Das Scheißhaufen-Syndrom
An(n)alen über das tägliche Geschäft – Shit happens und das aus gutem Grund
EUR 26,90
Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 54
ISBN: 978-3-99130-924-6
Erscheinungsdatum: 15.10.2025
Unser Darm steckt voller Überraschungen und beeinflusst nicht nur unser Wohlbefinden, sondern ist auch direkt mit unserem Gehirn verknüpft. Die spannenden Geheimnisse unseres Darms werden in diesem Buch auf unterhaltsame Weise aufgedeckt.
Einleitung
Der Kot-Kompass: Stuhlgeflüster über Farbe, Form und Ketten
Das Überbleibsel deiner Nahrungsaufnahme muss definitiv raus. Aussehen, Farbe, Form, Geruch und die Menge spielen eine entscheidende Rolle, auf welche Weise sie in der Toilette landet. Hoffentlich. Denn ein Verschluss macht Schluss.
Der Cocktail aus Bakterien, Wasser, Schleim und unverdaulichen Essensresten ist hochinteressant. Er spiegelt das Milieu in deinem Darm wider und veranschaulicht, wie es dir geht: „Ach du Kacke“.
Manche machen dicke Geschäfte als braune Wurst oder geformte Banane. Unser Stuhl verändert sich je nach Nahrung. Mal muss man groß; mal muss man klein. Das ist normal. Aber was ist los, wenn nur kleine Klümpchen ins Becken platschen? Sich die Konsistenz verändert? Wenn’s Brei ist oder steinig? Einige kacken sogar in Ketten und Fäden. Wenn das Menü des Vortages keine färbende Frucht oder Gemüse war, dann sollte der Stuhl definitiv nicht grün, lila oder hell bzw. entfärbt aussehen. Das wäre dann nicht „normal“. Falls dein Kot also eine ungewöhnliche Farbe oder Form hat, wende dich bitte an eine Ärztin oder einen Arzt. Das gilt auch für die Menge. Nach einem üppigen Essen kann es schon einmal etwas mehr sein. Wenn du jedoch Riesenhaufen ausscheidest, es übelst stinkt oder Blut dabei ist, konsultiere eine Expertin oder einen Experten.
Kernstücke
Beziehungskisten
Die gibt es zwischen Dünndarm und Dickdarm. Das dicke Ende haben wir im Kot-Kompass schon etwas kennengelernt. Die Beschaffenheit des Stuhls entscheidet über Verstopfung oder Dünnpfiff. Beides kann im Gleichklang auftreten oder im Wechsel. Letzteres im wahrsten Sinne des Wortes. Denn viele Frauen leiden darunter in den Wechseljahren. Vereinfacht ausgedrückt, bewegt sich bei einigen Menschen der Darm schneller und bei anderen langsamer. Also erst einmal kein Grund, sich Sorgen zu machen. Wird die Symptomatik jedoch „bunter“ – mit beispielsweise Blut im Stuhl, Alarm oder Totenstille – ist der Gang zum Arzt wichtig.
Apropos Tempo: Gemeint ist nicht der dünne, schnelle Durchfall, sondern das Zusammenspiel von Anspannung und Entspannung der Darmmuskulatur. Dieses Wechselspiel beeinflusst, wie schnell oder langsam der Darminhalt weitertransportiert wird, und verrät einiges über das Nervositätschaos in deinem Darm. Schauen wir uns die Partnerschaften Schritt für Schritt an – und beginnen dabei mit der Beziehungskiste zwischen Dünn- und Dickdarm. Zuerst der Dünndarm, der am Magenpförtner startet. Er zerlegt die Nahrung in ihre kleinsten Bestandteile und sortiert sorgfältig zwischen Nützlichem und Überflüssigem. Schönheitsmäßig wäre er nicht zeitgemäß. Denn er hat unglaublich viele Falten, die unter anderem von der Schleimhaut gebildet werden. Er ist ein sogenanntes muskuläres Hohlorgan. Jedoch alles andere als „hohl“. Der Dünndarm resorbiert, transportiert und reagiert, wenn er zwischen guten und schädlichen Dingen nicht mehr unterscheiden kann. Das ist keineswegs das Unvermögen dieses Darmabschnitts. Er meckert unseretwegen und insbesondere dann, wenn wir „Essen“ in uns hineinstopfen, das keine sinnvolle Nahrung ist. Dann ist Meuterei auf der Schleimhaut und die Folge sind Schleimscheißer und manche haben „Schiss“. Das kann auch andere Gründe und Verursacher haben. Zum Beispiel durch unterdrückte Gefühle – etwa bei Grüblern, Perfektionisten oder Angsthasen. Dazu später mehr.
Bleiben wir noch ein wenig im Darm, „wo sich das Leben abspielt“, obwohl er das enthält und später ausscheidet, was niemand mehr haben oder sehen will. Meistens bringt er Dunkles ans Tageslicht. Abfall wird entsorgt, nachdem der Darm schwer und schlau gearbeitet hat. Der reiche „Kerl“ mit seinem billionenstarken Mikrobiom hilft uns, Überflüssiges und Altes loszuwerden. Er ist stark und empfindsam zugleich. Keine „arme Seele“, sondern ein Organ, das Laut/e macht, wenn die Psyche aus dem Gleichgewicht geraten ist. Dann ist „Pupsalarm“ und du kannst mit starkem Wind rechnen. Durch den vermehrten Abgang von Flatulenzen schützt uns der Körper vor Vergiftung. Die Luft muss irgendwie raus und wird – wenn man einen fahren lässt – aus dem Darm über den After als Blähung entweichen. Manchmal auch mit üblen Windgerüchen, wenn’s zuvor nicht glatt gelaufen ist. Der Darm macht also Stimmung; und das stört die Beziehung. Einerseits wegen der Gase, die fürs Pupsen zuständig sind. Andererseits, weil das ungute Bauchgefühl uns aufs Gemüt schlägt. Auch das noch! Im Darm befinden sich ganz viele Nervenzellen, die mit dem Gehirn kommunizieren und umgekehrt. Warum das Hirn ein Arschloch sein kann, erfährst du in einem der nächsten Kapitel.
Der Verdauungskanal ist wie ein Buch, aus dem wir lesen können. Auch der Dickdarm ist ein systemisches Wunderwerk. Er dickt den bis dahin nicht verdauten Darminhalt ein, indem er ihm Wasser entzieht, und sammelt ihn für die Entleerung. Alles wird zu einem dickflüssigen Brei. Die Zugabe liefern sogenannte Becherzellen: Sie bilden den Schleim, damit der Kot gleitfähig wird. Der Sammelkünstler und Ausscheidungschef ist jedoch auch ein Psycho und braucht oft viel Zuwendung. Besonders dann, wenn man ihn von unnötigen Belastungen befreien muss. Er leidet unter enormem Druck. Wenn dann noch die Sitzenbleiber auf dem Stuhl nach vorne rutschen und pressen wie bei einer Geburt, tut das – dem Dickdarm – weh. Autsch! Vielleicht hat er schon davor einen Schlag unter die Gürtellinie bekommen. Hat etwas nicht richtig verarbeitet und reagiert nun mit bösen Krämpfen auf die Übeltäter und Vorbesitzer der Ereignisse. Das Schwergewicht hat dafür viele – sogar Soft – Skills. Nicht übel für den Dicken, dessen Inhalt wir definitiv nicht auf dem Teller haben wollen. Auch nicht im Schlüpfer, wo er manchmal landet. Shit happens …
Der Kot-Kompass: Stuhlgeflüster über Farbe, Form und Ketten
Das Überbleibsel deiner Nahrungsaufnahme muss definitiv raus. Aussehen, Farbe, Form, Geruch und die Menge spielen eine entscheidende Rolle, auf welche Weise sie in der Toilette landet. Hoffentlich. Denn ein Verschluss macht Schluss.
Der Cocktail aus Bakterien, Wasser, Schleim und unverdaulichen Essensresten ist hochinteressant. Er spiegelt das Milieu in deinem Darm wider und veranschaulicht, wie es dir geht: „Ach du Kacke“.
Manche machen dicke Geschäfte als braune Wurst oder geformte Banane. Unser Stuhl verändert sich je nach Nahrung. Mal muss man groß; mal muss man klein. Das ist normal. Aber was ist los, wenn nur kleine Klümpchen ins Becken platschen? Sich die Konsistenz verändert? Wenn’s Brei ist oder steinig? Einige kacken sogar in Ketten und Fäden. Wenn das Menü des Vortages keine färbende Frucht oder Gemüse war, dann sollte der Stuhl definitiv nicht grün, lila oder hell bzw. entfärbt aussehen. Das wäre dann nicht „normal“. Falls dein Kot also eine ungewöhnliche Farbe oder Form hat, wende dich bitte an eine Ärztin oder einen Arzt. Das gilt auch für die Menge. Nach einem üppigen Essen kann es schon einmal etwas mehr sein. Wenn du jedoch Riesenhaufen ausscheidest, es übelst stinkt oder Blut dabei ist, konsultiere eine Expertin oder einen Experten.
Kernstücke
Beziehungskisten
Die gibt es zwischen Dünndarm und Dickdarm. Das dicke Ende haben wir im Kot-Kompass schon etwas kennengelernt. Die Beschaffenheit des Stuhls entscheidet über Verstopfung oder Dünnpfiff. Beides kann im Gleichklang auftreten oder im Wechsel. Letzteres im wahrsten Sinne des Wortes. Denn viele Frauen leiden darunter in den Wechseljahren. Vereinfacht ausgedrückt, bewegt sich bei einigen Menschen der Darm schneller und bei anderen langsamer. Also erst einmal kein Grund, sich Sorgen zu machen. Wird die Symptomatik jedoch „bunter“ – mit beispielsweise Blut im Stuhl, Alarm oder Totenstille – ist der Gang zum Arzt wichtig.
Apropos Tempo: Gemeint ist nicht der dünne, schnelle Durchfall, sondern das Zusammenspiel von Anspannung und Entspannung der Darmmuskulatur. Dieses Wechselspiel beeinflusst, wie schnell oder langsam der Darminhalt weitertransportiert wird, und verrät einiges über das Nervositätschaos in deinem Darm. Schauen wir uns die Partnerschaften Schritt für Schritt an – und beginnen dabei mit der Beziehungskiste zwischen Dünn- und Dickdarm. Zuerst der Dünndarm, der am Magenpförtner startet. Er zerlegt die Nahrung in ihre kleinsten Bestandteile und sortiert sorgfältig zwischen Nützlichem und Überflüssigem. Schönheitsmäßig wäre er nicht zeitgemäß. Denn er hat unglaublich viele Falten, die unter anderem von der Schleimhaut gebildet werden. Er ist ein sogenanntes muskuläres Hohlorgan. Jedoch alles andere als „hohl“. Der Dünndarm resorbiert, transportiert und reagiert, wenn er zwischen guten und schädlichen Dingen nicht mehr unterscheiden kann. Das ist keineswegs das Unvermögen dieses Darmabschnitts. Er meckert unseretwegen und insbesondere dann, wenn wir „Essen“ in uns hineinstopfen, das keine sinnvolle Nahrung ist. Dann ist Meuterei auf der Schleimhaut und die Folge sind Schleimscheißer und manche haben „Schiss“. Das kann auch andere Gründe und Verursacher haben. Zum Beispiel durch unterdrückte Gefühle – etwa bei Grüblern, Perfektionisten oder Angsthasen. Dazu später mehr.
Bleiben wir noch ein wenig im Darm, „wo sich das Leben abspielt“, obwohl er das enthält und später ausscheidet, was niemand mehr haben oder sehen will. Meistens bringt er Dunkles ans Tageslicht. Abfall wird entsorgt, nachdem der Darm schwer und schlau gearbeitet hat. Der reiche „Kerl“ mit seinem billionenstarken Mikrobiom hilft uns, Überflüssiges und Altes loszuwerden. Er ist stark und empfindsam zugleich. Keine „arme Seele“, sondern ein Organ, das Laut/e macht, wenn die Psyche aus dem Gleichgewicht geraten ist. Dann ist „Pupsalarm“ und du kannst mit starkem Wind rechnen. Durch den vermehrten Abgang von Flatulenzen schützt uns der Körper vor Vergiftung. Die Luft muss irgendwie raus und wird – wenn man einen fahren lässt – aus dem Darm über den After als Blähung entweichen. Manchmal auch mit üblen Windgerüchen, wenn’s zuvor nicht glatt gelaufen ist. Der Darm macht also Stimmung; und das stört die Beziehung. Einerseits wegen der Gase, die fürs Pupsen zuständig sind. Andererseits, weil das ungute Bauchgefühl uns aufs Gemüt schlägt. Auch das noch! Im Darm befinden sich ganz viele Nervenzellen, die mit dem Gehirn kommunizieren und umgekehrt. Warum das Hirn ein Arschloch sein kann, erfährst du in einem der nächsten Kapitel.
Der Verdauungskanal ist wie ein Buch, aus dem wir lesen können. Auch der Dickdarm ist ein systemisches Wunderwerk. Er dickt den bis dahin nicht verdauten Darminhalt ein, indem er ihm Wasser entzieht, und sammelt ihn für die Entleerung. Alles wird zu einem dickflüssigen Brei. Die Zugabe liefern sogenannte Becherzellen: Sie bilden den Schleim, damit der Kot gleitfähig wird. Der Sammelkünstler und Ausscheidungschef ist jedoch auch ein Psycho und braucht oft viel Zuwendung. Besonders dann, wenn man ihn von unnötigen Belastungen befreien muss. Er leidet unter enormem Druck. Wenn dann noch die Sitzenbleiber auf dem Stuhl nach vorne rutschen und pressen wie bei einer Geburt, tut das – dem Dickdarm – weh. Autsch! Vielleicht hat er schon davor einen Schlag unter die Gürtellinie bekommen. Hat etwas nicht richtig verarbeitet und reagiert nun mit bösen Krämpfen auf die Übeltäter und Vorbesitzer der Ereignisse. Das Schwergewicht hat dafür viele – sogar Soft – Skills. Nicht übel für den Dicken, dessen Inhalt wir definitiv nicht auf dem Teller haben wollen. Auch nicht im Schlüpfer, wo er manchmal landet. Shit happens …

