Was ist Strohrum - und warum liegt hier Stroh 'rum?
EUR 17,90
Format: 13,5 x 21,5 cm
Seitenanzahl: 66
ISBN: 978-3-7116-0382-1
Erscheinungsdatum: 16.01.2025
Ein Frage-Antwort-Spiel zu den drängenden Fragen unserer Zeit. Bissig-ironisch wird der Zustand der Gesellschaft aufs Korn genommen, ergänzt von nicht immer ernst gemeinten Handlungsempfehlungen – ein humoristischer Einblick in den alltäglichen Wahnsinn.
Vorwort
Sollten Sie als Leser auf den folgenden Seiten einen fundierten Lebensratgeber erwarten, so sind Sie hier leider falsch. Von dieser Sorte gibt es bereits genügend. Dieses Buch widmet sich den wirklich dringenden Fragen des Lebens. Fragen, die wir uns alle früher oder später schon einmal gestellt haben, auf die aber keiner so richtig antworten möchte oder kann. Es sei jedoch zuvor erwähnt, dass dieses Buch auf gar keinen Fall ernst zu nehmen ist. Wie bereits gesagt, hierbei handelt es sich nicht um Fachliteratur. Vielmehr dient das folgende Schriftstück in seiner sarkastischen Form als eine kleine Entschleunigung vom stressigen Alltag. Ein Stück weit wird sich hier über die Menschheit im Allgemeinen lustig gemacht. So nehmen wir uns als Spezies viel zu ernst und meinen, wir sind die Krone der Schöpfung. Aber seien wir doch mal ehrlich …
Auf jeden Fall wurde es höchste Zeit, dass sich jemand mit den wirklich essentiellen Fragen beschäftigt und Ihnen endlich die langersehnten Antworten gibt.
Frage
Können auch weniger gebildete Menschen
erfolgreich sein?
Antwort: Selbstverständlich. Nicht jeder Mensch ohne Abitur ist automatisch ein Versager. Da sowieso alle Menschen einen Schaden haben, ist es erwiesen, dass auch weniger Gebildete durchaus ihren Teil zu einem hohen Lebensstandard beitragen. Und so dumm stellen sie sich nicht einmal an. Man muss erst einmal auf die Idee kommen, sich wochenlang von Kamerateams begleiten und beim Versagen filmen zu lassen. Durch idiotische Aktionen und deppenhafte Auftritte erlangen diese Menschen einen gewissen Bekanntheitsgrad und landen in Form von überdimensionalen Postern an den Wänden der Jugendzimmer. Außerdem wäre unser Nachmittagsprogramm im Fernsehen ohne die täglichen Zankereien doch echt langweilig. Eigentlich sind das gar keine „Soaps“, sondern Dokumentationen darüber, wie man es nicht machen sollte. Also tragen diese Menschen einen großen Teil zum Bildungsfernsehen bei.
Was lernen wir daraus?
Dämliches Verhalten anderer Mitmenschen lockt uns an. Angeblich schaut ja keiner diese Serien, aber wieso werden sie dann nicht abgestellt, sondern fleißig neue Staffeln gedreht? Ich wäre wirklich manchmal gern ein Wellensittich, der gemütlich im Käfig hockt und seinem Herrchen dabei zuschaut, wie er mit einer Popcorntüte auf dem Sofa hockt und darüber lacht, wie dumm die Menschen im TV doch sind. Das muss doch gestellt sein! Ist die Serie vorbei, kommt das Herrchen schließlich an den Käfig, verstellt seine Stimme zu einem lächerlichen Geschnatter und gibt wie ein Depp Dinge von sich, die ich dann nachäffen soll. Wenn ich Glück habe, tanzt er noch dabei. Aber nur, wenn er nicht zu vollgefressen ist.
Pädagogischer Hintergrund?
Also wirklich, ich muss immer noch über die Frage lachen, ob der Mensch schlau ist …
Frage
Ist die Erde ein schöner Ort?
Antwort: Wäre sie ohne uns Menschen. Folgende „Mit uns/Ohne uns“-Gegenüberstellung stellt dies eindrucksvoll zur Schau:
Ein wunderschöner, klarer, türkiser Bach schlängelt sich durch die Tiefen eines grünenden Urwaldes.
Wunderschöne Klänge verschiedener Papageienarten untermauern musikalisch das sanfte Wehen des Windes.
Es gibt unzählige, strahlende Farbtöne zu entdecken, während einem eine angenehm frische Brise um die Nase weht.
Graziöse Geschöpfe durchfliegen die Landschaft. Das Gras unter ihnen erleuchtet im schönsten Grün.
Ein imposanter Wasserfall sorgt für ein beruhigendes Rauschen. Daneben glitzert ein ruhiger See. Die Blumen verstreuen ihr süßliches Aroma.
Eine zahlreiche Artenvielfalt lebt in einem großen Raum friedlich zusammen. Gewalt wird nur der Nahrungskette entsprechend angewendet.
Eine braune, undefinierbare Pampe bahnt sich ihren Weg durch das Industriegebiet.
Lautes Gehupe, nerviges Herumkrakeele und tausend neue Schimpfwörter. Für morgen ist übrigens ein Tornado angesagt.
Drei verschiedene Grautöne und eine staubige, in der Luft stehende Wand, die einen erschlägt.
Fette Trampel stampfen durch die Stadt. Ein Bauunternehmen entfernt die unzähligen Schlaglöcher.
Ein zu platzen drohender Staudamm erdrückt die Menschheit. Daneben wurde wieder einmal eine Kläranlage errichtet. Vom Gestank ganz zu schweigen.
Drei unterschiedliche Ausführungen des Menschen besiedeln die Erde immer weiter über. Getötet wird aus Macht, Gier und manchmal auch aus Spaß.
Ein Quadratmeter voll mit Müll, leeren Flaschen, ekelhaften Ausscheidungen nach einer ausschweifenden Party und Ungeziefer.
Frage
Warum erledigen Rentner ihre Einkäufe stets zu den
Stoßzeiten, wenn sie doch den ganzen Tag Zeit haben?
Antwort: Weil sie soziale Kontakte suchen. Das ist doch auch ganz klar. Jetzt stellt euch einmal vor, ihr würdet nicht mehr zur Schule oder zur Arbeit gehen. Da würde euch ein erhebliches Loch in die Tiefen der Einsamkeit saugen. Morgens um sechs steht ihr auf, lüftet die Wohnung bis zum Gefrierpunkt und macht euch dann einen kleinen Morgensnack. Danach wird das Politfernsehen eingeschaltet, doch irgendwie dreht es sich doch immer um den gleichen Mist, sodass euch sofort die neue Haartönung der Moderatorin auffällt. So, das ist dann gleichzeitig auch der Höhepunkt eures Tages. Die restlichen zwölf Stunden, die noch bis zur Schlafenszeit vor euch liegen, wartet ihr vergeblich auf einen Anruf oder eine Sensationsmeldung aus dem TV. (Ja, leider wird nicht jeden Tag eine Bürgerliche von einem Prinzen geheiratet!) Plötzlich müsst ihr niesen und erleidet durch euer eigenes Echo einen Hörsturz. Doch leider ist niemand da, der euch helfen könnte.
Was lernen wir daraus?
Fair betrachtet müssen wir uns eingestehen, dass die tägliche Schlacht um frisches Obst und Gemüse am Mittag die einzige Möglichkeit für Rentner ist, doch noch einmal lebenden Menschen zu begegnen. Klar, sie besitzen den Luxus, morgens um acht oder nachmittags um drei ganz in Ruhe durch die Supermärkte zu schlendern und an der Kasse gleich bedient zu werden. Aber es ist doch viel schöner, von den Blicken gehetzter Mitbürger erdolcht zu werden, weil die schönere Pampelmuse von der älteren Bevölkerungsgarde erwischt wurde. Und es ist auch viel schöner, wenn die Mitbürger an der Kasse eine halbe Stunde warten müssen, dann eine zweite Kassiererin die Kunden zu sich ruft und die Rentner durch geschicktes Vordrängeln sofort dran sind. Währenddessen versucht ein zuvorkommender Jugendlicher verständnisvoll die wütende Arbeiterklasse, die übrigens fleißig in die Rentenkasse einzahlt, zu beruhigen.
Pädagogischer Hintergrund?
Wir sollten nicht zu hart mit einsamen, älteren Menschen ins Gericht gehen. Wie wir ja wissen, tickt die Uhr für uns alle gleich schnell und ehe wir uns recht versehen, befinden wir uns in der gleichen verzweifelten Situation, unser Sozialleben durch provokantes Einkaufsverhalten spannender zu gestalten. Kleine Anmerkung am Rande, die Autorin dieses Buches gehört trotz ihres jungen (Ansichtssache) Alters zu eben jener beliebten Bevölkerungsschicht.
Frage
Warum wollen Kinder unbedingt so schnell erwachsen werden?
Antwort: Weil die Standardantwort auf all ihre Fragen „Wenn du erwachsen bist“ oder „Das erklär ich dir, wenn du älter bist!“ lautet. Hinter diesen Sätzen verbirgt sich natürlich kein tiefsinniger Hintergrund. Erwachsene sind einfach verbittert und weinen ihrer eigenen Kindheit hinterher. Also gönnen sie den Kleinen dieses Vergnügen nicht und zerstören das Leben der Kinder, indem sie behaupten, das Erwachsenendasein sei das Nonplusultra. (Bei diesem Satz muss ich kurz meinen Stift weglegen, da ich einen akuten Lachkrampf erleide.) Allerdings malen sich Kinder das Leben der Erwachsenen auch echt schön aus. Viele Träume erweisen sich in der tatsächlichen Ausführung als totaler Reinfall.
1. Hänsel: Ich muss endlich nicht mehr nach dem Sandmann ins Bett!
Hans: Ich bin sackmüde. Jetzt ist es schon 23.34 Uhr und ich komme gerade mal von der Arbeit. Meine Tränensäcke werden immer dicker, den dunklen Farbton meiner Augenringe gibt es in der Farbskala noch gar nicht und ich beginne langsam zu halluzinieren: Überall sehe ich Betten!
2. Hänsel: Und den Mittagsschlaf muss ich auch nicht mehr machen!
Hans: Also, ich schütte mir jetzt schon den vierten Kaffee hinunter und kann trotzdem das ABC nicht ansagen. In meiner Mittagspause werde ich mich hinlegen. (DAS Wort aller Erwachsenen: 15-Minuten-Tiefschlaf!)
3. Hänsel: Ich darf nun auch Filme, die erst ab 18 Jahren geeignet sind, anschauen!
Hans: Oh Gott, das war zu viel! Was ist, wenn es diese seelenlose, röchelnde, unmenschliche Kreatur, deren durchgeschnittene Kehle immer noch blutet und deren Gedärme halb zum Bauch hinaushängen, wirklich gibt? Werde ich durch das Gesehene auch auf einer abgelegenen Insel landen, auf der die nicht mehr zu heilenden, psychisch gestörten Menschen ihr trauriges Dasein verwalten?
4. Hänsel: Ich kann endlich Alkohol trinken, bis ich im Koma auf der Intensivstation lande!
Hans: Ich wünschte, ich wäre auf der Intensivstation gelandet. Zuerst wache ich mit einem unsäglichen Dröhnen im Schädel auf und kotze drei Stunden lang Nahrung aus, die ich bei der letzten Konfirmation zu mir genommen habe. Als ich mich in mein Schlafgemach zurückziehen will, entdecke ich ein Wesen auf der linken Betthälfte, dessen Anblick mich Nahrung vom Schulanfang ausspeien lässt. Und neun Monate später muss ich in ein Obdachlosenheim ziehen, da mein Gehalt sofort auf dem Konto des befremdlichen Wesens landet. Sie muss Windeln kaufen …
5. Hänsel: Ich werde heiraten, eine glückliche Ehe führen und jeden Abend mit meiner bildhübschen Frau auf dem Balkon sitzen und den Sonnenuntergang anschauen.
Hans: Hoffentlich hat die Alte mal wieder eine Betriebsfeier und findet nicht mehr nach Hause.
Was lernen wir daraus?
Wenn euch also euer Kind das nächste Mal an den Kopf wirft, dass es endlich erwachsen sein will, dann zeigt ihm einfach diese Liste. Oder ihr antwortet einfach mit eurem Lieblingssatz: „Genieß deine Kinderzeit. Es ist die schönste Zeit.“ Auch wenn eure Kinder dann symbolisch den Finger in den Hals stecken, irgendwann kommen auch sie zu der Erkenntnis, dass es leider so ist und man 90 Prozent seines Lebens eine arme Sau ist.
Pädagogischer Hintergrund?
Erwachsen werden ist cool, Erwachsen sein ist scheiße …
Frage
Warum nehme ich nicht ab, obwohl ich Obst und Gemüse kaufe?
Antwort: Weil Kaufen nicht gleich Essen bedeutet. Bei dieser Frage fehlt ein Wort, das ganz entscheidend für den Ausgang einer Diät ist. Die Frage müsste so gestellt werden: Wieso nehme ich nicht ab, obwohl ich NUR Obst und Gemüse kaufe? So, da haben wir es schon. Es ist natürlich sehr lobenswert, wenn man Erdbeeren, Äpfel und Brokkoli kauft. Allerdings versaut man sich den ganzen Effekt, wenn zu Hause dann tonnenweise geschmolzene Schokolade über die Erdbeeren geschüttet wird, die Äpfel eine dicke Zucker- und Zimtschicht bekommen und der Brokkoli von einer sahneangereicherten Käsedecke ummantelt wird. Noch irgendeine Frage?
Was lernen wir daraus?
Schaut euch eure Einkaufswägen an der Kasse einmal genau an. 10 Prozent Obst, 5 Prozent Gemüse (natürlich mehr Obst, weil das süß ist und wenigstens etwas Fruchtzucker beinhaltet) und 85 Prozent Pudding, Süßes und Knabberei. Aber Hauptsache das schlechte Gewissen wird beruhigt, nicht wahr?
Pädagogischer Hintergrund?
Zu Hause lassen wir dann das Obst und Gemüse schlecht werden und schmeißen es schließlich in den Müll. Ja, wenn das so ist, muss man gezwungenermaßen den Schokopudding essen, oder?
Sollten Sie als Leser auf den folgenden Seiten einen fundierten Lebensratgeber erwarten, so sind Sie hier leider falsch. Von dieser Sorte gibt es bereits genügend. Dieses Buch widmet sich den wirklich dringenden Fragen des Lebens. Fragen, die wir uns alle früher oder später schon einmal gestellt haben, auf die aber keiner so richtig antworten möchte oder kann. Es sei jedoch zuvor erwähnt, dass dieses Buch auf gar keinen Fall ernst zu nehmen ist. Wie bereits gesagt, hierbei handelt es sich nicht um Fachliteratur. Vielmehr dient das folgende Schriftstück in seiner sarkastischen Form als eine kleine Entschleunigung vom stressigen Alltag. Ein Stück weit wird sich hier über die Menschheit im Allgemeinen lustig gemacht. So nehmen wir uns als Spezies viel zu ernst und meinen, wir sind die Krone der Schöpfung. Aber seien wir doch mal ehrlich …
Auf jeden Fall wurde es höchste Zeit, dass sich jemand mit den wirklich essentiellen Fragen beschäftigt und Ihnen endlich die langersehnten Antworten gibt.
Frage
Können auch weniger gebildete Menschen
erfolgreich sein?
Antwort: Selbstverständlich. Nicht jeder Mensch ohne Abitur ist automatisch ein Versager. Da sowieso alle Menschen einen Schaden haben, ist es erwiesen, dass auch weniger Gebildete durchaus ihren Teil zu einem hohen Lebensstandard beitragen. Und so dumm stellen sie sich nicht einmal an. Man muss erst einmal auf die Idee kommen, sich wochenlang von Kamerateams begleiten und beim Versagen filmen zu lassen. Durch idiotische Aktionen und deppenhafte Auftritte erlangen diese Menschen einen gewissen Bekanntheitsgrad und landen in Form von überdimensionalen Postern an den Wänden der Jugendzimmer. Außerdem wäre unser Nachmittagsprogramm im Fernsehen ohne die täglichen Zankereien doch echt langweilig. Eigentlich sind das gar keine „Soaps“, sondern Dokumentationen darüber, wie man es nicht machen sollte. Also tragen diese Menschen einen großen Teil zum Bildungsfernsehen bei.
Was lernen wir daraus?
Dämliches Verhalten anderer Mitmenschen lockt uns an. Angeblich schaut ja keiner diese Serien, aber wieso werden sie dann nicht abgestellt, sondern fleißig neue Staffeln gedreht? Ich wäre wirklich manchmal gern ein Wellensittich, der gemütlich im Käfig hockt und seinem Herrchen dabei zuschaut, wie er mit einer Popcorntüte auf dem Sofa hockt und darüber lacht, wie dumm die Menschen im TV doch sind. Das muss doch gestellt sein! Ist die Serie vorbei, kommt das Herrchen schließlich an den Käfig, verstellt seine Stimme zu einem lächerlichen Geschnatter und gibt wie ein Depp Dinge von sich, die ich dann nachäffen soll. Wenn ich Glück habe, tanzt er noch dabei. Aber nur, wenn er nicht zu vollgefressen ist.
Pädagogischer Hintergrund?
Also wirklich, ich muss immer noch über die Frage lachen, ob der Mensch schlau ist …
Frage
Ist die Erde ein schöner Ort?
Antwort: Wäre sie ohne uns Menschen. Folgende „Mit uns/Ohne uns“-Gegenüberstellung stellt dies eindrucksvoll zur Schau:
Ein wunderschöner, klarer, türkiser Bach schlängelt sich durch die Tiefen eines grünenden Urwaldes.
Wunderschöne Klänge verschiedener Papageienarten untermauern musikalisch das sanfte Wehen des Windes.
Es gibt unzählige, strahlende Farbtöne zu entdecken, während einem eine angenehm frische Brise um die Nase weht.
Graziöse Geschöpfe durchfliegen die Landschaft. Das Gras unter ihnen erleuchtet im schönsten Grün.
Ein imposanter Wasserfall sorgt für ein beruhigendes Rauschen. Daneben glitzert ein ruhiger See. Die Blumen verstreuen ihr süßliches Aroma.
Eine zahlreiche Artenvielfalt lebt in einem großen Raum friedlich zusammen. Gewalt wird nur der Nahrungskette entsprechend angewendet.
Eine braune, undefinierbare Pampe bahnt sich ihren Weg durch das Industriegebiet.
Lautes Gehupe, nerviges Herumkrakeele und tausend neue Schimpfwörter. Für morgen ist übrigens ein Tornado angesagt.
Drei verschiedene Grautöne und eine staubige, in der Luft stehende Wand, die einen erschlägt.
Fette Trampel stampfen durch die Stadt. Ein Bauunternehmen entfernt die unzähligen Schlaglöcher.
Ein zu platzen drohender Staudamm erdrückt die Menschheit. Daneben wurde wieder einmal eine Kläranlage errichtet. Vom Gestank ganz zu schweigen.
Drei unterschiedliche Ausführungen des Menschen besiedeln die Erde immer weiter über. Getötet wird aus Macht, Gier und manchmal auch aus Spaß.
Ein Quadratmeter voll mit Müll, leeren Flaschen, ekelhaften Ausscheidungen nach einer ausschweifenden Party und Ungeziefer.
Frage
Warum erledigen Rentner ihre Einkäufe stets zu den
Stoßzeiten, wenn sie doch den ganzen Tag Zeit haben?
Antwort: Weil sie soziale Kontakte suchen. Das ist doch auch ganz klar. Jetzt stellt euch einmal vor, ihr würdet nicht mehr zur Schule oder zur Arbeit gehen. Da würde euch ein erhebliches Loch in die Tiefen der Einsamkeit saugen. Morgens um sechs steht ihr auf, lüftet die Wohnung bis zum Gefrierpunkt und macht euch dann einen kleinen Morgensnack. Danach wird das Politfernsehen eingeschaltet, doch irgendwie dreht es sich doch immer um den gleichen Mist, sodass euch sofort die neue Haartönung der Moderatorin auffällt. So, das ist dann gleichzeitig auch der Höhepunkt eures Tages. Die restlichen zwölf Stunden, die noch bis zur Schlafenszeit vor euch liegen, wartet ihr vergeblich auf einen Anruf oder eine Sensationsmeldung aus dem TV. (Ja, leider wird nicht jeden Tag eine Bürgerliche von einem Prinzen geheiratet!) Plötzlich müsst ihr niesen und erleidet durch euer eigenes Echo einen Hörsturz. Doch leider ist niemand da, der euch helfen könnte.
Was lernen wir daraus?
Fair betrachtet müssen wir uns eingestehen, dass die tägliche Schlacht um frisches Obst und Gemüse am Mittag die einzige Möglichkeit für Rentner ist, doch noch einmal lebenden Menschen zu begegnen. Klar, sie besitzen den Luxus, morgens um acht oder nachmittags um drei ganz in Ruhe durch die Supermärkte zu schlendern und an der Kasse gleich bedient zu werden. Aber es ist doch viel schöner, von den Blicken gehetzter Mitbürger erdolcht zu werden, weil die schönere Pampelmuse von der älteren Bevölkerungsgarde erwischt wurde. Und es ist auch viel schöner, wenn die Mitbürger an der Kasse eine halbe Stunde warten müssen, dann eine zweite Kassiererin die Kunden zu sich ruft und die Rentner durch geschicktes Vordrängeln sofort dran sind. Währenddessen versucht ein zuvorkommender Jugendlicher verständnisvoll die wütende Arbeiterklasse, die übrigens fleißig in die Rentenkasse einzahlt, zu beruhigen.
Pädagogischer Hintergrund?
Wir sollten nicht zu hart mit einsamen, älteren Menschen ins Gericht gehen. Wie wir ja wissen, tickt die Uhr für uns alle gleich schnell und ehe wir uns recht versehen, befinden wir uns in der gleichen verzweifelten Situation, unser Sozialleben durch provokantes Einkaufsverhalten spannender zu gestalten. Kleine Anmerkung am Rande, die Autorin dieses Buches gehört trotz ihres jungen (Ansichtssache) Alters zu eben jener beliebten Bevölkerungsschicht.
Frage
Warum wollen Kinder unbedingt so schnell erwachsen werden?
Antwort: Weil die Standardantwort auf all ihre Fragen „Wenn du erwachsen bist“ oder „Das erklär ich dir, wenn du älter bist!“ lautet. Hinter diesen Sätzen verbirgt sich natürlich kein tiefsinniger Hintergrund. Erwachsene sind einfach verbittert und weinen ihrer eigenen Kindheit hinterher. Also gönnen sie den Kleinen dieses Vergnügen nicht und zerstören das Leben der Kinder, indem sie behaupten, das Erwachsenendasein sei das Nonplusultra. (Bei diesem Satz muss ich kurz meinen Stift weglegen, da ich einen akuten Lachkrampf erleide.) Allerdings malen sich Kinder das Leben der Erwachsenen auch echt schön aus. Viele Träume erweisen sich in der tatsächlichen Ausführung als totaler Reinfall.
1. Hänsel: Ich muss endlich nicht mehr nach dem Sandmann ins Bett!
Hans: Ich bin sackmüde. Jetzt ist es schon 23.34 Uhr und ich komme gerade mal von der Arbeit. Meine Tränensäcke werden immer dicker, den dunklen Farbton meiner Augenringe gibt es in der Farbskala noch gar nicht und ich beginne langsam zu halluzinieren: Überall sehe ich Betten!
2. Hänsel: Und den Mittagsschlaf muss ich auch nicht mehr machen!
Hans: Also, ich schütte mir jetzt schon den vierten Kaffee hinunter und kann trotzdem das ABC nicht ansagen. In meiner Mittagspause werde ich mich hinlegen. (DAS Wort aller Erwachsenen: 15-Minuten-Tiefschlaf!)
3. Hänsel: Ich darf nun auch Filme, die erst ab 18 Jahren geeignet sind, anschauen!
Hans: Oh Gott, das war zu viel! Was ist, wenn es diese seelenlose, röchelnde, unmenschliche Kreatur, deren durchgeschnittene Kehle immer noch blutet und deren Gedärme halb zum Bauch hinaushängen, wirklich gibt? Werde ich durch das Gesehene auch auf einer abgelegenen Insel landen, auf der die nicht mehr zu heilenden, psychisch gestörten Menschen ihr trauriges Dasein verwalten?
4. Hänsel: Ich kann endlich Alkohol trinken, bis ich im Koma auf der Intensivstation lande!
Hans: Ich wünschte, ich wäre auf der Intensivstation gelandet. Zuerst wache ich mit einem unsäglichen Dröhnen im Schädel auf und kotze drei Stunden lang Nahrung aus, die ich bei der letzten Konfirmation zu mir genommen habe. Als ich mich in mein Schlafgemach zurückziehen will, entdecke ich ein Wesen auf der linken Betthälfte, dessen Anblick mich Nahrung vom Schulanfang ausspeien lässt. Und neun Monate später muss ich in ein Obdachlosenheim ziehen, da mein Gehalt sofort auf dem Konto des befremdlichen Wesens landet. Sie muss Windeln kaufen …
5. Hänsel: Ich werde heiraten, eine glückliche Ehe führen und jeden Abend mit meiner bildhübschen Frau auf dem Balkon sitzen und den Sonnenuntergang anschauen.
Hans: Hoffentlich hat die Alte mal wieder eine Betriebsfeier und findet nicht mehr nach Hause.
Was lernen wir daraus?
Wenn euch also euer Kind das nächste Mal an den Kopf wirft, dass es endlich erwachsen sein will, dann zeigt ihm einfach diese Liste. Oder ihr antwortet einfach mit eurem Lieblingssatz: „Genieß deine Kinderzeit. Es ist die schönste Zeit.“ Auch wenn eure Kinder dann symbolisch den Finger in den Hals stecken, irgendwann kommen auch sie zu der Erkenntnis, dass es leider so ist und man 90 Prozent seines Lebens eine arme Sau ist.
Pädagogischer Hintergrund?
Erwachsen werden ist cool, Erwachsen sein ist scheiße …
Frage
Warum nehme ich nicht ab, obwohl ich Obst und Gemüse kaufe?
Antwort: Weil Kaufen nicht gleich Essen bedeutet. Bei dieser Frage fehlt ein Wort, das ganz entscheidend für den Ausgang einer Diät ist. Die Frage müsste so gestellt werden: Wieso nehme ich nicht ab, obwohl ich NUR Obst und Gemüse kaufe? So, da haben wir es schon. Es ist natürlich sehr lobenswert, wenn man Erdbeeren, Äpfel und Brokkoli kauft. Allerdings versaut man sich den ganzen Effekt, wenn zu Hause dann tonnenweise geschmolzene Schokolade über die Erdbeeren geschüttet wird, die Äpfel eine dicke Zucker- und Zimtschicht bekommen und der Brokkoli von einer sahneangereicherten Käsedecke ummantelt wird. Noch irgendeine Frage?
Was lernen wir daraus?
Schaut euch eure Einkaufswägen an der Kasse einmal genau an. 10 Prozent Obst, 5 Prozent Gemüse (natürlich mehr Obst, weil das süß ist und wenigstens etwas Fruchtzucker beinhaltet) und 85 Prozent Pudding, Süßes und Knabberei. Aber Hauptsache das schlechte Gewissen wird beruhigt, nicht wahr?
Pädagogischer Hintergrund?
Zu Hause lassen wir dann das Obst und Gemüse schlecht werden und schmeißen es schließlich in den Müll. Ja, wenn das so ist, muss man gezwungenermaßen den Schokopudding essen, oder?

