Cover: Galliaro

Galliaro


EUR 26,90

Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 88
ISBN: 978-3-99185-265-0
Erscheinungsdatum: 14.10.2026
Eine geheimnisvolle Insel, goldene Regeln und junge Erwachsene auf der Suche nach Freiheit: „Galliaro“ verbindet Fantasy, Abenteuer und Gesellschaftskritik zu einer spannenden Geschichte über Kontrolle, Hoffnung und den Mut, eigene Wege zu gehen.
1


Ich erzähle dir, mein Schatz, eine Geschichte
von einer Welt, wo Glück zuhause ist!
Dort wohnt in jedem Haus ein Geist der Liebe,
der sorgt für Sicherheit und glaubt an dich!
Dort darfst du alle deine Träume leben,
die Zeit bleibt stehen, damit du auch dein Glück erkennst.
Atme tief ein, mein Schatz, und spür die Liebe!
In dieser Welt gibt es keine Zeit für Stress.
Nun fragst du jetzt: Wo ist denn diese Welt?

Kaum hatte die Oma fertiggesprochen, unterbrach Jelena sie mit ernstem Gesichtsausdruck:
„Ist nicht dein Ernst, Oma, von wo hast du das?“
Oma lächelte,
„Ich war noch nicht fertig. Soll ich dir wirklich eine echte Geschichte erzählen, mein Schatz, von einer Insel, auf der die Liebe herrscht, die Magie willkommen ist und die Natur im Einklang mit der Menschheit in Verbindung steht?“
„Aha, jetzt wird’s interessant. Wirklich, Oma, eine Insel?“, fragte Jelena nachdenklich. „Jedoch liebe ich deine Geschichten“, sprach sie weiter und machte es sich dabei auf dem Sofa gemütlich. „Du besitzt wirklich viel Fantasie.“
„Jelena“, unterbrach die Oma, „das ist keine Fantasie. Das ist in echt passiert. Frag deine Eltern.“
Jelena drehte sich zu ihrer Oma und kuschelte sich dabei noch näher an. „Na, jetzt wird es spannend, erzähl.“

Da begann die Oma zu erzählen.


Der warme Wind spielte mit ihren braunen Haaren. Das grüne Kleid bedeckte leicht ihre zarte Haut. Ihre blauen Augen strahlten, als sie das gelbe Haus in der Ferne sah. Mary blieb kurz stehen und schaute dabei zu, wie drei Kinder im Alter von etwa neun Jahren an ihr vorbeiliefen, und mit ihnen auch die Erinnerungen an ihre Kindheit, die sie hier in ihrer Heimat verbracht hatte. Ein Lächeln zauberte sich auf ihr Gesicht. „Wahnsinn! Es hat sich so viel verändert hier“, dachte Mary. „Ich erkenne kaum meine Straße, doch der Duft ist noch immer der gleiche.“ Mary atmete tief ein und ging weiter, bis sie endlich das gelbe Haus erreichte. Die blühenden Apfelbäume im Garten verloren die letzten Blüten und der Duft verbreitete sich überall. Plötzlich rannte ein Hund bellend aus dem Haus direkt auf sie zu und sprang Mary an. Sein Schwanz wackelte vor Freude. Marys Geruch hatte er wohl noch nicht vergessen. Fröhlich streichelte Mary ihren Hund Schurik und merkte dabei nicht, wie jemand sich von hinten näherte. Mary drehte sich um … „Mutter?“
„Willkommen zu Hause, mein Schatz!“, sagte ihre Mutter und umarmte sie ganz fest. Jetzt fühlte sich Mary richtig willkommen. Willkommen zuhause.
Der Tag neigte sich dem Ende. Auf dem Tisch leuchteten die Kerzen.
„Ist das schön, Mutter! Fast wie früher. Brauchst du Hilfe?“
„Na, du bist wohl erwachsen geworden.“
Mary lachte. „Na dann eben nicht, Mutter!“, scherzte sie weiter und betrachtete dabei eine Flasche Wein. „Diese Marke kenne ich gar nicht, was für ein Wein ist das ?“, fragte Mary neugierig und machte es sich am Tisch gemütlich.
„Ach, ich wollte etwas Neues ausprobieren“, antwortete ihre Mutter und schenkte dabei den Wein ein. „Jetzt erzähl, wie geht’s dir, wie geht’s Stefan?“
Marys Mimik veränderte sich in Sekundenschnelle, genauso wie ihr Glas Wein, das auf einmal leer wurde. „Es gibt keinen Stefan.“
„Mary, was redest du da? Wie, es gibt keinen Stefan?“, fragte ihre Mutter erstaunt.
„Ich lasse mich scheiden.“
„Wie meinst du das,, du lässt dich scheiden? Du kannst doch nicht so schnell aufgeben. Lass ihm etwas Zeit. Die Situation ist für euch beide nicht einfach. Er hat, genauso wie du, das Kind verloren. Er leidet. Versuch, ihn zu verstehen.“
„Verstehen … Mutter, das war mir sowas von klar, dass du, wie immer, an erster Stelle an die anderen denkst, … wie es deiner Tochter geht, ist dir egal“, antwortete Mary wütend.
„Nicht in dem Ton!“, unterbrach ihre Mutter. „Du redest nicht in dem Ton mit mir!“, wiederholte sie. „Ich bin deine Mutter!“
„Genau, Mutter, eine Mutter habe ich in dem Moment auch gebraucht, eine Mutter, … die für ihr Kind da ist, wenn es ihm schlecht geht, und nicht für alle anderen“, antwortete Mary leise und räumte dabei ihr Glas weg. Dann sprach sie weiter: „Wenn es in Ordnung ist, dann bleibe ich für ein paar Tage hier, danach bin ich weg, Mutter, gute Nacht! Ich möchte jetzt gerne allein sein. Ich bin müde und habe keine Energie mehr für das Ganze, du wirst es sowieso nicht verstehen, wie es mir im Moment geht!“, sprach Mary und ließ dabei ihre Mutter nachdenklich zurück, indem sie anschließend in ihrem Zimmer verschwand.
Am nächsten Morgen zog Mary ihr neues, dunkelblaues Kleid an und ging den Strand entlang, runter in die Stadt. Die Berge waren voller Sand, wie Gold schimmerten sie im Sonnenschein. Hier und dort erholten sich die Menschen, entweder am Strand liegend, beim Eisessen oder Biertrinken. „Ach, diese Wellen, wie ich euch vermisst habe“, dachte Mary, „die Meeresluft …“ Sie blieb kurz stehen und atmete tief ein. Plötzlich und unerwartet griff jemand nach ihrer Tasche. „Hey, du da!“, schrie sie laut, bis sich ihr ein anderer junger, blonder Mann mit einem Messer näherte und ihren Mund mit seiner Hand zudrückte. „Na, wie wäre es mit etwas Spaß?“, sagte er mit einer lachenden, provozierenden Stimme und packte sie dabei an ihren Brüsten.
Ohne nachzudenken biss Mary in seine Hand. Ein lautes Geschrei verbreitete sich auf der Straße. Plötzlich schoss jemand.
„Was passiert hier? Kommt, lasst uns abhauen!“, sagte der Blonde zu dem anderen, schubste dabei Mary auf den Boden und warf ihre Handtasche hin, sodass alles herausflog.
„Verschwindet von hier und lasst euch nie wieder blicken.“
Mary beugte sich auf den Boden und regte sich auf, als sie ihre ganzen verstreuten Sachen sammelte. Tränen schossen ihr in die Augen und die Wut verbreitete sich im ganzen Körper. „Arschloch!!! Warum, warum muss es immer mir passieren? Es reicht doch irgendwann mal. Warum ich …?“
Eine männliche Stimme unterbrach ihr Selbstgespräch: „Alles okay?“
Mary sagte wütend: „Siehst du doch, alles bestens!“
„Sorry, ich wollte nur fragen. Und wie wäre es eigentlich mit Danke sagen? Wir haben praktisch Ihr Leben gerettet.“
Mary drehte sich langsam um, blickte hoch und sah drei Männer, so um die 30 herum, vor ihr stehen.
„Danke, Jungs, ihr seid wirklich wahre Helden“, antwortete Mary mit lauter Stimme. „Soll ich mich noch verbeugen? Ach, Spaß beiseite. Sorry, Jungs, das habe ich nicht so gemeint. Heute ist einfach nicht mein Tag, naja – wie viele andere auch“, lächelte Mary und wischte dabei ihre Tränen weg, als sie sich bei den Jungs nochmals bedankte.
„Du hast da noch etwas übersehen“, sagte einer von ihnen und hob dabei eine Wimperntusche auf. Mary schaute ihm tief in die Augen. „Ich kenne dich doch.“ Der junge Mann schautezurück. „Wer weiß“, sagte er und lächelte sie dabei an.
„Bist du das wirklich?“, fragte Mary überrascht. „Max, das kann nicht sein.“ Der junge Mann blickte erstaunt zurück.
„Tatsächlich, Max, Max Haller? Du warst doch weg. Bist du wieder zurück? Egal, wie geht es dir?“, fragte Mary neugierig und umarmte ihn dabei. „Erzähl doch, bist du verheiratet, hast du Kinder?“
„Wow! Du überforderst mich gerade. Ich muss erstmal mitkommen, dein Gesicht kommt mir bekannt vor, aber mehr … Woher kennst du mich nochmal?“, fragte er neugierig.
„Na immerhin komme ich dir bekannt vor. Du hast mich früher von eurer Schatzkammer weggejagt“, sprach Mary in einem magischen Ton, „oder was auch immer das war. Weißt du es nicht mehr? Ich bin es, Mary, die dich mit deiner kleinen Schwester immer genervt hat … Übrigens, wie geht’s ihr?“
„Ach, jetzt!“, antwortete Max und schüttelte dabei den Kopf.
„Willst du uns nicht vorstellen?“, unterbrach einer dazwischen.
„Ach so, klar“, antwortete Max verwirrt, „das sind meine Kumpels …“
„Leon.“
„Bonjour, Madame“, verbeugte sich Leon und küsste dabei ihre Hand.
„Jonas.“
„Servus, Mary, freut mich sehr, dich kennenzulernen“, antwortete Jonas und schüttelte dabei ihre Hand.
„Und Mike.“
„Ja, Servus“, sagte Mike und zeigte dabei auf seine Armbanduhr. „Es ist ja schön, dass ihr zwei euch gefunden habt. Aber Max, schau auf die Uhr – ticke, ticki, wir müssen weiter.“
Max blickte zu Mary … dann zu den Jungs, wieder zu Mary … zu den Jungs. „Ich muss leider gehen.“
„Schade!“, betonte Mary.
Max schaute sie an und flüsterte mit einer leisen Stimme: „Finde ich auch, aber wir sehen uns.“
„Na klar!“, antwortete Mary und schickte ihm dabei ein Lächeln.
„Weißt du was?“, sagte Max und holte dabei aus seiner Tasche eine Visitenkarte. „Komm doch am Abend vorbei. Hier ist meine Handynummer. Heute Abend sind wir in der Bar ‚Adler‘. Ich würde mich freuen, wenn du vorbeikommst.“
Mary überlegte: „Na, warum auch nicht? Ich weiß nur nicht, wo das ist.“ Max lächelte Mary an und sagte: „Doch, du weißt es. Unser Lieblingsplatz, an dem wir unseren Schatz versteckt haben … Na, kommst du mit? Du wirst es schon finden! Und jetzt, Madame, müssen wir uns leider verabschieden, denn das Abenteuer wartet.“
„Wie spannend!“, lächelte Mary zurück und ging weiter in Richtung Stadtmitte.




2


Der Tag neigte sich dem Ende zu, doch gedanklich war Mary noch immer bei dem Treffen mit Max., sodass sie für einen kurzen Moment ihre Sorgen vergessen hatte. Ihr Lächeln zauberte sich langsam wieder auf ihr Gesicht. Auch wenn sie es innerlich nicht wirklich zulassen wollte, freute sie sich riesig auf das Wiedersehen mit Max.
Nun war es so weit. Mary blieb kurz vor der Bar stehen, um durchzuatmen. Ihre Nervosität verbreitete sich in ihrem ganzen Körper. Da kam er …, Max, entgegen. Ein charmanter Mann – nicht mehr der, den sie als Kind noch kannte, nein, ein großer Mann mit dunkelblauen Augen und dunkelbraunen Locken. „Hallo Mary!“, begrüßte Max sie und schenkte ihr dabei ein zauberhaftes Lächeln. „Schön, dass du da bist! Die anderen warten bereits. Bist du so weit, gehen wir rein?“, fragte Max höflich und reichte ihr dabei seine Hand. Mary gab ihm ihre Hand und ging mit Max die Treppen in die Bar hinunter. Die vertraute Musik beruhigte langsam ihre Gedanken. Hier und dort waren ein paar bekannte Gesichter, doch erinnern konnte sie sich erstmal nicht. Max und Mary setzten sich zu den anderen Jungs, die schon am Bestellen waren. „Was willst du trinken?“, fragte Max. Ohne lange zu überlegen, antwortete Mary: „Wasser, einfach nur Wasser.“ Auf dem Tisch lag eine Weltkarte. Leon setzte ein paar Markierungen und Jonas schrieb etwas in ein Heft. „Was macht ihr da?“, fragte Mary neugierig. „Wir planen unseren Urlaub beziehungsweise unser Abenteuer.“ „Interessant, sehr interessant. Und dafür müsst ihr alles aufschreiben? Wo geht’s denn hin?“
„Du bist ganz schön neugierig“, sagte Max und lächelte sie dabei an.
„Weißt du was? Komm doch einfach mit.“
Mary schaute Max erstaunt an und fragte: „Meinst du das ernst?“ Alle Blicke richteten sich nun auf ihn.
Jonas unterbrach: „Was redest du da?“
Max antwortete mit ruhiger Stimme: „Warum nicht? Platz haben wir und ja …“ Bevor er weitererzählen konnte, mischte sich Leon dazwischen: „Mary, kannst du kochen?“ Alle lachten, nur Mary verstand nichts.
„Was meinst du damit?“, fragte sie verwirrt.
„Er will einfach nur seine Arbeit auf dich schieben, ganz einfach“, unterbrach Max.
Mary blickte zu Max und wunderte sich: „Wie? Wo soll ich kochen?“
„Also, Mary“, sagte Max und faltete die Weltkarte zusammen, „morgen früh, so gegen fünf Uhr, brechen wir mit meiner Yacht auf das weite Meer hinaus, um ein wenig zu entspannen und nach einem Abenteuer zu suchen – uuuund, das Wichtigste: jemanden zu finden. Wenn du mitkommen magst, dann sehen wir uns morgen am Hafen. Überleg es dir.“ Marys Augen glänzten: „Mit der Yacht! Da muss ich gar nicht überlegen, natürlich bin ich dabei! Und, Leon, kochen kann ich sehr gut.“
Jonas schaute sie an und sagte: „Ich hoffe, nicht so gut wie Leon …“ Alle lachten, nur Mary saß da und verstand wieder mal gar nichts …
„Das wirst du schon noch sehen“, sprach Leon und verabschiedete sich dabei.
„Soll ich dich nach Hause begleiten?“, fragte Max Mary. „Oder wolltest du noch hierbleiben?“
„Nein, nein“, antwortete Mary, „wenn ich morgen früh mit euch aufbreche, dann sollte ich jetzt lieber auch nach Hause gehen und du darfst mich gerne begleiten. Mit dir an meiner Seite weiß ich, dass mir nichts passieren wird.“ Max lächelte, währende er die Rechnung bezahlte.
Auf dem Rückweg nach Hause kamen viele Erinnerungen von früher hoch, worüber die beiden scherzten und lachten, bis Mary zu Hause ankam. Sie bedankte sich bei Max für den schönen Abend und schloss glücklich die Tür.




3


Der Sommerwind spielte sanft mit den weißen Vorhängen, als Mary sich in einem lebhaften Traum befand. Sie war dort, wo die Wellen rauschten und der Delfingesang sich langsam in ein lautes Geräusch verwandelte, immer lauter und lauter … bis sie wach wurde. Sie schaute sich um, dann drehte sie sich zu dem Wecker, der schon ganz laut piepste, …
„Oh Mann!“, schrie Mary wütend und schlug dabei auf den Wecker. „Du hast mir alles verdorben, aber wirklich alles!“ Sie legte sich wieder hin, um sich an den Traum, der wundervolle Spuren in ihrem Geist hinterlassen hat, weiter zu erinnern … „Wer war das?“, fragte sie sich. Plötzlich klopfte es an der Tür. „Oma! Wie schön, du bist auch hier.“
„Natürlich, Mary, ich lass’ dich doch nicht so einfach gehen. Ich will dich auch noch sehen“, sagte Oma und umarmte sie ganz fest. Die Wärme strömte durch Marys Körper, so wie früher. „Diese Wärme habe ich vermisst, liebe Oma, du glaubst nicht wie. Doch, eigentlich, das Gefühl habe ich grad in meinem Traum auch bekommen …“
„Was für ein Traum? Erzähl mal“, fragte Oma neugierig.
„Ich weiß nicht, da war eine Frau am Meer, sie war wunderschön, und ich spürte plötzlich das Glück in mir. Er war so schön, so echt. Ich hörte den herrlichen Delfingesang und fühlte, dass noch jemand anwesend war, jedoch konnte ich ihn nicht erkennen, doch er gab mir das Gefühl von Liebe und Leichtigkeit. Ich konnte ihn spüren.“
„Aha! Ein ‚er‘ also, sehr interessant.“
Mary lachte: „Ja, Oma, sehr interessant. So interessant, dass ich glaube, ich gehe wieder schlafen. Was wollte mir dieser Traum nur damit sagen?“
„Das, meine liebe Mary, kannst nur du rausfinden“, antwortete Oma. Sie sprach weiter: „Weißt du, Mary, das Leben ist wie ein Labyrinth. Den Anfang finden wir schnell, doch dann verwirren wir uns und suchen dabei ein Leben lang nach dem Ausweg, obwohl wir oft kurz davorstehen, doch ihn nicht sehen, lieber umdrehen und dann wiederholen wir das Ganze. Wir treten wieder in dieselben Spuren, in denen wir schon mal waren.“
Mary blickte nachdenklich ihre Oma an und fragte: „Und was genau hat das jetzt mit meinem Traum zu tun?“
„Weiß ich nicht. Finde es doch raus, aber nicht jetzt, denn jetzt solltest du dich lieber beeilen. Wolltest du nicht mit den Jungs aufbrechen? Übrigens, Max ist ein toller Mann.“
„Was willst du mir damit sagen?“, fragte Mary. „Und von wo weißt du, dass wir aufbrechen? Warum bist du eigentlich so früh gekommen?“ Die Oma lächelte Mary an und sagte: „Du weißt doch, hier ist es wie in einem Dorf … jeder weiß alles.“
Mary machte große Augen und packte ihre Sachen zusammen. „Naja, Oma, das habe ich schon fast vergessen“, antwortete sie und schüttelte ihren Kopf.
Die Zeit lief schneller als gedacht. Sie verabschiedete sich sowohl von ihrer Mutter als auch von ihrer Oma und lief schnell zum Hafen, als die Sonne ihre ersten Strahlen am Himmel verbreitete.
Am Hafen angekommen, platzte es aus ihr heraus:
„Wow, Wahnsinn, seit wann hast du so eine Pracht? Das ist doch unglaublich … diese Lichter, diese Farbe.“ Marys Augen strahlten, als sie die Kajüte betrat. „Du hast mir noch nie erzählt, dass du so eine Yacht besitzt. Wahnsinn.“
„Naja, Mary“, unterbrach Max mit ernstem Gesicht, „ich muss zugeben, mit zwölf hatte ich auch noch keine Yacht …“
„Haha, sehr witzig! Hast du im Lotto gewonnen oder habt ihr irgendwo tatsächlich eine Schatztruhe entdeckt?“, lächelte Mary und schaute begeistert die Küche an. Mary konnte ihre Neugier nicht unterdrücken. Sie hüpfte von einer Ecke zur anderen und betrachtete dabei jedes Objekt mit ihren wunderschönen, großen Augen. „So eine Yacht kostet bestimmt einiges.“
„Hey Captain, wir brauchen dich. Komm hoch.“ Max schaute Mary an und sagte: „So, meine Hübsche, es ist so weit, wir brechen jetzt auf in das weite Meer! Du willst bestimmt nicht verpassen, wie Captain Max die ersten Wellen des Meeres überwindet, oder?“
„Bestimmt nicht!“, antwortete Mary und reichte ihm ihre Hand. „Captain, Sie dürfen!“
„Es ist mir eine Ehre!“, sprach Max und führte sie hoch zum Steuerrad, dort, wo alle anderen bereits warteten.
„Guten Morgen, Jungs!“, begrüßte sie Mary höflich.
„Ach, ne“, sagte dann Max. „Immerhin begrüßt du die Jungs, und was ist mit mir?“
Mary nachdenklich: „Na, sorry, aber deine Yacht hat mich voll durcheinandergebracht.“
Max lächelte und ging dabei zum Steuerrad.
„Sind alle bereit?“
„Aye, aye, Captain!“
„Na dann legen wir los.“
Die ersten Wellen verabschiedeten sich von dem Strand, das Wasser nahm immer mehr Farbe auf und verwandelte sich in ein dunkelblaues Tuch. Die Sonne zeichnete mit ihren langen Strahlen einen wunderschönen, glänzenden Weg entlang.
...

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