Der Märchenbaum

Der Märchenbaum

Hermine Muhr


EUR 22,90

Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 66
ISBN: 978-3-99107-993-4
Erscheinungsdatum: 25.10.2021
Acht Geschichten über wundersame Wesen, Tiere und Pflanzen, begleitet von vier Jahreszeit-Gedichten: Sie alle bringen Kindern nicht nur die Natur näher, sondern erzählen auch von Freundschaft, Solidarität und Achtsamkeit.
Die Märchenhelden!

Wichtel:
Wie der Name schon sagt, sind sie kleine, aber sehr wichtige Wichte. Ihren Namen bekommen sie von der Farbe ihrer Mütze:

z. B. grüne Mütze: „Grünmütz“
rote Mütze: „Rotmütz“

Auch das Alter erkennt man an der Mütze:
z. B. ein weißer Ring: 100 Jahre alt
drei weiße Ringe: 300 Jahre alt

Oberwichtel:
Sein Name ist Narz. Er ist der älteste und weiseste Wichtel und der Chef unter den Naturwesen.
Er kennt alle Geheimnisse, kümmert sich um alle Belange des Naturreiches und hilft mit Rat und Tat.
Der Oberwichtel schreibt auch die Naturchronik.

Elfen:
Zarte, zerbrechliche, zauberhafte Wesen, die immer und überall anzutreffen sind. Elfen lieben Blumen über alles und wollen alles verschönern und verzieren.

Teichhexen:
Keine Angst vor ihnen – sie sind zwar etwas zerstreut und zerzaust, aber herzliche und einfühlsame Naturwesen, die ihre Aufgabe sehr ernst nehmen.
Sie tanzen und singen am liebsten bei Vollmond.

Waldfeen:
Meist sind sie im Wald anzutreffen, doch auch Wiesen und Felder gefallen ihnen. Feen sind sehr hilfsbereit und liebevoll zu Tieren, Pflanzen und Menschen.

Kobolde:
Leben am liebsten auf, unter und in Bäumen. Kobolde sind kleine Witzbolde, die gerne spielen und jederzeit für einen Streich zu haben sind. Sie reden viel und behaupten, dass sie sehr mutig sind (stimmt meiner Meinung nach nicht ganz!).

Und dann wären da noch ganz besondere Helden wie

Tiere, Pflanzen, kleine und
GROSSE Menschen



Frühling

Frühlingsluft –
süßer Duft.
Bienen summen –
Hummeln brummen.

Lasst uns tanzen über die Wiesen
und sehen, wie die Blumen sprießen!
Maiglöckchen klingen
und bunte Vögel singen.

Frühlingsluft –
süßer Duft.
Bienen summen –
Hummeln brummen.



Der schlafende Birnenbaum


Es gibt ein Tal, das ist ein ganz besonderes Fleckchen Erde. Hier leben Menschen, Tiere, Pflanzen, Wichtel, Elfen, Teichhexen, Kobolde und Feen friedlich beieinander. Alle achten darauf, dass jeder sich in seinem Lebensraum wohlfühlt und tragen Sorge, dass die Natur in Ordnung bleibt.

Doch seit einigen Jahren haben die Wichtel, die sich um das Wohlergehen der Bäume kümmern, eine große Sorge.
In Tal wachsen nämlich ganz besondere Bäume, man nennt sie Birnenbäume. Es gibt sie in so großer Anzahl und von so prächtigem Wuchs nur in diesem Tal. Deshalb kümmern sich die Wichtel ganz besonders um sie.
Jeder Wichtel hat einen Birnenbaum zum Beobachten und er schreibt alles in einem dicken Buch genau auf. Diese Aufgabe ist sehr anstrengend, denn so ein Birnenbaum wächst sehr langsam. So braucht er ca. 20 Jahre, bis er das erste Mal blüht und dann im Herbst köstliche Birnen trägt. Manche Birnenbäume sind schon 200 Jahre alt und sie sind so groß wie eine Eiche.

Die Wichtel schreiben auch auf,
wann die Bäume blühen,
wann die Blätter sprießen,
wann die Früchte anwachsen,
wann die Birnen goldgelb werden,
wann die Menschen die Birnen ernten,
was die Menschen daraus machen; z. B. Birnensaft, Birnenmost, Marmelade, Essig, Dörrbirnen, Edelbrände und vieles mehr,
wann sich das Laub im Herbst rot verfärbt,
wann die Bäume einschlafen und so die Winterruhe genießen und
wann sie wieder aufwachen und den Frühling mit ihren weißen Blüten verschönern.

Ja und da wären wir bei der Sorge des kleinen Wichtels Grünmütz. Im Tal ist ein Birnenbaum, er ist 25 Jahre alt, der ständig den Frühling verschläft. Im vorigen Jahr war es ganz arg, denn er wurde erst im Juli munter und blühte. Was natürlich viel zu spät war, denn so sprossen die Blätter erst im August und die Birnen fingen erst im Oktober zu wachsen an. Im November fiel schon der erste Schnee. Es war bitterkalt und die Birnen mussten erfrieren.

Auch heuer schlafe der Baum noch tief und fest, meldet der kleine Wichtel Grünmütz dem Oberwichtel Narz. Er berichtet sogar, dass der Baum laut schnarche, was natürlich die Nachbarsbäume furchtbar störe. Außerdem habe er mit seinem Stock schon bei dem Birnenbaum angeklopft und gerufen, doch er könne ihn nicht aufwecken. Der Oberwichtel Narz denkt lange darüber nach, wie man den schlafenden Birnenbaum wecken könne, doch ihm fällt keine Lösung ein. Da beschließt er, alle Bewohner des Tales zu einer Sitzung an Ort und Stelle einzuladen. Jeder könne dann einen Vorschlag machen, wie er den schlafenden Baum aufwecken würde.
Der Oberwichtel bittet den Wind, die Einladung zu verteilen, denn dieser kommt ja in jede Ecke des Tales.
Der Wind führt seine Arbeit sehr gut aus, denn pünktlich zu Frühlingsbeginn kommen alle Bewohner zur Sitzung und lassen sich rund um den schlafenden Birnenbaum nieder.

Der Oberwichtel Narz hält seinen Stock in die Höhe und die Anwesenden wissen: Die Sitzung ist eröffnet.
Er begrüßt alle und ist sehr erfreut über die rege Teilnahme und bittet die Anwesenden, ihre Vorschläge der Reihe nach kundzutun.

Die Vögel, die auf den kahlen Ästen des Baumes sitzen, flattern ganz ungeduldig. Der Oberwichtel bittet sie, den Anfang zu machen. Die Vögel haben sich etwas ganz besonderes ausgedacht: Sie wollen dem Baum ein Lied vorzwitschern und das lautet:

Tirili, tirila, tirili, tirila,
der Frühling ist schon da –
wach auf, lieber Birnenbaum,
wir Vögel zwitschern, das ist kein Traum.
Die Sonne scheint so wunderbar –
wach auf, der Frühling ist schon da.
tirili, tirila, tirili, tirila.

Doch der Baum schläft seelenruhig weiter und schnarcht laut.

Die Menschen meinen, dass sie eine bessere Idee haben. Jeder hat einen Wecker mitgebracht. Da gibt es laute, summende, klopfende Wecker, sogar Radiowecker und Handywecker.
Sie lassen alle Wecker läuten.
Der Birnenbaum hört zwar mit dem Schnarchen auf, doch wach wird er trotzdem nicht.
Die Käfer, Würmer und der Maulwurf sagen: „Wir kitzeln den Baum an den Wurzeln, dann muss er bestimmt lachen und davon wird jeder munter.“ Siehe da, der Baum lächelt, aber er schläft trotzdem weiter.
Da kommt der Wind angesaust und meint: „Ich werde ihn mal kräftig durchschütteln, das wird dieser Schlafmütze bestimmt nicht gefallen und sie macht die Augen auf.“
Der Wind bläst und schüttelt den Baum und, wirklich, der Birnenbaum blinzelt einmal verschlafen. Doch leider nur einmal und dann schläft und schnarcht er wieder weiter.

Die Feen, Blumenelfen und Wiesenhexen tanzen.
Doch wach wird der Birnenbaum nicht.

Die Wassergeister bespritzen ihn mit Wasser.
Doch der Baum schläft seelenruhig weiter.

Da meint der kleine Wichtel Grünmütz: „Ich hab eine Idee. Wenn wir gemeinsam versuchen, den Baum zu wecken, vielleicht wird er dann wach.“ Alle sind begeistert davon und schließlich singen, tanzen, rufen, kitzeln, summen, blasen, klingeln und spritzen alle gleichzeitig und es ist wie ein fröhliches Fest. Keiner achtet mehr auf den Birnenbaum, denn jeder hat so viel Spaß an diesem lustigen, gemeinsamen Treiben rund um den Baum.
5 Sterne
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