Cover: Atem, Stimme und Sprache

Atem, Stimme und Sprache
Ein großes Übungsbuch aus der Praxis für die Praxis


EUR 26,90

Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 482
ISBN: 978-3-99146-983-4
Erscheinungsdatum: 23.09.2024
Ohne die Stimme und die Sprache wäre der Mensch nicht das, was er heute ist.Robert Ernst Castellitz zeigt in seinem Buch „Atem, Stimme und Sprache“, wie unsere Stimme funktioniert und wie man sie trainieren kann, und zwar anhand zahlreicher Übungen.
Beim Sprechen handelt es sich
um eine ganzkörperliche Angelegenheit!
Es ist das Zusammenspiel aus Haltung, Atem,
Stimme, Sprache und Persönlichkeit. All diese Punkte hängen unmittelbar miteinander zusammen und beeinflussen
den perfekten Transport der Sprache.

Die Sprach-PERSÖNLICHKEIT lässt sich trainieren.
Dieses Buch dient mit all seinen praktischen Anleitungen
und Wortgutsammlungen als Übungsbuch aus
Der Praxis für die Praxis.




Sprechen ist wie Singen, nur etwas schneller!




Einleitung


Dieses Buch ist ein Übungsbuch für JEDERMANN/JEDERFRAU!

Allen Lebewesen mit Stimme ist es eigen, Seelenzustände durch Laute zu äußern. Wir kennen aus der Tierwelt die Lock- und Balzrufe der Vögel, das Hungergebrüll der Löwen und das ängstliche Aufkreischen einer Stimme infolge von Gefahr oder Schmerz. Lautäußerungen dieser Art werden bei Tier und Mensch durch Reize ausgelöst und über Nervenbahnen zum Phonationsstrom weitergeleitet.

Die menschliche Stimme ist an bestimmte, von der Natur vorgegebene Eigenschaften des Organismus gebunden. Diese sind nicht veränderbar, aber „veredelbar“.

Die Größe der Lunge, die Länge und Stärke der Stimmbänder, die Beschaffenheit der Resonanzräume sind fixe Größen, die auch durch viel Fleiß nicht verändert werden können. Die Muskulatur aber, welche die Hauptorgane der Sprach- und Lautgestaltung umgibt und funktionstätig macht, kann durch gezieltes Üben angeregt werden.

Ein Ton ist zunächst stimmlos, erst durch die Schwingungselemente der Resonanzräume erhält er seinen spezifischen Klang.

Die Tonhöhe hängt von der Länge und Spannung der Stimmbänder und somit von der Anzahl der Schwingungen (Frequenz) ab.

Die Lautstärke ist vom Luftvolumen abhängig, das durch die Hilfe der Atmungsmuskulatur gesteuert wird und die entsprechende Schwingungsweite (Amplitude) in den Stimmbändern hervorruft.

Die Klangfarbe (Timbre) entsteht aus der Form der Schwingung und aus der individuellen Nutzung der Resonanzräume, wobei der aus der Stimmbandschwingung entstehende Primärton entsprechend abgewandelt und verstärkt wird.

Die Wort- und Begriffsgestaltung ist mit einem Denkprozess verbunden. Bei diesem Prozess werden die Impulse durch eine verbale Äußerung vom Sprechzentrum im Gehirn an das Sprechzentrum im Kehlkopf weitergeleitet, dort, wo die Phonation des Lautes durch die entsprechende Einstellung der Stimmlippen zueinander vor sich geht. Für die Bildung der Sprachlaute (Phoneme) ist vor allem die formgebundene Gestalt der Mundhöhle und des Ansatzrohres sowie das Zusammenwirken der einzelnen Artikulationsorgane maßgebend.

Der Stimmumfang eines erwachsenen Menschen erstreckt sich etwa über zwei Oktaven. Die Sprechstimme in ihrer natürlichen Mittellage umfasst meist sechs Töne. Die männliche Stimme liegt im Allgemeinen zwischen G und E, die weibliche Stimme liegt um ca. eine Oktave höher.

Dieser Atem-, Stimm- und Sprechführer ist leicht verständlich und als reines Übungsbuch aus der Praxis für die Praxis bestimmt. Animiert zum Schreiben dieses Buches haben mich in meiner fast 30-jährigen Lehrtätigkeit viele meiner Studenten und Klienten. Diese kamen immer wieder auf mich zu, fragten bei mir hartnäckig nach Übungen und einem Übungsbuch nach. Sie wollten immer mehr und mehr Informationen haben, Informationen, die ich erlernt habe, aber nicht in Fachbüchern zu finden waren. Viele Studenten/Klienten haben mich nach einem Übungsbuch für die Praxis gefragt, das all meine vorgetragenen Übungen und Wortgutsammlungen zusammenfasst. Ein Buch, das die Atem-Stimm-Sprechtechnik einfach erklärt und umsetzbar macht. Ein großes Nachschlagewerk. Hier ist es nun.

Ich habe alle meine in diesem Buch zusammengefassten Übungen aus vielen Himmelsrichtungen und Kontinenten zusammengetragen, aus verschiedenen Seminaren und aus eigenen Überlegungen entwickelt bzw. verändert. Ich habe alles selbst ausprobiert, bevor ich es weitergegeben habe. Nun gibt es all das Erlernte und Erfahrene zusammengeschrieben für JEDERMANN/JEDERFRAU, für alle, die sich mit der Thematik Atem-, Stimm-, Sprechtechnik praktisch ausprobieren und verändern wollen.

Im Jahre 1999 ging ich nach New York, um dort ein Praktikum an der bekannten Schauspielschule Lee Strasberg Institut zu machen und englische Sprechtechnik zu studieren. Es war unwahrscheinlich interessant, aufregend und anstrengend, aber sehr lehrreich. Ich habe in diesem Jahr in New York durch die englische Sprache sehr viel über meine Muttersprache Deutsch gelernt.

Deutsch ist eine wunderbare, aber auch eine komplizierte hart klingende Sprache mit all den Verschlusslauten T, K, und P, mit seinen Verhärtungen am Wortende und dem großen Vokabular. Die deutsche Sprache besteht aus blumigen Formulierungen, langen verstrickten Sätzen, harten Endungen, vielen Füllwörtern, die gleichzeitig Nähe und Distanz erzeugen können.

So nun aber genug der Theorie, auf zur Praxis.

VIEL SPASS BEIM AUSPROBIEREN,
ÜBEN UND UMSETZEN!


PROLOG

Gut drauf sein – Attraktivität ausstrahlen!
In Stimmung bringen durch Lächeln und Füße spüren

Bevor Sie nun wirklich anfangen, lege ich Ihnen noch zwei Übungen ans Herz, die Ihren Tag verändern und Ihre Stimmung steigen lassen werden. Probieren Sie es aus, jetzt gleich.

Ziehen Sie sich an einen ruhigen Ort zurück, horchen Sie in sich hinein. Wie fühlen Sie sich? Wie nehmen Sie Ihre Stimmung, Ihren Körper wahr?

Nun beginnen Sie zu lächeln, ziehen Sie Ihre Mundwinkel so hoch wie möglich; auch wenn Ihnen vielleicht gar nicht danach ist, einfach loslächeln. Bleiben Sie so, während Sie weiterlesen.

Sie setzen jetzt gerade einen chemischen Prozess in Gang, der durch Ihre Blutbahn weitergegeben wird und Ihre Stimmung verändert.

Das Lächeln ist zuerst einmal nur ein Anspannen Ihres Muskelkorsetts. Dadurch wird jedoch Ihrer körpereigenen Informationszentrale signalisiert, dass etwas ganz GROßARTIGES erlebt wird. Diese gibt diese erfreuliche Botschaft sofort ungeprüft an Ihr ahnungsloses emotionales Zentrum weiter. Dadurch wird Ihre Stimmung am Muskelkorsett angepasst – in Richtung POSITIVE STIMMUNG!

Diese beglückenden Emotionen strömen nun vom Blut transportiert durch den ganzen Körper und erhellen dadurch jede Zelle mit guter Laune.

Wie geht es Ihnen jetzt? Lächeln Sie sich weiter und lesen Sie weiter.

Nun kommen wir gleich zur Fußspürübung. Nicht das Lächeln vergessen.

Stellen Sie sich ca. hüftbreit auf Ihre Füße und versuchen Sie bewusst, den Boden unter Ihren Füßen zu spüren. Nehmen Sie nun die Gleichgewichtsverteilung auf beiden Füßen wahr, schließen Sie die Augen. Beginnen Sie mit geschlossenen Augen leicht vor- und zurückzupendeln und seitlich von links und rechts, dann ziehen Sie kleine Kreise – gehen Sie leicht nach vorn, zur linken Seite, nach hinten, zur rechten Seite und wieder nach vorn. Wechseln Sie auch die Richtung. Verlagern Sie das Gewicht jeweils von einem Bein auf das andere, von den Fersen auf die Zehen. Probieren Sie sich aus. Dabei nicht das Lächeln vergessen!

Nun pendeln Sie sich wieder in der Mitte ein und spüren nach, wie Sie jetzt dastehen. Haben sich die Empfindung und Wahrnehmung verändert?

Gut, dann gehen wir einen Schritt weiter. Stampfen und trampeln Sie ganz fest auf, werden Sie dabei immer schneller, machen Sie das einen Augenblick lang und stehen dann wieder still. Spüren Sie wieder nach. Das Ganze mit einem Lächeln. Wie geht es Ihnen jetzt? Ich hoffe, Sie fühlen sich wach, geerdet und gut gelaunt.

Dann sind Sie bereit, um weiterzustöbern und sich weiter auszuprobieren!




1 KAPITEL
Grundinformationen


1.1 Das Atmungsorgan

Das Atmungsorgan des Menschen ist die aus zwei Flügeln bestehende Lunge. Der rechte Flügel besteht aus drei, der linke aus zwei Lappen. Jeder der beiden Lungenflügel ist von einem luftleeren Sack umgeben, der Brustfell oder Pleura genannt wird. Der den Lungenflügel anliegende Teil wird Lungenfell, der den Rippen anliegende Rippenfell genannt. Die Organe der Bauchhöhle werden gegen den Brustraum durch das Zwerchfell (Diaphragma) geschützt.

Bei der Aufnahme der Atemluft passen sich die durch Vakuum aneinandergehaltenen Pleurablätter der durch Muskeltätigkeit hervorgerufenen Weitung des Brustraumes elastisch an. Innerhalb der Lungen entsteht ein inspiratorischer Sog, der das Brustfell an die Wände des Brustkorbes bzw. an das Zwerchfell heranzieht.

Beim Einatmen (Inspiration) gelangt die Luft durch die Mund- oder Nasenhöhle in die Luftröhre (Trachea – ein ca. 12 cm lange aus einzelnen Knorpelringen bestehendes Verbindungsrohr zwischen Kehlkopf und Lunge, das mit Schleimhaut ausgekleidet ist). Bei ihrer Einmündung in die Lunge teilt sich die Luftröhre in zwei Stränge, die sich wieder in kleine und kleinste Äste (Bronchien, Bronchiolen) verzweigen, um sich am Ende in eine riesige Anzahl von Bläschen (300–400 Millionen!) zu erweitern (Bronchialbaum). Die Lungenbläschen (Alveolen) sind von einem feinen Gefäßnetz umgeben, in welchem der Kohlendioxyd-Sauerstoff-Austausch stattfindet.

Ein physikalisches Gesetz besagt, dass bei Arbeit Energie verbraucht wird. Für die Umsetzung von Energie in Arbeit ist Sauerstoff nötig. Die Lungenbläschen entnehmen den Sauerstoff aus der Atemluft und leiten ihn über das Gefäßnetz in die Blutbahn, von wo aus jedes Organ, jeder Muskel, jede Zelle mit dem für die Arbeitsleistung erforderlichen Treibstoff versorgt wird. Das freiwerdende Kohlendioxyd wird über das Blutgefäßnetz zu den Alveolen zurückgeführt und bei der Ausatmung (Expiration) ausgeschieden.

Die gesamte Oberfläche der Lunge beträgt 80–100 m2. Der Luftaustausch erfolgt ca. 16 x in der Minute. Bei normaler, ruhiger Atmung wird etwa ½ Liter Luft gewechselt. Bei stärkster Ein- und Ausatmung wird eine Luftmenge von 3,5–5 Liter ausgetauscht. Man bezeichnet diese Leistung als Vitalkapazität der Lunge. Es bleibt jedoch immer eine Rest- oder Residialluft von ca. 2,5–3 Liter in der Lunge zurück.
5 Sterne
Atem, Stimme und Sprache - 29.01.2025
Elisabeth Roeschl-Aref

Ein sehr gutes Buch, speziell für mich als ehemalige Sängerin, man wird schlampig wenn man die Stimme nicht mehr so braucht und dieses Buch bringt einem wieder zurück richtig zu atmen und zu sprechen, danke Robert Castelliz

5 Sterne
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5 Sterne
Super - 28.01.2025

Sehr empfehlenswert

5 Sterne
Atem Stimme ... - 28.01.2025
AnnA BlaU

Ein sehr innovatives Buch

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