Cover: Penelope und George

Penelope und George
Eine ungewöhnliche Freundschaft


EUR 19,90

Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 80
ISBN: 978-3-7116-1180-2
Erscheinungsdatum: 04.05.2026
Wenn eine mutige Katze auf eine vorsichtige Schildkröte trifft, beginnt ein ungewöhnliches Abenteuer. Penelope und George entdecken, wie spannend Freundschaft trotz aller Unterschiede sein kann – voller Spaß, Mutproben und kleiner Wunder.
Die sprechende Obstschale

Was war das doch für ein schöner Sommermorgen. Die Sonne strahlte nur so vom Himmel. Genau das richtige Wetter also für einen ersten Streifzug.

Ganz vorsichtig schlich Penelope durch die Wiese. Aufmerksam, das Köpfchen leicht nach oben gezogen. Die Katze hatte alles genau im Blick. Nichts schien ihr zu entgehen.

Die Glockenblumen waren gerade aufgeblüht, Penelope liebte diesen wunderbaren Duft ganz besonders. Sie reckte den Hals noch ein wenig höher, um den Moment auch richtig genießen zu können. Sanft wehte ihr der Wind durch die feinen Barthaare. Wie schön, dachte sie.

Autsch! Was ist das denn? Penelope war auf etwas Hartes getreten. Erschrocken schaute sie runter. Vor ihr, besser, unter ihren Tatzen, lag etwas. Nein, das war kein Stein. Merkwürdig. Das sah aus wie eine Schale bei ihr zu Hause. Wo das Obst immer drin liegt. Nur war diese Obstschale hier irgendwie – falsch rum. Andersherum.

„Hey“, hörte sie von da unten. „Was soll das? Kannst du nicht aufpassen?“ Eine Obstschale, die spricht. Penelope war für einen Moment richtig verwirrt. Sie stand wie in Stein gemeißelt da, die Tatzen immer noch auf dem Etwas.

Ganz langsam bewegte sie jetzt aber ihr Köpfchen weiter nach unten, um der Sache auf den Grund zu gehen. Ein bisschen Neugierde kann ja nicht schaden, dachte sie. Schaut da nicht etwas aus der Obstschale hervor? Zwei kleine Augen und ein zerknittertes Gesicht – oder was ist das? So etwas hatte Penelope jedenfalls noch nie gesehen. Ihr Köpfchen bewegte sich nach links, dann nach rechts und wieder nach links, den sprechenden Teil der Obstschale immer genau im Blick. „Wer bist du?“, fragte mit dunkler Stimme die Obstschale.

„Ich heiße Penelope“, antwortete die Katze ganz zaghaft, immer noch ihre Pfötchen auf der Obstschale. „Wie bitte?“, kam es von unten zurück. „Pe-ne-lo-pe“. „Aha. Penelope. Hm. Und was bist du?“, fragte die Obstschale jetzt. Penelope kniff, ein bisschen genervt, die Augen zusammen. „Wie, was bin ich?“ „Na, eine Schildkröte wie ich bist du jedenfalls nicht.“ „Na, weiß Gott nicht. Ich bin eine Katze“, sagte Penelope laut und voller Stolz. „Was bist du? Du musst aber gar nicht so schreien. Schildkröten können nämlich sehr gut hören.“ „Eine Katze“, sagte Penelope jetzt etwas sanfter. „Hm“, meinte das Dings da unten schon wieder.



Wer war zuerst da?

Die Obstschale schaute sein hellbraun-weißes Gegenüber blinzelnd an. „Und was machst du, Katze, hier?“ „Ich wohne hier“, antwortete Penelope. „Unsinn, ich wohne hier“, sagte die Schildkröte, „und das schon ganz schön lange! Das ist mein Haus, das ist meine Wiese und dieser große rote Stein hier ist mein Orientierungspunkt.“ „Quatsch“, entgegnete Penelope mit einem ganz leichten Fauchen, „dann hätte ich dich und deinen Stein schon ganz sicher mal gesehen.“ „Nee, ist klar. Wenn du schon länger hier leben würdest, dann hätte ich dich schon mal gesehen!“ Was für ein Quatschkopf, dachte Penelope und wollte weiterziehen. „Übrigens, ich heiße George“, meinte plötzlich die Schildkröte und nickte dabei wie zur Bestätigung mit dem zerknitterten Etwas, das allem Anschein nach sprechen konnte.

George. Ha! Penelope schüttelte den Kopf. Was für ein Name! George! Wie doof klang das denn! Die Schildkröte schien ihre Gedanken erraten zu haben: „Du meinst wohl, du bist was Besonderes, hä?“ Penelope tat so, als hätte sie das nicht gehört, nahm ihre Tatze von der umgedrehten Obstschale, reckte ihren Kopf wieder nach oben und ging langsam an George vorbei. Was will der denn? Komischer Kerl, dachte sie. Ein paar Grashalme und Glockenblumen weiter blieb sie stehen. Ohne genau zu wissen, warum. Sie drehte ihren Kopf in Richtung George und sah ihn an. Komischer Kerl, aber … hm.

George hatte ihr nachgeschaut und erschrak, als sie stehen blieb, sich umdrehte und ihn anschaute. Irgendwas war gerade passiert. George wusste nicht, was, aber dass gerade eben etwas passiert war, das spürte er ganz deutlich.




Das Fenster zur Wiese

Penelope saß auf ihrem Lieblingsplatz. Es war ein kleiner Vorsprung im Wintergarten, direkt über der Heizung. Mit Blick nach draußen in den Garten und die wunderschöne Wiese. Der Wintergarten war riesig und gemütlich. Eine große Couch, sehr gemütlich. Zwei große Sessel. Auch sehr gemütlich. Ideal für ein kleines Schläfchen zwischendurch.

Jetzt aber wollte sie nicht schlafen. Sie musste an diese umgedrehte Obstschale von gestern denken. Schildkröte heißt das, hatte er gesagt. Na, so etwas war ihr noch nicht untergekommen. Penelope legte ihr Köpfchen zur Seite und schnurrte belustigt. Im wahrsten Sinne des Wortes untergekommen.

Auf einmal hatte sie auf diesem Etwas gestanden. Hart war es, sehr hart. Herrje, wie konnte sich – George, ja genau, George hieß die Schildkröte, endlich war ihr sein Name wieder eingefallen – wie konnte sich George mit diesem harten Dings wohlfühlen? Er konnte sich doch nicht so kuschelig zusammenrollen, nicht auf das Bett von Lisa springen oder dem Hund von nebenan hinterherlaufen. Oder etwa doch?

Herrschaftszeiten, dachte sich Penelope, wenn das alles hinter meinem Kopf auch so gewaltig wäre? Sie schüttelte sich. Wie konnte George in diesem Zustand nur leben, ja, überleben?

Sie musste unbedingt noch einmal mit George reden. Das war schon äußerst interessant. Und der winzige Kopf. Diese tiefe Stimme. Und dass er so gut hörte. Ja, diesen Dingen musste sie unbedingt auf den Grund gehen.

Sie legte ihren Schwanz, schwupps, einmal rechtsrum nach vorne und die rechte Pfote draufgestellt. Das war übrigens ihre absolute Lieblingsposition. Sie schaute ins Fenster und sah sich an. Klar, Penelope wusste, dass Katzen sich nicht selbst erkennen können. Aber egal, da war sie halt nun.

Und als sie es sich gerade gemütlich gemacht hatte, sah Penelope, wie sich die Blumen in der Wiese bewegten. Sofort richtete sie sich auf, ihre Augen konzentrierten sich auf diese eine Stelle da draußen. Was ist denn da los?



Ein dicker Kieselstein

Autsch! Menno, was war das denn? George zog vor Schmerz seinen rechten Fuß hoch. So schnell, dass es ihn fast umgeworfen hätte. Er knallte mit Wucht gegen die Grashalme. Gut, dass die so stabil waren und ihn stützten. Autsch! Tut das aber weh. George blickte runter – da war das Übel. Ein dicker, fetter Kieselstein. Wo kommt der denn her? Gibt’s doch gar nicht. Das kommt davon, wenn man am helllichten Tag träumt.

Diese Penelope ging ihm nämlich einfach nicht mehr aus dem Sinn. Was hatte sie doch gleich gesagt, was war sie? Eine Katze? Ka – tze. Tze, das klang so hart, so streng, so gefährlich. Na ja, bei diesen großen, spitzen Zähnen kein Wunder. Und groß war sie. Riesig groß. Und erst ihre Augen. Wow.

Ganz schmale, pechschwarze Pupillen hatte sie auf einmal, als sie sich anschauten. Junge, das war vielleicht gruselig, dachte George. Aber als sie ihn verließ, da waren die Pupillen auf einmal rund. Und irgendwie war sie ja auch weich. Und behutsam. Er hatte es ja fast gar nicht gemerkt, als sie mit ihrer Tatze auf seinem Panzer gestanden hatte. Komisch, komisch. Ka-tze. Aber nett, hm, ja, nett ist diese Penelope. Absolut. Ich glaube, sagte sich George, ich muss einmal zu diesem Haus, wo sie wohnt. Das muss ja ganz in der Nähe sein. Dass ich es aber noch nie gesehen habe? Merkwürdig.
5 Sterne
Penelope und George Eine ungewöhnliche Freundschaft - 15.07.2026
Christel

Eine Geschichte, die begeistert – Jung und Alt. Sie ist warmherzig und charmant geschrieben. Heutzutage sollten wir immer wieder daran erinnert werden, dass Vertrauen stärker ist als alle Unterschiede und dass Vorurteile durchaus überwunden werden können. Penelope und George – einfach empfehlenswert.

5 Sterne
The cat - 29.06.2026
Alexander Rohringer

Die Begegnung zwischen einer eigenwilligen Katze und einer vorsichtigen Schildkröte mag zunächst ungewöhnlich erscheinen, doch genau darin liegt der besondere Zauber des Buches. Denn ohne den erhobenen Zeigefinger werden auf liebevolle Art wichtige Werte vermittelt.

5 Sterne
Sehr empfehlenswert - 12.05.2026
Sebastian Richter

Katze und Schildkröte können nicht miteinander? Doch!BastiZuerst hatte ich gedacht, ob das was wird? Aber gleich von der ersten Seite an habe ich gemerkt, dass meine Tochter voll dabei ist. Sie konnte es kaum erwarten, die nächste Geschichte der beiden zu hören. Wunderbar!

5 Sterne
Eine herzerwärmende Geschichte über wahre Freundschaft - 07.05.2026
Susu

Penelope und George – Eine ungewöhnliche Freundschaft ist ein liebevoll erzähltes Kinderbuch über Freundschaft, Mut und Zusammenhalt. Die Geschichte der ungleichen Tiere Penelope und George zeigt kindgerecht, wie Vertrauen entstehen kann und warum Unterschiede etwas Schönes sind. Durch die einfache Sprache und die warmherzige Handlung eignet sich das Buch besonders gut zum Vorlesen und für junge Leserinnen und Leser.

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