Cover: Gemeinsamkeiten durch Redewendungen

Gemeinsamkeiten durch Redewendungen
Kurzgeschichten mit Redewendungen


EUR 18,90

Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 98
ISBN: 978-3-7116-0457-6
Erscheinungsdatum: 26.02.2025
Redewendungen sind Brücken zwischen den Kulturen! Ercan Topak zeigt, wie ähnlich wir uns in der Sprache sind. Ein interaktiver Begleiter für alle, die Sprache als verbindendes Licht sehen.
Vorwort


Deutschland ist heute ein Land, in dem Menschen verschiedener Nationalitäten ein Zuhause gefunden haben. Aktuellen Statistiken zufolge haben rund 25 Prozent der Bevölkerung eine Einwanderungsgeschichte. Die häufigsten Einwanderungsmotive sind Flucht, Familienzusammenführung und Erwerbstätigkeit. Auch in unserer Stadt leben Menschen aus rund 100 verschiedenen Nationen. 18 Prozent unserer Einwohnerschaft hat keine deutsche Staatsangehörigkeit.

Diese Sachlage erfordert beiderseits Bemühungen, um ein harmonisches Zusammenleben zu ermöglichen. Alles, was dazu beiträgt, ist äußerst willkommen.

Der Autor Ercan Topak, ein Einwohner unserer Stadt, hat seit einigen Jahren sein Wissen und seine Erfahrungen im Internationalen Beirat der Stadt Müllheim i. M. praktisch eingesetzt und bewiesen. Mit dem vorliegenden Buch möchte er die Gemeinsamkeiten verschiedener Sprachen anhand von Redewendungen für interessierte Leserinnen und Leser zugänglich machen und schafft dies auf sehr unterhaltsame Weise.

Dieses Buch hat das Potential, die Angehörigen unterschiedlicher Kulturen mittels Redewendungen für Gemeinsamkeiten zu sensibilisieren und sie zu einem Zusammenrücken zu animieren.

Sowohl Einheimische als auch Migranten werden das Buch sicherlich mit viel Spaß lesen und durch die Lektüre ihre Sprachkenntnisse bereichern.

Zu seiner wertvollen und wichtigen Arbeit möchte ich Herrn Topak gratulieren und ihm meinen herzlichen Dank für sein segensreiches Engagement aussprechen.


Martin Löffler
Bürgermeister
Stadt Müllheim im Markgräflerland




Einleitung


Im Wörterbuch wird die Kommunikation als „Verständigung durch die Verwendung von Zeichen und Sprache“ beschrieben.

Kommunikation ist der Austausch oder die Übertragung von Informationen, die auf verschiedene Arten und auf verschiedenen Wegen stattfinden kann.

Durch die steigende Zuwanderung nach Deutschland aus vielen diversen Ländern hat die Wichtigkeit der gesunden Kommunikation zugenommen.

Gemeinsamkeiten; gemeinsame Interessen, gemeinsame Hoffnungen, gemeinsame Sorgen, gemeinsame Perspektiven, gemeinsame Berührungspunkte (wie die Arbeitswelt), gemeinsame Ziele etc. ermöglichen das harmonische Zusammenleben der Menschen. Umgekehrt, wenn Gegensätze hervorgebracht werden, entstehen dadurch Abneigungen, Fremdenhass und Parallelgesellschaften.

Meine Motivation, dieses Buch zu verfassen, ist die Hoffnung, dass sich vielleicht mittels gemeinsamer Bedeutungen der unterschiedlichen Redewendungen, die Türen zu anderen Gemeinsamkeiten der Kulturen öffnen lassen.

Das Bewusstsein, das wir Menschen auf der Erde mit ca. 30 Buchstaben reden und schreiben, sollte ausreichend sein, um zu zeigen, wie ähnlich wir einander eigentlich sind. Unterschiede der Sprachen sind nichts weiter als unterschiedliche Anordnungen der gemeinsam verwendeten Buchstaben.

Die Kunst ist, sowohl von den Gemeinsamkeiten als auch von den Unterschieden reichlich zu profitieren. Denn wenn 10 Kerzen mit unterschiedlichen Farben angezündet werden, wird nur ein einfarbiges Licht die Finsternis durchbrechen und unsere Lebensräume erhellen.

Also möge dieses Buch dazu beitragen, nicht die unterschiedlichen Farben, sondern primär das einfarbig erleuchtende Licht in Betracht zu ziehen. Sekundär können die unterschiedlichen Farben der Kerzen angeschaut und sich über die Bereicherung der Farben und Formen gefreut werden.

Andererseits möchte ich mit diesem Werk in der heutigen Zeit, in der Kommunikation beispielsweise in Chats nur abkürzend erfolgt, wieder Aufmerksamkeit auf die über Jahrhunderte entwickelten Sprachkünste wie Redewendungen und Methapern lenken.

Das Buch wird vielleicht das „spielerische Lernen“ von Redewendungen fördern. Meine Zielgruppen sind die folgenden:

- Lehrkräfte können das Buch als Lehrstoff in den Schulen verwenden.
- Sprachdozierende können das Buch in Sprachkursen verwenden.
- Familien können das Buch zu Hause als Quizspiel verwenden.
- Jede Person, die interessiert ist, kann von diesem Buch profitieren.

Ich hoffe, ich kann mit diesem bescheidenen Werk für die Gesellschaft, in der ich und meine Familie bereits jahrelang friedlich zusammenleben, etwas Gutes beitragen.

Ercan Topak




Storytelling


Am 29.11.2018 wurde im internationalen Beirat (Rathaus – Müllheim im Markgräflerland) beschlossen, dass ein Projekt unter dem Titel „Storytelling“, also „Geschichten erzählen“ gestaltet und eingeführt werden solle, um Jugendliche und junge Erwachsene vorerst in Schulen für das Thema Migration zu sensibilisieren. Es wurde eine Gruppe aufgestellt, bestehend aus vier Personen, in der mein Name auch erwähnt wurde. Allerdings konnte ich an jenem Beschluss nicht teilnehmen.

Als ich bei der nächsten Sitzung nach meiner Meinung gefragt wurde, habe ich überlegt, was ich dazu beitragen könnte!

Was denn nun? Natürlich die Redewendungen. Denn ich hatte das Thema bereits vor Jahren mit der türkischen Jugend aus der Region behandelt. Es funktionierte einwandfrei. Also warum nicht mit anderen Jugendlichen? Wobei sich von diesem Thema bestimmt auch Erwachsene ein Scheibchen abschneiden können.

Als ich ein Konzept erstellt hatte und es zeitnah in einer Sitzung präsentierte, waren unter anderem auch die Mitglieder des Gemeinderats beeindruckt. Diese Rückmeldung hat mir Mut verliehen, diese Arbeit aufzunehmen und fortzusetzen.

Im Oktober 2019 hat Frau Kampmann eine Aktion gestartet und folgende Einladung per E-Mail gesendet:




Kinoabend


Liebe Müllheimerinnen und Müllheimer,

Integration läuft in Müllheim – auch im Kino!
Integration ist immer nur dann möglich, wenn
Menschen untereinander Verbindung
aufnehmen wollen, miteinander sprechen
können und auch miteinander sprechen wollen.
Sprachliche Fähigkeiten, Motivation, Toleranz,
gegenseitiges Vertrauen und Offenheit sind für
das Zustandekommen zwischenmenschlicher
Beziehungen notwendig.
Die menschliche Sprache ist der Schlüssel für
erfolgreiche Integrationsprozesse in allen
Lebenslagen und -bereichen.
Wir, der Internationale Beirat Müllheim und der
Integrationsbeauftragte der Stadt Müllheim
freuen uns darauf, mit Ihnen im Anschluss an
den Film ins Gespräch und in den Austausch zu
kommen.

Redewendungen hier und da!

Viele Redewendungen zaubern (lustige)
Bilder in unserem Kopf…

Ercan Topak vom Internationalen Beirat hat
sich damit beschäftigt:
Welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede
gibt es bei der Anwendung von
Redewendungen?
…kommen wir ins Gespräch…
mit Ercan Topak und weiteren Mitgliedern
des Internationalen Beirats…

Marion Kampmann

Dezernat für Bildung, Bürger, Ehrenamt
Fachbereich 51
Ehrenamt, Senioren, Integration


Nach dem Film durfte ich auftreten und das Publikum zum Gespräch über Redewendungen anregen. An jenem Abend hat das sehr gut funktioniert.

Nun sollte das Thema in den Schulen vorgestellt und falls von den Schulleitungen gewünscht, den Schülern vorgeführt werden. Leider hat die Pandemie einen Strich durch die Rechnung gezogen und bekannterweise konnten wir nicht vor den Schulklassen auftreten. Später dachte ich: „Wenn ich in einigen Schulklassen auftrete, sind es vielleicht Hunderte, die von dem Thema profitieren, aber wenn ich daraus ein Buch mache, erreicht dieses vielleicht Tausende und Zehntausende Schüler. Deshalb habe ich mich dazu entschieden, ein Buch zu veröffentlichen.“

Aber nun zu meinem Vortrag an besagtem Kinoabend:

ANKOMMEN
So legte ich los… Mein Schlagwort für den Abend ist „DAS ANKOMMEN“.

Ist die Botschaft von diesem Film, den wir vorhin gemeinsam angeschaut haben, bei uns angekommen…?

Sind die Migranten in diesem Land angekommen…?

ES GIBT MEINER MEINUNG NACH DAS PHYSISCHE UND DAS MENTALE ANKOMMEN.
Das körperliche Ankommen muss mit dem mentalen ergänzt werden. Ansonsten bleibt es eine halbe Sache…

Unvollständiges Ankommen befriedigt weder die Migranten noch die Einheimischen…

Das Dasein von Migranten bringt Verantwortung für beide Seiten mit, sowohl für die Migranten als auch für die Empfangsgesellschaft.

Es gibt sicherlich vielfältige Ideen und viele Methoden für ein wohltuendes Zusammenleben. Meine Methode ist, die verbale (mittlerweile auch die schriftliche) Kommunikation zu vermitteln, insbesondere die REDEWENDUNGEN.

EMPFEHLUNG

Wenn mich Migranten fragen: „Was empfiehlst du uns, um in Deutschland erfolgreich zu werden?“, sage ich: „Versucht die Sprache gut zu lernen. Lernt am besten noch einige Redewendungen und verwendet sie in Alltagsgesprächen.“ Denn die Redewendungen bauen Sympathien und somit Brücken zwischen den Menschen bzw. ihren Kulturen auf.




Kommunikation


Als ich mir Gedanken über die Wesen, die um mich herum sind, gemacht habe, wurde mir schnell klar, dass weitgehend alles miteinander kommuniziert. Ansonsten würde die universale Harmonie nicht funktionieren.

Das konkreteste Kommunikationsmittel für Menschen ist die Sprache, die durch die Stimmbänder verursacht und mit Hilfe der daraus resultierenden Buchstaben ausgesprochen wird.

Die Sprachtechniken werden seit antiken Zeiten immer wieder geschliffen, verschönert und bereichert zum Beispiel mit Sprichwörtern und Redewendungen.
Mittlerweile bin ich davon überzeugt, dass angewandte Redewendungen bedeutende Erfolge bewirken, denn sie unterbinden unterbewusst die Angst vor dem Fremden.

Ein Beispiel: Ich sehe einen Menschen aus einem afrikanischen Land, der eine andere Hautfarbe hat, sich anders anzieht, über eine völlig fremde Sprache verfügt. Automatisch bewertet ihn mein Verstand – der mittels Gegenüberstellung vergleicht und kategorisiert – als einen Fremden. Wenn ich aber höre, dass er die Sachen und Geschehnisse zwar mit anderen Worten, aber mit dem gleichen Sinn versteht und bewertet, baue ich auf eine natürliche Ebene die imaginären Wände zwischen ihm und mir ab. Und das geschieht meistens auf eine natürliche Art und Weise, also im Unterbewusstsein.

Wir sehen um uns herum anderssprachige, andersfarbige, andersgläubige und andersdenkende Menschen. Diese Unterschiede sind nicht schlimm, schlimm können nur die Verhaltensweisen sein, die in keiner der Kulturen Akzeptanz finden.
Anschließend habe ich einige kurze Geschichten erzählt und nach passenden Redewendungen gefragt. Erstaunt sah ich, dass meine Zuschauer viele Redewendungen im Repertoire hatten. So ging der Abend zu Ende.
...

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