Cover: Der kleine „Wonnegau(n)er"

Der kleine „Wonnegau(n)er"
Der Lausbub, mit seinem Schutzengel, auf dem Weg in die Pfalz, seine große Liebe zu finden


EUR 24,90

Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 366
ISBN: 978-3-7116-0259-6
Erscheinungsdatum: 26.02.2025
Der kleine „Wonnegau(n)er“ erzählt die Lebensgeschichte eines Menschen, der durch Ehrgeiz, Ausdauer, Disziplin und Zuversicht jede Menge Hindernisse überwindet und letztendlich sowohl im Privatleben als auch im Beruf seine Erfüllung findet.
Vorwort


Dieses Buch handelt von einem Jungen des Jahrgangs 1946 aus dem „Wonnegau“ in Rheinhessen auf seinem langen Weg in die „Pfalz“, der letztendlich dort sein großes Glück in der Liebe und gute Freunde findet.
Viele Hindernisse gab es bis dorthin zu überwinden, die er jedoch ohne seinen Schutzengel, seinen Glauben und Ehrgeiz, seiner Ehrfurcht, Demut sowie Ausdauer, Disziplin und Zuversicht, seinem Fleiß und seiner absoluten Loyalität sowie Standhaftigkeit wohl nie hätte unversehrt überwinden können.
Hier wiedergegebene – weder ersonnene, noch ersponnene – tatsächlich so geschehene Anekdoten und Ereignisse, die den Leser zum Nachdenken, Verstehen und Lernen animieren sollen, zeigen, wie ein Mensch, der nicht unbedingt das große „Wirtschaftswunder“ hat auskosten können, geradeaus seinen Weg gemacht hat, indem er Missgunst und Neid gegenüber anderen nie hat aufkommen lassen und sich seine eigene Existenz mit Sparsamkeit, starkem Willen und Durchhaltevermögen geschaffen hat.
Der Leser wird auf Inhalte aufmerksam gemacht, die nicht als ganz jugendfrei eingestuft werden könnten und gebeten, eine gewisse FSK in Erwägung zu ziehen. Da nichts, aber auch gar nichts weder geschönt noch verharmlost, absolut identisch ist, weist der Autor darauf hin, dass es beim Lesen zu Schmunzeln, Lachen, Tränen, Augenzwinkern, Kopfschütteln sowie Kopfnicken, Verständnis und Unverständnis, sogar zum mit dem Zeigefinger an die Stirn tippen kommen kann.
Dennoch, viel Spaß beim Lesen!




Der kleine „Wonnegau(n)er“


„Vom Lausbub, durch seine große Liebe in der Pfalz,
zum Allroundtalent, Buchautor und Schriftsteller“.
(Freude, Leid, Glück und Gottes Fügung)
Auto-Biografie eines 1946ers

Schon vor einigen Jahren fasste ich den Entschluss, für meine nachfolgenden Generationen die eine oder andere Anekdote niederzuschreiben, von der ich meine, sie unbedingt weitergeben zu müssen, da sich darin so manche lustige, bedenkliche, öfter auch gefährliche Situation widerspiegelt.
Ganz klar, dass der mittlerweile große und schon etwas ältere Junge, Helmut, also meine Wenigkeit, aus dem Wonnegau, einem kleinen Bezirk in Rheinhessen, Rheinland-Pfalz, sich nicht mehr an seine allerersten Lebenstage und Lebensjahre zurückerinnern kann, über die Zeit, so weit sein Langzeitgedächtnis jedoch zurückreicht und das ist, so finde ich, bis zum dritten Lebensjahr schon ganz beträchtlich, soll hier berichtet werden.
Mit meiner Geburt am 21.08.1946 als Sohn eines Schreinermeisters und einer in den Kriegswirren in einer Lederfabrik in Worms gelernten Laborantin und späteren Hausfrau und „Mädchen für Alles“ wurden mir zwar nicht die allerbesten, verhältnismäßig aber doch ganz annehmbare Voraussetzungen mit in die „Wiege“ gelegt.
Mit einer „Wiege“, einem vom Vater selbst gebauten Kinderbettchen, in dem auch ich und meine zwei Jahre ältere Schwester schon liegen durften, begannen meine Erinnerungen, die mich mein ganzes Leben lang begleiteten.




Die Geburt meines Bruders


Zuerst wurde meine zwei Jahre ältere Schwester und ich von unseren Eltern nahezu dazu gedrängt, Zucker über die weiß lackierte, einige Lackschäden aufweisende Fensterbank ihres Schlafzimmers nach draußen zu streuen, damit der Klapperstorch kommen möge, uns doch bitte noch ein Brüderchen oder Schwesterchen zu bringen. Dann sollte meine Schwester für ein paar Tage zu Tante Mariechen in unserem Wohnort und ich zur Tante Katharina nach Zell in der Pfalz gebracht werden, da es unser Geschwisterchen sehr eilig hatte auf die Welt zu kommen und die Geburt im Haus vonstatten gehen sollte.
Meine Schwester hatte überhaupt nichts dagegen einzuwenden zu dieser Tante zu gehen, erinnerte sie sich doch sehr genau an die guten Sachen, die es dort stets zu essen gab, während ich mich mit aller Macht sträubte, in die Pfalz, nach Zell, zu reisen.
Noch heute habe ich es vor Augen, wie ich den mit weißen Kalksteinen übersäten Weg des Berghangs, an dem das Haus meiner Tante stand, hinunter auf eine dicht bewachsene Hecke zu rannte, um wieder nach Hause zu gelangen. Doch es nutzte nichts, denn bald hatte man mich wieder eingeholt und zurückgebracht. Kein Tränchen und Betteln konnte es verhindern, dass ich bei meiner Tante bleiben musste. Na ja, mit der Zeit gefiel es mir da sogar und trotz des zur Schlafenszeit unheimlichen, schrillen Pfeifens und Heulens des Windes, in den Drähten einer Freileitung, die direkt vor dem Haus und dem Schlafzimmerfenster entlang verlief, dachte ich überhaupt nicht mehr an zu Hause. Vielleicht war es ja auch der überaus nette Onkel Emil, der mich mit seinem lustigen Trillerpfeifen, dem rollenden Gesang eines Kanarienvogels gleich, ganz ohne Hilfsmittel, und mit seinen sonstigen Späßen immer wieder zum Lachen brachte? Auch die unterschiedlichsten Holzklötzchen, mitunter bunt, mal rund oder eckig, mal mit und mal ohne Loch, die er mir aus der nahegelegenen Möbelfabrik, in der er arbeitete, mitbrachte, begeisterten mich stets aufs Neue.
Oder war es gar der feine Geruch, den ich ständig in der Nase hatte und dessen Ursprung ich unbedingt nachgehen musste?
Es war das Stück Seife, das die Tante benutzte, mich zu waschen. – Pfui! Das schmeckte aber gar nicht so wie es roch und in hohem Bogen spuckte ich aus, was ich da heimlich, genüsslich probieren wollte. Und dennoch schmeckte und roch diese Seife, so kam mir ins Gedächtnis, total anders als unsere daheim. Unsere Seife war auch nicht so schön farbig, wie die der Tante, es handelte sich dabei um die, in damaligen Haushalten überall vorzufindende Kernseife.
Es war eine der ersten Erfahrungen, die ich in meinem Leben machen musste, nämlich, dass nicht alles so gut schmeckt, wie es riecht oder aussieht.
So vergingen die wenigen Tage bei Onkel Emil und Tante Katharina, auch Tante Käthchen genannt, und ich sollte wieder nach Hause. Zurücklassen die schöne Aussicht über das Zeller-Tal, den lieben trällernden Onkel und die sehbehinderte Tante mit ihrer Brille und den sehr starken Gläsern, die ihre Augen ganz klein zu sein schienen ließ und natürlich mit ihrer wohlriechenden Seife. „Da wirst du aber unsere süßen Trauben gar nicht mehr essen können, wenn du jetzt schon heim gehst!“, waren die Worte meines Onkels, indem er auf die sich bereits bildenden Früchte an den sattgrünen Reben des Weinstockes, die den ganzen Hof an dafür gespannten Drähten überrankten, zeigte. „Aber du musst mir versprechen, wiederzukommen, wenn die Trauben reif sind“, meinte er ergänzend und mit seinem unvergleichlichen lieben Lächeln.
Ja, es war doch sehr schön hier im Hof und im kühlenden Schatten unter dem Blätterdach aus Weintraubenlaub im Juli 1950, ich hatte mich sehr sehr wohl gefühlt.
Wieder zu Hause angekommen, durfte ich gleich mein Brüderchen sehen. Ach, war das so lieb und knuddelig, mit dem werde ich bestimmt noch sehr viel Spaß haben, dachte ich und war gleichzeitig sehr besorgt um meine Mama, die im Bett lag und krank zu sein schien: „Warum liegst du denn im Bett, Mama?“, fragte ich sie, „Bist du sehr krank?“ „Der Klapperstorch hat mich ins Bein gebissen“, waren ihre Worte, wobei sie mir ihr sehr dick umwickeltes Bein zeigte: „Das geht aber bald wieder vorüber und die Mama ist ganz schnell wieder gesund. Da musst du dir gar keine Sorgen machen“.
Zwar war ich durch diese Worte etwas beruhigt, von da an musste ich aber annehmen, dass Klapperstörche gar nicht so harmlos sind, wie man mir immer erzählt hatte. Wäre mir dies etwas früher bewusst gewesen, ich hätte ganz bestimmt keinen Zucker auf die Fensterbank gestreut.
Später erfuhr ich, dass es sich bei der damaligen Bettlägerigkeit meiner Mutter um eine Venenentzündung im rechten Bein handelte.
Oft noch krabbelte ich die steile Stiege mit ihren grauen Stufen und dem knallroten Handlauf empor ins Elternschlafzimmer, um nach Mama und dem Brüderchen zu sehen.
Außer dem braunen massiven Holz-Doppelbett, den beiden Nachttischchen daneben, die zusammen die ganze Breite des Schlafzimmers einnahmen, dem riesigen Kleiderschrank, dessen Tür, ganz links, oft von alleine aufging und dabei schrecklich knarrte und quietschte, dem Kinderbettchen und einem grünen Ofen in der Ecke, fiel mir ein Kreuz mit Korpus und ein Bild ganz besonders auf, welche immer wieder meinen Blick auf sich zogen. Auf meine Frage, was das wohl wäre, meinte Mama: „Das ist ein Kreuz und da hängt das liebe Gottchen dran.“ „Und warum hängt das daran?“, wollte ich wissen. „Den haben die bösen Männer da dran gemacht“, erwiderte sie.
So ging das Frage- und Antwortspiel noch eine Weile weiter und ich konnte trotz der vielen Antworten nicht verstehen, um was es sich eigentlich dabei handelte. Eines aber habe ich noch in Erinnerung, dass es mich immer wieder grauste, wenn ich das Kreuz betrachtete.
Ganz anders war, wie das Bild auf mich wirkte. Es zeigte eine Berglandschaft mit einem reißenden Fluss und einer Brücke, über die ein Junge und ein Mädchen gehen, begleitet von einem großen menschlichen Wesen mit riesigen Flügeln und einer sehr liebevollen Ausstrahlung. Ob es sich dabei um einen Mann oder eine Frau handelte, war nicht erkennbar. Die Brücke war stark beschädigt. Es fehlten einzelne Bretter im Boden und andere, auch tragende Teile, waren sogar angebrochen. Und, als müsste man den Kindern zurufen, nicht darüber zu gehen, schienen sie sich in der Obhut der Begleitung absolut sicher zu fühlen.
Das sei ein Schutzengel, der die Kinder sicher über die Brücke geleitetet und immer bei ihnen ist, damit nichts Schlimmes passiert. Diese Erklärung und dass er auch bei jedem Menschen zugegen sei und auf ihn aufpasste, wollte mir lange nicht in den Sinn kommen. Denn erstens hatte ich nie die Anwesenheit eines Engels verspürt und zweitens, wenn da einer gewesen sein sollte, musste es ein ganz besonderer gewesen sein. Es kam mir nämlich ein Leben lang so vor, als führte dieser mich bewusst ins Unheil, um mich dann wieder genussvoll da herauszuholen.
Ja, so wie der Engel trotz der offensichtlichen Gefahr mit den Kindern über die Brücke geht, anstatt sie davon abzuhalten und einen anderen Weg zu suchen, so ähnlich erging es mir sehr oft im Leben. Zuerst in eine missliche Lage gelangen und wenn wieder draußen meinen, na, wieder einmal Glück gehabt – Oder hatte ich dieses Glück einzig und allein meinem Schutzengel zu verdanken?




Papa der Künstler


Ja, mein Papa war in meinen Augen ein Künstler. Er konnte sehr schön zeichnen und malen. Ganz besonders gefielen mir die Portraits, die er von uns Kindern kreierte. Ein Bild malte er auf unser Bitten hin immer wieder gerne, und zwar einen Mann mit sehr langen Haaren und einem Herzen auf der Brust, was er dann das „Herz Jesu“ nannte. Auch Tierköpfe, wie zum Beispiel einen Pferdekopf, vermochte er perfekt zu zeichnen, wobei wir Kinder das Werden durch nur ein paar Striche gespannt mitverfolgten.
Nicht nur den Weg des Stiftes auf dem Papier hatte ich stets im Auge, auch wie Papa sich dabei verhielt, hatte mir großen Spaß bereitet, ja, manchmal musste ich sogar darüber lachen.
Als zeichnete er Bilder in die Luft, kreiste er mehrmals über dem Papier, bis endlich mal ein Strich zu sehen war. Auch sein Mund, den er dabei ganz zuspitzte, sah ziemlich ulkig aus. Übrigens nicht nur über seinen Mund, auch über seine dicke, große Nase, die wie eine reife Erdbeere aussah, und seine großen, abstehenden Ohren, wovon das linke etwas mehr abstand als das rechte, machte ich mich ständig lustig. Und wenn ich ihn deswegen ansprach, auch ob er an dem einen Ohr öfter einmal von seinem Lehrer gezogen worden wäre, weil er nicht artig war, meinte er lachend: „Warte nur einmal ab, bestimmt hast du das alles von mir vererbt bekommen!“, und, dass ihn sein Lehrer ganz bestimmt nicht misshandelt hätte, da er ein sehr braver Junge gewesen sei. Im Nachhinein muss ich gestehen, dass er mit seiner Vererbungs-Vermutung nicht einmal allzu sehr Unrecht hatte. „Gib doch Papa mal ein Küsschen!“ Oh je, wenn Mama darum bat, verspürte ich eher eine große Abneigung, dies zu tun. Nach einigem Zögern gab ich ihm aber ihr zuliebe oft trotz der sehr stacheligen Angelegenheit, seiner rauen Bartstoppeln wegen, dann doch einen Schmatzer.
Ja, es war eigentlich immer wieder ein sehr schönes Beisammensein auf engstem Raume. Über Jahre hinweg war unsere Küche zugleich auch Wohnzimmer. Ganz in der linken hinteren Ecke stand ein Kanapee, vornehmlich für Papas Mittagsschläfchen. Davor ein großer Tisch mit fünf Stühlen und über diesem hing eine sehr praktische Zuglampe an der Decke. Rechts in der hinteren Ecke befand sich ein Wasserhahn mit einer Spüle und einem Unterschrank, an der nicht nur Geschirr gespült, sondern sich auch gewaschen wurde. Ein Warmwasserboiler sorgte dafür, dass stets und schnell warmes Wasser zur Stelle war. Rechts vorne stand ein großer emaillierter Kohleherd mit vier Kochplatten, einem Backofen und rechts oben darüber ein Wasserbehälter mit Deckel, auch Schiffchen genannt. Ein silbernes Ofenrohr, das gelegentlich, nach dem Bepinseln mit Silberbronze, ganz ekelig stank, ragte bis fast zur Decke aus dem Herd empor und mündete rechts in den Schornstein. Links neben dem Herd, dort wo später einmal ein Kühlschrank hinkommen sollte, stand ein kleines Schränkchen, auf dem sich ein Elektrokocher mit zwei Platten befand. Des Weiteren hing in der Ecke hinten an der linken Außenwand eine Uhr und unweit davon gegenüber der Eingangstür ein Kreuz an der Wand. Links vorne, neben der Eingangstür, stand ein Küchenschrank und daneben hing, ganz hinten in der Ecke, ein kleiner Medizinschrank. Nicht weit davon war, in etwa 1,80 Meter Höhe, eine Konsole für ein Radio angebracht. Ja, und ein wahres Wunder damals, ein Radio gab es auch. Der Fußboden war mit Kiefernholzbohlen belegt und musste von Zeit zu Zeit eingewachst und mit einem großen weichem Drahtschwamm gebohnert werden, was durch den sehr starken Wachsgeruch in der ganzen Wohnung eine gewisse Festtagsstimmung aufkommen ließ, da diese Aktion hauptsächlich kurz vor großen Festen und Feiertagen vorgenommen worden ist.
Eigentlich war alles vorhanden, was man zum Leben brauchte. Nur Oma, Papas Mutter, die mit nahezu 80 Jahren mit im Haus wohnte und von den wenigen Zimmern zwei für sich beanspruchte, konnte durch ihre herrische Art gelegentlich dieses Idyll gewaltig stören. Stets hatte sie etwas zu bemängeln, indem sie mit den sich ständig wiederholenden Worten: „Ach Gott – ach Gott“ in ihren Filzpantoffeln (Schlappen) in der Wohnung hin und her schlurfte. Mama war für sie einzig und alleine nur da, ihr eine Magd zu sein, dabei hatte sie genug mit uns Kindern zu tun. Sie kümmerte sich nebenbei noch um den Garten, die Arbeiten auf den Äckern, das zu versorgende Hausschwein und alle übrigen Hausarbeiten. Auch wenn ihr Papa aus seiner Schreinerwerkstatt auf dem hinteren Teil unseres Anwesens zurief, dass er Hilfe benötigte, war sie stets zur Stelle.
Oma hatte eigentlich mit ihren beiden Zimmern ihr eigenes Reich. Ein kleines Zimmer als Küche und Wohnzimmer und einen größeren Raum als Schlafzimmer.
Sie hatte schon sehr früh ihren Mann verloren, konnte jedoch mit einer kleinen Nebenerwerbslandwirtschaft ihre beiden Söhne einen soliden Beruf, nämlich Bau und Möbelschreiner, erlernen und die Meisterprüfung machen lassen. Papa eröffnete im Heimatort und sein älterer Bruder in einem nicht weit entfernten Städtchen, Pfeddersheim, eine Schreinerei.




Die Schreinerei


Nicht einfach war es für meinen Vater, die sehr kleine Schreinerwerkstatt seines Vaters, die noch ein echter Handwerksbetrieb war, so zu erweitern, dass auch größere Maschinen aufgestellt werden konnten. Nötig war der Abriss des alten Kuhstalls und die Errichtung eines Anbaus.
Einige Werkzeuge hatte mein Vater von Großvater übernehmen können, als da waren: Eine Werkbank, mehrere Hobel, Handsägen, Stemmeisen, Schraubzwingen und einiges mehr.
Noch gut kann ich mich an das Betonieren des Werkstattbodens und des Sockels für den Motor der Hobelmaschine erinnern. „Was macht ihr denn da?“, fragte ich Papa und Onkel Hans, der in einer Maschinenfabrik in Worms arbeitete. „Wir machen Öl“, war die Antwort und ich bemerkte auch sofort, dass sie an den neuen Motor eine Maschine angeschlossen hatten, in die sie etwas hineinschütteten und bei der aus einem Loch eine Flüssigkeit herauslief und aus einem anderen Loch eine dunkle Masse wie kleine Würstchen hervorquoll. „Kann man das denn essen?“, fragte ich beide und sie meinten, dass ich es ja einmal versuchen könnte. Gesagt getan, ich probierte diese Würstchen und wusste im ersten Moment nicht, was ich sagen sollte. „Schmeckt irgendwie seltsam“, meinte ich und rümpfte dabei etwas die Nase. Am Lachen der beiden konnte ich erkennen, dass dies nicht das von mir gewünschte Produkt, nämlich etwas Leckeres, sondern ein prima Schweinefutter war, was sie mir alsdann auch lachend bestätigten. Die Flüssigkeit war das begehrte Etwas, und auch das durfte ich versuchen. Und ich muss sagen, also ich hätte nicht unbedingt entscheiden können, was nun für den Menschen und was für die Schweine das Bessere war. Einzig das Aussehen hätte mich eher zu der Flüssigkeit tendieren lassen. Waren doch die Würstchen mit kleinen Fasern durchzogen und hatten hin und wieder grüne Stellen vorzuweisen, was gar nicht so sehr appetitlich aussah. Der Saft hingegen war goldgelb, fast wie Honig, nur sehr viel dünnflüssiger. Ich sollte später noch erfahren, dass es sich dabei um Rapsöl handelte.
...
5 Sterne
Spanned, humorvoll und voller Emotionen  - 23.04.2025

Tolles Buch mit spannenden, emotionalen und teils auch lustigen Geschichten des Autors. Ein großartiges Buch, dass ich jedem empfehlen kann.

5 Sterne
Spanned, humorvoll und voller Emotionen  - 23.04.2025

Tiles Buch mit spannenden, emotionalen und teils auch lustigen Geschichten des Autors. Ein großartiges Buch das ich jedem empfehlen kann.

5 Sterne
Zeug zum Bestseller - 06.03.2025
Thomas Schwalb

Nachdem mir der Postbote das Buch übergeben hatte, gefiel mir zuerst der Buchumschlag. Da ich selbst nicht mehr der Jüngste bin, sprach mich der Bucheinband sofort freundlich an und ich begann daraus zu lesen. Der gefällige und interessante Text zog mich regelrecht in seinen Bann. Schon am ersten Tag hatte ich gut die Hälfte des Buches gelesen, immerhin über 360 Seiten, es gefiel mir beim Lesen zusehends immer besser. Nachdem ich das Buch am nächsten Tag durchgelesen hatte, kann ich sagen, dass ich selten so etwas Tolles gelesen hatte. Ich kann dieses Buch jedem wärmstens empfehlen, der gerne schmunzelt, an seine Kindheit zurückdenkt oder ganz einfach gut unterhaltet werden möchte. Für mich gilt: Das Buch bekommt von mir eine klare Kaufempfehlung

Das könnte Ihnen auch gefallen :

Cover: Der kleine „Wonnegau(n)er"

József Wieszt

Unterwegs in fernen Ländern

Buchbewertung:
Mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder