Cover: Mimi, Bauzi und Lili

Mimi, Bauzi und Lili


EUR 18,90

Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 44
ISBN: 978-3-99146-661-1
Erscheinungsdatum: 16.07.2024
Fiona lebt mit ihren Katzen Mimi und Bauzi in trauter Dreisamkeit. Eine Prophezeiung der weisen Eule lässt darauf schließen, dass sie bald Zuwachs bekommen. Und tatsächlich stößt Katzendame Lili hinzu. Doch warum sagt die Eule, dass aus vier bald sechs werden?
Ich erzähle dir nun eine Geschichte, höre zu. Sie handelt von Fiona, dem Mädchen, und ihren drei Freunden, den Katzen Mimi, Bauzi und Lili:



„Ich fang dich“, durchdringt eine fröhliche Stimme die Nacht. „Nun habe ich dich, ich habe gewonnen!“ Lautes Lachen erfüllt das kleine Haus. Es ist ein liebliches Haus, ein Haus voller Freude und Freundschaft. Dort wohnt ein Mädchen mit ihren zwei Katzen: Fiona, Mimi und Bauzi.
Alles ist still an diesem Abend. Die Sonne wiegt sich friedlich in den Schlaf und macht dem Mond am Himmel Platz. Wie jeden Abend kreist die weise Eule mit weit ausgeschlagenen Flügeln über dem Haus. Sie setzt sich auf den Schornstein und gurrt ihren Freunden im Hause zu. Fiona schaut zu ihr hinauf und fragt sie: „Guten Abend, Frau Eule. Was hast du mir heute zu sagen?“
Die Eule gurrt:
„Huhu, huhu, ich bin die Eule, Weisheit spricht aus mir.
Ich erzähle aus Träumen der Zukunft dir.
Aus drei wird vier, so wird es sein, und bleibt auf immer, Fiona, dein! Huhu, huhu.
Aus vier wird sechs, die Harmonie, ein Traum wird wahr für dich wie nie. Huhu, huhu.“
Fiona lauscht gebannt den Worten der weisen Eule. „Frau Eule …“, setzt sie an zu fragen. Doch die Eule ist weg.



Fiona denkt lange über die Worte von Frau Eule nach. Denn Frau Eule weiß immer, wie das Wetter am nächsten Tag wird und auch sonst alles, was für Fiona wichtig ist. Doch so hat Frau Eule noch nie mit ihr gesprochen.
Ein lautes Prusten und Husten ertönt aus dem Schornstein. „Hhh, hhh, hhöö, hhöö!“ „Ist das die Eule?“, denkt sich Fiona. Nein, es ist Bauzi der Kater, der sich dort versteckt hat. Schwarz vor Ruß kommt er aus dem Schornstein heraus. „Hhh, hhöö.“ Mimi, die Katze, ruft: „Ich habe dich gefunden! Das war ganz leicht. Du hast dich mit deinen Fußabdrücken verraten!“ Mimi lacht und sagt: „Du bist lustig!“ Sie liebt es, mit Bauzi Verstecken zu spielen.
Bauzi sieht wie ein Schornsteinfeger aus: Schwarze Pfoten, schwarze Nase, schwarzer Bauch. Der Schornsteinfeger bringt Glück, das weiß Mimi. Bauzi leckt sich das Fell und die Nase, bis alles wieder sauber ist. Mimi kichert und sagt: „Morgen spielen wir weiter. Ich weiß schon, wo ich mich verstecke.“ Sie kichert noch immer und legt sich genüsslich in ihr weiches Körbchen. Bauzi legt sich dazu, ganz nah an seine Freundin Mimi. Gemeinsam kuscheln sie und schlafen glücklich ein.
Zufrieden legt Fiona ihren beiden Katzen eine Decke über das Körbchen. Bauzi und Mimi schlafen ganz tief. Nun ist es wieder still. Das Zirpen der Grillen erfüllt wie leise Musik die Nacht. Plötzlich – ein Knacken! Was ist das? Fiona hört ein Flattern. „Huhu, huhu!“ Kehrt Frau Eule zurück?



Ja, es ist die Eule! Wieder spricht sie seltsame Worte:
„Fiona, höre weiter zu!
Ein lieber Gast verloren und gefunden, den ganzen Tag mit Tränen und mit Wunden.
Denkst du an das Verlorene vom Morgen, geh es suchen und mach dir keine Sorgen!
Eine Freundin für immer soll es sein, auf einer Wiese findest du was dein. Huhu, huhu.“
Dann ist die Eule weg. Das Flattern ihrer Flügel ist nur noch von weit her zu hören. Fiona seufzt und geht schlafen. Lange liegt sie wach und denkt über den Abend nach.

Am Morgen sind Bauzi und Mimi schon wach und putzen sich gegenseitig das Fell. Fiona bereitet das Frühstück zu und murmelt vor sich hin: „So seltsam hat Frau Eule noch nie mit mir gesprochen. Wisst ihr warum?“ Beide Katzen schütteln den Kopf. „Warum werden aus drei vier? Und was finde ich auf einer Wiese?“ Mimi und Bauzi hören Fiona zu. Doch auch sie wissen keine Antwort darauf.
Fiona verlässt das Haus. Mimi und Bauzi schauen ihr lange nach. Fiona ist so nachdenklich. Sie hat sogar vergessen, sich von ihren Katzen zu verabschieden – das gab es noch nie! Was wird geschehen?



Fiona fährt mit dem Auto weg. Plötzlich steht etwas inmitten auf der Straße. Mit aller Wucht drückt Fiona die Bremsen. „Halt, Achtung!“ Ein Schreck, doch es ist zu spät! Ein lauter Schrei – was hat sie nur in diesem Moment getan? „Ein Unglück, es ist passiert“, ruft Fiona.
Sie steigt aus dem Auto. Doch niemand ist da. Nur ein Rascheln im Gras verrät, dass etwas auf die Wiese entwichen ist. Was ist das?
Fiona geht zur Arbeit. Sie weint den ganzen Tag. Fiona erzählt schluchzend dem Seestern-Bild an der Wand: „Lieber Seestern, ich habe eine Dummheit begangen. Jemand ist in mein Auto gerannt. Nun habe ich eine große Wunde im Herzen.“ Fiona versagt ihre Stimme. Ein Tränenmeer breitet sich vor ihr aus.
Plötzlich kitzelt sie etwas an ihrem Ohr. Fiona horcht auf. „Was ist das?“, denkt sie. Wieder kitzelt es. Fiona sieht niemanden. Es kitzelt sie ein drittes Mal. Fiona hört eine feine, liebliche Stimme eines ganz kleinen Wesens an ihrem Ohr: „Fiona, liebe Fiona, hör mir zu! Erinnere dich an die Worte der Eule. Mach genau das, was sie dir gesagt hat.“
Fiona schaut sich um. Wer spricht da nur zu ihr? Langsam, ganz langsam wiederholt sie alles, was Frau Eule am letzten Abend durch den Schornstein gurrte:



Huhu, huhu, ich bin die Eule, Weisheit spricht aus mir.
Ich erzähle aus Träumen der Zukunft dir.
Aus drei wird vier, so wird es sein, und bleibt auf immer, Fiona, dein! Huhu, huhu …
… Ein lieber Gast verloren und gefunden, den ganzen Tag mit Tränen und mit Wunden.
Denkst du an das Verlorene vom Morgen, geh es suchen und mach dir keine Sorgen!
Eine Freundin für immer soll es sein, auf einer Wiese findest du was dein. Huhu, huhu.“
„Jetzt habe ich Frau Eule verstanden“, ruft Fiona. Schnell läuft sie zum Auto und fährt zur Wiese zurück. Es war kein Unfall, das Ereignis am Morgen. Nein, es war ein Glücksmoment! Jemand hat dort auf sie gewartet. Fiona rennt direkt auf die Wiese zu und ruft: „Ich komme, lieber Gast! Du bist nicht verloren, denn ich finde dich jetzt!“
Und just in diesem Moment scheint die Wiese golden zu glitzern. Überall wirbeln funkelnde Kristalle durch die Luft. Fiona findet, was ihr die Eule versprochen hat: Ein wunderbares Kätzchen liegt auf der Wiese und schnurrt Fiona direkt ins Gesicht.



Oh, du liebes Kätzchen, hast du heute am Morgen an der Straße auf mich gewartet?“ Das Kätzchen nickt und schnurrt. „Hast du dich denn verletzt?“ Das Kätzchen schüttelt den Kopf. Fiona ist erleichtert. Dem Kätzchen geht es gut. Fionas Wunde im Herzen ist nun weg. „Du bist mein Gast, meine Freundin sollst du sein … für immer. Willst du das?“ Das Kätzchen nickt und schnurrt ganz laut.
Fiona fragt das Kätzchen: „Meine Freundin, wie heißt du denn?“ „Ich bin Lili.“ Beide umarmen sich. Beide sehen sich an. Beide fühlen, dass sie sich vertrauen. „Komm Lili, wir gehen nach Hause. Meine Freunde Bauzi und Mimi warten auf mich.“ Fiona setzt das Kätzchen sanft ins Auto. Gemeinsam fahren sie nach Hause.

Spät am Abend kommt Fiona mit Lili nach Hause. Bauzi und Mimi warten vor dem Haus. Sie sind erleichtert, als sie Fiona sehen. Schon von weitem sehen sie das Kätzchen im Auto und rufen freudig im Chor: „Hurra, hurra, die Eule hatte recht! Aus uns drei werden nun vier: Fiona, Bauzi, Mimi und Lili. Hurra, ein liebes Kätzchen wird für immer unsere Freundin sein! Hurra!“
Fiona und Lili steigen aus. Alle vier umarmen sich. Dann gehen sie zusammen ins Haus. Der Mond lächelt sanft und froh. Schon bald macht er wieder Platz für die Sonne.



Lili, du bist schmutzig. So wie Bauzi, wenn er sich im Schornstein versteckt“, lacht Mimi, „komm, wir waschen dich.“ Ohne dass das Kätzchen etwas erwidern kann, steckt Mimi es in die Badewanne. Bauzi und Mimi schrubben es sauber. Das Kätzchen freut sich über den weichen Schaum: „So viel Schaum! Das ganze Badezimmer ist voll davon!“ Alle lachen und reiben sich mit dem Schaum ein.
Bauzi und Mimi trocknen das Kätzchen mit einem Tuch ab. Fiona macht das Abendessen: Es gibt Reis, Fisch und frisches Gemüse. Lili schnurrt: „Es ist so schön bei euch.“
Fiona denkt nach. „Warum wusste Frau Eule alles?“ Sie fragt Lili: „Kennst du Frau Eule?“ Lili schaut Fiona mit großen Augen an. „Natürlich kenne ich Frau Eule! Ich habe sie im Wald gesehen.“ „Lili, hast du ihr gesagt, dass du zu uns kommst?“ Mimi und Bauzi wollen mehr dazu wissen: „Ja, erzähl uns, wie du uns gefunden hast.“ Lili verspeist ihren Fisch und antwortet: „Ich war alleine im Wald. Da kam Frau Eule und hat mir von euch erzählt. Ich wollte zu euch kommen und wartete am Morgen an der Straße. Ich weiß, es war dumm von mir, auf die Straße zu laufen. Aber ich habe mich so gefreut.“ Fiona sagt: „Ja, das war dumm von dir. Auf der Straße musst du immer gut aufpassen. Jetzt ist es gut, du bist bei uns.“

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