Cover: Vivien DeCoy: Familienbande

Vivien DeCoy: Familienbande
Band 1


EUR 21,90

Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 294
ISBN: 978-3-7116-1961-7
Erscheinungsdatum: 27.10.2026
Die zwölfjährige Vivien DeCoy soll die Ausbildung zur Wächterin antreten – obwohl sie ihre geheimnisvollen Psychofähigkeiten ablehnt. Zwischen Familientradition, Magie und gefährlichen Entscheidungen beginnt für sie ein Kampf um den eigenen Weg.
Prolog


Vivien DeCoy, ein durchschnittliches zwölfjähriges Mädchen, an dem es auf den ersten Blick nichts Außergewöhnliches gab.
Ihr Vater arbeitete als Bibliothekar, ihre Mutter war Gärtnerin. Wie auch ihre älteren Geschwister Mick und Kirsten besuchte sie die Oberschule der beschaulichen Kleinstadt. Ein normales, unscheinbares Leben, wie es heute wohl viele führen.
Naja, solange man nicht heimlich über die riesigen Hecken kletterte oder über die hohe Mauer an der Straße mit dem großen eisernen Tor. Der Weg führte über den gepflegten Vorgarten mit Rosensträuchern und der gepflasterten Vorfahrt zu einer kleinen modernen Villa. Die Verzierungen im Stein fielen erst beim genauen Hinsehen auf. Vorne waren die kleinen durchsichtigen Fenster noch schlicht in weißer Fassade, doch schon die breiteren Seitenfenster, durch die niemand hineinsehen konnte, ließen erahnen, dass auch hier der erste Eindruck täuschte.

Ein Blick hinter die Kulisse dieser ach so durchschnittlichen, unscheinbaren Familie hätte manch einen schockiert, überfordert, aber dafür gab es Sicherheitsmaßnahmen, sodass niemand, niemand Ungebetener, von ihrem Familiengeheimnis erfuhr.
Welcher Normalsterbliche würde mit fliegenden Gegenständen rechnen? Sich nicht erschrecken, wenn Gegenstände oder Personen von ihrem aktuellen Standort verschwanden und ganz woanders im Haus wieder erschienen?
So war es kein Wunder, dass niemand der Nachbarn von den Psychofähigkeiten der Familie DeCoy wusste.

Sagen wir es so, jeder im Haus setzte die Psychofähigkeit der Telekinese oder der Teleportation ein, so oft es Spaß machte oder sinnig war. Jeder, außer Vivien DeCoy. Nicht, weil sie die Fähigkeiten, die ihr im Blute lagen, nicht beherrschte, sondern weil sie sich ganz bewusst entschieden hatte, diese Fähigkeiten nicht mehr einzusetzen.
Mit sieben Jahren hatte sie die Kehrseite ihrer Fähigkeiten erlebt und noch heute schauderte sie bei dem Gedanken, sie jemals wieder einsetzen zu müssen. Die Familie war ihretwegen in diese Kleinstadt gezogen, weit weg von Freunden und Verwandten. Keinen Gedanken wollte sie mehr an ihre ehemalige beste Freundin verschwenden, denn ein Wiedersehen würde nur noch mehr Unglück für sie bedeuten.
Ihre Eltern und Geschwister hatten alles getan, dass Vivien ihre Fähigkeiten doch wieder einsetzte. Was war schon schlimm an fliegenden Tellern, um den Tisch zu decken? Wie reizvoll war es, vom Badezimmer direkt in die Küche an den Frühstückstisch zu teleportieren? Keine lästigen Treppenstufen, nur das Nötigste an Bewegung?
Doch Vivien blieb eisern und ihre Familie akzeptierte es schließlich.
Naja, ihre engste Familie.




Kapitel 1


Am ersten Sonntag im Mai dieses Jahres erwartete Großmutter Edeltraud DeCoy Besuch von ihren Enkeltöchtern Erika und Vivien.
Aus gegebenem Anlass trug sie ein modernes dunkelblaues Kostüm bestehend aus einem langen Faltenrock und passender Satinbluse, dazu ihre blankgeputzten Absatzschuhe aus schwarzem Leder.
Dunkelblau war die Farbe der Familie.
Während ihre Haushälterin in Ruhe den Kaffeetisch im Esszimmer deckte, saß Edeltraud entspannt, mit geschlossenen Augen in ihrem Ohrensessel und träumte lächelnd von der Zukunft ihrer liebreizenden Enkelinnen: Mit Auszeichnung würden Erika und Vivien bestehen, Gratulationen für ihr hervorragendes Engagement erhalten und in der Ahnenreihe der Familie DeCoy die nächsten Generationen inspirieren.
Großmutter Edeltraud war durchaus bewusst, dass Vivien ihr geerbtes Potenzial nur mit Erikas Hilfe voll ausschöpfen konnte, aber das stellte keine Herausforderung dar. Die beiden waren die besten Freundinnen und Erika konnte Vivien schon immer begeistern.
Um ihnen die beste Ausgangslage zu sichern, hatte Edeltraud alles für einen optimalen Ablauf geregelt. Sie wollte nichts dem Zufall überlassen. Es war schließlich schon immer der Weg der Familie DeCoy gewesen, geradlinig und erfolgsorientiert.

Fünf Minuten vor der vereinbarten Zeit betrat ihr erstgeborener Sohn Bernhard samt Ehefrau Irene und Tochter Erika das alte Einfamilienhaus. Sie gingen ohne zu zögern direkt ins Wohnzimmer und begrüßten Großmutter Edeltraud.
Wie es sich zu feierlichen Familientreffen gehörte, trug er einen hellen Anzug mit dunkelblauer Krawatte. Als angesehener Abteilungsleiter einer großen bekannten Möbelkette achtete er stets auf ein modernes Aussehen, das seinem Stand und Rang würdig war. Natürlich hatte er seine Ziele dank harter Arbeit und der Fähigkeit des Gedankenlesens verwirklicht.
Seine Frau Irene trug ein dunkelblaues figurbetontes Sommerkleid, dazu die blonden langen Haare zum Dutt hochgesteckt und ein dezentes Make-up. Halbtags leitete sie eine stilvoll eingerichtete Hausfrauenboutique am Marktplatz mit drei Angestellten. Ihren Kundinnen wurden Arbeitsmaterialien und Haushaltswaren zum Kauf angeboten, doch die Beliebtheit verdankte die Boutique der großzügig, aber gemütlich eingerichteten Kaffeeecke sowie dem stets wechselnden Angebot diverser Kuchen, Kekse und anderer Köstlichkeiten. Wenn es um Klatsch und Tratsch ging, war sie eine der bestinformierten Frauen der Stadt und stolz darauf.
Erika war das Ebenbild ihrer Mutter, schlank und großgewachsen. Nur der geflochtene Pferdeschwanz wich heute vom Outfit ihrer geliebten Mutter ab. Sie hatte sich sogar die Fingernägel mit Klarlack lackiert. Heute wollte sie eine feine Dame sein und ihrer Großmutter zeigen, dass sie kein kleines Kind mehr war. Sie war bereit, denn natürlich wusste sie ganz genau, was heute für ein besonderer Tag war.
Vivien wusste es nicht. Sie kam mit ihren Eltern Herbert und Desiree knapp eine Viertelstunde später im Einfamilienhaus der Großmutter an.
Aufgrund der Kleiderordnung sah Herbert fast wie sein älterer Bruder aus, stattlich und großgewachsen. Sein Anzug war preislich erschwinglicher als der von Bernhard, aber dafür bequemer und wirkte nicht so steif. Als Bibliothekar brauchte Herbert gebrauchstaugliche Kleidung, mit der er Leitern erklimmen und Bücher an ihre rechtmäßigen Orte zurückstellen konnte. Abends, wenn er der Letzte war, nutzte er seine Telekinese, aber tagsüber, wenn noch Besucher in der Bibliothek waren, dann musste er wie jeder andere seiner Kollegen zu Fuß gehen und die Bücher per Hand einräumen.
Desiree und Vivien trugen dunkelblaue Sommerkleider aus Leinen. Während Desiree ihre blonden glatten Haare nur bis zu den Schultern trug im stilvollen Stufenschnitt, trug Vivien ihre bis zur Mitte des Rückens fallenden Haare offen und nur die Seiten geflochten.
Herbert überreichte Edeltraud zur Begrüßung einen üppigen Blumenstrauß.
Beim Anblick seines herzlichen Lächelns und der freudig strahlenden kastanienfarbenen Augen konnte sie nichts anderes, als ihren Lausbuben in den Arm zu nehmen: „Schön, dass ihr gekommen seid, Herbert.“
„Natürlich Mutter, immer gerne.“
Seit Edeltraud von Viviens Begabung wusste, zeigte sie Herbert viel deutlicher, wie viel Freude sie empfand, wenn er mit seiner Familie zu Besuch war.
Vivien eilte zu Erika, begrüßte sie stürmisch wie immer und sofort löste sich Erikas Anspannung. Mit Vivien an ihrer Seite war alles leicht und unbeschwert.
Sie suchten sich eine Ecke am Kaffeetisch und berichteten von den vergangenen Tagen, den Ereignissen in ihrer jeweiligen Schule und obwohl sie nicht in die gleiche gingen, wusste jede über die Klasse der jeweils anderen Bescheid. Sie waren die besten Freundinnen, denen zeitliche Trennung nichts ausmachte. Sobald sie sich trafen, war es, als wäre es erst gestern gewesen, als sie sich ihre kleinen kindlichen Geheimnisse verrieten, Schokolade naschten und ihre Träume und Wünsche austauschten.

Die gemütliche Stimmung kippte zuerst bei den Erwachsenen, als sie sich alle an den Kaffeetisch setzten.
Während Edeltrauds Blick zufrieden über die Versammelten schweifte, musterte Irene ihre Schwägerin Desiree abwertend. Das Sommerkleid entsprach zwar der aktuellen Mode, aber für den heutigen Anlass schien es Irene absolut unpassend. Es war nicht enganliegend, elegant und stilvoll, sondern weit geschnitten, luftig und eher für eine Gartenparty als für ein traditionelles Familientreffen geeignet.
Desiree vermied jeglichen Augenkontakt. Sie aß langsam, völlig konzentriert und angespannt das Stück Kuchen auf ihrem Teller. Es schien nichts Interessanteres als eben dieses Stück Kuchen zu geben.
Ihr Magen rebellierte.
Ihr wurde schmerzhaft bewusst, dass dieser Besuch nicht ohne Folgen bleiben würde. Wieso waren sie nur gekommen? Hätte sie bei der scheinbar spontanen Einladung von Edeltraud nur sofort erkannt, was ihre Schwiegermutter damit beabsichtigen würde. Sie schimpfte mit sich, wie naiv sie auch noch ohne zu zögern die Einladung angenommen hatte, freudig und überrascht. Edeltraud hatte sie überrumpelt und nun schaute sie selbstgefällig in die Runde, mit dem zufriedenen Lächeln eines Jägers, dem gleich zwei wohlgenährte Hasen in die Falle getappt waren.
Herbert und Bernhard schwelgten in Kindheitserinnerungen. Erst bei der Erinnerung an ihren jeweiligen zwölften Geburtstag begriff Herbert, was heute für ein Tag war. Warum diese Einladung explizit an Vivien gerichtet war. Sein Blick huschte zur Wohnzimmertür, aber sie konnten nicht gehen. Er nahm einen großen Schluck aus seiner Kaffeetasse und war froh, dass sein Kaffee schon etwas abgekühlt war. Ein Blick zu Desiree und er wusste, dass auch seine Frau lieber nicht hier sein wollte. Jetzt hieß es Ruhe bewahren und sich einen Ausweg einfallen lassen. Noch konnten sie Vivien vielleicht beschützen. Er kannte seine Mutter sehr gut und ihm mussten auf die Schnelle nur die richtigen Worte, die überzeugenden Argumente einfallen. Unbewusst biss er sich auf die Unterlippe.
Sein Bruder Bernhard erkannte die Sorgen in Herberts Gesicht sofort. Schlagartig realisierte er, dass Herbert nicht auf den heutigen Tag vorbereitet war. Er wollte ihm helfen, wusste aber so recht nicht wie. Als Erstes musterte er Vivien und versuchte vergeblich einzuschätzen, wie gut oder schlecht sie ihre Fähigkeiten wirklich beherrschte.
Sicherheitshalber schickte er seiner Frau einen vorwarnenden Gedanken.
Sofort wandte sich Irene ihrem Mann zu und starrte ihn nur kurz und unauffällig voller Entsetzen an. Er meinte es sicher nicht so, aber seine wenigen Worte hatten sie in absolute Alarmbereitschaft versetzt. Aufrecht und bereit zum Handeln saß sie auf ihrem Platz und lächelte so entspannt, wie es ihr nur möglich war. Edeltraud durfte nicht erfahren, was alle anderen Erwachsenen dachten.
Vivien musterte ihre Cousine nachdenklich: „Alles in Ordnung mit dir? Du isst ja gar nichts, sondern stocherst nur in den leckeren Erdbeerkuchen. Fehlt dir Sahne“, schon wandte sie sich an ihren Vater, der nicht sofort reagierte. „Papa, reichst du uns bitte die Sahne, Erika hat gar keine genommen“, forderte Vivien erneut.
Erika nickte dankend, nahm einen großen Löffel voll Sahne, aber eigentlich war ihr der Appetit vergangen. Sie zwang sich, sich gerade hinzusetzen und nicht so gelassen und leicht gekrümmt wie Vivien auf ihrem Stuhl zu sitzen.
Sie wollte doch eine feine Dame sein und kein Kind. Sie sah ihrer Mutter so ähnlich und wollte gerade heute zeigen, dass sie erwachsen war. Vivien hatte sie völlig aus dem Konzept gebracht, sie wieder in ihre alten Muster verfallen lassen.
Eigentlich war Vivien schuld an ihrem Magengrummeln: Wieso war Vivien immer noch verspielt und kindisch? Hatte sie den Ernst der Lage nicht erkannt?
Heute war der Anfang ihres neuen Lebens und damit endete ihre unbeschwerte Kindheit. Von ihnen wurde Großes erwartet. Sie sollten herausragende Ergebnisse liefern und die Familientradition fortsetzen, ehrfürchtig und ruhmreich. Das hatte nichts mit Spaß und Spiel zu tun. Ein harter und anstrengender Unterricht erwartete sie mit Anforderungen, die sie an ihre Grenzen bringen würden und sie anspornen sollten, diese Grenzen zu überwinden.
Erika spürte bereits die Schwere ihres zukünftigen Lebensweges und Viviens Leichtigkeit regte sie immer mehr auf. Fast war sie wütend auf ihre allerbeste Freundin und Lieblingscousine.

Während der Tisch abgedeckt und der Sekt serviert wurde, atmeten alle Gäste noch mal tief durch.
Bernhard öffnete die Tür zum Garten und war versucht, die ganze Gesellschaft hinaus zu bitten. Die warme Sonne lud auf die Terrasse. Sicher würde es draußen, wo die Nachbarn nebenan im Garten saßen, keine Eskalation geben, wie drinnen zu erwarten war.
Doch er änderte nach einem stillen Seufzer seine Meinung und schloss die Tür.
Es war nun mal an der Zeit, der kalten Realität ins Auge zu blicken. Es würde die Sache nur verschlimmern, wenn sie es weiter hinauszögern würden. Je eher Vivien die Wahrheit erkannte und akzeptierte, desto besser. Sie hatte sich lange genug davor gedrückt. Er hatte seinen Bruder gewarnt, dass sein Vorgehen unangenehme und vermutlich auch unvorhersehbare Konsequenzen haben würde. Jetzt schlug die verhängnisvolle Stunde der Wahrheit.

Als alle wieder Platz genommen, die Kleider glatt gestrichen hatten und jeder angespannt zu Edeltraud blickte, erhob sich die alte Dame ehrwürdig und sprach andächtig: „Meine Lieben, es ist mir eine Ehre und große Freude, euch mitzuteilen, dass sowohl Erika als auch Vivien für die Wächterausbildung angemeldet und zugelassen wurden.“
Stille, reglos verharrten alle für den Moment.
Ruckartig erhob sich Bernhard als Erster mit erhobenem Sektglas: „Vielen Dank, liebe Mutter. Es ist Erika eine sehr große Ehre, unsere Familientradition fortsetzen zu dürfen. Wir als ihre Eltern haben sie für diesen Tag, für ihr weiteres Leben so gut es ging mit bestem Gewissen und Wissen vorbereitet.“
Erika schritt würdevoll zu ihrer Großmutter und küsste sie auf die Wange: „Vielen lieben Dank, Großmama. Ich freue mich sehr, mein Können in alter Tradition beweisen zu dürfen. Ich werde unserer Familie Ehre und Ruhm einbringen und über mich selbst hinauswachsen. Meine Fähigkeiten sollen den Zielen und Werten der Wächter gehorsam zum Schutz aller magischen und mystischen Wesen sowie unseren Verbündeten dienen. Feinde und Unwissende sollen die Stärke und Willenskraft unserer Familie fürchten und der Name DeCoy ausreichen, um sie fernzuhalten.“
Edeltraud lächelte über die traditionelle Rede, die Erika auswendig gelernt und doch voller Begeisterung und Überzeugung vorgetragen hatte. Ihr Erstgeborener hatte seine Tochter wahrlich gut vorbereitet.
Desirees Gesicht hatte jegliche Farbe verloren. Sie starrte ins Leere und sie rührte sich nicht. Ihre Gedanken waren leer, Fassungslosigkeit nahm ihr die Sprache. Nur ihre Augen wanderten besorgt zu Vivien, die vor ihrem Glas mit Orangensaft saß und nicht begriff, was gerade gesagt wurde, welche Bedeutung und Schwere diese Worte hatten.
Herbert erhob sich langsam und andächtig. Immer noch suchte er nach den richtigen Worten. Er musste erneut tief Luft holen, bevor er selbstsicher in die Augen seiner Mutter schauen konnte und mit fester Stimme entgegnete: „Liebste Mutter, Vivien wird die Ausbildung nicht antreten. Ich habe bereits alles geklärt und in die Wege geleitet. Solange sie ihre Fähigkeiten unterdrückt und nicht einsetzt, auch nicht heimlich, ist es ihr gestattet, das eigentliche Training zu einem viel späteren Zeitpunkt im Privatunterricht nachzuholen.“
Bernhard musste schwer schlucken. Er hatte sich nie getraut, seiner Mutter so offen zu widersprechen. Ein wenig war er neidisch auf seinen kleinen Bruder, der vermutlich damit durchkommen würde, wie jedes Mal.
Doch nicht heute.
Edeltraud warf einen eisigen Blick zu Desiree und fragte doch mit butterweicher Stimme: „Meine liebe Desiree, willst du deinem Mann nicht widersprechen? An seine Vernunft appellieren? Vivien kommt in die Pubertät und wir wissen alle, was das bedeutet.“
Desiree saß kerzengerade, bewegte sich keinen Zentimeter und schaute Edeltraud mutig direkt in die Augen: „Nein, Schwiegermutter, das werde ich nicht. Vivien kann die Ausbildung nicht antreten, sie setzt ihre Fähigkeiten nicht ein. Es gibt keinen Grund für deine Beharrlichkeit. Sie ist unsere Tochter und noch ist unsere Entscheidung ausschlaggebend.“
Edeltraud duldete keine Widerworte und so wiederholte sie warnend: „Ich habe Erika und Vivien angemeldet und so werden auch beide die Ausbildung dieses Jahr antreten.“
...

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