Cover: Sarahs magische Reise

Sarahs magische Reise


EUR 22,90

Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 224
ISBN: 978-3-7116-1215-1
Erscheinungsdatum: 20.11.2025
Magie, Spannung und ein Wettlauf gegen das Böse! Ein kleiner Held mit der Macht über die Zeit muss die Auserwählte finden, um mit ihr die Stadt über den Wolken retten. Ein magisches und mitreißendes Abenteuer für große und kleine Träumer.
Kapitel 1
Der Traum


Es ist ein ganz normaler und wundervoller Sommertag. Ein kleines Mädchen schreckt in der 31. Straße im Stadtteil Manhattan von New York gerade aus ihrem Traum auf. Es ist Sonntag früh, 8:00 Uhr, und natürlich hat sie ihre Hausaufgaben schon gemacht. Nachdem sie sich den Schlaf aus ihren wunderschönen blauen Augen gerieben hat, setzt sie sich an diesem sonnigen Tag in ihrem rosa bezogenen Bett auf. Sie schaut aus ihrem Fenster und trotz der noch andauernden Angst vor ihrem Traum erfreut sie sich an dem herrlichen Sonnenschein. Sie erinnert sich an die Idee ihrer Mutter, heute ein Picknick im Central Park zu machen. Voller Vorfreude steht sie auf und schon hört man jemanden „Sarah.“ rufen. Ihre Mutter steht in der Küche und hat das gemeinsame Frühstück vorbereitet. „Ja, ich komme gleich“, antwortet sie ihrer Mutter Jane mit ihrer netten, freundlichen und kindlich klingenden Stimme. Da sie wirklich hungrig ist, eilt sie in ihrem lila Schlafanzug rüber zu ihrer Mutter. Ihr Pyjama ist mit einem rosa Einhorn, welches ein violettes, flauschiges Horn hat, verziert. Ihre zierliche Statur und auch ihre Körpergröße von 168 cm machen sie eher zu einem unauffälligen, aber sehr hübschen jungen Mädchen von dreizehn Jahren. Auf dem Weg zur Küche bindet sie sich mit ihrem Haargummi, das sie an ihrem Handgelenk trägt, noch schnell ihre blonden, leicht gelockten, etwas mehr als schulterlangen Haare zusammen. „Gut geschlafen?“, wird sie begrüßt. „Mir ist noch ein bisschen unwohl, denn mein Traum war wirklich sehr unheimlich“, antwortet sie bei dem Gedanken an ihren Traum noch etwas verunsichert. „Dann setz dich erst mal hin. Wir frühstücken in Ruhe und du erzählst mir von deinem Traum“, möchte ihre Mutter sie beruhigen. Sarah setzt sich zu ihrer Mutter und beginnt zu erzählen: „Ich kann mich nur noch an Bruchstücke erinnern und alles ist wie verschleiert. In einer Stadt in den Wolken war alles in Aufruhr. Eines von zwei gnomähnlichen und düster wirkenden Wesen mit zotteligem Haar, knapp einen Meter groß und die Arme unverhältnismäßig lang, wollte eine hellblau schimmernde Tür öffnen. Aber allem Anschein nach wäre das nicht gut gewesen.“ Sarah nimmt ihre Tasse in die Hand und trinkt einen Schluck. „Mmh, Früchtetee mit genau der richtigen Menge Honig“, lobt sie ihre Mutter und erzählt weiter: „Das kleine Wesen schimpfte hastig und ängstlich: ‚Ich bekomme die Tür nicht auf.‘ Sein Begleiter half ihm und versuchte ebenfalls erfolglos, die Tür zu öffnen. Aus dem Hintergrund hörte ich dann plötzlich eine unheimliche, sehr dunkle und polternde Stimme: ‚ÖFFNET DIESE TÜRE …‘, rufen. Ich kann mich leider nicht an den kompletten Satz und auch nicht an die Person erinnern, welche so düster gesprochen hat.“ Sarah schneidet ein Brötchen auf und bestreicht die untere Hälfte mit Butter und Nougatcreme, beißt ein Stück ab und fährt fort: „Alles, woran ich mich noch erinnern kann, ist, dass beim Ertönen dieser tiefen Stimme alle anderen Geräusche verstummten und die Umgebung etwas dunkler wurde.“ Jane streicht Sarah über den Kopf und versucht, sie zu beruhigen: „Es war nur ein Traum, mach dir nichts daraus, denk an unseren Ausflug heute.“ Sarah nickt. Wenig später beenden sie ihr gemütliches Frühstück, denn sie wollen nicht allzu spät zum nicht weit entfernten Central Park. Da Sarah sich von dem Gedanken an ihren Traum nicht ganz beruhigen kann, kommt ihr diese Idee umso mehr entgegen. Sie hilft noch, die Küche in Ordnung zu bringen, und rennt voller Vorfreude ins Bad. Sie duscht sich, putzt ihre Zähne und läuft anschließend in ihrem Bademantel in ihr Zimmer, zieht sich ihr rosa Lieblingskleid an und läuft zu ihrer Mutter zurück. Gemeinsam packen sie etwas zu essen, zu trinken und alles, was man noch für ein schönes Picknick benötigt, ein und machen sich auf den Weg zur U-Bahn. Unterwegs hört Sarah immer wieder die Worte „ÖFFNET DIESE TÜRE …“. Auch wenn diese Worte nur aus einem Traum stammen, fühlt sich die Umgebung für Sarah jedes Mal düster an und Angst überkommt sie. Schließlich kommen sie an der Station 72. Straße an und steigen aus der U-Bahn aus. Sie begeben sich nach oben, laufen in den Central Park zum Bethesda-Brunnen und suchen sich eine Stelle, wo sie sich hinsetzen können. Sarah schaut nach links zum Brunnen. Aus zwei übereinander befindlichen Schalen sieht man Wasser in das darunterliegende Becken fließen. Auf der oberen Schale steht ein Engel, der eine Lilie in der linken Hand hält. Sarah dreht ihren Kopf nach rechts. Rechts und links führt jeweils eine Treppe nach oben zu einer Aussichtsplattform. Unter dieser Terrasse sieht man einen Tunnel mit sieben Torbögen, aber nie kam ihr diese Unterführung so finster und schmal vor. Da sie ihre Mutter nicht noch weiter beunruhigen will, sagt sie aber nichts. Sie breiten gemeinsam eine Decke über einem Stück der Wiese aus. Ihre Lieblingsdecke, wie Sarah bemerkt, aus rosa Vlies bestehend und verziert mit einem geflügelten Einhorn, das sich gerade in die Luft erhebt. Außer den Flügeln sieht es genau wie das Tier auf ihrem Schlafanzug aus. Sie setzen sich. „Ein herrlicher Tag“, denken sie sich, und natürlich sind sie nicht alleine im Park. Eine Weile schaut Sarah einem Fußballspiel zu. Auf der gegenüberliegenden Seite sieht sie ein Pärchen Frisbee spielen. „Möchtest du nicht fragen, bei dem einen oder anderen Spiel mitmachen zu dürfen?“, muntert Jane sie auf. Schließlich ist Sarah eine sehr gute Schülerin und Sport ist eines ihrer Lieblingsfächer. Um etwas Ablenkung zu finden, steht sie nach einer Weile auf und geht zu dem Fußballteam. „Kann ich mitmachen?“, fragt sie vorsichtig. „Natürlich, wir benötigen sogar noch einen Mitspieler“, erwidert einer der Spieler. Sie schließt sich dem Team mit drei Spielern an und los geht’s. Vier gegen vier sind sie nun und so spielen sie eine fantastische Partie Fußball. Einige kleine Dribblings, jedoch nie egoistisch, so zeigt sich Sarah. Sie ist einfach ein Naturtalent, das kann sie ganz klar unter Beweis stellen. Überhaupt alles, was sie sportlich anfasst, gelingt ihr auch. Auch dass sie mit ihrem Team ständig in Führung liegt, ist ihr in diesem Fall nicht weiter wichtig. Ihre Tochter lachend und so ausgeglichen zu sehen, erfreut Jane. Ab und zu kommt Sarah, um schnell etwas zu trinken, zur Decke gerannt und läuft anschließend wieder zurück. So vergehen einige wirklich schöne Stunden, in denen sie an nichts anderes denkt, als Spaß zu haben. Doch plötzlich wirkt sie etwas verunsichert. Sie schaut sich um. Völlig abwesend vom Spiel kommt ihr plötzlich alles wie in Zeitlupe vor. „Ich gehe schnell noch etwas trinken“, ruft sie ihren Spielkameraden zu, doch niemand scheint Notiz davon zu nehmen. So läuft sie, ohne weitere Worte zu verlieren, zurück zu ihrer Mutter. Auch hier ist seltsamerweise alles langsamer zu sehen. Ihre Mutter hat sich gerade eine Limonade geöffnet. Die Dose musste im Korb wohl umgefallen sein, denn die Limonade spritzt jedoch auch wie in Zeitlupe, immer langsamer werdend, etwa zehn Zentimeter aus der Öffnung. Schließlich bleibt alles stillstehen. Wenn es sich nicht so falsch anfühlen würde, wäre es ein wunderschöner Anblick, so wie die Umgebung jetzt auch noch in dezentes Lila getaucht ist. Die Wasserfontänen am Brunnen sehen aus wie eingefroren. Der Fußball ist in der Luft gerade auf dem Weg ins Tor stehen geblieben, ebenso wie die Frisbeescheibe ebenfalls mitten im Flug stehen geblieben ist. Ein paar Vögel hängen mit gespreizten Flügeln etwa zehn Meter über ihr. Eine Weile versucht sie, herumlaufend zu verstehen, was hier vor sich geht. Schließlich schaut sie zu dem für sie immer noch engen und düster wirkenden Durchgang mit den sieben Torbögen. Eine putzig aussehende Gestalt, ähnlich derer aus ihrem Traum, beobachtet sie. Um das Wesen herum plötzlich unglaublich hell, hat sie den Eindruck, dass hier eine nicht vorhandene Laterne den Bereich beleuchtet. Das Wesen hüpft hin und her, ohne Zweifel will es Aufmerksamkeit bekommen. „Hallo?“, ruft Sarah. Mehr als ein hastiges Herbeiwinken ist jedoch nicht zu sehen und so macht sie sich auf zu ihm. „Gut Spiel, ich Gargi, nicht Angst haben, Gargi nett – hihi“, sagt das kleine Wesen. Der Kleine erinnert sie an eines der gnomähnlichen Wesen aus ihrem Traum. Dieser jedoch sieht sehr nett und nicht so bedrohlich aus. Gekleidet ist er mit einer blauen, dreiviertellangen Hose und einem lila Hemdchen. Die „hihi“-Laute nach seinen Worten hören sich extrem lustig an. Sarah antwortet ihm: „Ich heiße Sarah.“ „Gargi weiß. Sarah helfen muss. Sarah wurde zu Hilfe gerufen, erinnern – hihi?“ Sarah versteht nicht, was geschieht. „War der Traum ein Hilferuf?“, denkt sie sich. Als könnte er Gedanken lesen, antwortet Gargi: „Wolkenstadt in Gefahr.“ Ihr fällt auf, dass bei diesem Satz sein „hihi“ fehlt. Irgendetwas scheint ihn wohl zu beunruhigen, sie schaut rüber in die Menschenmenge, denn die Zeit scheint sich langsam wieder zu erholen. Der Ball fliegt langsam ins Tor, die Frisbeescheibe wird wieder schneller. Auch die Tiere und Menschen beginnen sich langsam wieder zu bewegen und das dezente Lila verschwindet ebenfalls. Die Limonadenfontäne spritzt noch ein wenig und ihre Mutter nimmt einen großen Schluck aus der Dose. Das Licht um Gargi wird langsam wieder dunkler und Sarah erkennt an den Gesten der Spieler, dass sie gesucht wird. Erfolglos versucht sie, auf sich aufmerksam zu machen. Da sie von niemandem bemerkt wird, möchte sie zu ihrer Mutter zurücklaufen. Noch bevor sie losläuft, bittet Gargi erneut um ihre Hilfe: „Keine Sorgen machen, alles gut werden – hihi.“ Irgendwie sind seine Worte sehr beruhigend und Sarah möchte unbedingt wissen, was denn nun als Nächstes kommen wird. „Müssen los zum Suchen von Bruchstücken. Freunde und Familie denken, in Traum zu sein – hihi.“ Da sie sich in seiner Umgebung sehr wohlfühlt und seine Worte so ehrlich klingen, möchte sie unbedingt helfen. Er nimmt ihre Hand und sie laufen auf eine aus dem Nichts erscheinende rosa Wolke zu. Zusammen in der Wolke angekommen, wird alles um sie plötzlich unscharf.




Kapitel 2
Der letzte Schlüssel


Aufruhr macht sich vor einer hellblau schimmernden Tür, verziert mit zwei Engeln, die sich schwebend über einer Stadt die Arme entgegenstrecken, breit. Nirgends ist ein Schloss, das die Tür öffnen könnte, zu erkennen. Was ist hinter dieser Tür? Was ist wohl hinter einer Tür verborgen, die von keinem Schlüssel geöffnet werden kann und scheinbar von zwei Engeln beschützt wird? Umrandet ist die Tür mit einer mittelalterlich wirkenden Mauer aus vielen unterschiedlich großen Steinen. Neben der Tür in der Mauer ist eine Vertiefung zu sehen, die eine Aufnahme für ein Schwert zu sein scheint. Diese Vertiefung, oder man könnte es auch einen Schrein nennen, hat Umrisse, die an ein wundervoll verziertes Artefakt erinnern. Als wenn er nach etwas rufen würde, blinkt es in einer herrlichen blauen Farbe in einer nicht zu deutenden Frequenz. Warum ist das Volk nur in Aufruhr? „Wo ist das Schwert?“, ruft ein Teddnar, ein gnomähnliches Wesen, plötzlich. Er wirkt aber nett und keinesfalls düster wie die Wesen aus Sarahs Traum. „Majestät?“, ruft ein zweiter Teddnar. „Majestät, da stimmt was nicht, der Schlüssel ist weg!“, ruft er und läuft los, um den Palast der Stadt zu erreichen. Er will den König und die Königin informieren. Was würde passieren, wenn die Tür nicht mehr geöffnet werden kann? Der Weg zum Palast beginnt bei einem Denkmal, nicht weit von der Engelstür entfernt. Hier steht in einem Brunnen, an seiner Aufmachung nach klar zu erkennen, die Statue eines Königs. Er trägt einen typisch roten Königsmantel. Sein Zepter erinnert an die Form des Artefakts, das, wenn es nicht zu groß wäre, in die hellblau blinkende Vertiefung passen müsste. Eine goldene Krone mit Edelsteinen verziert schmückt seinen Kopf. Eben genau, wie man sich einen König vorstellen würde. Wunderschöne Wasserfontänen sind rund um den Brunnen angeordnet. Sie sprühen vom Rand des Brunnens Wasser gegen die Statue. Gepflastert ist der leicht bergauf führende Weg mit kunstvoll verzierten, rosa- und lilafarbenen, unterschiedlich großen und geformten Steinfliesen. Die Zwischenräume der Steine sind mit wunderschönem Gras gefüllt. Alle fünf Meter stehen einmal rechts und dann wieder links eine Laterne. Ihren Formen nach könnten sie Einhörner sein. Als Lichtquelle dient der Kopf dieses edlen Tieres und die Augen stellen die Lampen dar. Der Teddnar läuft die bewaldete Allee Richtung Palast, und obwohl die Situation so bedrohlich ist, kommt ihm der Weg dorthin angenehm vor. Ohne Zweifel liegt das an der Aufmachung des Weges. Mit den bunten Steinen, den Laternen und Pflanzen, die den Weg so schön verzieren, ist alles sehr beruhigend. Er erreicht nach einem kurzen Endspurt das Tor zum Palast und ruft: „Lasst mich ein, ich bin Freund, ich möchte weder Ärger noch Probleme machen.“ Das Tor setzt sich wie eine Zugbrücke in Bewegung, öffnet sich langsam und überbrückt wenig später einen etwa zehn Meter breiten, mit rosa Wasser gefüllten Graben. Das Wesen überquert die entstandene Brücke und geht weiter in den Vorhof des Palastes. Ein riesiger Palasthof mit den gleichen kunstvoll verzierten rosa- und lilafarbenen Steinfliesen, die den Weg zum Palast verzieren, schmücken den Boden. Hier sind die Zwischenräume der Steine mit blauem Gras gefüllt. Am weit entfernten Ende dieses edlen Bodens beginnt ein etwa fünf Meter breiter Weg. Der zum Tor des Palastes führende Weg ist komplett mit dem wunderschönen, blauen und sehr gut gepflegten Rasen bewachsen. Kurz bevor er den Rasen erreicht, stoppt er und schaut sich mit fragendem Blick um. Flügel schlagen und eine Art Wiehern ist von oben zu hören. Ein Wiehern, das aber nicht an Pferde erinnert. Es ist ein wärmender und angenehmer Ton. Sein Blick in den Himmel lässt das Königspaar erkennen. Beide sitzen jeweils auf einem fliegenden Einhorn und hier kommt auch das angenehme Wiehern her. Ohne den geringsten Staub aufzuwühlen und ohne den Rasen zu beschädigen, landen die beiden Einhörner fast geräuschlos. „Ragi!“, ruft der König, während er und seine Gattin von den edlen Tieren absteigen. „Wir haben mitbekommen, dass es einen Kampf an der letzten Engelstür gab, und sind von unserem Ausflug direkt zurückgeflogen. Erzähle uns, was passiert ist“, bittet der König. Der Teddnar Ragi, der aufgrund seiner Größe immer noch nach oben schauen muss, antwortet hastig: „Ich habe nur gesehen, dass das blaue Zauberschwert neben der Türe fehlt, jedoch ist Gargi immer gut informiert und könnte mehr wissen.“ „Bitte hole ihn in den Palast“, bittet die Königin. Ragi nickt. Mit einem kurzen Blick der Königin auf einen ihrer königlichen Ringe entsteht eine fliederfarbene Wolke um Ragi und die zwei Tiere.
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