Cover: Ich, meine Schwester Marion, Mama und Papa und unser kleines Schwesterchen

Ich, meine Schwester Marion, Mama und Papa und unser kleines Schwesterchen


EUR 26,90

Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 110
ISBN: 978-3-99130-813-3
Erscheinungsdatum: 17.04.2025
Klaus und seine Zwillingsschwester Marion wachsen behütet auf einem Hof mit Tieren in einem kleinen Dorf auf. Das schöne Kinderbuch erzählt von ihrem harmonischen Familienleben, von Alltagserlebnissen, kleinen Streichen und vor allem von Geschwisterliebe.
Geschichte 1

Als Kind hat man es nicht leicht im Leben, viel geht einem halt daneben.
Selbst der Kuchenteig bleibt einem im Gesichte kleben.
Mama sieht sofort, ob man genascht, und schon hat sie mich dabei erhascht.
Ansonsten ist es optimal. Das Lego-Bauen klappt ganz normal.
Mit Fantasie und Geschick ist er fertig, der Rennwagen mit Dynamik.
Papa helfe ich auch ganz gern draußen im Garten bei den Gemüsebeeten.
Für mich sieht da jede Pflanze gleich aus. Doch er meint: „Mein Sohn, da wird noch mehr draus. Komm, wir rupfen mal das Unkraut raus.“
Was ist nur Unkraut, was nur Gutes? Und so bin ich guten Mutes und denke bei mir, ich
schau mal, was schön bunt leuchtet hier, das lasse ich dann im Boden drin.
Das andere kann ja weg, dann wird das Beet ein schöner bunter Fleck.
Da sehe ich Oma schon gelaufen, sie war einkaufen, ein paar Trauben.
Sie lächelt mich an und gibt mir dann aus lauter Liebe einen Schokoriegel, den ich mir gleich in die Hose schiebe.



Geschichte 2

Ich hab noch eine Zwillingsschwester, Marion. Ich liebe sie von hier bis nach Balaton. Da waren wir als Familie schon.
In dem großen See, da fuhr ich mit ihr Boot, juchhe.
Papa hat gepaddelt, Mama hat es genossen. Ich und Marion hatten gesehen nach des Fisches Flossen, der um unser Boot geschwommen. Ganz schön groß und echt!
Papa sagt: „Es ist ein Hecht!“
Bei dem stimmt was mit dem Mund nicht. Der hat so ein Gesicht wie ein Bösewicht.
Gibt es hier auch gute Fische? Solche, die ich gerne fische?
Unsere Angel hielt ich fest an der Hand. Papa gab ihr festen Halt.
Wir wollen heute grillen, dort am Strand an unserem Campingwagen, hinten bei den Grillen, die abends so schön schrillen.
Da, es hat einer angebissen! Papa kommt zu mir und wir ziehen die Angelschnur ein.
„Ein schöner großer Kerl“, sagt Papa. „Der wird uns schmecken“, sagt die Mama. „Wir tun ihn erst mal in den Eimer mit Wasser rein. Da kann er schwimmen, bis wir daheim.“
Als wir unser Boot an Land gezogen, sind ich und Marion um die Ecke gebogen. Wir spielen Fangen und freuen uns des Lebens. Mit ihr zu reden, das ist schön und so erhebend.
Wir verstehen uns gut und machen uns immer gegenseitig Mut.
Sie sagt: „Das Leben ist schon gut. Du und ich, Zwillingsgeschwister mit Feuersglut.“
Es gibt immer was zu entdecken. Manchmal sind es so süße Schnecken. Die wohnen in einem großen Haus, jedes von ihnen sieht anders aus.
Plötzlich raschelt es im Gebüsch, ich dreh mich um und ein Entenpaar mit fünf gelben Küken kommt heraus. Sie laufen schnell und immer geradeaus.
„Oh, was sind die lieb“, sagt Marion und läuft hinterher, „eins krieg ich schon.“
„Nee, lass mal, lass sie lieber laufen. Da schau mal, ihre Mama, die mag das nicht so. Du weißt schon, wie unsere Mama guckt, wenn uns spricht ein Fremder an.“
„Stimmt, hast recht. Die Entenfamilie ist wirklich echt. Die halten zusammen, so wie wir.“
Ich lächle meine Schwester an und wir gehen rüber zum Kiosk-Mann. „Zwei Eis für mich und meine Schwester, bitte.“
Marion rüttelt an meiner Schulter. „Bist du eingeschlafen? Sag, wo warst du in Gedanken schon?“ „Ach, ich war am Balaton. Letztes Jahr, du weißt doch noch, als ich der einen Schnecke hinterher kroch.“
„Stimmt, das war die, die nach Mamas Parfüm roch. Das hattest du von ihr genommen und die Schnecke damit erklommen.“



Geschichte 3

Draußen im Hof bin ich dann Dreirad gefahren. Mama meinte: „Ich tue uns heute einen schönen Braten garen. Du kannst hier noch ein bisschen herumfahren.“
Ich fuhr und fuhr und fuhr, und so verging die Zeit. Dann hat es mich doch gelangweilt.
Nach dem Braten musste ich auch mal sehen. Was hinderte mich, in die Küche zu gehen?
Ich zog mir einen Stuhl heran, auf den ich mich stellte dann.
Welch ein Duft mir da entgegenkam. Probieren, dachte ich, das muss sein und so stieß ich mit der Gabel in den Braten hinein.
Holte ihn dann ganz heraus und so begann der Herzensschmaus. Das Probieren nahm kein Ende, doch der Braten, er nahm sein Ende.
Ach, was bin ich jetzt so satt und fühle mich richtig matt.
Ich lege mich ins Bett hinein und schlafe süß und träumend mit dem Braten ein.



Geschichte 4

Als ich einst in Mutters Schuhen, in der Hand noch Streuselkuchen, begann ich Papas Brille zu suchen.
Unterm Sofa, hinter dem Schrank, bis unter die Küchenbank.
Wo war nur dieses Etwas an Sehkraft? Und mein Vater meinte, dass es ihn noch schee macht.
Auf der Nase sitzt sie immer, doch jetzt sieht man von ihr keinen Schimmer.
Hat er sie wohl eingesteckt? Und ist dann damit eingenickt?
Hat vergessen, dass er sich dann raufgesessen.



Geschichte 5

Jeden Tag laufe ich an Papas Schuhen vorbei. Mittlerweile sind es an Paaren drei. Die in der Mitte sind die schönsten.
Schwarzes Leder, die Absätze 2 Zentimeter.
Genau richtig für mich zum Boot spielen. Die Playmobilmännchen werden darin ganz gut Platz finden.
Ein Segel hab ich auch schon. Papas Socke an den Strohhalm. Muss ich halt noch kleben. Und irgendwie wird es schon gehen.
Fröhlich hüpfend geh ich zum kleinen Bach. Genau richtig und schön flach.
Kaulquappen sind auch darin. Die Frösche quaken.
In der Tasche habe ich noch aus Lego Piraten.
Ich setz mein Boot im Bach ins Wasser und denke mir, das wird ja immer krasser.
Immer schneller wird das Wasser.
Ich renn dem Schuh hinterher und meine Füße werden nasser, immer mehr.
Auf einmal hör ich Mama rufen. „Klaus, komm nach Haus zum Abendschmaus.“
Papa sagt: „Wo ist nur mein schwarzer Schuh?“
Und draußen blökt zeitgleich eine Kuh.
Ich sag nix und schau auf unseren Hund Idefix.



Geschichte 6

Oh, welche Freude, ich die Kirchenglocken läute und ziehe ganz fest an den Seilen und schon tut es mich vom Boden in den Himmel eilen.
Wieder unten angekommen, nehm ich Anlauf und es trägt mich wieder hinauf.
Ach, wie schön der Klang der Glocken.
Alle Leute bleiben stehen und frohlocken:
„Irgendwie klingt sie heut anders“, sagt Herr Wanders. „So modern und angenehm. Ich würde gern den Glöckner sehn.“
„Ob wir ihn wohl kennen? Kommt, lasst uns mal schnell rüberrennen.“
Als sie mich dann gesehen, zähle ich bis zehn und flitze los. „Auf Wiedersehen.“

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