Cover: Frau Blümel und ihre kunterbunte Klasse

Frau Blümel und ihre kunterbunte Klasse


EUR 26,90

Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 116
ISBN: 978-3-99130-815-7
Erscheinungsdatum: 01.07.2026
Wer einmal Teil der 2b war, bleibt es für immer – im Herzen, im Kopf und vielleicht auch im Chaos. Zwischen Kreide, Konfetti und Kakao erleben Frau Blümel und ihre Klasse Abenteuer voller Humor, Wärme und unvergesslicher Momente.
Für alle, die an das Gute glauben –
an Chaos mit Herz,
an Lachen mitten im Lernen
und an Lehrerinnen, die selbst
die wildeste Klasse lieben.

Denn manchmal braucht es nur
ein bisschen Farbe,
ein paar fliegende Papierflieger –
und ganz viel Blümel-Zauber.



Chaos im Klassenzimmer – und warum Mathe keine Chance hatte

Es war ein ganz normaler Dienstagmorgen – also so normal, wie ein Dienstag eben sein kann, wenn man in die 2b der Sonnenblumenschule geht.

Frau Blümel, die Lehrerin, hatte gerade die Kreide gezückt, um „Mathe“ an die Tafel zu schreiben. Doch da flog schon der erste Papierflieger quer durchs Zimmer und landete – zack! – mitten in ihrem Haarknoten.

„Jonas!“, rief sie streng, obwohl sie gar nicht sicher war, ob Jonas überhaupt schuld war.
Jonas hob unschuldig die Hände. „Ich war’s nicht! Das war ein Windstoß! Durch das Fenster!“

Das Fenster war zu. Während Frau Blümel sich den Papierflieger aus den Haaren nestelte, hatte Emil – der Klassenclown mit der lautesten Lache der Schule – beschlossen, dass sein Radiergummi heute unbedingt fliegen lernen musste.

Er legte ihn auf das Lineal, drückte mit dem Finger … plopp!
Der Radiergummi flog – und landete im Kakaobecher von Mia.

„Iiiih!“, quietschte Mia. „Mein Kakao ist GUMMIG!“
Da lachte sogar Frau Blümel. Nur kurz, aber deutlich.

Dann öffnete sich die Tür. Herr Schubert, der Direktor, steckte den Kopf hinein. „Was ist denn hier los?“
In diesem Moment rutschte Ben unter seinem Stuhl hervor, weil er versucht hatte, seine heruntergefallene Banane wieder einzufangen.
Sie war ihm vorher auf den Boden gefallen, danach gegen Paulas Schuh und dann einmal quer durchs Klassenzimmer geflitzt wie ein gelber Blitz.

Herr Schubert blinzelte. „Ich sehe … ich komme später wieder“, sagte er und verschwand rückwärts aus der Tür.

Frau Blümel seufzte. Dann lächelte sie. „Na gut, ihr lieben Chaos-Künstler“, sagte sie. „Wenn wir schon keinen Mathe-Unterricht haben, dann machen wir heute … Aufräumen!“

Ein Stöhnen ging durch die Klasse.

Doch kaum fünf Minuten später lachten alle – weil Ben beim Aufräumen den Mülleimer umkippte, Jonas mit einem Besen tanzte und Mia sich ihren Kakao (ohne Radiergummi) neu holte. Und am Ende des Tages stand Frau Blümel in der Tür, schüttelte den Kopf und sagte:

„Ich glaube, ich liebe diesen verrückten Haufen trotzdem.“



Der Ausflug ins Alte Land – oder: Wenn Kühe neugierig werden

Schon Tage vorher hatte die Klasse 2b der Sonnenblumenschule nichts anderes im Kopf als ihren großen Ausflug ins Alte Land.

„Ich nehm Gummibärchen mit!“, rief Paula.

„Ich nehm Chips!“, rief Ben.
„Ich nehm meine Drohne mit!“, rief Emil – woraufhin Frau Blümel sofort „Auf gar keinen Fall!“ rief.

Am Morgen des Ausflugs herrschte in der Schule ein Durcheinander, als würde jemand 20 Hummeln in einen Schuhkarton sperren.
Rucksäcke wurden vertauscht, Brotdosen geöffnet, Kakaoflaschen gesucht, Mützen vergessen und wiedergefunden.
Und mitten in diesem Trubel stand Frau Blümel, mit einem Klemmbrett in der Hand, und versuchte, ihre Stimme über das Chaos zu erheben:
„Kinder! Bitte alle zum Busparkplatz! Und nein, Jonas, der Ball bleibt hier!“

Der Bus stand schon bereit – ein großer, gelber Reisebus mit einem leicht müden Busfahrer namens Herr Möller, der so freundlich aussah, als könnte ihn nichts aus der Ruhe bringen.
Auch er glaubte das.

Kaum hatten alle Kinder ihren Platz gefunden, ging das Abenteuer schon los.
„Ich sitz hinten!“, rief Emil.

„Ich auch!“, rief Ben.

„Dann ich vorne!“, rief Mia – und setzte sich trotzdem in die Mitte.

Die ersten fünf Minuten verliefen ruhig. Dann raschelte es.
Herr Möller war sich sicher, dass irgendwo im Bus ein Eichhörnchen in einer Tüte Chips wohnte.
Paula sang ihr Lieblingslied, sodass es jeder hören konnte, Jonas zählte laut alle Autos, die ihnen entgegenkamen, und Emil versuchte, mit dem Strohhalm aus seinem Kakao zu pusten, bis die Bläschen über den Rand liefen. „Emil!“, sagte Frau Blümel mit dieser Stimme, die gleichzeitig streng und müde klang.
„Ich wollte nur prüfen, ob der noch sprudelt“, erklärte Emil unschuldig.
Nach einer guten Stunde Fahrt rief jemand: „Sind wir endlich daaa?“
„Fast“, sagte Frau Blümel.

„Und wann ist fast?“

„In 20 Minuten.“

„Wie lange sind 20 Minuten?“

„Emil, iss einfach dein Butterbrot.“



Auf ins Alte Land

Endlich, endlich hielt der Bus auf einem schmalen Weg zwischen Obstwiesen.
Überall duftete es nach Äpfeln und Frühling, und die Kinder stürmten hinaus, als hätten sie den Bus seit drei Tagen nicht verlassen.
„Schaut mal, wie schön!“, sagte Frau Blümel.

„Schaut mal, wie viele Kühe!“, rief Jonas.

Und alle starrten auf die Weide hinter dem Zaun, auf der tatsächlich eine kleine Herde gemütlich grasender Kühe stand.

„Die bleiben da drüben“, beruhigte Frau Blümel. „Wir machen hier unser Picknick.“
Die Decken wurden ausgebreitet, Brotdosen geöffnet, Kekse geteilt und Apfelstücke getauscht.

Alles war friedlich – bis die größte Kuh am Zaun stehen blieb, die Kinder neugierig musterte und ein lautes „Muuuuuh!“ von sich gab.
„Die will bestimmt mitmachen!“, lachte Emil.
Und bevor jemand reagieren konnte, kletterten Jonas und Ben auch schon über den Zaun. „Nur kurz zum Streicheln!“
Frau Blümel sah sie, sah die Kuh, sah ihre Chancen – und kletterte hinterher. „Kinder! Sofort zurück!“
Aber die Kühe fanden die Decken interessanter. Eine schnupperte an Mias Apfel, eine andere leckte an Paulas Jacke, und eine dritte schaute Frau Blümel direkt ins Gesicht.
„So“, sagte Frau Blümel und rückte ihre Brille zurecht. „Wir machen das ganz ruhig. Alle wieder über den Zaun.“
In dem Moment kam Herr Möller vom Bus – und blieb stehen, als er die Szene sah:
Eine Herde Kühe, dahinter Frau Blümel, und davor 20 kreischende Kinder, die über den Zaun kletterten, als wäre es ein Sportfest.
„Brauchen Sie Hilfe?“, rief er.
„Nein danke!“, keuchte Frau Blümel. „Nur eine neue Klassenordnung!“

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