Cover: Aurelie und Adrien

Aurelie und Adrien
Der große Kampf um die Liebe


EUR 22,90

Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 268
ISBN: 978-3-99130-639-9
Erscheinungsdatum: 19.12.2024
Aurelie und Adrien sind seit einem Jahr ein Paar und schweben im siebten Himmel. Doch dann passiert etwas, das sie aus der Bahn wirft, und der große Kampf um ihre Liebe beginnt.
Kapitel 1


Es war genau achtzehn Uhr, als die beiden sechzehnjährigen in Paris lebenden Teenager Aurelie Reaugardier und ihr Freund Adrien Martin bei Aurelies Haus ankamen. Die beiden liebten sich sehr und waren seit einem Jahr ein Herz und eine Seele. Niemand sollte und konnte ihre Bindung zerstören und jetzt waren sie zusammen beim Eiffelturm spazieren gewesen. „Danke, dass du mich nach Hause gebracht hast, Adrien“, sagte Aurelie mit einem breiten Lächeln im Gesicht und Adrien lächelte zurück. Jedes Mal, wenn Aurelie lächelte, steckte sie ihre Mitmenschen damit an. „Sehr gerne“, antwortete Adrien und sie gingen Arm in Arm zu Aurelies Haustür. Gerade standen sie in dem kleinen Garten, der sich vor ihrem Haus befand, und sie wollten sich die gute Stimmung nicht kaputtmachen lassen. Immer, wenn Adrien Aurelie nach Hause brachte, öffnete ihnen Aurelies Zwillingsschwester Amelie, die zehn Minuten älter und das komplette Gegenteil von Aurelie war. Sie war intrigant, fies, rücksichtslos, egoistisch und hatte auch ein Auge auf den süßen, freundlichen und charmanten Adrien geworfen. Aurelie wusste aber nichts davon, da ihre Schwester ihre Bewunderung für ihn gut verbarg. Amelie war eben ein Profi in Sachen Lügen oder Vertuschung, und das hatte sie in der Vergangenheit immer wieder unter Beweis gestellt. Sie hatte ihren Mitschülern schon häufig die Schuld gegeben, wenn sie selbst etwas verbrochen hatte und es immer so gedreht, dass sie bestraft worden waren. Seitdem hatte sie es immer wieder getan und Gefallen daran gefunden, wenn sie log und andere leiden ließ. Das gab ihr die Bestätigung und die Macht, die sie brauchte und genauso war es auch bei Aurelie. Sie war neidisch auf sie, da sie ihren Adrien und eine perfekte Beziehung mit ihm besaß. Allerdings war es kein Wunder, dass Amelie ihnen nacheiferte und ihn auch gut fand, da er Aurelies absoluter Traumprinz war und nie etwas falsch machte. Da konnte Amelie nur neidisch sein. Nun klingelte Adrien für seine Freundin und Aurelie fiel ein, dass ihre Schwester sehr wahrscheinlich die Tür öffnen würde. Warum hatte sie ihren Schlüssel nur wieder vergessen! Sie hätte ihn nur schnell einstecken müssen und dann würde ihnen das Treffen mit Amelie erspart bleiben! Wie ärgerlich! Ihre Freude sank leicht in den Keller und dementsprechend sah sie Adrien auch an. „Was hast du?“, wollte er ein bisschen besorgt wissen und berührte sie sanft am Arm. Aurelie liebte seine Fürsorge und direkte Aufmerksamkeit für ihr Wohlbefinden und sie konnte wieder leicht lächeln. „Na du weißt doch, wer uns die letzten Male geöffnet hat, und das war wieder ein absoluter Stimmungskiller“, verriet Aurelie und presste ihre Augenbrauen unglücklich zusammen. Amelies giftige Miene hatte sie bereits vor Augen und dabei lief ihr ein eiskalter Schauer über den Rücken. Hoffentlich öffnet heute jemand anderes, dachte sie und ihr Freund verstand sie. „Ja, das weiß ich, aber ignorier deine Schwester doch einfach. Sieh mal, wir hatten wirklich einen wundervollen Tag am Eiffelturm und wir wollen uns doch nicht die Laune verderben lassen. Vor allem nicht von Amelie“, betonte Adrien nochmal und seine Freundin küsste ihn auf die Lippen. „Wofür war der denn?“ Aurelie lächelte breit und beantwortete seine Frage schnell: „Für dich. Du bist toll.“ Adrien schaffte es immer wieder sie aufzumuntern und die Freude in ihr kehrte allmählich zurück. Sie hatte großes Glück mit ihm und sie schätzte seine Aufmerksamkeit. „Danke“, grinste er nun und wurde rot, da Aurelies Komplimente und Bestätigungen guttaten und er dadurch wusste, dass er alles richtig machte. Schließlich war es ihm wichtiger als alles andere, dass Aurelie glücklich war und er ihr half. Doch bevor die beiden Turteltauben weiterlachen konnten, öffnete ihnen jemand hastig die Tür. Sie erschraken, aber zu ihrer Überraschung war es nicht Amelie, die als Türöffnerin beauftragt wurde. Es war Aurelies Vater François Reaugardier, der während des Öffnens telefonierte und eine Handgestik machte, die so viel wie „Kommt rein“ aussagte. Aurelie und Adrien nickten ihm zu, um sich zu bedanken, und Adrien winkte seinem Schwiegervater zu. Er und François verstanden sich sehr gut und François hatte ihn auch sofort in der Familie aufgenommen, als Aurelie ihn vor einem Jahr vorgestellt hatte. „Ja, ja, das ist natürlich ein Problem, JA!“, hörten sie Aurelies Vater noch verärgert rufen, bis er in dem Esszimmer, das sich direkt links neben der rechteckigen Haustür befand, verschwand. Das verliebte Paar sah sich verwundert an und sie fragten sich zur gleichen Zeit, was den Fünfzigjährigen so verärgerte. Sie wollten ihn auf jeden Fall nicht darauf ansprechen, da François häufig ausrastete, wenn er Probleme hatte und dann auch noch darüber sprechen musste. Also flüsterte Aurelie: „Möchtest du noch mit in mein Zimmer kommen und mich dann zu Leona begleiten oder möchtest du schon nach Hause gehen?“ Leona Flamant war gemeinsam mit Marie Claude ihre beste Freundin und die drei waren unzertrennlich. An diesem Abend war Aurelie aber allein zu ihr eingeladen, weil sie einen Filmabend machen wollten und Marie nicht konnte, da sie mit ihrem Freund Vincent, der nebenbei auch noch Adriens bester Freund war, verabredet war. Nachdem Adrien kurz überlegt hatte, wollte er seiner Freundin eine Antwort geben und fühlte sich schlecht, als er bemerkte, dass er selbst noch eine wichtige Besprechung mit seinen Eltern Claudette und Olivier hatte. Er wusste nur nicht, worüber sie mit ihm reden wollten, aber er konnte ihnen auch nicht absagen, da er es immer allen recht machen und niemanden enttäuschen wollte. „Es tut mir wirklich total leid, Schatz, aber ich muss jetzt wieder nach Hause, weil Mama und Papa etwas Wichtiges mit mir besprechen wollen. Ich hätte dich wirklich gerne zu Leona gebracht, aber du weißt ja, dass ich nicht Nein sagen kann, weil ich …“, Adrien tat sich immer sehr schwer, wenn er sich erklären wollte, da er immer nach perfekten Worten suchte, um niemanden vor den Kopf zu stoßen, aber Aurelie verstand ihn und berührte ihn leicht an seiner Wange, was ihn stoppte. „Hey, es ist doch alles in Ordnung. Wenn deine Eltern dich brauchen, ist das eben so. Ich werde die paar Meter auch allein zurechtkommen“, versicherte Aurelie und schenkte ihm ein unterstützendes Lächeln, wodurch es ihm schnell besser ging. Adrien beruhigte es, dass sie es ihm nicht übelnahm, und drückte das sofort aus. „Okay. Dann würde ich jetzt wieder nach Hause gehen und dich allein lassen. Schade, dass unsere Wege genau in die andere Richtung gehen, sonst könnten wir wenigstens bis dahin zusammen gehen. Aber jetzt muss ich wirklich los. Bis morgen Aurelie, viel Spaß bei Leona und geht nicht allzu spät schlafen“, äußerte er und Aurelie lachte herzhaft. „Danke und mach dir keine Sorgen. Wir werden sowieso nach einer Stunde beim Film einschlafen“, vermutete Aurelie und Adrien küsste sie auf die Stirn. „Dann ist ja gut. Au revoir, mein Herz“, sagte er und ging. „Au revoir!“, rief sie ihm nach und schloss die Haustür. Sie blieb noch eine Weile vor der Tür stehen, lächelte und atmete laut aus, während Adrien nach Hause zu seinen wartenden Eltern ging. Typisch Adrien, dachte Aurelie. Er war fürsorglich und in allem, was er tat, perfekt. Manchmal verhielt er sich fast schon wie ihr Vater, wenn er ihr Ratschläge gab, aber das störte sie nicht, da sie sie lieber von ihm als von ihrem Vater bekam. Wenn François sagte, was sie besser tun und lassen sollte, war sie relativ schnell genervt, aber wenn Adrien es tat, hörte sie auf ihn und lächelte. Adrien war etwas ganz Besonderes für sie und sie wollte ihn niemals verlieren. Zuvor hatte sie sich noch nie so stark mit einem Jungen verbunden gefühlt. Meistens waren es nur Schwärmereien oder Bewunderungen, aber als sie Adrien im vorherigen Jahr kennenlernte, war alles anders. Es war während einer Protestaktion gegen Gewalt in der Nähe des Louvres und als Adrien sie ansprach, verliebte sie sich augenblicklich in ihn. Damals war er schon genau so perfekt wie heute und er hatte auch damals gewelltes braunes Haar und strahlend blaue Augen, die Aurelie immer an den Ozean erinnerten. Aurelie hatte zu dem Zeitpunkt noch brustlange braune Haare, aber aktuell besaß sie eine lange schokobraune Mähne, welche bis zur Hüfte reichte und die sie mit einem dunkelgrünen Haarband zurückband. Es passte perfekt zu ihren Augen und da ihre Haare nicht im Weg waren, wurde ihr kleines rundes Gesicht gut betont und jeder sah ihre kleine Stupsnase, die tannengrünen Augen und die vollen Lippen. Amelie hingegen sah gar nicht so aus, obwohl sie ihre Zwillingsschwester war. Im Gesicht waren sie sich sehr ähnlich, obwohl Amelies Augen braun waren. Der größte Unterschied war, dass Amelies Haar nicht so voluminös und nur schulterlang war und ihre Stirn von einem Pony bedeckt wurde. Dadurch konnten alle sie auseinanderhalten und es gab keine Verwechslung. Jetzt wollte Aurelie aber wieder losgehen. Sie musste ihrem Vater nur irgendwie mitteilen, dass sie verabredet war. Ihr war bewusst, dass sie ihm jetzt nichts zurufen durfte, weil sie dadurch sein Telefonat störte. Also entschied sie sich dazu, dass sie schnell in ihr Zimmer lief, um ihm einen Zettel zu schreiben und ihn dann an die Esszimmertür zu kleben. So würde er ihre Mitteilung sofort sehen. Die lange Holztreppe, die sich direkt vor der Haustür befand und zum Badezimmer und zu den Schlafzimmern der Familie führte, schlängelte sich und man musste immer abbiegen, wenn man die Stufen hochlief. Also stieg sie die Stufen hinauf und kam im oberen Flur an, dessen Wände mit ganz vielen Familienbildern geschmückt war. Auf manchen Bildern war auch Younes, der ältere Bruder der Zwillingsschwestern, zu sehen. Younes war fünfundzwanzig Jahre alt und vor vier Jahren ausgezogen, als er seine Ausbildung zum Polizisten abgeschlossen hatte. Seitdem wohnte er in der Pariser Innenstadt und seine Schwestern hörten nur noch einmal in der Woche von ihm, da er immer ziemlich beschäftigt war. Außerdem war er ein Mädchenschwarm. Jede Woche gab es ein anderes Mädchen, das ihn auf der Straße ansprach, wenn er seine dienstlichen Kontrollen durchführte, aber der schwarze Lockenkopf mit den dunkelbraunen Augen ignorierte sie und vermittelte jedes Mal aufs Neue, dass er nicht an Flirts interessiert war. Younes war eher Einzelgänger, weil er der Meinung war, dass er allein besser zurechtkäme, und Frauen ihm nur Probleme bereiten würden. Aurelie betrachtete die Bilder kurz und lächelte. Sie und Amelie hatten nicht viel Zeit mit ihm gehabt, als sie noch klein waren, aber Aurelie gab sich Mühe, damit sie Kontakt mit ihrem neun Jahre älteren Bruder hatte. Sie schlich durch den langen Flur, bis sie schließlich ihr Zimmer erreichte. Es war das letzte Zimmer und sie musste immer zehn Meter laufen, um es zu erreichen. Sie ging in das kleine Zimmer, das ziemlich einfarbig gestaltet war. Ihre Möbel waren weiß und die Tapete besaß ein angenehmes Rosa, das Licht ins Zimmer brachte. Aurelie marschierte zu ihrem Schreibtisch und zog sich einen gelben Minizettel aus einer der unteren Schubladen. Danach schnappte sie sich einen Kugelschreiber und schrieb ihre Nachricht auf. Zu guter Letzt riss sie sich ein Stück Tesafilm ab und klebte ihn an dem Zettel fest, sodass eine Klebefläche frei war. Fertig! Sie spazierte den Weg zurück und kam zum Untergeschoss, wo sie ihren Vater, immer noch recht aufgebracht, telefonieren hörte. Jetzt bloß leise, dachte Aurelie und fühlte sich wie eine Geheimagentin, als sie zur Esszimmertür schlich und den Zettel befestigte. Geschafft! Dann schnappte sie sich einen Haustürschlüssel von dem kleinen Schlüsselbrett, das an der Wand neben der Haustür befestigt war, und verließ sie das Haus. Auf dem Weg zu ihrer Freundin bemerkte Aurelie, dass es draußen kühl und dunkel geworden war und bereits Sterne am Himmel zu sehen waren. War das eben etwa auch schon so, als sie mit Adrien unterwegs war? Da hatte sie es wahrscheinlich nicht mitbekommen, weil sie sich ausschließlich auf ihn fokussiert hatte. Sobald ihr Freund bei ihr war, vergaß sie sowieso einiges, weil ihr dann immer heiß wurde und sich ihr Herzschlag beschleunigte. Während sie über den Bürgersteig lief, um die Metrostation zu erreichen, die sie zu Leona bringen sollte, waren die Straßenlaternen an und sie sah, wo sie hinlief. Dennoch fühlte sie sich ein wenig unwohl, da sie es hasste, allein im Dunkeln unterwegs zu sein. Der Wind pustete sie von hinten an und ihre Haare flogen nach vorne. Als sie nach oben sah, konnte sie sogar eine Sternschnuppe sehen. Wie schön die Abenddämmerung doch sein konnte, aber sie war kalt und und sie rieb sich die Arme, obwohl sie eine Winterjacke trug, die sie vor den eisigen Temperaturen schützte. Es raschelte in den Büschen und Aurelie bekam Angst. Immer wieder sah sie sich um, aber sie sah nichts und niemanden, der oder das ihr gefährlich werden konnte. Ihr Herz pochte wie verrückt und ihr wurde warm, da sich ihre Furcht zu erkennen gab. „Oh Mann“, wisperte sie ängstlich und es raschelte schon wieder, während sie an den Büschen vorbeiging. Es war erst halb sieben, doch es kam ihr so vor, als wäre es bereits Mitternacht. Warum musste es immer so dunkel sein, wenn der Winter kam? Und warum hatte sie immer vor allem Angst? Aurelie fragte sich alles Mögliche und augenblicklich beschloss sie, etwas in die Stille zu fragen. „Ist da jemand?!“, keuchte sie und es knackte in den Büschen. Sie fuhr herum, aber sah immer noch keine Menschenseele. So langsam wurde es ihr immer unheimlicher und sie wünschte sich, dass Adrien an ihrer Seite war. Ihr Herz machte, was es wollte, und am liebsten würde sie einfach zurück nach Hause laufen, wo sie sich weder beobachtet noch unsicher fühlte. Sie atmete laut und plötzlich packte sie ein fester Griff, der ihre Jacke beinahe durchbohrte und sie augenblicklich in die Büsche zog. Aurelie schrie wie am Spieß und schlug panisch um sich, aber vergeblich. Ihr schlug das Herz bis zum Hals und alles ging viel zu schnell. Sie wusste gar nicht, was gerade geschah und was sie tun sollte. „HILFE! NEIN! LASS MICH LOS!“, schrie sie voller Panik und sah mit aufgerissenen Augen in die Dunkelheit. Im selben Augenblick sah sie einen großen, breiten Mann, der sie durch die Dunkelheit angrinste. Dieses Grinsen wirkte gefährlich, bedrohlich und unberechenbar und Aurelies Panik ergriff ihren ganzen Körper. „Entspann dich, Schätzchen“, sagte der fremde Mann mit bedrohlicher Stimme und lachte höhnisch. Sein Lachen war so hallend und gefährlich wie das eines Mörders aus einem Horrorfilm und Aurelie sah ihn furchterfüllt an. Auf einmal zwängte der Mann sie in eine Ecke, aus der sie sich nicht mehr befreien konnte. Seine Griffe waren so fest und Aurelie saß in der Falle. Gleich würde sie noch umkippen, wenn ihr Herz noch weiter so verrückt gegen ihre Brust hämmerte. Die Angst und das Gefühl hatte, dass sie vollkommen hilflos war, überwältigte sie. „Was wollen Sie von mir?! Lassen Sie mich sofort gehen!“, schrie Aurelie und atmete aufgebracht. Doch der Fremde redete nicht mehr mit ihr. Sie bekam einen roten Kopf und der Mann fühlte sich fantastisch. Er hielt sie mit seinen eiskalten Händen an beiden Handgelenken fest, sodass sie sich nicht wehren konnte. „Was macht dieser Typ mit mir, was will er?!“, dachte Aurelie angsterfüllt und schrie weiter. Irgendwann ging ihr die Kraft aus und ihr Puls stieg weiter an. Auf einen Schlag spürte sie ein feuchtes Tuch in ihrem Gesicht und sie wurde schwächer. „Was … was wollen Sie nur von … mir?“, wollte sie ein zweites Mal wissen, doch ihr schwanden die Kräfte. Ihre Beine wurden wie Wackelpudding und sie konnte sich kaum aufrechthalten. Alles drehte sich und sie hörte nur noch, wie die schwarze Gestalt ankündigte: „Du und ich Schätzchen, wir beide haben jetzt Spaß.“ Aurelie verstand doch noch ganz genau, was der Mann jetzt wollte, und erschrak. Er küsste sie am Hals und riss ihre Jacke auf. Aurelie wusste nicht, wie ihr geschah, aber ihr war bewusst, dass sie das nicht wollte. Plötzlich fummelte er unter ihrem Pullover herum, zerriss die Wolle und küsste sie zwischen ihren Brüsten. „Ich will das nicht!“, rief sie und hatte das Gefühl, sie wäre in einem wahr gewordenen Albtraum gelandet. „Ach sei leise!“, fluchte der Mann und hielt sie nur noch an einem Handgelenk fest. Aurelie sah nicht, was er tat, und weinte. Der Fiesling hatte ein großartiges Gefühl. Er hatte ein hilfloses Mädchen in seiner Gewalt und es auch noch betäubt, damit es sich nicht mehr verteidigen konnte. Aber Aurelie wollte das alles gar nicht und das wurde ihr immer klarer. Ihr blieb der Atem weg, doch sie nahm ihre letzte Kraft zusammen, um ihm zu verdeutlichen, dass das gegen ihren Willen war. Sie konnte es nicht zulassen, dass ein Verbrecher sie und ihren Körper für seine perversen Zwecke ausnutzen wollte! Er küsste sie immer wieder an Hals, Bauch oder Brust und Aurelie krächzte schwach: „Ich sagte doch, lass mich in RUHE!“ Danach trat sie ihm mit letzter Kraft zwischen die Beine, um ihn außer Gefecht zu setzen. Vorhin, als er sie nur noch an einem Handgelenk festgehalten hatte, hatte er seine Hose hinuntergezogen, und jetzt traf sie ihn genau dort, wo es ihn mit einem lauten Schrei zu Boden sinken ließ. „AH!“, stieß er schmerzerfüllt heraus und löste seinen fesselnden Griff. „Das wirst du bereuen! Na warte!“, drohte er ihr wütend und humpelte wieder auf sie zu. Bevor der Verletzte aber die Möglichkeit bekam, sie wieder in seine Gewalt zu nehmen, ergriff Aurelie die Flucht. Sie war völlig aufgelöst und orientierungslos, aber sie wusste, dass sie sofort nach Hause laufen musste und wollte. Sie musste sich in Sicherheit bringen!
...

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