# OMA AUF ZEIT
Wie mein Sohn mich mit der rosaroten Brille zur Oma machte!
EUR 19,90
Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 58
ISBN: 978-3-7116-0661-7
Erscheinungsdatum: 01.09.2026
Julie Always öffnet ihr Herz für die erste große Liebe ihres Sohnes – und wird schneller Oma, als sie begreifen kann. Eine wahre, berührende Geschichte über Familie, Vertrauen und den Schmerz, wenn plötzlich alles zerbricht.
Kapitel 1
Als mein Sohn mich zur Oma machte (mit 19 Jahren und sie mit 17)
„In jedem Anfang liegt ein Zauber.“ Dachte ich zuerst auch! Gerade die Pubertät überstanden, die wahrhaftig kein Zuckerschlecken war, folgte eine Katastrophe nach der anderen. Mein Sohn, zuckersüße 17 Jahre, na ja, kurz vor der Volljährigkeit, hatte die größte rosarote Brille auf, die man sich vorstellen kann.
Und er ist Brillenträger, wohlgemerkt.
Sie, die rosarote Brille knappe 15 Jahre alt. Die beiden kannten sich aus der Schule und teilten sich ab sofort diese rosarote Brille.
War mir am Anfang auch egal, jeder erlebt irgendwann seine erste große Liebe. Nur diese Liebe schleppte von ihrer Seite ein riesengroßes Potenzial an Ärger, Streit, Neid usw. mit. Ich dachte immer, unsere Familie ist die Chaoten-Familie der Nation, will mich nicht loben! Verständnis, Liebe, Ehrlichkeit waren Tugenden, die ich meinen beiden Kindern immer versuchte, mitzugeben. Was ich zur damaligen Zeit nicht wusste: Sie hat diese Eigenschaften nie kennengelernt in ihrer Kindheit. Aber bevor ich weiter aus dem Nähkästchen erzähle, kurz noch ein paar Dinge zu meiner Person: Bin 66 Jahre jung – rückwärts gezählt von 100 gar nicht so alt. Hab eine große Tochter, die es mit mir bis jetzt 33 Jahre ausgehalten hat. Ist aber inzwischen glücklich verheiratet. Apropos – mit einem Schwiegersohn, den sich jede Mutter wünscht. Und da gab es viele Aufs und Abs wie in jeder Familie. Mein Sohn, inzwischen 24 Jahre alt, und nicht zu vergessen, ohne meinen Mann, 62 Jahre alt, wären beide gar nicht da. Wir sind eine normale mittelständische Familie mit Haus, Beagle Bella (11 Jahre), und meinem größten Stolz, dem 6 Meter langen Pool. Den mein Mann erst baute, als ich ihm scherzhaft mit Scheidung drohte. Apropos Hund. Bella kam zu uns speziell für meinen Sohn, der durch sein ADHS-Medikament die Magersucht erlitt. Von 9 bis 16 Jahren war für uns alle die Hölle auf Erden mit dieser Krankheit. Und nachdem unser Golden Retriever Luna verstorben war, war für meinen Sohn und mich klar, er braucht jetzt einen neuen Beschützer. Leider waren wir nur allein der Meinung, dass ein neuer Hund zu uns sollte. Dies ist aber eine andere Geschichte. Nun ja, mein Sohn hatte mit 17 jetzt diese besagte rosafarbene Brille, (seine Freundin) die er immer öfter in unser Haus mitbrachte. Damals war sie noch keine 16 und ich hatte Angst, irgendwann würde uns jemand Anzeigen wegen Verkuppeln von Minderjährigen. Deshalb bat ich um ein Gespräch mit ihrer Mutter, wenn mein Sohn seine rosarote Brille bei uns übernachten ließ.
Sollte ja alles geregelt sein, denn ich hatte keine Lust auf Ärger. Aber wie mein Bauchgefühl mich schon vor dem Treffen vorwarnte, traute ich meinen Ohren nicht, was ihre Mutter mir zuflüsterte. Oh mein Gott!
Ihre Antwort zur Übernachtung der rosaroten Brille bei uns, ich fragte sie, ob sie nichts dagegen hätte, war: „Nö, ich war mit knapp 16 auch schon schwanger! Was soll Schlimmeres passieren als das! Ruhe –“
Irritiert sah ich sie an, mir fehlten die Worte, und das ist bei mir so selten, wie wenn du Gold im Bachlauf findest. Man nennt mich auch Quasselstrippe. Nun ja, jetzt war mir schon einiges klar, was in dieser Familie schiefgelaufen ist. Aber im Laufe der vielen Übernachtungen bei uns gab es mehrere Situationen, die das Gespräch noch toppen sollten. Im Nachhinein kann mein Sohn seiner rosaroten Brille nichts für ihre verlorene Kindheit. Wenn du als 14-Jährige von zu Hause rausgeschmissen wirst, bist mitten in der Pubertät und brauchst eine Mama, sagt das mehr als tausend Worte. Tja, und so kam es, dass sie zu ihrem Papa, der inzwischen von ihrer Mutter getrennt war, mal bei ihm war – leider aber mehr bei uns als sonst irgendwo übernachtete. Mein Sohn war so etwas wie ein Hafen für sie, wo sie versuchte, ihren Anker zu werfen. Wer würde das nicht tun? Hier gab es einen geregelten Alltag, wenn auch manchmal chaotisch. Aber hier gab es alles, was sie (die rosarote Brille) als pubertierendes Etwas zu Hause nicht hatte: Lachen, Weinen, Urlaub und das normale Chaos, wie es in unserer Familie normal war. Der Schulabschluss nahte von beiden! Zu ihrem Schulabschluss gab es von mir ein süßes weißes Kleid, die passenden Schuhe usw. Inzwischen war sie für mich wie eine zweite Tochter. Manchmal musste ich sie sogar verteidigen gegen meine eigene Tochter. Dort hieß das Zauberwort: EIFERSUCHT!!!!! Na, einfach war diese Zeit auch nicht. Aber wie immer im Leben – aus einer anderen Perspektive betrachtet, sieht vieles anders aus. So gingen die Jahre mit der rosaroten Brille und meinem Sohn ins Land. Wir feierten Weihnachten zusammen, fuhren mit ihr nach Borkum in den Urlaub. Der war übrigens der pure Alptraum. Sie war noch nie fort im Urlaub. Hatte panische Angst und Bauchschmerzen nach ein paar Tagen. Der Teufel im Detail war, zum Schluss mussten wir mit ihr in die Klinik auf Borkum. Dort wurde festgestellt, dass sie ein Loch in der Bauchdecke hatte (nicht sehr groß), aber das verursachte die Schmerzen. Hätte ich damals gewusst, dass der Arzt so was von fachlich inkompetent war, wäre uns vieles erspart geblieben Er übersah einfach die Schwangerschaft von ihr. Was keiner von uns ahnen konnte. Sie selbst am wenigsten. Also haben wir zwei Urlaubstage für die rosarote Brille geopfert völlig unwissend von der Nachricht SCHWANGERSCHAFT! Die Stimmung war geknickt, mein Sohn wollte heim, mein Mann sauer und ich wie immer zwischendrin. Na ja, aber ich bin sturmerprobt! Nachdem feststand, dass die rosarote Brille entlassen wird, da es nicht lebensbedrohend war, konnten wir Gott sei Dank Silvester mit Fondue feiern und danach noch zum Strand (Feuerwerk) gehen. Aber wir wären nicht die Chaos-Familie, wenn nicht irgendetwas dazwischengekommen wäre. Also, alle Mann zum Fondue-essen, Bauchschmerzen vergessen, Alarm am Handy!! Einbruch ins Haus daheim! Und wir 740 km von zu Hause entfernt, Kamera ist nicht, kein Internet in der Ferienwohnung! Borkum eben.
Mein Mann musste aus der Ferienwohnung ins Freie, weil nur außen Internetempfang war. Stimmung vorbei! Nach geschlagenen 20 Minuten, die er draußen im Auto verbracht hatte, wurde es mir zu blöd! Ich rief die Polizei an und meldete den Alarm. Nach ellenlangen Diskussionen mit der Polizei – es war ja Silvester – fragte mich der Polizist, ob wir niemanden in der Nähe unseres Hauses hätten, der es öffnen könnte. Klar, sagte ich, aber es ist Silvester und unsere Tochter, die in der Nähe wohnte, feierte bestimmt selbst, geht bestimmt nicht allein in das Haus, wenn Alarm gemeldet wurde. Darauf antwortete er ganz gelassen: „Ich schicke Ihnen zwei Einsatzwagen.“ Endlich kapierte auch er es. Ich muss erklären! Zu dieser Zeit gab es sehr viele Einbrüche in unserer Gegend. Und 740 km fährst du nicht in 20 Minuten, geschweige denn die Fähre zur Überfahrt nach Emden. Also, der Apparat Einbruch ging ins Rollen. Die Polizei war bereit zum Ausrücken. In der Zwischenzeit telefonierte mein Mann mit unserer Tochter, erklärte ihr den Sachverhalt, dass bei uns wahrscheinlich eingebrochen wird, und sie sollte sich doch bitte am Haus mit der Polizei treffen. Der Knalleffekt von Silvester war da! Unsere Tochter war am Haus angekommen und mit ihr eine ganze Hundertschaft, die die Straße hermetisch abgeriegelt hatte. Wir waren immer noch telefonisch mit ihr verbunden, sie lachte sich fast kaputt und erzählte uns, dass es wie im Krimi aussähe. Lautes Gelächter. HA HA. Zum guten Schluss fragte sie mich: „Mama, hast du eigentlich aufgeräumt?!“ NEIN, ich räume nie auf. „MAMA“, sagte sie, „die sind jetzt mit sechs Mann ins Haus rein!!!“ Mir fiel vor Schreck fast mein Gesicht ab. Ich musste so lachen. Klar hatte ich aufgeräumt. Ich gehe doch nicht fort und hinterlasse ein Chaos. Ich hörte nur Stimmen, Gemurmel. „Passt gut auf.“ „Erdgeschoss frei.“ „Zweites Obergeschoss frei.“ „Dritter Stock frei.“ „Keller sauber – Abzug!“ Unsere Tochter wechselte noch ein paar Worte mit dem Kommissar in Anwesenheit ihrer Freunde, die sie begleitet hatten. Gott sei Dank musste keiner von ihnen ins Röhrchen pusten. Es war ja Silvester. Der Kommissar meinte, dass wahrscheinlich eine Spinne im Wintergarten den Sensor, der vom Alarm ausgelöst wurde, aktiviert hatte.
Am Telefon sagte meine Tochter: „Mama, ein Krimi ist ein Dreck dagegen“, und fing fürchterlich an zu lachen. Auch ihre Kollegen, die mit waren, lachten und wünschten uns trotz des ganzen Chaos einen guten Rutsch ins neue Jahr. Wir sollten das aber nicht wörtlich nehmen. Ja, warum soll bei uns einfach mal was normal laufen. Aber trotz allem zogen wir vier uns an, schnappten unser Feuerwerk und zogen los zum Strand. Gespannt warteten wir auf das riesige Feuerwerk, das gleich losgehen sollte. Wir waren etwa fünfzig Menschen vom Strand entfernt. Super Stimmung. Alle zündeten Punkt null Uhr ihre Feuerwerkskörper und mit riesiger Vorfreude warteten alle auf das große Feuerwerk, das es geben sollte. Es wurde auf Plakaten überall angekündigt. Sollte am Strand gezündet werden. Wie sich aber leider herausstellte, waren wir das Feuerwerk! Also die Menschen die dort standen am Strand! Alle krümmten sich vor Lachen. FEUERWERK BORKUM das Highlight. Unser Feuerwerk war: Knallerbsen, 3 Vulkane, sowie eine brummende Biene!
Somit war das Gelächter groß. Zum Glück hatten wir eine Flasche Sekt und vier Gläser eingepackt und konnten aus der ganzen Chaos-Situation noch etwas Gutes gewinnen. Prost! Ja, das war unser erster Urlaub mit der rosaroten Brille
Etwa einen Monat später, ich wartete auf meine Reha die auch nach Borkum gehen sollte, verlor ich den Glauben an die rosarote Brille. Mein Sohn und sie eröffneten mir am Frühstückstisch, sie sei von zu Hause raus geflogen – also bei ihrem Papa oder ihrer Mama, ich weiß inzwischen schon gar nicht mehr, wo, wie, was sie gewohnt hatte, und dass sie ab sofort jetzt bei uns wohnte. Na klar, mit uns kann man es ja machen. Ha ha. Mein Mann antwortete fast nichts mehr, sagte nur: „Ich gehe jetzt zum Arbeiten.“ Schwupp, fort war er, und ich saß mit den Zweien in der Küche. Hatte selbst noch eine Stunde Zeit, bevor ich ins Hotel gehen musste, denn dort arbeitete ich an der Rezeption. Von meinem Sohn kam nur: „Mama, das rocken wir schon.“ „Na klar, wie immer“, sagte ich, weil mir nichts weiter einfiel. „Den Rest reden wir heute Abend“. Somit war es also beschlossene Sache, das „Sozialamt Mama“ hatte wieder geöffnet.
In Gedanken war ich mit meinem Kopf schon in meinem Betrieb und malte mir aus, dass ich noch circa 14 Tage arbeiten musste, dann durfte ich auf Reha nach Borkum. Leider habe ich es an der Lunge und bin gezwungen, öfter zur Rehabilitation ans Meer zu fahren, damit sich mein Zustand nicht verschlechtert. Ich liebe Borkum und die Knappschaft-Klinik. Sowie „Omas Teestübchen“, dort gibt es Windbeutel, ca. 30 cm hoch – 30 verschiedene Variationen. LECKER!
Da ich weiß, dass die rosarote Brille zu Hause wohnte und ich sehr sozial eingestellt bin, gab es bei mir auch kein Nein. Herzensmenschen geben das letzte Hemd für jeden, der Hilfe braucht. Ein großes Problem heutzutage ist, dass Menschen einen guten Menschen nicht zu schätzen wissen. Sie versuchen, ihn auszunutzen und anschließend wegzuwerfen. Das ist auch der Grund, weshalb so viele gute Menschen sich immer mehr zurückziehen und in Ruhe leben wollen. Inzwischen war etwas Ruhe eingekehrt zu Hause, mein Mann, mein Sohn und die rosarote Brille gewöhnten sich langsam aneinander. Jeder der drei war ja völlig überfordert von der neuen Situation. Früher kam die rosarote Brille ja nur über das Wochenende. Jetzt war sie dauernd bei uns. Mein wertes Ich befand sich in der Zwischenzeit in der Knappschaft-Klinik Borkum. Vier Wochen nichts hören, nichts sehen, was zu Hause abgeht, nur ich und mein Wohlergehen – aber wie immer, die Sorgen holen einen doch ein. Trotz allem freute ich mich wieder auf zu Hause. Wenn ich gewusst hätte, was mich erwartet, wäre ich schnurstracks wieder umgedreht. Ich durfte mich gerade zwei Wochen wieder eingewöhnen, merkte aber, dass die rosarote Brille und meinen Sohn etwas bedrückte. Im Inneren betete ich: „Lieber Gott, lass sie nicht schwanger sein!“ Und wie immer hörte er nicht auf mich. Sie war es ! Diese Nachricht teilte mir mein Sohn mit, während ich mich mit einem Kaffee und Toast fürs Arbeiten im Hotel richtete. „Lieber Gott, lass mich raus aus diesem Alptraum!“ Jetzt höre ich schon Kommentare: „Sie ist zu jung. Du musst ihr helfen.“ Mein Gott, warum jetzt, dachte ich, denn vor drei Monaten hatten wir das Drama: Rosarote Brille ging fremd. Mein Sohn am Boden, Tag und Nacht reden. Tränen, Wutausbrüche. Er fuhr sogar freiwillig in den Urlaub mit meinem Mann und seiner Schwester, um sich abzulenken. Und irgendwann stand die rosarote Brille wieder vor unserer Haustür und mein Sohn strahlte wie ein Honigkuchenpferd. Nein, noch mehr Drama glaubt mir kein Mensch. Also ich innerlich am Platzen – äußerlich ganz ruhig (sah nur so aus) – schaute ich die rosarote Brille an. „Bist du sicher, dass mein Sohn der Vater ist?“ „Entschuldige, aber diese Frage muss sein“, sagte ich zu meinem Sohn. Der völlig perplex – „Mum, sie weiß doch, mit wem sie geschlafen hat.“ „Meine Güte, bist du naiv, wer rechnen kann, ist klar im Vorteil“, waren meine Worte. Ich weiß, ich sollte so nicht reagieren, aber die letzten Monate waren die Hölle auf Erden. Da dürfen mir einfach die Nerven blank liegen (ist mein gutes Recht). Tja, so schnell wirst du von einem 19-jährigen Kind, ja Kind, mit einer 17-Jährigen, ebenfalls noch Kind, zur Oma gemacht. Freude war bei meinem Mann und mir nicht zu sehen. Aber er war unser Sohn, selbst noch nicht reif genug, sein Leben zu führen. Sie war 17 Jahr jung, null Ahnung, aber im Babyblues. Hilfeeeee! Von ihren Eltern konnten die beiden keine Hilfe erwarten. Also wie immer. Jetzt ging das Drama mit Akt 1 los. Denver-Clan ist nichts dagegen. Von Anfang an war klar, dass weder mein Sohn noch seine Freundin reif dazu waren, die Verantwortung für das Kind zu übernehmen. Ihre Unerfahrenheit und ihre unorganisierte Lebensweise machten es unmöglich, das Baby in einem stabilen Umfeld großzuziehen. So nahmen mein Mann und ich sie, die rosarote Brille samt ihrem Baby, in unser Haus auf. Fest entschlossen, dem kleinen Mann ein liebevolles Zuhause zu bieten. Jetzt hatte es erst mal Priorität, Babysachen zu kaufen, war meine Idee. Mein Sohn hatte gerade eine Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann begonnen, der konnte sich nicht viel leisten. Zum Glück gibt es Ebay, da bekommst du alles, was das Herz begehrt. Natürlich zahlte die Oma (ich). „Ohne Moos, nichts los.“ Geld für die drei musste so schnell wie möglich her! Also fuhr ich mit der Mama meines zukünftigen Enkels alle Behörden ab, die den jungen Müttern schnell und unbürokratisch helfen, dachte ich damals jedenfalls. OK, das heißt, ich, die Oma, und mein Mann (Opa widerwillig), zückten erst mal die Geldbörsen. Denn die rosarote Brille war noch keine 18 und somit hatte ihre Mutter Zugang zu ihren Finanzen. Alles, was die rosarote Brille mit mir auf den Ämtern, der Caritas, Erstlingsausstattung usw. erreichte, kassierte die Mutter ein. Sie war ja auf den Ämtern bekannt, weil: „Arbeiten ist was für Dumme.“ Und die rosarote Brille hatte vergessen, dass ihre Mutter immer noch eine Kontoberechtigung hatte. Im Grunde genommen war sie ein armer Mensch. Unsere rosarote Brille. Keine Werte mitbekommen, wo sollte sie sich hinwenden? „An ihre Familie? Danke schön, welche Mutter kassiert Geld ein, das die eigene Tochter vom Amt bekommt? Es war eine verrückte Situation, in der meine Familie und mein Sohn auf eine harte Probe gestellt wurden.
Beispiel Termin bei der Caritas: Mein Sohn und die rosarote Brille wollten Geld für ein Baby Bett beantragen. Ich saß draußen im Auto und wartete. Keine 10 Minuten später kamen die beiden zurück, Gesichter am Boden. Tja, konnte mir gut vorstellen, was da drinnen abgegangen war. „Bekommt ihr das Geld?!“ – „Nö!“, murrte mein Sohn, langes Schweigen. „Die war schneller als wir!“ „Wer?“, fragte ich. Die rosarote Brille antwortete: „Diejenige, die mein Geld verwaltet.“ Prost Mahlzeit, „und was jetzt?“, fragte mein Sohn. Na, was wohl – ich würde jetzt mal ein Gespräch unter Müttern führen. Wie schon so oft war der Weg umsonst, inzwischen war ich es ja gewöhnt. Jedes Mal, wenn Probleme mit der rosaroten Brille waren, gab es von der Mütterlichen Seite totale Ignoranz. Auf der Rückbank saßen die rosarote Brille und mein Sohn, beide total frustriert. Also A----backen zusammen und über die nächste Hürde springen. Beide taten mir richtig leid. Also mein Vorschlag an die werdenden Eltern: „Was haltet ihr von IKEA?“
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Als mein Sohn mich zur Oma machte (mit 19 Jahren und sie mit 17)
„In jedem Anfang liegt ein Zauber.“ Dachte ich zuerst auch! Gerade die Pubertät überstanden, die wahrhaftig kein Zuckerschlecken war, folgte eine Katastrophe nach der anderen. Mein Sohn, zuckersüße 17 Jahre, na ja, kurz vor der Volljährigkeit, hatte die größte rosarote Brille auf, die man sich vorstellen kann.
Und er ist Brillenträger, wohlgemerkt.
Sie, die rosarote Brille knappe 15 Jahre alt. Die beiden kannten sich aus der Schule und teilten sich ab sofort diese rosarote Brille.
War mir am Anfang auch egal, jeder erlebt irgendwann seine erste große Liebe. Nur diese Liebe schleppte von ihrer Seite ein riesengroßes Potenzial an Ärger, Streit, Neid usw. mit. Ich dachte immer, unsere Familie ist die Chaoten-Familie der Nation, will mich nicht loben! Verständnis, Liebe, Ehrlichkeit waren Tugenden, die ich meinen beiden Kindern immer versuchte, mitzugeben. Was ich zur damaligen Zeit nicht wusste: Sie hat diese Eigenschaften nie kennengelernt in ihrer Kindheit. Aber bevor ich weiter aus dem Nähkästchen erzähle, kurz noch ein paar Dinge zu meiner Person: Bin 66 Jahre jung – rückwärts gezählt von 100 gar nicht so alt. Hab eine große Tochter, die es mit mir bis jetzt 33 Jahre ausgehalten hat. Ist aber inzwischen glücklich verheiratet. Apropos – mit einem Schwiegersohn, den sich jede Mutter wünscht. Und da gab es viele Aufs und Abs wie in jeder Familie. Mein Sohn, inzwischen 24 Jahre alt, und nicht zu vergessen, ohne meinen Mann, 62 Jahre alt, wären beide gar nicht da. Wir sind eine normale mittelständische Familie mit Haus, Beagle Bella (11 Jahre), und meinem größten Stolz, dem 6 Meter langen Pool. Den mein Mann erst baute, als ich ihm scherzhaft mit Scheidung drohte. Apropos Hund. Bella kam zu uns speziell für meinen Sohn, der durch sein ADHS-Medikament die Magersucht erlitt. Von 9 bis 16 Jahren war für uns alle die Hölle auf Erden mit dieser Krankheit. Und nachdem unser Golden Retriever Luna verstorben war, war für meinen Sohn und mich klar, er braucht jetzt einen neuen Beschützer. Leider waren wir nur allein der Meinung, dass ein neuer Hund zu uns sollte. Dies ist aber eine andere Geschichte. Nun ja, mein Sohn hatte mit 17 jetzt diese besagte rosafarbene Brille, (seine Freundin) die er immer öfter in unser Haus mitbrachte. Damals war sie noch keine 16 und ich hatte Angst, irgendwann würde uns jemand Anzeigen wegen Verkuppeln von Minderjährigen. Deshalb bat ich um ein Gespräch mit ihrer Mutter, wenn mein Sohn seine rosarote Brille bei uns übernachten ließ.
Sollte ja alles geregelt sein, denn ich hatte keine Lust auf Ärger. Aber wie mein Bauchgefühl mich schon vor dem Treffen vorwarnte, traute ich meinen Ohren nicht, was ihre Mutter mir zuflüsterte. Oh mein Gott!
Ihre Antwort zur Übernachtung der rosaroten Brille bei uns, ich fragte sie, ob sie nichts dagegen hätte, war: „Nö, ich war mit knapp 16 auch schon schwanger! Was soll Schlimmeres passieren als das! Ruhe –“
Irritiert sah ich sie an, mir fehlten die Worte, und das ist bei mir so selten, wie wenn du Gold im Bachlauf findest. Man nennt mich auch Quasselstrippe. Nun ja, jetzt war mir schon einiges klar, was in dieser Familie schiefgelaufen ist. Aber im Laufe der vielen Übernachtungen bei uns gab es mehrere Situationen, die das Gespräch noch toppen sollten. Im Nachhinein kann mein Sohn seiner rosaroten Brille nichts für ihre verlorene Kindheit. Wenn du als 14-Jährige von zu Hause rausgeschmissen wirst, bist mitten in der Pubertät und brauchst eine Mama, sagt das mehr als tausend Worte. Tja, und so kam es, dass sie zu ihrem Papa, der inzwischen von ihrer Mutter getrennt war, mal bei ihm war – leider aber mehr bei uns als sonst irgendwo übernachtete. Mein Sohn war so etwas wie ein Hafen für sie, wo sie versuchte, ihren Anker zu werfen. Wer würde das nicht tun? Hier gab es einen geregelten Alltag, wenn auch manchmal chaotisch. Aber hier gab es alles, was sie (die rosarote Brille) als pubertierendes Etwas zu Hause nicht hatte: Lachen, Weinen, Urlaub und das normale Chaos, wie es in unserer Familie normal war. Der Schulabschluss nahte von beiden! Zu ihrem Schulabschluss gab es von mir ein süßes weißes Kleid, die passenden Schuhe usw. Inzwischen war sie für mich wie eine zweite Tochter. Manchmal musste ich sie sogar verteidigen gegen meine eigene Tochter. Dort hieß das Zauberwort: EIFERSUCHT!!!!! Na, einfach war diese Zeit auch nicht. Aber wie immer im Leben – aus einer anderen Perspektive betrachtet, sieht vieles anders aus. So gingen die Jahre mit der rosaroten Brille und meinem Sohn ins Land. Wir feierten Weihnachten zusammen, fuhren mit ihr nach Borkum in den Urlaub. Der war übrigens der pure Alptraum. Sie war noch nie fort im Urlaub. Hatte panische Angst und Bauchschmerzen nach ein paar Tagen. Der Teufel im Detail war, zum Schluss mussten wir mit ihr in die Klinik auf Borkum. Dort wurde festgestellt, dass sie ein Loch in der Bauchdecke hatte (nicht sehr groß), aber das verursachte die Schmerzen. Hätte ich damals gewusst, dass der Arzt so was von fachlich inkompetent war, wäre uns vieles erspart geblieben Er übersah einfach die Schwangerschaft von ihr. Was keiner von uns ahnen konnte. Sie selbst am wenigsten. Also haben wir zwei Urlaubstage für die rosarote Brille geopfert völlig unwissend von der Nachricht SCHWANGERSCHAFT! Die Stimmung war geknickt, mein Sohn wollte heim, mein Mann sauer und ich wie immer zwischendrin. Na ja, aber ich bin sturmerprobt! Nachdem feststand, dass die rosarote Brille entlassen wird, da es nicht lebensbedrohend war, konnten wir Gott sei Dank Silvester mit Fondue feiern und danach noch zum Strand (Feuerwerk) gehen. Aber wir wären nicht die Chaos-Familie, wenn nicht irgendetwas dazwischengekommen wäre. Also, alle Mann zum Fondue-essen, Bauchschmerzen vergessen, Alarm am Handy!! Einbruch ins Haus daheim! Und wir 740 km von zu Hause entfernt, Kamera ist nicht, kein Internet in der Ferienwohnung! Borkum eben.
Mein Mann musste aus der Ferienwohnung ins Freie, weil nur außen Internetempfang war. Stimmung vorbei! Nach geschlagenen 20 Minuten, die er draußen im Auto verbracht hatte, wurde es mir zu blöd! Ich rief die Polizei an und meldete den Alarm. Nach ellenlangen Diskussionen mit der Polizei – es war ja Silvester – fragte mich der Polizist, ob wir niemanden in der Nähe unseres Hauses hätten, der es öffnen könnte. Klar, sagte ich, aber es ist Silvester und unsere Tochter, die in der Nähe wohnte, feierte bestimmt selbst, geht bestimmt nicht allein in das Haus, wenn Alarm gemeldet wurde. Darauf antwortete er ganz gelassen: „Ich schicke Ihnen zwei Einsatzwagen.“ Endlich kapierte auch er es. Ich muss erklären! Zu dieser Zeit gab es sehr viele Einbrüche in unserer Gegend. Und 740 km fährst du nicht in 20 Minuten, geschweige denn die Fähre zur Überfahrt nach Emden. Also, der Apparat Einbruch ging ins Rollen. Die Polizei war bereit zum Ausrücken. In der Zwischenzeit telefonierte mein Mann mit unserer Tochter, erklärte ihr den Sachverhalt, dass bei uns wahrscheinlich eingebrochen wird, und sie sollte sich doch bitte am Haus mit der Polizei treffen. Der Knalleffekt von Silvester war da! Unsere Tochter war am Haus angekommen und mit ihr eine ganze Hundertschaft, die die Straße hermetisch abgeriegelt hatte. Wir waren immer noch telefonisch mit ihr verbunden, sie lachte sich fast kaputt und erzählte uns, dass es wie im Krimi aussähe. Lautes Gelächter. HA HA. Zum guten Schluss fragte sie mich: „Mama, hast du eigentlich aufgeräumt?!“ NEIN, ich räume nie auf. „MAMA“, sagte sie, „die sind jetzt mit sechs Mann ins Haus rein!!!“ Mir fiel vor Schreck fast mein Gesicht ab. Ich musste so lachen. Klar hatte ich aufgeräumt. Ich gehe doch nicht fort und hinterlasse ein Chaos. Ich hörte nur Stimmen, Gemurmel. „Passt gut auf.“ „Erdgeschoss frei.“ „Zweites Obergeschoss frei.“ „Dritter Stock frei.“ „Keller sauber – Abzug!“ Unsere Tochter wechselte noch ein paar Worte mit dem Kommissar in Anwesenheit ihrer Freunde, die sie begleitet hatten. Gott sei Dank musste keiner von ihnen ins Röhrchen pusten. Es war ja Silvester. Der Kommissar meinte, dass wahrscheinlich eine Spinne im Wintergarten den Sensor, der vom Alarm ausgelöst wurde, aktiviert hatte.
Am Telefon sagte meine Tochter: „Mama, ein Krimi ist ein Dreck dagegen“, und fing fürchterlich an zu lachen. Auch ihre Kollegen, die mit waren, lachten und wünschten uns trotz des ganzen Chaos einen guten Rutsch ins neue Jahr. Wir sollten das aber nicht wörtlich nehmen. Ja, warum soll bei uns einfach mal was normal laufen. Aber trotz allem zogen wir vier uns an, schnappten unser Feuerwerk und zogen los zum Strand. Gespannt warteten wir auf das riesige Feuerwerk, das gleich losgehen sollte. Wir waren etwa fünfzig Menschen vom Strand entfernt. Super Stimmung. Alle zündeten Punkt null Uhr ihre Feuerwerkskörper und mit riesiger Vorfreude warteten alle auf das große Feuerwerk, das es geben sollte. Es wurde auf Plakaten überall angekündigt. Sollte am Strand gezündet werden. Wie sich aber leider herausstellte, waren wir das Feuerwerk! Also die Menschen die dort standen am Strand! Alle krümmten sich vor Lachen. FEUERWERK BORKUM das Highlight. Unser Feuerwerk war: Knallerbsen, 3 Vulkane, sowie eine brummende Biene!
Somit war das Gelächter groß. Zum Glück hatten wir eine Flasche Sekt und vier Gläser eingepackt und konnten aus der ganzen Chaos-Situation noch etwas Gutes gewinnen. Prost! Ja, das war unser erster Urlaub mit der rosaroten Brille
Etwa einen Monat später, ich wartete auf meine Reha die auch nach Borkum gehen sollte, verlor ich den Glauben an die rosarote Brille. Mein Sohn und sie eröffneten mir am Frühstückstisch, sie sei von zu Hause raus geflogen – also bei ihrem Papa oder ihrer Mama, ich weiß inzwischen schon gar nicht mehr, wo, wie, was sie gewohnt hatte, und dass sie ab sofort jetzt bei uns wohnte. Na klar, mit uns kann man es ja machen. Ha ha. Mein Mann antwortete fast nichts mehr, sagte nur: „Ich gehe jetzt zum Arbeiten.“ Schwupp, fort war er, und ich saß mit den Zweien in der Küche. Hatte selbst noch eine Stunde Zeit, bevor ich ins Hotel gehen musste, denn dort arbeitete ich an der Rezeption. Von meinem Sohn kam nur: „Mama, das rocken wir schon.“ „Na klar, wie immer“, sagte ich, weil mir nichts weiter einfiel. „Den Rest reden wir heute Abend“. Somit war es also beschlossene Sache, das „Sozialamt Mama“ hatte wieder geöffnet.
In Gedanken war ich mit meinem Kopf schon in meinem Betrieb und malte mir aus, dass ich noch circa 14 Tage arbeiten musste, dann durfte ich auf Reha nach Borkum. Leider habe ich es an der Lunge und bin gezwungen, öfter zur Rehabilitation ans Meer zu fahren, damit sich mein Zustand nicht verschlechtert. Ich liebe Borkum und die Knappschaft-Klinik. Sowie „Omas Teestübchen“, dort gibt es Windbeutel, ca. 30 cm hoch – 30 verschiedene Variationen. LECKER!
Da ich weiß, dass die rosarote Brille zu Hause wohnte und ich sehr sozial eingestellt bin, gab es bei mir auch kein Nein. Herzensmenschen geben das letzte Hemd für jeden, der Hilfe braucht. Ein großes Problem heutzutage ist, dass Menschen einen guten Menschen nicht zu schätzen wissen. Sie versuchen, ihn auszunutzen und anschließend wegzuwerfen. Das ist auch der Grund, weshalb so viele gute Menschen sich immer mehr zurückziehen und in Ruhe leben wollen. Inzwischen war etwas Ruhe eingekehrt zu Hause, mein Mann, mein Sohn und die rosarote Brille gewöhnten sich langsam aneinander. Jeder der drei war ja völlig überfordert von der neuen Situation. Früher kam die rosarote Brille ja nur über das Wochenende. Jetzt war sie dauernd bei uns. Mein wertes Ich befand sich in der Zwischenzeit in der Knappschaft-Klinik Borkum. Vier Wochen nichts hören, nichts sehen, was zu Hause abgeht, nur ich und mein Wohlergehen – aber wie immer, die Sorgen holen einen doch ein. Trotz allem freute ich mich wieder auf zu Hause. Wenn ich gewusst hätte, was mich erwartet, wäre ich schnurstracks wieder umgedreht. Ich durfte mich gerade zwei Wochen wieder eingewöhnen, merkte aber, dass die rosarote Brille und meinen Sohn etwas bedrückte. Im Inneren betete ich: „Lieber Gott, lass sie nicht schwanger sein!“ Und wie immer hörte er nicht auf mich. Sie war es ! Diese Nachricht teilte mir mein Sohn mit, während ich mich mit einem Kaffee und Toast fürs Arbeiten im Hotel richtete. „Lieber Gott, lass mich raus aus diesem Alptraum!“ Jetzt höre ich schon Kommentare: „Sie ist zu jung. Du musst ihr helfen.“ Mein Gott, warum jetzt, dachte ich, denn vor drei Monaten hatten wir das Drama: Rosarote Brille ging fremd. Mein Sohn am Boden, Tag und Nacht reden. Tränen, Wutausbrüche. Er fuhr sogar freiwillig in den Urlaub mit meinem Mann und seiner Schwester, um sich abzulenken. Und irgendwann stand die rosarote Brille wieder vor unserer Haustür und mein Sohn strahlte wie ein Honigkuchenpferd. Nein, noch mehr Drama glaubt mir kein Mensch. Also ich innerlich am Platzen – äußerlich ganz ruhig (sah nur so aus) – schaute ich die rosarote Brille an. „Bist du sicher, dass mein Sohn der Vater ist?“ „Entschuldige, aber diese Frage muss sein“, sagte ich zu meinem Sohn. Der völlig perplex – „Mum, sie weiß doch, mit wem sie geschlafen hat.“ „Meine Güte, bist du naiv, wer rechnen kann, ist klar im Vorteil“, waren meine Worte. Ich weiß, ich sollte so nicht reagieren, aber die letzten Monate waren die Hölle auf Erden. Da dürfen mir einfach die Nerven blank liegen (ist mein gutes Recht). Tja, so schnell wirst du von einem 19-jährigen Kind, ja Kind, mit einer 17-Jährigen, ebenfalls noch Kind, zur Oma gemacht. Freude war bei meinem Mann und mir nicht zu sehen. Aber er war unser Sohn, selbst noch nicht reif genug, sein Leben zu führen. Sie war 17 Jahr jung, null Ahnung, aber im Babyblues. Hilfeeeee! Von ihren Eltern konnten die beiden keine Hilfe erwarten. Also wie immer. Jetzt ging das Drama mit Akt 1 los. Denver-Clan ist nichts dagegen. Von Anfang an war klar, dass weder mein Sohn noch seine Freundin reif dazu waren, die Verantwortung für das Kind zu übernehmen. Ihre Unerfahrenheit und ihre unorganisierte Lebensweise machten es unmöglich, das Baby in einem stabilen Umfeld großzuziehen. So nahmen mein Mann und ich sie, die rosarote Brille samt ihrem Baby, in unser Haus auf. Fest entschlossen, dem kleinen Mann ein liebevolles Zuhause zu bieten. Jetzt hatte es erst mal Priorität, Babysachen zu kaufen, war meine Idee. Mein Sohn hatte gerade eine Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann begonnen, der konnte sich nicht viel leisten. Zum Glück gibt es Ebay, da bekommst du alles, was das Herz begehrt. Natürlich zahlte die Oma (ich). „Ohne Moos, nichts los.“ Geld für die drei musste so schnell wie möglich her! Also fuhr ich mit der Mama meines zukünftigen Enkels alle Behörden ab, die den jungen Müttern schnell und unbürokratisch helfen, dachte ich damals jedenfalls. OK, das heißt, ich, die Oma, und mein Mann (Opa widerwillig), zückten erst mal die Geldbörsen. Denn die rosarote Brille war noch keine 18 und somit hatte ihre Mutter Zugang zu ihren Finanzen. Alles, was die rosarote Brille mit mir auf den Ämtern, der Caritas, Erstlingsausstattung usw. erreichte, kassierte die Mutter ein. Sie war ja auf den Ämtern bekannt, weil: „Arbeiten ist was für Dumme.“ Und die rosarote Brille hatte vergessen, dass ihre Mutter immer noch eine Kontoberechtigung hatte. Im Grunde genommen war sie ein armer Mensch. Unsere rosarote Brille. Keine Werte mitbekommen, wo sollte sie sich hinwenden? „An ihre Familie? Danke schön, welche Mutter kassiert Geld ein, das die eigene Tochter vom Amt bekommt? Es war eine verrückte Situation, in der meine Familie und mein Sohn auf eine harte Probe gestellt wurden.
Beispiel Termin bei der Caritas: Mein Sohn und die rosarote Brille wollten Geld für ein Baby Bett beantragen. Ich saß draußen im Auto und wartete. Keine 10 Minuten später kamen die beiden zurück, Gesichter am Boden. Tja, konnte mir gut vorstellen, was da drinnen abgegangen war. „Bekommt ihr das Geld?!“ – „Nö!“, murrte mein Sohn, langes Schweigen. „Die war schneller als wir!“ „Wer?“, fragte ich. Die rosarote Brille antwortete: „Diejenige, die mein Geld verwaltet.“ Prost Mahlzeit, „und was jetzt?“, fragte mein Sohn. Na, was wohl – ich würde jetzt mal ein Gespräch unter Müttern führen. Wie schon so oft war der Weg umsonst, inzwischen war ich es ja gewöhnt. Jedes Mal, wenn Probleme mit der rosaroten Brille waren, gab es von der Mütterlichen Seite totale Ignoranz. Auf der Rückbank saßen die rosarote Brille und mein Sohn, beide total frustriert. Also A----backen zusammen und über die nächste Hürde springen. Beide taten mir richtig leid. Also mein Vorschlag an die werdenden Eltern: „Was haltet ihr von IKEA?“
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