Cover: Vermögensberater - brauchen wir sie?

Vermögensberater - brauchen wir sie?
Annäherung an eine Tabufrage


EUR 23,90

Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 76
ISBN: 978-3-99130-528-6
Erscheinungsdatum: 04.09.2024
Was ist Vermögensberatung – und warum geht sie oft schief? Die Annäherung an ein Tabuthema beäugt das Verhalten von Beratern, Finanzdienstleistern, Staat und Kunden kritisch und gibt dringend benötigte Antworten zum Wohl der eigenen Finanzen.
Vermögensberatung

Nähern wir uns doch dem Thema mal mit der grundsätzlichen Überlegung, was der Begriff „Vermögensberatung“ eigentlich sagen möchte. Dafür zerlegen wir dieses zusammengesetzte Substantiv in seine beiden Bestandteile – und definieren diese. Einfach, um zu schauen, worüber wir hier reden.

Vermögen – was ist das?

Mögliche Definition: Vermögen bezieht sich im Allgemeinen auf den Gesamtwert der Besitztümer, die eine Person, ein Unternehmen oder eine Organisation hat Es umfasst alle materiellen und immateriellen Güter, wie Bargeld, Immobilien, Fahrzeuge, Aktien, Anleihen, geistiges Eigentum und andere Vermögenswerte. Das Vermögen ist das, was übrigbleibt, wenn man alle Schulden und Verbindlichkeiten abzieht. Es ist eine Möglichkeit, den finanziellen Wert einer Person oder einer Einheit zu messen, und kann als Maßstab für den Wohlstand oder die finanzielle Stabilität dienen.

Wichtig: Es gilt zu beachten, dass Vermögen nicht nur den materiellen Besitz umfasst, sondern auch die Fähigkeit, Einkommen zu generieren und finanzielle Sicherheit zu bieten. Es kann sich im Laufe der Zeit ändern, abhängig von verschiedenen Faktoren wie Einkommen, Ausgaben, Investitionen und Schulden. Hmmm – es geht also nicht nur um die Mehrung von Hab und Gut, sondern auch um den großen Bereich der Absicherung. Interessant, oder?

Beratung – was ist das?

Mögliche Definition: Beratung ist ein Prozess, bei dem eine Person oder eine Gruppe von Experten ihr Wissen und ihre Erfahrung nutzen, um anderen bei der Lösung von Problemen, der Erreichung von Zielen oder der Verbesserung ihrer Fähigkeiten zu helfen. Es handelt sich um einen informellen oder formellen Austausch von Ratschlägen, Informationen und Empfehlungen, um den Ratsuchenden bei der Entscheidungsfindung zu unterstützen. Beratung kann in verschiedenen Bereichen stattfinden, wie zum Beispiel in der Karriereentwicklung, der psychologischen Unterstützung, der Unternehmensführung, dem Gesundheitswesen und vielen anderen – so z. B. auch in der persönlichen Finanzplanung. Der Berater hört aufmerksam zu, stellt Fragen, analysiert die Situation und bietet dann individuell angepasste Lösungen oder Strategien an.

Wichtig: Der Zweck der Beratung besteht darin, den Ratsuchenden dabei zu helfen, Klarheit zu gewinnen, bessere Entscheidungen zu treffen, Probleme zu bewältigen, Fähigkeiten zu entwickeln oder Chancen zu nutzen. Es ist wichtig zu beachten, dass der Berater keine Entscheidungen für den Ratsuchenden trifft, sondern ihm dabei hilft, informierte Entscheidungen zu treffen und die besten Lösungen für seine spezifischen Bedürfnisse zu finden. Wenn das so wäre, dann lassen Sie uns das mal auf eine Vermögensberatung projizieren und dabei folgende Frage stellen: Wenn ich als Vermögensberater weiß, dass die beste Lösung für das derzeitige Anliegen meines Kunden das Produkt eines Mitbewerbers ist, ich ihm dieses aber verschweige und ihm stattdessen mein Produkt anbiete, was hier maximal die zweitbeste Lösung darstellt, handelt es sich dann noch um Beratung?



Wie die Deutschen ihr Vermögen anlegen

Die Deutschen legen ihr Vermögen auf verschiedene Arten an, je nach ihren individuellen Zielen, Risikobereitschaft und finanziellen Möglichkeiten. Häufig jedoch sind die gewählten Geldanlagen hierzulande eher konservativer Natur. Vermögenswachstum ist zwar gewünscht, das damit einhergehende Risiko soll jedoch vermieden werden. Allein dort beißt sich die so häufig zitierte Katze bereits in den Schwanz. Und das hat durchaus weitreichende Auswirkungen. Durch den Wunsch nach schwankungslosen Produkten wird in Deutschland eher ein bescheidenes Maß an sog. Wagniskapital zur Verfügung gestellt. Das erschwert es angehenden Unternehmern, ihre Projekte zu finanzieren und innovative Produkte oder Dienstleistungen zur Marktreife zu führen. Und so ist es auch logisch, dass die meisten Gelder der Bevölkerung bei einigen wenigen sog. Sammelstellen liegen.

Wichtig: Beachte, dass dies nur einige Beispiele sind und dass die individuellen Anlageentscheidungen stark variieren können. Manche Menschen kombinieren verschiedene Anlageformen, um ihr Vermögen zu diversifizieren und das Risiko zu streuen. Es wird empfohlen, sich bei der Anlage von Vermögen von Finanzexperten beraten zu lassen, um die individuellen Ziele und Risikotoleranzen zu berücksichtigen. Wirklich? Ja, aber nur, wenn es sich um wirkliches Beraten handelt. Doch was ist jetzt eigentlich mit den Sammelstellen gemeint?



„Finanzwirtschaft ist die Kunst,
das Geld von Hand zu Hand weiterzugeben,
bis es schließlich verschwindet.“

(Robert W. Sarnoff)



Große Kapitalsammelstellen in Deutschland

Sprich – welchen Institutionen vertrauen die Bundesbürger ihr Geld an? Die größten Kapitalsammelstellen in Deutschland sind in der Regel große Finanzinstitute, Versicherungsgesellschaften, Pensionsfonds und Investmentgesellschaften. Hier sind einige der wichtigsten Kapitalsammelstellen in Deutschland:

Banken: Banken spielen eine zentrale Rolle bei der Kapitalsammlung. Große deutsche Banken wie die Deutsche Bank, Commerzbank und KfW Bankengruppe sammeln Kapital von Privatkunden, Unternehmen und institutionellen Anlegern.

Versicherungsgesellschaften: Versicherungsunternehmen wie Allianz, Munich Re, Generali und Axa sammeln erhebliche Kapitalbeträge durch Versicherungsprämien von ihren Kunden. Diese Kapitalbeträge werden dann in verschiedenen Anlageklassen wie Aktien, Anleihen und Immobilien investiert.

Pensionsfonds: Pensionsfonds sind Einrichtungen, die Gelder für die Altersvorsorge von Arbeitnehmern verwalten. Beispiele für große Pensionsfonds in Deutschland sind die Bayerische Versorgungskammer (BVK), die VBL (Versorgungsanstalt des Bundes und der Länder) und die Rundfunkversorgung.

Investmentgesellschaften: Investmentgesellschaften sammeln Kapital von Anlegern und investieren es in verschiedene Anlageprodukte wie Investmentfonds, ETFs (Exchange Traded Funds) und andere Finanzinstrumente. Große Investmentgesellschaften in Deutschland sind u. a. DWS, Union Investment, BlackRock und Fidelity.

Anlagegesellschaften und Vermögensverwalter: Anlagegesellschaften und Vermögensverwalter bieten professionelle Anlage- und Vermögensverwaltungsdienstleistungen an. Sie sammeln Kapital von wohlhabenden Privatkunden und institutionellen Anlegern. Beispiele hierfür sind u. a. die Deutsche Asset Management, Amundi und Deka Investment.

Wichtig: Es gilt zu beachten, dass die Größe der Kapitalsammelstellen variieren und sich im Laufe der Zeit ändern kann, abhängig von verschiedenen Faktoren wie Marktentwicklungen, Fusionen und Übernahmen sowie regulatorischen Änderungen. Okay. Aber was ist mit dem Tresor in der Wand, den Bausparkassen, der Krankenversicherung, der Rentenversicherung, den Kirchen? Denen fließen doch permanent und stetig neue Mittel zu …



Liquidität und Absicherung

Kümmern wir uns jetzt allmählich mal um den Prozess der Vermögensberatung. Jeder Vermögensberater, der etwas auf sich hält, stellt der Anlageberatung zunächst eine Beratung zu den Themen Liquidität und Absicherung voran. Diese bilden das Fundament eines jeden materiellen Vermögens. So macht es beispielsweise keinen Sinn, alle verfügbaren Gelder fest anzulegen, aber als Folge daraus kein Geld mehr für eine unerwartete Autoreparatur zu haben. Um diese bezahlen zu können, müssen dann evtl. festgelegte Gelder vorzeitig aufgelöst werden, was finanzielle Nachteile mit sich bringt. So etwas gilt es, zu vermeiden.

Liquidität: Liquidität bezieht sich auf die Verfügbarkeit von ausreichendem Bargeld oder Geldmitteln, um finanzielle Verpflichtungen zu erfüllen oder unvorhergesehene Ausgaben zu bewältigen. Für einen Privatmann dient Liquidität in einfachen Worten dazu, finanzielle Flexibilität und Sicherheit zu gewährleisten. Bevor du dir Gedanken über Anlageprodukte machst, solltest du dir eine liquide Reserve erarbeiten. In welcher Höhe? In deiner persönlichen Wohlfühlhöhe. Meistens reden wir hier über etwa drei Bruttogehälter. Für entsprechende Produkte siehe die Tabelle auf S. 21. Hier sind einige Gründe, warum Liquidität für einen Privatmann wichtig ist:

Alltägliche Ausgaben: Liquidität ermöglicht es einer Person, ihre täglichen Ausgaben, wie Miete, Lebensmittel, Rechnungen, Transport und andere laufende Kosten des Lebens, zu decken.

Notfälle und unvorhergesehene Ausgaben: Unvorhergesehene Ereignisse wie Autoreparaturen, Krankheitskosten oder Jobverlust können finanzielle Belastungen darstellen. Ausreichende Liquidität ermöglicht es einem Privatmann, solche Ausgaben zu bewältigen, ohne auf Kredite oder Schulden zurückgreifen zu müssen.

Investitionsmöglichkeiten: Liquidität kann auch die Möglichkeit bieten, attraktive Investitionsmöglichkeiten zu nutzen. Wenn sich eine vielversprechende Investition ergibt, kann eine Person mit ausreichender Liquidität schnell handeln und davon profitieren.

Finanzielle Stabilität: Liquidität trägt zur finanziellen Stabilität bei. Sie bietet eine Pufferzone für unvorhergesehene Umstände und hilft, finanziellen Stress zu reduzieren.

Verhandlungsspielraum: Mit ausreichender Liquidität kann eine Person in Verhandlungen oder beim Kauf von Waren oder Dienstleistungen eine bessere Position haben. Die Verfügbarkeit von Bargeld kann zu besseren Konditionen führen, da man in der Lage ist, Zahlungen sofort zu leisten.

Wichtig: Beachte bitte, dass Liquidität nicht dasselbe ist wie Vermögen oder Rendite. Liquidität bezieht sich auf den Geldbetrag, der sofort verfügbar ist, während Vermögenswerte wie z. B. Immobilien länger brauchen, um in Bargeld umgewandelt zu werden. Ein ausgewogenes Verhältnis von Liquidität und langfristigen Investitionen kann zu einer soliden finanziellen Grundlage führen. Ja, aber eines ist auch klar – mit der vom Kunden gehaltenen Liquidität macht der Vermögensberater keine direkten lukrativen Geschäfte. Dafür fließt keine Provision.

Absicherung: Absicherung für einen Privatmann dient in einfachen Worten dazu, Schutz und Sicherheit vor unvorhergesehenen Ereignissen oder Risiken zu bieten. Hierzu gehören für einen Privatmann z. B. Kfz, Arbeitskraft, Leben, Immobilien etc. Für entsprechende Produkte siehe Tabelle S. 42.

Wichtig: Absicherung dient dazu, finanzielle Risiken zu minimieren und den Privatmann vor erheblichen finanziellen Belastungen zu schützen. Sie bietet ein Gefühl von Sicherheit und ermöglicht es einer Person, sich auf ihr tägliches Leben zu konzentrieren, ohne sich über unvorhergesehene Ereignisse große Sorgen machen zu müssen. Es ist ratsam, verschiedene Versicherungen entsprechend den individuellen Bedürfnissen und Umständen in Betracht zu ziehen. Liquidität und Absicherung bilden das Fundament, auf dem das Vermögenshaus aufgebaut wird. Ohne ein festes Fundament, steht ein Vermögensausbau auf wackligen Beinen. Auf einem festen Fundament allerdings kann per Asset Allocation die Geldanlage aufgebaut werden.



Asset Allocation

Asset Allocation bezieht sich in einfachen Worten auf die Aufteilung von Investitionen in verschiedene Anlageklassen, wie Aktien, Anleihen, Immobilien oder Bargeld, um das Risiko zu streuen und mögliche Renditen zu maximieren. Nachfolgend findest du ein paar wichtige Aspekte:

Risikostreuung: Durch die Aufteilung des investierten Vermögens auf verschiedene Anlageklassen kann das Risiko gemindert werden. Wenn beispielsweise eine Anlageklasse negative Auswirkungen hat, können mögliche Gewinne aus anderen Anlageklassen diese Verluste ausgleichen.

Renditemaximierung: Eine strategische Asset Allocation zielt darauf ab, das Potenzial für langfristige Renditen zu maximieren. Unterschiedliche Anlageklassen haben unterschiedliche Rendite- und Risikoprofile. Durch die richtige Mischung können potenzielle Renditen optimiert werden.

Anlageziele und Zeithorizont: Die Asset Allocation sollte auf die individuellen Anlageziele und den Zeithorizont ausgerichtet sein. Zum Beispiel kann eine jüngere Person mit einem längeren Anlagehorizont mehr Risiko eingehen und in renditestärkere Anlageklassen wie Aktien investieren, während eine ältere Person mit einem kürzeren Zeithorizont möglicherweise eine konservativere Asset Allocation mit einem größeren Anteil an Anleihen bevorzugt.

Diversifikation: Asset Allocation ermöglicht es auch, eine breite Diversifikation zu erreichen. Durch die Investition in verschiedene Anlageklassen, Branchen oder Regionen wird das Risiko verringert, dass eine einzelne Anlage den Gesamterfolg stark beeinflusst.

Anpassung im Laufe der Zeit: Eine effektive Asset Allocation erfordert eine regelmäßige Überprüfung und Anpassung im Laufe der Zeit. Da sich die Marktbedingungen und die individuellen Ziele ändern können, ist es wichtig, die Asset Allocation entsprechend anzupassen.

Wichtig: Die Asset Allocation ist ein wesentlicher Bestandteil einer ganzheitlichen Anlagestrategie. Durch eine ausgewogene Aufteilung des Vermögens auf verschiedene Anlageklassen können Anleger ihr Risiko verringern und gleichzeitig die Chance auf langfristige Renditen erhöhen. Es wird empfohlen, professionelle Beratung in Anspruch zu nehmen (auch nach der Lektüre dieses Buches? Wir werden sehen ), um die passende Asset Allocation entsprechend den individuellen Zielen und Umständen festzulegen. In einem Atemzug mit der Asset Allocation wird häufig deren erfolgreiche Umsetzung durch die Stiftungen der berühmten US-Universitäten Harvard und Yale genannt.
3 Sterne
asdfghjklzxcvbnm@yahoo.com - 13.10.2024
عبد الحميد

حلم ان شاءالله يتحقق

3 Sterne
asdfghjklzxcvbnm@yahoo.com - 13.10.2024
عبد الحميد

حلم ان شاءالله يتحقق

4 Sterne
Erkenntnis zum Schutz und Wissen ,wie erhalte oder schütze ich meine Zukunft  - 08.09.2024
Bernd Richter

Ich finde es interessant wie der Autor das Thema anfasst und behandelt . Er scheint sich in diesem Umfeld bewegt zu haben und gibt seine Erkenntnisse und Erfahrungen ohne Beschönigungen weiter .

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