Steine der Macht - Band 8

Steine der Macht - Band 8

Stan Wolf


EUR 21,90

Format: 15 x 22 cm
Seitenanzahl: 220
ISBN: 978-3-99048-789-1
Erscheinungsdatum: 06.10.2016
Wolf und Claudia sind unterwegs, um Licht in zahlreiche Rätsel und Mysterien zu bringen - darunter ein Skelett, das ohne Schädel aufgefunden wird, eine alte Prophezeiung sowie ein gefährliches Zeitphänomen, das gleich mehreren Menschen zum Verhängnis wird.
Kapitel 1

Die Flut der Asylsuchenden


In den Sommermonaten des Jahres 2015 stieg die Zahl der asylsuchenden Flüchtlinge plötzlich rapide an. An den EU-Außengrenzen stauten sich die Menschenmassen, bis die betroffenen Länder schließlich ihre Grenzen für diese Leute öffneten. Damit bekamen dann auch Österreich und Deutschland massive Probleme mit der Unterbringung der Asylanten, welche überwiegend der islamischen Religion angehörten und zudem ein völlig anderes Weltbild hatten.
„Diese Menschen mit ihrer vielfältigen Kultur, ihrer Herzlichkeit und ihrer Lebensfreude sind uns willkommen, sie sind eine Bereicherung für uns alle“, nannte es zu diesem Zeitpunkt eine Kandidatin zur Bundestagswahl 2009 – Maria Böhmer.
Plakate und Transparente, auf welchen „Welcome Refugees“ zu lesen war, wurden hochgehalten. Doch es dauerte kein halbes Jahr, da wurden diese Leute eines Besseren belehrt. Vergewaltigungen, Diebstähle und andere Delikte durch viele dieser Menschen brachten ein Umdenken in der Bevölkerung mit sich. Schließlich kam dann noch bezeichnenderweise ein „Böhmer-Mann“, welcher seinen Unmut über einen islamistischen Präsidenten in einem Schmähgedicht freien Lauf ließ.

Eine Begrenzung der Immigrationsströme, die nach wie vor nach Europa fluten, hält auch der Dalai Lama für absolut notwendig. Aus moralischer Sicht sei es richtig und vertretbar, Immigranten nur vorübergehend aufzunehmen. „Das Ziel indes sollte sein, dass diese Immigranten in ihre Heimat zurückkehren und beim Wiederaufbau ihrer eigenen Länder mithelfen“, sagt das geistige tibetische Oberhaupt in einem Interview im nordindischen Dharamsala.
„Die Zahl der Flüchtlinge in Deutschland ist inzwischen zu hoch“, meint der Dalai Lama. „Deutschland könne kein arabisches Land werden. Deutschland ist Deutschland.“

Im Frühherbst, als Wolf wieder einmal am Dürrnberg bei Hallein unterwegs war und dort zwischen Obersalzberg und dem Untersberg herumstreifte, traf er auf eine syrische Familie mit zwei kleinen Kindern.
Der Mann machte einen ordentlichen Eindruck und sprach ihn in einem sehr guten Englisch an. Sie kämen aus der Stadt Aleppo und sie waren auf ganz legale Weise mit dem Flugzeug nach Wien gekommen. Wie so etwas für Syrer möglich war, hinterfragte Wolf nicht. Die größere Schwierigkeit sah der Mann im Grenzübertritt nach Deutschland, was sein Ziel war, denn dafür hatte die Familie kein Visum.
Außerdem gab es zu diesem Zeitpunkt bereits extreme Kontrollen an vielen Grenzübertrittstellen nach Deutschland.
Der Syrer erzählte, dass er in seiner Heimatstadt mehrere Autohäuser gehabt hatte und wegen des dortigen Bürgerkriegs aus Angst um das Leben seiner Familie flüchten musste. An Geld dürfte es dem Mann nicht gefehlt haben, was man auch an der Kleidung der Leute sehen konnte.
Der syrische Autohändler meinte im Gespräch mit Wolf, dass er die rigorosen Kontrollen an den Grenzen auch verstehen könne, da im Zuge dieser Massenflucht ganz bestimmt islamistische Dschihadisten diese Völkerwanderung dazu ausnützen würden, um den Terror mitten nach Europa zu bringen. Wolf wusste, dass man einen IS-Terroristen unmöglich von einem friedlichen Araber, wie dieser Mann einer sein dürfte, unterscheiden konnte. Aber sein inneres Gefühl sagte ihm, dass der Syrer in Ordnung sein würde.
Dieser Mann mit seiner Familie gehörte sicher nicht zu solchen Individuen, die in Allahs Namen Christen töten, um einen islamistischen Gottesstaat zu errichten. Im Gegenteil, er wolle sich in Deutschland, wo er als Autohändler auch schon oft gewesen sei, eine neue Existenz aufbauen und dort in Frieden leben.
Er fragte, ob Wolf vielleicht einen Weg wüsste, wie sie am besten ins benachbarte Bayern gelangen könnten.
Wolf, welcher sich im Salzburger Grenzgebiet sehr gut auskannte, wusste um sämtliche Wege und erklärte den Syrern, wie und wo sie am leichtesten über die alten Grenzkontrollstellen, die seit vielen Jahren nicht mehr besetzt waren, unbehelligt nach Deutschland gehen konnten. Sie würden bestimmt niemandem auffallen, zumal die Frau des Syrers kein Kopftuch trug und auch die beiden Mädchen absolut westlich gekleidet waren.
„Ich kann euch den kleinen Koffer rüber nach Deutschland fahren, dann seht ihr wie ganz normale Spaziergänger auf einem Familienausflug aus. Zwei Kilometer weiter gebe ich euch dann den Koffer wieder.“
Der Mann schaute Wolf dankbar an und meinte: „Wie kommen wir dann zur nächsten Polizeidienststelle in Deutschland? Wir wollen uns dort wegen unseres Asylantrages melden.“
„Das ist ganz einfach“, sagte Wolf, „ihr geht hinunter nach Marktschellenberg, dort ruft ihr euch ein Taxi oder fahrt mit dem Linienbus nach Berchtesgaden. Dann meldet ihr euch bei der Polizei, die alles Weitere veranlassen wird.“
Wolf nahm das kleine Gepäckstück, fuhr damit über die Grenze und wartete ein Stückchen weiter auf einem Parkplatz. Nach einer halben Stunde kam die Familie, welche unbeanstandet die Grenze nach Deutschland überquert hatte.
Der Mann bekam von Wolf seinen Koffer zurück und außerdem die Visitenkarte mit seiner E-Mail-Adresse. „Haben Sie vielen Dank“, meinte der Syrer, „Sie haben uns wirklich sehr geholfen. Ich werde Ihnen, sobald ich kann, eine Mail senden.“
Wolf kehrte um und fuhr wieder nach Hallein in sein Büro, wo ihn eine E-Mail von Franz erreichte. „Ich wollte Euch nur mitteilen, dass ich am zweiten Oktober das Sheraton Hotel Soma Bay verlassen werde. Die Starwood Group hat mich nach über fünfzehn Jahren nach Sharm el Sheik ins dortige Sheraton versetzt. Falls Ihr vorher nochmals ins Soma Bay kommen wollt, könnte ich Euch einen super Preis machen. Und ich würde mich freuen. Liebe Grüße, Franz.“
Ja, dachte Wolf, die Starwood Leute brauchen anscheinend jemanden, der ihr Sheraton Hotel in Sharm nach den zahlreichen Anschlägen auf dem Sinai wieder mit Gästen füllen kann, und Franz hatte eine Menge langjähriger Stammgäste gehabt, welche zum Großteil nur wegen ihm ins Hotel am Roten Meer kamen.
Als Wolf Claudia anrief, ob sie mitfliegen würde, um Franz im Soma Bay einen letzten Besuch abzustatten, meinte diese: „Ja, das wäre eine Idee und Raghab könnten wir bei dieser Gelegenheit auch wieder besuchen. Aber …“
„Was kommt jetzt? Warum dieses ‚Aber‘?“, fragte Wolf.
„Weil ich möchte, dass meine kleine Tochter Jennifer diesmal auch mit dabei ist. Es sind zudem ja auch Schulferien.“
„Hast du gar keine Bedenken mehr wegen der islamischen Terroristen?“, fragte Wolf, welcher wusste, wie sehr die junge Frau um die Sicherheit ihrer Tochter besorgt war.
„Jetzt war ich schon so viele Male mit dir in Ägypten, da bin ich mir einigermaßen sicher, dass nichts passieren wird“, erwiderte Claudia.
Auch ihre Tochter war begeistert von Wolfs Idee, das Land der Pharaonen zu besuchen. Ägypten kannte sie bisher nur von Büchern und aus Filmen.
Wie bei Wolf üblich, wurde schon drei Tage später gebucht und nach vierzehn Tagen landeten die drei bereits am gerade neu eröffneten Flughafen von Hurghada. Der Mietwagen von Aladin stand auch schon bereit und eine Stunde später zeigte ihnen Franz, der Hotelmanager, ihre Suite im Sheraton Hotel Soma Bay. „Es freut mich, dass ihr so rasch gekommen seid“, meinte Franz, „aber es ist mein letzter Sommer hier in der Soma Bay, wer weiß, wie es unter ägyptische Führung hier weitergehen wird?“ Für Jennifer war das Hotel überwältigend. Auch, dass Wolf vom Hotelpersonal als „Abu Dip“ angesprochen wurde, was so viel wie „Vater des Wolfes“ bedeutete, erstaunte sie.
Am Abend beim Dinner setzte sich Franz zu ihnen an den Tisch und berichtete nochmals von seiner Versetzung nach Sharm el Sheik, welche ihm sichtlich zu schaffen machte. „Indirekt sind die IS-Terroristen daran schuld. Auf die Sinai-Halbinsel fliegen kaum noch Touristen und die Hotels haben eine sehr geringe Auslastung, seit die islamistischen Verbrecher dort seit Jahresbeginn unzählige Leute töteten.“
„Franz“, sagte Wolf, „ich glaube, dass nun dieser Terror über kurz oder lang auch zu uns nach Europa kommen wird.“
Jennifer blickte erschrocken zu ihrer Mutter, aber Claudia, welche um den Ernst der Lage wusste, sagte nichts.
„Ja“, erwiderte der Hotel Manager, „es liegt hier bei uns in Ägypten einiges im Argen, aber was soll’s, wir müssen damit fertig werden.“ Wolf nickte stumm, er wusste nur zu genau, was in Franz vorging. Sollte er ihm vom General im Untersberg und seinen Vorbereitungen, diese ungläubigen IS-Kreaturen zu eliminieren, erzählen? Lieber nicht, dachte er und behielt es für sich.
Am nächsten Tag war der obligatorische Besuch beim alten Fischer in Safaga angesagt. Jennifer hatte für Raghabs Tochter, welche nur ein wenig älter war als sie selbst, ein Schminkset gekauft. Raghabs Gesundheitszustand hatte sich gegenüber dem letzten Mal verschlechtert. Jetzt hatte er sich zu seinen Knieproblemen auch noch ein Augenleiden zugezogen. Er freute sich aber wie immer, als ihm Wolf wieder einen ordentlichen Betrag übergab. Jennifer zeigte sich von der Hafenstadt Safaga und auch von Raghabs bescheidener Wohnstätte sehr beeindruckt. Dazu kam dann noch der drastische Vergleich zu dem Luxushotel von Franz. Sie musste das alles erst einmal verkraften.
An diesem Abend gab es wieder ein längeres Gespräch mit Franz.
Diesmal ging es erneut um den Islam und seine Auswüchse. Christen wurden von denen „Ungläubige“ genannt.
Vor nicht allzu langer Zeit wurden diese Muselmanen noch genauso von unseren Kreuzfahrern als Ungläubige bezeichnet. Franz meinte, dass auch die Türken eine extreme Art an den Tag legten, wobei ihr Präsident alles bisher Dagewesene in den Schatten stellte. „Ich habe prinzipiell nichts gegen bestimmte Landsleute, aber dieses Land dürfe keinesfalls in die EU aufgenommen werden. Dieser Erdogan, ihr Präsident, leugnet nicht nur den Holocaust an den Millionen Armeniern und lässt massenweise Kurden im In- und Ausland abschlachten. Er beleidigt unsere Staatsoberhäupter, indem er sie als Lügner bezeichnet, wenn sie ihm den Völkermord vorwerfen. Er verträgt auch keine Kritik an seiner Person und tritt die Menschenrechte und die Meinungsfreiheit mit den Füßen. Er lässt sich Militäreinsätze unter dem Vorwand, den IS zu bekämpfen, bezahlen und bombardiert in Wirklichkeit die Minderheit der Kurden. In der Zeitung habe ich kürzlich gelesen, dass er sogar seine Soldaten an der syrischen Grenze auf Flüchtlinge schießen lässt. Es hat schon etliche Tote gegeben. So einer hat in der zivilisierten Welt nichts verloren. Man sagt ihm zudem auch noch andere arge Dinge nach, die ich selber nicht beurteilen kann. Ein Staatsmann ist das absolut keiner. Der hat sehr große Ähnlichkeit mit dem damaligen rumänischen Diktator Ceausescu. Möglicherweise ereilt ihn eines Tages ein ähnliches Schicksal und er wird vom eigenen Militär hingerichtet. Aber wie gesagt, das sind eben die Auswüchse des Islam.“
Jennifer, die von alldem noch nichts gehört hatte, schaute Franz ängstlich an und fragte: „Aber hier im Hotel sind keine radikalen Moslems?“
„Nein, nur ganz selten haben wir hier solche Leute gehabt, da brauchst du keine Angst zu haben“, lächelte Franz.
„Der General“, erwiderte Wolf, „hat ja vor Jahren schon seine Abneigung gegen diese Islamisten kundgetan, ich glaube, dass es in dieser Hinsicht noch schwere Konflikte geben wird. Es kann schließlich keiner sagen, ob wer ein gemäßigter, integrationsbereiter Moslem ist oder ein radikaler Islamist. Vom Aussehen her kann das niemand unterscheiden und manche dieser Ungläubigen lassen sich erst später radikalisieren. Auch Becker meinte schon vor einigen Monaten, dass diese Umwälzung damit beginnen wird. Trotzdem darf man sich bei uns in Österreich nicht zu negativ über diese Verbrecher äußern, denn der Grimmig vom BVT könnte das als ‚Volksverhetzung‘ auslegen.“
„Mir ist das egal“, antwortete Franz, „wir sind hier in Ägypten und hier sage ich sehr wohl, was ich denke.“




Kapitel 2

Die Suche am Untersberg


Da seit Monaten die deutschen Behörden den Reiseverkehr auf der Autobahn zwischen München und Salzburg extrem eingeschränkt hatten, musste Wolf täglich eine Ausweichroute benützen. Meist fuhr er durch den Untersbergwald nach Deutschland, um dem stundenlangen Stau am Autobahn-Grenzübergang Walserberg zu entgehen. In Großgmain, an der Grenze, gab es hingegen eigentlich so gut wie nie Kontrollen der deutschen Bundespolizei. Findige Schlepper hatten sicherlich schon die vielen kleinen, unbewachten Grenzübergänge rund um den Untersberg entdeckt und schleusten über diese eine ordentliche Anzahl von Asylsuchenden für viel Geld nach Deutschland.
So kam Wolf fast an jedem Tag auf der alten Römerstraße an den Stellen am Untersberg vorbei, an welchen die Zeitphänomene in unmittelbarer Nähe auftraten. Zuweilen hielt er an der kleinen alten Kapelle in der Nähe der Römer-Steinbrüche an. Er schaute nach, wie viele Kerzen dort brannten. Auffällig war auch, dass im letzten halben Jahr sehr große Flächen des Untersberg-Waldes entlang der kleinen Straße und auch weiter drinnen im Wald gerodet wurden. Aber auch an anderen Stellen wurden am Fuße des Untersberges sehr viele Bäume gefällt. Ebenso hatte man begonnen, den Schießplatz des Bundesheeres zu sanieren, wobei auch dort umfangreiche Rodungsmaßnahmen durchgeführt wurden.
Im Laufe der Monate gab es aber auch auf dieser Strecke, welche recht schmal und kurvenreich war, immer mehr Verkehr. Wer diesen Weg durch den Untersbergwald wusste, der konnte so der langen Grenzwartezeit entgehen und fuhr über Großgmain und Piding zur Autobahn Richtung München.
Ob die deutschen Behörden mit dieser rigorosen Maßnahme den gewünschten Erfolg erzielen konnten, war dahingestellt. Rainer, der „scharfe“ Beamte aus Rosenheim, den Wolf gut kannte, klärte ihn darüber auf und zeigte ihm Statistiken, aus denen hervorging, dass nur sehr wenige Asylsuchende bei diesen Kontrollen aufgegriffen wurden. Rainer erzählte Wolf auch von drei Taxilenkern, welche einige Syrer auf den österreichischen Dürrnberg gebracht hatten. Die Leute wollten dort oben in einem bekannten Restaurant essen. Da Rainer eine besondere Beziehung zu österreichischen Taxilenkern hatte, meinte er, dass diese Fahrer jetzt von den deutschen Behörden angeklagt werden würden. Der Grund dafür war kurios. Die Syrer gingen offenbar nach dem Essen auf der Straße neben dem Restaurant weiter und überquerten dabei die unbewachte Grenze zu Deutschland. Dort wurden sie dann im nächsten Dorf, in Oberau, angehalten und registriert. Für Rainer war es absolut klar, dass sich die Taxler der Schlepperei schuldig gemacht hatten. Auf wie viel Kilometer sich ein Taxi mit ausländischen Fahrgästen sich denn der bundesdeutschen Grenze nähern dürfe, fragte Wolf. „Am besten gar nicht“, war seine knappe Antwort. Ob diese Aussage gesetzeskonform war oder nur die Antipathie des Bundespolizisten gegen Taxilenker widerspiegelte, konnte Wolf nicht sagen. Obwohl Wolf zu Rainer, dem „scharfen“ Beamten, ein eher gutes Verhältnis hatte, war er froh, dass dieser nichts von seiner Begegnung mit der syrischen Familie am Dürrnberg wusste. Man wollte eben mit allen Mitteln verhindern, dass neue Asylanten ins Land kamen.
Aber da halfen im Vorjahr auch die Schüsse nichts, welche von der deutschen Bundespolizei an der Grenze bei Freilassing abgefeuert wurden. Freilich wurde über diesen Vorfall, welcher nur ganz kurz in den Medien erschienen war, rasch wieder geschwiegen. Anders geschah es in der Slowakei, als Anfang Mai in der Nähe von Bratislava auf Flüchtlinge scharf geschossen wurde. Eine 26-jährige Frau aus Syrien wurde von den Polizisten in den Rücken getroffen und dabei lebensgefährlich verletzt. Einige Tage später ließ der dortige Ministerpräsident verlauten, dass der Islam in der Slowakei keinen Platz habe. Das Problem sei es nicht, so sagte er, dass Einwanderer ins Land kämen, sondern dass diese islamistischen Migranten den Charakter des Landes verändern würden. Demnach wurden in der Slowakei auch kaum Flüchtlinge aufgenommen. In Deutschland und in Österreich sah man das gelassener.
Wolf telefonierte daraufhin mit seiner Cousine Dagmar in Bratislava und diese bestätigte ihm, dass man dort absolut keine Asylanten sehen konnte.
Hier in Österreich sollte man es aber besser vermeiden, über solche Themen zu diskutieren. Das BVT reagierte in solchen Dingen sehr sensibel und nur zu schnell würde man hierzulande sowie auch in Deutschland als Rassist eingestuft werden und eventuell sogar der Volksverhetzung bezichtigt.

Eines Tages fuhr Wolf auf der Schnellstraße von Laufen kommend in Richtung Bad Reichenhall, als mitten auf seiner Fahrbahn ein VW Bus der Bundespolizei stand und ihn dadurch zum Anhalten zwang. Das Fahrzeug hatte weder Blaulicht und auch keine Warnblinkanlage eingeschaltet und befand sich zudem in einer leichten Rechtskurve, sodass Wolf eine Notbremsung durchführen musste. Am Straßenrand neben einer Wiese knieten drei arabisch aussehende Männer, welche ihre Hände hinter dem Nacken hielten. Solche Bilder erinnerten ihn an die Hinrichtungsszenen, welche vom IS im Internet zu sehen waren. Zwei Uniformierte mit Waffen in den Händen standen neben dem Fahrzeug. Einer der beiden Polizisten rief Wolf unwirsch zu, er solle weiterfahren, was ihm aber nicht möglich war, da auf der linken Spur entgegenkommender Verkehr war. Wolf fragte den jungen Bewaffneten: „Werden diese Männer jetzt erschossen?“ In diesem Moment erlaubte es der Gegenverkehr die Spur zu wechseln und Wolf fuhr, ohne eine Antwort des Polizisten abzuwarten, weiter.
Am selben Abend, als er von diesem Vorfall Claudia erzählte, meinte diese: „Hier bei uns in Piding sorgen seit Wochen dunkle Hubschrauber ohne Kennzeichen für beispiellosen Lärm. Die fliegen vom Einbruch der Dämmerung bis zwei oder drei Uhr früh ganz tief über die Häuser und über die Saalach Au. Da findest du keinen Schlaf.“
„Die suchen wahrscheinlich mit Nachtsichtgeräten nach Flücht-lingen, welche versuchen im Schutze der Dunkelheit illegal die Grenze zu überqueren. Die Saalach ist ja der Grenzfluss und in diesem Abschnitt auch relativ seicht, sodass man ziemlich gefahrlos hindurchwaten kann“, entgegnete Wolf.
Da meldete sich Claudias Tochter Jennifer zu Wort: „Da kann ich euch aber auch etwas dazu sagen, ich habe zwei Fenster in meinem Zimmer und von da aus habe ich kurz vor der Dämmerung diesen Hubschrauber beobachtet. Der fliegt nicht nur hier über der Grenzlinie, nein, der fliegt auch über der österreichischen Seite am Untersberg entlang und ich kann mir nicht vorstellen, dass dort am Berg Asylanten zu finden sind. Die suchen bestimmt nach etwas anderem.“
„Das ist wirklich interessant“, warf Wolf ein, „da werde ich mit Peter sprechen, seine guten Kontakte zu den Behörden könnten da recht hilfreich sein. Von Herbert und Elisabeth, unseren beiden Autobahnpolizisten, erfahren wir ja in letzter Zeit kaum etwas. Ob denen behördlicherseits ein Redeverbot auferlegt worden ist?“
5 Sterne
Eine Bereicherung.... - 09.02.2017
Vanessa Neufuß

Ich möchte mich zuerst beim Autor bedanken für viele Stunden pures lese Vergnügen und die Erweiterung meines Horizonts

4 Sterne
Stan Wolf fordert heraus, reißt an, lenkt ab - und über läßt der Leserschar das Urteil - 17.11.2016
Lutz Eikelmann

Nun liegt Band 8 endlich vor. Wieder einmal liefert Stan Wolf einen Schwung neuer Denkanstöße verpackt in die Erlebnisschilderungen eigener Reisen durch Europa und den Nahen Osten, die er durch seine hochwertigen Fotos (farbig wie schwarz-weiß) bestens veranschaulicht. Ich bin - wie immer! - nicht in allen Punkten der Ansichten und Meinungen des Autors, verfolge jedoch die Entwicklung dieser Romanreihe seit 2010 und bin sehr gespannt, wie es weiter geht und wohin die Romanreihe die Leserschar noch führen wird. Einige Themenschwerpunkte (IS, Flüchtlingsszenario) stellen zwar einen aktuellen Bezug zum vordergründigen Geschehen in Europa und Orient dar, gehen aber nicht in die Tiefe, was bei dem damit verbundenen dünnen Eis auch nicht ratsam wäre. Daß die durchaus berechtigte Kritik an der katholischen Kirche weiter vertieft wird, ist nicht sonderlich originell, sonderna) sicherlich ein Tribut an den Zeitgeist undb) kann da der alte Rosenkreuzer wohl nicht aus seiner Haut heraus, hihi...Nun mag der eine oder andere Kritiker einwenden: na das Nazi-Thema ist auch nicht gerade neu und originell in heutigen Romanen. Das ist sicherlich richtig. Andererseits ist dem Thema eine gewisse Aktualität nicht abzusprechen - schließlich wittert die politische Welt, gerade in Deutschland und Österreich, an jeder Ecke und hinter jedem Baum Nazis, wenngleich damit sicherlich nicht mehr Nationalsozialisten, also Angehörige der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei, gemeint sein dürften. Gerüchten zufolge wurde die NSDAP zwar im April 2014 in Thüringen neu begründet, doch nun ja, es wird viel erzählt, wenn der Tag lang ist...Besonders spannend finde ich dagegen, daß beim Treffen der "fünf seltsamen Gestalten auf dem Walserfeld" (wie der Werbeflyer es formuliert!) mit dem Kini, also König Ludwig der II. von Bayern, auch ein ehemaliger Besitzer des Untersberges das Romanszenario betritt. Ein weiterer Zeitreisender? Oder deutet der Autor hier auf ein noch größeres Thema hinter dem vordergründigen Zeitreisenthema, nämlich etwa gar auf die Unsterblichkeit?!?Ich bin nicht sicher, ob das bißchen Kirchenkritik und der Hinweis auf jahrhundertealte Verbrechen im Namen der (katholischen) Kirche die brisantesten Inhalt des Buches darstellen, auch wenn der Roman selbst den Scheinwerfer auf dieses Thema richtet.. Des weiteren bin ich immer etwas zurückhaltend, wenn die Aufdeckung von brisanten Geheimnissen, die das Ende der katholischen Kirche bedeuten sollen, angekündigt wird. Derartige "Offenbarungen" werden seit vielen Jahrhunderten von Kirchengegnern angedroht, doch die bisher einzige große Erschütterung der Grundfesten des Vatikans wurde durch einen Gnostiker im Gewand eines reformwilligen katholischen Mönches vor fünf Jahrhunderten vollzogen, der nicht nur 95 Thesen an die Wand schlug, sondern mit der nun der Öffentlichkeit zugänglichen Bibel in der Hand aus der Wartburg heraus kam: Dr.Martin Luther. Spätere Thesen wie die heutzutage populären Geschichten von eventuellen Außerirdischen (oder Zeitreisenden), die in der Frühzeit der Menschheitshistorie bis heutzutage versteckt eingegriffen haben könnten, die Ehe von Jesus Christus mit Maria Magdalena und deren mutmaßlichen leiblichen Nachkommen etc., sind zwar nicht vollständig abwegig, jedoch stellten sie bisher die Macht jenes durch den Vatikan repräsentierten Netzwerkes aus katholischer Kirche, Hochfinanz, Vernetzungen mit der globalen Wirtschaft und einem bisher wenig beachteten Einfluss auf akademische Wissenschaften wie auch auf Logen und sonstige Geheimbünde nicht wirksam in Frage. Es wird von Vatikankritikern nämlich immer gerne im Eifer des Gefechts und des ewigen Kampfes gegen die Kirche vergessen, daß "die alten Männer in Rom"nämlich keineswegs nur über die katholische Kirche Einfluß auf die Menschheit ausüben... Ebenfalls wird gerne vergessen, daß ein Ende derkatholischen Kirche übrigens auch das Ende ihrer Gegner bedeuten würde, die ihre Identität meist nur mit der bloßen Opposition zum Vatikan gebildet und über Jahrhunderte nur auf diese Art erhalten haben.Daß der in den "Steine der Macht"-Romanen immer wieder thematisierte "Umbruch" das Ende der Religionen bedeuten würde, spricht Band 8 im Klartext aus. Allerdings sagen viele Religionen in ihren Endzeit-Prophezeiungen nichts Anderes - nämlich daß der Umbruch, in dem sich diese Welt gegenwärtig augenscheinlich schon zu befinden scheint, eben zur Erfüllung der Religionen führt und zugleich wieder zurück zur Urreligion. Und damit zum Ende dessen, was sich für uns heutzutage noch als Religionen darstellt. Ob der Autor sich dessen bewußt ist oder nicht, läßt sich nicht sagen - er spricht es aber nicht aus und denkt auch dieses Teilthema wie so viele andere Aspekte des Lebens in seinen Büchern nicht zuende. Man muß allerdings bedenken, daß Stan Wolf den Lesern keine neuen Dogmen vermitteln will, sondern das Erkennen, Verstehen, Beurteilen und Entscheiden ihrem selbständigen Denken, ihrer Mündigkeit, ihrer Reife und ihrem freien Willen überläßt. In diesem Grundsatz dürften auch so manche scheinbare Widersprüche, mit denen die Leserschar in den Romanen konfrontiert wird, begründet sein.Mancher Inhalt, der im Buch viel Raum bekommt, könnte beinahe eine Ablenkung vom Wesentlichen darstellen - oder zumindest die Verpackung der eigentlichen Botschaften. Vergleichbar mit einem Paket, das man zum Geburtstag geschickt bekommt - da nehmen Karton und Geschenkpapier auch viel Raum ein, während das eigentliche Geschenk meist noch den geringsten Raum beansprucht.Es gäbe noch viele weitere Inhalte von Band 8 zu thematisieren, doch mehr Hinweise will ich hier nicht geben. Das Buch hat es jedenfalls in sich.Finden Sie es selbst heraus! Ich wünsche Ihnen eine spannende Lektüre. Viel Spaß beim Auspacken des Inhalts! :-)

5 Sterne
5 seltsame Gestalten auf dem Walserfeld... - 17.11.2016
Becker

... kündigt der Werbeflyer an und siehe da, das entsprechende Kapitel im Buch hält, was der Flyer verspricht. Vier der fünf Personen sind meines Erachtens für den Leser zu identifizieren. Wer dieser "Johannes" ist, dagegen wohl eher nicht. Ganz leicht ist es mit dem Wittelsbacher "Herr Ludwig", der offensichtlich der bayerische Märchenkönig Ludwig der II. von Bayern sein soll, der ja nicht nur seine Sommerresidenz in Berchtesgaden zu Fuße des Berges, sondern auch Besitz in Salzburg und Großgmain hatte und zeitweise Eigentümer des Berges war. Dieser "Hans" könnte/dürfte jener Hans K. sein, der sonst im Buch "General" genannt wird. Und den Hinweis auf "Eva" und ihren Gatten "Onkel W" findet man im Bildteil des Buches.

4 Sterne
Steine der Macht 8 - 05.11.2016
Ralf Frick

Ich habe ein Buch wo nach der Seite 64 es mit der Seite 125 weiter geht. Einiges ist doppelt und es scheint auch was zu fehlen. Sonst 5 Sterne

3 Sterne
Immer wieder gern gelesen... - 22.10.2016
Torsten

Lieber Stan Wolf,ich habe auch dieses Buch wieder gern gekauft und gelesen. Leider bin ich etwas enttäuscht über ihren Umgang mit schnell nachprüfbaren Fakten/Daten. Das war schon einmal Realitätsnaher ;o)) und damit glaubwürdiger. Ein Hinweis: Mossul ist bis heute noch nicht befreit und wurde im August auch noch nicht direkt ins Visier genommen. Eine Reise nach Ninive halte ich bis einschl. heute für mehr als sehr gewagt. Aber wie sagen sie: Irgendwie geht es immer... ;0)))Da ich glaube, mehr solcher "Leichtsinnigkeiten" gefunden zu haben, gebe ich nur 3 Sterne. Ansonsten werde ich Sie auch gern weiterhin mit dem kauf eines Buches unterstützen.Ich persönlich finde Ihre Bücher sehr wichtig für den Menschen, nicht weil sie Hoffnung geben, sondern weil sie vielleicht Menschen veranlassen könnten selber nach draußen zu gehen und nach zu sehen. Es gild immer noch: Wer etwas wirklich wissen will, muss selbst nachsehen und mit Menschen reden!LG Torsten

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