Unsere gaaaanz normale Reise nach Kanada
Ein „vor der Reise"-Reisebericht
EUR 20,90
Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 280
ISBN: 978-3-7116-1217-5
Erscheinungsdatum: 22.01.2026
Eine Familie auf „gaaaanz normaler“ Kanada-Reise: Chaos beim Packen, Pannen im Flugzeug, Hai-Schreck am Strand und ein Wal-Guide mit Toupet-Drama. Humorvoll, turbulent und voller Abenteuer – Kanada, wie man es garantiert nicht im Reiseführer findet!
EPISODE 1
Abenteuer Kanada – Die große Tischdebatte
Mama, Lili, Mike, Jovi und Paul saßen um den großen Esstisch, auf dem eine riesige Karte von Kanada ausgebreitet lag. Zwischen leeren Gläsern, einer halb aufgegessenen Schüssel mit Chips, Erdnussflips und Schokoriegeln hatten sich die fünf versammelt, um ihren nächsten Sommerurlaub zu planen.
„Also, Kanada“, begann Mama und schob demonstrativ ihre Brille auf die Nase. „Wir müssen die Flüge buchen, Unterkünfte klären, Auto und Route aussuchen und schauen, was wir alles machen wollen. Vorschläge?“
„Ich will unbedingt Bären sehen!“, rief Jovi begeistert und stach mit dem Finger mitten in die Karte. „Am besten welche, die Lachse fangen! Wie in diesen coolen Naturdokus.“
„Aber nicht zu nah! Ich hab keine Lust, als Bären-Snack zu enden“, kicherte Lili. „Wir können ja ein Fernglas mitnehmen.“
Paul verschränkte die Arme. „Ich will auf einen Berg klettern! So richtig hoch, mit Schnee und Bighornschafen oben!“
„Paul, da fängst du an zu japsen und wirst von ’ner Lawine mitgerissen und landest unten als Schneemann“, witzelte Jovi und grinste. Paul warf ihm ein Kissen an den Kopf, das von Mikes Stuhl abrutschte und auf den Boden plumpste.
„Hey, nicht streiten“, schaltete sich Mike ein, während er sich die Karte genauer ansah. „Wie wär’s, wenn wir mit dem Wohnmobil reisen? So sehen wir richtig viel. Bären, Berge, tolle Gebirgsflüsse und Gletscher und vielleicht noch jede Menge andere Viecher.“
„Wohnmobil?“ Mama zog die Augenbrauen hoch. „Mit fünf Personen? Da brauchen wir ja einen Sattelschlepper. Wie machen wir’s dann mit der Kocherei, oder wollt ihr die ganze Zeit nur Toastbrot mit Bärenschinken essen?“
„Wohnmobil klingt trotzdem cool“, warf Lili ein. „Aber können wir dann auch Kanu fahren? Ich will so einen richtigen kanadischen Gebirgsfluss runterpaddeln.“
„Kanu fahren?“ Jovi lachte laut. „Du kannst ja nicht mal geradeaus mit deinem Einrad fahren, ohne einen Busch mitzunehmen.“
„Und du kannst nicht mal einen Baum umlegen und Holz fürs Lagerfeuer hacken“, konterte Lili.
„Leute, Leute“, Mike hob die Hände. „Egal, was wir machen, Hauptsache, es wird ein Abenteuer. Was sagt ihr zu einer Kombination aus allem? Erst eine Woche mit dem Auto, dann eine Hütte in den Rockies – zum Wandern und Bären-Gucken – und danach ein paar Tage in einer Stadt. Vancouver vielleicht?“
„Vancouver klingt gut“, sagte Mama. „Da könnte ich wenigstens mal in ein richtig schönes Café gehen, ohne dass Paul mit dem Löffel auf den Tisch trommelt.“
„Ich trommle nicht! Ich mache Musik“, protestierte Paul.
„Wisst ihr, was ich noch will?“, fragte Jovi. „Ein bisschen Freiheit. Also keine zehn Regeln pro Tag.“
„Oh, Freiheit“, murmelte Mama gespielt nachdenklich. „Wie wär’s: Freiheit für Jovi, aber dann darf er auch den Abwasch machen?“
„Vergiss es.“
Alle lachten.
„Okay, also“, fasste Mike zusammen. „Wir fliegen nach Vancouver, reisen dann mit dem Auto weiter, machen Abenteuer in den Nationalparks und paddeln auf einem Fluss. Klingt nach einem Plan?“
„Klingt nach einem Abenteuer!“, rief Lili.
„Und nach Chaos“, fügte Mama schmunzelnd hinzu.
Paul rieb sich die Hände. „Hauptsache, ich kann coole Fotos machen – und ich kriege immer einen Fensterplatz im Auto!“
„Okay“, sagte Jovi. „Ich sitze immer vorne und mach’ den Beifahrer.“
„Das klären wir später“, brummte Mike und faltete die Karte zusammen. „Aber eins ist sicher: Kanada wird uns so schnell nicht vergessen.“
„Und wir Kanada auch nicht, also ran an die Vorbereitungen“, meinte Mama, als sie das Kissen vom Boden aufhob.
EPISODE 2
Reisevorbereitungen
Nach unzähligen Stunden der Urlaubsberatung war es entschieden: Die Familie würde sich auf eine tolle Reise nach Kanada begeben! Doch bevor es losgehen konnte, begann die eigentliche Herausforderung, die Vorbereitung. Wochenlang wurde geplant, diskutiert, gebucht und überprüft. Jeder hatte seine eigenen Vorstellungen, und besonders Jovi, Paul und Lili entwickelten in tagelangen Verhandlungen eine blühende Fantasie darüber, was alles erlebt werden musste.
Reisebuchungen wurden getätigt, ein SUV reserviert, schließlich brauchte man genügend Platz für Gepäck und ein Auto für wilde Abenteuer. Sämtliche Papiere wurden akribisch durchforstet, Reisepässe kontrolliert, Führerscheine und Auslandskrankenversicherungen überprüft und die eTA-Genehmigungen beantragt. Auch die Discovery-Pässe für die Nationalparks waren ein Muss, ohne die würde man auf diese verzichten müssen!
Doch das Schwierigste war nicht die Bürokratie, es war die Festlegung der Gesamttour! Hitzige Diskussionen entbrannten. Wie lange sollte man in Vancouver bleiben? Welche Stadt auf Vancouver Island war die spannendste? Und war es wirklich nötig, sich in die tosenden Fluten eines reißenden Flusses zu stürzen?
Nach langen Debatten stand der Plan:
Flug nach Vancouver – Der Beginn des Abenteuers!
3 Nächte in Vancouver – Eine Stadt voller Kontraste, von Wolkenkratzern bis zu endlosen Parks
Mit der Fähre nach Vancouver Island – Ein Hauch von Wildnis mitten im Pazifik.
Victoria (2 Nächte) – Die Hauptstadt der Insel, britisch charmant und voller Überraschungen.
Ucluelet (2 Nächte) – Hier roch es schon nach Salzwasser und Abenteuer.
Campbell River (2 Nächte) – Das Tor zu wilden Tieren und unberührter Natur.
Nanaimo und zurück nach Vancouver – per Fähre, bevor es wieder aufs Festland ging.
Whistler – Adrenalin und Bergpanoramen pur.
Clearwater (2 Nächte) – Die Ruhe vor dem Sturm.
Valemount – Der Einstieg in die Rocky Mountains.
Banff & Canmore (2 Nächte) – Spektakuläre Berglandschaften wie aus dem Bilderbuch.
Calgary – Ein würdiger Abschluss der Reise.
Rückflug nach Deutschland – Hoffentlich ohne den berüchtigten Jetlag!
Natürlich wäre es kein richtiger Familienurlaub, wenn nicht jeder seine persönlichen Wünsche hätte durchsetzen wollen. Besonders Jovi, Paul und Lili lieferten sich hitzige Diskussionen.
Fahrradtour durch Vancouver – Lili war sofort begeistert, schließlich konnte man so die Stadt hautnah erleben.
Walbeobachtung – Paul war überzeugt, dass ein Treffen mit einem Buckelwal das ultimative Highlight wäre.
Rafting auf dem Clearwater River – Jovi sah sich schon als Held, der durch reißende Stromschnellen navigierte.
Geführte Grizzlybärentour – „Klar, wir gehen einfach in den Wald und winken einem Bären zu“, meinte Mama trocken. Doch mit einem erfahrenen Guide klang es schon sicherer.
Fahrt durch die Spiral-Tunnels. Eine Eisenbahnstrecke, die sich durch die Berge windet? Das klang selbst für Mike spannend. Aber, Fahrt durch die Spiral-Tunnels, was soll’n das sein?
Mama googelte sofort und konnte es dann der versammelten Familie erklären. „Diese historische Eisenbahnstrecke wurde gebaut, um die gefährliche Steigung durch die Rocky Mountains zu entschärfen. Früher hatten Züge hier enorme Schwierigkeiten, da sie auf einer extrem steilen Strecke kaum abbremsen konnten. Die Lösung: Zwei gigantische Tunnel in Form einer Spirale! Heute ist es ein faszinierendes Spektakel: Ein langer Zug fährt vorne in den Tunnel hinein, während seine letzten Waggons draußen noch zu sehen sind. Dann taucht die Spitze des Zuges plötzlich oberhalb der hinteren Wagen aus dem Berg heraus – eine optische Täuschung, die fast unmöglich erscheint!“ Mike war sofort begeistert von der Technik, während die Kinder sich vorstellten, wie es wäre, mitten in der Spirale stecken zu bleiben und die Familie in der Mitte vom Zug keine Möglichkeit hätte auszusteigen.
Meine Güte, „wie gruselig“, so Lili.
Besuch des Takakkaw-Wasserfalls – Mit einer Fallhöhe von über 380 Metern ein echtes Naturwunder.
Mittagessen im höchsten Restaurant Kanadas – Endlich eine Entscheidung, bei der sich alle einig waren. Hoch über den Bergen speisen? Wer konnte da Nein sagen?
Der Plan stand. Jetzt gab es kein Zurück mehr – Kanada, wir kommen!
EPISODE 3
Das große Packen
In sämtlichen Zimmern der Wohnung herrschte ein Durcheinander, das seinesgleichen suchte. Überall lagen Kleidungsstücke, Schuhe, Ladekabel und seltsame Dinge herum, die man wirklich nicht für eine Reise nach Kanada brauchte, oder doch?
Mike stand im Wohnzimmer, inmitten des Chaos, die Arme verschränkt, und musterte kritisch die Ansammlung von Gepäckstücken. „Okay, Leute“, begann er brummig und verzog das Gesicht, „wir müssen uns an ein Limit halten. Keine Fluggesellschaft der Welt lässt uns mit diesem ganzen Kram an Bord!“
Lili schnaubte empört und hielt ihre Häkelnadel wie ein Schwert hoch. „Aber ich muss meine Wolle mitnehmen! Ich wollte doch Mützen häkeln, für jeden von uns eine! Das wäre doch total cool!“ Sie deutete auf den riesigen Beutel mit Wolle, der beinahe so groß war wie sie selbst.
„Ja, klar“, kommentierte Jovi, der auf dem Riesensessel saß und demonstrativ auf sein Tablet starrte. „Weil Mützen in Kanada ja total selten sind. Ich brauche mein Tablet, damit ich nicht sterbe vor Langeweile.“
Paul, sonst immer ein wenig zurückhaltend, sprang auf und ab. „Und ich brauche mein Katapult! Vielleicht sehe ich einen Elch, und dann … PENG! Eine Hartgummikugel auf die Nase!“ Er fuchtelte begeistert mit dem Katapult herum, bis Mike ihm einen strengen Blick zuwarf.
Mama kam mit einer riesigen Tasche ins Zimmer, in der man vermutlich einen halben Hausstand hätte unterbringen können. „Ich nehme zur Sicherheit noch ein paar Jacken mit, falls es kalt wird. Und Decken. Und Kissen. Ach, und vielleicht noch den Föhn, das könnte praktisch sein!“
Mike hob die Hände, er wollte die aufgebrachte Truppe beruhigen. „Leute, bleibt mal ruhig! Wir sind nicht auf einem Umzug, sondern auf einer Reise! Jovi, das Tablet kommt mit, aber nicht die riesige Powerbank, die aussieht wie ein Backstein. Lili, du darfst eine kleine Tüte Wolle nehmen – aber keine zehn Farben! Paul … KEIN Katapult.“
„Was?!“, rief Paul entsetzt. „Aber ohne Katapult bin ich doch kein richtiger Abenteurer und kann auch nicht die angreifenden Grizzlybären abwehren.“
Nach einer Stunde Diskussion, Gefluche und Gekicher waren die Koffer schließlich gepackt. Jeder hatte ein bisschen was von seinem Übergepäck geopfert – mehr oder weniger freiwillig.
„Na, das wird ja ein Abenteuer“, murmelte Mike, als er die Koffer alle zusammenstellte. Lili legte ihm die Hand auf den Arm und grinste. „Keine Sorge, Mike, du wirst bestimmt deine eigene Mütze bekommen.“
Paul, der seine Katapultgeschosse in die Jackentasche geschmuggelt hatte, kicherte geheimnisvoll. Und Jovi? Der war bereits mit dem Tablet eingeschlafen – vermutlich träumte er von endlosem WLAN.
Die Reise konnte beginnen.
Abenteuer Kanada – Die große Tischdebatte
Mama, Lili, Mike, Jovi und Paul saßen um den großen Esstisch, auf dem eine riesige Karte von Kanada ausgebreitet lag. Zwischen leeren Gläsern, einer halb aufgegessenen Schüssel mit Chips, Erdnussflips und Schokoriegeln hatten sich die fünf versammelt, um ihren nächsten Sommerurlaub zu planen.
„Also, Kanada“, begann Mama und schob demonstrativ ihre Brille auf die Nase. „Wir müssen die Flüge buchen, Unterkünfte klären, Auto und Route aussuchen und schauen, was wir alles machen wollen. Vorschläge?“
„Ich will unbedingt Bären sehen!“, rief Jovi begeistert und stach mit dem Finger mitten in die Karte. „Am besten welche, die Lachse fangen! Wie in diesen coolen Naturdokus.“
„Aber nicht zu nah! Ich hab keine Lust, als Bären-Snack zu enden“, kicherte Lili. „Wir können ja ein Fernglas mitnehmen.“
Paul verschränkte die Arme. „Ich will auf einen Berg klettern! So richtig hoch, mit Schnee und Bighornschafen oben!“
„Paul, da fängst du an zu japsen und wirst von ’ner Lawine mitgerissen und landest unten als Schneemann“, witzelte Jovi und grinste. Paul warf ihm ein Kissen an den Kopf, das von Mikes Stuhl abrutschte und auf den Boden plumpste.
„Hey, nicht streiten“, schaltete sich Mike ein, während er sich die Karte genauer ansah. „Wie wär’s, wenn wir mit dem Wohnmobil reisen? So sehen wir richtig viel. Bären, Berge, tolle Gebirgsflüsse und Gletscher und vielleicht noch jede Menge andere Viecher.“
„Wohnmobil?“ Mama zog die Augenbrauen hoch. „Mit fünf Personen? Da brauchen wir ja einen Sattelschlepper. Wie machen wir’s dann mit der Kocherei, oder wollt ihr die ganze Zeit nur Toastbrot mit Bärenschinken essen?“
„Wohnmobil klingt trotzdem cool“, warf Lili ein. „Aber können wir dann auch Kanu fahren? Ich will so einen richtigen kanadischen Gebirgsfluss runterpaddeln.“
„Kanu fahren?“ Jovi lachte laut. „Du kannst ja nicht mal geradeaus mit deinem Einrad fahren, ohne einen Busch mitzunehmen.“
„Und du kannst nicht mal einen Baum umlegen und Holz fürs Lagerfeuer hacken“, konterte Lili.
„Leute, Leute“, Mike hob die Hände. „Egal, was wir machen, Hauptsache, es wird ein Abenteuer. Was sagt ihr zu einer Kombination aus allem? Erst eine Woche mit dem Auto, dann eine Hütte in den Rockies – zum Wandern und Bären-Gucken – und danach ein paar Tage in einer Stadt. Vancouver vielleicht?“
„Vancouver klingt gut“, sagte Mama. „Da könnte ich wenigstens mal in ein richtig schönes Café gehen, ohne dass Paul mit dem Löffel auf den Tisch trommelt.“
„Ich trommle nicht! Ich mache Musik“, protestierte Paul.
„Wisst ihr, was ich noch will?“, fragte Jovi. „Ein bisschen Freiheit. Also keine zehn Regeln pro Tag.“
„Oh, Freiheit“, murmelte Mama gespielt nachdenklich. „Wie wär’s: Freiheit für Jovi, aber dann darf er auch den Abwasch machen?“
„Vergiss es.“
Alle lachten.
„Okay, also“, fasste Mike zusammen. „Wir fliegen nach Vancouver, reisen dann mit dem Auto weiter, machen Abenteuer in den Nationalparks und paddeln auf einem Fluss. Klingt nach einem Plan?“
„Klingt nach einem Abenteuer!“, rief Lili.
„Und nach Chaos“, fügte Mama schmunzelnd hinzu.
Paul rieb sich die Hände. „Hauptsache, ich kann coole Fotos machen – und ich kriege immer einen Fensterplatz im Auto!“
„Okay“, sagte Jovi. „Ich sitze immer vorne und mach’ den Beifahrer.“
„Das klären wir später“, brummte Mike und faltete die Karte zusammen. „Aber eins ist sicher: Kanada wird uns so schnell nicht vergessen.“
„Und wir Kanada auch nicht, also ran an die Vorbereitungen“, meinte Mama, als sie das Kissen vom Boden aufhob.
EPISODE 2
Reisevorbereitungen
Nach unzähligen Stunden der Urlaubsberatung war es entschieden: Die Familie würde sich auf eine tolle Reise nach Kanada begeben! Doch bevor es losgehen konnte, begann die eigentliche Herausforderung, die Vorbereitung. Wochenlang wurde geplant, diskutiert, gebucht und überprüft. Jeder hatte seine eigenen Vorstellungen, und besonders Jovi, Paul und Lili entwickelten in tagelangen Verhandlungen eine blühende Fantasie darüber, was alles erlebt werden musste.
Reisebuchungen wurden getätigt, ein SUV reserviert, schließlich brauchte man genügend Platz für Gepäck und ein Auto für wilde Abenteuer. Sämtliche Papiere wurden akribisch durchforstet, Reisepässe kontrolliert, Führerscheine und Auslandskrankenversicherungen überprüft und die eTA-Genehmigungen beantragt. Auch die Discovery-Pässe für die Nationalparks waren ein Muss, ohne die würde man auf diese verzichten müssen!
Doch das Schwierigste war nicht die Bürokratie, es war die Festlegung der Gesamttour! Hitzige Diskussionen entbrannten. Wie lange sollte man in Vancouver bleiben? Welche Stadt auf Vancouver Island war die spannendste? Und war es wirklich nötig, sich in die tosenden Fluten eines reißenden Flusses zu stürzen?
Nach langen Debatten stand der Plan:
Flug nach Vancouver – Der Beginn des Abenteuers!
3 Nächte in Vancouver – Eine Stadt voller Kontraste, von Wolkenkratzern bis zu endlosen Parks
Mit der Fähre nach Vancouver Island – Ein Hauch von Wildnis mitten im Pazifik.
Victoria (2 Nächte) – Die Hauptstadt der Insel, britisch charmant und voller Überraschungen.
Ucluelet (2 Nächte) – Hier roch es schon nach Salzwasser und Abenteuer.
Campbell River (2 Nächte) – Das Tor zu wilden Tieren und unberührter Natur.
Nanaimo und zurück nach Vancouver – per Fähre, bevor es wieder aufs Festland ging.
Whistler – Adrenalin und Bergpanoramen pur.
Clearwater (2 Nächte) – Die Ruhe vor dem Sturm.
Valemount – Der Einstieg in die Rocky Mountains.
Banff & Canmore (2 Nächte) – Spektakuläre Berglandschaften wie aus dem Bilderbuch.
Calgary – Ein würdiger Abschluss der Reise.
Rückflug nach Deutschland – Hoffentlich ohne den berüchtigten Jetlag!
Natürlich wäre es kein richtiger Familienurlaub, wenn nicht jeder seine persönlichen Wünsche hätte durchsetzen wollen. Besonders Jovi, Paul und Lili lieferten sich hitzige Diskussionen.
Fahrradtour durch Vancouver – Lili war sofort begeistert, schließlich konnte man so die Stadt hautnah erleben.
Walbeobachtung – Paul war überzeugt, dass ein Treffen mit einem Buckelwal das ultimative Highlight wäre.
Rafting auf dem Clearwater River – Jovi sah sich schon als Held, der durch reißende Stromschnellen navigierte.
Geführte Grizzlybärentour – „Klar, wir gehen einfach in den Wald und winken einem Bären zu“, meinte Mama trocken. Doch mit einem erfahrenen Guide klang es schon sicherer.
Fahrt durch die Spiral-Tunnels. Eine Eisenbahnstrecke, die sich durch die Berge windet? Das klang selbst für Mike spannend. Aber, Fahrt durch die Spiral-Tunnels, was soll’n das sein?
Mama googelte sofort und konnte es dann der versammelten Familie erklären. „Diese historische Eisenbahnstrecke wurde gebaut, um die gefährliche Steigung durch die Rocky Mountains zu entschärfen. Früher hatten Züge hier enorme Schwierigkeiten, da sie auf einer extrem steilen Strecke kaum abbremsen konnten. Die Lösung: Zwei gigantische Tunnel in Form einer Spirale! Heute ist es ein faszinierendes Spektakel: Ein langer Zug fährt vorne in den Tunnel hinein, während seine letzten Waggons draußen noch zu sehen sind. Dann taucht die Spitze des Zuges plötzlich oberhalb der hinteren Wagen aus dem Berg heraus – eine optische Täuschung, die fast unmöglich erscheint!“ Mike war sofort begeistert von der Technik, während die Kinder sich vorstellten, wie es wäre, mitten in der Spirale stecken zu bleiben und die Familie in der Mitte vom Zug keine Möglichkeit hätte auszusteigen.
Meine Güte, „wie gruselig“, so Lili.
Besuch des Takakkaw-Wasserfalls – Mit einer Fallhöhe von über 380 Metern ein echtes Naturwunder.
Mittagessen im höchsten Restaurant Kanadas – Endlich eine Entscheidung, bei der sich alle einig waren. Hoch über den Bergen speisen? Wer konnte da Nein sagen?
Der Plan stand. Jetzt gab es kein Zurück mehr – Kanada, wir kommen!
EPISODE 3
Das große Packen
In sämtlichen Zimmern der Wohnung herrschte ein Durcheinander, das seinesgleichen suchte. Überall lagen Kleidungsstücke, Schuhe, Ladekabel und seltsame Dinge herum, die man wirklich nicht für eine Reise nach Kanada brauchte, oder doch?
Mike stand im Wohnzimmer, inmitten des Chaos, die Arme verschränkt, und musterte kritisch die Ansammlung von Gepäckstücken. „Okay, Leute“, begann er brummig und verzog das Gesicht, „wir müssen uns an ein Limit halten. Keine Fluggesellschaft der Welt lässt uns mit diesem ganzen Kram an Bord!“
Lili schnaubte empört und hielt ihre Häkelnadel wie ein Schwert hoch. „Aber ich muss meine Wolle mitnehmen! Ich wollte doch Mützen häkeln, für jeden von uns eine! Das wäre doch total cool!“ Sie deutete auf den riesigen Beutel mit Wolle, der beinahe so groß war wie sie selbst.
„Ja, klar“, kommentierte Jovi, der auf dem Riesensessel saß und demonstrativ auf sein Tablet starrte. „Weil Mützen in Kanada ja total selten sind. Ich brauche mein Tablet, damit ich nicht sterbe vor Langeweile.“
Paul, sonst immer ein wenig zurückhaltend, sprang auf und ab. „Und ich brauche mein Katapult! Vielleicht sehe ich einen Elch, und dann … PENG! Eine Hartgummikugel auf die Nase!“ Er fuchtelte begeistert mit dem Katapult herum, bis Mike ihm einen strengen Blick zuwarf.
Mama kam mit einer riesigen Tasche ins Zimmer, in der man vermutlich einen halben Hausstand hätte unterbringen können. „Ich nehme zur Sicherheit noch ein paar Jacken mit, falls es kalt wird. Und Decken. Und Kissen. Ach, und vielleicht noch den Föhn, das könnte praktisch sein!“
Mike hob die Hände, er wollte die aufgebrachte Truppe beruhigen. „Leute, bleibt mal ruhig! Wir sind nicht auf einem Umzug, sondern auf einer Reise! Jovi, das Tablet kommt mit, aber nicht die riesige Powerbank, die aussieht wie ein Backstein. Lili, du darfst eine kleine Tüte Wolle nehmen – aber keine zehn Farben! Paul … KEIN Katapult.“
„Was?!“, rief Paul entsetzt. „Aber ohne Katapult bin ich doch kein richtiger Abenteurer und kann auch nicht die angreifenden Grizzlybären abwehren.“
Nach einer Stunde Diskussion, Gefluche und Gekicher waren die Koffer schließlich gepackt. Jeder hatte ein bisschen was von seinem Übergepäck geopfert – mehr oder weniger freiwillig.
„Na, das wird ja ein Abenteuer“, murmelte Mike, als er die Koffer alle zusammenstellte. Lili legte ihm die Hand auf den Arm und grinste. „Keine Sorge, Mike, du wirst bestimmt deine eigene Mütze bekommen.“
Paul, der seine Katapultgeschosse in die Jackentasche geschmuggelt hatte, kicherte geheimnisvoll. Und Jovi? Der war bereits mit dem Tablet eingeschlafen – vermutlich träumte er von endlosem WLAN.
Die Reise konnte beginnen.

