Cover: Liebe das Böse gut

Liebe das Böse gut
Logbuch eines Werdenden


EUR 21,90

Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 328
ISBN: 978-3-7116-0263-3
Erscheinungsdatum: 29.01.2025
Gerd Reuters autobiografischer und philosophischer Ausflug in sein tiefstes Inneres und ins Außen nimmt den Leser mit auf seine Reise, ein gläubiger Mensch zu werden. Der Autor beschreibt authentisch, offen und ehrlich die Hochs und Tiefs auf seinem Weg …
„Das Gott-Puzzle“ – verschiedene Puzzlestücke


Die nun folgende erste Gottesschau ist das ursprüngliche Bild, welches schon in der Kindheit entsteht und welches ich einfach übernommen habe. Alle weiteren entstehen erst, nachdem ich mich 2006 auf den spirituellen Weg machte, ein gläubiger Mensch zu werden.




Die erste Gottesschau


Gott ist das All-Eine Bewusstsein und das Eine Sein, allgegenwärtig, immer und in allem existent und da. Ich bin überwältigt und es ist ja klar, Gott ist das „Stärkste, was es auf der Welt und im Weltall gibt“. „Ich bin klein, mein Herz ist rein, soll niemand drin wohnen als Jesus Christus allein“. Ich erinnere mich wieder an das Gebet aus meiner Kindheit, an dessen Wahrheit ich glaubte, und an welches ich seit März 2006 wieder anknüpfe.
Dazwischen die Kindheit, in der sich die bange Frage zu entwickeln beginnt: „Wenn Gott allmächtig ist, wieso gibt es das Böse, den Teufel? Und wieso ist die Macht des Bösen, des Teufels, auf Erden stärker als Gott?“ Der Stachel des Zweifels wird immer stärker, ich verliere nach und nach den Glauben. Die lange atheistische und nihilistische Phase beginnt, ich verliere die Unschuld des Kindes. Das ist doch alles nur Wunschdenken, schaue dir die Welt doch an und höre auf, so naiv zu sein.
Doch ab dem März 2006 will ich es wieder wissen und will in Erfahrung bringen, ist dem so? Mein Herz ist rein, Gott zugewandt und das reine Herz ist Stärke – stärker als das Böse, der Teufel. Obwohl, die angebliche „Machtlosigkeit Gottes“ macht mir echt zu schaffen und ist einer dieser wiederkehrenden Widersprüche. Ich will und muss dem auf den Grund gehen, dahinter kommen, warum das so ist oder zu sein scheint.
Wie ich schon sagte, lebte ich den Großteil meines Lebens ohne Gott. In jungen Jahren war es eben cool und schick, dem zu folgen, was Nina Hagen in einem ihrer Songs sagte: „Gott ist tot“. In dieser nihilistischen Aussage spiegelt sich die Haltung einer ganzen Generation wieder. Ich wende mich bewusst von Gott ab, mehr noch, ich negiere ihn völlig.
Diese Ablehnung, dieses Negieren, das ist eine Entmachtung Gottes! Deshalb erscheint Gott „machtlos“. Seine Macht ist in dem Maße „erloschen und inaktiv“, in dem ich mich als Mensch, in dem sich der Mensch allgemein von Ihm abwendet und trennt. Seine Macht aktiviert sich sofort wieder, sobald ich Ihn bewusst anspreche. Das ist wichtig zu wissen! Ich bin froh, diese Einsicht gewonnen zu haben, dass die Allmacht Gottes immer da ist, jedoch erst erfahrbar wird, wenn ich mich aktiv und bewusst an Sie/Er/Es wende. Es hat lange gedauert, bis ich mir dieses Zusammenhangs bewusst wurde.

Die Macht Gottes ist auf höchstem Niveau, erhaben, eindeutig, klar und rein. Mein Wille, als ein Geschöpf Gottes, wird absolut respektiert. Gott greift nur ein, wenn er danach gefragt und darum gebeten wird. Das setzt einen liebenden Gott, einen gütigen und gnädigen Gott voraus – statt einen zornigen und strafenden Gott.

Etty Hillesum, eine junge Jüdin, die im KZ umgebracht wurde, hat intensivst um die Wahrheit und Wirklichkeit Gottes gerungen und eine ihrer sehr bemerkenswerten Aussagen war, aus dem Buch „Das denkende Herz“: „Wir müssen Gott an die Hand nehmen.“ Wenn wir uns an Gott wenden, wird uns Seine Allmacht und Gnade zuteil. Mehr noch, Gott und Mensch ergänzen sich. In jedem anderen Fall erscheint uns Gott als machtlos, weil wir ihn selbst entmachten.
Das Übel in dieser nun lange währenden Gott- und lieblosen Welt basiert also einerseits auf den Entscheidungen des Menschen, andererseits auf einer sehr intelligenten Strategie derjenigen, die die Macht missbrauchen, einzig und allein zum Wohl ihrer eigenen Interessen. Wer Macht missbrauchen will, muss den Menschen Angst einjagen, sie unterwerfen und trennen von allem Guten, Wahren und Schönen. Dieser Zusammenhang wird ja in der damit verbundenen gnadenlosen Grausamkeit im Christusmord dargestellt. Die Konsequenzen des Christusmordes sitzen als traumatischer Schock im genetischen und zellulären Gedächtnis der Menschheit.
Was soll das für ein allmächtiger Gott sein, der seinen Sohn kaltblütig ermorden lässt? By the way, falls es jemand wagen sollte, die Botschaft der Liebe und die Heilkraft von Christus heute nochmals ernst zu nehmen, der sieht ja, wohin das führt. Es wirkt befremdend und merkwürdig, dass der allmächtige Gott scheinbar darauf angewiesen ist, ob ich mich von Ihm/Ihr zu- oder abwende. Der Sinn dieses Absatzes besteht darin, mein derzeitiges Verständnis zu unterstreichen, dass es sozusagen eine Vereinbarung zwischen Gott, dem Göttlichen und dem Menschen gibt. Die Vereinbarung, die Regel besagt – Bejahung oder Verneinung – und das ist verbindlich, in einem absoluten Sinn. Das ist die Regel, die Vereinbarung des „freien Willens“. Gott wird sich erst dann einmischen, wenn ich ihn danach frage und/oder darum bitte. Angesichts der Weltsituation stellt sich allerdings die Frage, wer sich überhaupt noch an Gott und das Göttliche wendet?

Wie im oben zitierten Thema der Theodizee schon gesagt wird, Gott kann und will und wirkt auch unabhängig davon, ob ich mich Ihm zuwende oder von Ihm trenne. Die Unabhängigkeit Gottes in seinem Wirken zeigt sich für mich darin, dass vermutlich die Welt ansonsten schon mehrfach untergegangen wäre. Die Menschheit ist gut beraten, „Gott an die Hand zu nehmen“, also viel aktiver mitzuhelfen, dass die Erde in Ordnung kommt. Dass die Erde noch existiert, dass die Welt sich noch dreht, dass bislang jedwede Weltdiktatur letztlich fehlgeschlagen ist, führe ich auf das unabhängige Wirken der Allmacht Gottes zurück, unterstützt von denjenigen Menschen, die beginnen, die Allgegenwart des Göttlichen anzuerkennen, zu bejahen, zu erforschen und zu respektieren; die danach trachten, das Königinnenreich der Göttin, das Königreich Gottes auf Erden zu verwirklichen. Ergo, es gibt also doch noch Menschen, die sich aktiv an das Göttliche wenden!
In dieser Frühphase meines spirituellen Weges bin ich noch im Dualismus-Konzept verheddert. Ich brauche einen Ausweg, eine komplexere Betrachtung. Die erwähnten Widersprüche nehmen jetzt Fahrt auf. In diesem Kapitel komme ich zu verschiedenen Gottesbetrachtungen. Das liegt daran, dass sich auf dem spirituellen Weg Schritt für Schritt weitere Einsichten, Gedanken und die nächst tieferen Fragen ergeben. Dies führt dazu, das bislang Angenommene zumindest zu hinterfragen oder gar auf den Kopf zu stellen und zu verwerfen. Die folgenden Ausführungen entstehen erst ab März 2006.




Die zweite Gottesschau


Gott ist sich sicher, dass die Schöpfung vollkommen erschaffen ist und sich die Geschöpfe und die Schöpfung gemäß dieser Vollkommenheit entfalten. In diesem Bewusstsein, mit dieser Gewissheit trifft Gott eine Entscheidung. Sie/Er/Es hört auf, personal zu existieren. Das „Risiko“ dieser Auflösung als „Person“ ist überschaubar. Zumal es ein Zugewinn ist, die Abweichungen, die sich in der „Unvollkommenheit“ ergeben, dann zu integrieren und damit quasi die Vollkommenheit zu vervollkommnen, Gott existiert nunmehr in der Vielfalt. In jedem Staubkorn, in jedem Grashalm, in jeder Kröte, in jeder Zelle usw. ist Gott. Gott will wissen, was geschieht, wenn die Geschöpfe eigenverantwortlich agieren und handeln. Gott will, dass vom Menschen erkannt wird: ICH – Gott bin in allem, was ist. Deshalb kommen Atheisten, Nihilisten, Wissenschaftler und andere zu der Ansicht, Gott ist inexistent, Gott ist tot. Doch Gott ist überall.
Die „Machtlosigkeit“ Gottes besteht nun also darin, dass Er/Sie/Es sich auflöste und unauffindbar zu sein scheint – obwohl Er überall zu finden ist. Er aktiviert sich sofort, agiert sofort, wird sofort wiedergeboren, wird auffindbar und sichtbar, sobald sich ein Kind Gottes, sobald sich überhaupt jemand an Ihn wendet. Entscheidend ist die aktive, bewusste und gewollte Kommunikation zwischen Mensch und Gott, zwischen Geschöpf und Schöpfer. Jede und jeder sind also aktiv daran beteiligt, dass Gott existiert – nunmehr als erlebtes Bewusstsein im Inneren eines jeden Wesens, statt „abstrakt in einem Himmel, in den unendlichen Weiten des Alls“ zu sein.

Durch jedes Menschenkind, durch jedes Kind Gottes, welches sich auf die Wahrheit und Wirklichkeit Gottes bezieht, wird Gott wiedergeboren. „In einem gewissen Sinne erlöst von der Auflösung; vom Nirgendwo“. Dieser Prozess der Wiedergeburt Gottes wird vollendet sein, wenn wir Menschen aufwachen in der Wirklichkeit; wenn wir unser göttlich innewohnendes Potential zum Wohle des Ganzen anwenden, wenn wir lieben. Mehr noch: Sowohl Gott, als auch die Geschöpfe und die gesamte Schöpfung werden erst wieder in der Vollkommenheit sein, wenn alle Schöpfungsbeteiligten zu vollem Bewusstsein erwacht sind.

Sobald ich also die Existenz und Substanz der universellen Intelligenz in mir finde, befinde ich mich als Zelle und/oder ein Organ des Göttlichen in der Lage, dem Organismus Gottes wieder zur Geburt zu verhelfen. Diese Wirklichkeit erlebte ich vor einigen Wochen, in einer tiefen Meditation. Ich erreichte einen Zustand des vollkommenen Seins, als kristallklares, reines und vollkommenes Bewusstsein. Die lang ersehnte Erfahrung war für einige, jedoch eindeutige und klare, Augenblicke fühlbar. Es ist, wie viele spirituelle und religiöse Meister immer wieder sagen: Der Mensch ist, im Grunde seines Seins, vollkommenes Bewusstsein. Es ist auch so, wie Pierre Teilhard de Chardin sagt: Wir sind spirituelle Wesen mit menschlichen Erfahrungen. Genau das sind die Momente, die ich für die Wirklichkeit halte.




Die unbekannte Variable


In dieser Betrachtung entsteht in mir zum ersten Mal der Gedanke der unbekannten Variablen. Will Gott herausfinden, was geschieht, wenn sich die Geschöpfe von Gott trennen? Ich stelle diese Frage, die an dieser Stelle auf ein Ja hinausläuft. Weitere Fragen sind. Was geschieht, wenn sich die Menschen für das Böse entscheiden? Was geschieht, sobald der Mensch die Eigenverantwortung annimmt? Genau das ist Sinn und Zweck der unbekannten Variablen. Ich setze die unbekannte Variable mit dem freien Willen gleich. Alles, was durch die Anwendung des freien Willens geschieht, ist unberechenbar und unvorhersehbar. Sowohl im Guten, wie im Schlechten. Einerseits verursacht also der freie Wille innerhalb der Schöpfung Abweichungen, Fehler, Irrungen und Wirrungen, wie z. B. Krieg. Krieg fasse ich als einen absoluten Ausdruck unvollkommenen Verhaltens auf. Andererseits ist der freie Wille das Korrektiv dafür, die Abweichungen zu erkennen, die Gründe zu durchschauen und zu korrigieren. Krieg ist definitiv eine Abweichung. Die Ursachen und Gründe für jeden Krieg zu beenden, ist eine Korrektur. Dieser gesamte Erkenntnisvorgang ist, nach meinem Empfinden, von Gott beabsichtigt und genauso vorgesehen.




Gewissermaßen ist es eine Prüfung,
ob wirklich alles vollkommen erschaffen ist!


Kraft des freien Willens kann ich den Willen also für oder gegen etwas anwenden. Wir Menschen sind wichtig, da wir es sind, die den freien Willen anwenden. Gott ist volles Risiko gegangen, indem er dem Menschen die Entscheidungsfreiheit mittels des freien Willens in die Hand gegeben hat. Neben den Verfehlungen des Menschen hat Gott auch dem Bösen das Tor geöffnet.
Krieg ist für mich ein Inbegriff der Verfehlungen des Menschen. Der Teufel ist für mich der Begriff, der alle Eigenschaften und Tendenzen des Bösen im Menschen verkörpert. Von daher ist Krieg ein Ausdruck von Teufelswerk. Darüber hinaus, als sich verselbstständigende Entität, bezieht der Teufel seine Energie aus dem Bösen im Menschen. Das verschafft ihm die Macht, eine eigene Schöpfung zu initiieren, die ich als des Teufels Schöpfung betrachte. Dieser Aspekt, dieser Teil der Schöpfung zeigt auf, was geschieht, wenn sich der Mensch willentlich von Gott trennt – aufgrund der Entscheidung, absichtlich und bewusst böse sein zu wollen. Sobald wir als Mensch unsere Seele dem Teufel „verkaufen“, helfen wir mit, diejenige Realität zu erschaffen, die gemeinhin als Hölle bezeichnet wird.
Nochmal zur Erinnerung: Gott, der sich seiner Schöpfung ausliefert, wird wiedergeboren durch jeden Einzelnen von uns, der den freien Willen dazu benutzt, sich wieder der göttlichen Wahrheit und Wirklichkeit zuzuwenden. Die intensivste Zuwendung, nach meinem Empfinden, ist die Anwendung der bedingungslosen Liebe. Seit Neuestem kommt die Erfahrung, selbst reines und vollkommenes Bewusstsein zu sein, in Ergänzung zur bedingungslosen Liebe, hinzu. In jeder Hinwendung/Zuwendung zur Liebe, zum reinen Bewusstsein, liegt zugleich ein Abzug derjenigen bösen, dunklen und negativen Energien, die dem Teufel dienen. Sobald diese Energie abgezogen und damit anders ausgerichtet wird, ist es möglich, den Teufel mehr und mehr zu entmachten.
Wie bei einem Puzzle fehlen noch weitere Teile für das gesamte Bild. Das nächste Puzzlestück:




Die dritte Gottesschau


Gott ist die spitzeste Spitze der Pyramide. Einheit, Quelle, das Alpha, der Ausgangspunkt und Inbegriff des Ewigen und Unendlichen. Die gesamte Schöpfung ist ein Prozess der immer weiteren Ausdifferenzierung Gottes. Das All, die Galaxien, die Sonnensysteme mit ihren Planeten, das beseelte Leben in Fleisch und Blut, bis hinein in die Materie sind eine Manifestation immaterieller Energie.
Gott steigt aus den unendlichen Weiten hinab in das körperliche Dasein. Gott war „es leid, allein – All-Ein – zu sein“ und zugleich neugierig, wie sich eine aus der Vollkommenheit erschaffene Schöpfung, an der nun sich immer weiter verbreiternden Basis der Pyramide, mit vielen Variablen, in all ihrer Unvollkommenheit entwickelt. Eine Variante der Unvollkommenheit ist die absichtliche Verneinung Gottes und somit die Trennung von Gott. Dass die Möglichkeit, sich von Gott zu trennen, einen mächtigen Gegenspieler, das Böse in Gestalt des Teufels, mit erschafft, halte ich für beabsichtigt. Dies ist zwar sehr unangenehm, doch erklärt sich dadurch leichter, weshalb Gott machtlos erscheint. Die „Machtlosigkeit“ ist beabsichtigt, wird von Gott „in Kauf“ genommen, zumal Er sich Seiner gewiss ist. Somit weiß, dass die Trennung eine vorübergehende sein wird. All-Mächtig zu sein bedeutet ja, alles im Blick zu haben, auch das eigene Gegenteil.

Die gesamte Schöpfung dient Gott, vor allem als Selbsterfahrung und Selbsterkenntnis. Gott muss davon ausgehen, obwohl es diese extremste Abweichung Seiner selbst geben wird, dass „All-Es Erschaffene“, damit sind die beseelten Geschöpfe gemeint, wieder zur Quelle finden will und wird. Die Abweichungen und ihre Korrektur „veredeln“ die ursprüngliche Vollkommenheit.
Wie Sie hier sehen, betrachte ich Gott noch allzu menschlich, das ist immer auch grenzwertig. Dennoch erlaube ich mir, die Schritte auf meinem Weg, die zu diesen verschiedenen Betrachtungen Gottes führen, darzustellen. Auch diese Betrachtung, die eine Zeit lang trägt, ist unzureichend und führt zur nächsten Gottesschau. Die hier vorgestellten Gottesbetrachtungen sind chronologisch. Also die erste steht am Anfang meines Weges. Die darauffolgenden ergeben sich aus den sich jeweils verändernden weiteren Einsichten. Das ganze Thema entwickelt sich auf dem Weg weiter und weiter. Vorschnelle und befriedigende Antworten sind unzureichend.




Die vierte Gottesschau


Gott ist der ursprüngliche Archetyp des Menschen. Die ganze Erde, der Himmel und die Schöpfungsgeschichte werden vom Menschen in das All projiziert. Gott, Teufel, Mensch und die Schöpfung sind dem menschlichen Bewusstsein innewohnend. Die Erzengel und Engel, die Dämonen und Teufel, die Göttinnen und Götter sind archetypische Charaktereigenschaften im Menschen. Daraus folgt – der Mensch hat Gott und Schöpfung erschaffen. Die Projektion nach außen ist notwendig für die menschliche Selbsterkenntnis. Meine Annahme lautet von daher, alles, was im sogenannten Außen sichtbar stattfindet, ist ein Spiegel meiner geistig-seelischen Projektionen. Kurz gesagt, Gott und Mensch sind von Beginn der Zeiten an Eins. Von daher existieren die Schöpferfähigkeiten im Menschen. Gott ist in diesem Sinne der Brennpunkt und der führende Kopf menschlichen Bewusstseins – sowohl Ausdruck eines allgegenwärtigen Bewusstseins als auch die „Cloud“, eine Metaebene individuellen Bewusstseins, also eher ein metaphysischer Seins-Zustand des Menschen.
Gott, Himmel mit allen darin seienden Wesen, Teufel, Hölle mit allen darin seienden Wesen, die Erde mit allen auf ihr seienden Wesen, dies alles ist in einer „Cloud“ – dem Gesamtbewusstsein alles Existierenden – im All. Unser Körper ist eine holografische Verdichtung dieses Gesamtbewusstseins des Alls und ruft in jedem Augenblick die entsprechenden und notwendigen Informationen ab, die das Leben in allen Varianten ermöglichen. Der menschliche Körper ist so etwas wie eine Antenne, ein Empfänger für diese Informationen. Die faszinierende Harmonie und Präzision – z. B. Wie der Blutkreislauf, wie alle Organe und alle Zellen miteinander koordiniert sind – ist überwältigend und zugleich eine unmittelbare, sich in jedem Augenblick vollziehende Erfahrung. Eine einzige Kontinuität an Genauigkeit, Harmonie und Präzision, die Anwendung dieses Gesamtbewusstseins.




Die „Cloud“


Die „Cloud“, als Metaebene individuellen Bewusstseins, beinhaltet die Daten aller individuellen Bewusstseinsinhalte und speichert diese wie auf einer „externen“ Festplatte. Die Cloud ist also eine Art Bewusstseinsspeicher und alle bewussten Wesen haben Zugriff auf diese universelle Datenbank. Der Mensch ist in der Lage, dieses Bewusstsein, diese Schöpferfähigkeit in sich zu spüren und erlebt sie im Körper. In der Seele liegen die Bewusstseinsinhalte, sie ist direkt mit der Cloud verbunden und kann dort auf Daten zugreifen, der Geist entschlüsselt diese Bewusstseinsinhalte.
Das Individuum ist wie ein einzelnes Puzzleteil. Als dieses Teil verkörpert es eine einzigartige und genaue Information – bedeutsam für die Entstehung des gesamten Bildes, des fertigen Puzzles. Die geschichtlichen Epochen sind je ein Bild, gleichsam Ausdruck des bis dato verwirklichten Bewusstseins. Durch die kontinuierliche Weiterentwicklung des Bewusstseins und der Evolution verändern sich die vorherigen Bilder und Motive. Das letztendliche, vollendete Bild ist die vollkommene Verwirklichung und Umsetzung des göttlichen und universellen, uns innewohnenden Potentials. Ausnahmslos jedes „Teil“ hat sich dann in vollem Umfang „selbst“ verwirklicht.
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