Francesco
Alles verrückt
EUR 18,90
Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 124
ISBN: 978-3-7116-0512-2
Erscheinungsdatum: 26.03.2025
Kann es noch schlimmer werden? Oh ja, es kann!Diese Antwort hat keiner erwartet, was?Doch genau das passiert Francesco, was keine guten Folgen hat…
VORGESCHICHTE
Es war eine regnerische Nacht. Der Regen tropfte gewaltig auf den Boden. Draußen war es sehr dunkel, deswegen konnten die zwei schwarz gekleideten Personen den grauen Weg, den sie entlanggingen, kaum erkennen. Die beiden näherten sich der „Goldstraße“ und blieben vor einer großen Villa stehen, die viel schöner am Tag ist als jetzt in der Nacht. „Wir sind da“, sagte die erste Person mit einer tiefen Männerstimme. Die zweite Person nickte, und gemeinsam sprangen sie über den hohen Zaun. Die zweite, die eine Frau war, knackte das Türschloss und sie konnten ins Haus. Leise näherten sie sich dem Elektrokasten. Der Mann schaltete alles aus, sodass das Licht oder alles Elektrische nicht funktionierten. „Geh zum Tresor im Keller und nimm das Geld mit. Merk’s dir, der Code ist 11887“, flüsterte der Mann und machte sich leise auf den Weg nach oben. Als er im Raum des Hausbesitzers ankam, öffnete er vorsichtig die Tür. Er ging am schlafenden Besitzer leise vorbei und als er den Schlüssel, der zum wertvollsten Zimmer führte, nehmen wollte, hörte er hinter sich ein Geräusch. Schnell sprang er zur Seite und zückte seine Pistole. Das Geräusch kam vom Besitzer, der nun wach war und mit einer Vase in den Händen dastand, mit der er vermutlich den Einbrecher schlagen wollte. Er war ein alter Mann im Pyjama, mit weißen Haaren und Bart, der dem Dieb erschrocken entgegenblickte.
„Bill?“, fragte er. Der Dieb antwortete unsicher: „Hier bin ich.“ Darauf entgegnete der Besitzer: „Warum tust du das mir an? Was habe ich denn getan?“ Der Dieb gab keine Antwort und ging langsam, mit dem Schlüssel zur Schublade, während er die Pistole auf ihn richtete. Der alte Herr verstand, was Bill jetzt vorhatte, und nahm sein Handy in die Hand. Er wählte die Nummer der Polizei. „Wag es ja nicht, die Polizei anzurufen!“, rief Bill aggressiv. Da ertönte eine Stimme aus dem Handy, die sprach: „Ja? Hier spricht die Polizei. Wie kann ich Ihnen helfen?“ Der Dieb lief ohne nachzudenken auf den Hausbesitzer zu, riss ihm sein Handy aus den Händen und warf es zu Boden. Es war daraufhin kaputt. „Um Himmelswillen!“, schrie der Mann. Da ertönten die Sirenen und plötzlich erschien ein Lächeln auf seinem Gesicht. „Jetzt kommt doch noch die Polizei!“, sagte der Mann. Bill sah einen kleinen Gegenstand mit einem roten Knopf in seinen Händen, mit dem man vermutlich die Polizei rufen konnte, wenn man darauf drückte. Er stürzte sich voller Wut auf den Mann und wollte ihn erschießen, doch dieser schubste ihn weg und nahm den Revolver. „Ich will dir nichts Böses!“, rief er und warf die Schusswaffe auf die Seite. Daraufhin wurde Bill immer wütender und zog sein Messer. „Gib mir den Schlüssel!“, keuchte er. Der Mann antwortete mutig: „Nie im Leben!“ „Dann halt nicht im Leben!“, kreischte Bill und stach den Besitzer mitten ins Herz. Der Mann sank zu Boden und bewegte sich nicht mehr. Der Dieb lachte und nahm den Schlüssel. Bevor er aus dem Zimmer ging, blickte er noch ein letztes Mal auf den Toten: „Leb wohl, alter Freund! Obwohl …
du lebst nicht mehr. Hehehehe!“ Er lief nach unten zu seiner Frau und sagte: „Ich habe den Schlüssel!“ Sie lächelte, doch als sie zur Tür mit dem Geld gehen wollten, erschien ein goldfarbenes, sehr helles Licht und eine goldene Gestalt stand vor ihnen. Es war ein Engel. „Was willst du!?“, schrie der Mann. Die goldene Person sprach ruhig: „Warum seid ihr hier mit einer Kleidung, die viel Böses sagt?“ Die Frau antwortete: „Es geht dich nichts an!“ Darauf sagte der Engel: „Bill! Du hast deinen Nachbar und Freund umgebracht! Und du, Nela, du hast bei diesem Verbrechen mitgemacht. Ihr wart geldgierig und es genügte euch nicht, dass euch der allmächtige Gott in jeder Sekunde eures Lebens geholfen hatte. Darum wirst du, Nela, einen Sohn gebären, der eine große Stärke haben wird und der euch eines Tages besiegen wird!“ Nach diesen Worten war er verschwunden. Auf den Gesichtern der beiden konnte man eine schreckliche Angst erkennen. Plötzlich hörten sie die Sirenen der Polizeiautos draußen und sie erinnerten sich wieder, wo und in welcher Situation sie sich gerade befanden. Bill nahm schnell seine Tasche und rief seiner Partnerin zu: „Morgen kommen wir wieder hierher zurück und nehmen das Geld mit!“ Nela nickte, immer noch unter Schock von diesem Ereignis, und gemeinsam liefen sie weg. Keiner hatte sie bemerkt. Bill blickte, während er lief, kurz nach hinten und sah, wie die bewaffnete Polizei in die Villa hineinstürmte. Dann schaute er wieder nach vorne und rannte so schnell er konnte mit seiner Frau von diesem ganzen Erlebnis weg.
Kapitel 1
Francesco
Nach neun Monaten gebar Nela einen Sohn. Sie gaben ihm den Namen „Francesco“, da er ihnen am schnellsten einfiel. Als Francesco geboren wurde, schauten ihn seine Eltern nicht mit Liebe, sondern mit Hass an. Sie wollten nicht, dass sie eines Tages von ihm besiegt werden. Deshalb gaben sie ihm in der Volksschulzeit mehr Sachen in die Schultasche hinein, als er in Wirklichkeit brauchte. Seine Tasche war sehr schwer, doch das war seinen Eltern vollkommen egal. Sie würden alles machen, damit ja nichts schiefläuft. Also musste er ab der Volksschule bis jetzt zum Gymnasium eine schwere Schultasche tragen. Nach einiger Zeit gewöhnte er sich an das Gewicht, und es fiel ihm ein wenig leichter, es zu ertragen. Außerdem war das ein gutes Training, denn seine Körperkraft nahm stetig zu. Leider bemerkten das seine Eltern und gaben ihm noch schwerere Dinge mit. Zudem wussten sie, dass Francescos Kraft nur dann funktionierte, wenn er ruhig war, weil er als Kind, als er so still war, erstaunliche Sachen machen konnte. Aus diesem Grund gaben sie Francesco immer etwas zu tun. Zum Beispiel hatte er zuerst Schule, danach Nachmittagsbetreuung und zu Hause musste er noch Hausarbeit erledigen, weil seine Eltern arbeiteten. Das stresste Francesco sehr. Seine Eltern sahen das und waren froh, dass alles nach Plan verlief. „Und wir hatten solche Angst gehabt, dass dieser Nichtsnutz uns aufhalten könnte!“, lachte Bill jedes Mal, wenn er mit seiner Frau im Wohnzimmer saß. Doch der Engel hatte recht bei dem, was er sagte, denn der ganze Plan begann – und zwar jetzt!
Kapitel 2
Der erste Schultag
Es war Montag und das hieß, dass wieder einmal der erste Schultag im Gymnasium war. Francesco besuchte nämlich die 2. Klasse Gymnasium. In der Früh lag er noch im Bett und hoffte, dass es nicht wirklich Schulbeginn war. „Meine Eltern werden mich sowieso nicht wecken, weil ich ihnen egal bin – also kann ich ruhig im Bett bleiben“, dachte Francesco mit einem Lächeln auf dem Gesicht. Das war die genialste Idee der Welt. Einfach im Bett bleiben, weil man allen gleichgültig ist! Darum versuchte Francesco erneut einzuschlafen. Er war zuvor durch das Klingeln des Weckers aufgewacht. Doch plötzlich sprang seine Zimmertür auf und Bill kam herein. Der Mann ging zum Bett, wo Francesco lag, und zog ihm die Decke weg. „AUFSTEHEN! DU BIST NOCH KEIN ALTER OPA, DER DEN GANZEN TAG SCHLAFEN MUSS!“, rief Bill laut. Francesco tat so, als würde er noch schlafen und rührte sich nicht. Die Schritte verließen wieder sein Zimmer. Welch Erleichterung! „Uff! Er hat es geschluckt! Dieser Narr! Ich habe echt nicht geglaubt, dass er so dumm wäre!“, dachte Francesco und lachte. Doch plötzlich goss jemand eiskaltes Wasser auf sein Gesicht. „Hey! Spinnst du…!“, schrie Francesco, als er jedoch Bill erkannte, beendete er seinen Satz nicht. Francesco saß jetzt auf seinem Bett und schaute seinen wie immer schlecht gelaunten Vater an. „Du bist also doch wach“, sagte Bill ausdruckslos. Dann fügte er noch hinzu: „Mach dich bereit für die Schule“ Francesco antwortete gähnend: „Ich dachte, dass ich euch egal wäre. Warum weckst du mich überhaupt?“ Bill schaute ihn ernst an und sagte: „Ich möchte dich nicht mehr im Haus haben.“ Dann ging er zur Tür. Diese Antwort hätte sich Francesco eigentlich schon erwarten können. Er wusste ganz genau, dass man sich mit seinem Vater besser nicht anlegen sollte, aber diese Frage war ihm einfach so herausgerutscht. Also hatte er noch einmal Glück gehabt. Bevor Bill nach unten ging, sagte: „Du bist mir übrigens immer noch egal.“ Dann war er dahin. „Ich weiß“, seufzte Francesco. Er redete gerne mit sich allein, weil er niemanden hatte, mit dem er sich austauschen konnte. Francesco hatte Freunde, doch wegen des Schulaufwandes traf er sie nicht besonders oft. „Schule, ich komme!“, rief Francesco lustlos und zog sich an. Dann ging er nach unten in die Küche und machte sich Cornflakes. Während er aß, schaute er seinen Vater an, der im Wohnzimmer auf dem Sofa eine Zeitung las. „Was ist?“, fragte Bill, als er bemerkte, dass Francesco ihn anstarrte. „Nichts, nichts!“, rief Francesco erschrocken und schaute auf sein Handy. Es stand 6:55 Uhr drauf. „Nein, nein, nein! Mein Bus kommt gleich!“, erschrak Francesco und aß blitzschnell sein Frühstück auf. Dann putzte er schnell seine Zähne und zog seine Schuhe und Jacke an. Er lief in sein Zimmer und nahm seine extrem schwere Schultasche mit. Ohne zu zögern, rannte er aus dem Haus und eilte zur Bushaltestelle. Es war noch rechtzeitig, denn der Bus kam in diesem Moment an. Francesco stieg ein und setzte sich hin. „Uff!“, sagte er und schloss seine Augen. Er hatte es geschafft.
Nach einer halben Stunde stieg er aus und marschierte lustlos zum Schulgebäude. Schon der Name der Schule sagte, dass sie langweilig sei, weswegen ihn seine „lieben“ Eltern dorthin schickten. Sie hieß „FBU“, übersetzt „Frieden bei uns“. Leider handelte es sich in Wirklichkeit um das Gegenteil. Also würde eher „Chaos bei uns“ oder „Krieg bei uns“ passen. Francesco ging, so schnell er konnte, in seine Klasse. Er wollte auf gar keinen Fall die Drei sehen. Doch bedauerlicherweise kamen sie. Auf seiner Schulter fühlte Francesco plötzlich eine große schwere Hand, die ihn umdrehte. Vor ihm standen die drei blöden Jungs aus seiner Klasse. Sie hießen Mark, Bob und der Chef von ihnen war Paul. Die Kerle liebten es, kleinere oder schwächere Schüler zu nerven, auch wenn Francesco schon zwölf war, zählten sie ihn zu den Jüngeren. „Hast du uns vermisst?“, fragte Paul mit einer nervigen Stimme. „Ja, und wie!“, antwortete Francesco sarkastisch. Darauf entgegnete Paul: „Von jetzt an geben wir dir keine Ruhe mehr, Franz. Du kleiner Franzose!“ Er lachte laut und schlug ihm auf seine Schultasche. Dann waren sie weg. „Ich bin aber kein Franzose und ich heiße nicht mal Franz!“, flüsterte er genervt. „Der erste Schultag beginnt aber sehr gut!“, fügte Francesco immer noch genervt hinzu und ging nach dem Läuten der Schulglocke in seine Klasse.
Kapitel 3
Das unbekannte Wort
Francesco saß wie die anderen Schüler auf seinem Platz und wartete auf den Lehrer. „Ich hoffe, dass der Tag schnell vorbeigeht!“, dachte er. Auf einmal schlug ihm etwas auf den Hinterkopf. Francesco drehte sich um und sah von der letzten Reihe Paul, Bob und Mark, die viele Papierkugeln auf dem Tisch liegen hatten. „Nicht DIE schon wieder!“, dachte Francesco genervt. Er schaute die Jungs an und drehte sich nochmals um. Da traf ihn schon wieder eine Kugel am Kopf. „Wenn ich sie ignoriere, dann werden sie mich sicherlich in Ruhe lassen, weil ihnen langweilig wird. Das funktioniert doch immer! Hoffentlich“, flüsterte sich Francesco zu, um ein bisschen mutiger zu werden. Am Anfang hatte es aufgehört, doch bevor er fertig gedacht hatte, schossen sie eine nächste Papierkugel auf ihn. Ein paar Schüler hatten es wohl bemerkt, denn sie begannen zu lachen. Nur die Schülerinnen kicherten nicht. Sie redeten miteinander, aber als sie Francesco Blicke zuwarfen, wusste er, dass er das Thema war. Nach einer Weile hatten ihn schon ungefähr 50 Papierkugeln abgeschossen, oder waren es doch 100? „Wo ist der Lehrer denn? Hat er sich am Klo eingesperrt, oder was?! Wenn er gleich nicht kommt, dann überlebe ich das hier nicht!“, dachte Francesco genervt. Endlich kam ein Erwachsener herein. Leider war es die Direktorin. Ihre strengen, braunen Augen und ihre dunkelbraunen Haare passten zu ihrer strengen schwarzen Kleidung – das musste man zugeben. Man sah aber, dass sie gerade beste Laune hatte, denn sie lächelte die ganze Zeit. Doch wenn diese Direktorin gut gelaunt war, dann bedeutete das nichts Gutes, und so war es auch. „Guten Morgen, Frau Direktorin Larve!“, begrüßten sie die Schüler, als sie den Raum betrat. „Guten Morgen, liebe Schüler! Ich bin gekommen, um euch zu sagen, dass ihr heute normalen Unterricht habt. Schaut auf euren neuen Stundenplan und richtet eure Schulsachen her.“ Bevor sie ging, rief sie noch: „Ah! Francesco! Räume bitte diese Papierdinger unter deinem Tisch weg!“ „Natürlich, Frau Direktorin Larve!“, antwortete Francesco und bückte sich, um diese „Papierdinger“ aufzuräumen. Und wieder schoss eine Papierkugel auf ihn, doch dieses Mal auf seinen Rücken. Francesco wusste, dass er nichts dagegen tun konnte, darum sammelte er alle Kugeln ein und schmiss sie in den Mülleimer. Dann setzte er sich wieder hin. Das erste Unterrichtsfach war römisch-katholische Religion. Da Francesco nicht dabei war, wurde er mit den anderen Schülern, die auch keine Religionsstunde hatten oder einen anderen Glaubensunterricht besuchten, von einem Lehrer abgeholt und in einen separaten Raum gebracht. In diesem Fall war es genau so. Als die Glocke wieder geläutet hatte, kamen zwei Lehrerinnen herein. Eine von ihnen war die Religionslehrerin und die andere war die Aufsichtslehrerin. „Bitte anstellen!“, sagte Frau Marmel, die Aufsicht. Francesco holte sein Stiftetasche, nahm sein Heft mit und ging zur Tür. Plötzlich, wie vom Blitz getroffen, hörte er ein Wort, durch das er stehen bleiben musste. Ein so gewaltiges, mächtiges und beruhigendes Wort, das er noch nie in seinem Leben gehört hatte. Es war der Ausdruck „Jesus“. Francesco stand noch immer wie versteinert da, und in seinem Mund und Hals wurde es trocken. Er drehte sich zu den zwei Mädchen, die das Wort ausgesprochen hatten, um und fragte unsicher: „W-Wer oder W-Was ist Jesus?“ Da schauten ihn die zwei Mädchen ungläubig an, was echt nervig war, und eine von ihnen antwortete: „Pff! Du weißt nicht, wer Jesus ist?“ Die zweite kicherte. Francesco wurde es peinlich und flüsterte nur: „Nein … Ich habe nie von ihm gehört.“ Das hörten ein paar andere Jungs, die den Religionsunterricht besuchten, und lachten. „Wir gehen!“, sagte Frau Marmel, und die Nicht-Religion-Schüler gingen raus. Francesco drehte sich nach vorne und während alle ihn auslachten oder riefen aus der Klasse, „Der weiß nicht, wer Jesus ist! Wenn er das nicht weiß, was weiß er denn noch alles nicht!? „. „Wer war Jesus?“, dachte Francesco die ganze Zeit nach. Diese Frage ließ ihm keine Ruhe. Er musste es wissen. Er musste es einfach wissen!
...
Es war eine regnerische Nacht. Der Regen tropfte gewaltig auf den Boden. Draußen war es sehr dunkel, deswegen konnten die zwei schwarz gekleideten Personen den grauen Weg, den sie entlanggingen, kaum erkennen. Die beiden näherten sich der „Goldstraße“ und blieben vor einer großen Villa stehen, die viel schöner am Tag ist als jetzt in der Nacht. „Wir sind da“, sagte die erste Person mit einer tiefen Männerstimme. Die zweite Person nickte, und gemeinsam sprangen sie über den hohen Zaun. Die zweite, die eine Frau war, knackte das Türschloss und sie konnten ins Haus. Leise näherten sie sich dem Elektrokasten. Der Mann schaltete alles aus, sodass das Licht oder alles Elektrische nicht funktionierten. „Geh zum Tresor im Keller und nimm das Geld mit. Merk’s dir, der Code ist 11887“, flüsterte der Mann und machte sich leise auf den Weg nach oben. Als er im Raum des Hausbesitzers ankam, öffnete er vorsichtig die Tür. Er ging am schlafenden Besitzer leise vorbei und als er den Schlüssel, der zum wertvollsten Zimmer führte, nehmen wollte, hörte er hinter sich ein Geräusch. Schnell sprang er zur Seite und zückte seine Pistole. Das Geräusch kam vom Besitzer, der nun wach war und mit einer Vase in den Händen dastand, mit der er vermutlich den Einbrecher schlagen wollte. Er war ein alter Mann im Pyjama, mit weißen Haaren und Bart, der dem Dieb erschrocken entgegenblickte.
„Bill?“, fragte er. Der Dieb antwortete unsicher: „Hier bin ich.“ Darauf entgegnete der Besitzer: „Warum tust du das mir an? Was habe ich denn getan?“ Der Dieb gab keine Antwort und ging langsam, mit dem Schlüssel zur Schublade, während er die Pistole auf ihn richtete. Der alte Herr verstand, was Bill jetzt vorhatte, und nahm sein Handy in die Hand. Er wählte die Nummer der Polizei. „Wag es ja nicht, die Polizei anzurufen!“, rief Bill aggressiv. Da ertönte eine Stimme aus dem Handy, die sprach: „Ja? Hier spricht die Polizei. Wie kann ich Ihnen helfen?“ Der Dieb lief ohne nachzudenken auf den Hausbesitzer zu, riss ihm sein Handy aus den Händen und warf es zu Boden. Es war daraufhin kaputt. „Um Himmelswillen!“, schrie der Mann. Da ertönten die Sirenen und plötzlich erschien ein Lächeln auf seinem Gesicht. „Jetzt kommt doch noch die Polizei!“, sagte der Mann. Bill sah einen kleinen Gegenstand mit einem roten Knopf in seinen Händen, mit dem man vermutlich die Polizei rufen konnte, wenn man darauf drückte. Er stürzte sich voller Wut auf den Mann und wollte ihn erschießen, doch dieser schubste ihn weg und nahm den Revolver. „Ich will dir nichts Böses!“, rief er und warf die Schusswaffe auf die Seite. Daraufhin wurde Bill immer wütender und zog sein Messer. „Gib mir den Schlüssel!“, keuchte er. Der Mann antwortete mutig: „Nie im Leben!“ „Dann halt nicht im Leben!“, kreischte Bill und stach den Besitzer mitten ins Herz. Der Mann sank zu Boden und bewegte sich nicht mehr. Der Dieb lachte und nahm den Schlüssel. Bevor er aus dem Zimmer ging, blickte er noch ein letztes Mal auf den Toten: „Leb wohl, alter Freund! Obwohl …
du lebst nicht mehr. Hehehehe!“ Er lief nach unten zu seiner Frau und sagte: „Ich habe den Schlüssel!“ Sie lächelte, doch als sie zur Tür mit dem Geld gehen wollten, erschien ein goldfarbenes, sehr helles Licht und eine goldene Gestalt stand vor ihnen. Es war ein Engel. „Was willst du!?“, schrie der Mann. Die goldene Person sprach ruhig: „Warum seid ihr hier mit einer Kleidung, die viel Böses sagt?“ Die Frau antwortete: „Es geht dich nichts an!“ Darauf sagte der Engel: „Bill! Du hast deinen Nachbar und Freund umgebracht! Und du, Nela, du hast bei diesem Verbrechen mitgemacht. Ihr wart geldgierig und es genügte euch nicht, dass euch der allmächtige Gott in jeder Sekunde eures Lebens geholfen hatte. Darum wirst du, Nela, einen Sohn gebären, der eine große Stärke haben wird und der euch eines Tages besiegen wird!“ Nach diesen Worten war er verschwunden. Auf den Gesichtern der beiden konnte man eine schreckliche Angst erkennen. Plötzlich hörten sie die Sirenen der Polizeiautos draußen und sie erinnerten sich wieder, wo und in welcher Situation sie sich gerade befanden. Bill nahm schnell seine Tasche und rief seiner Partnerin zu: „Morgen kommen wir wieder hierher zurück und nehmen das Geld mit!“ Nela nickte, immer noch unter Schock von diesem Ereignis, und gemeinsam liefen sie weg. Keiner hatte sie bemerkt. Bill blickte, während er lief, kurz nach hinten und sah, wie die bewaffnete Polizei in die Villa hineinstürmte. Dann schaute er wieder nach vorne und rannte so schnell er konnte mit seiner Frau von diesem ganzen Erlebnis weg.
Kapitel 1
Francesco
Nach neun Monaten gebar Nela einen Sohn. Sie gaben ihm den Namen „Francesco“, da er ihnen am schnellsten einfiel. Als Francesco geboren wurde, schauten ihn seine Eltern nicht mit Liebe, sondern mit Hass an. Sie wollten nicht, dass sie eines Tages von ihm besiegt werden. Deshalb gaben sie ihm in der Volksschulzeit mehr Sachen in die Schultasche hinein, als er in Wirklichkeit brauchte. Seine Tasche war sehr schwer, doch das war seinen Eltern vollkommen egal. Sie würden alles machen, damit ja nichts schiefläuft. Also musste er ab der Volksschule bis jetzt zum Gymnasium eine schwere Schultasche tragen. Nach einiger Zeit gewöhnte er sich an das Gewicht, und es fiel ihm ein wenig leichter, es zu ertragen. Außerdem war das ein gutes Training, denn seine Körperkraft nahm stetig zu. Leider bemerkten das seine Eltern und gaben ihm noch schwerere Dinge mit. Zudem wussten sie, dass Francescos Kraft nur dann funktionierte, wenn er ruhig war, weil er als Kind, als er so still war, erstaunliche Sachen machen konnte. Aus diesem Grund gaben sie Francesco immer etwas zu tun. Zum Beispiel hatte er zuerst Schule, danach Nachmittagsbetreuung und zu Hause musste er noch Hausarbeit erledigen, weil seine Eltern arbeiteten. Das stresste Francesco sehr. Seine Eltern sahen das und waren froh, dass alles nach Plan verlief. „Und wir hatten solche Angst gehabt, dass dieser Nichtsnutz uns aufhalten könnte!“, lachte Bill jedes Mal, wenn er mit seiner Frau im Wohnzimmer saß. Doch der Engel hatte recht bei dem, was er sagte, denn der ganze Plan begann – und zwar jetzt!
Kapitel 2
Der erste Schultag
Es war Montag und das hieß, dass wieder einmal der erste Schultag im Gymnasium war. Francesco besuchte nämlich die 2. Klasse Gymnasium. In der Früh lag er noch im Bett und hoffte, dass es nicht wirklich Schulbeginn war. „Meine Eltern werden mich sowieso nicht wecken, weil ich ihnen egal bin – also kann ich ruhig im Bett bleiben“, dachte Francesco mit einem Lächeln auf dem Gesicht. Das war die genialste Idee der Welt. Einfach im Bett bleiben, weil man allen gleichgültig ist! Darum versuchte Francesco erneut einzuschlafen. Er war zuvor durch das Klingeln des Weckers aufgewacht. Doch plötzlich sprang seine Zimmertür auf und Bill kam herein. Der Mann ging zum Bett, wo Francesco lag, und zog ihm die Decke weg. „AUFSTEHEN! DU BIST NOCH KEIN ALTER OPA, DER DEN GANZEN TAG SCHLAFEN MUSS!“, rief Bill laut. Francesco tat so, als würde er noch schlafen und rührte sich nicht. Die Schritte verließen wieder sein Zimmer. Welch Erleichterung! „Uff! Er hat es geschluckt! Dieser Narr! Ich habe echt nicht geglaubt, dass er so dumm wäre!“, dachte Francesco und lachte. Doch plötzlich goss jemand eiskaltes Wasser auf sein Gesicht. „Hey! Spinnst du…!“, schrie Francesco, als er jedoch Bill erkannte, beendete er seinen Satz nicht. Francesco saß jetzt auf seinem Bett und schaute seinen wie immer schlecht gelaunten Vater an. „Du bist also doch wach“, sagte Bill ausdruckslos. Dann fügte er noch hinzu: „Mach dich bereit für die Schule“ Francesco antwortete gähnend: „Ich dachte, dass ich euch egal wäre. Warum weckst du mich überhaupt?“ Bill schaute ihn ernst an und sagte: „Ich möchte dich nicht mehr im Haus haben.“ Dann ging er zur Tür. Diese Antwort hätte sich Francesco eigentlich schon erwarten können. Er wusste ganz genau, dass man sich mit seinem Vater besser nicht anlegen sollte, aber diese Frage war ihm einfach so herausgerutscht. Also hatte er noch einmal Glück gehabt. Bevor Bill nach unten ging, sagte: „Du bist mir übrigens immer noch egal.“ Dann war er dahin. „Ich weiß“, seufzte Francesco. Er redete gerne mit sich allein, weil er niemanden hatte, mit dem er sich austauschen konnte. Francesco hatte Freunde, doch wegen des Schulaufwandes traf er sie nicht besonders oft. „Schule, ich komme!“, rief Francesco lustlos und zog sich an. Dann ging er nach unten in die Küche und machte sich Cornflakes. Während er aß, schaute er seinen Vater an, der im Wohnzimmer auf dem Sofa eine Zeitung las. „Was ist?“, fragte Bill, als er bemerkte, dass Francesco ihn anstarrte. „Nichts, nichts!“, rief Francesco erschrocken und schaute auf sein Handy. Es stand 6:55 Uhr drauf. „Nein, nein, nein! Mein Bus kommt gleich!“, erschrak Francesco und aß blitzschnell sein Frühstück auf. Dann putzte er schnell seine Zähne und zog seine Schuhe und Jacke an. Er lief in sein Zimmer und nahm seine extrem schwere Schultasche mit. Ohne zu zögern, rannte er aus dem Haus und eilte zur Bushaltestelle. Es war noch rechtzeitig, denn der Bus kam in diesem Moment an. Francesco stieg ein und setzte sich hin. „Uff!“, sagte er und schloss seine Augen. Er hatte es geschafft.
Nach einer halben Stunde stieg er aus und marschierte lustlos zum Schulgebäude. Schon der Name der Schule sagte, dass sie langweilig sei, weswegen ihn seine „lieben“ Eltern dorthin schickten. Sie hieß „FBU“, übersetzt „Frieden bei uns“. Leider handelte es sich in Wirklichkeit um das Gegenteil. Also würde eher „Chaos bei uns“ oder „Krieg bei uns“ passen. Francesco ging, so schnell er konnte, in seine Klasse. Er wollte auf gar keinen Fall die Drei sehen. Doch bedauerlicherweise kamen sie. Auf seiner Schulter fühlte Francesco plötzlich eine große schwere Hand, die ihn umdrehte. Vor ihm standen die drei blöden Jungs aus seiner Klasse. Sie hießen Mark, Bob und der Chef von ihnen war Paul. Die Kerle liebten es, kleinere oder schwächere Schüler zu nerven, auch wenn Francesco schon zwölf war, zählten sie ihn zu den Jüngeren. „Hast du uns vermisst?“, fragte Paul mit einer nervigen Stimme. „Ja, und wie!“, antwortete Francesco sarkastisch. Darauf entgegnete Paul: „Von jetzt an geben wir dir keine Ruhe mehr, Franz. Du kleiner Franzose!“ Er lachte laut und schlug ihm auf seine Schultasche. Dann waren sie weg. „Ich bin aber kein Franzose und ich heiße nicht mal Franz!“, flüsterte er genervt. „Der erste Schultag beginnt aber sehr gut!“, fügte Francesco immer noch genervt hinzu und ging nach dem Läuten der Schulglocke in seine Klasse.
Kapitel 3
Das unbekannte Wort
Francesco saß wie die anderen Schüler auf seinem Platz und wartete auf den Lehrer. „Ich hoffe, dass der Tag schnell vorbeigeht!“, dachte er. Auf einmal schlug ihm etwas auf den Hinterkopf. Francesco drehte sich um und sah von der letzten Reihe Paul, Bob und Mark, die viele Papierkugeln auf dem Tisch liegen hatten. „Nicht DIE schon wieder!“, dachte Francesco genervt. Er schaute die Jungs an und drehte sich nochmals um. Da traf ihn schon wieder eine Kugel am Kopf. „Wenn ich sie ignoriere, dann werden sie mich sicherlich in Ruhe lassen, weil ihnen langweilig wird. Das funktioniert doch immer! Hoffentlich“, flüsterte sich Francesco zu, um ein bisschen mutiger zu werden. Am Anfang hatte es aufgehört, doch bevor er fertig gedacht hatte, schossen sie eine nächste Papierkugel auf ihn. Ein paar Schüler hatten es wohl bemerkt, denn sie begannen zu lachen. Nur die Schülerinnen kicherten nicht. Sie redeten miteinander, aber als sie Francesco Blicke zuwarfen, wusste er, dass er das Thema war. Nach einer Weile hatten ihn schon ungefähr 50 Papierkugeln abgeschossen, oder waren es doch 100? „Wo ist der Lehrer denn? Hat er sich am Klo eingesperrt, oder was?! Wenn er gleich nicht kommt, dann überlebe ich das hier nicht!“, dachte Francesco genervt. Endlich kam ein Erwachsener herein. Leider war es die Direktorin. Ihre strengen, braunen Augen und ihre dunkelbraunen Haare passten zu ihrer strengen schwarzen Kleidung – das musste man zugeben. Man sah aber, dass sie gerade beste Laune hatte, denn sie lächelte die ganze Zeit. Doch wenn diese Direktorin gut gelaunt war, dann bedeutete das nichts Gutes, und so war es auch. „Guten Morgen, Frau Direktorin Larve!“, begrüßten sie die Schüler, als sie den Raum betrat. „Guten Morgen, liebe Schüler! Ich bin gekommen, um euch zu sagen, dass ihr heute normalen Unterricht habt. Schaut auf euren neuen Stundenplan und richtet eure Schulsachen her.“ Bevor sie ging, rief sie noch: „Ah! Francesco! Räume bitte diese Papierdinger unter deinem Tisch weg!“ „Natürlich, Frau Direktorin Larve!“, antwortete Francesco und bückte sich, um diese „Papierdinger“ aufzuräumen. Und wieder schoss eine Papierkugel auf ihn, doch dieses Mal auf seinen Rücken. Francesco wusste, dass er nichts dagegen tun konnte, darum sammelte er alle Kugeln ein und schmiss sie in den Mülleimer. Dann setzte er sich wieder hin. Das erste Unterrichtsfach war römisch-katholische Religion. Da Francesco nicht dabei war, wurde er mit den anderen Schülern, die auch keine Religionsstunde hatten oder einen anderen Glaubensunterricht besuchten, von einem Lehrer abgeholt und in einen separaten Raum gebracht. In diesem Fall war es genau so. Als die Glocke wieder geläutet hatte, kamen zwei Lehrerinnen herein. Eine von ihnen war die Religionslehrerin und die andere war die Aufsichtslehrerin. „Bitte anstellen!“, sagte Frau Marmel, die Aufsicht. Francesco holte sein Stiftetasche, nahm sein Heft mit und ging zur Tür. Plötzlich, wie vom Blitz getroffen, hörte er ein Wort, durch das er stehen bleiben musste. Ein so gewaltiges, mächtiges und beruhigendes Wort, das er noch nie in seinem Leben gehört hatte. Es war der Ausdruck „Jesus“. Francesco stand noch immer wie versteinert da, und in seinem Mund und Hals wurde es trocken. Er drehte sich zu den zwei Mädchen, die das Wort ausgesprochen hatten, um und fragte unsicher: „W-Wer oder W-Was ist Jesus?“ Da schauten ihn die zwei Mädchen ungläubig an, was echt nervig war, und eine von ihnen antwortete: „Pff! Du weißt nicht, wer Jesus ist?“ Die zweite kicherte. Francesco wurde es peinlich und flüsterte nur: „Nein … Ich habe nie von ihm gehört.“ Das hörten ein paar andere Jungs, die den Religionsunterricht besuchten, und lachten. „Wir gehen!“, sagte Frau Marmel, und die Nicht-Religion-Schüler gingen raus. Francesco drehte sich nach vorne und während alle ihn auslachten oder riefen aus der Klasse, „Der weiß nicht, wer Jesus ist! Wenn er das nicht weiß, was weiß er denn noch alles nicht!? „. „Wer war Jesus?“, dachte Francesco die ganze Zeit nach. Diese Frage ließ ihm keine Ruhe. Er musste es wissen. Er musste es einfach wissen!
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