Cover: Ein Leben lang

Ein Leben lang
Ein Memoires aus Lachen und Tränen


EUR 18,90

Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 124
ISBN: 978-3-7116-0692-1
Erscheinungsdatum: 16.07.2025
Schon meine Geburt war nicht leicht. Mein Leben – ein ständiger Kampf von Jugend bis Alter. Doch wer Risiken akzeptiert und an sich sowie die Sache glaubt, sollte am Ende gewinnen – und im Alter den verdienten Lohn erhalten.
Vorwort


Eine sehr turbulente Geschichte von Anfang an. Der Lebenslauf mit Höhen und Tiefen, bei denen am Ende die gute Seite gewonnen hat.
Eine ungewöhnliche Geburt kurz nach dem Krieg, mit sehr ungewöhnlicher Umgebung.
In der Kindheit nichts Außergewöhnliches, sieht man von einigen Vorkommnissen ab.
Alles vorhanden: Jugendzeit, Militär, Arbeitslosigkeit, Selbstständigkeit, Insolvenz, Urlaubsreisen, Umzüge, Arbeit als Rentner, Gesundheit.
Unterstützung gab es von keiner Seite, alles musste man sich erkämpfen.

Noch kein Ende …
Man hat die 75 Jahre erreicht und es besteht die Hoffnung, dass noch etliche Jahre vor einem liegen.

Vielleicht geht es ja weiter …




Ein Leben lang

Die Geschichte
eines außergewöhnlichen Lebens




Abschnitt I

Der Weg zu mir


Ich bin noch nicht da, aber trotzdem unterwegs …
Es gibt viel zu erzählen, bis ich auf die Welt komme. Lasst euch überraschen, was ich alles erleben werde.
Da ich mich zurzeit noch im Mutterleib befinde, möchte ich kurz auf meine Eltern eingehen. Sie hatten vor mir schon mehrere Versuche gestartet, ein Kind zu bekommen, jedoch ist daraus nichts geworden. Es war Krieg und alles nicht so einfach.
Plötzlich gelang die Schwangerschaft und es wurde ein Junge geboren.

Ich war es nicht und sie gaben ihm den Namen WERNER.
Zum Leid meiner Eltern verstarb er sehr früh nach der Geburt.
Als sie diesen Schicksalsschlag überwunden hatten, konnte die Planung erneut stattfinden.

Mein Vater war Bäckermeister und Konditormeister und hatte in einem kleinen Ort eine Stelle gefunden. Hier erhielten sie auch eine Wohnung in der ersten Etage.
Meine zukünftige Mutter fand auch eine Anstellung dort. So kurz nach dem Krieg konnte man jede finanzielle Einnahme sehr gut gebrauchen. Sie half mit in der Konditorei und in dem Verkaufsladen. Hier mussten ständig die Produkte nachgefüllt werden und es fiel sehr viel andere Arbeit an

Sie wohnten in einer kleinen Zwei-Zimmer-Wohnung, die über dem Bäckereigebäude lag. Küche und Wohnraum waren eins und somit der Raum, der am meisten genutzt wurde. Das Bad lag vor der Wohnung im Flur, in der Mitte von zwei Wohnungen, und musste mit den Nachbarn geteilt werden.
Hier kam es öfters zu Engpässen bei der Benutzung, weshalb ein Plan erstellt wurde, damit jeder ungehindert diesen Ort nutzen konnte. Die Toilettenbenutzung war jedoch nicht darin enthalten.
So entstand ein Problem, wenn man mal dringend musste und das Bad war verschlossen. Man stand davor und musste einhalten. Dadurch fühlte man sich wie auf einer öffentlichen Toilette.

Der zweite Raum der Wohnung war das Schlafzimmer. Hier sollte auch später mein kleines Bett stehen.
Dass meine Eltern über dem Bäckereigebäude wohnten, hatte auch seine Vorteile, da mein Vater jeden Morgen um 4 Uhr anfangen musste zu arbeiten.

Meine Eltern lebten in einem kleinen Ort. Hier gab es nicht allzu viel zu entdecken. Im Wesentlichen bestand er aus einer großen Hauptstraße, die durch den Ort führte. Hier lagen auch an den Seiten die meisten Geschäfte.
Da, wo wir wohnten, abseits von der Hauptstraße, in einem größeren Gebäude, befanden sich die Bäckerei und das Ladengeschäft. Alles war auf dem Erdgeschoss angeordnet. In der ersten Etage waren zwei Wohnungen. Rechts ging es in unsere und links zum Nachbarn. In der Mitte das beschriebene Bad für beide Mietparteien. Hier war das Notwendigste vorhanden. Eine Toilette, eine Badewanne und ein Waschbecken. Jede Mietpartei hatte für sich einen kleinen Badschrank für die persönlichen Gegenstände.
Angepasst an die damalige Zeit war die Ausstattung.

An den Gebäudekomplex waren eine Wohneinheit und ein Lebensmittelgeschäft mit einer großen Glasfront angebaut. Der Eingang befand sich dazwischen. Davor eine große Parkfläche als Kundenparkplatz und eine Durchfahrt zu den hinteren Wohnkomplexen.
Uns gegenüber, in einer alten Scheune mit einem riesigen Tor versehen, lagerte der Bauer, der sich auch in der Nähe befand, seine Materialien. Hinter der Scheune lag eine Häuserreihe mit seitlichem großem Garten.
Die Straße, die vorbeiführte, endete als Sackgasse, an deren Ende zwei Wohneinheiten standen, wobei eine zu einer Schreinerei gehörte.
Fuhr man von der Hauptstraße die Straße hoch, so lag die Bäckerei und Konditorei auf der linken Seite und rechts eine Gaststätte.

So viel zum Umfeld, in dem ich später leben werde.

Da – plötzlich die Nachricht von meiner Mutter – „Ich bin schwanger!“ – ich konnte die Freude meiner Mutter schon spüren. Die Reaktion meines Vaters aber noch nicht.

Und jetzt sollte alles klappen und besser gemacht werden als zuvor. Ich wurde ganz vorsichtig durch die Gegend getragen, sodass mir nur nichts zustoße.
Verwöhnt wurde ich auch schon sehr früh. Da meine Mutter in der Konditorei arbeitete, lag es für sie nahe, viel Süßes zu sich zu nehmen, Sahnereste und mehr. Dieses sollte auch Auswirkungen auf meine spätere Geburt haben.

Geburt – ja, ich glaube, es ist so weit.

Wie ich später erfahren habe, hatte die Geburt sehr lange gedauert bis ich auf die Welt kam.
Mein erster Kommentar auf dieser Welt – ein lautes Geschrei. Die Hebamme hatte ganz schön viel Arbeit, mit mir fertigzuwerden.

Eingehüllt in eine dicke Fettschicht – was die Auswirkung des Naschens meiner Mutter auf mich war – immer die Reste der Sahneflaschen und übrig gebliebene Kuchenstückchen. Also blieb das nicht aus – eine Fettschicht – komplett eingehüllt war mein Körper.
Diese musste mit viel Aufwand von mir entfernt werden, bevor man erkennen konnte – Hurra … ein Junge – ich bin da …

In meinem späteren Leben sollte diese Fettschicht weiterhin Auswirkungen auf meinen Körper haben.
Meine Haut am Körper blieb bis ins hohe Alter sehr glatt, mein Bartwuchs sehr schwach und mein Haarwuchs dicht und voll, auch bis ins hohe Alter.
Das alles ohne irgendwelche Cremes oder Medikamente. Jedoch weiß ich nicht, ob noch andere Faktoren dazu notwendig waren.

Ja – es sollte ein umfangreiches und wechselhaftes Leben werden!




Abschnitt II

Meine ersten Jahre


Da bin ich – wie alle habe ich angefangen zu schreien. Aber es hat nichts genützt.

Es war alles sehr eng in der Wohnung – aber ich brauchte zurzeit nicht viel Platz, war ja noch so klein.
Da ich hauptsächlich den Tag in der Wiege oder im Kinderwagen verbrachte, bekam ich von meinem Umfeld nicht viel mit.
Ich wurde mit Sorgfalt hin und her getragen. Es war für mich sehr bequem, aber auch sehr eintönig.

Grundsätzlich eine schöne Zeit, deswegen bin ich langsam gewachsen.
Aber es ließ sich nicht verhindern, dass ich größer wurde und so einiges mitbekam.
Unsere Nachbarn, ja, die hatten auch ein kleines Kind und so musste ich dauernd mit ihm spielen. Ich verstand noch nicht allzu viel, aber immer mit demselben spielen, war sehr langweilig.
Vor dem Haus befand sich ja ein kleiner Garten mit einer Rasenfläche.
Dort wurden wir immer abgesetzt. Im Sommer kam noch eine kleine Metallschüssel mit Wasser gefüllt dazu. Dann saßen wir dort und sollten miteinander spielen. Es gab ständig Streit um jede Kleinigkeit, die sich in der Wanne befand.
So ging es einige Jahre. Die Wanne und auch wir wurden immer größer.

Da – plötzlich Unruhe. Noch weiß ich nicht, warum sie entstanden ist. Es sollten Umänderungsarbeiten vorgenommen werden. Meine Eltern räumten deswegen fast alles in die Küche. Die größeren Möbelstücke wurden in einer Halle untergebracht.
Also bekamen wir jetzt nur einen Raum, wo wir leben und schlafen sollten. Die Türe zum Schlafzimmer wurde geschlossen und abgedeckt. Das Bad, das im Flur war, blieb zum Glück unberücksichtigt.

So langsam verstand ich, warum dieser Aufwand erforderlich war – schließlich hatte ich schon das Alter, wo man anfängt zu denken. Es sollte etwas verändert werden.
Ich überlegte nur, was.

Hinten wurde die Wand zum Hof herausgerissen, damit unsere Wohnung vergrößert werden konnte. Es sollte eine Dreizimmerwohnung mit Bad werden.
Diese Information hatte ich mittlerweile aus meinen Eltern herausbekommen.
Wir lebten dann einige Zeit auf beengtem Raum in dem einzelnen Zimmer, das uns geblieben war.
Na ja, viel Platz zum Spielen blieb mir da ja nicht.

Es verging die Zeit.

Langsam konnte ich laufen – die Wohnung war erweitert worden – die Tür wurde geöffnet – und wir hatten unseren Schlafraum wieder, der jetzt Wohnzimmer war. Außerdem hatten wir einen kleinen Balkon bekommen, ein Schlafzimmer, ein Kinderzimmer sowie ein eigenes Bad.
Das jetzige Wohnzimmer verfügte über eine große Fensterfläche mit der Tür zum kleinen Balkon.

Es war gewöhnungsbedürftig, aber egal, ich hatte mein eigenes Reich.

Ja – mit dem Krabbeln war langsam Schluss – ich versuchte, selbstständig zu stehen und zu gehen. Von Monat zu Monat funktionierte es immer besser. Ich durfte jetzt auch allein spielen.
Ich habe ein eigenes Zimmer – nicht groß, aber es ist meins.
Wenn ich vor die Tür gehe – ein kleiner Garten mit Wiese, ein Lebensmittelgeschäft und eine Scheune. Vor der Scheune die Parkplätze.
Die Bäckerei, in der mein Vater arbeitet, befindet sich in unserem Gebäude direkt unter der Wohnung.
Man kann also sagen, ideal zum Spielen.

Kein Autoverkehr, was gefährlich werden könnte. Genug Platz, um sich auszutoben, wovon ich ausführlich Gebrauch machte.

Neben uns die Familie, der das Lebensmittelgeschäft gehörte, sowie die Familie, die im Obergeschoss neben uns wohnte, die mit dem kleinen Jungen.
Gezankt hatten wir uns als Babys schon, also konnte es auch so weitergehen.

Mittlerweile sind einige Jahre vergangen und ich bin immer besser im Laufen geworden.
Freundschaften wurden geschlossen – es wurde viel unternommen, aber auch viel Unsinn getrieben. Kindergarten gab es damals noch nicht. Es blieb nur die Beschäftigung mit den Eltern und den Nachbarn. Auch hatte ich mich ab und zu in die Bäckerei geschlichen und beobachtete meinen Vater. Beim Saubermachen durfte ich auch mitarbeiten. Hinter der Backstube war außerdem eine große Fläche mit angrenzendem Gebäude. Von hier aus konnte ich auch unseren kleinen Balkon sehen. Auch hier konnte ich spielen, denn mein Vater konnte mich dann durch die Scheiben von der Backstube sehen.

Noch keine zehn Jahre waren vergangen. Aber in dieser Zeit ist einiges passiert.

Kommen wir mal zu den Ereignissen.

Ja, man spielt so mit seinen Freunden oder Klassenkameraden. Mal Verstecken, mal Nachlaufen, mal Räuber und Gendarm – und dann passiert es auf einmal.

Neben uns war ja das Lebensmittelgeschäft, in dem auch ständig Ware angeliefert wurde.
Wir spielen gerade Verstecken auf dem großen Platz vor der Scheune, ein Lieferwagen fährt vor, um das Geschäft mit Ware zu beliefern.

Einer von uns steht an der Scheune und zählt bis zehn, wobei wir uns in dieser Zeit verstecken mussten.
Ich auch – ich laufe schnell, um einen geeigneten Platz zu finden, und schau dabei nicht nach rechts und links. Dabei übersehe ich, dass der Lieferwagen sich rückwärts bewegt und Richtung Straße rollt.
Er fuhr sehr langsam, weil er Rücksicht auf uns nehmen wollte.
Und schon passierte es. Ich war im vollen Lauf und bekam nicht mit, dass der Lastwagen im Rückwärtsfahren war, schlage mit dem Kopf gegen die hintere Kante des Lastwagens, wobei ich stürze und mit dem Kopf unter den Zwillingsreifen des Wagens falle. Ein Schrei von mir und ich sehe die Reifen langsam auf mich zurollen. Der Fahrer des Wagens hatte dieses wohl nicht mitbekommen.

Glück hatte ich, dass die Spielkameraden das gesehen hatten. Laute Schreie – alle liefen Richtung Lkw. Dadurch hatten sie die Aufmerksamkeit des Fahrers geweckt, was ihn dazu brachte, anzuhalten. So konnte ich mich unter dem Wagen wegrollen und mich bei den Kameraden bedanken. Danach hatte ich keine große Lust mehr zum Spielen.

Weiter geht es mit dem nächsten Zwischenfall.

Zwischendurch hatte ich von meinem Vater einen Drachen geschenkt bekommen. Ich wollte den Drachen ausprobieren. Ich bettelte so lange, bis mein Vater sich aufraffte und mit mir aufs Feld ging.
Dann nahm ich den Drachen in die Hand und mein Vater die Schnur, und los.
Ich ließ den Drachen los und siehe da, er flog. Jetzt wollte ich aber auch mal. Ich bettelte, bis mein Vater es erlaubte. Er sagte noch, du schaffst das noch nicht.
...

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