Cover: Und plötzlich du

Und plötzlich du


EUR 19,90

Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 208
ISBN: 978-3-7116-1354-7
Erscheinungsdatum: 30.07.2026
Die junge Kellnerin Mia kämpft sich durch ihr Leben, als plötzlich ein Mann aus ihrer Vergangenheit wieder auftaucht. Zwischen Liebe, Intrigen und lange verdrängten Geheimnissen muss sie entscheiden, ob sie endlich loslassen kann.
Prolog

Langsam schob Mia den Vorhang beiseite und blickte hinaus durch das hohe, zweiflügelige Fenster. Sie blinzelte einige Male, als die Spiegelung der Sonnenstrahlen sie für einen kurzen Moment blendete. Unruhig verlagerte sie ihr Gewicht von einem Bein auf das andere, während ihr Blick nach unten wanderte. Im Hof, zwischen Blumen und Sträuchern und den hohen Bäumen, die Schatten auf den frisch gemähten Rasen warfen, liefen eilig Mitarbeiter auf und ab. Sorgfältig platzierten sie kleine Blumenvasen entlang der Stuhlreihen, die den Weg zum Traualtar markierten. Auf der großen Südterrasse der Anlage verteilten Angestellte Tische und Stühle so, wie es vom Brautpaar gewünscht worden war. Während die einen das Mobiliar mit cremefarbenen Schärpen verzierten, breiteten die anderen Tischdecken auf den Tischen aus und dekorierten sie mit Blumenvasen und grünen Lüsterkerzen.
Bereits in den frühen Morgenstunden begannen die Vorbereitungen für die bevorstehende Hochzeitsfeier. Mit einem unermüdlichen Aufwand verwandelte das Personal die Terrasse in eine festliche Kulisse und arrangierte Blumen und Stoffe, um den gewünschten Anforderungen des jungen Paares gerecht zu werden. Selbst die Musiker waren bereits eingetroffen und bauten auf der bereitgestellten Bühne ihre Instrumente auf. Ab und an sah man eine Blondine zwischen den Mitarbeitern auftauchen, die ihnen ein paar Anweisungen gab, bevor sie wieder hinter den Türen des riesigen Anwesens verschwand.
Das Schloss Jardin des Fleurs war ein großes und schönes Anwesen, das seinem Namen alle Ehre machte. Denn die Anlage des Schlosses war alles andere als schlicht – es war das reinste Blumenparadies. Viele schöne und prachtvolle Blumenbeete zierten den Rasen und ließen den Garten in den unterschiedlichsten Farben erblühen.
Selbst ein kleiner Irrgarten fand hier einen Platz.
Als sie dieses beeindruckende Anwesen das allererste Mal sah, traute sie ihren Augen nicht. Der Palast, umringt von seinem Garten, sah einfach traumhaft schön aus und erinnerte sie an ein Märchenschloss. Und im Inneren der Residenz war es nicht anders. Über einen riesigen Kronleuchter im Thronsaal bis hin zu einem Sternenhimmel unter der Kuppeldecke im Nordturm und den vielen detaillierten Verzierungen, die selbst in den Schlafräumen des Anwesens zu finden waren, spiegelte der Palast durch und durch den Charme eines Märchens wider. Hier, zwischen den Wänden des alten Schlosses, fühlte sie sich wie eine Prinzessin. Es fehlte nur die prunkvolle und kostbare Robe, um in die Welt der fantasievollen Erzählungen einzutauchen.
Ihr Blick fiel auf ihr eigenes Kleid, das an einem Bügel auf dem handgefertigten Raumteiler hing. Es war weder prunkvoll noch hatte es irgendwelche anderen Details, die sie an ein Kleid aus der früheren Zeit erinnerten. Es war eher schlicht, war schmal geschnitten und mit zarter Spitze besetzt.
Behutsam nahm sie das Kleid von seinem Bügel und schlüpfte hinein.
Mit nur wenigen gekonnten Handgriffen steckte sie ihr langes, dunkles Haar zu einer einfachen Steckfrisur zusammen und trat vor den Spiegel. Ihr eierschalenfarbenes, langes und schulterfreies Kleid war im Vergleich zu prachtvollen Hochzeitskleidern eher einfach geschnitten. Dennoch fühlte sie sich wie in einem Märchen; wie eine Prinzessin, die in voller Erwartung auf ihren Prinzen wartete.
Bei dem Gedanken musste sie lächeln, denn anfangs war ihr Zukünftiger alles andere als ihr langersehnter Märchenprinz. Ganz im Gegenteil! Er war der Mann, den sie niemals haben wollte. Der Ursprung, vieler ihrer Probleme. Hätte ihr damals jemand gesagt, dass sie eines Tages mit ihm vor den Traualtar treten würde, hätte sie denjenigen vermutlich für verrückt erklärt. Doch heute war alles anders. Anders, als sie sich das hätte ausmalen können. Es gab Dinge, die man nicht planen oder beeinflussen konnte. Auch nicht, in wen man sich am Ende des Tages verliebte. Liebe war so eine Sache. Sie konnte einem die schönsten und traumhaftesten Dinge bescheren oder aber einen völlig verrückt machen. So oder so, die Liebe war unberechenbar, und in ihrem Fall war sie etwas Schönes.
Sie dachte an die Vergangenheit und ihre gemeinsame Zeit, während sie die Augen schloss und einen tiefen Atemzug nahm.



Eins

Mit wehmütigem Herzen stand Mia am Straßenrand und sah auf das Haus vor sich; ein wunderschönes, altes Bauwerk, das der Zeit des Historismus entsprang. Mit den vielen Fenstern, einem kleinen Vorgarten und den verspielten Verzierungen an den Außenwänden, die eine Kombination aus verschiedenen historischen Stilen darstellten, gab das Haus ein nahezu malerisches Bild ab.
Sie liebte dieses Haus und war immer wieder erstaunt gewesen, wie ihre Großmutter Hanni es schaffte, dieses Gebäude instand zu halten. Sie selbst war hier aufgewachsen und kannte die Tücken eines solchen Altbaus. Knarzende Dielen, alte Wasserleitungen, feuchte Keller. Dennoch wäre es ihr nie in den Sinn gekommen, dieses Anwesen zu verkaufen. Nicht nur ihrer Großmutter zuliebe, sondern auch ihrer selbst wegen. Es war ein Haus, an dem unzählige Erinnerungen hingen. Ihre Geschichten. Erinnerungen an ihre Großmutter und ihre kleine Familie. Es war ihr Zuhause.
Langsam stieg sie die Stufen zur Eingangstür empor und blickte auf die große Holztür; eine Tür aus reinem Massivholz und halbrunden Sprossen. Vorsichtig schob sie sie auf und trat hinein. Noch wenige Wochen zuvor begrüßten sie ein köstlicher Duft ihres Lieblingskuchens und leise Klänge klassischer Musik, sobald sie durch die Tür des Hauses trat. Stets mit einem Lächeln auf den Lippen und einer Schürze um ihre Hüften begrüßte Hanni ihre einzige Enkeltochter. Sie liebte die Arbeit am Herd, und noch mehr liebte sie es, Mia eine Freude zu bereiten, indem sie ihr eines ihrer Lieblingsgerichte kochte.
Sie liebte ihre Großmutter und verbrachte gerne ihre freien Nachmittage bei ihr. Doch nun stand sie in einem leeren Haus, umgeben von Stille und Einsamkeit.
Sie sah sich um. Der Flur war schmal und dunkel. Die alte Holztreppe, die zum oberen Stockwerk des Hauses führte, war verblasst und hatte im Laufe der letzten Jahre ihren Glanz verloren. Neuer, frischer Lack würde sie aber sicherlich wieder wie neu aussehen lassen, dachte sie bei sich. Vielleicht in Weiß und die Stufen und den Handlauf in einem dunklen Braunton hervorheben? Sie stellte sich das Ergebnis bildlich vor und nickte zustimmend. So würde sie es machen. Auch den Rest des Raumes würde sie neu streichen. Sie entschied sich ebenfalls für Weiß, um den Eingangsbereich optisch zu vergrößern. Und dank des Sonnenlichtes, welches durch die großen Rundbögen aus den anderen Räumen drang, würde der Flur noch heller und freundlicher wirken.
Das Wohnzimmer, ein geräumiger Raum mit großen, weißen Sprossenfenstern, wirkte trotz des natürlichen Lichteinfalls sehr farblos. Die vielen dunklen, massiven Möbel nahmen den gesamten Raum ein und ließen ihn düster und trist wirken. Das ein oder andere Möbelstück beschloss sie jedoch zu behalten. Sie wollte sie neu lackieren, sie ein wenig aufpeppen. Den Rest würde sie jedoch durch ihre eigenen Möbel ersetzen.
Sie nahm das Handy aus ihrer Handtasche und machte sich einige Notizen, bevor sie zum nächsten Raum stolzierte.
Zimmer für Zimmer lief sie ab, überlegte, welche Veränderungen sie gerne vornehmen würde und welche Materialien sie hierfür benötigte. Sorgfältig notierte sie sich alles in ihrem Telefon und vermerkte sich die Vorhaben, für die sie Handwerker benötigen würde.
Vor dem Schlafzimmer im Obergeschoss blieb sie schließlich stehen. Vorsichtig legte sie ihre Hand auf die Türklinke und drückte sie nach unten. Das Zimmer, groß, mit Möbeln aus Holz und geblümten Tapeten an den Wänden, wirkte ebenfalls dunkel und nicht wirklich zeitgemäß. Und es roch blumig, nach einer Mischung aus Jasmin und Rose. Der Geruch war zwar schwach, aber dennoch gut wahrnehmbar.
Achtsam ließ sie ihren Blick durch das Zimmer schweifen. Alles in diesem Raum erinnerte sie an ihre Großmutter; die vielen Bilderrahmen an den Wänden, die Flakons, die ordentlich drapiert auf der Kommode unter dem Spiegel standen, und der blau geblümte Morgenmantel, der fein säuberlich auf dem Bett abgelegt worden war. Das waren die Marotten ihrer Oma; alles musste ordentlich an Ort und Stelle stehen. Sie lächelte und ließ ihren Blick nach unten wandern, als etwas auf dem Boden ihre Aufmerksamkeit erregte. Unten, versteckt hinter einer langen Tagesdecke, lugte die Spitze eines Buches hervor. Erst als sie näher herantrat, erkannte sie, dass es ein Fotoalbum war. Behutsam zog sie es heraus und nahm auf dem Bett neben sich Platz. Vorsichtig schlug sie es auf und betrachtete den Ausdruck, auf dem zwei Frauen und ein Baby zu erkennen waren. Die ältere der beiden hielt das Neugeborene im Arm, während die jüngere sich liebevoll über es beugte und mit ihren Fingern die kleine Hand des Säuglings umklammerte.
„Ihr fehlt mir“, sagte sie leise und strich sanft mit ihren Fingern über das Bild.
Seite um Seite folgte sie der Geschichte der beiden Frauen und des Kindes, das zu einem jungen Mädchen heranwuchs. Selbst als nur noch Mia und ihre Großmutter auf den Abzügen zu sehen waren, schienen sie eine kleine, aber glückliche Familie zu sein. Fotos von ihrem Vater gab es nicht. Sie wusste nicht, wer er war oder wie er aussah. Sie wusste nichts über ihn, außer seinen Namen: Henry.
„Mehr brauchst du über ihn nicht zu wissen!“, sagte Hanni stets, egal wie oft sie auch nach ihm fragte. Und damit hatte sie vermutlich recht. In all den Jahren, in denen sie bei ihrer Großmutter lebte, hatte er sie weder besucht noch angerufen. Es kümmerte ihn nicht, wie es ihr ging oder was mit ihr geschehen war. Selbst nicht, als ihre Mutter verstarb und sie zu einer Waise wurde. Auf so einen Vater konnte sie getrost verzichten. Sie hatte ihre Oma und dafür war sie dankbar.
Sie legte das Album auf das Bett und stieg die Treppe hinunter, wo sie mit dem Kistenpacken begann. Als sie fertig war, blickte sie um sich. Es war deutlich mehr, als sie erwartet hatte. Nachdenklich strich sie sich mit ihren Figern über die Stirn. Vor der Arbeit musste sie auf jeden Fall noch mehr Kartons besorgen.

Schon an der Tür zum Sienna schlug einem die Lautstärke entgegen, die vermuten ließ, dass es auch heute nur so vor Menschen wimmelte. Das war jedoch kaum verwunderlich, schließlich zählte das Sienna zu den beliebtesten Bars der Stadt. Doch aufgrund des jährlich stattfindenden Festivals war der Andrang größer, als man vermutet hätte.
Mit einem Tablett ausgerüstet durchquerte Mia die Bar, als eine Gruppe junger Männer das Lokal betrat. Es waren sportliche und attraktive Männer, von denen ihr die meisten völlig fremd waren. Was allerdings kein Wunder war, denn Veranstaltungen wie diese lockten Menschen aus einem Umkreis mehrerer Kilometern an. Doch auch unter normalen Umständen wäre das nichts Ungewöhnliches. Denn obwohl Midden eine Kleinstadt war, kannte man viele ihrer Bewohner nicht. Während die einen der Stadt den Rücken kehrten, fanden andere hier ihr Zuhause. Es verlieh dem Städtchen die Anonymität einer Großstadt, nur ohne den Lärm und die Hektik; es war genau das, was ihr an dieser Stadt so gefiel.
Konzentriert nahm sie die Wünsche ihrer Gäste entgegen und schrieb sich jede Bestellung sorgfältig in ihren Notizblock. Nachdem sie diesen samt Stift in die Tasche ihrer Schürze gesteckt hatte und sich zum Gehen wandte, stieß sie mit jemandem zusammen.
In ihre Arbeit versunken, bemerkte sie nicht, wie ein weiterer Gast das Lokal betrat und sich wartend hinter sie stellte.
Erschrocken setzte sie einen Schritt zurück, stolperte und verlor ihr Gleichgewicht. Instinktiv schloss sie die Augen, wartete darauf, vor den Blicken aller Anwesenden zu stürzen. Stattdessen fand sie sich in den Armen des Mannes wider, den sie so unachtsam angerempelt hatte.
Schützend legte er seine Arme um ihre Taille und zog sie an sich heran.
Ihr Kopf war so nah an seiner Brust, dass sie das Pochen seines Herzens hören konnte, klar und rhythmisch. Seine Arme umklammerten fest ihren Körper, fast so, als würde er sie vor etwas Gefährlichem beschützen wollen. Für einen kurzen Moment blieb sie regungslos stehen und horchte seinem Herzschlag, bevor sie langsam ihren Blick nach oben gleiten ließ. Diese Arme, die sie gerade festhielten … Obwohl er eine Jacke trug, konnte man die starken und definierten Muskeln gut erkennen. Das weiße Shirt, das er unter seiner braunen Lederjacke trug, betonte seinen gut trainierten Oberkörper. Und dann diese strahlenden graugrünen Augen, die sie gerade freundlich ansahen und in denen sich vermutlich jede Frau verlor.
So eine verfluchte Scheiße, schoss es ihr durch den Kopf. Hektisch trat sie einen Schritt zurück, während seine Hände wie festgefroren auf ihren Oberarmen verharrten.
„Ist alles in Ordnung?“
„Äh … ja. Es … tut mir leid, ich habe dich nicht gesehen.“
„Es ist ja nichts passiert.“
Das kann doch wohl nicht wahr sein, schimpfte sie innerlich. Von allen Männern auf der Welt musste sie ausgerechnet ihm in die Arme laufen? Wieso hielt er sie immer noch fest? Und wieso empfand sie das nicht als unangenehm? Lag es an seinem Aussehen?
Verloren in ihren Gedanken ließ sie ihren Blick über seine muskulöse Gestalt wandern.
„Bist du sicher, dass alles in Ordnung ist?“ Ein leichtes Grinsen huschte über seine Lippen, als er ihre Musterung bemerkte.
Sie räusperte sich und löste sich aus seinem Griff.

Schnellen Schrittes lief sie zurück hinter den Tresen und ärgerte sich über sich selbst. Als ob die Situation nicht schon peinlich genug gewesen wäre, hatte sie wie ein pubertäres Mädchen auf ihn reagiert. Er sah gut aus. Seit wann zum Teufel sah er so gut aus? Sie versuchte, ihre Gedanken in eine andere Richtung zu lenken, ertappte sich jedoch selbst dabei, wie sie sich bildhaft vorstellte, was wohl unter dem weißen Shirt zu sehen war.
„Hast du ein Glück.“
Aus ihren Gedanken gerissen, drehte sie ihren Kopf. Neben ihr stand Cindy, die ihr Tablett auf der Arbeitsfläche abstellte und sich gleich daran machte, die Getränke einzuschenken. Mit ihren kurz geschnittenen blonden Haaren, einem leicht gebräunten Teint und einer makellosen Haut, um die sie vermutlich jede Frau beneidete, war Cindy eine hübsche und charakterstarke Frau, die keine Angst hatte, Dinge auszusprechen und auch keine Scheu vor den Konsequenzen hatte.
Fragend blickte Mia sie an.
„Was meinst du damit?“
„Hast du sie dir mal angesehen?“ Sie deutete an den großen Tisch in der Ecke der Bar. „Einer heißer als der andere.“
„Sagst du das nicht über jeden Dritten, der hier reinkommt?“, neckte sie ihre Freundin.
„Was kann ich denn dafür, dass sie süß sind.“ Sie lächelte spitzbübisch, während sie die vollen Gläser auf dem Tablett platzierte. „Und was ist mit dem gutaussehenden Typen, der zum Schluss reinkam?“
„Was soll mit ihm sein?“
„Das frage ich dich.“ Neckisch stupste sie ihre Freundin an und setzte dabei ein freches Lächeln auf. „Scheint so, als wärst du ihm hoffnungslos verfallen.“
„Bin ich nicht.“
„Da bin ich anderer Meinung, so wie du ihn angesehen hast. Du hast ihn ja regelrecht mit deinem Blick ausgezogen.“
„Das habe ich nicht!“
Entrüstet schaute sie Cindy an. Sie wusste, dass ihre Freundin recht hatte. Schließlich hatte sie sich selbst dabei erwischt, wie sie mit ihren Gedanken immer wieder bei ihm landete. Vor ihrem geistigen Auge betrachtete sie seine Erscheinung; alles davon, mit jedem noch so kleinen Detail.
Doch auch ihm war nicht entgangen, wie sie ihn von Kopf bis Fuß begutachtet hatte, das wusste sie und das machte sie wütend. Es machte sie wütend, dass er so eine Wirkung auf sie hatte. So wollte sie nicht empfinden, nicht bei ihm.
„Wie du meinst. Also ICH würde ihn nicht von der Bettkante stoßen“, entgegnete Cindy zwinkernd, schnappte sich das volle Tablett und eilte davon.

Je später der Abend wurde, desto mehr löste sich der Trubel, und im Sienna kehrte Stille und Beschaulichkeit ein. Auch am großen Tisch in der Ecke der Bar verließ einer nach dem anderen das Lokal, bis schließlich nur noch zwei Männer zurückblieben.
„Ich geh mir noch was zu trinken holen.“
„Warte, ich komme mit dir.“
Die beiden erhoben sich und gingen zum Tresen, wo Mia gerade mit dem Abwasch unzähliger Gläser beschäftigt war.
Steve, dem die Schwärmerei seines Freundes für die Bedienung nicht entgangen war, sah Maikel vielsagend an.
„Was ist das mit dir und der Kellnerin?“
„Was meinst du?“, fragte Maikel und konnte sich ein freches Lächeln nicht verkneifen.
„Na, genau das!“ Er deutete mit dem Finger auf das Grinsen seines Freundes. „Sie hat dich den ganzen Abend über kaum beachtet. Meinst du wirklich, du hättest eine Chance?“
„Das werden wir wohl rausfinden müssen“, antwortete er, während er herausfordernd schmunzelte.

Während Mia damit beschäftigt war, die Getränke der beiden Männer zuzubereiten, konnte Maikel den Blick nicht von ihr abwenden. Sie sah hübsch aus in ihrer schwarzen Uniform. Ihre Wangen waren von der Hektik und dem Stress der vorangegangenen Stunden leicht gerötet. Strähnen, die sich im Laufe des Abends gelöst hatten, fielen ihr ins Gesicht.
Mia, der Maikels Beobachtung nicht entgangen war, blickte auf.
„Was ist?“
„Du siehst gut aus.“
„Eh … Danke?“
Die Verwunderung stand Mia ins Gesicht geschrieben. Als Kellnerin war sie Schmeicheleien und Schäkereien gewöhnt und konnte auch gut damit umgehen. Doch ein Kompliment von diesem Mann, egal ob es ernst gemeint war oder nicht, machte sie sprachlos.
„Wieso so verblüfft? Es war ein ernst gemeintes Kompliment.“ Langsam ließ er seinen Blick über ihren Körper schweifen. „Einen süßen Hintern hast du übrigens auch.“
Er wusste nicht, wieso, doch aus irgendeinem Grund verspürte er das Bedürfnis, sie zu necken, sie ein wenig aus der Reserve zu locken, auch wenn er sich selbst eingestehen musste, dass das ziemlich kindisch war.
„Da ist es. Genau sowas habe ich von dir erwartet.“
Er lachte.
„Warte, ich kenne einen Spruch, dem du garantiert nicht widerstehen kannst. Bist du bereit? – Hey Kleines, ich fürchte, der Frieden ist vorbei, mein Säbel verlangt nach Einsatz.“
Ungläubig sah sie ihn an, versuchte, ein Lachen zu unterdrücken. Der Spruch war an Absurdität kaum zu überbieten. Aber er war auch lächerlich witzig, das musste sie sich eingestehen. Unter normalen Umständen hätte sie vermutlich gelacht. Doch jetzt, in diesem Augenblick, kämpfte sie darum, jede Emotion zu unterdrücken. Darüber lachen … diesen Gefallen würde sie ihm nicht tun.

5 Sterne
Enthüllungen bis zur letzten Seite - 16.08.2026
Anastasija

Ein wunderschöner Liebesroman, der von Anfang bis zum Ende fesselt. Die Geschichte ist leicht und flüssig zu lesen und hält mit ihren kleinen Geheimnissen und Wendungen die Spannung aufrecht. Bis zum Schluss werden immer mehr Details aufgedeckt, so dass man einfach weiter lesen muss, um zu erfahren wie alles zusammenhängt. Ein gelungenes Buch, das ich gerne weiterempfehle.

5 Sterne
Ich war mit jeder Seite mehr von dem Buch gefesselt - 06.08.2026
Claudia

Ich war total gespannt dieses Buch zu lesen und habe es in einem verschlungen. Ich habe mich mit jeder gelesenen Seite mehr in das Buch vertieft. Die Charaktere sind sehr gut beschrieben und dargestellt. Es ist eine super schöne Geschichte. Es gab von vornherein bis zum Ende hier und da Plottwists und Spannungsbögen die mich noch mehr in denn Bann des Buches gezogen haben. Eine Liebesgeschichte mit einem schönen Ende, kleine Rivalität zwischen Männern um eine Frau, eine eifersüchtig Ex Freundin die Rache will, Geheimnisse die enthüllt werden und ein Haufen an Emotionen die mich überflutet haben beim Lesen und eine Spannung die mich das Buch nicht aus der Hand legen lassen haben waren vereint und ich fand es super. Ich kann das Buch nur absolut empfehlen.

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