Cover: Ordnung im Bad

Ordnung im Bad
Eine Art Ratgeber, um vielleicht etwas verändern zu können


EUR 19,90

Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 176
ISBN: 978-3-99146-986-5
Erscheinungsdatum: 01.08.2024
Humoristisch und kurzweilig ist der kleine Lebensratgeber von Dr. Schmalz, seines Zeichens Zahnarzt. Wie ist das gewünschte Ziel am besten zu erreichen – und was ist dann? Ist nicht der Weg das Ziel – oder doch umgekehrt?
Anleitung für dieses Buch


Endlich glücklich sein. Reich werden in nur sechs einfachen Schritten. Berühmt und erfolgreich, ohne etwas zu ändern. In 100 Tagen zum Traumkörper. All das könnten Sie vielleicht erreichen. Hilft Ihnen dabei dieses Buch? Könnte sein. Brauchen Sie dafür dieses Buch? Natürlich nicht. Was Sie brauchen, kann ich ja nicht wissen. Sie sind ja Sie, liebe Leserin, lieber Leser. Ich kenne Sie ja nicht einmal. Zumindest wahrscheinlich. Wir könnten uns kennen. Aber kaum so gut, als dass ich Ihnen zu Glück, Reichtum oder Erfolg verhelfen könnte. Und wenn, dann wäre es Glück von meiner Seite. Vielleicht hätte ich dann das, ausschließlich für mich bestimmte Buch, „Glück beim Buchschreiben für Bestsellerautoren“ durchgearbeitet. Habe ich aber nicht. Zumindest nicht bis jetzt. Was will ich dann mit diesem Buch erreichen? Ich muss ja ein Ziel haben. Ohne Ziel schreibt doch keiner ein ganzes Buch. Zumindest glaube ich das. Natürlich habe ich ein Ziel. Ich habe immer ein Ziel, wie Sie noch lesen und erfahren werden.
Ordnung im Bad. Was für ein eigenwilliger Titel. Egal, was ein Lektor, ein Verlag, oder ein Leser sagen würde, ich würde mich niemals von diesem Buchtitel abbringen lassen. Weil ich dann diesen Abschnitt umschreiben müsste? Auch. Allerdings gibt es einen ganz besonderen Grund. Praktisch einen Auftrag. Dieses Buch beinhaltet einige persönliche Geschichten, die ich versuche in verschiedene Kontexte zu rücken, um einige Aspekte des Lebens zu beleuchten. Zumindest aus meiner subjektiven Sicht, ohne Anspruch auf Richtigkeit und Vollständigkeit. Und der Titel beruht ebenso auf einer Geschichte.
Ich arbeite bisher die meiste Zeit meines Lebens an der Universität, wobei ich Studierende in einem zahnmedizinischen Teilbereich unterrichte und dabei auf dem Weg zum Zahnarzt ein ganzes Stück begleiten darf. Ich pflege einen sehr persönlichen Umgang mit den Studierenden. Eine gute Beziehung zwischen Studierenden und ihren Lehrern ist eine sehr wichtige Voraussetzung für guten Lernerfolg. Und daneben auch noch viel angenehmer, als die psychische Gesundheit meiner Nachwuchskollegen zu malträtieren. Wenn ich mich an meine Schulzeit erinnere, gab es verschiedene Sorten von Lehrern. Besonders auffällig waren diejenigen Lehrer, die mit Angst und Terror versucht haben, die Schüler disziplinarisch zum Lernen zu zwingen. In gewisser Weise waren sie erfolgreich, aber nicht nachhaltig. Und nicht angenehm. Auf der anderen Seite gab es die inspirierenden, nahbaren Lehrer, die auf die Schüler eingegangen sind. Interesse geweckt und begeistert haben. Solch eine Lehrkraft wollte ich immer werden und glaube es, in Teilen, geworden zu sein. Das hat noch immer nichts mit Ordnung im Bad zu tun? – da haben Sie recht. Aber es führt uns gleich zur Geschichte.
Als die Coronapandemie uns alle im Griff hatte, waren wir gezwungen, auf alternative Lehrangebote zu wechseln. Wir konnten unseren Unterricht nur in Teilen so ausführen, wie wir es gewohnt waren. Gemeinsam mit einem guten Freund und Kollegen beschloss ich in dieser Zeit, eine Art Webinar anzubieten, bei welchem wir den Studierenden kurz vor dem Abschluss die Gelegenheit gaben, noch einige Aspekte mit uns zu diskutieren. Wir haben es damals Podcast genannt, weil wir nicht wussten, dass man einen Podcast eigentlich primär hört und nicht in einem Dialog per Video zugeschaltet ist. Diese Veranstaltungen liefen oftmals sehr unterhaltsam ab. An einem Abend entwickelte sich hierbei eine eigenwillige Konstellation. In unserer Abteilung arbeitete zu dieser Zeit ein älterer Kollege, der nur noch wenige Jahre bis zum Ruhestand hatte. Er war, wie so viele, ein Opfer des Systems. Aber er steckte nicht auf und blieb sich und seiner Linie treu. Und diese beinhaltete eine sehr amüsante Art und Sprechweise, gepaart mit sehr extravaganten Aussagen in Vorlesungen und Seminaren. Das machte den Kollegen nicht nur einzigartig, sondern in den Augen der Studierenden durchaus zu einer Art Koryphäe. Im Dialog mit den Studierenden kam nunmehr das Thema irgendwann auf besagten Kollegen. Wir erzählten hierbei den Studierenden die Geschichte, dass ebenjener Kollege ein Buch geschrieben habe. Einen Lebensratgeber für den Alltag. Hierzu muss man wissen, dass wir dieses Gerücht, das wir in diesem Moment streuten, zu keiner Zeit vorbereitet hatten. Und so kam es, dass wir auf die Frage nach dem Titel des Ratgebers spontan und etwas verwunderlich antworten mussten. „Ordnung um Bad“. Eine Alltagshilfe für den modernen Mann. Prompt wurde der Inhalt ausgeschmückt, die Geschichte immer lebhafter erzählt. In einer Universität und unter Studierenden verbreiten sich Gerüchte schnell, besonders wenn diese interessant sind. Schnell streuten wir das Gerücht von einem Hörbuch. Es wurden Bilder manipuliert, einzelne Kapitel teils wortwörtlich rezitiert. „Ordnung im Bad“ wurde womöglich für eine kurze Zeit zum meistgesuchten Buch unter den Zahnmedizinern vor Ort. Ein Mythos war geschaffen. Ein imaginärer Topseller – geboren aus einem Scherz.
Heute ist der Kollege im Ruhestand. Und ich bin die einzige Chance, dass „Ordnung im Bad“ Realität wird. Gut, streng genommen auch mein Bürokollege und Miterfinder des Buchtitels. Aber dem traue ich es nicht zu, dass er ein solches Buch zu schreiben im Stande ist. Das würde ihm seine Frau außerdem niemals erlauben. Irgendwie hat mich dieser Buchtitel über die Zeit inspiriert. So sehr, dass es mit der Zeit alternativlos wurde, dass mein Buch eben genau diesen Titel haben würde.
„Eine Art Ratgeber, um vielleicht etwas verändern zu können.“ Dies stellt Ihnen der Untertitel in Aussicht. Dieses Buch hat nicht den Anspruch, einen ultimativen Lebensratgeber darzustellen. Vielleicht wäre ich dazu nicht der richtige Ansprechpartner. Zwar bin ich gut ausgebildeter Zahnarzt und arbeite seit einem Jahrzehnt in der Ausbildung angehender Zahnärzte. Dazu bin ich Gesundheitspsychologe, Berater und Coach. Halte Vorträge und gebe Seminare, leite Workshops und berate verschiedene Partner. Aber ich bin auch chronisch krank, Burn-out-Patient, bei schlechter körperlicher Verfassung. Wozu könnte ich Ihnen Ratschläge geben? Reichtum, Erfolg, Berühmtheit, Gesundheit, Fitness … habe ich alles nicht im Übermaß. Ich bin kein Extrembergsteiger, der die höchsten Gipfel der Welt in Rekordzeit bestiegen hat. Ich bin auch weit davon entfernt, Ihnen eine Anleitung zur Million geben zu können. Bin kein Prominenter, der über sein bewegtes Leben reflektiert. „Mein Weg zum Fernsehstar“ klingt auf den ersten Blick deutlich interessanter als „Ordnung im Bad“. Ein Fernsehstar, der jeden Tag aus dem Bildschirm schaut, erscheint im Vergleich zu mir auf den ersten Blick ebenfalls der größere Magnet für Bücherfreunde zu sein.
Warum glaube ich dennoch, Ihr Interesse wecken und Ihnen womöglich etwas mitgeben zu können? Weil Sie in diesem Buch etwas anderes finden werden als die schlauen Ratschläge eines Alleskönners. Weil sie ganz besonders ehrliche Einblicke in meine Gedanken und Teile meines Lebens und Umfelds erhalten können. Weil Sie aus meinen Fehlern lernen können. Und ganz besonders weil dieses Buch auch unterhalten soll. Der Aufbau dieses Werkes ist dabei sicherlich speziell. Grundsätzlich gliedert sich „Ordnung im Bad“ in verschiedene Kapitel unterschiedlichen Umfangs. Diese sind in zwei Abschnitten angeordnet. Dabei möchte ich Themen wie Ehrgeiz, Zufriedenheit, Glück, Disziplin oder auch Motivation beleuchten. Aus meiner ganz persönlichen Sicht. Unter Zuhilfenahme von Kenntnissen aus der Psychologie, spannender Zitate und einiger mehr oder weniger unterhaltsamer Geschichten aus meinem Leben. Ich will mich im Rahmen dieses Buches auch durchaus kritisch äußern. Auch das System Universität werde ich dabei adressieren. Dies ist womöglich nicht der größte Katalysator für meine Universitätskarriere (zumindest nicht in positiver Hinsicht, aber wer weiß das schon). Allerdings ist es mir wichtig, einige Aspekte zu kommunizieren. Mir helfen diese Erkenntnisse, die Welt ein wenig besser zu verstehen. Nicht zuletzt schweift dieses Buch immer mal wieder in die Realität des Schreibprozesses ab. Skizziert meine Kämpfe mit Nussknackern, mein Fernsehprogramm sowie einen Traum von einem sehr berühmten Vorwort-Schreiber für dieses Werk. Auch das eine oder andere Selbstgespräch bis hin zu meiner persönlichen Therapiesitzung mit mir selbst sind enthalten und werden Ihnen meine Gedanken illustrieren. Auch für Naturfreunde und Hundeliebhaber sind Kapitel enthalten. An passenden Stellen (mitunter mehr oder weniger) habe ich auch Bilder eingefügt, um den Text etwas lebhafter zu machen und womöglich das eine oder andere Kapitel noch mehr aufzulockern. Zum Abschluss eines jeden Kapitels habe ich zudem eine Art Kurzzusammenfassung der wichtigsten Inhalte, zumindest aus meiner Sicht, eingefügt. Neben den fünf Kernbotschaften sind dort auch jeweils drei Fragen enthalten. Diese Fragen können Sie sich stellen, wenn Sie sich mit den Themen beziehungsweise dem Thema des entsprechenden Kapitels näher auseinandersetzen möchten. Manche davon werden Ihnen vielleicht eine Inspiration oder eine Idee liefern. Zu manchen werden Sie wohl keinen Zugang finden. Manchmal reicht es jedoch, die eine richtige Frage zu stellen. Aus meiner Arbeit als Coach weiß ich, wie mächtig eine Frage sein kann. Ich wünsche Ihnen, dass die beste Frage für Sie dabei sein wird.
Ich hoffe sehr, wünsche mir und Ihnen, dass jeder Leser für sich etwas aus den Geschichten dieses Buches mitnehmen kann. Veränderung ist aus meiner Sicht ein Puzzlespiel. Alle Teile wird man niemals gleichzeitig und auf einen Moment korrekt platzieren. Ein Puzzle gelingt nur, wenn man die einzelnen Teile schrittweise und kontinuierlich zusammenfügt. Sich einen Randbereich vornimmt und diesen akribisch zusammensetzt. Schritt für Schritt das Bild vervollständigt und gleichsam die verfügbaren Einzelteile langsam reduziert, was den Gesamtauftrag erleichtert. Der Anfang ist das Schwerste und das Scheitern vorprogrammiert, wenn man alles auf einmal will. Dieses Buch ist voller Puzzleteile. Voller Berichte über erfolgreiches und noch viel mehr erfolgloses Puzzlespiel. Wenn Sie lange genug suchen, werden Sie mithilfe dieses Buches vielleicht ein Randstück finden, das Ihnen bisher fehlte, um mit Ihrem persönlichen Puzzle weiterzukommen. Vielleicht entdecken Sie auch, dass Ihre bisherige Strategie goldrichtig war und Sie nur am Ball bleiben müssen. Im ungünstigsten Fall werden Sie nach dem Lesen dieses Buches keinen Schritt weiter sein als zuvor. In diesem Fall, liebe Leserin, lieber Leser, lehnen Sie sich zurück und lassen sich zumindest von der einen oder anderen Passage unterhalten.
Ich wünsche Ihnen hierbei viel Vergnügen und eine gute Reise durch sechzehn (hoffentlich) spannende Kapitel. Also los. Worauf warten Sie noch?




Veränderung – wie geht das und was brauche ich eigentlich dafür?


Kapitel 1
Etwas verändern

Eine Veränderung. Was ist eine Veränderung? Wie kann ich etwas verändern? Ich würde ja etwas verändern, wenn ich nur könnte … Das Thema Veränderung beschäftigt viele Menschen Tag für Tag, Jahr für Jahr. Am schönsten kann man dies um den Jahreswechsel beobachten. In der ersten Woche des Jahres, wenn so langsam der Kater von der Silvesterfeier verflogen ist, stapeln sich die guten Vorsätze. Ich möchte mehr Sport treiben, meine Ernährung positiv verändern, also weniger Fett, weniger Fleisch, weniger Zucker. In den ersten Wochen im Januar platzen die Fitnessstudios aus allen Nähten. Menschen betreten in feinster Manier eines Entdeckers erstmalig im Leben einen Bioladen. Männer streichen Avocado auf ihren Quinoa-Taler (keine Ahnung, ob es sowas gibt) und lassen das Bier im Keller einstauben. Nach einem sukzessiven Abebben der Motivation und Bemühungen nivelliert sich diese Neujahrsspitze im Gesundheitsjahr und im Regelfall stellt sich der Normalzustand wieder ein. Im Jahr darauf wiederholt sich das Unterfangen. Spätestens wenn es um die großen Brocken geht, zum Beispiel mal eben das Rauchen aufzugeben, wird klar: Veränderungen sind nicht ohne, kommen nicht von allein und bedürfen einiger Rahmenbedingungen von innen und außen. Aber fangen wir von vorne an.
Was überhaupt eine Veränderung ist, lässt sich am einfachsten aus der Physik skizzieren. Wenn sich Teilchen weniger bewegen nimmt die Wärme ab. Es verändert sich die Temperatur. Wenn wir nun zum Beispiel in der warmen Stube sitzen und das Fenster öffnen, um die Februarluft hereinzulassen, bemerken wir sofort eine Veränderung. Ein anderes Beispiel könnte die Beleuchtung eines Raumes sein. Sitzen wir im Dunkeln und schalten eine Lampe ein, verändern wir die Bedingungen und können mehr sehen. Das scheint in den meisten Fällen eine positive Veränderung zu sein. Es gibt jedoch auch Situationen, in denen dies negativ ausfällt, beispielsweise wenn wir nicht aufgeräumt haben und das Elend gar nicht sehen wollen. Hier merkt man: ob eine Veränderung stattfindet, ist zunächst gut feststellbar, jedoch bleibt es subjektiv, wie diese empfunden wird. Hierzu gibt es noch ein gutes physikalisches Beispiel: den Weberschen Drei-Schalen-Versuch. Hierzu braucht man drei Schalen mit Wasser und Sie können es gern zu Hause einmal ausprobieren: Schale 1 mit kaltem, Schale 2 mit lauwarmem und Schale 3 mit sehr warmem Wasser. Hat man nun eine Hand in Schale 1, fühlt sich das Wasser in Schale 2 danach warm an. Hat man die Hand zuerst in Schale 3, so fühlt man anschließend das Wasser in Schale 2 eher kalt. Dabei ist die Temperatur in Schale 2 immer gleich. Bedeutet, wie wir eine Veränderung empfinden, hängt von uns selbst und den Bedingungen, unter denen wir uns gerade bewegen, ab.
Wir leben in einer sich ständig verändernden Welt. Heraklit sagte dereinst: „Nichts ist so beständig wie der Wandel.“ Und damit hatte er wohl absolut recht. Wir verändern uns. Die Welt verändert sich. Pausenlos. Als ich mir vorgenommen habe, dieses Buch zu schreiben, hatte ich einige Überlegungen zur Art und Weise, zum Schreibstil und zum Aufbau angestellt. Ich lese selbst gern und finde eine Sache außerordentlich spannend: Zitate. Zum einen stützt es wunderbar den eigenen Standpunkt und die eigene Argumentation. Kaum ein Mensch wird sagen: „Das mag sein, dass das Albert Einstein gesagt hat, aber was weiß der denn schon?“ Auf der anderen Seite finde ich es spannend, wozu sich unterschiedlichste Menschen in den verschiedenen Epochen geäußert haben. Nun bin ich eher etwas „Old School“ unterwegs und bevorzuge das geschriebene Wort in haptischer, gedruckter Form. Also machte ich mich auf die Suche nach einem Zitatband, einer übersichtlichen Sammlung verschiedener Zitate, idealerweise thematisch geordnet. Durch den ersten Buchladen irrte ich hoffnungslos. Es war auch nicht im Entferntesten etwas Geeignetes zu finden. Der zweite Buchladen – der größte der Stadt – führte ebenfalls nicht zum gewünschten Erfolg. Ich fragte mich durch, Literatur, Sachbücher, Philosophie, und wurde dann hoffnungsvoll in die Lyrik-Ecke (wobei doch eher Eckchen) verwiesen. Dort gab es ebenfalls: nichts. Auf Nachfrage bekam ich im Grunde nur zu hören, dass heutzutage doch keiner mehr einen Zitatband braucht. Es stünden doch alle Zitate im Internet. Schlussendlich kaufte ich einen Zitatband im Internet. Irgendwie paradox. So verändert sich die Welt. Dies ist natürlich nur ein winziges Beispiel aus meiner persönlichen Erlebenswelt. Wir alle sehen wahrscheinlich jeden Tag neue Veränderungen um uns herum. Künstliche Intelligenz, selbstfahrende Autos, das neue Smartphone, die 30. Variante, die im Grunde so ist, wie die 29., nur besser, teurer und mit anderem Zubehör.
Da stellt sich mir jedoch die Frage: Wie kann man in dieser Welt wirklich noch etwas verändern. Was ist eine messbare Veränderung im Leben und wie kann ich sie erreichen? Und vor allem: Wie kann ich mich selbst verändern?

Kann ich etwas verändern?
„Daran kann ich als Einzelner doch sowieso nichts verändern.“ So oder so ähnlich habe ich den Satz zumindest schon häufiger verwendet. Mit dem Fahrrad zur Arbeit, fürs Klima? Sollen doch erst mal die Großkonzerne nachts das Licht ausmachen. Soll doch der Nachbar erst mal seinen 20 Jahre alten VW-Bus gegen einen E-Smart tauschen. Sollen die doch erst mal die großen Öl-Tanker im Hafen lassen. Wieso soll ich, der „kleine Sparer“, wie ihn Hape Kerkeling in einer Comedysendung mit versteckter Kamera einst bezeichnete, ausgerechnet Abstriche machen? Und wenn ich dann jeden Tag, bei Wind und Wetter, trotz Rückenschmerzen und, noch schlimmer, Lustlosigkeit, meinen armen Körper aufs Fahrrad schwinge, was kann ich damit schon verändern? Nun, wahrscheinlich würde ich erst mal meinen, zugegeben, etwas ungenügenden körperlichen Fitnesszustand verbessern. Zudem noch etwas Geld sparen, zumindest, sofern mein Fahrrad nicht gestohlen wird, was in meinem derzeitigen Wohnort doch ausgesprochen häufig vorkommt. Aber das wird mich nur wenig überzeugen. Was ist denn überhaupt eine relevante Veränderung für die Welt? Hierzu fällt mir eine kleine Geschichte ein.
Vor einer Weile ging ich morgens mit unserem Dackel spazieren. Wir wohnen mitten in der Stadt, sodass unsere Spaziergänge in den meisten Fällen eher über gepflasterten Straßen verlaufen. An einer Stelle, an der wir häufig entlang gehen, klebte die Nase von Rolf (dem Dackel) wie immer am Boden. Er hatte schon den Mund leicht geöffnet, die Zunge ausgefahren, als ich blitzschnell reagierte. Ich hob einen, zwischen den Pflastersteinen nach obenstehenden klemmenden Nagel auf. Ob dies eine bewusst gestellte Falle war, kann ich nicht bewerten. Ich steckte den Nagel in die Tasche meiner Hose und warf ihn in einen Müllcontainer. Ich dachte darüber nach. Was hätte passieren können, wenn ich den Nagel nicht entfernt hätte? Nun, es hätte schon mal gar nichts passieren können (keine Veränderung durch mein Handeln). Mein oder auch ein anderer Hund hätte den Nagel fressen und sich schwer verletzen können. Oder ein Kind hätte sich verletzen können (Veränderung durch mein Handeln). Oder aber eine Mutter, die zudem ihr Kind auf dem Fahrradsitz hat, hätte mit dem Fahrrad in den Nagel fahren und später wegen eines platten Reifens stürzen können. Oder gar einen Zusammenstoß mit einem Auto an der Kreuzung haben können (Verhinderung einer Katastrophe durch mein Handeln).
5 Sterne
Sehr gut geschrieben  - 20.08.2024
Katrin

Das Buch ist sehr kurzweilig und schön zu lesen. Manchmal musste ich laut lachen und manchmal habe ich hoch konzentriert die ersteren Zeilen gelesen. Sehr zu empfehlen!!!

5 Sterne
Empfehlung!  - 17.08.2024
Lukas Stern

Das Buch regt nicht nur zum nachdenken an, sondern ist darüber hinaus sehr kurzweilig und unterhaltsam. Bei teils sehr ernster Thematik bringt jedes Kapitel auch immer wieder ein Schmunzeln mit.

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