Montanara – Rastafari
black lives matter
EUR 32,90
Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 472
ISBN: 978-3-99130-767-9
Erscheinungsdatum: 25.09.2025
Montanara das missbrauchte Kind, klickt sich aus, sucht Zuflucht in den Bergen. Sie beginnt zu träumen, realisiert diese später. Wird Bergsteigerin, reist um die Welt, kehrt zurück, überwindet- stellt sich der Angst, überlebt und findet ihr Glück.
Vorwort
Die Geschichte Montanaras, der Inbegriff der Berge, die Landschaft, Schönheit, Veränderlichkeit, Herausforderungen, Gefahren und die Geschichten von vier Frauen über drei Jahrhunderte, eine Verbundenheit und Weisheit, die durch Liebe, Angst und Stärke weitergetragen werden. 1862–2025 … den Weg, den die Urgroßmutter, Großmutter, Mama und Mara gehen. Aus Liebe übernimmt das Kind die Weisheiten, jedoch auch die Angst der Ahnen und Vorfahren, kann sich diesen stellen oder sie verdrängen.
Montanara erschafft ihre persönliche Realität. Ihr Leben ist ihre Schöpfung. Es dient Montanara, zu erfahren, wer sie wirklich ist und sich zum Ausdruck zu bringen. Aus dem Nichts werden Leben und Realität erschaffen. Montanara wählt selber, was sie erschafft, bekommt Sinn und Bedeutung, wenn sie es in Existenz bringt. Mit der Geburt begibt sich Montanara in ein großes Abenteuer, in die Welt der großen Illusionen. Angst, Trennung, Zeit sind die Grundlagen dieser Erfahrungen. Die Erfahrungen bestimmen den Weg, den Montanara geht. Mit dem Bewusstsein nimmt sie an, was schon ist und sein wird, fühlen und erfahren.
Sie ist die Frau, die man nicht kennt, nicht sieht, nicht hört und nicht versteht. Die Frau, vor der man Angst hat, die schuld ist und lügt. Das ist die Reaktion der Mitmenschen, wenn man im 21. Jahrhundert den Mut hat, als Frau für Gerechtigkeit und Wahrheit einzustehen und Nein sagt. Dies ist eine klare Ansage und Abgrenzung, die die heutige Gesellschaft fordert und überfordert.
La Montanara oder auch Muntanara, munta nara, bedeutet verrückt, ja, sie muss doch wirklich verrückt sein, diesen Weg zu gehen, gegen den Strom zu schwimmen. Den Mut zu haben, im Abseits zu stehen und zuzusehen, was passiert. Deshalb kommt Mara sich vor wie die alte Bärin in Alaska, nein, doch klarer, die Bären, Wölfe, die in ihre Heimat vordringen, die man hier nicht will und die vertrieben oder zum Abschuss freigegeben werden sollen. Wahrheit und Gerechtigkeit will sie erfahren auf dieser Welt. Jedoch bemerkt sie bereits früh, dass hier einiges schiefläuft. Sie hat den Mut, hinzuschauen, zu kritisieren, wo andere wegschauen, Verantwortung zu übernehmen, für Kinder, die missbraucht, nicht geschult und ausgeschlossen werden, alte Leute, die man entmündigen will. Dabei riskiert sie viel, sehr viel, sogar das Leben und dies wohlverstanden in einem der reichsten und anscheinend kultiviertesten Länder dieser Erde. Ihr, dieser widerspenstigen Bärin, muss man sich entledigen – die Leute leben im 21. Jahrhundert, haben so viele Gesetze eingeführt, die heute vor allem die Machthaber, die Ausbeuter, die Täter und nicht die Opfer schützen. Für alles braucht man Beweise. Das iPhone ist omnipräsent, doch im lebensgefährlichsten Moment hat sie nicht die „Coolness“, den Jäger mit dem geladenen Gewehr, mit den Fingern auf dem Abzug, den Lauf auf ihren Bauch gerichtet, mit dem iPhone aufzunehmen. Bis auf 15 cm läuft er mit dem Gewehrlauf auf sie zu, das Visier gegen ihren Bauch gerichtet – wie schon oft geht ihr Stoßgebet zum Himmel. „Gott beschütze mich.“ Er tut es und sie überlebt. Sie denkt, es wird nicht mehr schlimmer, aber ein weiteres Kapitel wird erneut auf- und von ihr zugeschlagen. Eine Verleumdungsklage von ihren eigenen Brüdern, die seit Monaten andauert, aber jetzt nimmt dies ein neues Ausmaß an. Ihre Brüder werfen ihr vor, das Geld von ihrer verstorbenen Mutter genommen zu haben, über eine halbe Million. Verleumdung, Verachtung, Telefonterror, Stalking, Lügen, die Leute sind so dumm, glauben, was die Brüder sagen. Und das ganze Ausmaß einer Verleumdung, die sich im Dorf, der Region, im ganzen Tal verbreitet, muss sie im Moment ertragen. Aber sie weiß, je weniger sie wissen, desto mehr sie klagen. Dies alles hat nichts mit ihr zu tun. Also macht sie nichts und wartet, was passiert. Die Kunst des Lebens ist eben, nichts zu sagen, und diese beherrscht sie inzwischen meisterhaft. Weil sie auf die Anklagen und Angstmacherei, Drohungen, eine ganze Polizeischwadron auf sie anzusetzen, ihrer eigenen Brüder gar nicht reagiert, sei sie abgebrüht. Aber den Panzer, den sie sich in den vergangenen Jahren angelegt hat, kann von ihnen nicht mehr durchbrochen werden. Muntanara, ja, munta nara bedeutet eben verrückt! So ist sie eben, verrückt, nicht normal, nicht fassbar, alles und nichts ist klar. Mara ist, was sie denkt, auf der Reise durch ihr Leben. Das Ganze ist ein Spiel, ein Theater, ein Lustspiel, eine Komödie, eine Tragödie oder, wie auch das letzte Kapitel ihrer Brüder, ein Affentheater. In diesem Theater führt sie Regie, spielt mit, immer wieder in einer anderen Rolle, oder sie schaut zu und wenn es zu blöd wird, verlässt sie das Theater, den Körper und den Raum, das Haus, geht hinaus in die Berge, in ein anderes Land, auf einen anderen Kontinent oder einfach ans Meer. Sie ist flexibel, agil, lebt und realisiert ihre Träume. Das Positive trägt und das Negative lehrt, sie ist ein Optimist, der sehr kritisch ist. Motivation, Inspiration und Strategie tragen sie durchs Leben. Getragen wird sie durch ein starkes Urvertrauen, Lebenserfahrung und den Menschen, die sie lieben. Als kleines Kind der Berge beschäftigen sie folgende drei Fragen: „Wie kann ich den Gipfel erklimmen, auf dem Grat laufen und was liegt hinter dem Berggrat?“ Die folgenden Jahre werden zur Gratwanderung. Das Leben fordert sie und sie fordert das Leben. Je länger sie diesen Grat entlangläuft, desto stärker wird sie, mehr Fragen werden beantwortet. Aber es ist oft nicht das, was sie erwartet, und die Realität erschreckt sie immer wieder. Ihre Gratwanderung beginnt sehr früh, unbewusst geht sie wohl zu früh zu weit. Als sexuell missbrauchtes Kind im Alter von 8–9 Jahren steht sie plötzlich bereits am Abgrund des Lebens. Es ist vorbei, bevor es begonnen hat. Ausgeschlossen, alleine und beseelt von einer unglaublichen Angst. Instinktiv verlässt sie den Raum und den Körper und springt auf die Berge, die ihre Zuflucht sind und werden. Gott und wohl 1000 Engel müssen sie auf diesen Wegen tragen und beschützen. Wenn die Angst verfliegt, kehrt sie zurück. Ihr Leben nimmt unbemerkt eine Wende. Der Körper protestiert und rebelliert, die Ärzte verstehen es nicht. Es heißt also auch, alleine der seelischen Schmerzen und Angst Herr zu werden. Die Motivation, Inspiration und Strategie im Leben wie in den Bergen sind gefragt. Sich selber immer wieder überwinden, Eigenverantwortung zu übernehmen. Sie fordert das Leben und das Leben fordert sie, weil sie das Leben und die Menschen verstehen will. Dies treibt sie oft über den Rand und auch über den Abgrund hinaus. Mit der Zeit lernt sie, sich enorm schnell aus einer ausweglosen Situation zu katapultieren und wieder aufzustehen und weiterzugehen. Das Leben trägt sie hinaus in viele Länder und auf andere Kontinente unserer Welt. So lernt sie das Meer, die Wüste, die höchsten Berge und die schönsten Plätze auf der Erde und deren Menschen auf der ganzen Welt kennen. Neugierig, wie sie ist, öffnet sie auch den Blickwinkel auf die Schattenseiten, Diskriminierung, Verfolgung, Diktaturen, moderne Sklaverei, Ausbeutung, die verhungernden Mineure in Potosí, die Kinderbanden in Brasilien. Sie hat Kontakt zu den Rebellen, der Isquierda,(Linken/Opposition) den von Pinochet verfolgten Jugendlichen, ist in Argentinien im Gefängnis, weil sie eine Frau ist, und schlussendlich wird Interpol auf sie angesetzt, weil sie wohl wieder eine Grenze überschreitet. Agil, flexibel, interessiert, motiviert und inspiriert passt sie sich sehr schnell an und überwindet die jeweiligen Hindernisse, weil sie lernt, vor allem in lebensbedrohlichen Situationen zu agieren statt zu reagieren. So lebt sie mit ihren Gedanken und diese schaffen es auch, katastrophal diagnostizierte Krankheiten komplett auszuschalten. Die Ärzte verstehen jeweils nicht, dass sie entscheidet, zu leben statt zu sterben oder wieder aufzustehen, statt linksseitig gelähmt liegen zu bleiben. Weil sie Antworten haben will, fordert sie wohl viele Leute und überfordert sie – aber es ist ihr Weg. In der Bibel steht geschrieben: „Jesus sagte dem Blinden, mache die Augen auf, und er sah, dem Gelähmten, er solle aufstehen.“ So öffnet auch sie ihre Augen und überwindet jeweils die Erstarrung. Als Jesus verraten wird und auf dem Kreuzweg ist, sagt er, sie wüssten nicht, was sie täten. Ihre Brüder binden deren Mutter das Kreuz auf den bereits gebrochenen Rücken und erniedrigen sie mit übelster Repression. Sie wissen leider auch nicht, was sie ihrer eigenen Mutter angetan haben! Die Schuld fällt auf sie zurück – dies haben sie sich schlussendlich selber angetan.
„Indianergeschichten“
Brief an meine Geschwister
Liebe Brüder und Schwestern,
eurem Wunsch entsprechend entschuldige ich mich in aller Form bei euch, dass:
1. ich als eure Schwester geboren bin,
2. ich gelernt habe, Nein zu sagen,
3. ich für die Wahrheit und Gerechtigkeit einstehen kann,
4. ich Mama auf dem von euch auferlegten Kreuzweg beigestanden bin.
Bei der Geschichte des weisen Indianers des Bruders wird mir schlichtweg schlecht, zum Kotzen übel, und ich muss mich einfach nur übergeben, wenn ich daran denke, woher der Bruder von den Indianergeschichten inspiriert worden ist. Dieser hat seine Indianergeschichten wohl auch vom Bauern gehört und will jetzt diese, wie damals der Bauer, einsetzen, um sich vor allem in ein besseres Licht zu setzen. Aber ich will euch doch einfach nur sagen, worum es in Wirklichkeit geht. Ich erzähle euch jetzt eine Indianergeschichte, von der ihr nie wirklich erfahren habt, wie sie sich zugetragen hat. Vom großen Bruder war ich als Kleinkind fasziniert. Er war groß, stark und ein hübscher Junge. Ich dachte, er ist der große Bruder, der mich beschützt. Wo er hinging, wollte auch ich mitgehen. Ich wollte so sein wie er. So ist es auch geschehen, dass ich mit ihm zum Pädophilen, einem Großbauern im Dorf, in den Stall ging. Aber plötzlich, mein Bruder war weg, und ich war alleine mit dem Pädophilen. Damals war ich 8–9 Jahre alt. Der Pädophile hat mich sofort in seinen Bann gezogen. Er zeigte, wie man die kleinen Kälber mit Milch tränkt, und lenkte mich ab. Dabei hat er jeweils begonnen, Indianergeschichten zu erzählen. Ja, er sei gar dort gewesen, habe mit ihnen gelebt und gekämpft. Seine Fantasie spielte mit dem Kind, bis es sich total darin verfangen hatte. Ganz fasziniert verfolgte ich so die Erzählungen. Ja, er hat es sehr geschickt angepackt, mit seinen Indianergeschichten … aber plötzlich, ich weiß nicht, wie es geschah, hatte ich sein Glied in der Hand und musste ihn befriedigen bis zum Samenerguss. Ein anderes Mal musste ich sein Glied oral befriedigen. Die Indianergeschichten gingen immer weiter. Es ging immer weiter, ich konnte nicht mehr fliehen, war Opfer geworden. Mit seinem Mund beleckte er meine Scheide. Ein anderes Mal wollte er in mich eindringen, aber die Scheide war wohl zu eng. Ja, und dann erzählte er mir, was für ein Opfer er sei, von einem Brand, der ihm alles genommen habe. Und dann war da noch seine Frau, die Hexe, und wie böse und schlecht diese ihn behandle, aber ich verstehe ihn ja? Und er erzählte weiter, ja, zu ihm kämen viele Mädchen, eines sei auch manchmal da, für sie ist das normal, aber für mich war es einfach abscheulich … gemäß seiner Aussagen kamen ebenfalls verheiratete Frauen aus dem Dorf, die ihn begehrten, zu ihm, und diese ließen sogar ihre Töchter zu ihm kommen. Ich wusste nicht, was ich glauben sollte, war ich dann nicht normal oder was, wenn dies für mich nicht normal war? Es war widerlich, und mich ekelte dieser alte Mann an, aber er sagte, all dies sei vollkommen normal!!! Ich war 8–9 Jahre alt und eigentlich noch gar nicht aufgeklärt und war mit seiner sexuellen Gier total überfordert. Im Stall sagte er, der Stier mache es ja auch mit den Kühen, der Pädophile erfand immer mehr Geschichten, die einzig und alleine seinem Zweck dienten, mich wie die anderen Kinder gefügig zu machen und zu missbrauchen. Aber geködert hat er fast alle mit seinen Indianergeschichten. Er war clever und raffiniert, wie alle Pädophilen, und verstand es meisterhaft, sich als Opfer darzustellen. Und am Schluss gab er mir wie auch den anderen Mädchen Geld dafür. Hat uns alle in seine Schuld genommen, und die Indianergeschichten gingen weiter. Seine Frau, die Hexe, die wusste, was er tat, war ein hinterlistiges Weib. Sie hatte viel zu verbergen. Also wurden alle anderen Leute im ganzen Dorf in den Dreck gezogen, verspottet und als schlechte Leute hingestellt. Sie waren die Großbauern im Dorf, mit einem Traktor, einem Jeep und mit ihren Indianergeschichten. Und davon ließen sich der Bruder und die anderen Jungen, die alle gratis für den Pädophilen arbeiteten, weil er ihnen Komplimente machte, inspirieren und erledigten die Arbeit des Pädophilen, während er die Mädchen im Stall missbrauchte. Der Pädophile war ein exzellenter Schauspieler, er spielte seine Rollen jeweils bravourös. Aalglatt durchschlängelte er die Situationen, hielt alle zum Narren, seine Frau, seine Kinder und später missbrauchte er die eigenen Enkelinnen, die im selben Haus wohnten. Aber offensichtlich bemerkte dort, außer seiner Frau, der Hexe, niemand etwas davon!
In der Schockstarre nahm ich alles wahr, realisierte vollumfänglich was sich da abspielte. Wie seine Frau gab es aber auch Leute im Dorf, die davon wussten, und sie schwiegen, und ich fragte mich damals schon, warum? Aber die Antwort und die Quittung habe ich fast 40 Jahre später erhalten …
Für den Bruder war der Pädophile alles, ja, er war sein Mentor, und wir als seine Familie??? Dem Pädophilen, dem Indianer, musste geholfen werden und nicht unserem Papa. Meine beiden großen Brüder waren eben einfach nicht bereit, unserem Vater zu helfen, den Holzschlag auszumessen, und er musste andere Männer für diese Arbeit aufbieten und bezahlen.
Aber weiter zu meiner Geschichte: Und zu Hause fand ich keine Ruhe. Da war das Leben geprägt von Existenz-, Geldsorgen, und es ging ums Überleben. Könnt ihr es euch überhaupt vorstellen, was es heißt, mit einem missbrauchten Körper zu leben? Ich durchlitt Höllenqualen, Albträume in der Nacht und schämte mich, dass ich eine Bettnässerin war. Meine Seele weinte, und niemand bemerkte es. Ich musste zum Arzt. Wieder ein Mann, der mir noch mehr Angst machte. Wisst ihr, wie sich das anfühlt, wenn man als Bettnässerin vor dem Arzt steht? Für ihn musste ich ein Protokoll führen mit einer Sonne oder einem Regenschirm. Was hätte ich ihm sagen sollen, „ich habe Sorgen, ich bin missbraucht worden“? Aber ich habe geschwiegen und so auch die Schuld für das Bettnässen übernommen.
Eure verloren gegangene Schwester
Die Seele des missbrauchten Kindes
Sie werden in unsere Welt hineingeboren. Auf der Erde angekommen, gehen sie verloren. Gerne man nicht über diese Seelen spricht, was ich nicht sehen will, kümmert mich nicht. Das missbrauchte Kind seine Seele verliert, es weiß nicht, was mit ihm passiert. Verloren, ausgeschlossen, isoliert, alleine. Die Seele verliert sich, geht in eine andere Welt, ausgeschlossen, das Kind ist ganz auf sich alleine gestellt. Es sich selber isoliert, weil es in dieser Welt nicht mehr ist integriert. Es kann, was passiert ist, nicht vergessen, wird von einer teuflischen Angst besessen. Diese Angst vom Körper Besitz ergreift, durch den ganzen Körper mit diabolischen Klängen pfeift. Das Kind ist im Leben gestrandet, niemand bemerkt, dass es in der Hölle ist gelandet. Den sexuellen Akt kann es vielleicht vergessen, aber nicht seinen Körper, er ist besessen. Das Kind, es kann nicht darüber sprechen. Wird es an seinem Schicksal zerbrechen? Das Kind lädt sich große Schuld auf, nimmt vom Leben alles in Kauf. Der missbrauchte Körper hat keinen Wert, das Kind hofft, dass er sich zum Teufel schert. Es akzeptiert diesen Körper nicht, die Entwicklung unterbricht. Auch wenn es wollte, es kann nie mehr das sein, was es sollte. Es beginnt, vor diesen teuflischen Stimmen in die Berge zu fliehen, geht allein hinauf, schaut zu, wie die Wolken vorbeiziehen. Viele Gedanken begleiten das Kind, es so viele offene Fragen sind: „Wie soll ich mein Leben verstehen? Was ist mit mir geschehen? Warum sind diese Stimmen in mir? Warum sieht niemand die Angst in mir? Warum bin ich geboren worden? Das Leben ist ja voller Sorgen! Ich will nicht ich sein! Ich bin so allein. Ich kann das Leben nicht verstehen. muss weiter auf die Berge hinaufgehen. Der Sonne und dem Licht entgegen, mich in die andere Welt bewegen! Doch das Kind findet auch in der Nacht keine Ruh, es wird von Albträumen gequält, immerzu. Im Traum ein Mann nachts ins Zimmer steigt, vor dem Tisch stehen bleibt. Er nimmt etwas, das Kind vor Angst in der Nacht erwacht, das Bett ist ganz nass. Deshalb wird das Kind zum Arzt gebracht, wieder ein Mann, der dem Kind noch mehr Angst macht. Wie soll das Kind ihm sagen „ich habe große Sorgen, ich bin missbraucht worden“? Das Kind spricht darüber nicht, die Überforderung ihm die Rückenwirbel bricht. Wieder muss es zum Arzt gehen, die Ärzte können das Kind und den Schmerz immer noch nicht verstehen … wie der Riss in der Seele des Kindes ihnen verborgen blieb, die Diagnose dafür man erst viele Jahre später schrieb. Es ist geplagt von der Angst und dem Schmerz, was ist mein Leben noch wert? Frau will es nicht sein und auch nicht werden, vielleicht wäre es doch besser, einfach zu sterben. Und wenn das Kind in der Schule ist, es sich selber immer wieder vergisst. Worauf soll ich mich da nur konzentrieren? Was wird im Leben denn noch alles passieren? Das Kind ist vor sich selber auf der Flucht, es nach einem Ausweg sucht. Die Lehrer sind durch ihre eigenen Ängste befangen, was sollen sie da mit diesem störrischen Kind anfangen. Es sehr schnell alles kapiert und sofort registriert. Die errechneten Prüfungen es den Mitschülern kopiert. Was das Kind dann nicht versteht, weshalb der Lehrer es mit guten Noten verschont. Diese gibt er den anderen Schülern, so ungerecht ist es in seinem Leben. Wird dem Kind Unrecht getan, sagt es, dass es dies nicht mehr verzeihen kann. „Gestorben seid ihr für mich, ich brauche euch nicht.“ Der Pfarrer, der Lehrer und der Vater bitten, loszulassen, erzürnt denkt das Kind, mit mir kann man ja alles machen.
Das Urvertrauen in die Menschen verliert es, warum wird man eigentlich nur geboren? Wir müssen die Schule nur besuchen, um dem System zu dienen, das Einkommen für die Existenz zu verdienen. Das Kind hat Angst, Schmerzen und wird nicht verstanden, so geht es immer wieder auf die Berge.
Es gibt verschiedene Leute auf dieser Welt, das Kind für sie drei Kategorien erstellt.
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Die Geschichte Montanaras, der Inbegriff der Berge, die Landschaft, Schönheit, Veränderlichkeit, Herausforderungen, Gefahren und die Geschichten von vier Frauen über drei Jahrhunderte, eine Verbundenheit und Weisheit, die durch Liebe, Angst und Stärke weitergetragen werden. 1862–2025 … den Weg, den die Urgroßmutter, Großmutter, Mama und Mara gehen. Aus Liebe übernimmt das Kind die Weisheiten, jedoch auch die Angst der Ahnen und Vorfahren, kann sich diesen stellen oder sie verdrängen.
Montanara erschafft ihre persönliche Realität. Ihr Leben ist ihre Schöpfung. Es dient Montanara, zu erfahren, wer sie wirklich ist und sich zum Ausdruck zu bringen. Aus dem Nichts werden Leben und Realität erschaffen. Montanara wählt selber, was sie erschafft, bekommt Sinn und Bedeutung, wenn sie es in Existenz bringt. Mit der Geburt begibt sich Montanara in ein großes Abenteuer, in die Welt der großen Illusionen. Angst, Trennung, Zeit sind die Grundlagen dieser Erfahrungen. Die Erfahrungen bestimmen den Weg, den Montanara geht. Mit dem Bewusstsein nimmt sie an, was schon ist und sein wird, fühlen und erfahren.
Sie ist die Frau, die man nicht kennt, nicht sieht, nicht hört und nicht versteht. Die Frau, vor der man Angst hat, die schuld ist und lügt. Das ist die Reaktion der Mitmenschen, wenn man im 21. Jahrhundert den Mut hat, als Frau für Gerechtigkeit und Wahrheit einzustehen und Nein sagt. Dies ist eine klare Ansage und Abgrenzung, die die heutige Gesellschaft fordert und überfordert.
La Montanara oder auch Muntanara, munta nara, bedeutet verrückt, ja, sie muss doch wirklich verrückt sein, diesen Weg zu gehen, gegen den Strom zu schwimmen. Den Mut zu haben, im Abseits zu stehen und zuzusehen, was passiert. Deshalb kommt Mara sich vor wie die alte Bärin in Alaska, nein, doch klarer, die Bären, Wölfe, die in ihre Heimat vordringen, die man hier nicht will und die vertrieben oder zum Abschuss freigegeben werden sollen. Wahrheit und Gerechtigkeit will sie erfahren auf dieser Welt. Jedoch bemerkt sie bereits früh, dass hier einiges schiefläuft. Sie hat den Mut, hinzuschauen, zu kritisieren, wo andere wegschauen, Verantwortung zu übernehmen, für Kinder, die missbraucht, nicht geschult und ausgeschlossen werden, alte Leute, die man entmündigen will. Dabei riskiert sie viel, sehr viel, sogar das Leben und dies wohlverstanden in einem der reichsten und anscheinend kultiviertesten Länder dieser Erde. Ihr, dieser widerspenstigen Bärin, muss man sich entledigen – die Leute leben im 21. Jahrhundert, haben so viele Gesetze eingeführt, die heute vor allem die Machthaber, die Ausbeuter, die Täter und nicht die Opfer schützen. Für alles braucht man Beweise. Das iPhone ist omnipräsent, doch im lebensgefährlichsten Moment hat sie nicht die „Coolness“, den Jäger mit dem geladenen Gewehr, mit den Fingern auf dem Abzug, den Lauf auf ihren Bauch gerichtet, mit dem iPhone aufzunehmen. Bis auf 15 cm läuft er mit dem Gewehrlauf auf sie zu, das Visier gegen ihren Bauch gerichtet – wie schon oft geht ihr Stoßgebet zum Himmel. „Gott beschütze mich.“ Er tut es und sie überlebt. Sie denkt, es wird nicht mehr schlimmer, aber ein weiteres Kapitel wird erneut auf- und von ihr zugeschlagen. Eine Verleumdungsklage von ihren eigenen Brüdern, die seit Monaten andauert, aber jetzt nimmt dies ein neues Ausmaß an. Ihre Brüder werfen ihr vor, das Geld von ihrer verstorbenen Mutter genommen zu haben, über eine halbe Million. Verleumdung, Verachtung, Telefonterror, Stalking, Lügen, die Leute sind so dumm, glauben, was die Brüder sagen. Und das ganze Ausmaß einer Verleumdung, die sich im Dorf, der Region, im ganzen Tal verbreitet, muss sie im Moment ertragen. Aber sie weiß, je weniger sie wissen, desto mehr sie klagen. Dies alles hat nichts mit ihr zu tun. Also macht sie nichts und wartet, was passiert. Die Kunst des Lebens ist eben, nichts zu sagen, und diese beherrscht sie inzwischen meisterhaft. Weil sie auf die Anklagen und Angstmacherei, Drohungen, eine ganze Polizeischwadron auf sie anzusetzen, ihrer eigenen Brüder gar nicht reagiert, sei sie abgebrüht. Aber den Panzer, den sie sich in den vergangenen Jahren angelegt hat, kann von ihnen nicht mehr durchbrochen werden. Muntanara, ja, munta nara bedeutet eben verrückt! So ist sie eben, verrückt, nicht normal, nicht fassbar, alles und nichts ist klar. Mara ist, was sie denkt, auf der Reise durch ihr Leben. Das Ganze ist ein Spiel, ein Theater, ein Lustspiel, eine Komödie, eine Tragödie oder, wie auch das letzte Kapitel ihrer Brüder, ein Affentheater. In diesem Theater führt sie Regie, spielt mit, immer wieder in einer anderen Rolle, oder sie schaut zu und wenn es zu blöd wird, verlässt sie das Theater, den Körper und den Raum, das Haus, geht hinaus in die Berge, in ein anderes Land, auf einen anderen Kontinent oder einfach ans Meer. Sie ist flexibel, agil, lebt und realisiert ihre Träume. Das Positive trägt und das Negative lehrt, sie ist ein Optimist, der sehr kritisch ist. Motivation, Inspiration und Strategie tragen sie durchs Leben. Getragen wird sie durch ein starkes Urvertrauen, Lebenserfahrung und den Menschen, die sie lieben. Als kleines Kind der Berge beschäftigen sie folgende drei Fragen: „Wie kann ich den Gipfel erklimmen, auf dem Grat laufen und was liegt hinter dem Berggrat?“ Die folgenden Jahre werden zur Gratwanderung. Das Leben fordert sie und sie fordert das Leben. Je länger sie diesen Grat entlangläuft, desto stärker wird sie, mehr Fragen werden beantwortet. Aber es ist oft nicht das, was sie erwartet, und die Realität erschreckt sie immer wieder. Ihre Gratwanderung beginnt sehr früh, unbewusst geht sie wohl zu früh zu weit. Als sexuell missbrauchtes Kind im Alter von 8–9 Jahren steht sie plötzlich bereits am Abgrund des Lebens. Es ist vorbei, bevor es begonnen hat. Ausgeschlossen, alleine und beseelt von einer unglaublichen Angst. Instinktiv verlässt sie den Raum und den Körper und springt auf die Berge, die ihre Zuflucht sind und werden. Gott und wohl 1000 Engel müssen sie auf diesen Wegen tragen und beschützen. Wenn die Angst verfliegt, kehrt sie zurück. Ihr Leben nimmt unbemerkt eine Wende. Der Körper protestiert und rebelliert, die Ärzte verstehen es nicht. Es heißt also auch, alleine der seelischen Schmerzen und Angst Herr zu werden. Die Motivation, Inspiration und Strategie im Leben wie in den Bergen sind gefragt. Sich selber immer wieder überwinden, Eigenverantwortung zu übernehmen. Sie fordert das Leben und das Leben fordert sie, weil sie das Leben und die Menschen verstehen will. Dies treibt sie oft über den Rand und auch über den Abgrund hinaus. Mit der Zeit lernt sie, sich enorm schnell aus einer ausweglosen Situation zu katapultieren und wieder aufzustehen und weiterzugehen. Das Leben trägt sie hinaus in viele Länder und auf andere Kontinente unserer Welt. So lernt sie das Meer, die Wüste, die höchsten Berge und die schönsten Plätze auf der Erde und deren Menschen auf der ganzen Welt kennen. Neugierig, wie sie ist, öffnet sie auch den Blickwinkel auf die Schattenseiten, Diskriminierung, Verfolgung, Diktaturen, moderne Sklaverei, Ausbeutung, die verhungernden Mineure in Potosí, die Kinderbanden in Brasilien. Sie hat Kontakt zu den Rebellen, der Isquierda,(Linken/Opposition) den von Pinochet verfolgten Jugendlichen, ist in Argentinien im Gefängnis, weil sie eine Frau ist, und schlussendlich wird Interpol auf sie angesetzt, weil sie wohl wieder eine Grenze überschreitet. Agil, flexibel, interessiert, motiviert und inspiriert passt sie sich sehr schnell an und überwindet die jeweiligen Hindernisse, weil sie lernt, vor allem in lebensbedrohlichen Situationen zu agieren statt zu reagieren. So lebt sie mit ihren Gedanken und diese schaffen es auch, katastrophal diagnostizierte Krankheiten komplett auszuschalten. Die Ärzte verstehen jeweils nicht, dass sie entscheidet, zu leben statt zu sterben oder wieder aufzustehen, statt linksseitig gelähmt liegen zu bleiben. Weil sie Antworten haben will, fordert sie wohl viele Leute und überfordert sie – aber es ist ihr Weg. In der Bibel steht geschrieben: „Jesus sagte dem Blinden, mache die Augen auf, und er sah, dem Gelähmten, er solle aufstehen.“ So öffnet auch sie ihre Augen und überwindet jeweils die Erstarrung. Als Jesus verraten wird und auf dem Kreuzweg ist, sagt er, sie wüssten nicht, was sie täten. Ihre Brüder binden deren Mutter das Kreuz auf den bereits gebrochenen Rücken und erniedrigen sie mit übelster Repression. Sie wissen leider auch nicht, was sie ihrer eigenen Mutter angetan haben! Die Schuld fällt auf sie zurück – dies haben sie sich schlussendlich selber angetan.
„Indianergeschichten“
Brief an meine Geschwister
Liebe Brüder und Schwestern,
eurem Wunsch entsprechend entschuldige ich mich in aller Form bei euch, dass:
1. ich als eure Schwester geboren bin,
2. ich gelernt habe, Nein zu sagen,
3. ich für die Wahrheit und Gerechtigkeit einstehen kann,
4. ich Mama auf dem von euch auferlegten Kreuzweg beigestanden bin.
Bei der Geschichte des weisen Indianers des Bruders wird mir schlichtweg schlecht, zum Kotzen übel, und ich muss mich einfach nur übergeben, wenn ich daran denke, woher der Bruder von den Indianergeschichten inspiriert worden ist. Dieser hat seine Indianergeschichten wohl auch vom Bauern gehört und will jetzt diese, wie damals der Bauer, einsetzen, um sich vor allem in ein besseres Licht zu setzen. Aber ich will euch doch einfach nur sagen, worum es in Wirklichkeit geht. Ich erzähle euch jetzt eine Indianergeschichte, von der ihr nie wirklich erfahren habt, wie sie sich zugetragen hat. Vom großen Bruder war ich als Kleinkind fasziniert. Er war groß, stark und ein hübscher Junge. Ich dachte, er ist der große Bruder, der mich beschützt. Wo er hinging, wollte auch ich mitgehen. Ich wollte so sein wie er. So ist es auch geschehen, dass ich mit ihm zum Pädophilen, einem Großbauern im Dorf, in den Stall ging. Aber plötzlich, mein Bruder war weg, und ich war alleine mit dem Pädophilen. Damals war ich 8–9 Jahre alt. Der Pädophile hat mich sofort in seinen Bann gezogen. Er zeigte, wie man die kleinen Kälber mit Milch tränkt, und lenkte mich ab. Dabei hat er jeweils begonnen, Indianergeschichten zu erzählen. Ja, er sei gar dort gewesen, habe mit ihnen gelebt und gekämpft. Seine Fantasie spielte mit dem Kind, bis es sich total darin verfangen hatte. Ganz fasziniert verfolgte ich so die Erzählungen. Ja, er hat es sehr geschickt angepackt, mit seinen Indianergeschichten … aber plötzlich, ich weiß nicht, wie es geschah, hatte ich sein Glied in der Hand und musste ihn befriedigen bis zum Samenerguss. Ein anderes Mal musste ich sein Glied oral befriedigen. Die Indianergeschichten gingen immer weiter. Es ging immer weiter, ich konnte nicht mehr fliehen, war Opfer geworden. Mit seinem Mund beleckte er meine Scheide. Ein anderes Mal wollte er in mich eindringen, aber die Scheide war wohl zu eng. Ja, und dann erzählte er mir, was für ein Opfer er sei, von einem Brand, der ihm alles genommen habe. Und dann war da noch seine Frau, die Hexe, und wie böse und schlecht diese ihn behandle, aber ich verstehe ihn ja? Und er erzählte weiter, ja, zu ihm kämen viele Mädchen, eines sei auch manchmal da, für sie ist das normal, aber für mich war es einfach abscheulich … gemäß seiner Aussagen kamen ebenfalls verheiratete Frauen aus dem Dorf, die ihn begehrten, zu ihm, und diese ließen sogar ihre Töchter zu ihm kommen. Ich wusste nicht, was ich glauben sollte, war ich dann nicht normal oder was, wenn dies für mich nicht normal war? Es war widerlich, und mich ekelte dieser alte Mann an, aber er sagte, all dies sei vollkommen normal!!! Ich war 8–9 Jahre alt und eigentlich noch gar nicht aufgeklärt und war mit seiner sexuellen Gier total überfordert. Im Stall sagte er, der Stier mache es ja auch mit den Kühen, der Pädophile erfand immer mehr Geschichten, die einzig und alleine seinem Zweck dienten, mich wie die anderen Kinder gefügig zu machen und zu missbrauchen. Aber geködert hat er fast alle mit seinen Indianergeschichten. Er war clever und raffiniert, wie alle Pädophilen, und verstand es meisterhaft, sich als Opfer darzustellen. Und am Schluss gab er mir wie auch den anderen Mädchen Geld dafür. Hat uns alle in seine Schuld genommen, und die Indianergeschichten gingen weiter. Seine Frau, die Hexe, die wusste, was er tat, war ein hinterlistiges Weib. Sie hatte viel zu verbergen. Also wurden alle anderen Leute im ganzen Dorf in den Dreck gezogen, verspottet und als schlechte Leute hingestellt. Sie waren die Großbauern im Dorf, mit einem Traktor, einem Jeep und mit ihren Indianergeschichten. Und davon ließen sich der Bruder und die anderen Jungen, die alle gratis für den Pädophilen arbeiteten, weil er ihnen Komplimente machte, inspirieren und erledigten die Arbeit des Pädophilen, während er die Mädchen im Stall missbrauchte. Der Pädophile war ein exzellenter Schauspieler, er spielte seine Rollen jeweils bravourös. Aalglatt durchschlängelte er die Situationen, hielt alle zum Narren, seine Frau, seine Kinder und später missbrauchte er die eigenen Enkelinnen, die im selben Haus wohnten. Aber offensichtlich bemerkte dort, außer seiner Frau, der Hexe, niemand etwas davon!
In der Schockstarre nahm ich alles wahr, realisierte vollumfänglich was sich da abspielte. Wie seine Frau gab es aber auch Leute im Dorf, die davon wussten, und sie schwiegen, und ich fragte mich damals schon, warum? Aber die Antwort und die Quittung habe ich fast 40 Jahre später erhalten …
Für den Bruder war der Pädophile alles, ja, er war sein Mentor, und wir als seine Familie??? Dem Pädophilen, dem Indianer, musste geholfen werden und nicht unserem Papa. Meine beiden großen Brüder waren eben einfach nicht bereit, unserem Vater zu helfen, den Holzschlag auszumessen, und er musste andere Männer für diese Arbeit aufbieten und bezahlen.
Aber weiter zu meiner Geschichte: Und zu Hause fand ich keine Ruhe. Da war das Leben geprägt von Existenz-, Geldsorgen, und es ging ums Überleben. Könnt ihr es euch überhaupt vorstellen, was es heißt, mit einem missbrauchten Körper zu leben? Ich durchlitt Höllenqualen, Albträume in der Nacht und schämte mich, dass ich eine Bettnässerin war. Meine Seele weinte, und niemand bemerkte es. Ich musste zum Arzt. Wieder ein Mann, der mir noch mehr Angst machte. Wisst ihr, wie sich das anfühlt, wenn man als Bettnässerin vor dem Arzt steht? Für ihn musste ich ein Protokoll führen mit einer Sonne oder einem Regenschirm. Was hätte ich ihm sagen sollen, „ich habe Sorgen, ich bin missbraucht worden“? Aber ich habe geschwiegen und so auch die Schuld für das Bettnässen übernommen.
Eure verloren gegangene Schwester
Die Seele des missbrauchten Kindes
Sie werden in unsere Welt hineingeboren. Auf der Erde angekommen, gehen sie verloren. Gerne man nicht über diese Seelen spricht, was ich nicht sehen will, kümmert mich nicht. Das missbrauchte Kind seine Seele verliert, es weiß nicht, was mit ihm passiert. Verloren, ausgeschlossen, isoliert, alleine. Die Seele verliert sich, geht in eine andere Welt, ausgeschlossen, das Kind ist ganz auf sich alleine gestellt. Es sich selber isoliert, weil es in dieser Welt nicht mehr ist integriert. Es kann, was passiert ist, nicht vergessen, wird von einer teuflischen Angst besessen. Diese Angst vom Körper Besitz ergreift, durch den ganzen Körper mit diabolischen Klängen pfeift. Das Kind ist im Leben gestrandet, niemand bemerkt, dass es in der Hölle ist gelandet. Den sexuellen Akt kann es vielleicht vergessen, aber nicht seinen Körper, er ist besessen. Das Kind, es kann nicht darüber sprechen. Wird es an seinem Schicksal zerbrechen? Das Kind lädt sich große Schuld auf, nimmt vom Leben alles in Kauf. Der missbrauchte Körper hat keinen Wert, das Kind hofft, dass er sich zum Teufel schert. Es akzeptiert diesen Körper nicht, die Entwicklung unterbricht. Auch wenn es wollte, es kann nie mehr das sein, was es sollte. Es beginnt, vor diesen teuflischen Stimmen in die Berge zu fliehen, geht allein hinauf, schaut zu, wie die Wolken vorbeiziehen. Viele Gedanken begleiten das Kind, es so viele offene Fragen sind: „Wie soll ich mein Leben verstehen? Was ist mit mir geschehen? Warum sind diese Stimmen in mir? Warum sieht niemand die Angst in mir? Warum bin ich geboren worden? Das Leben ist ja voller Sorgen! Ich will nicht ich sein! Ich bin so allein. Ich kann das Leben nicht verstehen. muss weiter auf die Berge hinaufgehen. Der Sonne und dem Licht entgegen, mich in die andere Welt bewegen! Doch das Kind findet auch in der Nacht keine Ruh, es wird von Albträumen gequält, immerzu. Im Traum ein Mann nachts ins Zimmer steigt, vor dem Tisch stehen bleibt. Er nimmt etwas, das Kind vor Angst in der Nacht erwacht, das Bett ist ganz nass. Deshalb wird das Kind zum Arzt gebracht, wieder ein Mann, der dem Kind noch mehr Angst macht. Wie soll das Kind ihm sagen „ich habe große Sorgen, ich bin missbraucht worden“? Das Kind spricht darüber nicht, die Überforderung ihm die Rückenwirbel bricht. Wieder muss es zum Arzt gehen, die Ärzte können das Kind und den Schmerz immer noch nicht verstehen … wie der Riss in der Seele des Kindes ihnen verborgen blieb, die Diagnose dafür man erst viele Jahre später schrieb. Es ist geplagt von der Angst und dem Schmerz, was ist mein Leben noch wert? Frau will es nicht sein und auch nicht werden, vielleicht wäre es doch besser, einfach zu sterben. Und wenn das Kind in der Schule ist, es sich selber immer wieder vergisst. Worauf soll ich mich da nur konzentrieren? Was wird im Leben denn noch alles passieren? Das Kind ist vor sich selber auf der Flucht, es nach einem Ausweg sucht. Die Lehrer sind durch ihre eigenen Ängste befangen, was sollen sie da mit diesem störrischen Kind anfangen. Es sehr schnell alles kapiert und sofort registriert. Die errechneten Prüfungen es den Mitschülern kopiert. Was das Kind dann nicht versteht, weshalb der Lehrer es mit guten Noten verschont. Diese gibt er den anderen Schülern, so ungerecht ist es in seinem Leben. Wird dem Kind Unrecht getan, sagt es, dass es dies nicht mehr verzeihen kann. „Gestorben seid ihr für mich, ich brauche euch nicht.“ Der Pfarrer, der Lehrer und der Vater bitten, loszulassen, erzürnt denkt das Kind, mit mir kann man ja alles machen.
Das Urvertrauen in die Menschen verliert es, warum wird man eigentlich nur geboren? Wir müssen die Schule nur besuchen, um dem System zu dienen, das Einkommen für die Existenz zu verdienen. Das Kind hat Angst, Schmerzen und wird nicht verstanden, so geht es immer wieder auf die Berge.
Es gibt verschiedene Leute auf dieser Welt, das Kind für sie drei Kategorien erstellt.
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