Cover: Naturerlebnisse mit Riesen und Zwergen

Naturerlebnisse mit Riesen und Zwergen
Ein Bildband über Kolibris und Wale in Südamerika


EUR 29,90

Format: 27 x 21 cm
Seitenanzahl: 96
ISBN: 978-3-99130-930-7
Erscheinungsdatum: 25.11.2025
Günter Steinke hat die vielgestaltigen Landschaften und Küsten Südamerikas bereist, um die bunten Eindrücke der Natur fotografisch festzuhalten. Sein größtes Interesse ist der Kontrast zwischen Riesen und Zwergen – beeindruckende Wale und quirlige Kolibris.
Zur Einführung


Durch einen mehrjährigen Aufenthalt in Südamerika war es mir möglich, Wale und Kolibris in ihrer natürlichen Umgebung zu beobachten. So erfüllte sich endlich mein Traum vom Kennenlernen der größten Säugetiere und der kleinsten Vögel unserer Erde.

Die stattlichen Wale erlebte und fotografierte ich vor den Küsten Uruguays, Kolumbiens und Ecuadors, wobei ich der Walforschung einige für sie relevante Fotos zur Verfügung stellte. Ausdauer sowie Wetterfestigkeit für Mensch und Fototechnik waren bei diesen Aufnahmen unter schwierigen Bedingungen gefragt.

Den kleinen Kolibris begegnete ich in den genannten Ländern ebenso wie in Argentinien, Brasilien, Costa Rica und Paraguay. Fast täglich hatte ich Gelegenheit, diese Winzlinge zu beobachten, ihre Verhaltensweisen zu studieren und sie trotz ihrer Lebhaftigkeit zu fotografieren. Quirlig, pfeilschnell und nicht berechenbar – so etwa könnte man die Aktivitäten dieser munteren Nektarsammler umschreiben. Plötzliche Änderungen der Flugrichtung sind die Regel und niemand, außer den Vögeln selbst, weiß, wohin im nächsten Moment „die Reise geht“.

In zahlreichen Stunden, oftmals unter widrigen Umständen und Wetterverhältnissen am Atlantik und Pazifik, in Höhenlagen bis zu 4000 m in den Anden, im tropischen Regenwald, in wüstenähnlichen Gegenden, aber auch in urbanen Gebieten entstanden schließlich die Aufnahmen für diesen Bildband.

Meine stille Hoffnung ist, dass ich mit der Auswahl dieser Fotos das Interesse für unsere Mitgeschöpfe in der Natur wecken kann.




Kolibris – die Zwerge in der Vogelwelt


Südamerika besitzt eine enorme Vielfalt an abwechslungsreichen Landschaften. In diesen lebt – oft unter extremen Bedingungen – der größte Teil der etwa 350 Kolibriarten. Hier konnten sie sich im Laufe der Evolution frei entwickeln und sich immer perfekter ihren nektarspendenden Blüten anpassen.

Kolibris sind für ihre Winzigkeit bekannt. Ihre Größe schwankt im einfachen Vergleich zwischen einer Hornisse und einer Schwalbe. Das Gewicht der einzelnen Arten reicht von etwa 2 Gramm bis 24 Gramm.

Die Flugleistungen von Kolibris sind beeindruckend. Die Frequenz bei ihrem insektenähnlichen Schwirrflug beträgt bis zu 80 Flügelschläge/Sekunde und das menschliche Auge ist außerstande, diese sichtbar aufzulösen. Problemlos können Kolibris blitzschnell ihre Flugrichtung ändern, auf einer Stelle verbleiben oder sogar rückwärts fliegen.
Ihr Stoffwechsel ist sehr hoch, daher auch die ständige Suche nach frischer Nahrung, vor allem Blütennektar. Dabei schlägt das relativ große Herz bis zu 1200 Mal/Minute beim Schwirrflug, sinkt aber in Notzeiten auf wenige Schläge zurück, um das Überleben zu sichern.

Je näher ein Land am Äquator liegt, desto mehr Kolibris kommen dort vor. So gibt es in Ecuador etwa 132, in Kolumbien 100, in Uruguay acht und in Patagonien nur noch eine Art. Das Brutvorkommen einiger Arten wird auf den folgenden Seiten mitgeteilt. (Quellenangabe Poley, D., 1978).

Bei Kolibris kümmern sich die Weibchen allein um den Nachwuchs. So auch bei diesen zutraulichen Grünbrustkolibris, die in Vorgärten in Piriápolis/
Uruguay ihr winziges Nest gebaut haben. Das eingefügte, gestellte Foto zeigt ein Nest (d = 4 cm) im Größenvergleich zu einer Streichholzschachtel.

Wegen ihres farbigen Gefieders werden Kolibris im Volksmund auch „Fliegende Edelsteine“ genannt. Durch optische Effekte besonderer Federstrukturen werden Spektralfarben erzeugt.

Kolibris sind faszinierende Vögel. Selbst streng sachliche Systematiker unter den Ornithologen gerieten ins Schwärmen, wenn sie neu entdeckte Arten benennen und beschreiben mussten. Das bezeugen die vielen zauberhaft klingenden, fantasievollen Namen.
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