Cover: Ich glaub, Ihr spinnt!

Ich glaub, Ihr spinnt!
Feedback an die linken Oberlehrer


EUR 20,90

Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 262
ISBN: 978-3-7116-0881-9
Erscheinungsdatum: 07.08.2025
Wie ticken links-grüne Akteure in Politik, Medien und Wissenschaft? Dieses Buch hat sie im Fokus und identifiziert dabei zahlreiche irritierende Auffälligkeiten ihres Denkens, Redens und Handelns, umfassend belegt mit Beispielen der jüngsten Vergangenheit.
Vorwort


Bitte erlauben Sie mir den provokativen Titel dieses Buches. „Spinnen“, das ist in der Tat ein abwertendes Wort und bedeutet „törichten Gedanken anhängen, wunderliche Gedanken hegen, nicht recht bei Verstand sein“. Es hat sich etwas aufgestaut in unserem Land.
Um es gleich vorwegzunehmen: Ich bin weder Querdenker noch Wutbürger, geschweige denn Verschwörungstheoretiker. Ich stehe mitten im Leben, habe eigentlich zu wenig Zeit und unternehme den Versuch dieses Buches auch nur, weil es die hier eingenommene Perspektive auf linke politische Akteure meines Wissens bisher so nicht gibt.
Die Idee zu diesem Buch verdanke ich Prof. Norbert Bolz. In verschiedenen Debattenbeiträgen weist er darauf hin, dass die Linken vor allem aufgrund ihrer akademischen Prägung mit weit überproportionalem geisteswissenschaftlichen Anteil (insbesondere Sozial- und Politikwissenschaften) und rhetorischer Talente zu ihrer heutigen einflussreichen Position gelangen konnten. Die weiten Teile der Bevölkerung hingegen, die den Laden Tag für Tag am Laufen halten, sind öffentlich kaum artikuliert, da sie für politische Einflussnahme keine Zeit haben und zudem den linken Protagonisten mit barrierefreiem Medienzugang rhetorisch klar unterlegen sind.
Ob wir aktuell noch von einer echten politischen Linken im Sinne geschichtlicher Anschlussfähigkeit sprechen können, oder ob wir es mit einem hypersensiblen („woken“), urban und postmaterialistisch geprägten Milieu zu tun haben, könnten wir diskutieren. Lassen Sie uns der Einfachheit halber für den Zweck dieses Buches beim angestammten Begriff „Linke“ bleiben.
Vielleicht sind die deutschen Linken in Bezug auf ihren Lauf der letzten Jahre auch bereits über den Zenit. Der britisch-US-amerikanische Historiker Niall Ferguson schrieb am 28.12.2024 in der Zeitung DIE WELT unter der Überschrift „Das Ende der Woke-Kultur und das Comeback einer Politik nationaler Stärke“ von einem weltweit beobachtbaren Stimmungsumschwung (engl. vibe shift), der insbesondere an den Köpfen Trump (USA), Milei (Argentinien) und Netanjahu (Israel) ablesbar sei.
Ausgehend von der demnach in Ablösung befindlichen woken Stimmung führt Ferguson aus: „Der vibe shift verschmäht das Falsche und Therapeutische und fordert das Authentische und Konkrete zurück; der vibe shift ist ein gesundes Misstrauen gegenüber formalen Bildungsabschlüssen und eine Rückkehr zum menschlichen Urteilsvermögen; der vibe shift lebt nicht von Lügen, sondern spricht die Wahrheit aus – koste es, was es wolle; der vibe shift stellt sich unseren turbulenten Zeiten direkt, weigert sich, zu verleumden, und entscheidet sich stattdessen für den Aufbau.“
Das klingt hoffnungsvoll – darauf verlassen sollten wir uns in Deutschland allerdings nicht, weshalb wir uns neben allen inhaltlichen Diskussionen auch mit den verantwortlichen linken Akteuren beschäftigen sollten. Bei zahlreichen Protagonisten drängt sich nämlich der Eindruck moralischer Anmaßung, persönlicher Unglaubwürdigkeit und inhaltlicher, eventuell auch kognitiver Überforderung auf. Hier sollten wir genauer hinschauen.
Das fast ausschließlich akademisch geprägte Milieu linker Politik und Medien generiert einen irritierenden Dauersound, der immer mehr Mitbürgerinnen und Mitbürger, die beruflich und familiär voll eingespannt sind, auf die Nerven geht. Es handelt sich um Einwürfe vom Spielfeldrand durch Zeitgenossen, die das reale Leben außerhalb von Schule, Universität und ihren beruflichen Zielbahnhöfen in Politik, Medien und Wissenschaft kaum oder nie kennengelernt haben und damit auch kein Gefühl für wirtschaftliche Herausforderungen und Zielkonflikte entwickeln konnten.
Zu Kultur und Kirche werden Sie in diesem Buch übrigens nichts lesen, da deren Protagonisten derart weit von meinem mentalen Ufer entfernt sind, dass ich sie quasi nicht mehr wahrnehme. Aufpassen müssen wir lediglich beim leichtfertigen Umgang mit dem Wort „Intellektuelle“ für links-grüne Kulturschaffende: Bloß weil jemand wirr aussieht und im öffentlich-rechtlichen Rundfunk interviewt wird, ist sie oder er noch lange nicht mit klarem Blick auf die Welt ausgestattet. Ähnliches gilt für Pfarrer, insbesondere der evangelischen Landeskirchen, denen im Sinne stärkerer farblicher Ehrlichkeit die Roben unserer Verfassungsrichter als Talarersatz zu empfehlen wären.
Natürlich könnten wir versuchen, weiterhin mit dem linken Grundrauschen zu leben, quasi als politischem Tinnitus. Inzwischen wird jedoch die sehenden Auges herbeigeführte Verschlechterung der Rahmenbedingungen zu einer realen Gefahr für die Zukunft des Wirtschaftsstandorts Deutschland, am stärksten ablesbar am vielfach angekündigten Stellenabbau. Vor dem Hintergrund der zentralen Bedeutung der wirtschaftlichen Entwicklung (Zitat Bill Clinton: „It’s the economy, stupid“) für gesellschaftliche Stimmung und politische Präferenzen ist es also höchste Zeit für verstärkte Gegenrede.
Exponierte Gegner der politischen Linken sehen sich einer zum Teil drastischen Diffamierung, insbesondere als „Feinde der Demokratie“, ausgesetzt. Dabei erscheinen linke Aussagen und – wenn man sie überhaupt so nennen mag – deren Begründungen vielen Menschen in normalen, sprich: wertschöpfenden Berufen immer unverständlicher. Hier dominieren Fakten, Realitätssinn, gesunder Menschenverstand und Pragmatismus, dort sind es Meinung, Haltung und Moral. In der Folge wächst die Entfremdung.
Miteinander zu sprechen wäre da eigentlich keine schlechte Idee. Allein: Wie und mit wem? Die gesittete, sachorientierte Kommunikation, ausgehend von Politik und etablierten Medien, verläuft immer noch – abgesehen von alten und neuen Feedback-Möglichkeiten wie Leserbriefen und Kommentaren auf Social Media – weitgehend unidirektional. Kaum eine oder einer unter uns dürfte je in den Genuss kommen, die arbeitende Mitte der Bevölkerung in einer großen Polit-Talkshow zu vertreten.
Erschwerend kommt hinzu, dass sich selbst Freundeskreise politisch entmischen. Am stärksten konnten wir diese Tendenz zur Zeit der Anti-Corona-Maßnahmen beobachten. Der Streit zwischen Impfbefürwortern und -gegnern wurde zum Sinnbild für die Vielzahl neuer gesellschaftlicher Mikrorisse. Der Boden für eine im Lebensverlauf zunehmende politisch-weltanschauliche Distanz zwischen Individuen wird tendenziell bereits zu Schulzeiten bereitet. Hierfür ist außerhalb des Elternhauses die primär neigungs- und talentbedingte Wahl von Kursen der Startpunkt, von dem aus die Wege über fundamental unterschiedliche Studiengänge in berufliche Parallelwelten führen: Hier die Geschäfte, Arztpraxen und Industriebetriebe, dort die Ministerien, Rundfunkanstalten und NGOs.
In jüngster Zeit sind zahlreiche Werke erschienen, die sich mit den geistigen Grundlagen der modernen Linken beschäftigen, beispielsweise zur Schmähfigur des „alten weißen Mannes“ (Norbert Bolz) oder der wertegeleiteten Außenpolitik Baerbockscher Prägung (nachzulesen in „Die Moralapostel“ von Fritz Söllner). Wer den universitären Campus als Inkubator linker Ideen verstehen will, greift zu „Black Box Uni“ von Franca Bauernfeind. Wer linke Phrasen leid ist, wird in Alexander Kisslers Buch „Widerworte – Warum mit Phrasen Schluss sein muss“ fündig.
Das vorliegende Buch verfolgt einen komplementären Ansatz, indem es die linken Akteure der Gegenwart in den Blick nimmt und sich mit ihren Werdegängen sowie den daraus resultierenden Auffälligkeiten hinsichtlich Wissen, Denken, Reden und Handeln beschäftigt.
Es erscheint mir wichtig, zu verstehen, wie linke Akteure abseits von humanistischem Geschwätz wirklich ticken. Zu diesem Zweck enthalten die Kapitel dieses Buches in der Regel Belege in Form von links-grünen vs. bürgerlich-konservativen Zeitungsartikeln, YouTube-Veröffentlichungen und Büchern. Für die linken Verlautbarungen gilt: Je absurder, desto genauer schauen wir hin. Ideal sind Vorträge und Podiumsdiskussionen („Panels“) vor eigenem, sprich: linkem Publikum. Die Friedrich-Ebert-Stiftung nennt das augenzwinkernd „Heimspiel“. Hier lassen die Akteure ihren Gedanken ungebremsten Lauf und der eine oder andere bewusst eingeladene Andersdenkende wird hart abgegrätscht. Zusätzlich ist es erhellend, sich neben einzelnen Akteuren auch mit der einen oder anderen geschlossenen Gruppe, die über erhebliche politische Gestaltungsmacht verfügt, zu beschäftigen. Ich unternehme diesen Versuch in Form von zwei statistischen Tiefbohrungen.
Insbesondere grüne Protagonisten in Politik und Medien sind für die Überlegungen dieses Buches von Interesse, da deren Themenspektrum von Klimaschutz über gesellschaftliche Transformation und Umverteilung bis hin zum neuen Primat des Globalen Südens reicht. Die empirischen Befunde beziehen sich daher häufig auf Politiker der Partei Bündnis 90/Die Grünen sowie linke Exponenten der Medienlandschaft.
Das vorliegende Buch vertieft bewusst keine emotional aufgeladenen Themen wie LGBTQIA+, Gendern, Wokeness, Migration und Postkolonialismus in inhaltlicher Hinsicht. Provokation ist an dieser Stelle nicht meine Absicht. Gleichwohl werden diese Aspekte als Beleg für Moralismus und gedankliche Widersprüche herangezogen. Die verallgemeinernden Aussagen über Lebenswege und Denkschemata linker Akteure sind als Tendenzen zu verstehen. Für den Einzelfall sind diese Aussagen mehr oder minder einschlägig. Den Anspruch auf Vollständigkeit und höchste Exaktheit kann und will diese Abhandlung nicht erheben. Auch sind die im Folgenden dargestellten Aspekte hinsichtlich Wissen, Denken, Reden und Handeln als inhaltliche Schwerpunkte zu verstehen, die sich mit Sicherheit um weitere Aspekte ergänzen lassen. Sie können in ihrer beispielhaft belegten grundsätzlichen Ausprägung jedoch ein Denkanstoß und Startpunkt für eine genauere Beobachtung Ihrerseits sein.
Wir nehmen täglich eine Vielzahl medial transportierter linker, oft besonders hervorstechend grüner Inhalte wahr. Oft sind es allerdings unterschiedlichste Aspekte, die unverbunden nebeneinander stehen bleiben. Dieses Buch möchte Ihnen dabei helfen, von einzelnen Facetten zu einem scharfen Gesamtbild zu kommen. Die 33 Kapitel sind daher kompakt und bieten hoffentlich den einen oder anderen empirischen Befund oder weiterführenden Gedanken, der Ihnen neu ist.
In meinem beruflichen Alltag sprechen wir ab und zu von „Störgefühlen“, beispielsweise wenn wir einem konkreten Sachverhalt noch nicht vertrauen oder ihn hinreichend gut verstanden haben. Störgefühle in Bezug auf die politische Linke haben viele im Lande. Sonst hätte ich diese Zeilen nicht geschrieben, die Sie gerade lesen. Das vorliegende Buch soll Ihnen dabei helfen, diese Störgefühle für sich selbst analytisch handhabbar zu machen – auch für die Diskussion mit Linken, falls Sie dazu in Zukunft Gelegenheit haben sollten.
Neben der Rundumschau, was linke Akteure so treiben, versteht sich dieses Buch als detailliertes Feedback derjenigen, die das Land am Laufen halten, an die politische Linke, wie wir sie in den vergangenen Jahren erleben konnten. Zwar werden wir nach der Bundestagswahl 2025 von einigen linken Protagonisten, allen voran dem verhinderten „Bündniskanzler“ Robert Habeck, der SPD-Miesepeterin Saskia Esken, der Verfassungsfreundin Nancy Faeser und dem Virenexperten Karl Lauterbach so schnell nichts mehr hören, andere werden aber folgen. Bei ihnen dürften wir zahlreiche der hier dargestellten Verhaltensmuster wiederfinden.
Wie stets in zwischenmenschlichen Prozessen ist Feedback auch hier ein Angebot. Daran ändert auch die stellenweise durchblitzende Polemik nichts. Es liegt in der Natur der Sache, dass ein geeintes Land erfolgreicher wäre als ein gespaltenes. Die Überbrückung gesellschaftlicher und politischer Gräben ist hierfür zentrale Voraussetzung. Miteinander ins Gespräch zu kommen und sich gegenseitig den Spiegel vorzuhalten, könnte ein Anfang sein.




Assessment-Center


Stellen wir uns für einen Moment vor, wir hätten seit Dezember 2021 die Ampelkoalition – und damit primär die Linke, allerdings mit liberaler Beimischung – nicht als reale Regierung einer der (immer noch) größten Volkswirtschaften der Welt erlebt, sondern als Kandidaten in einem Assessment-Center zur Auswahl zukünftiger Führungskräfte, also in einer Laborsituation.
Unternehmen, allen voran die großen, lassen sich eine wissenschaftlich fundierte Potenzialdiagnostik für die Auswahl der Entscheider von morgen einiges kosten. Das Mehraugenprinzip unter Beteiligung psychologisch geschulter Moderatoren und erfahrener Führungskräfte soll sicherstellen, dass die angehenden Führungskräfte den im Alltag auf sie wartenden Anforderungen gerecht werden können. Hier geht es nicht um fachliche Themen (deren Beherrschung haben die Kandidaten bereits unter Beweis gestellt), sondern um überfachliche Fähigkeiten: Kommunikation, Kooperation, Überzeugen und Durchsetzen, Umgang mit Komplexität, strategisches Denken und operative Priorisierung.
Fangen wir mit dem letzten Punkt an, der häufig in Form sogenannter Postkorb-Übungen überprüft wird. Hier erhält der Kandidat in einer fiktiven Situation auf einer neuen Führungsposition keine Einarbeitung durch seinen Vorgänger, schlimmer noch, es werden eine Vielzahl zusätzlicher mitarbeiter- und fachbezogener Herausforderungen reingekegelt.
Als Herausforderungen der Ampel in diesem Sinne sind der russische Angriff auf die Ukraine im Februar 2022 und die damit verbundene Energienotlage zu nennen. Die Lösungen der Ampel waren hier durchaus zufriedenstellend, von gelegentlichen Wacklern im Hinblick auf militärische Unterstützung der Ukraine bzw. die Gasumlage abgesehen. Positiv ist anzumerken, dass der grüne Wirtschafts- und Klimaminister Robert Habeck (Magisterstudium Germanistik, Philosophie, Philologie; literaturwissenschaftliche Promotion) entgegen seiner grundsätzlichen Überzeugung das Emirat Katar um die Lieferung von Flüssiggas (LNG) ersuchte.
Schwer allerdings wiegt die unzureichende Performance der Ampel, die von den links-grün orientierten Medien anfänglich als „Fortschrittskoalition“ bejubelt wurde, in sämtlichen weiteren Dimensionen der Führung des Landes, bestehend aus Privatpersonen und Unternehmen.
Führung ist zuallererst Kommunikation, und zwar selbstverständlich authentische. Um sich selbst zu bremsen und nicht permanent im Sendebetrieb zu sein, gibt es dafür Tipps wie „Wer fragt, führt“ oder „Die Insel des anderen erkunden“. Es geht um Fragen und Zuhören, um Dialog. Hiervon war über weitere Strecken der Ampelkoalition kaum etwas zu spüren, maßgeblich begünstigt durch einen weitgehend kommunikationsbefreiten Regierungschef. Sein Zitat „Wer bei mir Führung bestellt, bekommt sie auch“ lässt auf eine verzerrte Eigenwahrnehmung schließen – keine idealen Voraussetzungen für verantwortungsvolle Aufgaben. Ich werde im Folgenden nur am Rande auf den scheidenden Bundeskanzler Olaf Scholz eingehen und verweise für eine vorläufige Bewertung auf die FOCUS-Kolumne von Jan Fleischhauer mit dem erfrischenden Titel „Humor ist, wenn man trotzdem lacht: Der Kanzler-Schlumpf hat Deutschland verzwergt“.
Dass es politische Projekte gemäß Koalitionsvertrag gibt, die im Laufe der Legislaturperiode umgesetzt werden sollen, ist klar. Allerdings gilt hier: Je schärfer der geplante Eingriff, desto stärker ist die Akzeptanz der Kursänderung kommunikativ zu unterstützen. Auch eine Rückkopplung inklusive möglicher Planänderung ist hier sicherzustellen bzw. in Erwägung zu ziehen.
Gerade in unruhigen Zeiten wie den aktuellen, die sich als Transformation in mehrfacher Hinsicht beschreiben lassen (insbesondere im Hinblick auf gesellschaftliche Normen, Klimaschutz und Digitalisierung), ist Kommunikation das oberste Gebot. Die transformationale Führung unterscheidet sich von der transaktionalen Führung dadurch, dass sie sich Zeit für Erklärungen nimmt. Führung muss Orientierung schaffen, wenn die Zukunft abseits eingetretener Pfade verläuft. Transaktionale Führung, wie sie bisher verbreitet war, kippt Aufgaben eher über den Zaun; es ist ja schließlich klar, was zu tun ist.
Zwei politische Weichenstellungen, die sich nicht als zielführende Kombination aus Überzeugen und Durchsetzen beschreiben lassen, fallen besonders ins Auge: das Gebäudeenergiegesetz, verkürzt als Heizungsgesetz bezeichnet, sowie das abrupte Ende der Förderung von E-Fahrzeugen. Das enttäuschte Vertrauen von Immobilieneigentümern und Verbrauchern sowie ein empfindlicher Eingriff in die Planungssicherheit für Automobilunternehmen und ihre Zulieferer waren die Folge. Dieses wiederholte Vorgehen mit der Brechstange war doppelt gravierend, weil für alle sichtbar die Lerneffekte gegen Null gingen. Wir werden hierauf noch zurückkommen.
Der Führungsstil beeinflusst unmittelbar das Vertrauen der Geführten in die Führungskraft. Abgehobenheit in der Kommunikation und Politik mit der Brechstange sind das Gegenteil von Vertrauensförderung. Die politischen und zunehmend auch volkswirtschaftlichen Schäden sind unübersehbar und haben zum vorzeitigen Ampel-Ende beigetragen. Zudem haben sie die politischen Ränder gestärkt.
Unternehmen achten bei der Auswahl zukünftiger Führungskräfte heutzutage auf Nahbarkeit, Kommunikation auf Augenhöhe sowie einen partizipativen und dabei situativ angepassten, sprich: flexiblen Führungsstil. Es ist daher nicht einzusehen, warum die Politik, die gerade in Berlin von einem Ökosystem aus Politikberatung, PR und Coaches umgeben ist, hinter diesen Ansprüchen zurückbleiben dürfte. Zu den Themenfeldern Strategie, zu betrachten als Kombination aus Zielbild und dem Pfad dorthin, und Umgang mit Komplexität werden wir noch kommen.
Gerade Kandidaten mit ausgeprägtem positiven Selbstbild, wie dies bei der politischen Linken zu beobachten ist, sind häufig von kritischem Feedback überrascht. In diesem Fall benötigen wir äußerst klare und nachvollziehbare Beobachtungspunkte, die den Kandidaten hoffentlich zur Selbstreflexion anregen. Entsprechend konkret und detailliert werden wir im Folgenden vorgehen.




Linke Werdegänge


Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber ich komme aktuell fast gar nicht mehr zum Austausch mit Menschen, die ausgeprägt linke Ideen verfolgen. Vermutlich sind sie in meinem beruflichen (industriell geprägten) und privaten Umfeld ohnehin deutlich unterrepräsentiert im Vergleich zu anderen Branchen oder gar Metropolen, allen voran Berlin. Aber es fällt mir auf.
Ende der 1990er-Jahre im Zivildienst in der Kinder- und Jugendhilfe hätte ich sicher einiges mit den Sozialpädagogen meiner Einrichtung diskutieren können, aber wer möchte schon politische Diskussionen mit seinen Chefs führen, wenn man doch mit Hilfstätigkeiten betraut ist und die 13 Monate über vor allem einen ordentlichen Job machen möchte?
An einem klassischen MINT-Studienort (MINT = Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik), an den es mich danach verschlug, war die Aussicht auf stärker links tickende Kommilitonen selbst in Wohnheimen und WGs eher gering. Politisch waren es natürlich auch noch ganz andere Zeiten. Nicht Linke, dafür aber immerhin Studenten der Politologie konnte (und kann) man auch in konservativen Begabtenförderungswerken antreffen.
Seitdem ist es diesbezüglich still geworden. Gewiss, ich habe (wie viele andere) einen starken Wirtschafts- und Technikbezug. Dies trägt mit Sicherheit dazu bei, dass mein bilateraler Austausch über aktuelle linke Themen mit Kollegen häufig im gemeinsamen ratlosen Kopfschütteln endet. Dabei ist auch uns klar, dass wir unsere Art zu leben erst hinterfragen und dann ändern sollten – der Prozess läuft bereits und ist unumkehrbar. Mobilität, Ernährung, Wärme, Konsum generell – manches ist einfacher, anderes schwieriger in der Umsetzung.
Das Unternehmen, für das ich arbeite, ist weltoffen und greift gesellschaftliche Entwicklungen schnell auf. Wir haben eine LGBTQ-Community, in einigen Bereichen wird gegendert. Wir haben einen Code of Conduct mit klaren Verhaltensregeln, deren Beachtung regelmäßig durch Manager zu bestätigen ist. Wir pflegen einen respektvollen Umgang untereinander und freuen uns über jede neu ernannte weibliche Führungskraft oder jeden Kollegen mit Migrationshintergrund, der einen hervorragenden Job macht und/oder sich in Zukunft auch Führungsaufgaben vorstellen kann. Genauso wie über jeden weißen männlichen Kollegen auch.
...
5 Sterne
Linke Oberlehrer entlarvt - 09.09.2025
Max

Das Buch bietet ein breites Gesamtbild derjenigen Besonderheiten, mit denen sich linke Protagonisten vom Rest des Landes unterscheiden. Das alles ist anhand sehr vieler Quellen belegt. Besonders interessant sind die transkribierten YouTube-Passagen, wo Linke ihre Gedanken in Echtzeit von sich geben.

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