Gebt Sterbenden einen Namen
EUR 19,90
Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 46
ISBN: 978-3-7116-0648-8
Erscheinungsdatum: 16.02.2026
In den letzten Wochen vor Ralfs Tod begleitet seine Frau Tanja ihn auf jedem seiner Wege und ist stets an seiner Seite. Ein Ort, der in dieser Zeit etwas Hoffnung spenden und Sicherheit bieten sollte, sorgt für die beiden immer wieder für Empörung.
Kapitel 1
DAS VERTRAUTE
Ich möchte von einem Menschen erzählen, der einen ganz hohen Stellenwert in meinem Leben hatte.
Es sind Erinnerungen vom Sommer 2017. Er war mein Mann, der zu diesem Zeitpunkt 56 Jahre alt war.
Zu seinen Eigenschaften gehörte, dass er klug, gebildet, humorvoll, intelligent und wortgewandt war.
Sein größtes Hobby war Lesen. Er stand auf Thriller, Science-Fiction und Fantasy. Ich hatte ihn immer dafür bewundert, dass er so viel las und sich für viele Dinge interessierte.
Zu diesem Zeitpunkt stand er mitten im Leben, er war zufrieden und glücklich mit dem, was er hatte.
Dass das Leben nicht immer einfach war und kleine und große Hürden in jeder Hinsicht überwunden werden mussten, gehörte meiner Meinung nach zum Familien- und Eheleben dazu.
Die Hauptinhalte in seinem Leben bestanden in seiner Arbeit als Schichtarbeiter und seiner Familie. Er hatte 2 Töchter, Alexa und Leonie, und wir waren seit 18 Jahren miteinander verheiratet. Ihm war es sehr wichtig, dass seine Familie gut versorgt war.
In jungen Jahren lernte er Kfz-Mechaniker und später machte er seinen Meister. Den Beruf verließ er, um in der Schichtarbeit finanziell besser dazustehen.
So kam es, dass er auf die Signale seines Körpers lange nicht hörte.
Er litt an einer erworbenen Hypertonie (Bluthochdruck), die medikamentös seit Jahren gut eingestellt war.
Was soll man sagen? Papa sein war ziemlich turbulent und kostete manchmal den letzten Nerv.
Ein Nachteil war, dass er zu Ärzten lange Zeit kein großes Vertrauen hatte und daher nur zum Arzt ging, wenn es absolut erforderlich war.
Wenn er Schmerzen hatte, wurden in der Apotheke Schmerzmittel gekauft, ob es die Zähne, der Bauch, der Rücken, die Schulter oder der Kopf waren.
Die Angst war zu groß vor eventuell bösartigen Erkrankungen.
Dadurch konnte er sich über lange Zeit selbst therapieren, in unterschiedlich hohen Dosen.
Unsere vielen Gespräche konnten ihn leider nicht zum Arzt bewegen.
Nach Jahren in der Schichtarbeit konnte man bemerken, dass die Wechselschichten ihn schafften.
Die Umstellung von einer Schicht zur anderen war dadurch gekennzeichnet, dass er mit Schlafstörungen zu kämpfen hatte und morgens nicht gut aufstehen konnte.
Er schob all diese Beschwerden auf sein Alter.
Seine Meinung war: „Alles, was von allein kommt, geht auch wieder von allein.“
Irgendwann fiel ihm auf, dass er immer mehr am Bauch zunahm, obwohl er sonst eine schlanke Figur hatte.
Er schämte sich für seinen Bauch, vor allem, wenn er mit seinen Kindern im Schwimmbad war.
Obwohl er ein gutes Selbstbewusstsein hatte, fühlte er sich unwohl.
Die Schulterschmerzen, unter denen er regelmäßig litt, wurden immer schlimmer.
Physiotherapie brachte kaum Linderung.
Einen Tag vor Heiligabend brach er sich das Sprunggelenk, als er von der letzten Stufe der Treppe abrutschte und wegknickte.
Er hatte nur seinen Bleistift vergessen, eine Kleinigkeit, um mit dem Tapezieren im Kinderzimmer anzufangen.
So wie er nun mal war, wollte er natürlich nicht ins Krankenhaus, obwohl der Fuß dick, blau und sehr schmerzhaft war.
Am nächsten Tag ging er dann doch freiwillig ins Krankenhaus, da er starke Schmerzen hatte.
Nach dem zweiten Weihnachtsfeiertag wurde er operiert und an Silvester wieder entlassen.
Bis er wieder halbwegs mit allem Drum und Dran laufen konnte, vergingen circa 4 Monate.
Zusätzlich wurde unsere Familie über eine längere Zeit psychischen Belastungen ausgesetzt, die ihm ebenfalls zusetzten. Diese Belastungen waren sichtbar und spürbar.
Von manchen Personen wurde er aufgezogen, dass er jetzt ein alter Mann sei.
Ab und zu merkte man ihm an, dass ihn diese Äußerungen verletzten.
In diesen Momenten tat er mir leid, da er bis dahin derjenige war, der alles im Griff hatte.
Spürbar waren der Kraftverlust und die Müdigkeit, da er nicht mehr mit unserem Familienhund Robyn spazieren gehen wollte und konnte.
Darf ich vorstellen, Robyn, unser Familienhund, ein Australian Shepherd, der zu diesem Zeitpunkt 4 Jahre alt war.
Er spielte eine große Rolle im Leben unserer Kinder.
Wir nahmen ihn in unserer Familie als Welpe auf, und er hatte die Aufgabe, ein treuer Freund zu werden und Gutes für die Seele zu tun.
Es entwickelte sich eine ganz enge Bindung zwischen Alexa und ihm.
Haustiere hatten schon lange einen Platz bei uns, ob es Hasen, Meerschweinchen, Katzen oder das ein oder andere Pony waren – Tiere sind manchmal besser als jeder Therapeut.
Er wurde ihr Seelenhund und war aus unserer Familie nicht mehr wegzudenken. Er berührte Alexas Herz.
Ralf fiel es immer schwerer, mit Robyn aufs Feld zu fahren und ihn laufen zu lassen. Das Gehen nahm ihm Kraft.
Zusätzlich konnte er die Hitze der Sonne und die Helligkeit des Tageslichtes nicht vertragen.
Immer wenn er von einer Schicht nach Hause kam, legte er sich sofort ins Bett.
Ich hatte es längere Zeit nicht verstanden und ihm zeitweise Bequemlichkeit vorgeworfen.
Hätte ich damals einfach gewusst, was mit ihm los war, hätte ich mich in manchen Situationen anders verhalten.
Es dauerte nicht lange, bis die Beschwerden von Schlafstörungen, Müdigkeit und Kraftlosigkeit immer mehr zunahmen.
Dazu kam noch, dass er an Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen litt. Es war egal, was er aß oder trank, er konnte nichts bei sich behalten.
Diese Situation schaffte ihn nicht nur körperlich.
...
DAS VERTRAUTE
Ich möchte von einem Menschen erzählen, der einen ganz hohen Stellenwert in meinem Leben hatte.
Es sind Erinnerungen vom Sommer 2017. Er war mein Mann, der zu diesem Zeitpunkt 56 Jahre alt war.
Zu seinen Eigenschaften gehörte, dass er klug, gebildet, humorvoll, intelligent und wortgewandt war.
Sein größtes Hobby war Lesen. Er stand auf Thriller, Science-Fiction und Fantasy. Ich hatte ihn immer dafür bewundert, dass er so viel las und sich für viele Dinge interessierte.
Zu diesem Zeitpunkt stand er mitten im Leben, er war zufrieden und glücklich mit dem, was er hatte.
Dass das Leben nicht immer einfach war und kleine und große Hürden in jeder Hinsicht überwunden werden mussten, gehörte meiner Meinung nach zum Familien- und Eheleben dazu.
Die Hauptinhalte in seinem Leben bestanden in seiner Arbeit als Schichtarbeiter und seiner Familie. Er hatte 2 Töchter, Alexa und Leonie, und wir waren seit 18 Jahren miteinander verheiratet. Ihm war es sehr wichtig, dass seine Familie gut versorgt war.
In jungen Jahren lernte er Kfz-Mechaniker und später machte er seinen Meister. Den Beruf verließ er, um in der Schichtarbeit finanziell besser dazustehen.
So kam es, dass er auf die Signale seines Körpers lange nicht hörte.
Er litt an einer erworbenen Hypertonie (Bluthochdruck), die medikamentös seit Jahren gut eingestellt war.
Was soll man sagen? Papa sein war ziemlich turbulent und kostete manchmal den letzten Nerv.
Ein Nachteil war, dass er zu Ärzten lange Zeit kein großes Vertrauen hatte und daher nur zum Arzt ging, wenn es absolut erforderlich war.
Wenn er Schmerzen hatte, wurden in der Apotheke Schmerzmittel gekauft, ob es die Zähne, der Bauch, der Rücken, die Schulter oder der Kopf waren.
Die Angst war zu groß vor eventuell bösartigen Erkrankungen.
Dadurch konnte er sich über lange Zeit selbst therapieren, in unterschiedlich hohen Dosen.
Unsere vielen Gespräche konnten ihn leider nicht zum Arzt bewegen.
Nach Jahren in der Schichtarbeit konnte man bemerken, dass die Wechselschichten ihn schafften.
Die Umstellung von einer Schicht zur anderen war dadurch gekennzeichnet, dass er mit Schlafstörungen zu kämpfen hatte und morgens nicht gut aufstehen konnte.
Er schob all diese Beschwerden auf sein Alter.
Seine Meinung war: „Alles, was von allein kommt, geht auch wieder von allein.“
Irgendwann fiel ihm auf, dass er immer mehr am Bauch zunahm, obwohl er sonst eine schlanke Figur hatte.
Er schämte sich für seinen Bauch, vor allem, wenn er mit seinen Kindern im Schwimmbad war.
Obwohl er ein gutes Selbstbewusstsein hatte, fühlte er sich unwohl.
Die Schulterschmerzen, unter denen er regelmäßig litt, wurden immer schlimmer.
Physiotherapie brachte kaum Linderung.
Einen Tag vor Heiligabend brach er sich das Sprunggelenk, als er von der letzten Stufe der Treppe abrutschte und wegknickte.
Er hatte nur seinen Bleistift vergessen, eine Kleinigkeit, um mit dem Tapezieren im Kinderzimmer anzufangen.
So wie er nun mal war, wollte er natürlich nicht ins Krankenhaus, obwohl der Fuß dick, blau und sehr schmerzhaft war.
Am nächsten Tag ging er dann doch freiwillig ins Krankenhaus, da er starke Schmerzen hatte.
Nach dem zweiten Weihnachtsfeiertag wurde er operiert und an Silvester wieder entlassen.
Bis er wieder halbwegs mit allem Drum und Dran laufen konnte, vergingen circa 4 Monate.
Zusätzlich wurde unsere Familie über eine längere Zeit psychischen Belastungen ausgesetzt, die ihm ebenfalls zusetzten. Diese Belastungen waren sichtbar und spürbar.
Von manchen Personen wurde er aufgezogen, dass er jetzt ein alter Mann sei.
Ab und zu merkte man ihm an, dass ihn diese Äußerungen verletzten.
In diesen Momenten tat er mir leid, da er bis dahin derjenige war, der alles im Griff hatte.
Spürbar waren der Kraftverlust und die Müdigkeit, da er nicht mehr mit unserem Familienhund Robyn spazieren gehen wollte und konnte.
Darf ich vorstellen, Robyn, unser Familienhund, ein Australian Shepherd, der zu diesem Zeitpunkt 4 Jahre alt war.
Er spielte eine große Rolle im Leben unserer Kinder.
Wir nahmen ihn in unserer Familie als Welpe auf, und er hatte die Aufgabe, ein treuer Freund zu werden und Gutes für die Seele zu tun.
Es entwickelte sich eine ganz enge Bindung zwischen Alexa und ihm.
Haustiere hatten schon lange einen Platz bei uns, ob es Hasen, Meerschweinchen, Katzen oder das ein oder andere Pony waren – Tiere sind manchmal besser als jeder Therapeut.
Er wurde ihr Seelenhund und war aus unserer Familie nicht mehr wegzudenken. Er berührte Alexas Herz.
Ralf fiel es immer schwerer, mit Robyn aufs Feld zu fahren und ihn laufen zu lassen. Das Gehen nahm ihm Kraft.
Zusätzlich konnte er die Hitze der Sonne und die Helligkeit des Tageslichtes nicht vertragen.
Immer wenn er von einer Schicht nach Hause kam, legte er sich sofort ins Bett.
Ich hatte es längere Zeit nicht verstanden und ihm zeitweise Bequemlichkeit vorgeworfen.
Hätte ich damals einfach gewusst, was mit ihm los war, hätte ich mich in manchen Situationen anders verhalten.
Es dauerte nicht lange, bis die Beschwerden von Schlafstörungen, Müdigkeit und Kraftlosigkeit immer mehr zunahmen.
Dazu kam noch, dass er an Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen litt. Es war egal, was er aß oder trank, er konnte nichts bei sich behalten.
Diese Situation schaffte ihn nicht nur körperlich.
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