Cover: Unsere stachligen Freunde

Unsere stachligen Freunde
Igel erzählen ihre Geschichten


EUR 25,90

Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 70
ISBN: 978-3-7116-0336-4
Erscheinungsdatum: 27.01.2025
Das Kinderbuch „Unsere stachligen Freunde“ von Marion Brix stellt den Igel mit seinen Besonder- und Gewohnheiten in den Vordergrund. Auch die Arbeit in Igelstationen wird thematisiert.
Die Bambi-Igel

Es war einmal … nein, so fängt meine Geschichte nicht an.

Ich, ein Igelbaby, 100 Gramm schwer, bin mit meinen drei Brüdern in der Igelstation gelandet.

Wir Igel sind Wildtiere, nicht so groß wie Löwen und Elefanten, dennoch Wildtiere.

Und bei Wildtieren passiert es ab und an, dass die Mama auf Futtersuche geht und nicht wiederkommt. So auch bei meinen Brüdern und mir.

In der Igelstation angekommen, haben wir sofort eine Wärmflasche bekommen, das gefällt mir so sehr gut.

Ich beobachte, dass auch andere Igelbabys in der Igelstation sind. Sie bekommen eine weiße Flüssigkeit zu trinken. Ich befürchte, es handelt sich um Milch.
Schnell wecke ich meine schlafenden Brüder und berichte ihnen von meiner Beobachtung. Unsere Mama hat gesagt, wir dürfen auf keinen Fall Milch trinken. Davon werden wir sehr krank.

Ein Zweibeiner kommt auf unseren Käfig zu und nimmt mich in die Hand. Er versucht, mir mit einer Spritze (ohne Nadel) die weiße Flüssigkeit in mein Maul zu spritzen. Ha, gelingt nicht. Ich verschließe mein Maul fest.

Der Zweibeiner ist nett, warum sollte er versuchen, uns mit der Milch krank zu machen?

Zurück in unserem Käfig berate ich mich mit meinen Brüdern. Unser Hunger ist riesig und die anderen Babys hier in der Igelstation scheinen sehr zufrieden mit der Milch zu sein.

Also gut, ich werde die Milch kosten.

So, so lecker!!! Ich kann nicht genug bekommen.


Des Rätsels Lösung: Es handelt sich um eine ganz spezielle Milch für uns Igelbabys.

Es geht meinen Brüdern und mir prächtig.


Euer Milchigel



Wir gehen in die Schule

Meine Geschwister und ich sind drei Wochen alt. Mama hat gesagt, dass wir heute in die Schule gehen. Keine Schultüte, keine Naschis und wir werden auch in keiner Schule begrüßt. Dennoch bin ich sehr aufgeregt. Zum ersten Mal verlassen wir unser Nest und ich bekomme Herzklopfen. Eine tolle Welt, noch schöner als in Mamas Geschichten. Es raschelt, wenn ich auf dem Laub laufe, und es riecht auch toll. Die pfeifenden Geräusche in der Luft nennt man Wind. Von oben kommt Wasser, es ist Regen.

Fünf Minuten vor der Tür und ich bin überwältigt von den vielen neuen Eindrücken. Dann plötzlich krabbelt etwas Dunkles direkt an meiner Nase vorbei. Mama sagt, es sei ein Käfer und ich solle schnell zubeißen. Mache ich. Dieser Käfer schmeckt köstlich. Das war einfach, um einen leckeren Happen zu haben. Mama sagt: „Du musst nach Insekten graben. Viele Insekten wohnen in der Erde.“ Gesagt, getan, ich buddele mit meinen kleinen, aber starken Vorderpfoten ein Loch, nichts!!! Mama meint: „Sei ganz leise, wir Igel können auf ein bis zwei Meter hören, wenn sich etwas in der Erde bewegt.“ Es ist sehr ruhig und tatsächlich höre ich eine Bewegung in der Erde. Ich renne hin, buddele und vernasche einen Regenwurm. Fantastisch! Ich bin so müde von all den Neuigkeiten und möchte nach Hause in unser gemütliches Nest. Zu Hause angekommen, kuschele ich mich an Mama, schlafe sofort ein und träume von Wind, Käfern, Laub und Wasser.

Euer Schulkind



Der Schlauch

Es riecht nach Frühling. Ich bin aus meinem Winterschlaf erwacht. Aber irgendwie fühle ich mich schlapp. War das Bett, also mein Nest, nicht kuschelig genug oder habe ich nicht lange genug geschlafen? Ich weiß es nicht.

Egal, ich habe Hunger und mache mich auf die Suche nach Käfern und anderen Leckereien. Glücklicherweise finde ich eine Unterkunft mit Stroh und Futter. Ein Zweibeiner entdeckt und schaut mich besorgt an.

Ich werde gewogen und die freundliche Frau stellt fest, dass ich viel zu dünn bin. Sie sagt, ich sehe aus wie ein Schlauch und habe auch im Genick einen Hungerknick. Wir Igel haben an sich eine rundliche Figur.

Ich bekomme den Namen Kai-Uwe. Einen Doppelnamen, sehr schick.

Nun gibt es jeden Tag pünktlich und ausreichend Futter. Von Tag zu Tag fühle ich mich besser und kräftiger.

Käfer und andere Insekten schmecken mir besser, die gibt es aber nicht auf der Speisekarte. Im Angebot sind Katzennassfutter, Trockenfutter, Huhn und Rührei.

Nach drei Wochen bin ich wieder eine Igelkugel und kann meiner Wege gehen.

Euer Kai-Uwe



Der Winterschlaf

Merkwürdig, dieser Winterschlaf. Er kommt einfach so und – schwupps – schlafe ich einige Monate. Ihr Zweibeiner macht keinen Winterschlaf und müsst die nasse und kalte Jahreszeit ertragen.

Bei uns Igeln beginnt die Vorbereitung schon im September. Wir versuchen, so viel wie möglich zu futtern, damit wir ausreichend Fettpolster für den Winterschlaf haben. Manchmal ist es schwierig, genügend Insekten zu finden. Der Oktober kommt. Es ist kalt und auch die Insekten verschwinden langsam. Ich überlege, machen Insekten auch Winterschlaf? Egal, mir ist kalt und Futter ist auch nicht mehr da. Mit Moos, Laub, Gras und kleinen Stöcken baue ich mir ein robustes, regensicheres und gemütliches Winternest. Ich schleppe alles, was ich finde, in meine neue Behausung. Zufrieden betrachte ich mein Werk.

Ja, meine Augen werden schwer. Ich bette mich bequem, schließe die Augen und schlafe ein. Draußen ist es ungemütlich, da ist so ein Winterschlaf gerade richtig. Ich glaube, einige Zweibeiner beneiden uns um unseren Winterschlaf.

Eure Winterschlafkugel
5 Sterne
Tolle Kurzgeschichten  - 23.02.2025
Christopher Berndt

Damit jeder weiss, wie man Igel helfen kann und wie das Leben eines Igels aussieht!😄

5 Sterne
Tolle Kurzgeschichten  - 23.02.2025
Christopher Berndt

Damit jeder weiss, wie man Igel helfen kann und wie das Leben eines Igels aussieht!😄

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