Astrologie: nicht glauben – erleben!
EUR 22,90
Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 334
ISBN: 978-3-99130-499-9
Erscheinungsdatum: 04.06.2024
Auf einer Reise durch den Jahreskreis werden Astrologie und der Einfluss der Tierkreiszeichen nachvollziehbar dargestellt. Die vielen praktischen Beispiele und Übungen überzeugen Skeptiker, bringen aber auch für Astrologie-Interessierte neue Erkenntnisse.
Astrologie: nicht glauben – erleben!
Hier lernen Sie Astrologie von einer ungewohnten Seite kennen. Sie erfahren, wie die Charaktere der einzelnen Tierkreiszeichen von den Jahreszeiten und den Veränderungen der Natur geprägt sind. So wie sich die Natur im Laufe des Jahres verwandelt, so ändern sich unser tägliches Erleben, unser Verhalten oder unsere Bedürfnisse mehr oder weniger deutlich. Wir werden die zwölf Tierkreiszeichen durchwandern und erleben, wie sie die jahreszeitlichen Wandlungen widerspiegeln.
Die wechselnde Qualität der Zeit und die je nach Jahreszeit veränderte Umwelt haben eine Wirkung auf uns Menschen. Verschiedene Lebensthemen tauchen auf und werden angesprochen. Im Bewusstwerden dieser Zusammenhänge können wir eigenes Verhalten im Einklang mit der Natur gestalten und die Selbstreflexion für ein erfülltes Leben nutzen. Das führt auch zu einem verständnisvolleren Verstehen und Zusammenleben mit unseren Mitmenschen. Dazu habe ich in meiner Praxis einige Jahre hindurch Kurse veranstaltet, und zwar jeweils einen Tag zu dem gerade aktuellen Sternzeichen. Die Erfahrungen aus diesen Kursen sind hier zusammengefasst. Sie mögen auch Sie dazu anzuregen, die Energien der Tierkreiszeichen-Zeiten wahrzunehmen, über die entsprechenden Themen in Bezug auf Ihr persönliches Leben zu reflektieren – und vielleicht dank der einen oder anderen Erkenntnis etwas positiv neu zu gestalten.
Jedes Horoskop umfasst immer alle zwölf Zeichen. Durch die Stellung der Planeten und des Aszendenten werden manche unterschiedlich betont und mehr oder weniger deutlich erlebt. Jedes Tierkreiszeichen beschreibt typische Charaktereigenschaften und berührt spezielle Lebensbereiche. Im Verlauf eines Jahres durchwandern wir alle Sternzeichen und werden so mit allen Themen konfrontiert, die unser Leben ausmachen, gebündelt in diesen zwölf Zeichen. Ziemlich sicher kennen Sie alle Stärken und Schwächen Ihres Zeichens. Im täglichen Leben ist jedoch jeder mit den Themen aller zwölf Zeichen mehr oder weniger gleichzeitig konfrontiert und gefordert, erfolgreich damit umzugehen. Es ist daher vollkommen gleichgültig, unter welchem Stern Sie geboren wurden, jeder Mensch ist täglich gefordert:
sich mit dem Mut und Kampfgeist des Widders zu behaupten,
wie der Stier einen sicheren Platz im Leben zu finden und halten,
wie Zwillinge seine Fähigkeiten zu entwickeln und Kontakte zu pflegen,
bei Krebs Geborgenheit und ein Zuhause zu finden,
Selbstbewusstsein zu zeigen wie ein Löwe,
Arbeitseinsatz zu leisten wie die Jungfrau,
mit Hilfe der Diplomatie der Waage mit den Mitmenschen möglichst gut auszukommen,
konsequent zu handeln wie ein Skorpion,
bei Schütze sich der Frage nach Glauben und Lebenssinn zu stellen,
mit Steinbock sich auf die Verwirklichung des (Lebens-)Zieles auszurichten,
seinen Platz in der Gesellschaft zu finden mit Wassermann und
mit den Fischen sein Seelenheil zu finden.
Die einzelnen Kapitel behandeln all diese Themen mit verschiedenen Facetten und aus unterschiedlichen Blickrichtungen. Sie sollen Sie zum Nachdenken sowie zum Reflektieren über Ihre Gewohnheiten und Lebensanschauungen anregen. Manche Zusammenhänge werden bewusster und vielleicht werden Sie nicht nur eigene Handlungsweisen besser verstehen.
Bevor die Tierkreiszeichen detailliert geschildert werden, finden Sie im Folgenden zunächst einen kurzen allgemeinen Überblick über die Grundlagen der Astrologie.
Mit einem Gedicht von Johann Wolfgang von Goethe lade ich Sie ein zu einer Erlebnisreise durch die Astrologie und die zwölf Tierkreiszeichen. Mögen Sie spannende Abenteuer und erkenntnisreiche Erfahrungen erleben, indem Sie Ihre Lebensform stetig weiterentwickeln und mehr Verständnis und Toleranz entdecken, für sich selbst und Ihre Mitmenschen.
Wie an dem Tag, der dich der Welt verliehen,
Die Sonne stand zum Gruße der Planeten,
Bist alsobald und fort und fort gediehen
Nach dem Gesetz, wonach du angetreten.
So musst du sein, dir kannst du nicht entfliehen,
So sagten schon Sybillen, so Propheten,
Und keine Zeit und keine Macht zerstückelt
Geprägte Form, die lebend sich entwickelt.
Alles nur Zufall?
Sie wissen sicher, in welchem Tierkreiszeichen Sie geboren wurden. Vermutlich kennen Sie auch die Tierkreiszeichen Ihrer Familienmitglieder und Freunde sowie deren charakteristische Merkmale. Selbst wenn manche Menschen entrüstet ablehnen, etwas davon für bare Münze zu nehmen, so lesen sie doch hin und wieder ihr Horoskop in der Zeitung oder über die Eigenschaften ihres Sternzeichens. Wenn die Aussagen nicht zutreffen, heißt es triumphierend: „Hab’ ich’s nicht gleich gesagt, dass das ein Blödsinn ist?“ und wenn es doch zutrifft – dann ist es eben Zufall!
Als Zufall bezeichnen wir all das, wofür wir sonst keine Erklärung haben. Das heißt aber nicht, dass es keine Erklärung gibt. Man kennt sie nur (noch) nicht. Wir können mit unserem Bewusstsein immer nur Teile erkennen und verstehen. Niemand ist allwissend, es gibt immer viel mehr als „unsere Schulweisheit sich erträumen lässt“. Vieles, was uns als guter oder schlechter Zufall erscheinen mag, verstehen wir oft erst im Nachhinein richtig.
Den Sinn unseres Lebens zu verstehen, „… zu erkennen, was die Welt im Innersten zusammenhält“, wie Goethes Faust es sagt, war und ist ein immerwährendes Anliegen der Menschen. Es wurden Orakel befragt, die Schau des Vogelfluges oder die Eingeweide von Tieren gaben Auskunft über günstige oder ungünstige Entwicklungen. Kaffeesatz, Karten, Runen, Handlesen oder was auch immer – die Philosophie aller Völker und Kulturen suchte, dem Geheimnis und dem Sinn des Lebens auf die Spur zu kommen.
In manchen Bereichen ist astrologisches Wissen in unserem Leben so tief verankert, dass es uns gar nicht mehr bewusst ist. So sind zum Beispiel unsere Wochentage nach den Planeten benannt, oft auch in englischer, italienischer oder französischer Sprache:
Sonntag, Sunday, Domenica, dimanche – Tag der Sonne, des Zentrums unseres Planetensystems, der „Tag des Herrn“ in unserer Kultur.
Montag, Monday, lunedì, lundi – Tag des Mondes (Luna) und der Gefühle.
Dienstag, Tuesday, Ziischtig, martedì, mardi – Tag des Mars. Ziu ist der germanische Männer- bzw. Siegesgott, ähnlich dem römischen Kriegsgott Mars.
Mittwoch, mercoledì, mercredi – Tag des Merkur, Gott des Handels und der Kaufleute, an vielen Orten Markttag.
Donnerstag, Thursday, giovedì, jeudi – Tag des Jupiters. Thor oder Donar ist der germanische Donner- oder Wettergott.
Freitag, Friday, venerdì, vendredi – Tag der Venus oder der germanischen Freja, der Tag des Genießens und der Schönheit, Ruhetag in den islamischen Ländern.
Samstag, Saturday, sabato, samedi, Sabbat – Tag des Saturn und der Ruhe in der jüdischen Kultur.
In der Landwirtschaft und im Gartenbau wurde früher und wird auch heute beim Säen und Ernten wieder vermehrt Rücksicht genommen auf den Stand des Mondes. Wer eine Schlankheitskur macht, tut sich bei abnehmendem Mond leichter als bei zunehmendem. Der Einfluss des Mondes auf die Periode der Frau und die Fruchtbarkeit ist unbestritten. Man muss nicht gerade „mondsüchtig“ sein, um den Vollmond zu fühlen. Manche Menschen schlafen während dieser Zeit schlechter oder sind leichter gereizt und nervös. Es gibt mehr Unfälle, Verbrechen und Suizide. Manche Heilkräuter entwickeln ihre Heilkräfte besser, wenn sie mit dem richtigen Mondstand geerntet werden.
Wenn uns nun die Wechselwirkung des Mondes mit dem Leben hier auf der Erde so vertraut ist, warum sollten die anderen Planeten nicht auch ihre Bedeutung für unser Leben haben?
Woher kommt die Astrologie?
Die Geschichte unserer Astrologie reicht bis in die Antike ins erste Jahrtausend vor Christus zurück. Aus China, Tibet und Ägypten sind noch ältere Hinweise auf astronomische Beobachtungen bekannt. Immer wurden aus dem Lauf der Gestirne Rückschlüsse zum Geschehen auf der Erde und dem Leben der Menschen gezogen, auf Erfolge und Wohlergehen oder zu erwartende Schwierigkeiten. Die Berechnung der Planetenbahnen verlangt genaue Kenntnisse in Mathematik und Naturwissenschaft. Es waren daher die Gelehrten ihrer Zeit, die sich darin auskannten und Astrologie betrieben. Ihren Aussagen wurde so große Bedeutung zugemessen, dass die Astrologie sogar als die Königin der Wissenschaften bezeichnet wurde.
Jede Hochkultur entwickelte ein eigenes System, um das Zusammenwirken zwischen Himmelserscheinungen, der Natur und unserem menschlichen Leben und Schicksal zu begreifen und verständlich zu machen. Manche dieser Lehren unterscheiden sich gravierend von unserer europäischen Astrologie, allen gemeinsam ist jedoch die Suche nach dem Verstehen und Sinn hinter allen Erscheinungen.
Astrologieähnliche Systeme, die intuitivem Zugang der Menschen offen waren, wurden in Europa oft verdrängt, missachtet oder sind nur teilweise überliefert. Der Bedeutung der keltischen Runen wird heute wieder mehr Beachtung geschenkt. Das keltische Baumhoroskop zum Beispiel beruht auf Mythen um einen Baumkalender mit 21 Bäumen und einem Jahr mit 13 Mondzyklen. Das chinesische Horoskop kennt zwölf Tiere, die jeweils ein Jahr „regieren“, basierend auf einem chinesischen Kalender und der chinesischen Philosophie der fünf Elemente und des Yin und Yang. Die Astronomie im alten Ägypten und in Mesopotamien war sehr mit der Religion verbunden und suchte Omen, Vorzeichen künftiger Ereignisse zu deuten oder Himmelserscheinungen auf Gottheiten und Menschen zu übertragen. Das Medizinrad der Indianer wiederum erklärt, wie ein Mensch in die Natur hineingeboren ist und mittels eines Totems, einer mythisch-verwandtschaftlichen Beziehung zu einer Pflanze, einem Tier oder anderen Naturelement seine Inspiration, Kraft und Heilung finden kann. Daneben bestehen die indische Astrologie mit ähnlichen Grundlagen wie unsere europäische Astrologie und etliche Variationen wie die arabische, persische, babylonische oder sumerische Astrologie und nicht zuletzt eine Kombination aus Astrologie und Kabbala, der jüdischen Geheimlehre, die anhand des Namens, Geburtsdatums und mit Hilfe eines Zahlenschemas die Lebensaufgabe eines Menschen entschlüsselt. Auch aus Afrika ist eine mehrere tausend Jahre alte Darstellung des Tierkreises in einem Felsenbild bekannt.
Die europäische Astrologie, wie wir sie hier in unseren Breitengraden heute kennen, entwickelte sich ursprünglich vermutlich in Mesopotamien und kam über griechische und später römische Gelehrte zu uns. Das Verhältnis des Christentums zur Astrologie war zwiespältig und ist es zum Teil auch heute noch, da nach Meinung der Kirche die Vorherbestimmung des Schicksals dem freien Willen des Menschen im Christentum widerspricht. Andererseits wird auch in der Bibel die Geburt Christi astrologisch angekündigt und die Sternkunde als Kunst angesehen. Astronomie und Astrologie waren immer unmittelbar miteinander verbunden. So basiert das Lebenswerk von Johannes Kepler „Weltharmonie“ auf astrologischen Überlegungen. Der enorme wissenschaftliche Fortschritt der Neuzeit ließ die Deutungskraft der Astrologie für die eigenen Lebensaufgaben fast in Vergessenheit geraten. Doch zahlreiche Persönlichkeiten bezogen sich immer wieder auf den erkenntnisreichen Wert der Sternenkunde wie etwa Johann Wolfgang von Goethe (1749–1832) oder Carl Gustav Jung (1875–1961), der die moderne Psychologie bedeutend prägte.
Werde, der du bist!
Der Begriff Astrologie kommt von dem griechischen astron = Stern und logos = Geist, Sinn oder Lehre. Die Astrologie ist die Lehre von der symbolhaften Deutung der Planeten, ihrer Bewegungen und Konstellationen. Grundlage dafür sind die sieben hermetischen Gesetze des Hermes Trismegistos:
Schöpfung: Alles beginnt im Geist. Es sind nicht die Planeten, die uns beeinflussen, sie folgen ebenfalls den ewigen geistigen Gesetzen.
Resonanz: wie oben, so unten. Vom Lauf der Gestirne können wir Rückschlüsse auf unser Leben ziehen.
Schwingung: Nichts ist in Ruhe, alles bewegt sich.
Dualität: Scheinbare Gegensätze ergeben erst das Ganze. Eines kann nicht ohne das andere bestehen.
Rhythmus und Kreislauf: Alles fließt, das Pendel schwingt von einem Pol zum anderen.
Ursache und Wirkung, Karma: Jede Wirkung hat ihre Ursache, jede Ursache ihre Wirkung. Eine bewusste neue Handlung kann eine veränderte Folge bewirken.
Geschlecht: Alles trägt männliche und weibliche Eigenschaften in sich, Harmonie im Yin und Yang durch Geben und Nehmen zwischen dem Schöpferischen und Nährenden.
Alle Erscheinungsformen unserer Welt sind heute in Oberbegriffe klassifiziert, die in kleinere Unterbegriffe aufgeteilt werden, bis zum letzten Einzelnen. Die Astrologie hingegen beschreibt sozusagen den roten Faden, der sich nach anderen als den gängigen wissenschaftlichen Gesichtspunkten durch alle Phänomene zieht, durch sämtliche Lebewesen, Mensch, Tier und Pflanze, Mineralien, Gefühl oder Eigenschaft. Diese Denk- oder tiefere Erkenntnisweise ist nach den Planeten benannt. So entspricht im einfachsten Beispiel – das in der Praxis wesentlich weiter gedeutet wird – dem Prinzip Mond: Frau, Mutter, Schalentiere, Wasserpflanzen, Silber, Hingabe, Fruchtbarkeit. Oder Mars: Kämpfer, Polizist, Raubvögel, Brennnessel, Eisen, Wille, Tatkraft. Erkennen Sie die Ähnlichkeiten der Qualitäten in den Beispielen bei Mond bzw. Mars? Sie sind mit den Tierkreiszeichen Krebs und Widder verbunden.
Die Prinzipien der Planeten und Tierkreiszeichen finden auch Entsprechungen in unserem Körper, in den verschiedenen Körperteilen und Organen. Das reicht von Mars und Widder am Kopf bis zu Neptun und den Fischen in den Füßen. So können manche körperlichen Beschwerden in Bezug zu Gefühlen und Empfindungen gebracht werden und umgekehrt. Krankheiten sollten immer von Ihrem Arzt oder Therapeuten behandelt werden, ein Blick auf die Psychosomatik kann aber durchaus interessante Blickpunkte aufzeigen, Verständnis für ein Leiden aufbringen und die Heilung unterstützen.
Hier lernen Sie Astrologie von einer ungewohnten Seite kennen. Sie erfahren, wie die Charaktere der einzelnen Tierkreiszeichen von den Jahreszeiten und den Veränderungen der Natur geprägt sind. So wie sich die Natur im Laufe des Jahres verwandelt, so ändern sich unser tägliches Erleben, unser Verhalten oder unsere Bedürfnisse mehr oder weniger deutlich. Wir werden die zwölf Tierkreiszeichen durchwandern und erleben, wie sie die jahreszeitlichen Wandlungen widerspiegeln.
Die wechselnde Qualität der Zeit und die je nach Jahreszeit veränderte Umwelt haben eine Wirkung auf uns Menschen. Verschiedene Lebensthemen tauchen auf und werden angesprochen. Im Bewusstwerden dieser Zusammenhänge können wir eigenes Verhalten im Einklang mit der Natur gestalten und die Selbstreflexion für ein erfülltes Leben nutzen. Das führt auch zu einem verständnisvolleren Verstehen und Zusammenleben mit unseren Mitmenschen. Dazu habe ich in meiner Praxis einige Jahre hindurch Kurse veranstaltet, und zwar jeweils einen Tag zu dem gerade aktuellen Sternzeichen. Die Erfahrungen aus diesen Kursen sind hier zusammengefasst. Sie mögen auch Sie dazu anzuregen, die Energien der Tierkreiszeichen-Zeiten wahrzunehmen, über die entsprechenden Themen in Bezug auf Ihr persönliches Leben zu reflektieren – und vielleicht dank der einen oder anderen Erkenntnis etwas positiv neu zu gestalten.
Jedes Horoskop umfasst immer alle zwölf Zeichen. Durch die Stellung der Planeten und des Aszendenten werden manche unterschiedlich betont und mehr oder weniger deutlich erlebt. Jedes Tierkreiszeichen beschreibt typische Charaktereigenschaften und berührt spezielle Lebensbereiche. Im Verlauf eines Jahres durchwandern wir alle Sternzeichen und werden so mit allen Themen konfrontiert, die unser Leben ausmachen, gebündelt in diesen zwölf Zeichen. Ziemlich sicher kennen Sie alle Stärken und Schwächen Ihres Zeichens. Im täglichen Leben ist jedoch jeder mit den Themen aller zwölf Zeichen mehr oder weniger gleichzeitig konfrontiert und gefordert, erfolgreich damit umzugehen. Es ist daher vollkommen gleichgültig, unter welchem Stern Sie geboren wurden, jeder Mensch ist täglich gefordert:
sich mit dem Mut und Kampfgeist des Widders zu behaupten,
wie der Stier einen sicheren Platz im Leben zu finden und halten,
wie Zwillinge seine Fähigkeiten zu entwickeln und Kontakte zu pflegen,
bei Krebs Geborgenheit und ein Zuhause zu finden,
Selbstbewusstsein zu zeigen wie ein Löwe,
Arbeitseinsatz zu leisten wie die Jungfrau,
mit Hilfe der Diplomatie der Waage mit den Mitmenschen möglichst gut auszukommen,
konsequent zu handeln wie ein Skorpion,
bei Schütze sich der Frage nach Glauben und Lebenssinn zu stellen,
mit Steinbock sich auf die Verwirklichung des (Lebens-)Zieles auszurichten,
seinen Platz in der Gesellschaft zu finden mit Wassermann und
mit den Fischen sein Seelenheil zu finden.
Die einzelnen Kapitel behandeln all diese Themen mit verschiedenen Facetten und aus unterschiedlichen Blickrichtungen. Sie sollen Sie zum Nachdenken sowie zum Reflektieren über Ihre Gewohnheiten und Lebensanschauungen anregen. Manche Zusammenhänge werden bewusster und vielleicht werden Sie nicht nur eigene Handlungsweisen besser verstehen.
Bevor die Tierkreiszeichen detailliert geschildert werden, finden Sie im Folgenden zunächst einen kurzen allgemeinen Überblick über die Grundlagen der Astrologie.
Mit einem Gedicht von Johann Wolfgang von Goethe lade ich Sie ein zu einer Erlebnisreise durch die Astrologie und die zwölf Tierkreiszeichen. Mögen Sie spannende Abenteuer und erkenntnisreiche Erfahrungen erleben, indem Sie Ihre Lebensform stetig weiterentwickeln und mehr Verständnis und Toleranz entdecken, für sich selbst und Ihre Mitmenschen.
Wie an dem Tag, der dich der Welt verliehen,
Die Sonne stand zum Gruße der Planeten,
Bist alsobald und fort und fort gediehen
Nach dem Gesetz, wonach du angetreten.
So musst du sein, dir kannst du nicht entfliehen,
So sagten schon Sybillen, so Propheten,
Und keine Zeit und keine Macht zerstückelt
Geprägte Form, die lebend sich entwickelt.
Alles nur Zufall?
Sie wissen sicher, in welchem Tierkreiszeichen Sie geboren wurden. Vermutlich kennen Sie auch die Tierkreiszeichen Ihrer Familienmitglieder und Freunde sowie deren charakteristische Merkmale. Selbst wenn manche Menschen entrüstet ablehnen, etwas davon für bare Münze zu nehmen, so lesen sie doch hin und wieder ihr Horoskop in der Zeitung oder über die Eigenschaften ihres Sternzeichens. Wenn die Aussagen nicht zutreffen, heißt es triumphierend: „Hab’ ich’s nicht gleich gesagt, dass das ein Blödsinn ist?“ und wenn es doch zutrifft – dann ist es eben Zufall!
Als Zufall bezeichnen wir all das, wofür wir sonst keine Erklärung haben. Das heißt aber nicht, dass es keine Erklärung gibt. Man kennt sie nur (noch) nicht. Wir können mit unserem Bewusstsein immer nur Teile erkennen und verstehen. Niemand ist allwissend, es gibt immer viel mehr als „unsere Schulweisheit sich erträumen lässt“. Vieles, was uns als guter oder schlechter Zufall erscheinen mag, verstehen wir oft erst im Nachhinein richtig.
Den Sinn unseres Lebens zu verstehen, „… zu erkennen, was die Welt im Innersten zusammenhält“, wie Goethes Faust es sagt, war und ist ein immerwährendes Anliegen der Menschen. Es wurden Orakel befragt, die Schau des Vogelfluges oder die Eingeweide von Tieren gaben Auskunft über günstige oder ungünstige Entwicklungen. Kaffeesatz, Karten, Runen, Handlesen oder was auch immer – die Philosophie aller Völker und Kulturen suchte, dem Geheimnis und dem Sinn des Lebens auf die Spur zu kommen.
In manchen Bereichen ist astrologisches Wissen in unserem Leben so tief verankert, dass es uns gar nicht mehr bewusst ist. So sind zum Beispiel unsere Wochentage nach den Planeten benannt, oft auch in englischer, italienischer oder französischer Sprache:
Sonntag, Sunday, Domenica, dimanche – Tag der Sonne, des Zentrums unseres Planetensystems, der „Tag des Herrn“ in unserer Kultur.
Montag, Monday, lunedì, lundi – Tag des Mondes (Luna) und der Gefühle.
Dienstag, Tuesday, Ziischtig, martedì, mardi – Tag des Mars. Ziu ist der germanische Männer- bzw. Siegesgott, ähnlich dem römischen Kriegsgott Mars.
Mittwoch, mercoledì, mercredi – Tag des Merkur, Gott des Handels und der Kaufleute, an vielen Orten Markttag.
Donnerstag, Thursday, giovedì, jeudi – Tag des Jupiters. Thor oder Donar ist der germanische Donner- oder Wettergott.
Freitag, Friday, venerdì, vendredi – Tag der Venus oder der germanischen Freja, der Tag des Genießens und der Schönheit, Ruhetag in den islamischen Ländern.
Samstag, Saturday, sabato, samedi, Sabbat – Tag des Saturn und der Ruhe in der jüdischen Kultur.
In der Landwirtschaft und im Gartenbau wurde früher und wird auch heute beim Säen und Ernten wieder vermehrt Rücksicht genommen auf den Stand des Mondes. Wer eine Schlankheitskur macht, tut sich bei abnehmendem Mond leichter als bei zunehmendem. Der Einfluss des Mondes auf die Periode der Frau und die Fruchtbarkeit ist unbestritten. Man muss nicht gerade „mondsüchtig“ sein, um den Vollmond zu fühlen. Manche Menschen schlafen während dieser Zeit schlechter oder sind leichter gereizt und nervös. Es gibt mehr Unfälle, Verbrechen und Suizide. Manche Heilkräuter entwickeln ihre Heilkräfte besser, wenn sie mit dem richtigen Mondstand geerntet werden.
Wenn uns nun die Wechselwirkung des Mondes mit dem Leben hier auf der Erde so vertraut ist, warum sollten die anderen Planeten nicht auch ihre Bedeutung für unser Leben haben?
Woher kommt die Astrologie?
Die Geschichte unserer Astrologie reicht bis in die Antike ins erste Jahrtausend vor Christus zurück. Aus China, Tibet und Ägypten sind noch ältere Hinweise auf astronomische Beobachtungen bekannt. Immer wurden aus dem Lauf der Gestirne Rückschlüsse zum Geschehen auf der Erde und dem Leben der Menschen gezogen, auf Erfolge und Wohlergehen oder zu erwartende Schwierigkeiten. Die Berechnung der Planetenbahnen verlangt genaue Kenntnisse in Mathematik und Naturwissenschaft. Es waren daher die Gelehrten ihrer Zeit, die sich darin auskannten und Astrologie betrieben. Ihren Aussagen wurde so große Bedeutung zugemessen, dass die Astrologie sogar als die Königin der Wissenschaften bezeichnet wurde.
Jede Hochkultur entwickelte ein eigenes System, um das Zusammenwirken zwischen Himmelserscheinungen, der Natur und unserem menschlichen Leben und Schicksal zu begreifen und verständlich zu machen. Manche dieser Lehren unterscheiden sich gravierend von unserer europäischen Astrologie, allen gemeinsam ist jedoch die Suche nach dem Verstehen und Sinn hinter allen Erscheinungen.
Astrologieähnliche Systeme, die intuitivem Zugang der Menschen offen waren, wurden in Europa oft verdrängt, missachtet oder sind nur teilweise überliefert. Der Bedeutung der keltischen Runen wird heute wieder mehr Beachtung geschenkt. Das keltische Baumhoroskop zum Beispiel beruht auf Mythen um einen Baumkalender mit 21 Bäumen und einem Jahr mit 13 Mondzyklen. Das chinesische Horoskop kennt zwölf Tiere, die jeweils ein Jahr „regieren“, basierend auf einem chinesischen Kalender und der chinesischen Philosophie der fünf Elemente und des Yin und Yang. Die Astronomie im alten Ägypten und in Mesopotamien war sehr mit der Religion verbunden und suchte Omen, Vorzeichen künftiger Ereignisse zu deuten oder Himmelserscheinungen auf Gottheiten und Menschen zu übertragen. Das Medizinrad der Indianer wiederum erklärt, wie ein Mensch in die Natur hineingeboren ist und mittels eines Totems, einer mythisch-verwandtschaftlichen Beziehung zu einer Pflanze, einem Tier oder anderen Naturelement seine Inspiration, Kraft und Heilung finden kann. Daneben bestehen die indische Astrologie mit ähnlichen Grundlagen wie unsere europäische Astrologie und etliche Variationen wie die arabische, persische, babylonische oder sumerische Astrologie und nicht zuletzt eine Kombination aus Astrologie und Kabbala, der jüdischen Geheimlehre, die anhand des Namens, Geburtsdatums und mit Hilfe eines Zahlenschemas die Lebensaufgabe eines Menschen entschlüsselt. Auch aus Afrika ist eine mehrere tausend Jahre alte Darstellung des Tierkreises in einem Felsenbild bekannt.
Die europäische Astrologie, wie wir sie hier in unseren Breitengraden heute kennen, entwickelte sich ursprünglich vermutlich in Mesopotamien und kam über griechische und später römische Gelehrte zu uns. Das Verhältnis des Christentums zur Astrologie war zwiespältig und ist es zum Teil auch heute noch, da nach Meinung der Kirche die Vorherbestimmung des Schicksals dem freien Willen des Menschen im Christentum widerspricht. Andererseits wird auch in der Bibel die Geburt Christi astrologisch angekündigt und die Sternkunde als Kunst angesehen. Astronomie und Astrologie waren immer unmittelbar miteinander verbunden. So basiert das Lebenswerk von Johannes Kepler „Weltharmonie“ auf astrologischen Überlegungen. Der enorme wissenschaftliche Fortschritt der Neuzeit ließ die Deutungskraft der Astrologie für die eigenen Lebensaufgaben fast in Vergessenheit geraten. Doch zahlreiche Persönlichkeiten bezogen sich immer wieder auf den erkenntnisreichen Wert der Sternenkunde wie etwa Johann Wolfgang von Goethe (1749–1832) oder Carl Gustav Jung (1875–1961), der die moderne Psychologie bedeutend prägte.
Werde, der du bist!
Der Begriff Astrologie kommt von dem griechischen astron = Stern und logos = Geist, Sinn oder Lehre. Die Astrologie ist die Lehre von der symbolhaften Deutung der Planeten, ihrer Bewegungen und Konstellationen. Grundlage dafür sind die sieben hermetischen Gesetze des Hermes Trismegistos:
Schöpfung: Alles beginnt im Geist. Es sind nicht die Planeten, die uns beeinflussen, sie folgen ebenfalls den ewigen geistigen Gesetzen.
Resonanz: wie oben, so unten. Vom Lauf der Gestirne können wir Rückschlüsse auf unser Leben ziehen.
Schwingung: Nichts ist in Ruhe, alles bewegt sich.
Dualität: Scheinbare Gegensätze ergeben erst das Ganze. Eines kann nicht ohne das andere bestehen.
Rhythmus und Kreislauf: Alles fließt, das Pendel schwingt von einem Pol zum anderen.
Ursache und Wirkung, Karma: Jede Wirkung hat ihre Ursache, jede Ursache ihre Wirkung. Eine bewusste neue Handlung kann eine veränderte Folge bewirken.
Geschlecht: Alles trägt männliche und weibliche Eigenschaften in sich, Harmonie im Yin und Yang durch Geben und Nehmen zwischen dem Schöpferischen und Nährenden.
Alle Erscheinungsformen unserer Welt sind heute in Oberbegriffe klassifiziert, die in kleinere Unterbegriffe aufgeteilt werden, bis zum letzten Einzelnen. Die Astrologie hingegen beschreibt sozusagen den roten Faden, der sich nach anderen als den gängigen wissenschaftlichen Gesichtspunkten durch alle Phänomene zieht, durch sämtliche Lebewesen, Mensch, Tier und Pflanze, Mineralien, Gefühl oder Eigenschaft. Diese Denk- oder tiefere Erkenntnisweise ist nach den Planeten benannt. So entspricht im einfachsten Beispiel – das in der Praxis wesentlich weiter gedeutet wird – dem Prinzip Mond: Frau, Mutter, Schalentiere, Wasserpflanzen, Silber, Hingabe, Fruchtbarkeit. Oder Mars: Kämpfer, Polizist, Raubvögel, Brennnessel, Eisen, Wille, Tatkraft. Erkennen Sie die Ähnlichkeiten der Qualitäten in den Beispielen bei Mond bzw. Mars? Sie sind mit den Tierkreiszeichen Krebs und Widder verbunden.
Die Prinzipien der Planeten und Tierkreiszeichen finden auch Entsprechungen in unserem Körper, in den verschiedenen Körperteilen und Organen. Das reicht von Mars und Widder am Kopf bis zu Neptun und den Fischen in den Füßen. So können manche körperlichen Beschwerden in Bezug zu Gefühlen und Empfindungen gebracht werden und umgekehrt. Krankheiten sollten immer von Ihrem Arzt oder Therapeuten behandelt werden, ein Blick auf die Psychosomatik kann aber durchaus interessante Blickpunkte aufzeigen, Verständnis für ein Leiden aufbringen und die Heilung unterstützen.

