Cover: AMOK Richtig handeln – Leben retten

AMOK Richtig handeln – Leben retten
Ein Werk für alle, die wissen wollen, was wirklich schützt, wenn alles versagt


EUR 29,90

Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 262
ISBN: 978-3-99185-079-3
Erscheinungsdatum: 30.03.2026
AMOK – Erkennen. Überleben. Handeln zeigt praxisnah, wie Risiken erkannt, Bedrohungen eingeordnet und Extremsituationen bewältigt werden. Das Buch stärkt Handlungssicherheit für Organisationen und Privatpersonen.
Vorwort Rainer Wendt

Bundesvorsitzender Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG)

Es ist ein Albtraum, die absolute Hölle.
Wer als Opfer in den unmittelbaren Geschehensbereich eines Amoklaufs gerät, ist nicht nur in absoluter Lebensgefahr, er erlebt ebenfalls die ultimative Hilflosigkeit, eine nie gekannte Todesangst und Panik. Selbst dort, wo es Trainings und Schulungen gegeben hat, entstehen Abläufe im Körper, im Gehirn, die niemand je gekannt hat oder absolut beherrschen kann. Es vergehen lange Sekunden und Minuten, bis Opfer die Situation überhaupt in ihrer Dimension erkennen können, was vor sich gehen könnte. Und selbst dann braucht es Zeit, um möglicherweise Gelerntes abzurufen, die Angst lähmt, verwirrt, löst Reaktionen aus, die rationales und überlegtes Handeln oft verhindern.
Für Lehrkräfte an unseren Schulen wird die Dramatik noch größer. Obwohl selbst in Lebensgefahr, sind sie in der Verantwortung für ihre Schülerinnen und Schüler, müssen einen klaren Kopf behalten, möglichst besonnen und überlegt handeln und haben doch zugleich Angst um ihr eigenes Leben. Übermenschliches wird erwartet, meinen manche Betrachter, das mag sein, und doch ist es notwendig. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass gute Schulungen und durchdachte Konzepte durchaus ihre Wirkung erzielen und die Lehrkräfte sich klug und tapfer ihren Pflichten zu stellen bereit sind.
Obwohl Einsatzkräfte der Polizei das „Konzept Amok“ verinnerlicht und immer wieder trainiert haben, obwohl sie grundsätzlich für Gefahrensituationen ausgebildet und in der Handhabung ihrer Waffen vertraut sind, ist es auch für sie der Albtraum schlechthin, wenn der Einsatzruf „Amok“ ertönt. Keine Einweisung in die Lage, keine Informationen über das Ausmaß des Geschehens, wie viele Täter, welche Waffen, welche Opfer, Tote und Verletzte, wie ist das Ausmaß der Gefahr?
Mit vielen unbeantworteten Fragen im Gepäck so schnell wie möglich zum Tatort und „unter Inkaufnahme hoher Eigengefährdung“ zu dem oder den Tätern und ihn oder sie zu stoppen, notfalls mit Waffengewalt, das ist der Auftrag. Polizeikräfte kennen ihre Verantwortung und stellen sich der Aufgabe, von der sie immer gehofft haben, dass sie ihnen niemals gestellt würde.
Das Buch des erfahrenen Polizisten und Krisenmanagers Thomas Herzing widmet sich den vielfältigen Fragestellungen rund um das brisante Thema AMOK mit Professionalität, Übersicht und Sachkunde. Der Autor lässt keinen Aspekt aus dem Blick: Welche Einflüsse wirken auf uns ein, wie reagieren wir und warum, wie können wir überlegt handeln, welche Wirkung erzeugt der ungeheure Stress in einer so lebensbedrohlichen Situation? Vor allem aber zeigt Thomas Herzing, wie wir besser werden können im Umgang mit einer Situation, in der überlegtes Handeln lebenswichtig sein kann.
Er beleuchtet wissenschaftlich fundiert die verschiedenen Phasen der Täterentwicklung, zeigt Frühwarnsignale und formuliert Verhaltensempfehlungen für Beteiligte. Dabei ist die akute Bedrohung das Eine, die erfolgreiche Prävention das Andere, das frühzeitige Erkennen von Veränderungsprozessen bei Kindern, Jugendlichen oder Erwachsenen und auch die Rolle der Politik, die oft genug genauso hilflos und nach Worten ringend reagiert.
Und während mancher Leserinnen und Leser beim Thema „Amoklauf“ wohl häufig vor allem das Erfurter Gutenberg-Gymnasium vor Augen haben, wo am 26. April 2002 der Amokläufer Robert Steinhäuser 16 Menschen und anschließend sich selbst erschoss, zeigt Thomas Herzing die verschiedensten Situationen auf, in denen wir leider auch heute an jedem Tag damit rechnen müssen, dass Amokläufe stattfinden oder doch zumindest Taten, die zunächst so aussehen und das unmittelbare Eingreifen der Polizei nötig machen, um den Wahnsinn des brutalen Moments zu stoppen. Der Arbeitsplatz, die Redaktion, das Krankenhaus, der Wochenmarkt, der Kirchenbesuch oder der Kindergeburtstag – niemand kann sagen, wann die nächste Amoktat stattfindet – die sich möglicherweise später als Terrortat erweist.
Der erfahrene Polizist hat selbst miterlebt, wie sich die Einsatzkonzeption der Polizei bundesweit änderte. Hieß es noch in den 70er- und 80er-Jahren „verdeckt umstellen, absperren, auf Spezialkräfte warten“, war spätestens „nach Erfurt“ klar, dass es so nicht geht. In den Jahrzehnten zuvor hatten es Einsatzkräfte des „Streifendienstes“ eher mit Überfällen auf Bankinstitute zu tun, bei denen unbedingt eine Geiselnahme verhindert werden sollte. Schon deshalb und natürlich aus Gründen der Eigensicherung sollte abgewartet werden, bis Unterstützungskräfte mit Spezialausbildung und besonderen Waffen an den Einsatzort kamen.
„Das Töten beenden, so schnell wie möglich“ war die neue Taktik, die den als Erste am Einsatzort eintreffenden Streifenpolizisten ein komplettes Umschalten der bisherigen Vorgehensweise abverlangte und von ihnen erwartete, sich selbst notfalls in unmittelbare Lebensgefahr zu begeben, um auf den oder die Täter einzuwirken. Spätere Amokläufe, beispielsweise in Winnenden 2009, zeigten deutlich, dass das Konzept richtig und zielführend war und von den Einsatzkräften taktisch klug umgesetzt wurde.
Man kann Amokläufe bei aller Aufmerksamkeit und Vorsicht nicht immer frühzeitig erkennen und verhindern, das ist die Wahrheit. Und auch wenn man mit den Menschen, die es zu schützen gilt, die Konzepte und Pläne immer und immer wieder durchgeht und Verhaltensabläufe einübt, kann niemand die Reaktionen von in Panik geratenen Betroffenen kalkulieren oder vorhersagen.
Aber man kann viel mehr tun, um im Falle eines Falles gewappnet und vorbereitet zu sein. Das vorliegende Buch zeigt dafür zahlreiche gut durchdachte, auf fundierter Basis beruhende Handlungsempfehlungen für Führungskräfte und andere Verantwortliche auf.
Die „mehrschichtige Sicherheitsarchitektur“ kann einen wichtigen Beitrag dazu leisten, ausreichende Schutzvorkehrungen zu entwickeln, technische Möglichkeiten zu nutzen und die Menschen selbst gezielt auf eine solche Situation vorzubereiten.
„AMOK – Erkennen. Überleben. Handeln“ ist ein wertvolles Buch für alle diejenigen, die sich mit dem Thema befassen, nicht nur Polizisten oder Lehrkräfte, sondern insgesamt für all jene, bei denen es Garantenpflichten und Verantwortung für andere Menschen gibt. Das gilt in besonderer Weise auch für die Politik, deren Aufgabe es ist, die für die notwendigen Schutzmechanismen und Sicherheitskultur erforderlichen Ressourcen bereitzustellen.
Betroffenheit im Ereignisfall trägt dazu bei, tröstende Worte für Opfer und Hinterbliebene zu finden, aber sie reicht eben nicht. Vorher, bei Haushaltsberatungen, Prioritätensetzung und politischen Grundsatzentscheidungen für die Sicherheitsarchitektur in unserem Land, müssen Entscheidungen fallen, die unsere Handlungsmöglichkeiten erweitern. Und Menschenleben retten. Jedes einzelne davon ist es wert.



Vorwort Alexander Huber (Huberbua)

Einer der erfolgreichsten
Allround-Bergsteiger der Welt,
Botschafter des bayerischen Sports

Als Extrembergsteiger kenne ich die Erfahrung, dass man im Bruchteil einer Sekunde in eine lebensgefährliche Situation geraten kann. In solchen Momenten entscheiden Vertrauen, Klarheit und das richtige Verhalten über Leben und Tod. Vertrauen zu sich selbst, zum Partner am Seil – und die Verantwortung für andere, die sich auf einen verlassen.

Auch bei Amoktaten geht es um Situationen, in denen plötzlich alles auf dem Spiel steht. Dieses Buch zeigt, wie Menschen in Extremlagen reagieren, welches Verhalten hilfreich ist – sei es allein oder in der Verantwortung für eine ganze Gruppe, etwa als Lehrperson. Ziel ist es immer, das Schadensausmaß zu begrenzen und die Einsatzkräfte bestmöglich zu unterstützen.

Dabei beginnt die beste Prävention lange vor der eigentlichen Krise: in unserem täglichen Miteinander. Respekt, Offenheit und Wertschätzung sind die Basis für ein menschliches Zusammenleben. Alle Täter eint, dass sie zuvor Ausgrenzung und Mobbing erfahren haben. Wenn es uns gelingt, ein Klima von Vertrauen und Achtsamkeit zu schaffen, können wir schon viel dazu beitragen, dass es gar nicht so weit kommt.

Deshalb habe ich mich entschieden, meine Stimme für das Buch von Tom Herzing einzusetzen, und hoffe, dass es viele Leser erreicht und sensibilisiert. Denn am Berg wie im Leben gilt: Ein Seil verbindet uns – und nur wenn wir achtsam miteinander umgehen, hält es auch dann, wenn es darauf ankommt.

„Wenn die Wurzeln eines Baumes erst beim Ausbruch
des Sturms zu wachsen beginnen, ist es zu spät –
man tritt in die Krise ein mit dem, was man hat.“
– Laurent Carell



Vorwort des Autors


„Ich wollte nicht zerstören.
Ich wollte einfach dazugehören.“
– Aussage eines Amoktäters

„Die Bedrohung beginnt nicht mit der Tat –
sondern mit der Illusion, dass sie ausgeschlossen ist.“
– Leitsatz aus der Behördenpraxis


Orientierung geben – bevor es brennt

Wie lassen sich extreme Gewaltsituationen wie Amoktaten frühzeitig erkennen, gezielt verhindern und entschlossen bewältigen? Und vor allem: Welche Lehren ziehen wir aus dem, was bereits geschehen ist?

Dieses Buch will Orientierung bieten – für Menschen mit Verantwortung. Für jene, die Sicherheit aktiv gestalten: in Schulen, Unternehmen, Verwaltungen, Sicherheitsorganisationen und im Gesundheitswesen – als Privatperson.

Im Zentrum stehen drei Ziele:
fundiertes Wissen praxisnah und verständlich vermitteln,
Handlungsoptionen für Prävention, Reaktion und Nachsorge aufzeigen,
Denkanstöße für eine verantwortungsvolle Sicherheitskultur geben.

Damit verknüpft das Buch rechtliche, psychologische, taktische und gesellschaftliche Perspektiven – realitätsnah, lösungsorientiert und interdisziplinär.

Inhaltlicher Schwerpunkt sind Taten, welche sich in der D-A-CH-Region zwischen 2015 und 2025 ereigneten. Exemplarisch wurden einzelne Taten – auch außerhalb dieses Zeitfensters und dieser Region – aufgeführt. Dies mit dem Ziel, eine möglichst umfassende Sicht auf Hintergründe, Phänomene und Entwicklungen zu ermöglichen. Auf eine reine Auflistung von Amoktaten habe ich bewusst verzichtet, da diese meiner Meinung nach dem Leser nicht den erwünschten Mehrwert bietet.

„Man kann Gewalt nicht verhindern,
indem man hofft, dass sie nicht passiert.“
– Gordon Graham


Über den Autor

Ein Satz, den ich nie vergessen werde:

„Manchmal wünsche ich mir, dass sie auch einmal Angst haben. So wie ich – jeden Tag.“

Gesprochen von einem jungen Mann, der gemobbt wurde.

Dieser Moment hat mir klargemacht, worum es bei Prävention wirklich geht:
um Verbindung, bevor jemand verloren geht,
um Hinsehen, bevor etwas entgleist,
um Klarheit, wenn sie am dringendsten gebraucht wird,
um Präsenz und Mut, rechtzeitig zu handeln.

Diese Fragen begleiten mich seit vielen Jahren – zuerst als Polizist und Ausbilder, später als Mitentwickler des Anti-Amok-Konzepts der Bayerischen Polizei. Dieses Konzept fand beim OEZ-Amoklauf 2016 in München Anwendung und wurde seither auch international beachtet.

Mit meiner Firma, der Thomas Herzing GmbH, unterstütze ich seit über zehn Jahren Schulen, Unternehmen und Behörden. Wir prüfen Strukturen, erkennen Risiken frühzeitig und entwickeln praxisnahe Maßnahmen: von baulichem Schutz über Verhaltenstrainings bis hin zur individuellen Begleitung von Risikofällen.

Als Keynote-Speaker vermittle ich neben Fachwissen vor allem eines: Handlungsfähigkeit, Mut und Klarheit in unsicheren Zeiten. Mein Ziel ist, dass Menschen den Raum mit einem neuen Bewusstsein für Sicherheit und Verantwortung verlassen – inspiriert, gestärkt und bereit, im Ernstfall richtig zu handeln.

Auch als Publizist und Analyst schreibe ich regelmäßig über sicherheitsrelevante Themen, Einsatzdoktrin und Krisenkommunikation. Dieses Buch bündelt meine Erfahrungen und soll vor allem eines leisten: Orientierung bieten, wenn es darauf ankommt.

Warum dieses Thema jetzt zählt
„Krisen zeigen nicht nur, was fehlt – sie machen sichtbar,
wer Verantwortung wirklich lebt.“
– Grundsatz für zukunftsfähige Führung

Amoklagen sind nicht nur Extremereignisse – sie sind ein Spiegel der Belastbarkeit unserer Gesellschaft und fordern uns heraus: menschlich, organisatorisch und ethisch. Sie stellen unbequeme Fragen:
Funktioniert die Zusammenarbeit von Schulen, Unternehmen, Behörden und Blaulichtorganisationen?
Wie definieren wir Verantwortung – ethisch, operativ, rechtlich?
Wie erkennen wir Menschen in seelischer Not, die keinen Ausweg mehr sehen?
Wie gehen wir mit psychischer Instabilität, Ausgrenzung und Warnzeichen um?
Welche Rolle spielen Schulen, Unternehmen und Behörden im Erkennen und Handeln?
Wie gelingt verantwortungsvolles Entscheiden – juristisch, menschlich, strategisch?

Früher lautete bei der Polizei die Devise bei Bedrohungslagen: Situation einfrieren – auf Spezialkräfte warten. Heute ist klar: Verantwortung heißt handeln – mit Augenmaß und zeitnah. Spätestens nach den ersten Taten dieser Art wurde deutlich: Dieses Vorgehen ist nicht mehr vertretbar – weder taktisch noch juristisch. Die Garantenpflicht verpflichtet zum sofortigen Handeln, wo Leben bedroht ist. Während Einsatzkräfte längst umgedacht haben, folgte der politische Paradigmenwechsel oft zögerlich, gelegentlich widerwillig.
5 Sterne
Amok - 04.04.2026
Claudia

Das ist ein tolles Buch.Sehr guter Inhalt und realitätsnah

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