Liebe ohne Wiederkehr

Liebe ohne Wiederkehr

Kerstin Nickel


EUR 20,90

Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 116
ISBN: 978-3-99048-042-7
Erscheinungsdatum: 26.01.2021
Als sich die hübsche Tanja in sie verliebt, merkt Susi, dass sie sich zu Frauen hingezogen fühlt. Doch das Glück der beiden hält nicht an, und Susi geht durch die Hölle. Wird sie es schaffen, wieder glücklich zu werden und noch einmal die Liebe zu finden?

Ich hatte gerade die Schule beendet, was sollte ich nun lernen? Mein Traum war, Geschichte zu studieren, aber zu meiner Zeit war das nicht so einfach so eben mal auf die Uni zu gehen. Auch habe ich keine Unterstützung von meinen Eltern bekommen, nein, das habe ich nicht, meine Schwester war ja das Liebste, für mich war kein Platz für Liebe. Sie konnte jede Dummheit machen, ich war immer die Schuldige, ich habe immer alles abbekommen. Was sollte ich bloß machen?
So stand ich wieder mal stundenlang am Fenster. Es wurde schon dunkel. Was ich auch machte, es war sowieso meinen Eltern nicht recht. Ich stand wieder mal ohne Hilfe da, wie immer. Bis ich einen Entschluss fasste: Ist doch egal, was ich mache!
Also ging ich auf den Bau. Oje, das war es: „Du kannst nicht auf den Bau gehen, du bist ein Mädchen, das geht nicht, auf keinen Fall!“ „Warum eigentlich nicht? Ich bekomme doch sowieso von euch keine Unterstützung, und hört endlich auf, ihr wollt mich doch nicht, ich bin doch bloß eine Belastung für euch! Glaubt ihr, ich merke das nicht?“ „Das stimmt doch nicht!“, sagten sie, doch es war so.
Ich ging in mein Bett, weinte – wie viele Nächte … ich war so unglücklich.
Drei Wochen später habe ich meine Lehre angefangen, endlich war ich weit weg von zu Hause. Endlich meine Ruhe zu haben, glaubte ich jedenfalls. Ich kam jedoch vom Regen in die Traufe, doch ich sagte mir: „Da musst du durch, ist egal wie.“ Ich habe es geschafft.
Danach ging ich auf die Hochschule. Ich konnte endlich studieren. Es war eine sehr schöne Zeit. Ich hatte einen Freund, mir ging es gut. Wir hatten viel Spaß zusammen. Und plötzlich schlug das Schicksal erneut zu. Mir sollte es nicht zu gut gehen. Mein Freund hatte einen tödlichen Unfall. „Was mache ich bloß?“, fragte ich mich. Ich war ratlos, nach so einer schönen Zeit! Mein Herz war voller Trauer. Ich zog mich immer mehr zurück, sprach mit keinem mehr, habe nur an die schöne Zeit gedacht: an den Urlaub, die vielen kuscheligen Abende bei Kerzenschein und einem guten Wein am Kamin, die wilden Nächte, die romantischen Mondscheinfahrten und die vielen Theaterbesuche, und jetzt war alles vorbei! Das konnte es nicht sein, ich wollte es nicht wahrhaben, aber das Leben ging doch weiter. Irgendwie musste es gehen, ich war doch noch so jung.
Nach einem halben Jahr habe ich meine Prüfung mit „gut“ bestanden.

Ich ging von der Stadt weg, in der ich einige Jahre gelebt hatte, und zog durch die Lande, bis ich einen kleinen Ort namens Schönberg fand. Der Ort gefiel mir sehr gut! Ich ging zur Gemeinde und fragte nach einer Wohnung.
Ich hatte Glück, es war ein kleines, aber schönes Zimmer mit Bad und Küche. Da ich es noch einrichten musste und nicht viel hatte, ging ich essen. Ich hatte es ja nicht weit, gegenüber von meiner Wohnung war ein Café. Die Menschen waren alle so freundlich.
Hier fand ich auch schnell Freunde. Wir trafen uns jeden Tag im Café, mal waren wir alle zusammen, mal bloß zu viert. Da war Peter, ein großer, dunkelhaariger, schlanker, aber etwas tollpatschiger junger Mann. Johann war etwas mollig mit lockigem, dunkelblondem Haar. Renate hatte lange schwarze Haare und wunderschöne blaue Augen, Susanne blonde, immer geflochtene Haaren und blaugrünen Augen, aber ein etwas blassem Gesicht, und Tanja.
Susi, das bin ich.
Wenn ich nicht da war, kam Tanja und holte mich. Tanja hing sehr an mir, ich wusste anfangs nicht, warum. Tanja hatte lange, braune Haare und wunderschöne blaue Augen. Sie war richtig niedlich.

Die anderen hatten mir nicht gesagt, was los war. „Peter, sag schon! Oder du, Renate.“ „Susi, das musst du schon selbst rausfinden!“ „Peter, komm schon. Und was ist mit dir, Renate, willst du auch nichts sagen?“ Sie schaute ihren Peter an. „Na gut, wenn ihr nicht wollt, ich esse erst mal was.“ „Renate sagte: „Schau, da kommt deine Tanja.“ Na gut, ich musste zugeben, ich freute mich und sagte zu ihr: „Tanja, erst holst du mich ab, und auf einmal warst du wieder weg!“
„Susi, ich musste doch noch was bei mir zu Hause machen.“ „Ist schon gut, Tanja!“
Später kamen noch Susanne und Johann. Wir hatten immer was zu feiern oder spielten Karten. An diesem Abend hatten wir besonders viel getrunken. Tanja kuschelte sich an mich, nun ja, dachte ich, Tanja war ein bisschen beschwipst, mir war es nicht unangenehm. Sie legte ihren Arm um meinen Hals und streichelte mich ganz zärtlich. Die anderen sagten nichts oder wollten nichts sagen. Es wurde sehr spät, es muss schon nach zwei Uhr gewesen sein, Peter und Renate standen auf. „Wir müssen morgen früh zeitig aufstehen.“ Sie verabschiedeten sich. „Na, dann bis morgen, ihr zwei.“
Renate sagte: „Zur gleichen Zeit im Café.“
Susi: „Gut, aber ich komme ein paar Minuten später.“ „Das kannst du nicht machen, Susi“, sagte Peter. „Du weißt, dass Tanja dich dann wieder holt, ja, dann kommt Tanja zu dir.“ Und er grinste mich so blöd an.
„Was habt ihr? Sagt es doch!“ Doch Peter und Renate verschwanden ganz schnell. Jetzt war ich mit Johann, Susanne und Tanja alleine. Tanja schlief an meiner Seite. Wir anderen redeten noch lange, bis Klaus, der Wirt, sagte: „Ich will Feierabend machen!“ „Aber für jeden noch ein Bier?“ „Nein“, sagte Johann, „nicht für Tanja!“ „Aber das ist das letzte!“ „Ja, Klaus, das ist das letzte, wir müssen ja auch auf Arbeit. Und Susi will sich nach einer Arbeit umsehen, und noch Möbel kaufen!“ Wir tranken aus.
„Susi, du musst Tanja jetzt mit zu dir nehmen, so kommt sie nicht mehr nach Hause.“
„Klar nehme ich sie mit.“
Susanne: „Pass auf, dass sie dich nicht vernascht!“
„Was meinst du damit!?“
Susanne: „Ach, nur so, ach, nur so, nichts weiter.“
Also nahm ich Tanja mit zu mir. Ich hatte es ja nicht weit, bloß über die Straße. Am Morgen hat Tanja Frühstück gemacht und mich sanft geweckt. Oh, mir tat der Kopf weh, aber Tanja sah so glücklich aus. Wir frühstückten zusammen. Es war irgendwie schön. Sie war so lieb.
Ich frage sie: „Was hast du, Tanja?“
„Susi, du siehst so süß aus mit deinen dunkelblonden, langen Haaren und graugrünen Augen.“
„Meinst du?“
„Ja, Susi!“
Wie wir fertig waren, hat sie noch aufgewaschen und alles weggeräumt. „So, Susi, jetzt müssen wir aber zum Bus.“ An der Haltestelle warteten auch schon die anderen. Sie fragten: „Wie geht es euch beiden?“ und schmunzelten.
Tanja sagte: „Uns geht es gut, und euch?“
Johann: „Uns geht es auch gut!“
„Und was machen wir heute Abend? Susi, du kommst doch?“
„Ja, ich komme, Renate.“
„Tanja brauche ich ja nicht zu fragen, da wo du bist, ist sie ja auch.“
Jetzt hatte ich verstanden: Tanja war lesbisch. Ich schaute sie an und fragte: „Tanja, bist du lesbisch?“ „Ja, das bin ich. Ist das schlimm?“
„Nein, Tanja, warum sollte das schlimm sein?“
„Jetzt weißt du es. Und nun sag schon, Susi.“
Ich brauchte nicht lange zu überlegen, fühlte mich sowieso zu Frauen hingezogen, wollte es bloß nicht wahrhaben. Tanja war eine lustige und sehr hübsche Frau. Was gab es da zu überlegen? Also sagte ich: „Tanja, versuchen wir es!“ Sie war überglücklich.
Die anderen: „Na endlich! Susi hat begriffen, was wir meinten.“
Wir trafen uns abends wieder im Café. „Und, Susi, hast du eine Arbeit?“, fragte Johann. „Ja, ich fange in einer Woche an.“ „Und wo, in der Schule?“ „Ihr wisst doch, ich habe Geschichte studiert!“ „Da wirst du ja mit Tanja in drei Jahren zusammen in der Schule unterrichten, wenn sie mit ihrem Studium fertig ist. Das ist so schön!“

Für uns begann eine wunderschöne Zeit. Es war aufregend, ich hatte ja noch nie was mit einer Frau gehabt. Wir unternahmen viel zusammen, trafen uns aber auch mit unseren Freunden. Wir waren alle beide so glücklich!
Nach kurzer Zeit zog sie zu mir, und dann kam das erste Mal: Wir schliefen zusammen, aber wir hatten es uns so romantisch gemacht, bei Kerzenschein, einer Flasche Wein und überall roten Rosen. Wir hatten sehr lange Sex bis in die Nacht. Es war unbeschreiblich schön, und ich sagte: „Tanja, du bist so liebevoll, so zärtlich.“ Es war unbeschreiblich, ich hatte noch nie so schöne Glücksmomente und wünschte, es ginge nie vorbei, mit ihren zarten Händen, die sanft über meinen Körper glitten.
Tanja: „Sag nichts, Susi. Lass uns das genießen. Lass uns das machen, wonach uns beiden ist.“ Und später: „Wir wollen uns ganz hemmungslos einander hingeben, lass dich einfach fallen, lass dich fallen, Susi“, und sie küsste mich dabei.
Ich sagte: „Tanja, du bist so liebevoll! Mit dir ist jeder Tag so wunderschön.“ Irgendwann schliefen wir ein.
Am Morgen sagte ich zu ihr: „Tanja, mit dir bin ich so glücklich!“
„Ja Susi, ich auch mit dir, du bist so eine liebe, immer lustige und unbeschwerte, einfach lebensfrohe Frau.“
„Komm, lass uns ein schönes Frühstück machen.“ Und wir küssten uns so liebevoll dabei. Es war so wunderbar unbeschreiblich schön. Wir ließen uns sehr viel Zeit und setzten unser Liebesspiel fort. Wir waren einfach alle beide so glücklich.
Am späten Nachmittag fragte Tanja: „Susi, wollen wir runter ins Café?“
„Meinst du?“ „Ja. Die anderen müssten auch schon da sein.“ „Ja freilich, gehen wir, sie warten bestimmt schon.“ Es war so, sie waren alle schon da.
„Hallo Susi, hallo Tanja, was habt ihr gemacht, weil ihr so spät kommt?“ Wir lachten bloß.
Tanja: „Ach, seid froh, dass wir überhaupt kommen.“
„Susanne, was machen wir am Wochenende?“, fragte Renate.
„Wie wäre es, wir fahren zwei Tage an den See. Das Wetter ist schön.“
„Gut“, sagten Peter und Johann, „das machen wir.“
„He ihr zwei, kommt ihr mit?“
„Freilich kommen wir mit, aber wir wollen morgen schon früh los, also heute nicht so lange, vor allem nicht ihr zwei“, sagte Peter.
Tanja: „Wen meinst du, Peter?“
„Na, dich und Susi.“
„Ist schon gut, wir bleiben bloß eine Stunde, was essen und ein Bier.“
Susanne: „Ihr habt wohl nichts eingekauft?“ „Ach Susanne, wieso?“ „Weil ihr hier immer was esst.“
„Na ja, Klaus will auch Umsatz machen. Stimmt’s, Klaus? Susanne, unser Kühlschrank ist immer voll.“
Peter: „Was nehmen wir mit? Susi und Tanja, habt ihr ein Zelt?“ „Haben wir.“ „Wir brauchen etwas zum Grillen.“ „Das bringen wir mit“, sagte Johann.
Susanne: „Komm Johann, wir müssen los, du kommst auch nicht früh aus den Federn und das Auto müssen wir auch packen.“ „Ja, ja, ich komme schon, also bis morgen, macht nicht mehr so lange.“
Tanja sagte: „Wir sind auch gleich weg, müssen nur noch bezahlen.“
Klaus: „Macht das, wenn ihr wieder da seid.“ Also gingen wir. Wir mussten ja auch noch unsere Sachen einpacken.
Wie wir fertig waren, fragte Tanja: „Susi, wollen wir noch ein bisschen in den Park gehen?“ „Ja, hast recht, es ist so schön draußen.“ Wir nahmen eine Decke mit und gingen los. Die Luft war lau und der Himmel sternenklar. Wir kamen endlich in den Park, breiteten die Decke aus und legten uns hin. Wir schauten in den Himmel, suchten den kleinen und den großen Wagen, sahen Sternschnuppen. Es war so richtig romantisch, wir liebten uns. Es war ja keiner da. Tanja war so zärtlich, so gefühlvoll. Wir hatten uns so lieb. Ich hatte nie gedacht, dass ich so glücklich sein konnte. Aber plötzlich raschelte etwas.
Tanja: „Ist bloß ein Hase.“
Nein, das war kein Hase, sondern Renate und Peter.
„Was wollt ihr hier?“ „Wir konnten nicht schlafen.“ „Ach so, na kommt schon, setzt euch zu uns.“ Wir redeten noch lange, irgendwann schliefen wir ein.

Wir wachten sehr spät am Morgen auf. Ach, was sollte es, wir gingen los. Da kamen Susanne und Johann. „Wo kommt ihr her? Wir wollten doch zeitig los und haben euch überall gesucht!“ „Wir waren im Park und müssen eingeschlafen sein.“ „Ach, alle vier? Ist schon gut, aber jetzt wollen wir los, habt ihr alles?“ „Ja, wir müssen bloß noch unsere Sachen holen.“
Johann: „Nun kommt schon, ihr zwei Turteltauben, sonst wird es zu spät.“
Tanja sagte: „Susi, ich hole alles, bleib hier.“
„Gut, Tanja.“
Nun ging es endlich los, wir nahmen bloß ein Auto. Wir saßen wie die Heringe, doch das machte nichts, wir fuhren ja nur durch den Wald. Endlich waren wir da. Mir tat alles weh.
„Tanja, wie geht es dir?“ „Geht schon, Susi.“
„Ach“, sagte Peter, „uns fragt keiner?“ „Das war ja deine Idee, bloß ein Auto zu nehmen!“ „Ist schon gut.“
Wir suchten uns einen schönen Platz, luden das Auto aus und fingen an, unsere Zelte aufzubauen. „Tanja, Susi, schafft ihr das?“, fragte Johann. „Schaffen wir schon.“ Und kurz darauf: „Wir waren eher fertig! Na, Johann, sollen wir euch helfen?“ „Tanja, macht euch nur lustig!“, sagte Susanne. „Ihr seht doch, die Jungs bringen heute nichts fertig.“
„Renate, Susanne, kommt ihr mit? Wir gehen und schauen, wie das Wasser ist.“ „Ja wir kommen mit.“ Peter rief: „Wir kommen auch mit.“ „Nein“, sagte Renate, „erst wird das Zelt aufgebaut.“ „Ihr könnt nachkommen, wenn ihr es geschafft habt. Und nicht vergessen, alles für das Lagerfeuer fertig zu machen, wir holen das Holz.“
„Susanne, das Wasser ist herrlich! Kommt rein!“ Ja, das war es, wir vier hatten viel Spaß. Nach einer Weile sagte Tanja: „Aber jetzt müssten wir noch das Holz holen!“
Also gingen wir aus dem Wasser, sammelten das Holz und gingen zurück. Peter und Johann waren auch fertig. Wir Frauen bereiteten das Lagerfeuer für den Abend vor.
„Ich lege mich mit Tanja noch ein bisschen hin, wenn ihr nichts da gegen habt“, sagte ich.
Johann: „Macht nur, ihr beiden, viel Spaß!“ „Werden wir haben, Johann“, sagte Tanja. „Weckt ihr uns, Renate?“ „Machen wir. Und nun geht schon, ihr zwei Süßen.“ Aber an Schlafen hatten wir nicht gedacht.
„Tanja, willst du schlafen?“
„Nein, warum?“
Wir kuschelten uns zusammen, hatten uns lieb und tauschten Zärtlichkeiten aus. Wir wollten uns gar nicht mehr loslassen, wir waren so glücklich und hatten noch dazu sehr gute Freunde. Es wurde langsam dunkel.
„Tanja, wir müssen aufstehen. Sie werden schon warten.“ „Das macht nichts.“ „Weiß ich doch“, und ich küsste sie. Schließlich gingen wir nach ein paar Minuten raus.
„Ach, seid ihr auch schon da?“ „Renate, du solltest uns doch wecken!“ „Ach, habe ich vergessen. Wie seht ihr zwei bloß aus?“
„Wie schon? Sag schon!“
„Na ja, wie soll ich es euch zwei sagen?“
Tanja: „Lass es, wissen wir selbst, das macht doch nichts, oder?“
Susanne: „Nein.“
Johann: „Wir machen jetzt das Lagerfeuer an, macht ihr die Spieße fertig?“ „Machen wir“, sagte Renate.
Endlich war es so weit. Wir setzten uns um das Lagerfeuer, hielten unsere Spieße in das Feuer, hatten viel Spaß dabei, wir aßen und tranken. Peter holte seine Gitarre. Wir waren so vergnügt, sangen schöne Lieder und tanzen. Wir hatten so viel Spaß zusammen. Es war eine herrliche Nacht. Als ob es nichts anderes auf der Welt gab. Wir waren so fröhlich und unbeschwert. Das Feuer brannte runter, wir legten noch etwas nach, erzählten uns Geschichten. Nun ganz nüchtern waren wir auch nicht mehr.
„Tanja?“ „Ja, Susi?“ „Gehen wir noch einmal zum See, noch eine Runde schwimmen?“ „Gute Idee, aber ohne Badezeug.“ „Na klar, Tanja!“
Es war so schön, Liebe im Wasser und das bei Vollmond! Unbeschreiblich schön und romantisch.
Auf einmal kamen auch die anderen.
„Was wollt ihr?“
„Na, was schon?“, sagte Johann.
„Na, kommt schon! Das Wasser ist herrlich!“ Wir schwammen noch eine Runde. Aber dann wurde es Zeit, schlafen zugehen.
„Tanja, kommst du mit?“ „Freilich.“ Es war schon fast drei Uhr. Wir gingen in unser Zelt. Es dauerte nicht lange, und wir schliefen Arm in Arm ein.

Es war gegen elf, als ich munter wurde. Tanja schlief noch. Sie sah so süß aus wie ein Engel. Bei den anderen war es auch noch ruhig. Ich gab ihr ein Kuss und schlich mich aus dem Zelt, ich wollte Tanja nicht aufwecken.
Ich ging zum See, setzte mich in den Sand und schaute auf das Wasser. Die Wellen spielten miteinander. Es war ruhig, als ob keiner da wäre, so eine Stille. Der laue Wind wehte sanft über mein Haar, als wolle er mir etwas sagen. Es klang wie ein Liebeslied, ein Lied der Sehnsucht.
Plötzlich stand Tanja hinter mir, strich mir übers Haar und sagte leise: „Susi, warum hast du mich nicht geweckt?“ „Ich wollte dich schlafen lassen. Du sahst aus wie ein Engel, so richtig süß.“
Dann bat ich sie: „Komm, setz dich neben mich.“ Ich nahm sie in den Arm und sagte ihr leise ins Ohr: „Ich liebe dich, ich liebe dich so sehr, als wenn es ein Traum wäre.“ „Ich liebe dich auch so sehr, Susi. Ich will dich nie mehr loslassen, und verlass mich nie!“ „Tanja, das werde ich nie, nie, ich werde dich nie verlassen!“ Wir hielten uns ganz, ganz fest und schauten auf das Wasser, auf die spielenden Wellen, und küssten uns leiden--
schaftlich.
Bis eine Stimme sagte: „Kommt ihr frühstücken?“
Es war Peter. „Ja, wir kommen“ Wir standen auf und gingen.
„Habt ihr gut geschlafen?“, fragte Susanne.
„Haben wir. Und ihr?“ „Wir auch.“ Wir setzten uns hin. Wir hatten noch den Sand in den Haaren, der leise auf den Tisch rieselte. Wir mussten so lachen. Es war so lustig.
„Was machen wir heute?“ „Was meint ihr?“, sagte Johann. „Na, erst mal essen.“ „Ja, aber danach?“ „Wie wäre es mit einer Wasserschlacht?“ „Oh, gut!“, sagt Tanja. „Das machen wir.“
Nach dem Essen gingen wir zum See. Dann ging es los. Wir hatten viel Spaß, wir tobten uns so richtig aus.
Susanne rief: „Wollen wir ein Wettschwimmen machen?“ „Ja, das ist eine gute Idee!“, sagten die anderen.
Tanja: „Hast du Lust, Susi?“ „Nicht so richtig.“ „Ich auch nicht.“ „Lass die anderen, komm.“ Wir gingen aus dem Wasser, liefen erst mal zum Zelt und zogen uns um.
Tanja: „Und was machen wir jetzt?“ Ich schaute sie an.
„Was hast du, Susi?“ „Du bist so schön! Deine nassen Haare, dein Lächeln. Du schaust so unschuldig aus.“
„Bin ich das nicht, Susi?“
„Bist du, ja, meine süße Tanja, das bist du! Komm, lass uns ein bisschen am Strand entlanggehen.“
Wir redeten nicht viel, brauchten es auch nicht, nahmen uns an der Hand und liefen langsam den Strand entlang. „Ach Tanja.“ „Was hast du, Susi?“ „Ich bin so glücklich mit dir, Tanja!“ „Ich mit dir auch. Komm, lass uns ein bisschen hinsitzen.“ „Das ist eine gute Idee.“ Wir küssten uns, es war so still, sehr still, wir schwebten im siebten Himmel. Nichts konnte uns stören. Wir merkten nicht, wie ein Gewitter aufkam.
Die anderen suchten uns schon. Sie riefen: „Wo seid ihr? Tanja? Susi? Wo seid ihr?“ Wir sagten: „Hier sind wir. Was ist?“ „Kommt! Wir müssen schnell zurück! Es zieht ein Gewitter auf, hoffentlich wird es nicht so schlimm.“
Wir setzten uns ins Auto und wollten nicht in unsere Zelte, wir wussten ja nicht, wie schlimm es werden würde. Aber wir hatten Glück, großes Glück, und bekamen nicht viel ab.
Peter und Johann machten den Grill an. Es war schon spät. Wir mussten etwas essen. Renate, Susanne, Tanja und ich machten den Salat. Peter und Johann waren für das Fleisch verantwortlich. Renate rief: „Macht schon und trinkt nicht so viel Bier!“
Peter: „Warum nicht, Renate?“
„Wir müssen doch noch nach Hause!“
Johann: „Nee, wir fahren morgen früh, oder?“
„Gute Idee! Da haben wir noch den ganzen Tag“, rief Tanja, „und die Nacht!“ „Ja, ja“, sagte Susanne, „die ganze Nacht. Du bist mir schon eine!“

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