sein schien. Ein Weg in die Selbstermächtigung und Selbstverantwortung. Das Erkennen des Mitschöpfer-Seins meiner Realität und dieser Welt, wie ich sie heute sehe und erlebe. Der Weg in die Heilung, in die Liebe zu allem Sein, in das „Wir sind alle eins“. Das Erinnern, wer ich wirklich bin. Der Weg in die Freiheit!
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