Der Lotzebub
EUR 14,90
Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 78
ISBN: 978-3-99131-109-6
Erscheinungsdatum: 29.08.2024
Neuautor Jürgen Reitz nimmt die Leser*innen auf eine aufregende, oft lustige, immer spannende Reise quer durch Deutschland mit. Liebe, Leiden und das alltägliche Chaos des Lebens finden in diesem Buch ein spannendes Zuhause.
Eine wahre Geschichte aus dem Leben, die es so nicht mehr geben wird.
Ich war kein guter Schüler, besuchte aber die 1. bis 8. Klasse der Volksschule Naunheim, ohne sitzen zu bleiben.
Meine Schwachstelle war damals Deutsch.
Ich sprach nur Plattdeutsch und schrieb auch so, ich wusste es nicht besser, es half mir ja niemand.
Mit 18 Jahren bemerkte ich, dass es auch noch was anderes im Leben gab, von meinem Vater wurde ich für richtig dumm gehalten, wir wohnten ja im Dorf.
Er konnte nicht ertragen, dass ich in vielen Dingen mehr erreichte als mein Vater bis dahin erreicht hatte.
Er hatte keinen Führerschein und auch kein Auto und keinen abgeschlossenen Beruf, aber wusste alles besser als ich.
Mein Traum waren dann eine Familie und ein Haus.
Er hatte, nachdem meine Mutter gestorben war (02.05.1962), einen Bauplatz für mich, wo mein Vater und ich nebeneinander bauen sollten, was ich aber nicht wollte.
Bei uns im Ort wurde jeder verachtet, der kein Haus hatte.
Es hieß immer: Wer kein Haus hat und nicht Fußball spielt, ist asozial.
Ich war immer ein Außenseiter, ich wollte lieber schwimmen.
Meine Devise war immer: Gut gefrühstückt hält einen ganzen Tag.
Gut geheiratet ein ganzes Leben.
Alles habe ich nicht erreicht.
Ich war drei Mal verheiratet.
Vier Dinge muss ein Mann im Leben getan haben:
Einen Baum habe ich gepflanzt, Haus gebaut, (Scheidung), einen Sohn gezeugt und ein Buch geschrieben.
Ich suche meinen Sohn heute noch, da die Mutter nicht sagt, wo er sich heute aufhält.
Bin bis heute auch nicht sicher, ob es wirklich mein Sohn ist, er trägt nur meinen Namen.
Mit meinen Frauen hatte ich immer Pech.
Die erste Frau verliebte sich in meinen besten Freund, weil ich mein Haus baute. Die zweite Frau trank, sie war der beste Gast im Lokal.
Die dritte Frau belog sich selbst und mich, sie liebte mich bis zu ihrem Tod (18.11.2020). Ich war bis dahin auch ihr Betreuer (erst dann im Tagebuch gelesen). Sie verkraftete nicht, dass mich im hohen Alter immer wieder junge Frauen liebten, zuletzt meine neue Lebensgefährtin, mit der ich jetzt zusammenlebe. (Latina, 52 Jahre alt)
Brachte auch zwei Freundinnen ins Gefängnis, weil sie mich bestohlen hatten.
Eine wollte mich ins Gefängnis bringen (wegen Vergewaltigung).
Ich hatte auch zwei Häuser und sechs Autos.
(Der Herr hat es gegeben, der Herr hat es genommen.)
Mein größtes Hobby ist Schach spiel
Heute ist der 13.03.2020 und ich lebe jetzt schon ein gutes halbes Jahr in einer Kleinstadt in Hessen.
Hätte nie gedacht, dass es mir gelingen würde, das noch einmal zu verwirklichen. Vor ein paar Jahren hätte ich gedacht, ich würde immer alleine leben, da ich in dem Dorf, wo ich früher gewohnt hatte, jeglichen Kontakt zu meinem Umfeld verloren hatte.
Am 28.02.2020 hatte ich mir gerade, wie jeden Morgen, Kaffee gekocht und ein Brötchen belegt mit Wurst, als ich merkte, dass ich keine Luft mehr bekam, ich wartete einen Augenblick, weil es mir besser ging, aber es dauerte nicht lange, da wurde es immer schlimmer.
Ich wusste mir nicht weiterzuhelfen, ich konnte gerade noch das Telefon erreichen, um den Notarzt anzurufen.
Der auch sofort kam und ich wurde an den Sauerstoff angeschlossen und in das nahe gelegene Krankenhaus gebracht.
Dort angekommen, wurde ich sofort in die Intensivstation gebracht und an die Geräte angeschlossen.
Später wurde ein CT gemacht, wo sie feststellten, dass ich an beiden Seiten, wo das Blut vom Herzen die Lunge versorgt, verstopft war.
Ich hatte eine Thrombose im rechten Bein, was diese Verstopfung ausgelöst hatte.
Am Abend sagte der zuständige Arzt zu mir:
„Wenn sie morgen überlebt haben, dann haben sie es vielleicht geschafft.“
Als ich morgens nach einer unruhigen Nacht wach wurde, war mir etwas wohler, aber ich musste noch vier Tage auf der Intensivstation bleiben, bis es mir etwas besser ging.
Danach blieb ich noch eine gute Woche auf der Normalstation, bis ich dann entlassen wurde.
Nach drei Monaten wurde wieder ein CT von meiner Lunge gemacht und festgestellt, dass ich es überstanden hatte.
Ich hatte mal wieder großes Glück gehabt, wie so oft in meinem Leben.
Das vor 73 Jahren begann.
Ich wurde am 26.12.1946 in einem kleinen Ort in Hessen geboren, dieser Ort ist heute in einer größeren Stadt eingemeindet.
Meine Eltern haben sich auch dort kennengelernt.
Mein Vater war nach dem Krieg in einer Baracke als Kriegsgefangener der Amerikaner untergebracht.
Nebenan wohnte meine Mutter, die er so kennenlernte.
In der Hitlerzeit wurden in der Baracke russische Soldaten als Strafgefangene festgehalten, die in der nahe gelegenen Zigarrenfabrik arbeiteten, wo auch meine Mutter in Heimarbeit Zigarren fertigte.
1950 gingen sie und mein Vater nach Baumholder, um bei den Amerikanern in der Kaserne Coca Cola zu verkaufen.
Zur gleichen Zeit kam bei meiner Oma auf dem Hof eine kleine Ziege zur Welt.
So lange sollte ich immer auf dem Hof spielen und nicht auf der anderen Seite der Straße, wo eigentlich mein Spielplatz war.
Als meine Oma wieder im Stall bei den Ziegen war und das Hoftor abgeschlossen hatte, kam ich auf die Idee, dann hängst du die Hofstange aus, die die beiden großen Hoftore zuhielt, um auf der anderen Straßenseite spielen zu können.
Also machte ich heimlich das Tor auf, um auf der anderen Straßenseite zu spielen, was ich sonst auch immer tat.
Als ich fertig war mit Spielen, versuchte ich wieder, über Straße zu kommen, ich schaute nach links und schaute nach rechts, rechts kam ein Auto, das ließ ich vorbeifahren, dann setzte ich den Fuß auf die Straße.
Da rauschte ein Motorrad mit hoher Geschwindigkeit heran und erwischte mich mit der Lampe am Kinn.
Der Fahrer schleifte mich ca. 100 Meter mit, bis er zum Stehen kam.
Dann trug er mich in den Hof, wo meine Oma mich schon vermisste.
Ich erlitt eine Gehirnerschütterung und einen Kieferbruch, war vier Wochen im Krankenhaus, die Narbe am Kinn sieht man heute noch.
Danach wollte ich dann endlich zu meinen Eltern, die ja in Baumholder waren.
Da bot mir meine Tante an, der Onkel Richardt, der einen Lastwagen besaß, der machte eine Tour in das Saarland, das zu diesem Zeitpunkt noch zu Frankreich gehörte: „Der kann dich mitnehmen, das ist für ihn kein größerer Umweg.“
Also nahm er mich mit und ich war bald wieder bei meinen Eltern in Baumholder.
Dort angekommen, meine Mutter hatte einen Coca-Cola-Stand in der Kaserne, wenn die GIs mich sahen, denn sie waren verrückt auf Kinder, bekam ich immer auch eine Flasche Coke und ein Sandwich geschenkt.
Als ich sechs Jahre alt war, musste ich wieder zurück in meinen Heimatort.
1953 kam ich dann in die Schule und meine Eltern kamen auch später zurück aus Baumholder. Als wir alle zurück waren, starb meine Oma und das Haus, in dem wir lebten, Oma, Opa, Tante, Onkel und wir, wurde dann verlost, mein Onkel bekam den Zuschlag, wir bekamen ein Grundstück im Lotzengraben.
Wo mein Vater anfing, eine Hühnerfarm aufzubauen, es wurden ein Zaun um das Grundstück und zwei Hühnerställe gebaut.
Ein elektrischer Brutkasten gekauft und mit der Aufzucht begonnen, um Küken zu verkaufen.
Da kam mir die Idee, da ich kaum Taschengeld bekam, meine eigenen Eier und Küken zu verkaufen.
Das merkte auch mein Vater und sagte zu mir:
„Bub, da stimmt was nicht, ich glaube, wir haben einen Marder.“
Es wurde eine Marderfalle aufgestellt, ein Hund und ein Puter angeschafft.
Der oder die Marder wurden aber nicht gefunden.
Nach einiger Zeit dachte ich, damit musst du jetzt aufhören, und fing stattdessen an, Zeitungen auszutragen und Kinderbücher zu Ostern und zu Weihnachten zu verkaufen.
Wenn ich abends fertig war, musste ich dann mein eingenommenes Geld abrechnen, aber es stimmte nie, was ich eingenommen hatte.
Er sagte dann immer:
„Bub, was machst du nur, kannst, du nicht rechnen.“
Er wusste ja nicht, dass ich mir vorher ausgerechnet hatte, was ich ungefähr verdient hatte und es dann schon abgezogen hatte.
Wenn ich das nicht getan hätte, wäre mein Geld auf dem Sparbuch gelandet.
Das machte ich so ca. 10 Jahre lang, mal stimmte es und manchmal nicht, es kam immer darauf an, was ich so für mich brauchte.
Kaufte mir immer teure Briefmarken oder was zu naschen.
Erst gingen wir in die alte Schule, die mitten im Ort war, wir fingen an mit dem Griffel und der altdeutschen Schrift, bis unser Klassenlehrer an einem Herzinfarkt verstarb. Danach bekamen wir einen neuen Klassenlehrer, der sehr streng war.
Wenn wir was verbrochen hatten, mussten wir in die Ecke oder eine Seite aus dem Lesebuch abschreiben, wenn wir das nicht machten, wurden dann schnell zwei oder drei Seiten daraus.
Aber wir konnten ihn ablenken, ich hatte herausgefunden, dass er auch leidenschaftlich Briefmarken sammelte, da kam ich auf die Idee, wenn ein Mitschüler oder ich wieder mal ein Problem hatte, in der Klasse Briefmarken zu verteilen, und gab jedem, der ein Problem hatte und zum Klassenlehrer geschickt wurde, um den Lehrer abzulenken, eine Briefmarke mit, es klappte fast immer.
Dann fragte der Klassenlehrer mich, ob ich ihm mal ein paar von meinen besten Briefmarken mitbringen könne, was ich dann auch tat.
Er wolle nur mal prüfen, wie viel sie wert seien.
Er hatte sie jetzt schon ein paar Wochen und wenn ich danach fragte, sagte er: „Ich brauche noch ein wenig Zeit.“
Als ich dann auch eine Strafarbeit aufhatte, sagte ich zu ihm: „Erst möchte ich meine Briefmarken zurück.“ Er sagte nur: „Dann musst du halt zwei Seiten abschreiben.“
Was ich aber nicht tat, da bekam ich im Zeugnis statt wie immer in Betragen ein Gut dann eine Sechs.
Was ich mir nicht gefallen ließ und schmiedete einen Plan.
Um in die Schule zu kommen, musste er immer zwei Mal umsteigen, das immer am Bahnhof, wo er Aufenthalt hatte und im Bahnhofslokal ein Bier trank, aber in der Schule immer Milch. Das mit dem Bier war uns bekannt.
Es kam der Tag und wir sollten einen Ausflug machen, aber wer nicht unser Lehrer war nicht da.
Also beschlossen wir, wir gehen und suchen ihn, also sagte ich zu den Jungs: „Wer geht mit?“
Der Bernd, der Ulrich, der Hans, der Horst, der Gerhardt, der Walter und ich gingen los und nach drei Stunden kamen wir an, wo er wohnte.
Seine Frau war allein zu Hause, da wussten wir, wo er war, denn seine Frau sagte zu uns:
„Der ist doch in der Schule.“
Am nächsten Tag gingen wir zum Rektor und berichteten ihm von dem, was wir geahnt hatten.
Darauf musste er berichten, ob das stimmte, was wir ihm vorwarfen, er gab dann kleinlaut alles zu.
Die Folge darauf war, er wurde an eine andere Schule versetzt und meine Sechs in Betragen wurde in eine Drei umgewandelt.
Das achte Schuljahr bestritten wir mit dem Rektor.
Dann wurde ich gefragt, was mein Berufswunsch wäre, da gab ich zur Antwort:
„Ich würde gerne europäischer Schuster werden, gab ich zur Antwort, da ich es verwechselt habe, ich meinte natürlich orthopädischer Schuster.“
Weil ich als Kind immer nur orthopädische Schuhe tragen musste, da ich angeblich Probleme bekam, mit den Füssen.
Deswegen war ich auch beim Sport befreit.
Nach der Schule begann ich aber dann eine Lehre als Optiker, weil mir das vom Berufsberater so empfohlen wurde, dass dieser Beruf besser zu mir passen würde.
Aber nach einem halben Jahr war Schluss, weil ich es in der Fabrik nicht aushielt, das war mir alles zu eng und es war nicht das, was ich gerne machen wollte.
Eigentlich wollte ich Elektriker werden, aber das hatte mir keiner zugetraut. Also lernte ich dann Installateur und Spengler, die Lehre dauerte dreieinhalb Jahre, im Jahr 1965 wurde ich dann Geselle. Im Jahr 1966 wechselte ich in eine größere Firma in der Stadt.
Zu dieser Zeit hatten wir noch kein Fahrzeug, jeder Arbeitsgang wurde noch zu Fuß ausgeführt, begann dann damit, einen Führerschein zu machen, am 13. August 1966 bekam ich ihn dann. Mein erstes Auto war ein DKW Junior (heute Audi).
Dann hörten wir, im Nachbarort hätte eine Disco aufgemacht.
Also fuhren wir hin, der Walter, der Heinz, der Dieter, der Waldi (Waldemar) und ich. In der Disco angekommen, setzten wir uns an einen Tisch.
Am Nachbartisch saßen vier Mädchen, mit denen wir ins Gespräch kamen.
Mit einem der Mädchen verabredete ich mich dann, sie gefiel mir.
Wir verabredeten uns für die nächste Woche wieder, daraus entstand Liebe.
Sie wurde dann im Januar 1967 16 Jahre alt.
Weihnachten 1970 verlobten wir uns dann und im September 1971 heirateten wir.
Im Jahre 1971 fing ich dann bei der Deutschen Bundesbahn an.
Da spielte das Schicksal wieder Glücksfee, ich bekam einen Job bei der Signalmeisterei in Frankfurt und durfte meinen Traum verwirklichen.
Arbeitete mich dann hoch als Signaltechniker und überwiegend als Elektriker auf den Stellwerken.
Im Juli 1973 wurde unser Sohn geboren.
Im Jahr 1972 begann ich dann, unser Haus zu bauen, es war ein Bungalow 10 x 12 m2 groß. Aber meine Frau zog nicht mit und vergnügte sich mit meinem besten Freund.
Am 19.12,1975 wurden wir geschieden.
Am 20.12.1975 flog ich dann von Düsseldorf nach Mallorca.
In diesem Hotel waren überwiegend Singles, davon viele Frauen.
An der Bar saß eine junge Frau, mit der kam ich ins Gespräch, das sich so gut entwickelte, dass wir die vierzehn Tage zusammen verbrachten.
Was ich nicht wusste, war, dass ihr Sohn dabei war.
Das war aber kein Problem für mich, ich liebe Kinder.
Da meine geschiedene Frau mir das Umgangsrecht für meinen Sohn verweigerte, hatten wir viel Spaß zusammen.
Nach vierzehn Tagen mussten wir wieder die Heimreise antreten und jeder flog zurück, wohin er wohnte. Am 03.01.1976 landete ich wieder in Düsseldorf, ich fuhr in meine Stadt und die Bekannte mit ihrem Sohn nach Neuss.
Ich musste am nächsten Tag auf meine neue Baustelle der Bahn an den Rhein nach Kaub.
Dort angekommen, richteten wir unsere Baustelle, führ die Einrichtung eines Hilfsstellwerkes, mit Weichen und dazu gehörenden Signalen ein.
Wir hatten einen Wohnwagen dabei, da wir nicht nach Hause fahren konnten, das ginge zeitlich gar nicht. Am Wochenende ging es dann nach Hause in meine kleine Wohnung.
Unter der Woche war ich in Kaub, traf mich immer, wenn ich Zeit hatte, mit meiner neuen Freundin im Lokal, das war ja öffentlich, da konnte ja niemand was sagen.
Es war der erste Abend in Kaub, wir wollten nur ein Bier trinken und uns umsehen, was in Kaub so los war.
Kurz bevor wir wieder an unserem Schlafwagen angekommen waren, sahen wir etwas höher gelegen noch ein Licht.
Es war eine Gaststätte, die noch auf hatte.
In Kaub gab es zu dieser Zeit ca. 18 Gaststätten.
Weil die nahe gelegene Loreley eine Flussenge hatte und es beim Bingerloch, wo der Mäuseturm mitten im Rhein stand, zu viel Untiefen gab, brauchte man Lotsen, die die Schiffe durch die Untiefen steuerten.
Da zu der Zeit, im Jahr 1976, noch nicht jedes Schiff ein Radar hatte, fuhren diese Lotsen von Kaub aus mit.
Nachts war es zu gefährlich, die Strecke zu befahren, also legten die Schiffe in Kaub an und die Besatzung ging in die Gaststätten.
Wir wussten auch nicht am Abend, was wir tun sollten, also gingen wir auch mal hier rein und da mal rein.
Was wir später feststellten, war:
Diese Gaststätte lag an einem Hochwasserweg, der sich durch ganz Kaub zog.
Im Frühjahr und im Herbst waren die Straßen nicht begehbar und befahrbar, wenn der Rhein über die Ufer trat.
Also gingen wir in das Lokal, da saß eine ältere Frau am Tisch und hinter der Theke, in einem kleinen Stübchen, waren vier Paare und eine Frau am Kegeln.
Die Kegelbahn führte durch einen Saal, wo Veranstaltungen stattfinden konnten.
Es war das größte Lokal in Kaub.
Wir nahmen Platz und bestellten ein Bier, es verging eine Weile, als jemand von der Kegelbahn herauskam und uns fragte:
„Wo kommt ihr her und was führt euch in diese Gaststätte?“
Wir kamen ins Gespräch und wir erzählten, was uns nach Kaub geführt hatte.
Er sagte dann zu uns:
„Habt ihr Lust, mit uns zu kegeln?“
„Gerne“, sagte ich und wir kegelten mit.
Das wurde ein lustiger Abend, der bis in die frühen Morgenstunden dauerte.
Wir tanzten und hatten viel Spaß.
Dann gingen wir einzeln nach Hause, die anderen waren schon fast alle gegangen, die einzelne Frau hatte sich mit mir und nicht mit den anderen unterhalten, dadurch merkte ich nicht, dass meine Kollegen schon gegangen waren.
Ich sagte zu ihr:
„Ich gehe dann auch mal, ich muss ja morgen arbeiten.“
Ich verließ dann auch das Lokal, aber was ich nicht wusste, das Lokal lag an dem Hochwasserweg, der auch bis zur Burg Gutenfels führte.
Dieses Lokal hatte vier separate Eingänge, jede Etage hatte einen eigenen Zugang.
Als ich das Lokal verlassen hatte und auf dem Hochwasserweg weiterging, um zum Bahnhof zu kommen, wartete die einzelne Frau auf mich am oberen Eck des Hauses, sie hatte einen anderen Ausgang genommen als ich.
Wie ich später erfuhr, war sie die Tochter der Wirtin.
Von da an war ich jeden Tag im Lokal und wir trafen uns immer heimlich, da sie noch nicht geschieden war.
Am Wochenende fuhr ich dann immer nach Wetzlar, wo ich ein kleines Zimmer hatte. Eine Woche vor Ostern war ich wieder in Wetzlar, da staunte ich nicht schlecht, im Briefkasten war ein Brief.
Er war von Siggi aus Neuss.
Sie schrieb mir, ob ich sie mal besuchen wolle.
Da meine Freundin in Kaub noch nicht geschieden war und ihr Mann am Wochenende ab und zu zuhause war, konnte ich sie nicht sehen.
Das passte mir ja gut, da konnte ich ja nach Neuss fahren zu Siggi, was ich dann auch tat.
Am Wochenende war ich dann in Neuss und in der Woche in Kaub.
Dann ging meine Arbeit in Kaub langsam zu Ende und ich musste mich dann entscheiden, wie es weiter gehen sollte.
Ich entschied mich dann für Kaub und nicht für Neuss.
Aber besser auf meine Arbeitsstellen, die überwiegend im Frankfurter Raum lagen, suchte ich mir eine Wohnung in Idstein.
Später zogen wir dann mit den zwei Töchtern, die sie hatte, nach Idstein.
...
Ich war kein guter Schüler, besuchte aber die 1. bis 8. Klasse der Volksschule Naunheim, ohne sitzen zu bleiben.
Meine Schwachstelle war damals Deutsch.
Ich sprach nur Plattdeutsch und schrieb auch so, ich wusste es nicht besser, es half mir ja niemand.
Mit 18 Jahren bemerkte ich, dass es auch noch was anderes im Leben gab, von meinem Vater wurde ich für richtig dumm gehalten, wir wohnten ja im Dorf.
Er konnte nicht ertragen, dass ich in vielen Dingen mehr erreichte als mein Vater bis dahin erreicht hatte.
Er hatte keinen Führerschein und auch kein Auto und keinen abgeschlossenen Beruf, aber wusste alles besser als ich.
Mein Traum waren dann eine Familie und ein Haus.
Er hatte, nachdem meine Mutter gestorben war (02.05.1962), einen Bauplatz für mich, wo mein Vater und ich nebeneinander bauen sollten, was ich aber nicht wollte.
Bei uns im Ort wurde jeder verachtet, der kein Haus hatte.
Es hieß immer: Wer kein Haus hat und nicht Fußball spielt, ist asozial.
Ich war immer ein Außenseiter, ich wollte lieber schwimmen.
Meine Devise war immer: Gut gefrühstückt hält einen ganzen Tag.
Gut geheiratet ein ganzes Leben.
Alles habe ich nicht erreicht.
Ich war drei Mal verheiratet.
Vier Dinge muss ein Mann im Leben getan haben:
Einen Baum habe ich gepflanzt, Haus gebaut, (Scheidung), einen Sohn gezeugt und ein Buch geschrieben.
Ich suche meinen Sohn heute noch, da die Mutter nicht sagt, wo er sich heute aufhält.
Bin bis heute auch nicht sicher, ob es wirklich mein Sohn ist, er trägt nur meinen Namen.
Mit meinen Frauen hatte ich immer Pech.
Die erste Frau verliebte sich in meinen besten Freund, weil ich mein Haus baute. Die zweite Frau trank, sie war der beste Gast im Lokal.
Die dritte Frau belog sich selbst und mich, sie liebte mich bis zu ihrem Tod (18.11.2020). Ich war bis dahin auch ihr Betreuer (erst dann im Tagebuch gelesen). Sie verkraftete nicht, dass mich im hohen Alter immer wieder junge Frauen liebten, zuletzt meine neue Lebensgefährtin, mit der ich jetzt zusammenlebe. (Latina, 52 Jahre alt)
Brachte auch zwei Freundinnen ins Gefängnis, weil sie mich bestohlen hatten.
Eine wollte mich ins Gefängnis bringen (wegen Vergewaltigung).
Ich hatte auch zwei Häuser und sechs Autos.
(Der Herr hat es gegeben, der Herr hat es genommen.)
Mein größtes Hobby ist Schach spiel
Heute ist der 13.03.2020 und ich lebe jetzt schon ein gutes halbes Jahr in einer Kleinstadt in Hessen.
Hätte nie gedacht, dass es mir gelingen würde, das noch einmal zu verwirklichen. Vor ein paar Jahren hätte ich gedacht, ich würde immer alleine leben, da ich in dem Dorf, wo ich früher gewohnt hatte, jeglichen Kontakt zu meinem Umfeld verloren hatte.
Am 28.02.2020 hatte ich mir gerade, wie jeden Morgen, Kaffee gekocht und ein Brötchen belegt mit Wurst, als ich merkte, dass ich keine Luft mehr bekam, ich wartete einen Augenblick, weil es mir besser ging, aber es dauerte nicht lange, da wurde es immer schlimmer.
Ich wusste mir nicht weiterzuhelfen, ich konnte gerade noch das Telefon erreichen, um den Notarzt anzurufen.
Der auch sofort kam und ich wurde an den Sauerstoff angeschlossen und in das nahe gelegene Krankenhaus gebracht.
Dort angekommen, wurde ich sofort in die Intensivstation gebracht und an die Geräte angeschlossen.
Später wurde ein CT gemacht, wo sie feststellten, dass ich an beiden Seiten, wo das Blut vom Herzen die Lunge versorgt, verstopft war.
Ich hatte eine Thrombose im rechten Bein, was diese Verstopfung ausgelöst hatte.
Am Abend sagte der zuständige Arzt zu mir:
„Wenn sie morgen überlebt haben, dann haben sie es vielleicht geschafft.“
Als ich morgens nach einer unruhigen Nacht wach wurde, war mir etwas wohler, aber ich musste noch vier Tage auf der Intensivstation bleiben, bis es mir etwas besser ging.
Danach blieb ich noch eine gute Woche auf der Normalstation, bis ich dann entlassen wurde.
Nach drei Monaten wurde wieder ein CT von meiner Lunge gemacht und festgestellt, dass ich es überstanden hatte.
Ich hatte mal wieder großes Glück gehabt, wie so oft in meinem Leben.
Das vor 73 Jahren begann.
Ich wurde am 26.12.1946 in einem kleinen Ort in Hessen geboren, dieser Ort ist heute in einer größeren Stadt eingemeindet.
Meine Eltern haben sich auch dort kennengelernt.
Mein Vater war nach dem Krieg in einer Baracke als Kriegsgefangener der Amerikaner untergebracht.
Nebenan wohnte meine Mutter, die er so kennenlernte.
In der Hitlerzeit wurden in der Baracke russische Soldaten als Strafgefangene festgehalten, die in der nahe gelegenen Zigarrenfabrik arbeiteten, wo auch meine Mutter in Heimarbeit Zigarren fertigte.
1950 gingen sie und mein Vater nach Baumholder, um bei den Amerikanern in der Kaserne Coca Cola zu verkaufen.
Zur gleichen Zeit kam bei meiner Oma auf dem Hof eine kleine Ziege zur Welt.
So lange sollte ich immer auf dem Hof spielen und nicht auf der anderen Seite der Straße, wo eigentlich mein Spielplatz war.
Als meine Oma wieder im Stall bei den Ziegen war und das Hoftor abgeschlossen hatte, kam ich auf die Idee, dann hängst du die Hofstange aus, die die beiden großen Hoftore zuhielt, um auf der anderen Straßenseite spielen zu können.
Also machte ich heimlich das Tor auf, um auf der anderen Straßenseite zu spielen, was ich sonst auch immer tat.
Als ich fertig war mit Spielen, versuchte ich wieder, über Straße zu kommen, ich schaute nach links und schaute nach rechts, rechts kam ein Auto, das ließ ich vorbeifahren, dann setzte ich den Fuß auf die Straße.
Da rauschte ein Motorrad mit hoher Geschwindigkeit heran und erwischte mich mit der Lampe am Kinn.
Der Fahrer schleifte mich ca. 100 Meter mit, bis er zum Stehen kam.
Dann trug er mich in den Hof, wo meine Oma mich schon vermisste.
Ich erlitt eine Gehirnerschütterung und einen Kieferbruch, war vier Wochen im Krankenhaus, die Narbe am Kinn sieht man heute noch.
Danach wollte ich dann endlich zu meinen Eltern, die ja in Baumholder waren.
Da bot mir meine Tante an, der Onkel Richardt, der einen Lastwagen besaß, der machte eine Tour in das Saarland, das zu diesem Zeitpunkt noch zu Frankreich gehörte: „Der kann dich mitnehmen, das ist für ihn kein größerer Umweg.“
Also nahm er mich mit und ich war bald wieder bei meinen Eltern in Baumholder.
Dort angekommen, meine Mutter hatte einen Coca-Cola-Stand in der Kaserne, wenn die GIs mich sahen, denn sie waren verrückt auf Kinder, bekam ich immer auch eine Flasche Coke und ein Sandwich geschenkt.
Als ich sechs Jahre alt war, musste ich wieder zurück in meinen Heimatort.
1953 kam ich dann in die Schule und meine Eltern kamen auch später zurück aus Baumholder. Als wir alle zurück waren, starb meine Oma und das Haus, in dem wir lebten, Oma, Opa, Tante, Onkel und wir, wurde dann verlost, mein Onkel bekam den Zuschlag, wir bekamen ein Grundstück im Lotzengraben.
Wo mein Vater anfing, eine Hühnerfarm aufzubauen, es wurden ein Zaun um das Grundstück und zwei Hühnerställe gebaut.
Ein elektrischer Brutkasten gekauft und mit der Aufzucht begonnen, um Küken zu verkaufen.
Da kam mir die Idee, da ich kaum Taschengeld bekam, meine eigenen Eier und Küken zu verkaufen.
Das merkte auch mein Vater und sagte zu mir:
„Bub, da stimmt was nicht, ich glaube, wir haben einen Marder.“
Es wurde eine Marderfalle aufgestellt, ein Hund und ein Puter angeschafft.
Der oder die Marder wurden aber nicht gefunden.
Nach einiger Zeit dachte ich, damit musst du jetzt aufhören, und fing stattdessen an, Zeitungen auszutragen und Kinderbücher zu Ostern und zu Weihnachten zu verkaufen.
Wenn ich abends fertig war, musste ich dann mein eingenommenes Geld abrechnen, aber es stimmte nie, was ich eingenommen hatte.
Er sagte dann immer:
„Bub, was machst du nur, kannst, du nicht rechnen.“
Er wusste ja nicht, dass ich mir vorher ausgerechnet hatte, was ich ungefähr verdient hatte und es dann schon abgezogen hatte.
Wenn ich das nicht getan hätte, wäre mein Geld auf dem Sparbuch gelandet.
Das machte ich so ca. 10 Jahre lang, mal stimmte es und manchmal nicht, es kam immer darauf an, was ich so für mich brauchte.
Kaufte mir immer teure Briefmarken oder was zu naschen.
Erst gingen wir in die alte Schule, die mitten im Ort war, wir fingen an mit dem Griffel und der altdeutschen Schrift, bis unser Klassenlehrer an einem Herzinfarkt verstarb. Danach bekamen wir einen neuen Klassenlehrer, der sehr streng war.
Wenn wir was verbrochen hatten, mussten wir in die Ecke oder eine Seite aus dem Lesebuch abschreiben, wenn wir das nicht machten, wurden dann schnell zwei oder drei Seiten daraus.
Aber wir konnten ihn ablenken, ich hatte herausgefunden, dass er auch leidenschaftlich Briefmarken sammelte, da kam ich auf die Idee, wenn ein Mitschüler oder ich wieder mal ein Problem hatte, in der Klasse Briefmarken zu verteilen, und gab jedem, der ein Problem hatte und zum Klassenlehrer geschickt wurde, um den Lehrer abzulenken, eine Briefmarke mit, es klappte fast immer.
Dann fragte der Klassenlehrer mich, ob ich ihm mal ein paar von meinen besten Briefmarken mitbringen könne, was ich dann auch tat.
Er wolle nur mal prüfen, wie viel sie wert seien.
Er hatte sie jetzt schon ein paar Wochen und wenn ich danach fragte, sagte er: „Ich brauche noch ein wenig Zeit.“
Als ich dann auch eine Strafarbeit aufhatte, sagte ich zu ihm: „Erst möchte ich meine Briefmarken zurück.“ Er sagte nur: „Dann musst du halt zwei Seiten abschreiben.“
Was ich aber nicht tat, da bekam ich im Zeugnis statt wie immer in Betragen ein Gut dann eine Sechs.
Was ich mir nicht gefallen ließ und schmiedete einen Plan.
Um in die Schule zu kommen, musste er immer zwei Mal umsteigen, das immer am Bahnhof, wo er Aufenthalt hatte und im Bahnhofslokal ein Bier trank, aber in der Schule immer Milch. Das mit dem Bier war uns bekannt.
Es kam der Tag und wir sollten einen Ausflug machen, aber wer nicht unser Lehrer war nicht da.
Also beschlossen wir, wir gehen und suchen ihn, also sagte ich zu den Jungs: „Wer geht mit?“
Der Bernd, der Ulrich, der Hans, der Horst, der Gerhardt, der Walter und ich gingen los und nach drei Stunden kamen wir an, wo er wohnte.
Seine Frau war allein zu Hause, da wussten wir, wo er war, denn seine Frau sagte zu uns:
„Der ist doch in der Schule.“
Am nächsten Tag gingen wir zum Rektor und berichteten ihm von dem, was wir geahnt hatten.
Darauf musste er berichten, ob das stimmte, was wir ihm vorwarfen, er gab dann kleinlaut alles zu.
Die Folge darauf war, er wurde an eine andere Schule versetzt und meine Sechs in Betragen wurde in eine Drei umgewandelt.
Das achte Schuljahr bestritten wir mit dem Rektor.
Dann wurde ich gefragt, was mein Berufswunsch wäre, da gab ich zur Antwort:
„Ich würde gerne europäischer Schuster werden, gab ich zur Antwort, da ich es verwechselt habe, ich meinte natürlich orthopädischer Schuster.“
Weil ich als Kind immer nur orthopädische Schuhe tragen musste, da ich angeblich Probleme bekam, mit den Füssen.
Deswegen war ich auch beim Sport befreit.
Nach der Schule begann ich aber dann eine Lehre als Optiker, weil mir das vom Berufsberater so empfohlen wurde, dass dieser Beruf besser zu mir passen würde.
Aber nach einem halben Jahr war Schluss, weil ich es in der Fabrik nicht aushielt, das war mir alles zu eng und es war nicht das, was ich gerne machen wollte.
Eigentlich wollte ich Elektriker werden, aber das hatte mir keiner zugetraut. Also lernte ich dann Installateur und Spengler, die Lehre dauerte dreieinhalb Jahre, im Jahr 1965 wurde ich dann Geselle. Im Jahr 1966 wechselte ich in eine größere Firma in der Stadt.
Zu dieser Zeit hatten wir noch kein Fahrzeug, jeder Arbeitsgang wurde noch zu Fuß ausgeführt, begann dann damit, einen Führerschein zu machen, am 13. August 1966 bekam ich ihn dann. Mein erstes Auto war ein DKW Junior (heute Audi).
Dann hörten wir, im Nachbarort hätte eine Disco aufgemacht.
Also fuhren wir hin, der Walter, der Heinz, der Dieter, der Waldi (Waldemar) und ich. In der Disco angekommen, setzten wir uns an einen Tisch.
Am Nachbartisch saßen vier Mädchen, mit denen wir ins Gespräch kamen.
Mit einem der Mädchen verabredete ich mich dann, sie gefiel mir.
Wir verabredeten uns für die nächste Woche wieder, daraus entstand Liebe.
Sie wurde dann im Januar 1967 16 Jahre alt.
Weihnachten 1970 verlobten wir uns dann und im September 1971 heirateten wir.
Im Jahre 1971 fing ich dann bei der Deutschen Bundesbahn an.
Da spielte das Schicksal wieder Glücksfee, ich bekam einen Job bei der Signalmeisterei in Frankfurt und durfte meinen Traum verwirklichen.
Arbeitete mich dann hoch als Signaltechniker und überwiegend als Elektriker auf den Stellwerken.
Im Juli 1973 wurde unser Sohn geboren.
Im Jahr 1972 begann ich dann, unser Haus zu bauen, es war ein Bungalow 10 x 12 m2 groß. Aber meine Frau zog nicht mit und vergnügte sich mit meinem besten Freund.
Am 19.12,1975 wurden wir geschieden.
Am 20.12.1975 flog ich dann von Düsseldorf nach Mallorca.
In diesem Hotel waren überwiegend Singles, davon viele Frauen.
An der Bar saß eine junge Frau, mit der kam ich ins Gespräch, das sich so gut entwickelte, dass wir die vierzehn Tage zusammen verbrachten.
Was ich nicht wusste, war, dass ihr Sohn dabei war.
Das war aber kein Problem für mich, ich liebe Kinder.
Da meine geschiedene Frau mir das Umgangsrecht für meinen Sohn verweigerte, hatten wir viel Spaß zusammen.
Nach vierzehn Tagen mussten wir wieder die Heimreise antreten und jeder flog zurück, wohin er wohnte. Am 03.01.1976 landete ich wieder in Düsseldorf, ich fuhr in meine Stadt und die Bekannte mit ihrem Sohn nach Neuss.
Ich musste am nächsten Tag auf meine neue Baustelle der Bahn an den Rhein nach Kaub.
Dort angekommen, richteten wir unsere Baustelle, führ die Einrichtung eines Hilfsstellwerkes, mit Weichen und dazu gehörenden Signalen ein.
Wir hatten einen Wohnwagen dabei, da wir nicht nach Hause fahren konnten, das ginge zeitlich gar nicht. Am Wochenende ging es dann nach Hause in meine kleine Wohnung.
Unter der Woche war ich in Kaub, traf mich immer, wenn ich Zeit hatte, mit meiner neuen Freundin im Lokal, das war ja öffentlich, da konnte ja niemand was sagen.
Es war der erste Abend in Kaub, wir wollten nur ein Bier trinken und uns umsehen, was in Kaub so los war.
Kurz bevor wir wieder an unserem Schlafwagen angekommen waren, sahen wir etwas höher gelegen noch ein Licht.
Es war eine Gaststätte, die noch auf hatte.
In Kaub gab es zu dieser Zeit ca. 18 Gaststätten.
Weil die nahe gelegene Loreley eine Flussenge hatte und es beim Bingerloch, wo der Mäuseturm mitten im Rhein stand, zu viel Untiefen gab, brauchte man Lotsen, die die Schiffe durch die Untiefen steuerten.
Da zu der Zeit, im Jahr 1976, noch nicht jedes Schiff ein Radar hatte, fuhren diese Lotsen von Kaub aus mit.
Nachts war es zu gefährlich, die Strecke zu befahren, also legten die Schiffe in Kaub an und die Besatzung ging in die Gaststätten.
Wir wussten auch nicht am Abend, was wir tun sollten, also gingen wir auch mal hier rein und da mal rein.
Was wir später feststellten, war:
Diese Gaststätte lag an einem Hochwasserweg, der sich durch ganz Kaub zog.
Im Frühjahr und im Herbst waren die Straßen nicht begehbar und befahrbar, wenn der Rhein über die Ufer trat.
Also gingen wir in das Lokal, da saß eine ältere Frau am Tisch und hinter der Theke, in einem kleinen Stübchen, waren vier Paare und eine Frau am Kegeln.
Die Kegelbahn führte durch einen Saal, wo Veranstaltungen stattfinden konnten.
Es war das größte Lokal in Kaub.
Wir nahmen Platz und bestellten ein Bier, es verging eine Weile, als jemand von der Kegelbahn herauskam und uns fragte:
„Wo kommt ihr her und was führt euch in diese Gaststätte?“
Wir kamen ins Gespräch und wir erzählten, was uns nach Kaub geführt hatte.
Er sagte dann zu uns:
„Habt ihr Lust, mit uns zu kegeln?“
„Gerne“, sagte ich und wir kegelten mit.
Das wurde ein lustiger Abend, der bis in die frühen Morgenstunden dauerte.
Wir tanzten und hatten viel Spaß.
Dann gingen wir einzeln nach Hause, die anderen waren schon fast alle gegangen, die einzelne Frau hatte sich mit mir und nicht mit den anderen unterhalten, dadurch merkte ich nicht, dass meine Kollegen schon gegangen waren.
Ich sagte zu ihr:
„Ich gehe dann auch mal, ich muss ja morgen arbeiten.“
Ich verließ dann auch das Lokal, aber was ich nicht wusste, das Lokal lag an dem Hochwasserweg, der auch bis zur Burg Gutenfels führte.
Dieses Lokal hatte vier separate Eingänge, jede Etage hatte einen eigenen Zugang.
Als ich das Lokal verlassen hatte und auf dem Hochwasserweg weiterging, um zum Bahnhof zu kommen, wartete die einzelne Frau auf mich am oberen Eck des Hauses, sie hatte einen anderen Ausgang genommen als ich.
Wie ich später erfuhr, war sie die Tochter der Wirtin.
Von da an war ich jeden Tag im Lokal und wir trafen uns immer heimlich, da sie noch nicht geschieden war.
Am Wochenende fuhr ich dann immer nach Wetzlar, wo ich ein kleines Zimmer hatte. Eine Woche vor Ostern war ich wieder in Wetzlar, da staunte ich nicht schlecht, im Briefkasten war ein Brief.
Er war von Siggi aus Neuss.
Sie schrieb mir, ob ich sie mal besuchen wolle.
Da meine Freundin in Kaub noch nicht geschieden war und ihr Mann am Wochenende ab und zu zuhause war, konnte ich sie nicht sehen.
Das passte mir ja gut, da konnte ich ja nach Neuss fahren zu Siggi, was ich dann auch tat.
Am Wochenende war ich dann in Neuss und in der Woche in Kaub.
Dann ging meine Arbeit in Kaub langsam zu Ende und ich musste mich dann entscheiden, wie es weiter gehen sollte.
Ich entschied mich dann für Kaub und nicht für Neuss.
Aber besser auf meine Arbeitsstellen, die überwiegend im Frankfurter Raum lagen, suchte ich mir eine Wohnung in Idstein.
Später zogen wir dann mit den zwei Töchtern, die sie hatte, nach Idstein.
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