Pockel der Ohrwurm & Aufregung im Seltsamwald
EUR 26,90
Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 64
ISBN: 978-3-7116-0860-4
Erscheinungsdatum: 16.02.2026
Zwei warmherzige tierische Geschichten in einem Band. Der einsame Ohrwurm Pockel findet wahre Freundschaft in einem Naturgarten. Der Mäuserich Fipsie erlebt ein Feuerwehr-Abenteuer im Seltsamwald, bei dem nichts so ist, wie es scheint.
POCKEL,
DER OHRWURM
Pockel war ein junger, gut gewachsener Ohrwurm.
Seine Mutter war ein Ohrwurm, sein Vater war ein Ohrwurm. Und dessen Vorväter waren auch allesamt Ohrwürmer.
Also, was sollte Pockel wohl sonst sein als auch ein Ohrwurm?
So war das nun mal in seiner Familie.
Ohrwürmer gibt es sehr viele auf unserer Welt.
Aber diese Geschichte erzählt, wie schon erwähnt, von einem ganz besonderen Ohrwurm, dem Pockel.
Also, Pockel war gut gewachsen, das wissen wir schon.
Zudem war sein Rücken schokoladenbraun, seine Flügelchen und seine sechs Beinchen gelblich.
Am Ende seines Hinterleibes befanden sich seine Zangen, die man auch Cerci (ausgesprochen kert-schi)nennt.
Diese Cerci fand Pockel potthässlich, und er dachte, dass sie der Grund wären, dass er keine Freunde hatte.
Er war noch zu jung, um zu wissen, dass diese Zangen sehr hilfreich waren, um Feinde in die Flucht zu schlagen.
Er fühlte sich einsam und war sehr traurig.
Eines Tages saß der Pockel auf einem Stein und seufzte.
Er seufzte und seufzte.
Und auf einmal wurde ein lautes Schluchzen daraus. Und dem Schluchzen folgte ein Sturzbach aus Tränen.
Er weinte, weinte und weinte.
Da kam eine Biene des Weges und fragte:
„Wer bist du denn? Und warum weinst du gar so fürchterlich?“
„Ach, lass mich“, antwortete der Pockel.
„Aber warum sollte ich das tun?“, fragte die Biene.„Ich sehe keinen Grund, bei solch einem schönen Wetter so miesepeterig zu sein.“
„Das verstehst du sowieso nicht. Am besten frisst du mich gleich auf“, jammerte der Ohrwurm.
Da lachte die Biene. „Du bist wohl nicht ganz richtig im Kopf, oder?“
„Wieso?“, fragte Pockel.
„Na“, antwortete die Biene, „ich kann dich gar nicht fressen. Ich bin doch Schnürchen, die Honigbiene.“
„Eine Honigbiene?“, wiederholte Pockel.
„Ja, eine Biene, die fleißig jeden Tag Blütenpollen sammelt. Ich fliege von Blume zu Blume.“
„Ach, so ist das. Und wo wohnst du?“, wollte Pockel, jetzt neugierig geworden, wissen.
„Ich wohne in einem Bienenstock mit ganz vielen anderen Bienen und einer Bienenkönigin.“
Da fing der Pockel wieder an zu weinen.
„Warum weinst du denn schon wieder?“, wunderte sich Schnürchen. „Ach“, schnaufte Pockel, „du hast es gut, du bist wenigstens nicht alleine.
Ich habe meine Eltern verloren und bin so einsam.
Außerdem weiß ich nicht, wo ich wohnen soll.
Sieh mich doch mal an, wer will schon so einen hässlichen Kerl, wie ich einer bin, haben?“
Da dachte Schnürchen kurz nach und hatte auch gleich eine Idee. „Weißt du was? Du kommst jetzt einfach mit mir. Ich wohne in einem wunderschönen Garten. Du wirst sehen, da fühlst du dich wie im Paradies.“
„Aber ich dachte, du wohnst in einem Stecken?“,
antwortete Pockel.“
„Quatsch, doch nicht in einem Stecken, sondern in einem Bienenstock. Und dieser steht in einem sogenannten Naturgarten“, belehrte ihn die Biene.
„Komm, ich fliege und du läufst.“
Pockel hatte auf einmal so viele Fragen, aber die Biene verriet nichts.
Sie machten sich also auf den Weg. Pockel war es etwas mulmig zumute. Was mochte da auf ihn zukommen? Vor allem Neuen hatte er etwas Angst.
Und überhaupt, was war ein Naturgarten?
Aber dieses Bienchen war so nett zu ihm gewesen, vielleicht würde doch noch alles gut werden.
„Wie weit ist es denn noch?“, fragte Pockel.“Meine Füße tun weh, und Hunger habe ich auch.“
„Ach, nicht mehr weit“, antwortete Schnürchen.
Sie flog kurz hoch, um Ausschau zu halten.
„Ich sehe schon die Trockenmauer.“
„Was ist denn das schon wieder?“, wollte der Ohrwurm wissen. „Du weißt aber wirklich wenig“, entgegnete die Biene, „du wirst sie gleich sehen.“
Und sogleich standen die beiden vor einer riesigen Steinmauer. „Hier wohnt ein Freund von mir“, berichtete Schnürchen, „mal sehen, ob er zu Hause ist.“ Da rief sie auch schon ganz laut: „Sally …, hallo Sally, bist du daheim?“
Da, wirklich, da kam aus einer Steinritze etwas gekrochen. In der Mauer waren nämlich ganz viele Ritzen und Hohlräume. „Hallo Schnürchen, wie geht es dir, und wen hast du denn da mitgebracht?“, fragte das komische Tierchen. „Das ist …“ Schnürchen zögerte und fragte: „Sag mal, wie heißt du eigentlich?“
„So was, wie unhöflich von mir, mich nicht einmal vorgestellt zu haben. Aber ich war ja auch so traurig, da habe ich es ganz vergessen. Ich bin es doch, der Pockel!“
„So“, sagte Schnürchen, „dann stelle ich euch mal einander vor. Pockel, das ist Sally, ein Salamander. Ein Salamander ist eine Amphibie, und gehört zur Gattung der Lurche. Sie verstecken sich gerne in warmen Ritzen und unter dem Laub.“ Dann wandte sich die Biene an Sally und sagte: „Darf ich dir Pockel vorstellen? Er ist ein Insekt und ernährt sich von pflanzlicher und tierischer Nahrung. Am liebsten mag er Blattläuse.“ Die beiden beäugten einander neugierig.
Da fragte Pockel, nachdenklich geworden, die Biene:
„Meine Güte, du bist aber schlau, woher weißt du denn das alles? Und sogar, dass Läuse meine Leibspeise sind?“
Da lachte Schnürchen nur und entgegnete:
„Gelernt ist gelernt!“
Pockel hatte auch eine Frage an Sally: „Wieso wohnst du denn so komisch?“
„Wieso komisch?“, antwortete Sally. „Die Steine verstecken mich doch gut.
Siehst du, sie haben die gleiche Farbe wie ich. So kann ich mich mittags sonnen, ohne entdeckt zu werden. Das nennt man Tarnfarbe.“
„Stimmt, ja, so habe ich es noch gar nicht betrachtet.“
„Ich möchte Pockel zu den Rosenstöcken bringen“, schaltete sich Schnürchen wieder ins Gespräch ein, „da hängt doch gleich nebenan im Kirschenbaum ein Ohrwurmhaus.“
„Ja, das ist eine gute Idee“, bestätigte Sally. „Dann herzlich willkommen in unserem Garten“, sagte Sally zu Pockel. Dieser bedankte sich und war so froh, hatte er doch noch einen neuen Freund gefunden.
„Nun müssen wir aber weiter“, mahnte Schnürchen, „ein kleines Stückchen müssen wir noch gehen.“
„Tschüüüüüss“,riefen sich die drei zu, „bis bald!“
Weiter ging der Weg durch eine wunderschöne Blumenwiese. „Ist es hier nicht herrlich?“, fragte Schnürchen. „Hier leben ganz viele Freunde von mir. Zum Beispiel Flopsi, der Grashüpfer, Tini, die Ameise, Graziella, der Schmetterling, Mary, der Marienkäfer … Schade, dass wir keine Zeit haben. Aber bald mal lernst du eh alle kennen.“
...
DER OHRWURM
Pockel war ein junger, gut gewachsener Ohrwurm.
Seine Mutter war ein Ohrwurm, sein Vater war ein Ohrwurm. Und dessen Vorväter waren auch allesamt Ohrwürmer.
Also, was sollte Pockel wohl sonst sein als auch ein Ohrwurm?
So war das nun mal in seiner Familie.
Ohrwürmer gibt es sehr viele auf unserer Welt.
Aber diese Geschichte erzählt, wie schon erwähnt, von einem ganz besonderen Ohrwurm, dem Pockel.
Also, Pockel war gut gewachsen, das wissen wir schon.
Zudem war sein Rücken schokoladenbraun, seine Flügelchen und seine sechs Beinchen gelblich.
Am Ende seines Hinterleibes befanden sich seine Zangen, die man auch Cerci (ausgesprochen kert-schi)nennt.
Diese Cerci fand Pockel potthässlich, und er dachte, dass sie der Grund wären, dass er keine Freunde hatte.
Er war noch zu jung, um zu wissen, dass diese Zangen sehr hilfreich waren, um Feinde in die Flucht zu schlagen.
Er fühlte sich einsam und war sehr traurig.
Eines Tages saß der Pockel auf einem Stein und seufzte.
Er seufzte und seufzte.
Und auf einmal wurde ein lautes Schluchzen daraus. Und dem Schluchzen folgte ein Sturzbach aus Tränen.
Er weinte, weinte und weinte.
Da kam eine Biene des Weges und fragte:
„Wer bist du denn? Und warum weinst du gar so fürchterlich?“
„Ach, lass mich“, antwortete der Pockel.
„Aber warum sollte ich das tun?“, fragte die Biene.„Ich sehe keinen Grund, bei solch einem schönen Wetter so miesepeterig zu sein.“
„Das verstehst du sowieso nicht. Am besten frisst du mich gleich auf“, jammerte der Ohrwurm.
Da lachte die Biene. „Du bist wohl nicht ganz richtig im Kopf, oder?“
„Wieso?“, fragte Pockel.
„Na“, antwortete die Biene, „ich kann dich gar nicht fressen. Ich bin doch Schnürchen, die Honigbiene.“
„Eine Honigbiene?“, wiederholte Pockel.
„Ja, eine Biene, die fleißig jeden Tag Blütenpollen sammelt. Ich fliege von Blume zu Blume.“
„Ach, so ist das. Und wo wohnst du?“, wollte Pockel, jetzt neugierig geworden, wissen.
„Ich wohne in einem Bienenstock mit ganz vielen anderen Bienen und einer Bienenkönigin.“
Da fing der Pockel wieder an zu weinen.
„Warum weinst du denn schon wieder?“, wunderte sich Schnürchen. „Ach“, schnaufte Pockel, „du hast es gut, du bist wenigstens nicht alleine.
Ich habe meine Eltern verloren und bin so einsam.
Außerdem weiß ich nicht, wo ich wohnen soll.
Sieh mich doch mal an, wer will schon so einen hässlichen Kerl, wie ich einer bin, haben?“
Da dachte Schnürchen kurz nach und hatte auch gleich eine Idee. „Weißt du was? Du kommst jetzt einfach mit mir. Ich wohne in einem wunderschönen Garten. Du wirst sehen, da fühlst du dich wie im Paradies.“
„Aber ich dachte, du wohnst in einem Stecken?“,
antwortete Pockel.“
„Quatsch, doch nicht in einem Stecken, sondern in einem Bienenstock. Und dieser steht in einem sogenannten Naturgarten“, belehrte ihn die Biene.
„Komm, ich fliege und du läufst.“
Pockel hatte auf einmal so viele Fragen, aber die Biene verriet nichts.
Sie machten sich also auf den Weg. Pockel war es etwas mulmig zumute. Was mochte da auf ihn zukommen? Vor allem Neuen hatte er etwas Angst.
Und überhaupt, was war ein Naturgarten?
Aber dieses Bienchen war so nett zu ihm gewesen, vielleicht würde doch noch alles gut werden.
„Wie weit ist es denn noch?“, fragte Pockel.“Meine Füße tun weh, und Hunger habe ich auch.“
„Ach, nicht mehr weit“, antwortete Schnürchen.
Sie flog kurz hoch, um Ausschau zu halten.
„Ich sehe schon die Trockenmauer.“
„Was ist denn das schon wieder?“, wollte der Ohrwurm wissen. „Du weißt aber wirklich wenig“, entgegnete die Biene, „du wirst sie gleich sehen.“
Und sogleich standen die beiden vor einer riesigen Steinmauer. „Hier wohnt ein Freund von mir“, berichtete Schnürchen, „mal sehen, ob er zu Hause ist.“ Da rief sie auch schon ganz laut: „Sally …, hallo Sally, bist du daheim?“
Da, wirklich, da kam aus einer Steinritze etwas gekrochen. In der Mauer waren nämlich ganz viele Ritzen und Hohlräume. „Hallo Schnürchen, wie geht es dir, und wen hast du denn da mitgebracht?“, fragte das komische Tierchen. „Das ist …“ Schnürchen zögerte und fragte: „Sag mal, wie heißt du eigentlich?“
„So was, wie unhöflich von mir, mich nicht einmal vorgestellt zu haben. Aber ich war ja auch so traurig, da habe ich es ganz vergessen. Ich bin es doch, der Pockel!“
„So“, sagte Schnürchen, „dann stelle ich euch mal einander vor. Pockel, das ist Sally, ein Salamander. Ein Salamander ist eine Amphibie, und gehört zur Gattung der Lurche. Sie verstecken sich gerne in warmen Ritzen und unter dem Laub.“ Dann wandte sich die Biene an Sally und sagte: „Darf ich dir Pockel vorstellen? Er ist ein Insekt und ernährt sich von pflanzlicher und tierischer Nahrung. Am liebsten mag er Blattläuse.“ Die beiden beäugten einander neugierig.
Da fragte Pockel, nachdenklich geworden, die Biene:
„Meine Güte, du bist aber schlau, woher weißt du denn das alles? Und sogar, dass Läuse meine Leibspeise sind?“
Da lachte Schnürchen nur und entgegnete:
„Gelernt ist gelernt!“
Pockel hatte auch eine Frage an Sally: „Wieso wohnst du denn so komisch?“
„Wieso komisch?“, antwortete Sally. „Die Steine verstecken mich doch gut.
Siehst du, sie haben die gleiche Farbe wie ich. So kann ich mich mittags sonnen, ohne entdeckt zu werden. Das nennt man Tarnfarbe.“
„Stimmt, ja, so habe ich es noch gar nicht betrachtet.“
„Ich möchte Pockel zu den Rosenstöcken bringen“, schaltete sich Schnürchen wieder ins Gespräch ein, „da hängt doch gleich nebenan im Kirschenbaum ein Ohrwurmhaus.“
„Ja, das ist eine gute Idee“, bestätigte Sally. „Dann herzlich willkommen in unserem Garten“, sagte Sally zu Pockel. Dieser bedankte sich und war so froh, hatte er doch noch einen neuen Freund gefunden.
„Nun müssen wir aber weiter“, mahnte Schnürchen, „ein kleines Stückchen müssen wir noch gehen.“
„Tschüüüüüss“,riefen sich die drei zu, „bis bald!“
Weiter ging der Weg durch eine wunderschöne Blumenwiese. „Ist es hier nicht herrlich?“, fragte Schnürchen. „Hier leben ganz viele Freunde von mir. Zum Beispiel Flopsi, der Grashüpfer, Tini, die Ameise, Graziella, der Schmetterling, Mary, der Marienkäfer … Schade, dass wir keine Zeit haben. Aber bald mal lernst du eh alle kennen.“
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