Cover: Armendum und die alten Wälder

Armendum und die alten Wälder


EUR 21,90

Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 286
ISBN: 978-3-7116-0846-8
Erscheinungsdatum: 24.09.2025
Zwerge, Elben und Menschen – drei Völker – drei Welten.Werden die Elben in der Verborgenheit entschwinden?Werden die Menschen weiterhin den Krieg suchen?Oder können die Zwerge einen Weg bereiten, auf dem alle Völker wandeln können?
Armendum
Reich der Zwerge


Arnhelm
König der Zwerge von Armendum
Er ist 527 Jahre alt und regiert sein Volk weise.

Kaifa
Königin der Zwerge von Armendum
Sie steht Arnhelm mit ihrer Sanftmut zur Seite.

Dorian
Prinz von Armendum und einziger Sohn
Er ist 237 Jahre alt, als er Liv das erste Mal sieht.

Alwin
Dorians jüngerer Vetter und Thronfolger von Karnandum

Feinwin
Dorians jüngerer Vetter, jüngster Prinz von Karnandum

Hanulf
Leibwächter von Dorian
Er ist wie ein älterer Bruder, den Dorian niemals hatte.

Nika
Heilerin der Königsfamilie

Liv
Eine Menschenfrau – aufgewachsen in ärmlichen Verhältnissen.

Udwin
König der Menschen



Neunzehn Jahre zuvor …

Eine junge Frau und ihr Gemahl gingen eng beisammen eilig einen schmalen Pfad entlang. Erschöpfung zeichnete sich in ihren Gesichtern ab. Ein kleines Mädchen schlief in den Armen seiner Mutter. Diese hielt ihr Kind fest an sich gedrückt. Ängstlich blickte sie von Zeit zu Zeit über ihre Schulter zurück. Ihr Gemahl trieb sie an.

„Schnell. Schon bald sind wir da. Da vorne sieht man sicher gleich den Fluss. Er fließt an Armendum vorbei.“

„Tun wir das Richtige?“, fragte sie mit Tränen in den Augen und weinerlicher Stimme.

„Liv, wird leben – nur das zählt. Sie wird leben, hörst du?“

Die junge Frau nickte. Doch schon hörten die beiden Pferdehufe und Männerstimmen. Ihre Verfolger holten auf. Schon bald gab es kein Entrinnen mehr.

„Wir schaffen es nicht nach Armendum!“, schluchzte die Frau.

„Wir haben keine Wahl. Wir müssen Liv hier zurücklassen. Die Zwerge werden sie finden.“

Der junge Vater zeigte auf eine Stelle hinter einer dicken Eiche. Eine Mulde direkt neben einer großen Wurzel konnte das Kind verdecken. Wenn die Verfolger kamen, wollten sie ihre Flucht so fortsetzen, dass sie gesehen wurden. Keiner würde auf das schlafende Kind achten.
„Leb wohl, mein Kind. Wir lieben dich!“

Vorsichtig legten sie das schlafende Mädchen in die Mulde und deckten es zu. Ihr Vater schrieb mit nasser Erde drei Buchstaben auf den Stoff. L I V

Dann nahm der Mann die Hand seiner Frau und zog sie fort.

„Jetzt!“

„Da drüben sind sie!“, drang eine Stimme zu ihnen vor. Sie begannen zu laufen. So schnell sie konnten, rannten sie weg vom Versteck ihres Kindes.

„Ihnen nach! Da vorne laufen sie!“

Auch wenn sie wussten, dass sie ihrem Schicksal nicht entrinnen konnten, so versuchten sie doch, so weit wie möglich zu kommen. Der Abstand der Verfolger wurde immer geringer.

„Jetzt haben wir sie!“

Pfeile sausten durch die Luft.


1.

Dorian. Wenn man ihn ansah, ahnte man nicht, dass er bereits 237 Jahre alt war. Für Menschen uralt, doch für einen Zwerg noch sehr jung. Zwar zählte er nicht mehr zur Zwergenjugend, aber dies hatte er wohl nie getan.

Als Königssohn hatte er schon sehr früh Verantwortung übernehmen müssen. Es war ihm nie gegönnt gewesen, zwanglos mit den Zwergenkindern herumzuflanieren oder gar einmal Unfug zu treiben. Später hätten sich die jungen Zwerge in seiner Nähe auch kaum zwanglos gegeben, wussten sie doch, dass Dorian einst der nächste König sein würde.

So war Dorian es gewohnt, mit alten Zwergen zu reden und beisammen zu sein. Er hatte stets Lehrmeister, die seinen höchsten Respekt ernteten. Seine Liebe aber galt seinem Vater und seiner Mutter. Dorian wirkte immer besonnen. Er sprach wenig und wenn, dann waren es bedachte Worte. Lächeln sah man ihn kaum, weshalb seine Erscheinung manchmal etwas Bedrohliches hatte.

Nicht zuletzt wurde dieser Eindruck verstärkt durch seine Kleidung. Sie war in Grau- und Schwarztönen gehalten. Widerstandsfähiges Leder und Felleinsätze unterstrichen die Ausstrahlung des jungen Zwergenkriegers. Ein Schwert, so wertvoll wie ein ganzes Königreich, steckte unauffällig in einer Lederhülle an seiner Seite. Sein Körper war durchtrainiert und zäh. Sein Lehrmeister im Schwertkampf zeigte kein Pardon mit dem jungen Prinzen, wenn es um seine Ausbildung zum Krieger ging. Im Gegenteil – er schien dem Königssohn noch mehr abzuverlangen, als Dorian sich manchmal imstande sah zu geben.

„Es ist gut, seine Grenzen zu kennen!“, sagte er ihm des Öfteren.

Die Zwerge waren im Allgemeinen nicht kleiner als Menschen, auch wenn einige Männer sie doch überragten. Doch die Menschenfrauen waren fast immer kleiner. Deshalb fiel es nicht groß auf, wenn sich einige von ihnen in Hansun, einer Handelsstadt unweit entfernt von Armendum, aufhielten.

Dort hatte Liv den jungen Krieger das erste Mal gesehen. Sie hatte nicht geahnt, dass es sich um den Königssohn handelte. Er war umringt von anderen Kriegern, so als gehöre er zu einer Gruppe Söldner. Doch er war ihr aufgefallen, wie ein Stern am dunklen Nachthimmel.

Er hatte dunkles, langes Haar und einen dunklen Bart. Sein Blick war ernst. Nichts an ihm war überheblich oder eitel. Die anderen Zwerge schienen sich nach ihm zu richten. Seine Kraft und seine Ausstrahlung umgaben ihn wie ein Mantel.

Liv konnte ihren Blick nicht von ihm abwenden. Sie starrte ihn förmlich an mit ihren blauen Augen. Ihr langes blondes Haar war sittsam zu einem langen Zopf geflochten, aus dem sich ein paar widerspenstige Strähnen lösten. Ihre Kleidung war ein braunes, einfaches Kleid, welches an manchen Stellen schon zerschlissen war, aber dennoch tragbar. An anderen Stellen hatte es Flecken von der Straße bekommen.
Schmuck hatte sie nie besessen. So trug sie eine Blumenkette um den Hals, die sie sich selbst geflochten hatte.

Als sich die Zwerge in ihre Richtung bewegten, wünschte sie sich das erste Mal, schön zu sein. Der Zwerg, den sie bis jetzt angestarrt hatte, schien ihren Blick gespürt zu haben. Er blickte sie kurz an, dann nickte er ihr zu. Er war schon an ihr vorbei, bevor sie auch nur reagieren konnte.

„Das ist Dorian. Der Sohn des Zwergenkönigs Arnhelm“, hörte Liv eine Marktfrau freundlich zu einem Käufer sagen, der nicht aus Hansun war. Die Handelsstadt Hansun lag zwischen Armendum und den alten Wäldern. Hauptsächlich lebten dort Zwerge. Wer aber ausgezeichnete Handwerkskunst suchte, nahm gerne eine lange Anreise auf sich.

Dorian. Ein Königssohn. Liv war sich bewusst, dass er nur eine hohe Frau beachten würde, doch niemals sie.

Sie war sich auch im Klaren, dass sein Nicken unmöglich ihr gegolten haben konnte. Sie sah an sich hinunter und fühlte sich armselig und klein. Dann schüttelte sie den Kopf über sich selbst und lachte.

„Wie dumm ich doch bin.“, murmelte sie nun fast vergnügt. Sie streifte ihr Kleid glatt und ging zu der Marktfrau in der Nähe. Vielleicht erzählte sie ja noch etwas von Dorian, dem Königssohn.

Doch die Marktfrau widmete sich schon wieder ganz dem Verkauf ihres Gemüses. Als sie Liv ein paar Erdknollen verkaufte, sah sie die Menschenfrau genauer an.

„Du bist nicht aus Hansun, oder?“, fragte sie neugierig. Liv verneinte, nahm die Erdknollen, bezahlte und verließ den Stand. Die Marktfrau schien nicht ganz zufrieden mit Livs Antwort zu sein, doch der nächste Kunde forderte schon ihre Aufmerksamkeit ein. Liv wollte die Handelsstadt bald wieder verlassen. Sie fühlte sich unter so vielen Personen immer etwas unwohl. Sie war schon im Begriff, Hansun den Rücken zu kehren, als ein Schrei über dem Marktplatz ertönte, gefolgt von anderen aufgeschreckten Rufen und Schreien. Liv konnte vorerst die Ursache für den Aufruhr nicht erkennen, doch dann sah sie vor sich Zwerge, die fluchtartig zu beiden Seiten auseinanderstoben. Schon im nächsten Augenblick galoppierte ein dunkles Pferd direkt auf sie zu, das seinem Besitzer durchgegangen war.

Ein Seil hing um den Hals des verängstigten Tieres. Es rollte die Augen und versuchte, aus der Stadt zu flüchten. Liv war vor Schreck wie versteinert. Sie hielt sich nur an ihrem Sack mit Erdknollen fest und sah dieses Pferd wie in Zeitlupe auf sich zukommen. Irgendjemand rief etwas, doch sie konnte den Sinn der Worte nicht entschlüsseln. Das Pferd streifte an Liv vorbei, stieß sie zu Boden und schon setzte es seine Flucht fort.

Liv schlug auf dem Boden auf. Der Sack mit den Erdknollen flog durch die Luft und landete irgendwo im Schmutz der Straße. Im ersten Moment spürte Liv nur den harten Schlag am Rücken und am Gesäß. Dann langsam nahm sie den Straßenlärm um sich wieder genauer wahr. Sie versuchte, sich zu rühren, und spürte ein Brennen an ihren Händen und an den Ellenbogen. Die zugezogenen Abschürfungen würden sie nun eine ganze Weile begleiten.

Dann reichte ihr jemand die Hand und half ihr auf. Liv fühlte sich noch etwas benommen und zittrig.
„Geht es dir gut?“, fragte eine samtene, dunkle Stimme. „Du hast dich verletzt!“, stellte er fest.

Liv war es unangenehm, von Fremden Hilfe anzunehmen. „Danke! Es geht mir gut. Ich komme zurecht, danke.“

„Nein, ich sehe doch, dass es dir nicht gut geht. Komm mit mir. Ich werde dafür Sorge tragen, dass deine Verletzungen verpflegt werden!“

Jetzt erst sah Liv in das Gesicht des Fremden und erkannte, wer da vor ihr stand und ihr die Hand reichte.

Ein dümmliches „Oh!“, war alles, was sie vorerst über ihre Lippen brachte. Sie wusste ja nicht, wie man sich verhalten musste, wenn ein Zwergenprinz das Wort an einen richtete. Röte stieg ihr in die Wangen.

„Bitte. Wirklich, es geht schon. Bemüht Euch nicht um mich!“ Etwas wie Panik ergriff sie. Ihr Herz raste und ihr Atem ging schneller.

Doch Dorian winkte einen Zwerg herbei. „Hanulf. Bring sie zu Heilerin Nika.“

Zu Liv gewandt, forderte er sie auf, dem Krieger namens Hanulf zu folgen, der mehr als bedrohlich auf sie wirkte. Dorian war es gewohnt, dass man ihm ohne Ausnahme Folge leistete, deshalb überraschte ihn die Reaktion der Menschenfrau einigermaßen, als sie stehen blieb, ihre Hände neben ihrem Körper zu kleinen Fäusten ballte und laut „Nein!“ sagte.

„Verzeiht, mein Herr. Aber ich gehe nicht mit einem Fremden mit. Ihr meint es sicher gut, doch ich werde jetzt nach Hause gehen!“
Dorians Gesicht spiegelte verschiedene Gefühle wider. Überraschung, Ärger und zuletzt Belustigung. Die Leute rund um Liv und Dorian beobachteten nun mit steigendem Interesse, was sich da abspielte. Als Liv die Hilfe von Dorian ablehnte, wurde es still. Sie nahm diese Stille wahr, als wäre ein Orkan ausgebrochen.

Dorian lächelte. Diese ungewohnte Mimik beanspruchte Muskeln in seinem Gesicht, die er nicht oft benutzte, weshalb es ein wenig dürftig ausfiel.

„Wie heißt du?“, fragte er nun mit seiner samtenen Stimme.

„Liv.“

„Nun, Liv. Ein schöner Name für einen Menschen.“ Dorian räusperte sich. Hatte er das gerade wirklich laut
gesagt?

Liv war sich nicht sicher, ob er ihr ein Kompliment machte, oder sie beleidigte, weshalb sie ihn nur mit großen blauen Augen ansah, die das Sonnenlicht widerspiegelten.

„Ich möchte mich dir vorstellen.“

Dorian deutete eine kurze Verbeugung an.

„Ich bin Dorian, Sohn des Arnhelm. Prinz von Armendum. Es wäre mir eine Freude, dich einzuladen, um heute mit mir und meinen Freunden zu speisen. Ich biete dir meinen Schutz an und auch Pflege für deine Wunden. Nika, unsere Heilerin, wird sich um dich kümmern.“

Liv schluckte.

„Jetzt, wo ich kein Fremder mehr für dich bin – nun – Liv – darf ich dich nach Armendum geleiten?“

Liv sah die überraschten Gesichter rund um sich. Die Marktfrau von vorhin nickte ihr so unauffällig wie möglich zu, so als müsste sie Liv zu ihrem Glück zwingen.

Dorian bot ihr höflich seinen Arm und Liv legte ihre Hand federleicht darauf. Sie nahm einen leichten Geruch von Leder wahr, als sie mit Dorian mitging. Sie war sich nicht sicher, ob sie das Richtige tat.

So als wäre nichts vorgefallen, drängten sich die Käufer wieder an die Marktstände heran und feilschten mit den Marktleuten um die Waren.
5 Sterne
Super Buch - 26.02.2026
L. W. H.

Bin begeistert! Habe es als Geschenk 2 x weitergeschenkt. Habe damit große Freude bereitet

5 Sterne
Super Buch - 29.01.2026
RW

Top

5 Sterne
Löblich - 19.01.2026
Erna Rodrigez

Tolles Buch , meine Kinder lieben es !

5 Sterne
Tolles Buch  - 19.01.2026
Tom Lalej

Ein tolles Buch

5 Sterne
Natur pur - 12.01.2026
Nonna Schmol

Ein sehr spannendes wie aktuell zu heutigen Welt passendes Buch. Der Schriftstellerin ist es gelungen sich in die Welt der Zwergen und Elben mit Liebe zu versetzen. Ein gutes Werk.

5 Sterne
Armentum und die alten Wälder  - 09.01.2026
Erika Pelzmann

Frieden für alle, ist gerade in dieser schwierigen Zeit sehr wichtig. Aber auch das Leben in der Natur.

5 Sterne
Fantasie  - 09.01.2026
Farid Lal

Wunderbar in die Welt der Zwergen , Elbenwelt entführtendes Buch. Kaufe es gerne meinen Enkerln. Sehr zu empfehlen!

5 Sterne
Spannend - 09.01.2026
LyDia

Sehr mitreißendes und spannendes Buch

5 Sterne
Spannend und interessant  - 27.11.2025
WS

Zwerge, Elben und Menschen – drei Völker – drei Welten.Werden die Elben in der Verborgenheit entschwinden?Werden die Menschen weiterhin den Krieg suchen?Oder können die Zwerge einen Weg bereiten, auf dem alle Völker wandeln können? Spannend von der ersten Seite. Ein Thema das aktuelle Themen beinhaltet, einfach genial geschrieben! Freu mich schon auf ein folgendes Buch!

5 Sterne
Spannend und interessant  - 27.11.2025
WS

Zwerge, Elben und Menschen – drei Völker – drei Welten.Werden die Elben in der Verborgenheit entschwinden?Werden die Menschen weiterhin den Krieg suchen?Oder können die Zwerge einen Weg bereiten, auf dem alle Völker wandeln können? Spannend von der ersten Seite. Ein Thema das aktuelle Themen beinhaltet, einfach genial geschrieben! Freu mich schon auf ein folgendes Buch!

5 Sterne
Ein wertvolles Buch - 27.11.2025
ZWERGENWELT

Ein sehr spannendes, wertvolles Buch! Wirklich zu empfehlen!

5 Sterne
S - 22.10.2025

Sehr tolles Buch

5 Sterne
Spannung pur - 04.10.2025
Elbe

Spannend von der 1 bis zur letzten Seite!!! Einfach genial und Kindgerecht! Meine Kinder lieben es

5 Sterne
Einfach genial! Prädikat Wertvoll! - 03.10.2025
Templer

Lesespaß SpannungVerständlichkeitInformationswertpersönliche BedeutsamkeitLernzuwachsLayout außen(Umschlag)Layout innen(Bilder, Überschriften) erhalten von mir das Prädikat Wertvolles Buch absolut lesenswert!

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